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Neue Technik könnte Ackerbau auf Sand möglich machen

Bestimmte Bakterien und Pilze könnten helfen, dass auch Regionen mit sehr sandigen Böden für den Anbau von landwirtschaftlichen Kulturpflanzen genutzt werden können. Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und der Universität Abu Dhabi haben in einer aktuellen Studie aus sogenannten Biopolymeren mikrobielle Netzwerke, eine Art natürlichen Verbundwerkstoff, hergestellt, die Wüstensand stabilisieren und diesen widerstandsfähiger gegen Erosion machen. Zudem lassen die den Sand durchziehenden Biopolymer-Fasern Wasser bis zu sechsmal langsamer durchsickern als normaler Sand, so die Wissenschaftler:innen.

Dieser Schritt könnte das Wachstum von anderen Mikroorganismen und Pflanzen in solchen Böden ermöglichen, hoffen die Wissenschaftler:innen. Der Einsatz solcher Mikroorganismen sei keine Science-Fiction, so die Forschenden. Als nächstes müssten die Biopolymeren in kontrollierten Feldstudien oder in Gewächshäusern eingesetzt werden, um zu sehen, welchen Einfluss sie auf das Wachstum von Pflanzen haben und wie groß das Potenzial der Technologie für die Landwirtschaft ist.

Schweizerbauer

Französisches Gericht weist Beschwerde gegen LSD-Impfpflicht ab

Seit Ende Juni vergangenen Jahres sind mehrere Ausbrüche der Lumpy-Skin-Disease (LSD) in Frankreich aufgetreten. In den betroffenen Regionen Auvergne-Rhône-Alpes Savoie und Haut-Savoie wurden daraufhin Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet, die auch das Schweizer Kanton Genf miteingeschlossen haben. 

Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, hat die französische Regierung in den Risikoregionen und definierten Sperrzonen eine verpflichtende Impfung angeordnet. Gegen diese haben verschiedene Impfgegner, darunter der Kleinverband Verte France, Klage eingereicht. Der französische Staatsrat hat als das oberste Verwaltungsgericht  Frankreichs nun mehrere Beschwerden abgewiesen. So stehen der Fortführung der Impfkampagne und weiterer angeordneter Schutzmaßnahmen nichts mehr im Weg.

Verte France hatte in seiner Beschwerde angeführt, dass Eigentumsrechte und Unternehmensfreiheit dadurch eingeschränkt würden. Ebenfalls nicht stattgegeben hat das Gericht zudem mehreren Beschwerden nach behördlichen Anordnungen gegen impfunwillige Betriebe, wie ein Verbot von Viehtransporten.

Der Kleinverband war in der Vergangenheit bereits mit dem Versuch gescheitert, die Impfkampagne zur Bekämpfung der LSD vom Staatsrat stoppen zu lassen. Im Umfeld des Verbandes haben sich mittlerweile die impfkritischen Rinderhalter:innen organisiert und das „Collectif Libre“ gegründet, dem sich etwa tausend Unterstützer:innen angeschlossen haben. Das Kollektiv hat zudem eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eingelegt. 

Die LSD ist eine anzeigepflichtige Virusseuche, die Rinder und Wasserbüffel betrifft. Sie wird hauptsächlich durch blutsaugende Insekten übertragen und verursacht schwere wirtschaftliche Schäden. Die erkrankten Tiere zeigen Symptome wie schmerzhafte Knoten am ganzen Körper sowie hohes Fieber und starken Tränen- und Nasenausfluss.

Schweizerbauer

Tierseucheninfo Niedersachsen

Antiparasitikum verändert Zusammenspiel zwischen Pflanze und Insekt

Damit Weidetiere gesund bleiben und vor Parasiten geschützt sind, verabreichen Landwirt:innen ihren Tieren Wurmmittel. Diese Antiparasitika haben jedoch einen vielfältigen Einfluss auf die Umwelt. Unter anderem wird das Keimungsverhalten von Samen verändert oder die Überlebensraten von Käfer- und Fliegenlarven verringert. 

Nun haben Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Universität Trier in einer Studie belegen können, dass ganze ökologische Beziehungsgefüge verändert werden. Die Wissenschaftler:innen haben den Einfluss des von Landwirt*innen häufig eingesetzten Präparates Cydectin® analysiert und die Effekte auf das Zusammenspiel mehrerer Arten unter die Lupe genommen.Der enthaltene Wirkstoff Moxidectin gehört zur Gruppe der makrozyklischen Laktone (Antiparasitika mit Langzeitwirkung). Da dieser im Körper der behandelten Tiere kaum abgebaut wird, gelangt der Wirkstoff deshalb zu großen Teilen über den Kot in den Boden. Die Forschenden konnten in Modellversuchen nachweisen, dass dadurch einerseits Pflanzen weniger Früchte bilden, andererseits sich Blattläuse zehnmal stärker vermehren können.

„Wir waren überrascht, wie weitreichend ein einzelnes Präparat das Zusammenspiel zwischen Pflanze und Insekt verändern kann“, sagt Dr. Andrés García, Erstautor der Studie. „Das zeigt, dass wir bei der Bewertung von Tierarzneimitteln nicht nur einzelne Arten, sondern ganze ökologische Beziehungen im Blick behalten müssen.“

Weitere Studien sollen zeigen, welchen Anteil der Wirkstoff Moxidectin, die übrigen Inhaltsstoffe und deren Abbauprodukte an diesen Effekten haben und wie sie in der Nahrungskette weitergegeben werden. 

Uni Kiel

Überlebenspaket für Schweinehalter:innen gefordert

Am heutigen Mittwoch (12.08.2026) hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer Vertreter:innen der Schweinebranche zu einem runden Tisch eingeladen. Hintergrund des „Schweinegipfels“ ist der zunehmende Kostendruck durch massive Preisrückgänge und die Verschlechterung der Exportbedingungen, die die Schweinehalter:innen teilweise an den Rand der Existenz bringen.   

Mit diesem Hintergrund fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) ein sofortiges „Überlebenspaket“ mit Liquiditätshilfen, die unbürokratisch bewilligt werden sollten. „Die Marktlage ist so prekär, dass es für viele Betriebe ums nackte Überleben geht“, erklärt DBV-Veredelungspräsident Hubertus Beringmeier.

In einem Papier führt der Verband einige kurzfristige und breit wirksame Maßnahmen an, wie etwa die Anpassung und Streckung von Umbaufristen für Stallanlagen, die Einführung einer verbindlichen Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für die gesamte Wertschöpfungskette sowie ein nationales Sonder-Förderungsprogramm für die Sauenhaltung.

DBV

BTK und bpt nehmen Stellung zum Eckpunktepapier des BMELH

Im vergangenen Monat hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMELH) ein Eckpunktepapier zur Vereinfachung des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes vorgelegt.

Dieses hat das Ziel, das nationale Antibiotikaminimierungskonzept durch das Tierarzneimittelgesetz (TAMG) zu entschlacken. Demnach sollen Nutztierhaltende von Bürokratie entlastet und die Zahl behördlicher Maßnahmenpläne landesweit um mehr als die Hälfte verringert werden.  

In einer gemeinsamen Stellungnahme begrüßten die Bundestierärztekammer (BTK) und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) Anpassungen, die zu einer sachgerechteren Differenzierung von Tierhaltungs- und Produktionssystemen beitragen. Diese bringen aus ihrer Sicht eine Reduzierung des teils unnötigen Dokumentations- und Verwaltungsaufwands mit sich.

Des Weiteren gehen die Verbände in ihrem Schreiben detailliert auf einzelne Punkte des Eckpunktepapiers ein. Die Stellungnahme kann hier nachgelesen werden.

EFSA legt Überwachungsbericht zur Geflügelpest vor

In der EU sind die Nachweise der hochpathogenen Geflügelpest (HPAI) im Frühjahr 2026 zurückgegangen. Laut dem vierteljährlichen Überwachungsbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL) wird dies auch während der Sommermonate so bleiben. Insgesamt wurden zwischen dem 28. Februar und dem 4. Juni 2026 aus den EU-Mitgliedstaaten 186 HPAI-Ausbrüche bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemeldet. Weitere 763 Nachweise gab es bei Wildvögeln. Während die Zahl der Ausbrüche bei Hausvögeln ähnlich hoch ist wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, waren die Nachweise bei Wildvögeln in diesem Jahr mindestens dreimal so hoch, was auf eine sehr hohe Viruszirkulation bei Wasservögeln hindeutet.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass es in Ungarn erstmals Fälle von niedrigpathogener Vogelgrippe vom Typ H9N2 in sieben Geflügelbetrieben gegeben hat. Zwar wurden H9N2-Nachweise bereits zuvor in der EU gemeldet, doch handelt es sich hierbei um den ersten Nachweis des spezifischen Clades H9N2 G5.5, das auch für vereinzelte Fälle beim Menschen im Nahen Osten und in Westafrika verantwortlich war. Die EFSA und das ECDC raten den Mitgliedstaaten, diese Situation genau zu überwachen.

EFSA

Schweinepreise sind desaströs

Die Schweinepreise sind bereits seit mehreren Wochen im Keller und sinken immer weiter. Die Landwirt:innen machen längst keine Gewinne mehr, sondern schreiben „existenzbedrohende“ Verluste, erklärt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Die Erlöse haben nun mit 1,40 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) einen neunen Tiefpunkt erreicht. Aktuell fahren Schweinemäster und Ferkelerzeuger einen Verlust von 60 € je Schwein ein, so die ISN.

Durch die sinkenden Preise rutschen Schweinehalter:innen immer weiter in die Verlustzone, betont die ISN. Schlachter hingegen klagen über unzureichende Margen und Absatzschwierigkeiten. Dafür sei hauptsächlich der derzeit intensive Wettbewerb innerhalb Europas verantwortlich. Günstige Angebote aus dem Ausland belasten die Fleischvermarktung in Deutschland.

Agrarheute

Tierseuchenkasse Brandenburg reduziert Beihilfe für Geflügelhaltende

Aufgrund von Ausbrüchen der Newcastle Disease mussten in Brandenburg rund 3,9 Millionen Millionen Stück Geflügel gekeult werden. Die finanziellen Belastungen der Tierseuchenkasse sind dadurch massiv gestiegen, weshalb die Tierseuchenkasse des Landes Brandenburg nun einen strikten Sparkurs fahren muss. Als erster Schritt wurde die Beihilfe für Reinigung, Desinfektion und Entwesung nach einem Seuchenausbruch bereits zum 1. Mai 2026 von 70 auf 50 Prozent gesenkt.

Dadurch fallen für viele landwirtschaftliche Betriebe höhere Eigenkosten im Ernstfall an. An der gesetzlichen Entschädigung für den gemeinen Tierwert sowie die vollständige Übernahme der Kosten für Tötung und Tierkörperbeseitigung ändert sich hingegen nichts. Die Kürzungen betreffen ausschließlich freiwillige Beihilfen, wie agrarheute.com berichtet.

Agrarheute.com

Giftige Substanzen können Verbrennungen bei Rindern verursachen

Starke Sonneneinstrahlung in Kombination mit der Aufnahme giftiger Substanzen können bei Rindern zu extremen Verbrennungen der Haut führen. Diese Photosensibilitätsreaktion kann besonders bei hellen Rinderrassen wie Galloway auftreten.  

Die ersten Symptome dieser Reaktion sind Hautveränderungen, die zunächst wie ein starker Sonnenbrand aussehen. Nach Informationen von betroffenen Rinderhalter:innen folgen weitere Hautveränderungen, wie Rötungen und Verdickungen der weniger pigmentierten Hautflächen. Diese Stellen verfärben sich nach zwei oder drei Tagen dunkel und lösen sich von der Hautunterlage. Der ganze Prozess dauert rund zwei Wochen.

Analysen der Rinderklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) zufolge sind größere Mengen giftiger Substanzen wie Johanniskraut  und Buchweizen Verursacher der Verbrennungen. Zudem können Leberegel schwere Symptome hervorrufen. Ein sofortiges Aufstallen und eine symptomatische Behandlung in Zusammenarbeit mit der/dem Tierärzt:in sind hier dringend angeraten.

Agrarheute

Risiko für ASP-Eintrag in Schweinehaltungen steigt im Sommer

In den kommenden drei Monaten steigt das Risko für Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das haben retrospektive Untersuchungen in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten ergeben. Demnach könnte das Risiko der ASP-Einträge in den Sommermonaten um bis zu 50% steigen. Das hessische Landwirtschaftsministerium mahnt daher die weiterhin konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen an.

Neben der Virusübertragung von Tier zu Tier sowie über kontaminierte Materialien wird unter Expert:innen zunehmend eine mögliche Rolle blutsaugender Insekten wie Fliegen, Gnitzen oder Bremsen im Sommerinfektionsgeschehen diskutiert. Unter natürlichen Bedingungen konnte die epidemiologische Bedeutung dieses Übertragungsweges zwar bislang nicht nachgewiesen werden, jedoch haben Studien gezeigt, dass die orale Aufnahme von ASP-Virus tragenden Wadenstechern (Stomoxys calcitrans) oder Bremsen (Tabanidae) bei Hausschweinen eine Infektion auslösen könnte. Da Bremsen größere Flugdistanzen zurücklegen können, werden die Insekten als potenzielle Eintragsquelle für das ASP-Virus in Schweinehaltungen diskutiert. Das könnte auch den Anstieg von ASP-Ausbrüchen in den Sommermonaten erklären.

Das Hessische Landwirtschaftsministerium appelliert daher an alle Schweinehalter:innen in ASP-Restriktionsgebieten, ihre Bestände insbesondere während der Sommermonate vorsorglich auch vor stechenden und blutsaugenden Insekten zu schützen. Daher ist im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten ein besonderes Augenmerk auf die Reduzierung der Brutstätten, die Minimierung der Eintragsquellen sowie die konsequente Bekämpfung mit geeigneten Maßnahmen zu legen.

Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die neunteilige Online-Seminarreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 4 befasst sich mit der Biosicherheit in Schweinebeständen.

Landwirtschaftsministerium Hessen

Bundesrat: Tierschutz muss weiterentwickelt werden

In seiner Sitzung am vergangenen Freitag (12.06.2026) hat sich der Bundesrat für eine Wiederaufnahme der Tierschutzreform ausgesprochen. Das Plenum sieht einen dringenden Handlungsbedarf bei verschiedenen Themen und fordert die Bundesregierung zur Überarbeitung der bestehenden Regelungen auf. Das Verfahren war im Jahr 2024 nach dem Ende der Ampel-Koalition ausgesetzt worden.

