Dermatophilose: Fälle bei Menschen häufen sich
Dermatophilus congolensis ist ein Bakterium, das bei Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden zu teils schmerzhaften Hautveränderungen führen kann. Da die Dermatophilose hauptsächlich in Ställen, auf Weiden und in Viehbetrieben auftritt, insbesondere wenn Regen und hohe Luftfeuchtigkeit die Haut der Tiere über längere Zeiträume hinweg feucht hält, wird die Erkrankung auch Regenfäule bzw. Rain Rot genannt.
Infizierte Rinder zeigen Symptome wie Krusten und verfilzte Haarbüschel, bei Schafen zeigt sich eine Infektion durch klumpige Veränderungen am Vlies. Bei Pferden betreffen die Hautveränderungen häufig den oberen Körperbereich; in schweren Fällen können auch die Beine in Mitleidenschaft gezogen werden, was zu Schmerzen und Lahmheit führt. In seltenen Fällen können auch Hunde und Katzen an der Dermatophilose erkranken, auch bei Wildtieren wurden Infektionen beobachtet.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat nun auf eine steigende Zahl an Infektionen bei Menschen hingewiesen. Betroffen sind mehr als 120 Personen in zehn europäischen Ländern, darunter auch Deutschland und einige Nachbarländer.
Expert:innen befürchten, dass das Bakterium einen neuen Weg gefunden hat und die Krankheit sich von Mensch zu Mensch verbreiten kann, denn mehrere Patient:innen hätten keinen Kontakt zu Tieren gehabt, wie die italienische Zeitung La Stampa schreibt.
Der Erreger ruft nach einer Infektion beim Menschen Papeln, Pusteln, Krusten, Schuppenbildung und Juckreiz hervor. In der letzten Zeit wurden zudem Läsionen im Genital- und Leistenbereich sowie am Rumpf, an den Oberschenkeln und im Gesicht beobachtet.
Eine Diagnose ist schwierig, gegebenenfalls ist eine mikrobiologische Untersuchung erforderlich. Die bislang beschriebenen Fälle verliefen meist mild und sprachen auf eine Antibiotikabehandlung an. Auch wenn das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering eingeschätzt wird, beobachten Expert:innen dieses ungewöhnliche epidemiologische Phänomen genau.
„Das Bakterium Dermatophilus congolensis ist ein Mikroorganismus, der vor allem in der Veterinärmedizin seit Langem bekannt ist, da er Rinder, Pferde, Schafe und andere Tiere befällt. Beim Menschen galten Infektionen hingegen stets als recht selten“, erklärt Fabrizio Pregliasco, Virologe und Leiter der Schule für Hygiene und Präventivmedizin an der Universität Mailand.
Zunächst bleibt die Regenfäule eine Tierkrankheit. Bei engem Kontakt mit erkrankten Tieren sollten Tierhaltende die Hautveränderungen ernst nehmen und konsequent auf Hygiene und Hautschutz achten. Forschende wollen insbesondere klären, welche Übertragungswege bei den neuen Fällen eine Rolle spielen und warum sich das Infektionsgeschehen in Europa verändert. Die europäischen Behörden beobachten die humanen Dermatophilose-Fälle genau, um zu verstehen, wie ein Bakterium, das bis vor Kurzem fast ausschließlich im Veterinärbereich vorkam, neue Übertragungswege auf den Menschen gefunden hat.
Topagrar
Agrarheute
Kampagne soll Tierhaltende zur Registrierung bewegen
Die meisten Tierheime in Deutschland platzen aus allen Nähten, unter anderem weil zahlreiche Fundtiere ihren Haltenden nicht eindeutig zugeordnet werden können. Die aufgegriffenen Hunde und Katzen sind zwar häufig mit einem Mikrochip versehen, jedoch haben die Halter:innen ihre Vierbeiner nicht registrieren lassen. Eine eindeutige Zuordnung kann aber nur erfolgen, wenn die entsprechenden Kontaktdaten in einem Haustierregister hinterlegt sind.