So begrüßen die Ländervertreter:innen zwar die geplante Einführung einer verpflichtenden Videoüberwachung in größeren Schlachthöfen, die Maßnahmen sind nach ihrer Sicht aber längst nicht ausreichend. Der Bundesrat fordert daher zusätzliche Maßnahmen bei Tierschutzkontrollen in Verarbeitungsbetrieben für tierische Nebenprodukte (VTN-Betriebe) sowie eine weitere Reduzierung nicht-kurativer Eingriffe.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte sieht in der Kameraüberwachung einen wichtigen Baustein zur Weiterentwicklung einer tierschutzgerechten Schlachtung, betrachtet die Neuregelung jedoch lediglich als einen ersten Schritt. Die Ministerin weist auf weiteren Handlungsbedarf unter anderem bei den Mindestanforderungen für die Putenhaltung hin. Eine Empfehlung des Agrarausschusses zum kürzlich ergangenen Putenhaltungs-Urteil hingegen fand im Plenum keine Mehrheit. Dieser wollte festhalten, dass ein erheblicher Teil der Nutztiere bislang nur unzureichend durch das Tierschutzrecht geschützt sei.

Geflügelnews

Bundeskabinett beschließt Lockerungen beim Umbau von Tierwohlställen

In der vergangenen Woche hat das Bundeskabinett beschlossen, den Umbau von Tierställen zu erleichtern, die vor 2013 errichtet worden sind. Ein entsprechender Gesetzentwurf hatte das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) vorgelegt. Demnach wird auch ein Wechsel der in dem Stall gehaltenen Tierart ermöglicht, sofern der Umbau die Haltungsbedingungen verbessert. Die neue Regelung soll ab 2027 greifen.

Gemäß der aktuellen Gesetzeslage dürfen Landwirt:innen ihre Ställe, die vor 2013 errichtet wurden, nicht umgebauen. Gemäß einer Rechtsänderung waren vor allem flächenarme Betriebe mit starker Tierhaltung im Außenbereich nicht mehr privilegiert.

„Wir machen den Stallumbau möglich, damit Tierwohl nicht am Genehmigungsrecht scheitert“, erklärt Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). „So stärken wir unsere Landwirtschaft und sichern Wertschöpfung im ländlichen Raum.“ Nach Information des BMLEH werden künftig zahlreiche unnötige Auflagen aufgehoben. Unter anderem entfällt die bisherige Vorgabe, dass der Umbau die höheren Haltungsstufen des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes erfüllen muss. Ab 2027 soll zudem ein Rück- und Neubau statt eines Stallumbaus erlaubt sein. Auch die Genehmigung von Biomasseanlagen im Außenbereich soll mit dem Gesetzentwurf erleichtert werden.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert außerdem, dass die laufenden Mehrkosten für die Tierwohlställe in den nächsten Jahren gefördert werden. Anlässlich der Haushaltsdebatte soll daher die Bundesregierung eine entsprechende zusätzliche Fördersumme aus dem Kernhaushalt auch für das Jahr 2027 für das Bundesprogramm Umbau Tierhaltung (BUT) bereitstellen.

BMLEH

Agrarheute

Großer ASP-Ausbruch in Polen in Grenznähe

Auch wenn die Afrikanische Schweinepest (ASP) gerade wenig in den Medien präsent ist, grassiert das Virus weiterhin in Deutschland und anderen europäischen Staaten. So auch in Polen. Dort ist das hoch ansteckende Virus am 18. Mai 2026 in einem Schweine haltenden Betrieb mit 21.390 Tieren in der Woiwodschaft Westpommern nachgewiesen worden. Dies ist der bislang zweitgrößte Ausbruch der ASP in Polen seit dem Nachweis des Virus im Land.

Der betroffene Betrieb liegt nur rund 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, weshalb die Behörden in Deutschland alamiert sind. In Polen gibt es damit seit 2014 insgesamt 571 Ausbrüche bei Hausschweinen. Auch bei den Wildschweinen bleibt die Lage angespannt. In 2026 lag die Zahl der bestätigten infizierten Wildschweinkadaver landesweit bei 1.241 Tieren (Stand: 20.5.2026).

Agrarheute

Wasserhygiene für Impferfolg bei ND wesentlich

Die Newcastle Disease (ND) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die aktuell nach 30 Jahren ohne Ausbrüche wieder in den Bundesländern Brandenburg und Bayern grassiert. Das Virus ist hochansteckend und ein Ausbruch hat drastische wirtschaftliche Folgen. Deshalb ist die Impfung gegen die Erkrankung, die in der Regel über das Trinkwasser erfolgt, eine Pflichtimpfung, die regelmäßig bei Hühnern und Puten durchzuführen ist. Geflügelhalter sind angehalten, den Impfschutz zu prüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Für einen erfolgreichen Impfschutz ist aber nicht allein die Impfstoffgabe, sondern auch das begleitende Hygienemanagement maßgeblich, weiß Carola Basmer, Fachberaterin Geflügel. „Wir sehen in Blutuntersuchungen immer wieder unzureichende Impftiter, trotz korrekt durchgeführter Impfmaßnahmen.“

Ein zentraler Schwachpunkt ist laut Basmer die Trinkwasserhygiene, genauer gesagt der Umgang mit Desinfektionsmitteln, da die meisten der erhältlichen Impfstoffe Lebendimpfstoffe sind, also lebende, wenn auch abgeschwächte Viren enthalten. Diese wiederum sind sehr empfindlich.

Viele Betriebe setzen zur Kontrolle von Biofilmen in den Tränkwassersystemen noch immer auf herkömmliche Chlorprodukte. Verbleiben vor der Impfung Chlorreste im Leitungssystem, kann dies zu einer Inaktivierung des Impfstoffes noch im Rohr führen. „Das Tier nimmt zwar Wasser auf, aber keinen wirksamen Impfstoff mehr. Im schlimmsten Fall bleibt der Impfschutz komplett aus“, weiß Basmer.

Um diesen ungewollten Effekt zu vermeiden, müssen die Desinfektionsmaßnahmen rechtzeitig vor der Impfung gestoppt und die Leitungen gründlich gespült werden. „Es reicht nicht, einfach nur den Dosierer abzustellen“, betont Basmer. „Das System muss wirklich frei von Rückständen sein.“ Neben der regelmäßigen und fachgerecht angewendeten Impfung spielen aber auch weitere Biosicherheitsmaßnahmen eine wichtige Rolle. „Biosicherheit ist kein bürokratischer Aufwand, sondern ein wirtschaftlicher Schutzschild für den Betrieb“, fasst Basmer zusammen. Gerade bei der Newcastle Disease zeigt sich, dass nicht die Impfung allein über den Erfolg entscheidet, sondern die Bedingungen, unter denen sie stattfindet.

DGS

Mahd und Wildtierschutz gehören zusammen!

Die Frühjahrsmahd steht an. Jedes Jahr sterben dadurch viele junge Wildtiere, da sie sich in den Wiesen verstecken. Häufig verhindert ihr angeborenes Schutzverhalten, dass sie nicht vor der Mähwerk davon laufen. Landwirt:innen sind daher verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren vor und während des Mähens zu ergreifen. Dazu gehören die Absprache mit dem Jagdpächter, damit vorher die Flächen abgesucht oder andere Maßnahmen zur Vergrämung der Tiere ergriffen werden können. Auch Wärmebilddrohnen können zum Einsatz kommen, deren Anschaffung gefördert wird. Auch technische Lösungen wie Infrarotsensoren gewinnen an Bedeutung.

Wichtig ist aber auch, zusätzlich die Mähstrategie zu optimieren. Das bedeutet, es sollte zwingend von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen gemäht werden. Dies ermöglicht es zumindest erwachsenen Wildtieren, in sichere Randbereiche zu flüchten.

DJV

Tierärzt:innen leisten wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit

Veterinärmediziner:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft. Darauf weist die österreichische Tierärztekammer anlässlich des am vergangenen Samstag begangenen World Veterinary Day hin.

Der Welttierärztetag hat das Ziel, die zentrale Rolle der Tierärzt:innen für Gesellschaft und öffentliche Gesundheit sichtbar zu machen. „Unsere Arbeit als Tierärzt:innen reicht weit über die medizinische Versorgung von Tieren hinaus: Wir sind Frühwarnsystem, Seuchenbekämpfer:innen und wirtschaftliche Stabilitätsfaktoren zugleich“, erklärt ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.

So leisten Tierärzt:innen einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten Landwirtschaft, unter anderem durch die Betreuung von Betrieben im Bereich Biosicherheitsmaßnahmen, was in Anbetracht grassierender Tierseuchen besonders bedeutsam sei, so Frühwirth.

„Wir Tierärzt:innen erkennen Entwicklungen frühzeitig und tragen entscheidend dazu bei, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten – zum Schutz von Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und letztlich auch der menschlichen Gesundheit“, betonte der ÖTK-Präsident. „Tierärzt:innen sichern nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch wirtschaftliche Existenzen. Tierärztliche Arbeit wirkt sich direkt auf Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion aus.“

ÖTK

ND-Impfung für alle Geflügelhaltungen verpflichtend

Brandenburg und Bayern verzeichnen immer wieder neue Ausbrüche der Newcastle Disease (ND). Von Polen und Tschechien hatte sich die Tierseuche bis über die deutsche Grenze hinweg ausgebreitet. Bislang mussten mehr als zwei Millionen Tiere allein in Brandenburg gekeult werden.

Neben großen Geflügelbetrieben sind auch Hobbyhaltungen von Ausbrüchen betroffen. Umso wichtiger sei die Impfung der Bestände, das beträfe sowohl gewerbliche als auch private Haltungen, sagt Thorsten Arnold, Fachtierarzt für Geflügel aus Ankum. Er appelliert dringend an alle Geflügelhalter:innen, den aktuellen Impfstatus umgehend zu prüfen und fehlende Impfungen schnellstmöglich nachholen. Arnold weist zudem darauf hin, dass die Impfung alle sechs Wochen wiederholt werden muss.

Da Impfstoffe meist nur in großen Mengen abgegeben wird, organisieren einige Tierarztpraxen und Geflügelvereine aktuell sogenannte Impftage, um den Impfstoff gemeinsam zu nutzen und in kleineren Mengen an mehrere Halter:innen verteilen zu können.

Sofern eine Anzeige beim zuständigen Veterinäramt und eine Dokumentation der Anwendung erfolgt sowie ein Impfplan erstellt wurde, dürfen Hobbyhalter:innen ihre Tiere selbst impfen – etwa über das Trinkwasser, als Spray oder per Augentropfen. Jedoch müsse der Bestand vor der Impfung klinisch untersucht werden, betont der Fachtierarzt. Denn nur gesunde Tiere dürften geimpft werden.

Neben der Impfung gewinne aber gerade jetzt auch die Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen an Bedeutung. Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.

Agrarheute

Dänemark steigt aus Ferkelkastration aus

Dänemark will die chirurgische Kastration von männlichen Saugferkeln bis Ende 2029 abschaffen. Gemäß einer vom dänischen Dachverband der Agrar- und Ernährungswirtschaft (Landbrug & Fødevarer) und der dänischen Regierung entwickelten Tierschutz-Initiative soll der Ausstieg schrittweise erfolgen. Die Schweinebranche steht nach Berichten des Verbandes hinter dem Kastrations-Ausstieg.

Für die Schweinehalter:innen in Deutschland bedeutet diese Maßnahme grundlegende Veränderungen. Da der skandinavische Nachbar bislang der Hauptlieferant für Importferkel darstellt, müssten sich die Mäster:innen spätestens ab dem Stichtag 1. Januar 2030 auf die Haltung von Jungebern bzw. mit Immunokastration behandelte Ferkel einstellen oder sich zeitnah neue Ferkellieferanten suchen.

Grundsätzlich hofft die dänische Schweinebranche, dass der Exportmarkt, einschließlich Deutschland, mit der neuen Tierschutz-Initiative mitziehen wird.

Agrarheute

Erst Parasitenbehandlung, dann Weideaustrieb

Im Frühjahr heißt es für viele Rinder endlich wieder hinaus auf die Weide. Vor dem Weideaustrieb sollten die Tiere aber noch gegen Parasiten behandelt werden, rät der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT). Eine betriebsindividuelle, gezielte und verantwortungsbewusste Strategie gegen Parasiten sei ein unverzichtbarer Baustein für dauerhaften Erfolg und gesunde Rinder.

Denn Tiergesundheit ist die Voraussetzung für das Wohlbefinden der Tiere, für die Erzeugung sicherer Lebensmittel und für eine ökonomische, nachhaltige und effiziente Produktion. Parasiten wie Würmer, Einzeller und Leberegel schwächen jedoch das Immunsystem, stressen die Tiere und führen oftmals zu langanhaltenden Leistungseinbußen.

Die Parasitenbehandlung zum Frühjahrsaustrieb ist – in Ergänzung zu einem angepassten Weidemanagement – eine der erfolgreichsten Maßnahmen in Rinder haltenden Betrieben. Der Fokus liegt in erster Linie auf Jungrindern sowie trächtigen Färsen. Die Parasitenbelastung lässt sich dadurch dauerhaft senken. Dabei richtet sich die Notwendigkeit von Bekämpfungsmaßnahmen auf der Weide nach der Besatzdichte, dem Jahresverlauf und der Beschaffenheit der Weide. Auch regionale Unterschiede sind zu beachten, wie zum Beispiel beim großen Leberegel. Regelmäßige Untersuchungen von Kotproben der Jungtiere, aber auch Tankmilchuntersuchungen, geben darüber Aufschluss und erleichtern die Wahl der richtigen Behandlungsstrategie.

Im Austausch mit der Tierärztin bzw. dem Tierarzt sollten Rinderhalter:innen prüfen, eine Parasitenbekämpfung zum Weideaustrieb in das betriebsindividuelle Konzept einzubeziehen, zumal wirksame Mittel und Behandlungskonzepte in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.

Zusätzlich sind weidehygienische Maßnahmen als Unterstützung der medikamentösen Bekämpfung aber unverzichtbar, ebenso wie die regelmäßige Reinigung und Desinfektion im Stall. Unter dem Begriff Biosicherheit sind alle Maßnahmen zusammengefasst, die dazu beitragen, die Kontamination der Tierbestände mit Krankheitserregern bzw. die Ausbreitung der Erreger, ausgehend von infizierten Tieren, zu verhindern. 

Die Initiativplattform GesundesKalbGesundeKuh.de bietet in kompakter Form einen Startpunkt, um tiefer in fachliche Empfehlungen unterschiedlicher Quellen einzutauchen. Neben dem Modul zur Parasitenkontrolle stehen Module zur Euter-, Kälber-, Stoffwechsel- und Klauengesundheit für Landwirte zur Verfügung. 

Mehr zum Thema Biosicherheit in Rinderbeständen finden bestandsbetreuende Tierärzt:innen in Form von Online-Fortbildungen bei Myvetlearn.de

Aufzeichnung des FLI-Webinars zur ND jetzt verfügbar

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat am 24. März 2026 anlässlich des anhaltenden Infektionsgeschehens bei der Newcastle-Krankheit (ND) und der Geflügelpest (HPAI) ein Webinar für Geflügelhaltende und Tierärzt:innen angeboten. Dieses war mit 1.000 Teilnehmenden ausgebucht. Nun steht die Aufzeichnung des Webinars online zur Verfügung.

Einige Fragen blieben trotz intensiver Frage und Antwort-Runde offen, diese werden noch beantwortet und baldmöglichst ebenfalls auf der Themenseite zur Newcastle-Krankheit zur Verfügung gestellt. Dort sind auch Antworten auf häufige, grundlegende Fragen (FAQ) sowie ein Merkblatt zu ND zu finden.

Biozid verantwortlich für massive Bienenverluste in der Schweiz

Wegen einer Häufung von Bienenverlusten in der Schweiz im Jahr 2025 hat der Bienengesundheitsdienst (BGD) sieben Bienenproben analysiert, die auf Vergiftungen hindeuteten. In einer der Proben konnten die Expert:innen eine schwere akute Vergiftung durch ein Biozid nachweisen, die auf dem Wirkstoff Thiamethoxam und dessen Abbauprodukt Clothianidin zurückzuführen ist. Die Vergiftungserscheinungen waren bei drei Bienenvölkern eines Imkers festgestellt worden, die zu einer hohen Sterblichkeit bei den Bienen geführt hat.

Diese Wirkstoffe sind laut Angaben des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) in sechs Biozidprodukten enthalten, die für die professionelle Insektenbekämpfung verwendet werden. Einige dieser Produkte dienen der Abwehr von Fliegen und enthalten Zucker als Lockstoff, der wiederum auch Bienen anlockt.

Auch wenn aktuell aufgrund des Wegfalls zahlreicher Insektizide kaum Vergiftungen bei Bienen nachgewiesen werden, empfiehlt Simon Gisler vom BGD, die Entwicklung dennoch im Auge zu behalten. Denn es gäbe eine hohe Nachfrage nach neuen Insektiziden, für die möglicherweise auch vereinfachte Zulassungen gelten, so Gisler.  

Nach Informationen des BGD konnte in vier Proben zudem eine außergewöhnlich hohe Virenbelastung festgestellt werden. Dass in mehreren Fällen auch schwarze, haarlose Bienen festgestellt wurden, lasse auf das Chronische Bienen-Paralyse-Virus (CBPV) schließen, so der BGD.  CBPV ist eine ansteckende Viruserkrankung bei adulten Honigbienen, die zu zitternden, flugunfähigen, schwarzen, haarlosen Bienen und massivem Totenfall vor dem Flugloch führt. 

Schweizerbauer

ASP bleibt globale Bedrohung für Schweinehaltung

Seit 2022 sind rund 2,44 Mio. Hausschweine aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) weltweit verendet oder wurden gekeult. Entsprechend bleibt die ASP ein zentrales Risiko für die globale Schweinehaltung.

Wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) angibt, sei Europa mit rund 1,63 Mio. Tieren, gefolgt von Asien (661.000), Afrika (136.000) und Amerika (Dominikanische Republik und Haiti) mit 9.400 Tieren am stärksten betroffen. Asien habe dabei mit 7.500 die meisten Ausbrüche, Europa mit 689.000 die höchsten Fallzahlen. Die Zahl der Ausbrüche bei Hausschweinen beträgt hier 5.360. Neben Hausschweinen waren und sind vor allem Wildschweine betroffen. Insgesamt wurden rund 46.600 Fälle registriert – nahezu vollständig in Europa.

Die WOAH empfiehlt konsequente Maßnahmen wie verbesserte Biosicherheit, funktionierende Frühwarn- und Meldesysteme sowie mehr Sensibilisierung entlang der Wertschöpfungskette. 

Agrarheute

Studie soll psychische Belastung in der Landwirtschaft untersuchen

Die psychische Belastung von Landwirt:innen nimmt merklich zu. Neben den wirtschaftlichen und klimatischen Unsicherheiten wachsen auch die persönliche Sorgen um die Existenz. Diese werden durch eine hohe Arbeitslast, wachsende Bürokratie sowie geringe Wertschätzung in der Gesellschaft verstärkt. Die Folge sind eine Häufung von Burn-Outs in der Branche und hohe Raten von Depressionen, Ängsten und Suizidgefährdung.

Um angemessene Hilfsangebote und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, hat sich die Agrarministerkonferenz (AMK) bei ihrem letzten Treffen am 20. März 2026 intensiv mit dem Thema befasst. Im Vorfeld hatte der Bund die Durchführung und die Finanzierung einer bundesweiten Datenerhebung zu Suizid und mentaler Gesundheit in der Landwirtschaft durch die AMK gefordert. Diese Daten sollen ein aktuelles Bild der Notlage sowie psychischen Belastungen der Landwirt:innen aufzeigen. 

Ein mündlicher Zwischenbericht soll bereits zur Konferenz im Herbst 2026 vorgelegt werden, zur Frühjahrs-AMK 2027 könnte ein schriftlicher Bericht folgen.

Topagrar

Einzeltierbehandlung kann den Antibiotikaeinsatz drastisch reduzieren

Absetzdurchfall bei Ferkeln zählt nach wie vor zu den wichtigsten Ursachen für den Einsatz von Antibiotika in der Schweinehaltung. Besonders in der sensiblen Phase des Absetzens – meist im Alter von drei bis vier Wochen – kommt es häufig zu Durchfällen. Ursache sind vor allem Stress durch die Trennung von der Sau, die Umstallung und Durchmischung von Würfen sowie die Umstellung von Milch auf festes Futter.

In der Praxis erfolgt die Behandlung häufig als Herdenmedikation über das Trinkwasser, sodass nicht nur erkrankte, sondern ganze Tiergruppen antibiotisch behandelt werden. Studien zeigen jedoch, dass tatsächlich nur ein sehr geringer Anteil der Tiere behandlungsbedürftig ist. Durchschnittlich bräuchte nur ein 1% der Tiere eine tägliche Antibiotikagabe. Leichtere Durchfälle seien überwiegend selbstlimitierend und heilen ohne antibiotische Therapie bei guten Tageszunahmen aus.

Untersuchungen belegen, dass durch eine gezielte Einzeltierbehandlung anstelle der routinemäßigen Gruppenmedikation der Antibiotikaeinsatz um bis zu 70–75 % reduziert werden kann, ohne negative Auswirkungen auf Tiergesundheit oder Wachstum zu haben. Voraussetzung dafür ist eine konsequente und sorgfältige Tierbeobachtung, um erkrankte Tiere frühzeitig zu erkennen.

Das bedeutet für die Bestandsbetreuung: eine differenzierte, indikationsgerechte Behandlung ist in Hinblick auf das Resistenzrisiko der Bestandsmedikation vorzuziehen.

Agrarheute

Impfquote gegen BTV unzureichend

Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass die Immunität der Wiederkäuerbestände gegen die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) derzeit unzureichend ist. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass nur ein kleiner Teil der Tiere geimpft ist: Bis Anfang März waren rund 18,8 % der Rinder geimpft, bei Schafen etwa 7 % und bei Ziegen lediglich rund 3 %. Diese Impfquoten reichen nach Einschätzung der Behörden nicht aus, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit wirksam zu begrenzen. Hierfür müsste der Immunisierungsgrad mindestens bei 50 % liegen.

Vor dem Hintergrund der derzeit niedrigen Impfquote appellieren die Behörden an Tierhalterinnen und Tierhalter sowie betreuende Tierärzte, empfängliche Tiere möglichst zeitnah gegen BTV-8 zu immunisieren, um die Bestände besser zu schützen und die Ausbreitung der Seuche zu begrenzen.

LUA

ND: weiterer Betrieb in Brandenburg betroffen

Die Newcastle Disease (ND) breitet sich immer weiter aus. So auch in Brandenburg. Dort sind im Landkreis Dahme-Spreewald weitere Fälle der ansteckenden Tierseuche aufgetreten, wie die Kreisverwaltung in Lübben mitteilte. Zuvor gab es in der ersten Märzwoche 2026 bereits einen Ausbruch in einem Geflügelbetrieb mit rund 84.000 Tieren in Zeesen in Bestensee.

Der betroffene Betrieb im Landkreis Dahme-Spreewald wurde den Angaben zufolge sofort gesperrt. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises habe die tierschutzgerechte Tötung im betroffenen Ausbruchsbestand des gesamten Betriebs angeordnet sowie eine Überwachungs- und Beobachtungszone um den Betrieb eingerichtet.

Weitere ND Ausbrüche gab es auch in verschiedenen bayerischen Landkreisen. Insgesamt mussten bereits rund 1,5 Millionen Stück Geflügel gekeult werden, um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern.

Der wirksamste Schutz für Geflügelbestände besteht in der gesetzlich vorgeschriebenen Schutzimpfung von Hühnern und Puten. Stichprobenartige Untersuchungen in Geflügelbetrieben unterschoiedlicher Bundesländer haben jedoch einen unzureichenden Immunisierungsgrad der Tiere aufgezeigt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausbrüche ist es daher dringend erforderlich, den Impfschutz in allen Hühner- und Putenhaltungen zeitnah zu überprüfen und ggf. entsprechend den Herstellerangaben aufzufrischen. um einen Schutz der Bestände zu gewährleisten.

Alle Halterinnen und Halter von Hühner- und Putenbeständen sollten zudem die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben konsequent umsetzen und bei Bedarf optimieren, um das Risiko einer Einschleppung hochkontagiöser Viruserkrankungen – insbesondere der Geflügelpest und der Newcastles Krankheit – zu minimieren.

Für Tierärzt:innen bietet Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung – Geflügelbestände an.

rbb24

ND: Weiterer Ausbruch in Brandenburg – neuer Verdachtsfall in Bayern

Als wären die Geflügelhalter mit der Aviären Influenza sowie steigenden Energiekosten nicht schon genug geplagt, breitet sich nun auch die Newcastle Disease (ND) immer weiter aus. Trotz einer bundesweiten Impfpflicht, ist das Virus nun bereits im dritten Betrieb aufgetreten – und zum zweiten Mal in Brandenburg. Betroffen ist ein großer Legehennenbetrieb im Landkreis Dahme-Spreewald mit rund 375.000 Tieren. Außerdem besteht  in demselben Betriebsgelände ein weiteren Verdachtsfall in angrenzenden Stallungen mit etwa 300.000 Tieren. Hier steht die amtliche Bestätigung aber noch aus.

Darüber hinaus gibt es auch in Bayern einen weiteren ND-Verdachtsfall. Hier ist ein Hähnchenmastbetrieb im Landkreis Mühldorf a. Inn betroffen. Die 30.000 Hähnchen wurden vorsorglich gekeult. Nun wenige Tage zuvor war das Virus in einem Legehennenbetrieb im Landkreis Erding (Bayern) festgestellt worden.

Agrarheute

Ausbruch der Newcastle Disease in Bayern

Nach Brandenburg gibt es nun auch in Bayern einen bestätigten Fall der Newcastle-Krankheit (ND) in einem Legehennenbestand im Landkreis Erding mit rund 40.000 Tieren. Diese müssen jetzt gekeult werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und andere Bestände zu schützen, drängen der Geflügelwirtschaftsverband und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf lückenlosen Impfschutz für Hühner und Puten (es besteht eine Impfpflicht) und verschärfte Biosicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört auch der Schutz der Betriebe vor betriebsfremden Personen sowie vor nicht betriebseigenen Materialien und Gerätschaften.

Geflügelhalter:innen sollten ihre Bestände auf eventuell bestehende Impflücken überprüfen. Die Tiere müssten über die gesamte Nutzungsdauer konsequent und lückenlos immunisiert werden. Außerdem müssten nun die Herden verstärkt auf Todesfälle und Leistungsdepressionen überwacht werden, um sofort handeln zu können. Bei ND handelt es sich um eine anzeigepflichtige und hoch ansteckende Tierseuche.

Bei Myvetlearn.de gibt es eine Online-Fortbildungsreihe für Tierärzt:innen zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung. Kurs 5 der Reihe hat Geflügelbestände im Fokus. Außerdem können Landwirt:innen bei VetMAB.de ein Modul zum Geflügelgesundheitsmanagement belegen.

Geflügelnews

Sonderpreis für besonderes Engagement für mehr Tierwohl

Besonderes Engagement für mehr Tierwohl lohnt sich. Das findet auch die Initiative Tierwohl (ITW). Sie zeichnet in diesem Jahr erstmals besonderes Tierwohlengagement mit dem Sonderpreis im Rahmen des renommierten CERES AWARD aus. Der Sonderpreis ist mit 2.500 Euro dotierten und würdigt die ITW Landwirtinnen und Landwirte, die über innovative und praxistaugliche Maßnahmen deutliche Verbesserungen für das Wohl ihrer Nutztiere erreichen.

Die Bewerbungsphase läuft vom 16. Februar bis 31. März 2026. Interessierte Geflügel- und Rindermäster sowie schweinehaltende Betriebe können in den Bewerbungsunterlagen für den CERES AWARD einfach das entsprechende Kästchen zum Sonderpreis markieren und zwei Zusatzfragen beantworten. Die Preisverleihung findet am 21. Oktober 2026 während der Nacht der Landwirtschaft statt.

Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen stehen unter ceresaward.de bereit.

Ausbruch der Newcastle Disease in Brandenburg

Im Landkreis Oder-Spree im Land Brandenburg ist in einem Putenmastbestand mit etwa 23.000 Tieren der Ausbruch der Newcastle-Krankheit (Newcastle Disease, ND) amtlich festgestellt worden. Zuvor war in einer Herde mit sechs Wochen alten Tieren eine erhöhte Sterblichkeit mit unspezifischen klinischen Symptomen beobachtet worden. In zwei älteren, wiederholt gegen ND geimpften Putenherden desselben Betriebs, wurden dagegen keine klinischen Anzeichen festgestellt. Typisch sind bei ND Legeleistungsabfall, Ödeme an Kopf und Kehllappen, respiratorische Störungen, Durchfall und nervöse Störungen. Der gesamte Betrieb mit insgesamt fünf Herden wurde am Folgetag geräumt.