„Viele Tierhalter gehen fälschlicherweise davon aus, dass der Mikrochip allein ausreicht oder sie wissen nicht, dass sie sich selbst um die Registrierung kümmern müssen“, sagt Kerstin Eck, Leiterin von FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes.
FINDEFIX hat daher eine Aufklärungskampagne gestartet, die Tierhaltende über die Folgen einer fehlenden Registrierung für Tiere und Tierheime sowie über den einfachen Weg zur Registrierung informiert. Wenn mehr Tierhaltende ihre Haustiere registrieren lassen, könnte das die Tierheime enorm entlasten, so Eck abschließend.
Deutscher Tierschutzbund
Leid der Streunerkatzen im Fokus des Welttierschutztages
Am 4. Oktober ist Welttierschutztag. Der Deutsche Tierschutzbund nimmt den Tag schon jetzt zum Anlass, um erneut auf das Leid der Streunerkatzen aufmerksam zu machen und eine bundesweite Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen zu fordern.
„Millionen Straßenkatzen leiden, obwohl wir das Elend verhindern könnten. Was fehlt, ist nicht das Wissen um die Lösung, sondern der politische Wille, zu handeln. Wir wollen deshalb gemeinsam mit vielen Tierfreunden die Bundesregierung auffordern, endlich eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten auf den Weg zu bringen“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Aber auch jede/r Einzelne kann durch die Teilnahme an der Aktion 1 Minute für Straßenkatzen auf das Leid der Tiere aufmerksam machen und die Forderung unterstützen. „Eine Minute reicht, um die eigene Stimme zu erheben und gemeinsam mit vielen anderen ein deutliches Zeichen zu setzen“, so Schröder. „Je mehr Menschen mitmachen, desto lauter wird unsere gemeinsame Stimme für die Straßenkatzen – und desto stärker unser Signal an die Politik.“
Deutscher Tierschutzbund
Tierschutzbeirat Niedersachsen feiert 35-jähriges Jubiläum
Seit 35 Jahren steht der Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen der Landesregierung beratend zur Seite. Während seiner langjährigen Tätigkeit hat der Beirat den Tierschutz in dem Bundesland maßgeblich verbessert, unter anderem bei der Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere oder bei grundsätzlichen Fragen im Tierschutzrecht. Viele Empfehlungen und Positionen des Gremiums sind dabei über die Jahre zu wichtigen Impulsen für die tierschutzpolitische Arbeit in Niedersachsen geworden.
„35 Jahre Tierschutzbeirat stehen für 35 Jahre fachliche Kompetenz, ehrenamtliches Engagement und den gemeinsamen Einsatz für das Wohl der Tiere. Der Beirat ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Praxis, unterschiedlichsten Verbänden, Wissenschaft und Politik. Heute sind Dialogformate ein beliebtes Instrument der niedersächsischen Landesregierung, aber vor 35 Jahren war es etwas Besonderes, ein solches Gremium einzurichten. Seine Arbeit zeigt: Guter Tierschutz braucht den Dialog, aber auch den Mut, Veränderungen anzustoßen. Dafür danke ich allen Mitgliedern, die sich über viele Jahre mit großer Sachkenntnis und Leidenschaft eingebracht haben“, betonte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten.
„Jahrzehnte-andauernden Tätigkeit des Tierschutzbeirats werden gleichzeitig auch konstruktive Auseinandersetzungen darüber geführt, wie wir das Leben von Tieren besser schützen und verbessern können. Besonders wertvoll ist, dass im Beirat unterschiedliche Sichtweisen zusammenkommen. Tierschutz lebt vom fachlichen Austausch und davon, dass auch schwierige Fragen offen diskutiert werden“, erklärt die Landestierschutzbeauftragte Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting.
Am 3. und 4. September 2026 findet die traditionelle Hybrid-Tagung Aktuelle Probleme des Tierschutzes statt. Eine Anmeldung für das zweitägige Online-Seminar auf Myvetlearn.de ist auch jetzt noch möglich.