Das Veterinäramt des Landkreises Oder-Spree wurde unverzüglich informiert. Es wurden entsprechende Proben genommen und untersucht. Der positive Befund wurde inzwischen vom nationalen Referenzlabor, dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), bestätigt.

Es wurden alle erforderlichen Maßnahmen mit einer Tierseuchenallgemeinverfügung angeordnet. Dazu gehören die tierschutzgerechte Tötung der Tiere sowie das Einrichten einer Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern und einer Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand.

In Deutschland besteht für Hühner und Truthühner, auch in Hobbyhaltungen, eine Impfpflicht gegen die Newcastle Disease. Entsprechend lange liegt der letzte Ausbruch der ND bei Hausgeflügel in Brandenburg zurück: 1996.

Auch der betroffene Ausbruchsbestand im Landkreis Oder-Spree wurde ordnungsgemäß geimpft. Allerdings war die Grundimmunisierung der Jungtiere noch nicht abgeschlossen, weshalb sich die Tiere mit dem ND-Virus infizieren konnten.

 Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

MLEUV Brandenburg

Sachsen-Anhalt meldet Tierschutzverstöße in jeder fünften Tierhaltung

In Sachsen-Anhalt haben behördliche Kontrolleur:innen im Jahr 2024 in mehr als 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe Verstöße festgestellt. Das geht aus dem gerade vorgelegten Tierschutzbericht des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes hervor. Wie das Ministerium mitteilt, ist die Gesamtzahl der Verstöße jedoch um 10,5 % zurückgegangen. Insgesamt wurden 2.190 Betriebe im Jahr 2024 kontrolliert. Die meisten Verstöße hätten die Kontrolleur:innen in Schweine-, Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltungen dokumentiert.

Neben der mangelhaften Versorgung und Behandlung kranker und verletzter Tiere hätten die Behörden auch bei der Futter- und Wasserversorgung, der Pflege und Unterbringung sowie bei der Verfügbarkeit von fähigem Personal Verstöße entdeckt. Bei 17 Kontrollen seien schwerwiegendste Verstöße festgestellt worden, so der Bericht. Gerichtliche Maßnahmen waren in zwölf Fällen nötig. Eine unzureichende finanzielle, personelle und räumliche Ausstattung der Betriebe sei hauptsächlich die Ursache für die schwerwiegendsten Verstöße gewesen.

„Tierschutz ist ein kontinuierlicher Prozess, der nur durch gemeinsames Engagement von Politik, Landwirtschaft, des Handels, aber auch jedes einzelnen Bürgers – erfolgreich sein kann“, erklärt Landwirtschaftsminister Michael Richter. „Es ist wichtig, dass wir in der Landwirtschaft innovative Lösungen fördern, die Tierschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden.“

MDR

Ministerium Sachsen-Anhalt

Pestizidrückstände in 70 Prozent der Böden nachgewiesen

Die Auswirkungen von Pestiziden auf die Biodiversität in Böden sind bislang kaum erforscht. In einer aktuellen Studie, der ersten Analyse dieses Umfangs überhaupt, konnten internationale Forschende belegen, dass Pestizidrückstände das Bodenleben massiv beeinflussen.

Die Wissenschaftler:innen aus zehn europäischen Forschungseinrichtungen untersuchten die Auswirkungen von 63 Pestiziden auf Bodenarchaeen, Bakterien, Pilze, Protisten, Nematoden, Arthropoden und wichtige funktionelle Gengruppen an 373 Standorten in Wald-, Gras- und Ackerlandschaften in 26 europäischen Ländern. An 70 % der Standorte wurden Pestizidrückstände nachgewiesen.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin“, sagt Studienleiter Prof. Marcel van der Heijden, dass der Einsatz von chemischen Präparaten „die natürliche Nährstoffversorgungsfunktion des betroffenen Bodens beeinträchtigt und zusätzliche Düngung erforderlich ist, um die Erträge aufrechtzuerhalten“, so der Forscher vom Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich. 

Während Insektizide nur eine untergeordnete Rolle spielten, standen Fungizide mengenmäßig an erster Stelle, gefolgt von Herbiziden. Am häufigsten konnten die Forschenden das Glyphosat-Abbauprodukt  Aminomethylphosphonsäure (AMPA) nachweisen.

Die Studie „Pestizidrückstände verändern die taxonomische und funktionelle Biodiversität in Böden“ zeigte „komplexe und weitreichende, nicht-zielbezogene Effekte auf die Bodenbiodiversität“. Die Forschenden fordern, dass die Effekte von Pestiziden und Wirkstoffen auf Bodenlebewesen wie Bakterien, Pilze, Nematoden und Gliederfüßer bei deren Zulassung stärker berücksichtigt werden müssen. Die Ergebnisse unterstreichen ihrer Meinung nach die Notwendigkeit, funktionale und taxonomische Merkmale in künftigen Methoden zur Risikobewertung zu integrieren. 

Agrarheute

Experten warnen vor Zusammenbruch der US-Landwirtschaft

Die US-amerikanische Landwirtschaft befindet sich trotz hoher staatlicher Zuschüsse in einem dramatischen Sinkflug. Wie aus dem aktuellen Februarbericht 2026 des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) hervorgeht, wird sich das Netto-Landwirtschaftseinkommen im laufenden Jahr um 0,7 % verringern. Als Folge der fehlenden Einnahmen verschulden sich immer mehr Landwirt:innen bzw. gehen in die Insolvenz. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters reichten die rekordverdächtigen staatlichen Zahlungen, die voraussichtlich fast 29 % des Gewinns der Erzeuger:innen ausmachen werden, nicht aus. Als Grund werden niedrige Erzeugerpreise und steigende Kosten genannt.

In einem offenen Brief haben ehemalige USDA-Beamt:innen sowie führende Vertreter:innen von Agrarverbänden nun vor einem Zusammenbruch der amerikanischen Landwirtschaft gewarnt. Darin wird die Bestürzung über den „Schaden, der den amerikanischen Landwirten zugefügt wurde“, zum Ausdruck gebracht. Es gebe zwar viele Gründe für die steigenden Insolvenzen in der Landwirtschaft und die sinkenden Gewinne, doch „es ist klar, dass die Maßnahmen der aktuellen Regierung, zusammen mit der Untätigkeit des Kongresses, die Kosten für Betriebsmittel erhöht, die ausländischen und inländischen Märkte gestört, der Landwirtschaft einen verlässlichen Arbeitskräftepool entzogen und wichtige Agrarforschung und -personal gekürzt haben“, heißt es weiter in dem Brief.

Um die sinkenden Erzeugerpreise und die hohen Betriebskosten abzufedern, sei nach Meinung der Verfasser:innen möglicherweise noch mehr staatliche Unterstützung nötig. Auch müsse verhindert werden, dass die Landwirt:innen sich weiter verschulden. Als Konsequenz fordern die Unterzeichner:innen, dass der Kongress die Zölle für den Agrarsektor senkt und die internationalen Märkte erweitert sowie ein neues Landwirtschaftsgesetz verabschiedet und die Finanzierung von Agrarforschung und -personal wiederherstellt.

„Unsere Landwirte und Viehzüchter können international konkurrenzfähig sein, aber nicht unter den gegebenen chaotischen politischen Bedingungen“, betont Jon Doggett, ehemaliger Geschäftsführer des US-amerikanischen Maiszüchterverbands (National Corn Growers Association).

Topagrar

Belgischer Rinderhalter wegen selbst durchgeführter Kaiserschnitte angeklagt

Ein pensionierter Landwirt aus dem belgischen Vielsalm steht aktuell vor dem Berufungsgericht in Lüttich, weil er eigenmächtig Kaiserschnitte bei seinen Kühen durchgeführt hat. Nach Informationen des Belgischen Rundfunks BRF habe der Tierhalter, der Rinder der Rasse „Blanc Bleu Belge“ züchtete, selbst zugegeben, mehr als hundert Geburten pro Jahr selbst begleitet zu haben, obwohl das Gesetz vorschreibe, dass solche Eingriffe ausschließlich von Tierärzt:innen vorgenommen werden dürfen.

Der Beklagte gab als Grund an, dass es einen Mangel an Tierärzt:innen in seiner Region gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe von 32.000 Euro. Die Verteidigung beantragt eine Strafaussetzung.

Kontrolleuer:innen der Lebensmittelagentur Afsca waren bereits im Jahr 2022 stutzig geworden, nachdem sie festgestellt hatten, dass deutlich mehr Kälber geboren wurden, als Kaiserschnitte durch einen Tierarzt abgerechnet waren und Rinder dieser Rasse nicht ohne Kaiserschnitt gebären können.

BRF 

Trendwende bei Milchpreisen in Sicht?

Die Ergebnisse der letzten drei Auktionen der globalen Handelsbörse GDT in 2026 lassen Milchviehhalter nach einer monatelangen Hängepartie bei niederigen Preisen nun auf die lang ersehnte Trendwende hoffen. Dank der steigenden globalen Nachfrage könnten die Preise rasch wieder anziehen. Der GDT-Index stieg am Dienstag um 6,7 Prozent – der höchste Anstieg seit März 2021.

Aktuell liegen die Auszahlungspreise der Molkereien an die Milchbauern teilweise noch unter 35 Cent je Liter, wodurch eine Kostendeckung bei den Landwirten nicht gegeben ist.

Bundesagrarminister Alois Rainer hat die Milchverbände daher für kommenden Mittwoch zu einem Milchgipfel in Berlin eingeladen. „Ich will nicht in die Preisgestaltung eingreifen“, sagte Rainer, „aber wenn Butter nur noch 99 Cent kostet, kann ich das nicht gut finden.“ Ein Thema dürfte auch die Diskussion um eine Risikoausgleichsrücklage sein, wie sie der Koalitionsvertrag vorsieht. Weiterhin dürfte es um eine Marktentlastung durch Lagerhaltung gehen, denn weniger Angebot an Butter, Käse oder Magermilchpulver könnte den Preisverfall bremsen. Ein Sprecher des Ministeriums warnte jedoch vor zu hohen Erwartungen.

Neues Positionspapier zu Tiergesundheit und Tierwohl von Kälbern

Kälber haben besonders in ihren ersten Lebenswochen ein hohes Erkrankungsrisiko. Um dieses zu verringern und einen guten Grundstein für das Immunsystem, den Stoffwechsel und das Verhalten zu legen, ist in dieser wichtigen Phase neben geeigneten Haltungsbedingungen und frühen sozialen Kontakten besonders die frühzeitige und ausreichende Kolostrum- und Milchversorgung von Bedeutung.

Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) hat ein neues Positionspapier zur tiergerechten Kälberaufzucht erarbeitet. Darin weisen die Wissenschaftler:innen auf die Relevanz der ad-libitum-Milchversorgung, einer frühzeitigen Gruppenhaltung sowie auf die Bedeutung der kuhgebundenen Kälberaufzucht hin. Ein weiterer Fokus des Positionspapiers liegt in der Einordnung der aktuellen gesetzlichen Vorgaben sowie der Gegenüberstellung der weitergehenden wissenschaftlichen Empfehlungen, unter anderem der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

„Eine tiergerechte Kälberaufzucht ist keine optionale Zusatzleistung, sondern eine Investition in Tiergesundheit, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz der Milchviehhaltung“, betonen die Autor:innen. Die empfohlenen Maßnahmen würden sich langfristig durch robustere, gesündere Tiere auszahlen, auch wenn der Aufwand zu Beginn höher sei.

Unter dem Titel „Tiergerechte Aufzucht von Kälbern – Herausforderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen für die Praxis“ stellt das Positionspapier die wesentlichen Stellschrauben für Tiergesundheit und Tierwohl bereit und formuliert konkrete Empfehlungen für Landwirtschaft, Beratung und Politik.

FBN

Amsterdam verbietet Werbung für klimaschädliche Produkte

Als erste europäische Hauptstadt hat Amsterdam das Verbot für die öffentliche Werbung für Fleisch verkündet. Demnach verbietet die Stadt ab dem 1. Mai 2026 Werbung im öffentlichen Raum für Produkte, die nachweislich zur Klimakrise beitragen. Neben Fleisch betrifft das auch die Bewerbung von Flugreisen, Kreuzfahrten und Dieselautos auf Plakatwänden sowie Werbeflächen im öffentlichen Nahverkehr. Auf privaten Flächen und in Online-Kanälen gilt das Verbot, mit dem die Stadt ihre Bemühungen für mehr Klimaschutz verschärfen möchte, allerdings nicht.

Mit diesem Beschluss folgt der Stadtrat den Vorschlägen der beiden Parteien GroenLinks und der Partij voor de Dieren. Scharfe Kritik kommt von Seiten der Landwirt:innen. Sowohl die Werbebranche als auch verschiedene Wirtschaftsverbände werfen Amsterdam zudem vor, das Verbot schreibe den Menschen vor, was sie konsumieren sollten. Gegner:innen argumentieren zudem mit vertraglichen Risiken, da Werbeflächen langfristig vergeben sind. Laut der Interessengemeinschaft Wild beim Wild produziere ein Werbeverbot nicht direkt weniger Tierleid, aber es verändere die kulturelle Präsenz und Legitimation von tierlicher Nutzung im öffentlichen Raum.

In anderen niederländischen Städten, wie Den Haag, Delft und Nimwegen, gilt bereits ein solches Werbeverbot für Fleisch.

Agrarheute

Betäubungsloses Enthornung von Kälbern in Niedersachsen weiterhin untersagt

Niedersachsen hält an dem Verbot einer betäubungslosen Enthornung von Kälbern fest. Auch Kälber, die jünger als 6 Wochen sind, müssen für die Enthornung ein Beruhigungsmittel und ein mindestens 24 Stunden wirksames Schmerzmittel verabreicht bekommen. Diese Praxis hat Niedersachsen in einem neuen Erlass bekräftigt und präzisiert.

Der Erlass ist im Ministerialblatt abrufbar. Darin wird auch die Anforderungen an die Sachkunde der durchführenden Person konkretisiert. Demnach kann für Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Ausbildungsberuf Landwirt:in, die ihre Ausbildung auf einem rinderhaltenden Betrieb absolviert haben, auf dem Kälber enthornt wurden, sowie im Ausbildungsberuf Tierwirt:in Fachrichtung Rinderhaltung davon ausgegangen werden, dass diese über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Alle anderen Personen müssen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten der zuständigen Behörde auf Verlangen nachweisen. Beispielsweise durch Bescheinigungen über eine entsprechend fachkundige Unterweisung durch einen Tierarzt bzw. Tierärztin.

Hintergrund des Erlasses ist, dass es in Deutschland grundsätzlich zulässig ist, die Hornanlagen bei Kälbern bis zu einem Alter von 6 Wochen ohne Betäubung zu veröden. Grundlage dafür ist Paragraph 6 des Tierschutzgesetzes in Verbindung mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Der Gesetzgeber erlaubt diese tierschutzrechtliche Ausnahme, wenn der Eingriff fachgerecht durchgeführt wird und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern. Niedersachsen nutzt somit den rechtlichen Spielraum, um Detailanforderungen und Bedingungen zu präzisieren. Ab einem Alter von sechs Wochen ist das Enthornen in diesem Bundesland nur noch unter Betäubung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erlaubt. Ministerin Staudte spricht sich dafür aus, die geplante Änderung des Bundestierschutzgesetzes aus der letzten Wahlperiode wieder aufzugreifen, die ohne Altersgrenze die Enthornung bei Rindern mit Betäubung vorsah.

Landwirtschaftsministerium Niedersachsen

Antikörper gegen HPAI bei Kuh in Europa nachgewiesen

Seit Frühjahr 2024 breitet sich das Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 unter Milchkühen in den USA aus. Betroffen sind viele hundert Betriebe in zahlreichen US-Bundesstaaten.

Nun wurden erstmals bei einer Kuh in Europa Antikörper gegen das Virus nachgewiesen. Auf einem Betrieb in den Niederlanden hatte die niederländische Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (NVWA) umfassend Milchproben von Tieren der Milchkuhherde genommen, nachdem der behandelnde Tierarzt bei einer Katze des Hofes die Geflügelpest festgestellt hatte. Die Proben wurden im Wageningen Bioveterinary Research (WBVR) untersucht. Bei einer der Milchkühe konnte zwar das Virus nicht nachgewiesen werden, jedoch fanden die Forschenden Antikörper dagegen. Das bedeutet, dass das Tier vorher mit H5N1 infiziert worden war. Nachforschungen der NVWA ergaben, dass die Kuh Mitte Dezember Symptome gezeigt, die für eine HPAI-Infektion sprechen. Das Tier ist inzwischen wieder frei von Symptomen.

Bei keiner der getesteten Kühe wurde das Virus H5N1 nachgewiesen. Die Suche nach Antikörpern dauert noch länger. Diese Untersuchungen nehmen mehr Zeit in Anspruch. Die Ergebnisse werden im Laufe der Woche erwartet. Bis dahin gelten für den Betrieb restriktive Maßnahmen.

Universität Wageningen

One-Health-Ansatz essentiell zur Bekämpfung von Zoonosen aus dem Stall

Die Kälberflechte ist eine Zoonose, das heißt, die Infektionskrankheit kann von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Erkrankte Menschen zeigen Symptome wie kreisrunde rötliche Flecken und einen starken Juckreiz. Die Zahl der Zoonosen nimmt weltweit zu. Rinder, Schafe und Ziegen als Lebensmittel liefernde Nutztiere sind dabei häufig Erregerträger, wobei die Wiederkäuer selbst keine sichtbaren Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Die Tiere scheiden Krankheitserreger häufig völlig symptomlos aus.

Um Übertragungen auf den Menschen zu vermeiden, müssen die Risiken auf dem Betrieb frühzeitig erkannt werden. Risken der Übertragung bestehen bei direktem Kontakt zu Tieren sowie zu Ausscheidungen, Geburtsmaterial oder kontaminiertem Stallstaub. Eine Infektion ist auch möglich durch den Verzehr von Rohmilch, Rohmilchkäse oder unzureichend erhitztem Fleisch, durch verunreinigtes Wasser oder Boden bzw. durch Vektoren wie Zecken oder Mücken. Eine zoonotische Erkrankung kann Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu schweren systemischen Infektionen nach sich ziehen. 

Bakterielle Zoonosen, wie Q-Fieber, Brucellose, STEC/EHEC, Salmonellen und Campylobacter werden am häufigsten gemeldet. Viele von ihnen stehen direkt oder indirekt mit Wiederkäuern in Verbindung. Zudem treten auch immer wieder virale oder parasitäre Zoonosen auf. Pilzinfektionen oder Prionenerkrankungen sind eher selten, dafür aber folgenschwer.

Effektive Prävention, wie ein umfassendes Tiergesundheitsmonitoring, Lebensmittelüberwachung, ein Umwelt- und Aerosolmonitoring sowie humanmedizinische Überwachung sind essentiell bei der Früherkennung und Bekämpfung von Zoonosen. Diese lassen sich nur wirksam kontrollieren, wenn Veterinärmedizin, Humanmedizin und Umweltwissenschaft eng zusammenarbeiten. Ein integrierter One-Health-Ansatz ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu erkennen, Infektionswege nachzuvollziehen und Ausbreitungen effektiv einzudämmen.

Ceva Tiergesundheit

Geflügelpestgeschehen in Niedersachsen lässt Landwirt:innen verzweifeln

Mehr als die Hälfte der deutschen Masthühner werden in Niedersachsen gehalten, dazu kommt eine hohe Konzentration an Puten haltenden Betrieben. Das Bundesland hat seit vergangenem Herbst massiv unter der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest) zu leiden. Schon die Bilanz des Tierseucheninformationssystems (TSIS) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für 2025 fiel dramatisch aus: seit dem 15. Oktober 2025 wurden bis zum 29.12.2025 93 Geflügelpestausbrüche bei Hausgeflügel nachgewiesen, davon 59 in Putenhaltungen. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr mehr als 1,7 Millionen Tiere aus Seuchenschutzgründen getötet werden.

Auch in 2026 gab es bereits die ersten HPAI-Ausbrüche. Betroffen waren unter anderem 10.500 Mastputen im Landkreis Oldenburg sowie 12.400 Entenküken im geflügelstarken Landkreis Cloppenburg. In dem Entenbetrieb war der hochansteckende Erreger H5N1 nachgewiesen worden.

Die Landwirt:innen sind aufgrund des anhaltenden Seuchengeschehens verzweifelt, denn noch nie mussten in Niedersachsen so viele Tiere auf Grund der Geflügelpest getötet werden, wie im vergangenen Jahr. In dem geflügelstärksten Bundesland werden mehr als 100 Millionen Stück Geflügel gehalten. Als Konsequenz fordert Landvolk Niedersachsen einen raschen Bürokratieabbau sowie den Stallbau in weniger dichten Regionen, um das Ausbruchsgeschehen in Zukunft zu minimieren. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir wieder mehr Ställe in Regionen bauen dürften, wo die Nutztierhaltung weniger dicht ist“, erklärt Landvolk-Präsident Holger Hennies. Solche Vorhaben würden derzeit jedoch kaum genehmigt. „Gerade von den Hähnchenmästern weiß ich, dass sie händeringend neue Ställe bauen wollen, und die bekommen sie gerade im Osten Niedersachsens fast nicht genehmigt“, betont Hennies. Das Bau- und Immissionsschutzrecht müsse wieder so „schlank“ werden, dass der Bau von Ställen wieder möglich werde, fordert Hennies.

Einer der Hauptgründe für die dramatische Zahl an Tierverlusten sei die hohe Tierdichte in zahlreichen Regionen, so Hennies. Dort steige die statistische Wahrscheinlichkeit eines Seuchenfalles. Perspektivisch hält Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte es für notwendig, dass es in einigen Regionen eine geringere Besatzdichte bei Geflügelhaltungen gebe. Die Ministerin sieht außerdem bei den Sicherheitsmaßnahmen auf den Betrieben gegen ein Einschleppen des Virus noch Verbesserungsmöglichkeiten. 

Agrarheute

NDR

Geflügelnews

bpt für schnelleren Bürokratie-Abbau

Am vergangenen Freitag (16.01.2026) ist die Jubiläumsausgabe der Grünen Woche in Berlin an den Start gegangen. Noch bis zum 25. Januar feiert die in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau führende internationale Veranstaltung ihren 100. Geburtstag.

Traditionell hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) kurz vor der offiziellen Eröffnung zum Neujahrsempfang geladen. In seiner Begrüßungsrede wies bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder auf die große Bedeutung des Schutzes von Lebensmittelketten hin. Sowohl für die nationale Sicherheit als auch für die Volkswirtschaft habe die Tiergesundheit – sowohl in der Lebensmittelproduktion und -sicherheit als auch für Haustiere und ihre Besitzer- eine große Relevanz, so Moder. Der bpt-Präsident appellierte daher an die anwesenden Zuhörer:innen, u.a. Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leiter der Abteilung 3 „Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit“ im BMLEH und den für Tiergesundheit zuständigen Berichterstatter der CDU-Bundestagsfraktion, MdB Dieter Stier, neben der Gesundheit des Menschen auch die Tiergesundheit als kritische Infrastruktur zu betrachten und in die Krisenprävention einzubeziehen.

In seiner Rede wies Moder zudem auf die in diesem Jahr anstehende GOT-Evaluierung hin. Die mit der GOT angestrebte Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes durch die damalige Ampel-Regierung hat für günstigere Arbeitsbedingungen und für eine Stabilisierung einer flächendeckenden Notdienstversorgung geführt. Daher dürfe die GOT auf keinen Fall, wie aktuell von einigen politischen Parteien diskutiert, abgeschafft werden. Die GOT verhindere eine Preisexplosion, insbesondere in den Regionen mit einer geringen Tierärztedichte.

In seiner Begrüßungsrede forderte Moder ebenso wie auf der Veranstaltung Tier.Zeit.Dialog auf der Grünen Woche am Donnerstag (22.1.2026) erneuerte den Abbau überflüssiger Bürokratie. Hier ginge es nicht schnell genug und verwies erneut auf die vom bpt an den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer überreichten 10-Punkte-Plan im vergangenen Sommer.

bpt

Großbritannien bringt neue Tierwohlstrategie ins Parlament ein

Großbritannien möchte durch eine neue Strategie das Tierwohl verbessern. Dazu hat das britische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) seine Tierwohlstrategie kurz vor Weihnachten noch ins Parlament eingebracht. Demnach soll die Käfighaltung von Legehennen, das Töten von Eintagsküken, die Verwendung von Ferkelschutzkörben und die Schlachtung ohne Betäubung mit Kohlendioxid verboten werden. Dies seien „unerlässliche“ Reformen, so Ressortchefin Emma Reynolds und wies darauf hin, dass der Trend im Legehennensektor bereits jetzt hin zu Freiland- und Stallhaltungssystemen gehe und entsprechende Programme vom Staat unterstützt würden.

Dagegen kämen in der britischen Schweineerzeugung mehrheitlich noch Stallhaltungssysteme mit Abferkelbuchten mit Ferkelschutzkörben zum Einsatz. Lediglich etwa 8 % seien bereits auf alternative Abferkelanlagen umgestellt worden. Die Regierung möchte die Nutzung von alternativen Abferkelsystemen vorantreiben.

Weiterhin sollen die Landwirt:innen „ermutigt“ werden, die seit 2007 bestehenden Ausnahmen im Tierschutzgesetz zum Kupieren der Schwänze von Schweinen, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen, die Kastration bzw. das Kupieren der Schwänze von Lämmern nicht mehr routinemäßig anzuwenden. Um dieses Ziel zu erreichen, will das Ministerium mit der Branche und den Tierärzt:innen kooperieren.

Topagrar

LSD-Impfung nach neuen Nachweisen in Frankreich verstärkt

In dem französischen Département Ariège, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Spanien entfernt, sind direkt zu Jahresbeginn zwei Fälle von Lumpy-Skin-Disease (LSD) bestätigt worden. Ein Grund mehr für die Behörden der beiden Nachbarländer, die Impfung gegen die Rinderkrankheit voranzutreiben.

Aktuell sehen die französischen sowie spanischen Impfkampagnen vor, 1,5 Millionen Rinder in deren Grenzgebiet zu impfen. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, sind unter anderem auch Studierende der Veterinärmedizin, Freiwillige sowie Militärtierärzt:innen im Einsatz. Nach Informationen des Landwirtschaftsministeriums in Paris nähert sich der Impfkorridor, der die weitere Ausbreitung der Rinderseuche im Südwesten des Landes stoppen soll, seiner Vollendung. Insgesamt sollen hier , auch wegen der neuesten Nachweise, 750.000 Tiere bis Ende Januar 2026 geimpft werden.

Auch in Spanien werden die Impfungen intensiviert, wie das spanische Landwirtschaftsministerium mitteilte. In Nordspanien werden demnach rund 590.000 weitere Rinder auf mehr als 6.800 Betrieben angesichts der aktuellen LSD-Ausbrüche im Grenzbereich geimpft werden. Hinzu kommen 152.895 Tiere auf 2.000 Betrieben, die bereits in den Schutzzonen selbst geimpft wurden. Seit Oktober 2025 hat die Provinz Girona insgesamt 17 Infektionen gemeldet.

Topagrar

Raiffeisen

Überflutungen in Australien kosten rund 20.000 Rindern das Leben

Weltweit nehmen die Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels stark zu. Erst kürzlich kam es in Australien im Nordwesten des Bundesstaates Queensland zu starken Überschwemmungen. Dabei haben die betroffenen Landwirte mehr als 19.000 Rinder verloren, die entweder ums Leben kamen oder vermisst sind. Es wird davon ausgegangen, dass die Verluste mit dem Rückgang des Hochwassers noch weiter ansteigen werden. Neben Tierverlusten sind auch viele Zäune kaputt gegangen. 

Die Nutztiere, die gerettet werden oder sich retten konnten, werden aktuell per Hubschrauber über die Luft mit Futter versorgt.

Agrarheute

Kälber gesund durch die kalte Jahreszeit bringen

Der Winter hat mit eiskalten Temperaturen und vielerorts auch Schnee in Deutschland Einzug gehalten. In dieser Jahreszeit ist es von besonderer Bedeutung, dass Kälbern viel Aufmerksamkeit bekommt, denn die kalten Monate können schnell kritisch werden. Um Kältestress zu vermeiden, sollten die Landwirt:innen darauf achten, die Jungtiere besonders in den ersten 3-4 Wochen trocken und warm zu halten. Dazu eignen sich ausreichend frisches Stroh und gegebenenfalls Kälberdecken, wie Agrarheute schreibt.