Ministerium Niedersachsen
Projekt macht Dimensionen von Animal Hoarding deutlich
Das Animal Hoarding hat in Deutschland problematische Ausmaße angenommen. Das machen die Ergebnisse eine aktuellen Forschungsprojekts deutlich. Gemeinsam mit dem Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der TU Dresden und dem Verein TierSucht hat der Deutsche Tierschutzbund dieses interdisziplinäre Projekt durchgeführt und damit erstmals verlässliche, bundesweite Zahlen veröffentlicht.
Gemäß aktueller Informationen der beteiligten Veterinärbehörden wurde im Jahr 2023 durchschnittlich ein Fall von Animal Hoarding pro Tag mit 47,5 Tieren pro Fall gemeldet. Dabei waren drei Viertel der Hoarder den Behörden bereits bekannt, davon über ein Viertel durch frühere Fälle von Tiersammelsucht.
„Das Forschungsprojekt macht die tatsächlichen Dimensionen von Animal Hoarding deutlich und zeigt, dass wir das Problem an der Wurzel angehen müssen. Auch, wenn die Beschlagnahmung der Tiere akutes Tierleid beendet, beginnt der Kreislauf immer wieder von vorn, wenn betroffene Menschen keine passende Unterstützung erhalten. Genau deshalb brauchen wir jetzt ein Umdenken in Politik und Praxis“, sagt Nina Brakebusch, Leiterin des Forschungsprojekts beim Deutschen Tierschutzbund.
Die Zahlen verdeutlichen, dass Animal Hoarding weiterhin ein gravierendes Tierschutzproblem bleibt, und dass von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. So sollen im Rahmen des Forschungsprojekts auch die psychologischen und biografischen Ursachen untersucht werden. Ziel ist es, Präventionsmaßnahmen und Leitlinien für Veterinärbehörden, Sozialarbeit und weitere beteiligte Berufsgruppen zu entwickeln.
Deutscher Tierschutzbund
Erster Tollwutnachweis bei Fledermaus seit 2010
Erstmals seit 16 Jahren ist bei einer Fledermaus in Rheinland-Pfalz die Tollwut nachgewiesen worden. Wie das Landesuntersuchungsamt mitteilt, gibt es aber lediglich ein sehr geringes Infektionsrisiko, da in der Regel kein Kontakt zu den scheuen und nachtaktiven Fledermäusen besteht. Nur bei einem direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, wie etwa durch Kratz- oder Bissverletzungen, sei eine Ansteckung möglich.
Wer Fledermäuse nicht anfasst und gebotenen Abstand hält, habe praktisch kein Ansteckungsrisiko, so das Landesuntersuchungsamt. Grundsätzlich sei der aktuelle Tollwut-Nachweis nicht außergewöhnlich, da eine Infektion immer wieder in Deutschland beobachtet werde.
So wird empfohlen, geschwächte, verletzte, scheinbar tote oder sich auffällig verhaltende Fledermäuse niemals ungeschützt angefasst und aufgenommen werden sollten. Da das Risko einer Einschleppung durch illegale Tiertransporte bestehe, sollten Halter:innen ihre Hunde und Katzen gegen Tollwut impfen lassen. Eine Infektion mit dem Virus endet immer letal.
Proplanta
Trennungsbedingte Verhaltensauffälligkeiten bei Katzen
Katzen können Verhaltensstörungen entwickeln, wenn sie zu lange allein gelassen werden. Das zeigen neuere Studien, wie auch die Auswertung einer Fragenbogenstudie mit 130 Katzenbesitzer:innen im brasilianischen Juiz de Fora deutlich. Demnach leiden besonders Wohnungskatzen unter Einsamkeit, wenn sie regelmäßig längere Zeit allein zu Hause sind. Die Untersuchungen ergaben, dass mehr als jede zehnte Katze Auffälligkeiten zeigt, die auf Einsamkeit oder Trennungsangst zurückzuführen sein können. Zu den Verhaltensweisen gehören Aggressivität gegenüber Menschen und anderen Tieren im Haushalt, Unsauberkeit und Zerstörungswut. Besonders häufig treten diese Probleme auf, wenn Katzen zwischen fünf und sieben Tagen pro Woche jeweils mehr als sechs Stunden allein gelassen werden.