Zudem können Impfungen nicht nur vor Kälbergrippe und Bronchopneumonien schützen, sondern sie steigern auch die Widerstandsfähigkeit. Eine intranasale Vakzination ist bereits ab dem neunten Lebenstag möglich. Außerdem bietet die Muttertierimpfung gegen Rota-, Corona- und E.-coli-Viren einen zusätzlichen Schutz vor Durchfall.

Neben besonderer Sauberkeit und Hygiene sollten Landwirt:innen auch für eine gute Luftqualität im Kälberstall sorgen sowie an eine Anpassung des Tränke- und Futtermanagements denken. Sonst könnte die körperliche Entwicklung des Kalbes gestört werden. Außerdem könnten die Jungtiere anfälliger für Infektionen sein.

Weiterhin können Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) zusätzlich dafür sorgen, drohende Gesundheitsgefahren für Kälber rechtzeitig zu erkennen. So bieten die Hersteller mittlerweile Monitoring-Ohrmarken speziell für Kälber an, die Ohrtemperatur, Aktivität oder Wiederkau- und Fressverhalten überwachen und bei Auffälligkeiten Alarm auslösen.

Agrarheute

Strukturwandel in der Landwirtschaft wirkt sich negativ auf Selbstversorgungsgrad aus

Der Strukturwandel bei der tierischen Erzeugung hat sich in den vergangenen Jahren in der EU beschleunigt. Die erzeugten Fleischmengen sind in der EU deutlich rückläufig – einzige Ausnahme ist die Erzeugung von Geflügelfleisch (+ 5,6 %). Gleichzeitig stieg der Verbrauch in der EU um 2,6 % an, weshalb der Selbstversorgungsgrad der EU bei Fleisch stark zurückgegangen ist. Bei Milchprodukten ist der EU–Selbstversorgungsgrad ebenfalls kleiner geworden, aber nicht so stark. Der Selbstversorgungsgrad stellt das Verhältnis inländischer Erzeugung zum inländischen Verbrauch dar.

Zwischen 2010 und 2020 verringerte sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU – von 12,1 auf 9,1 Mio., das entspricht einem Rückgang um 25 %. Besonders stark ging die Zahl kleiner Betriebe zurück, die weniger als 5 ha Fläche landwirtschaftlich nutzten. Obgleich sie in diesem Jahrzehnt um knapp ein Drittel zurückging, machen die kleinen Betriebe immer noch 64 % aller landwirtschaftlichen Betriebe der EU aus.  

Aus dem Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) geht hervor, dass vor allem Deutschland überdurchschnittlich stark für den Rückgang der Nahrungsmittelversorgung in der EU verantwortlich ist. Im Zehnjahresvergleich hat Deutschland in allen wichtigen Produktbereichen mit Ausnahme von Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Zucker und Eiern zum Teil erhebliche Anteile an der EU–Agrarerzeugung verloren.

Topagrar

Tierhaltungskennzeichnungspflicht auf 2027 verschoben

Der Start des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes ist erneut verschoben worden. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) hatte die Einführung der Kennzeichnungspflicht bereits kurz nach seinem Amtsantritt auf Anfang März 2026 verlegt. Nun haben sich Union und SPD auf eine erneute Verschiebung geeinigt. Der voraussichtliche Start ist nun für den 1. Januar 2027 vorgesehen.

Eine Pflicht zur Verwendung der Tierhaltungskennzeichnung ab dem 1. März 2026 würde zu Unsicherheiten in der Branche und bei den betroffenen Akteuren führen, heißt es auf der Seite des Deutschen Bundestages. Daher sei eine Verschiebung dieses Stichtags geboten.

Die verlängerte Vorbereitungszeit solle genutzt werden, um das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz „besser, verständlicher und praxistauglicher“ zu machen, so der SPD-Tierschutzbeauftragte Jens Behrens, der verlässliche Regeln für landwirtschaftliche Betriebe und mehr Transparenz für Verbraucher:innen verspricht. 

Ab dem 1. Juli 2027 wird nach den Plänen der Bundesregierung auch die Kennzeichnung in Restaurants verpflichtend sein. Weitere Verbesserungen betreffen auch die Sauenhaltung und Ferkelaufzucht, die mindestens ab der Stufe „Frischluftstall“ berücksichtigt werden sollen.

Der Entwurf soll am heutigen Donnerstagabend (18.12.2025) in erster Lesung im Bundestag debattiert und anschließend dem federführenden Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur weiteren Beratung überwiesen werden.

Agrarheute

Ungarn fordert Maßnahmen zur Stabilisierung des Milchmarktes

In der vergangenen Woche sind die Agrarminister:innen der 27 EU-Staaten in Brüssel zusammengekommen, um über die Zukunft der EU-Agrarpolitik zu beraten. Im Rahmen des Treffens hat Ungarns Landwirtschaftsminister István Nagy die Aktivierung der privaten Lagerhaltung (PLH) für Milchprodukte zur Marktstabilisierung gefordert. Der Minister erklärte, dass laut seiner Analyse eine steigende Produktion und dadurch fallende Rohmilchpreise auf einen sinkenden Konsum sowie einen schwächelnden Export träfe.

Im Oktober 2025 war der Spotpreis für Magermilch in der EU um 12% und für Vollmilch um 11% gefallen, weitere Rückgänge werden befürchtet. Ähnliche Rückgänge werden auch für Käse (28% günstiger als vor einem Jahr), Butter (-34%) und Sahne (-39%) verzeichnet.

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen geht ebenso wie die ungarische Regierung von einem weiteren Abfall der Milchpreise aus. „Wir erleben eine deutliche Preiskorrektur bei bestimmten Milchprodukten, insbesondere bei Butter und Milchpulver.“ Er sicherte vor diesem Hintergrund zu, die Marktentwicklung im Milchsektor genauestens im Auge zu behalten. Während Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Rumänien, Kroatien, Bulgarien und die Slowakei die Forderung Ungarns teilen, hat die deutsche Delegation zu dem Thema keine Stellung bezogen.

Schweizerbauer

Neue Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheits- und Tierschutzstandards auf Rinderbetrieben

Mit dem Start des neuen Jahres werden für Rinderbetriebe einige Änderungen in Kraft treten. Unter anderem sind Rinderhalter:innen ab dem 1. Januar 2026 verpflichtet, eine individuelle Risikobewertung der Biosicherheit ihres Betriebs vorzunehmen, über die ab dem 1. Juli 2026 im QS-Audit ein Nachweis erbracht werden muss. Kostenlose Online-Risikoampeln sollen die Tierhalter:innen dabei unterstützen, eine einfache und praxisorientierte Einschätzung zu erhalten. Das Ziel dieser Maßnahme ist die Prävention von Krankheiten, sie soll aber auch einer verbesserten Hygiene dienen.

Im Rahmen der Initiative Tierwohl (ITW) müssen Milchviehhalter:innen ihren Tieren ab Januar 2025 Zugang zum Außenklima ermöglichen. Bei einer jährlichen Eigenkontrolle soll zudem überprüft werden, ob alle Anforderungen des Tierschutzlabels „Für Mehr Tierschutz“ erfüllt werden. Diese Änderungen sollen den Tierschutz weiter verbessern und die Tierhaltung auf den Betrieben optimieren.

Agrarheute

Schaf- und Ziegenpocken belasten griechische Landwirt:innen

Die Pockenkrankheit bei Schafen und Ziegen (Schaf- und Ziegenpocken) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die durch Capripoxviren hervorgerufen wird. In Griechenland breitet sich die Krankheit nach dem ersten Ausbruch im Sommer 2024 immer weiter aus. Grund dafür sind nach Informationen des griechischen Ministeriums für ländliche Entwicklung der nachlässige Umgang mit den erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen einzelner Tierhalter:innen. Die strenge Einhaltung der Maßnahmen sei jedoch elementar, um die weitere Ausbreitung der hochansteckenden Krankheit einzudämmen.  

Die Produktion von griechischem Feta aus Schaf- und Ziegenmilch gerät aktuell durch die von der Regierung angeordneten Massenkeulungen ganzer Herden ins Stocken, was zu Engpässen führen könnte. Rund 430.000 Schafe und Ziegen mussten im vergangenen Jahr bereits getötet werden. Die Fetaproduktion ist ein wichtiger Bestandteil der griechischen Wirtschaft. In 2024 wurden Exporterlöse in Höhe von 785 Mio. Euro erreicht.

Griechische Landwirt:innen erleiden nicht nur finanzielle Einbußen durch den Verlust ihrer Schafe und Ziegen, sondern verlieren auch erhebliche Einnahmen aus dem Verkauf von griechischem Feta.

Trotz anfänglicher Erfolge bei den Bekämpfungsmaßnahmen hätten Nachlässigkeiten bei den Biosicherheitsmaßnahmen in den vergangenen Monaten zu einem sprunghaften Anstieg der Fallzahlen geführt, heißt es seitens der Ministeriums. Schaf- und Ziegenhalter:innen sind nun aufgefordert, ihre Tiere täglich auf Krusten, Geschwüre oder Risse zu untersuchen und diese den Behörden zu melden, falls sie bei mehr als einem Schaf oder einer Ziege auftreten.

Die 9-teilige Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de vermittelt Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten. Kurs 9 behandelt die Biosicherheit von Schafen und Ziegen. Außerdem bietet Myvetlearn.de ab dem 1.1.2026 wieder eine Online-Fortbildung für Tierärzt:innen zum Thema Die Ziege als Patient an.

Topagrar

Spaniens Schweinefleischexport durch ASP-Ausbruch bedroht

Spanien ist mit rund fünf Millionen Tonnen jährlich der größte Schweinefleischproduzent der EU, im weltweiten Vergleich produzieren nur China und die USA mehr Schweinefleisch pro Jahr.

Während sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) in zahlreichen Nachbarländern seit teilweise mehr als fünf Jahren ausgebreitet hat, war Spanien bislang von ASP-Ausbrüchen verschont geblieben. Ende November 2025 jedoch wurden in der Gemeinde Bellaterra (Region Barcelona) erstmals zwei verendete Wildschweine positiv auf die Tierseuche getestet. Nach Informationen des spanischen Landwirtschaftsministeriums wurde das Virus inzwischen bei insgesamt neun Wildschweinen in Katalonien nachgewiesen.

Auch wenn aktuell noch keine Schweinebetriebe in Spanien von ASP-Ausbrüchen betroffen sind, wie der zuständige Minister Luis Planas bekanntgab, sind schon jetzt Exporte in Milliardenhöhe bedroht. 20 Länder, darunter Kanada, Japan, Brasilien und Mexiko, haben den Import von spanischem Schweinefleisch bereits untersagt.

Vermutet wird, dass sich die Wildschweine im Naturpark Collserola durch achtlos entsorgte Essensreste mit der hochansteckenden Tierseuche infiziert haben. Endgültig bestätigt wurde das bislang aber noch nicht. Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, wurde der Fundort im Umkreis von 20 Kilometern abgeriegelt. Zudem sind mehr als 400 Personen im Einsatz, um weitere infizierte Tiere zu finden. Das Militär und der Zivilschutzes unterstützen dabei mit Drohnen und Spürhunden. „Wir arbeiten mit Hochdruck und Entschlossenheit daran, das Virus auszurotten“, versicherte Minister Planas Mitte der vergangenen Woche.

Schweizerbauer

Mikroplastik im Pansen schafft potenziell neue Risiken

Wenn der Pansen von Rindern Mikroplastik fragmentiert, wird die Fermentation beeinträchtigt. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Beteiligung der Universität Hohenheim. Die Forschenden konnten mit ihren Untersuchungen neue Risiken für die Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit aufdecken.

Das im Pansen zerlegte Mikroplastik beeinflusst das Darmmikrobiom. Zu ihren Ergebnissen gelangten die Wissenschaftler:innen, indem sie Flüssigkeit aus dem Pansen mit verschiedenen gängigen Mikroplastikarten inkubierten. Dabei zeigte sich, dass alle getesteten Kunststoffe die mikrobielle Aktivität veränderten, die Gasproduktion verringerten und teilweise abgebaut wurden.

„Wir müssen besser verstehen, wie sich Mikroplastik auf die Tiergesundheit und die Lebensmittelsicherheit auswirkt – insbesondere, da die weltweite Kunststoffproduktion weiter steigt“, erklärt Studienleiter Daniel Brugger, Associate Professor in Companion and Monogastric Production Animal Nutrition der Universität Helsinki, das Ziel der Forschung. 

Besorgniserregend sei, dass kleinere Kunststofffragmente zudem leichter ins Gewebe gelangen und damit auch in die Lebensmittelkette gelangen können, wie Jana Seifert, Professorin für Funktionelle Mikrobiologie bei Nutztieren an der Universität Hohenheim ergänzt.

„Plastikverschmutzung hat direkte biologische Folgen für Nutztiere und möglicherweise auch für den Menschen über die Nahrungskette“, betont Cordt Zollfrank, Professor für Biogene Polymere an der Technischen Universität München. Die Wissenschaftler:innen betonen, dass ein sorgfältiger Umgang mit Materialien aus Plastik in der Landwirtschaft immer wichtiger wird – sei es bei Folien, Verpackungen oder beim Einsatz von Klärschlamm.

Uni Hohenheim

ASP in Spanien

In Spanien sind zwei tot aufgefundene Wildschweine positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet worden. Gefunden wurden die Tiere am vergangenen Mittwoch (26. November 2025) in der Gemeinde Bellaterra (Region Barcelona). Das Ergebnis der Untersuchung lag am vergangenen Freitag vor: beide Tiere waren positiv auf das Virus. Wie das Spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung mitteilte, wurde ein Ausschuss einberufen, um über entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweinebetrieben zu beraten.

Dies ist der erste Ausbruch der ASP in Spanien seit November 1994. Somit hat die ASP in Europa das 14. Land erreicht. Noch betroffen neben Spanien sind Italien, Deutschland, Polen, Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Kroatien. Punktuell ausgerottet werden konnte das Virus in Belgien, Schweden und Tschechien.

Agrarheute.com

Bundeswettbewerb zeichnet innovative Stallbauprojekte aus

Auch im kommenden Jahr zeichnet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Landwirtschaftliches Bauen“ landwirtschaftliche Betriebe aus, die ihre Ställe hin zu mehr Tierwohl und einer tiergerechten Haltung umgestaltet haben.

Sowohl im gesellschaftspolitischen Diskurs als auch im Lebensmitteleinzelhandel nimmt die Bedeutung des Tierwohls zu. So beschließen auch immer mehr Landwirt:innen, in zukunftsweisende Stallbauten, die das Tierwohl verbessern, zu investieren. Das BMLEH möchte in 2025 Betriebe herausstellen, die ihre Stallanlage in ein schlüssiges Betriebskonzept integriert haben. Aber auch Umweltaspekte, Wirtschaftlichkeit, Biosicherheitskonzepte sowie die innovative Lösung und Nutzung von Digitalisierung fließen in die Gesamtbewertung ein. Dabei stehen innovative Ställe im Fokus, die die ursprünglichen Haltungsbedingungen verbessern, zum Beispiel durch mehr Platz, zusätzliches Beschäftigungsmaterial, bessere Belüftung, mehr Außenklima oder Weidezugang.

Für den Bundeswettbewerb „Landwirtschaftliches Bauen 2026“ können sich Landwirt:innen, die Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe oder Ziegen halten, bewerben. Mit insgesamt 30.000 Euro Preisgeld zeichnet das BMLEH kreative und zukunftsfähige Stallbauprojekte aus. Bewerbungsschluss ist der 27. Februar 2026.

BMLEH

Ende des Geflügelsterbens nicht in Sicht

Die Geflügelbranche scheint in diesem Jahr überhaupt nicht zur Ruhe zu kommen. Einer der Gründe ist die massive Ausbreitung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI). Betroffen sind zahlreiche Ausbrüche in Betrieben mit Puten, Legehennen und Enten.

Innerhalb einer Woche ist die Geflügelpest in drei Betrieben im niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim festgestellt worden. Unter anderem mussten 25.500 Puten und 120.000 Legehennen in der Region getötet werden. Zusätzlich zu weiteren HPAI-Ausbrüchen, von denen besonders Betriebe in Niedersachsen betroffen waren, kam es nun auch noch zu einem massiven Putensterben in einem Betrieb in Veltheim (Sachsen-Anhalt) nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen. Hier verendeten mehr als 1.100 Puten, nachdem sie verunreinigtes Futter gefressen hatten.

Wie der zuständige Amtstierarzt Rainer Miethig erklärt, konnte die Geflügelpest als Ursache für das plötzliche Sterben jedes dritten Tieres des Betriebs ausgeschlossen werden. Die Untersuchungen der Proben zeigten dann, dass das Futtermittel mit einem ungeeigneten Medikament kontaminiert war. Um das Leiden der noch lebenden Puten zu beenden, seien sie in einem abgedichteten Stall mit Kohlendioxid begast worden, so Miethig abschließend.

Tagesschau

NDR

Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes verabschiedet

Der Bundestag hat in der vergangenen Woche ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes und des Apothekengesetzes verabschiedet. Dadurch müssen Nutztierhalter:innen ab 2027 nur noch einmal im Jahr Angaben zu den Arzneimittelanwendungen machen. Bislang musste diese sogenannte TAM-Meldung im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes halbjährlich erfolgen.

Ab 2026 soll die Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten gemäß den EU-rechtlichen Vorgaben auf weitere Tierarten wie Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, Füchse und Nerze in Pelztierhaltungen, bestimmte Fischarten, Pferde und der Lebensmittelgewinnung dienende Kaninchen ausgeweitet werden.

Die Erhebung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen soll hingegen von ursprünglich Ende 2025 auf Anfang 2029 verschoben werden. Das solle Bürokratieaufwand und Geld sparen, heißt es als Begründung vom BMLEH.

Da allerdings der Tagesordnungspunkt auf 00:30 angesetzt war und die Ränge des Parlamentes zur späten Stunde entsprechend leer wirkten, zweifelte die AfD-Fraktion die Beschlussfähigkeit des Bundestages an. Denn für diese müssen mindestens die Hälfte der Abgeordneten anwesend sein.

Um die Antibiotikaminimierung im Stall geht es auch auf der Lernplattform VetMAB.de, die zahlreiche Fortbildungen zu dem Thema für Landwirte und Tierärzte anbietet.

Abgeordnetenwatch
Schweizerbauer

Früherkennung von Krankheiten bei Geflügel dank KI

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) können Krankheiten bei Geflügel entdeckt werden, bevor Symptome auftreten. Das britische Unternehmen Optifarm hat ein Frühwarnsystem entwickelt, das Daten zu Wasseraufnahme und Verhaltensmustern der Tiere auswertet und mit Hilfe von KI vor eventuellen Gesundheitsproblemen warnt.

Das System kann voraussagen, wie sich die Tiere innerhalb von 15 Minuten verhalten werden. Wenn Daten abweichen, etwa ein ungewohntes Ansteigen oder Abfallen der Trinkaktivität, werde geprüft, ob Belüftung, Beleuchtung, Futterumstellungen oder Stress zu Veränderungen bei den Tieren geführt haben, erklärt das Unternehmen auf seiner Internetseite. So können Krankheitsausbrüche deutlich früher erkannt werden.

Das KI-Modell könne mit über 91 % Genauigkeit eine Reaktion des Immunsystems erkennen, erklärt Optifarm-CEO David Speller. Und das zwei bis drei Tage, bevor sichtbare Symptome auftreten. Landwirtschaftliche Betriebe können das System ohne zusätzliche Hardware anwenden, denn dieses nutzt bereits vorhandene Technik im Stall. Die Basisversion der App ist kostenlos, nur für tiefere Analysen und den Zugriff auf die Datenplattform fallen Gebühren an.

Topagrar

Britische Landwirt:innen schauen besorgt in die Zukunft

In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Staaten macht sich unter Landwirt:innen vermehrt eine pessimistische Stimmung breit. Eine aktuelle Umfrage unter britischen Landwirt:innen hat alarmierende Ergebnisse zutage gebracht. Rund die Hälfte der 200 Befragten hat erklärt, in den vergangenen 12 Monaten aus finanziellen Gründen über den Ausstieg nachgedacht zu haben.

Wie der Farmdex Reports 2025 ergeben hat, gehen zudem 40 Prozent der britischen Bauern davon aus, dass sie ihr Berufsfeld innerhalb der nächsten 10 Jahre verlassen werden müssen.​ Lediglich 12 Prozent der Befragten schauen optimistisch in die Zukunft. Der sogenannte „Farmdex Optimism Index“ liegt bei -38 Prozent, was die weitverbreitete Sorge um die Zukunft des britischen Agrarsektors widerspiegelt. Niedrige Gewinnspannen und steigende Kosten sorgen für eine pessimistische Stimmung bei einem Großteil der Landwirt:innen. 35 Prozent berichten von Verlusten oder einer Situation, in der lediglich die Ausgaben gedeckt werden.

Die Krise hat auch massive Auswirkungen auf die mentale Gesundheit der Bauern und Bäuerinnen. Mehr als 61% gaben an, dass sich ihr Beruf negativ auf ihre mentale Gesundheit auswirkt. Zu der unbezahlten Familienarbeit, die in 60 Prozent der Betriebe notwendig ist, kommen generell lange Arbeitszeiten mit teils weit mehr als 40 Stunden pro Woche. Bei 36 Prozent sind es in der Hochsaison sogar über 70 Stunden.

Weiterhin machen sich 86 % große Sorgen um die langfristige Ernährungssicherheit in Großbritannien.  Nahezu alle Befragten fordern Investitionen, um die Versorgungssicherheit zu bewahren.

Agrarheute

Schweiz intensiviert Maßnahmen gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Entstehung von Resistenzen gegen antimikrobielle Arzneimittel nimmt weltweit zu. Die Schweiz plant daher eine Intensivierung der Maßnahmen, um die Ausbreitung zu verhindern. So sollen auch die Krankenhäuser verstärkt unterstützt werden.

„Die Situation ist dramatisch, es ist sicher etwas, das man ernst nehmen muss“, erklärt die Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Anne Lévy. „Multiresistente Keime und die Tatsache, dass nicht mehr jedes Antibiotikum für jede Infektion nützlich ist, gehören zu den großen Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit.“

Eine der Maßnahmen ist, dass sogenannte „Antimicrobial Stewardship“-Programme, die unter anderem die Überwachung von Antiobiotikaeinsätzen und Resistenzen umfassen, in möglichst vielen Krankenhäusern des Alpenstaates implentiert werden. „Wir spüren in den letzten Jahren eine Zunahme an multiresistenten Keimen“, sagt Nina Khanna, Chefärztin für Infektiologie am Universitätsspital Basel. Das USB ist eines der wenigen Krankenhäuser, das bereits mit dem Programm arbeitet.

Mit einem entsprechenden Aktionsplan und der laufenden Revision des Epidemiegesetzes sollen nach Angaben des Bundes die Grundlagen zur Prävention und Bekämpfung von Resistenzen geschaffen werden. Dabei sollen gemäß des One-Health-Prinzips auch die Veterinärmedizin und Landwirtschaft einbezogen werden, wie Lévy betont.

Um die Resistenzen weiter zu reduzieren, sei es von großer Bedeutung, dass Antiobiotika stets zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge eingesetzt werden. Zudem müsse die Bevölkerung besser aufgeklärt werden, wie zum Beispiel, dass übrig gebliebene Antibiotikamengen nicht in den Hausmüll gehören, sondern zur Apotheke zurückgebracht werden müssen, so die BAG-Direktorin abschließend.

Mehr Informationen zu Antibiotika-Resistenzen bei Nutztieren und wie der Einsatz von Antibitika bei Nutztieren zur Verringerung der Resistenzen minimiert werden kann, gibt es auf der Lernplattform VetMAB.de.

Schweizerbauer

MSD Tiergesundheit mit EDDI-Award 2025 ausgezeichnet

Der EDDI-Award wird seit 1993 vom Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV) verliehen und gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen der Branche. Prämiert werden Unternehmen, die mit innovativen, integrierten und kundenzentrierten Dialogstrategien langfristig erfolgreich sind. Einer der beiden diesjährigen Preisträger ist die MSD Tiergesundheit. Der DDV hat das Unternehmen für sein herausragendes, kundenzentriertes und langfristig erfolgreiches Dialogmarketing ausgezeichnet. 

Mit dieser Auszeichnung würdigt die Jury die erfolgreiche Umsetzung der konsequenten, dialogorientierten und datengetriebenen Kommunikation mit Tierärzt:innen, Tierhaltenden und Landwirt:innen im Rahmen der besonderen regulatorischen Anforderungen im Pharmabereich. Die individuelle Ansprache des Preisträgers erfolgt mit Hilfe gezielter Segmentierung, digitaler Weiterbildungsangebote und innovativer Lead-Generierungsprojekte.

„Unser Ziel ist es, Tiergesundheit im echten Dialog mit unseren Partnern gemeinsam zu verbessern“, betonte Nico Wohlschlegel, Director Marketing Operations & Business Excellence bei MSD Tiergesundheit. „Der EDDI bestätigt unseren Weg, Technologie, Wissen und Empathie zu verbinden, um langfristige Beziehungen aufzubauen.“

DDV

Trump-Forderungen sorgen für Unmut bei Rinderhaltern

US-Präsident Donald Trump hatte in seinem Wahlprogramm versprochen, die Lebensmittelpreise zu senken. Aufgrund der stetig abnehmenden Zahl der Rinderbestände in den USA und der weiterhin hohen Nachfrage sind die Preise für Rindfleisch aktuell jedoch sehr hoch. Die Preissteigerungen in dem Sektor übertrafen die allgemeine Lebensmittelinflation, die bei 3,1 % lag, deutlich.

Um das Problem zu lösen und sein Versprechen dennoch einzuhalten, hat Trump die Viehzüchter über die sozialen Medien angehalten, ihre Preise zu senken, was bei den Rinderhalter:innen für massive Kritik gesorgt hat. Trump hatte zudem angekündigt, mehr Rindfleisch aus Argentinien zu importieren und damit die US-Importe potenziell zu vervierfachen, was die Proteste seitens der Landwirt:innen weiter angefacht hat.

Nach Informationen des US-Landwirtschaftsministeriums haben die USA seit 2017 über 150.000 Rinderfarmen verloren, was einem Rückgang um 17 % entspricht. Aktuell befindet sich der Rinderbestand auf dem niedrigsten Niveau seit fast 75 Jahren, was die Sorgen der Viehzüchter um ihre Existenzgrundlage ohnehin nährt, ebenso wie auch die starken Dürreperioden in den vergangenen Jahren. Abgesehen davon hätten sie auch gar keinen Einfluss auf die Supermarktpreise. Derrell Peel, Professor für Agrarökonomie an der Oklahoma State University, geht davon aus, dass die Preise mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts hoch bleiben werden, da die Wiederaufbau der Bestände Jahre dauert.

Trump versicherte den Landwirt:innen daraufhin, er helfe ihnen auf anderem Wege und verwies auf die Zölle, die die Importe aus Brasilien einschränkten. „Es wäre schön, wenn sie das verstehen würden, aber sie müssen auch ihre Preise senken, denn der Verbraucher spielt in meinen Überlegungen eine sehr große Rolle“, schreibt Trump. Doch auch das konnte die Empörung der Viehzüchter nicht schmälern.

Topagrar

Tierwohl-Gipfel im BMELH enttäuscht Teilnehmende

Am 14. Oktober 2025 hatte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) mehr als 30 Verbände zu einem ersten Tierwohl-Gipfel eingeladen. Man wollte über die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland sprechen und eine klare Richtung mit Bekenntnissen erarbeiten. Herausgekommen ist stattdessen noch mehr Verwirrung, welchen Weg die Bundesregierung in Zukunft einschlagen möchte. Denn die von den Teilnehmenden erhoffte, klärende Diskussion im Anschluss an die Darlegung der verschiedenen Positionen blieb aus.

Immerhin sei es den Teilnehmenden gelungen, den gesellschaftlichen Konsens für eine bessere Tierhaltung dem Minister deutlich zu spiegeln. Dieser Wille zeige sich an der hohen Nachfrage nach Produkten aus Bio-Tierhaltung, meint Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). „Höfe brauchen Planungssicherheit, um investieren zu können, daher verträgt es keinen Aufschub, auch um Vertrauen zurückzugewinnen.“

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, warnte davor, ein falsches Signal zu senden. „Wer den bereits mühsam erkämpften Konsens zwischen Landwirtschaft, Wissenschaft und Tierschutz einfach unter den Tisch fallen lässt, verspielt nicht nur Vertrauen, sondern gefährdet auch die Zukunftsfähigkeit der Tierhaltung in Deutschland“, so Schröder. Den Umbau der Tierhaltung jetzt zu stoppen oder zu verzögern, „wäre ein Rückschritt – nicht nur für den Tierschutz, sondern für die gesamte Landwirtschaft.“

Einig waren sich die anwesenden Verbände über die Enttäuschung, dass Bundeslandwirtschaftsminister Rainer zentrale Instrumente zum Umbau der Tierhaltung aufgebe oder blockiere. Dazu gehörten das Ende des Bundesprogramms für den Umbau der Tierhaltung, das Ausbleiben ernsthafter Bemühungen um eine ausreichende finanzielle Ausstattung im Bundeshaushalt sowie die Absage an mögliche Finanzierungsinstrumente wie eine Tierwohlabgabe oder eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes auf tierische Produkte. Es sei zudem unverständlich, warum man den Konsens der Borchert-Kommission und deren Protagonisten in der aktuellen Diskussion nicht nutze. Vor diesem Hintergrund könne man sich schon fragen, „was solche Runden beim Minister bringen und zu was sie gut sein sollen“, hieß es.

Agrarheute

Geflügelpestausbrüche in mehreren Bundesländern

In Deutschland gibt es mehrere Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI), auch Geflügelpest genannt. Betroffen ist ein Betrieb im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Dort mussten rund 2.900 Enten gekeult werden. Im Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern ist ein Gänsebetrieb mit rund 3.000 Tieren betroffen.

Auch in einer privaten Geflügelhaltung mit mehr als 1.000 Gänsen und Enten in Ostthüringen sowie in Merkendorf im Landkreis Greiz in Thüringen ist das Virus nachgewiesen worden.

Anfang Oktober 2025 wurde außerdem aus Nordrhein-Westfalen ein Ausbruch in einem Bestand in Delbrück-Lippling mit gut 10.800 Tieren bestätigt, die alle getötet werden mussten.

Agrarheute.com

Wölfe haben in Deutschland günstigen Erhaltungszustand erreicht

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat sich auf den sogenannten „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfs in der kontinentalen Region geeinigt. Die Übermittlung an die EU-Kommission erfolgte am 13. Oktober 2025. Diese Feststellung ermöglicht den Ländern künftig eine leichtere Handhabe im Umgang mit Wölfen, die beispielsweise Weidetiere reißen. Bei allen Maßnahmen wird aber weiterhin maßgeblich sein, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfs erhalten bleibt. Der Wolf soll nun ins Jagdgesetz aufgenommen werden, damit Wölfe rechtssicher entnommen werden können.

Die Umweltschutzorganisation WWF hält dagegen, dass die Anzahl der Übergriffe und der geschädigten Tiere 2024 im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat. Es brauche einen flächendeckenden Herdenschutz und schnelle effektive Entnahmen von Wölfen, aber keine Abschussqoute.

Agrarheute

BTV-8 in Baden-Württemberg nachgewiesen

Erstmal seit 2019 ist in Baden-Württemberg wieder der Serotyp 8 des Blauzungenvirus (BTV-8) nachgewiesen worden. Betroffen ist ein Betrieb im Ortenaukreis. Landwirtschaftsminister Peter Hauk empfiehlt den Landwirt:innen daher dringend, ihre Wiederkäuer impfen zu lassen. „Durch die Entwicklung der Seuchensituation in den vergangenen Wochen bestand insbesondere entlang der Grenze zu Frankreich ein hohes Eintragsrisiko für Blauzungenvirus (BTV) der Subtypen 4 und 8 nach Baden-Württemberg. Daher rufe ich alle viehhaltenden Landwirtschaftsbetriebe im Land dazu auf, das Impfangebot des Landes und der Tierseuchenkasse zu nutzen und ihre Rinder, Schafe und Ziegen gegen alle Blauzungenvirusvarianten zu impfen“, sagte der Minister.

Bislang haben sich die Impfungen in der Bundesrepublik auf den Serotyp 3 konzentriert. Nun sollte zumindest in Baden-Württemberg auch gegen BTV-8 geimpft werden, da die BT-Impfungen nur zu einer Serotyp-spezifischen Immunität führen. Entsprechend ist eine Impfung gegen jeden einzelnen Serotyp erforderlich.

Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Förderprogramm zur Wildtierrettung mittels Drohnen wird fortgesetzt

Trotz großer Sparzwänge hat der Haushaltsausschuss des Bundestages die Förderung von Drohnen zur Rehkitzrettung auch für das kommende Jahr bewilligt, wie die SPD-Berichterstatterin Esther Dilcher mitteilte.

Denn das Förderprogramm erfreut sich großer Nachfrage. Bereits im Mai 2025 musste das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) wegen der hohen Nachfrage den Etat für das Anschaffen von Drohnen von 1,5 Mio. auf 2,5 Mio. € erhöhen.

Gleichzeitig sei das Agrarressort jedoch angehalten, die Projektträgerkosten im eigenen Zuständigkeitsbereich generell auf 5 % vom Gesamtvolumen des Förderprogramms zu begrenzen. Begründete Ausnahmen von dieser Begrenzung bedürfen demzufolge der Zustimmung des Haushaltsausschusses.

Agrarheute

Neuer BHV-1 Fall in NRW

In Nordrhein-Westfalen gibt es den nächsten Nachweis des Bovinen Herpesvirus 1 (BHV-1). Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde Heek wurden sieben von 13 Rinder positiv auf das Virus getestet. Die Rinder wurden in den Bestand eingestallt worden, als die Allgemeinverfügung zur Seuchenabwehr noch gültig war – deshalb erfolgte nun eine Nachuntersuchung. Fällt der Test positiv aus, sollen die Tiere nach Möglichkeit geschlachtet werden. Der Betrieb wurde zudem offiziell gesperrt und weitere Tiere werden derzeit untersucht.

Leipzig bekommt Zuschlag für Weltimkerkongress 2029

Leipzig wird 2029 mit der Apimondia zum Treffpunkt der Imkerwelt. Die Messe Leipzig erhielt somit den Zuschlag, den größten Imkereikongress der Welt für den Deutschen Imkerbund (D.I.B.) und den Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund zu organisieren und zu beherbergen. Die Entscheidung wurde auf dem gerade zu Ende gegangenen Kongress in Kopenhagen bekanntgegeben. „Wir danken der internationalen Imkergemeinschaft für das Vertrauen und laden alle ein, uns in vier Jahren in Leipzig zu besuchen“, sagt D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann. „Ein besonderer Dank gilt allen Helfern und Bundesminister Alois Rainer für seine Schirmherrschaft.“

Der Kongress findet alle zwei Jahre statt. Erwartet werden Tausende Besucherinnen und Besucher. Neben Hunderten Vorträgen gibt es eine große Fachausstellung. „Als Ausrichter wollen wir den Kongress und die Stadt stärker verbinden“, sagt Ellmann. „Er soll auch für die Leipzigerinnen und Leipziger ein honigsüßes Erlebnis werden.“

Bienen dienen aber nur nachgelagert der Gewinnung von Honig. Eine riesige Bedeutung haben sie, gemeinsam mit Wildbienen und Hummeln, als Bestäuber.

Vorher werden sich aber noch Tausende Tierärztinnen und Tierärzte zwei Mal auf dem Messegelände in Leipzig treffen, um am Leipziger Tierärzte Kongress teilzunehmen. Dieser findet vom 15. bis 17. Januar 2026 statt. Der Ticketverkauf hat bereits begonnen.

Messe Leipzig

LSD breitet sich in Frankreich trotz Impfung weiter aus

In Frankreich breitet sich die Lumpy-Skin-Disease (LSD) weiter aus. Die Zahl der Nachweise war zuletzt zwar deutlich zurückläufig, nun wurde die Tierseuche jedoch im bislang unberührten Département Rhône nachgewiesen. Der betroffene Milchviehbetrieb liegt in der Gemeinde Saint-Laurent-de-Chamousset, rund 20 Kilometer westlich von Lyon, und damit viel weiter im Landesinneren als die Fälle zuvor. Diese konzentrierten sich bislang auf das Grenzgebiet zu Italien und zur Schweiz.

Übertragen wird das Virus vor allem von Gnitzen, die mit dem Wind bis zu 100 km zurücklegen können. Daher war versucht worden, durch einen 100 km breiten Impfgürtel, die weitere Ausbreitung zu unterbinden.

Die Landwirte bekommen unter bestimmten Umständen eine Entschädigung für Tiere, die aufgrund der Erkrankung getötet werden müssen.

LSD: Schweizer Landwirt:innen bleiben auf zusätzlichen Kosten sitzen

Nach dem ersten Ausbruch der Lumpy-Skin-Krankheit (Lumpy Skin Disease, LSD) in Frankreich am 29. Juni 2025 hat sich die Krankheit weiter in Richtung Schweizer Grenze ausgebreitet. Die Schweizer Regierung hatte daraufhin Überwachungszonen in verschiedenen Kantonen eingerichtet sowie eine Impfpflicht für sämtliche Rinder und Bisons in diesen Zonen ausgerufen.

Wegen der Einschränkungen im Handel und bei der Verarbeitung entstehen den Tierhaltenden in diesen Regionen zusätzliche Kosten. Beispielsweise können weder die Felle noch die Häute der geimpften Tiere verwertet werden, wie Nationalrat Christian Glur (SVP/AG) in einer offiziellen Anfrage schreibt. „Weil der Bund diese Zonen verordnet hat, erwarte ich, dass er die anfallenden Kosten für die Entsorgung übernimmt“, so Glur.

Der Bund lehnt die Übernahme dieser zusätzlichen Kosten ab. „Eine Entschädigung des Bundes ist nach Artikel 32 des Tierseuchengesetzes nur für (ganze) Tierverluste vorgesehen“, antwortete der Bundesrat. Nur bei einer Erkrankung gibt es eine Entschädigung, ansonsten muss die Landwirtin oder der Landwirt die Kosten tragen.

Für Tiere, die auf Anordnung der Behörde getötet werden, übernimmt der Bund die Entschädigung. Diese beträgt 90 Prozent des Schätzwertes, sagte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).

Schweizer Bauer

Liste zeigt Gefährdungsstufen von Nutztierrassen auf

Alle zwei Jahre veröffentlicht die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eine Liste, die die einheimischen Nutztierrassen in Deutschland und deren Gefährdungsstufen aufzählt. Der Inhalt wird nach den Vorgaben des entsprechenden nationalen Fachprogramms erstellt. Dieses wurde im Jahr 2003 von der Agrarministerkonferenz verabschiedet, um  erstellt, mit dem Ziel, die Nutzung einheimischer Nutztierrassen und deren Erhalt für nachfolgende Generationen sicherzustellen.

Das BLE legt den Gefährdungsstatus der einheimischen Nutztierrassen in Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen fest. Der Gefährdungsstatus der in der Liste aufgeführten Nutztierrassen bildet die Entscheidungsgrundlage für staatliche Förderungen.

Die Broschüre ist kostenlos und kann beim Informations- und Koordinationszentrum Biologische Vielfalt (IBV) angefragt werden.

BLE

Transparenz von der Aufzucht bis auf den Teller

Um die Lebensmittelversorgung nachhaltiger und transparenter zu gestalten, hat das Unternehmen MSD Animal Health mit Sitz in den USA ein System entwickelt, um die Rückverfolgbarkeit von Schweinefleisch zu gewährleisten. Mit Hilfe von Tiergenotypisierung und Datenanalysen seien alle einzelnen Schritte der gesamten Wertschöpfungskette, von der Geburt über den Schlachthof bis hin zur Verarbeitung des Fleischstücks, abzurufen, teilt das Unternehmen mit. Das System basiert auf der DNA der Tiere, die bei der Schlachtung dokumentiert und mit einem Barcode versehen wird. Dieser wird mit dem Tier verknüpft und bleibt diesem zugewiesen.

Die neuartige Methode wird von der App LeeO begleitet, die Landwirt:innen, Forschenden und der verarbeitenden Industrie den gesamten Zyklus des Tieres aufzeigt. Die Registrierung des Schweinezyklus erfolgt mithilfe einer elektronischen Ohrmarke, die mit der LeeO-App verknüpft ist. Die elektronische Ohrmarke wird mit einem Scanner ausgelesen und mit der App verbunden. Die App zeichnet den Wachstumszyklus, die Verabreichung von Medikamenten und das Ernährungsmuster auf.

Nach Informationen von MSD Animal Health gibt es in Irland bereits 280 Betriebe, die das System nutzen. 

Schweizerbauer

Bundesverband der Klauenpflegenden gegründet

Ende August 2025 ist im Rahmen des Drei-Länder-Treffens Klauenpflege in Salzburg der Bundesverband der Klauenpflegenden gegründet worden. Der neue Fachverband mit Sitz in Berlin vertritt künftig bundesweit die Interessen von Berufsklauenpflegerinnen und -pflegern sowie weiterer in der Klauenpflege tätiger Fachkräfte.

Ziel des Bundesverbands ist es, die fachlichen, wirtschaftlichen und politischen Anliegen seiner Mitglieder zu bündeln und zu vertreten. Darüber hinaus engagiert sich der Verband für die Förderung von Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie für die Verbesserung der Klauengesundheit bei landwirtschaftlichen Nutztieren. Weiterhin soll die Bedeutung der Klauenpflege für das Tierwohl und die Landwirtschaft bestmöglich sichtbar gemacht werden.

Der Bundesverband strebt eine enge Zusammenarbeit mit der IKD (Interessenvereinigung Klauengesundheit Deutschland), dem VgK (Verein geprüfter Klauenpfleger), dem VKKD (Verein für Klauenpflege und Klauenhygiene) und allen weiteren relevanten Institutionen an.

Unterstützt wird der Bundesverband von Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis, darunter Prof. Dr. Alexander Starke und Ulrich Peper.  

Bundesverband der Klauenpflegenden

Bereits 900.000 Tiere in der Schweiz gegen BTV geimpft

Gnitzen werden vielerorts immer mehr zu einem Problem, da sie beim Blutsaugen verschiedene Krankheitserreger übertragen können. So auch das Virus der Blauzungenkrankheit (BTV). Die Krankheit kommt bei Schafen und Rindern vor und sorgt für Tierleid sowie wirtschaftliche Verluste bei den Landwirt:innen. Die BTV kommt inzwischen in vielen europäischen Ländern vor, so auch in der Schweiz und Deutschland. Aktuell treten vornehmlich die Serotypen BTV-3 und BTV-8 auf. Daher fördert die Schweizer Regierung die Impfung der Tiere und beteiligt sich an den Kosten. Seit Februar 2025 sind rund 900.000 Tiere zumindest gegen einen Serotyp geimpft worden. Die Impfung leistet einen wichtigen Beitrag zur Abmilderung des Krankheitsverlaufs.

Schweizer Bauer