Brasilianische Forschenden konnten mit Hilfe eines Fragebogens die Verhaltensweisen und den psychischen Zustand im Zusammenhang mit Trennungsangst bei Katzen identifizieren. Obwohl der Fragebogen eine detaillierte Untersuchung jedes einzelnen Falls nicht ersetzen kann, könnte dieser als Ausgangspunkt für zukünftige Forschung zu Trennungsangst bei Katzen dienen und ein praktisches sowie effizientes Instrument darstellen, das Etholog:innen und Tierärzt:innen hilft, eine sicherere Erstdiagnose von Trennungsangst zu stellen.
Tierärzt:innen können sich mit den Online-Kursen Verhaltenstherapie auf Myvetlearn.de zu diesem Thema weiterbilden. Der Einstieg ist jederzeit möglich!
Das 10-teilige Modulreihe ist in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie und der DVG-Fachgruppe Verhaltensmedizin und Bissprävention entstanden.
Stern
Vorsicht beim Verbringen von Tieren aus dem Urlaubsland
Der August ist die Hauptreisezeit der Deutschen. Viele Menschen verbringen ihre Ferien in südeuropäischen Ländern. Das Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen in Düsseldorf warnt aktuell vor der Einfuhr von Tieren aus diesen Ländern, denn Katzen und Hunde aus vielen europäischen Regionen können gefährliche Krankheiten einschleppen.
Das Mitleid mit den auf der Straße lebenden Vierbeinern führt nicht selten dazu, dass Urlauber:innen die Tiere über Organisationen vor Ort adoptieren oder diese als Flugpaten mit ins Heimatland nehmen. Nicht bedacht wird dabei jedoch in vielen Fällen, dass jedes nach Deutschland eingeführte Tier einen EU-Heimtierausweis benötigt, in dem neben Name und Anschrift der Tierhalterin bzw. des Tierhalters auch die individuelle Chip-Nummer und der Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung vermerkt sein müssen. Fehlen diese Papiere, droht den Tieren eine langwierige Quarantäne, für die teils hohe Kosten entstehen, die die/der „Retter:in“ tragen muss. Zusätzlich wird in diesen Fällen ein Bußgeld fällig.
„Wer trotz der damit verbundenen Risiken unbedingt ein Tier aus dem Ausland mitbringen möchte, sollte sich vorher ausführlich informieren, ob alle Einreisebestimmungen definitiv erfüllt sind“, betont Klaus Meyer, Leiter des Düsseldorfer Instituts.
Diesen Rat sollten Urlauber auch beherzigen, wenn sie sich vor Ort als Flugpate für einen Vierbeiner anwerben lassen. Besonders diesen Tieren fehlen häufig die notwendigen Impfungen oder die dazugehörigen Papiere. Der Flugpate ist während des Transportes für das Tier verantwortlich und muss alle geltenden Einreisebestimmungen beachten.
Vor der Mitnahme eines Tieres sollten Reisende sich in jedem Fall – auch vom Urlaubsort aus – in Deutschland bei den zuständigen Veterinärämtern über die Organisation und die geltenden Einreisebestimmungen erkundigen. Meyer weist darauf hin, dass Hunde und Katzen hierzulande in zahlreichen Tierheimen und Auffangstationen dringend auf neue Besitzer:innen warten. „Sie sind bereits geimpft und gekennzeichnet und in der Regel auch kastriert“, betont der Institutsleiter. Weitere Fragen zum Thema Einreisebestimmungen beantwortet das Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen unter der Telefonnummer 0211-8993242.
Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen
Sachkundenachweis für künftige Tierhaltende nun Pflicht in Österreich
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Österreich die bundeseinheitliche Pflicht des Sachkundenachweises für Tierhaltende. Künftig müssen Personen, die erstmals die Haltung bestimmter Tierarten anstreben, einen Nachweis über eine allgemeine Sachkunde erbringen. So sollen Fehler in der Heimtierhaltung und Tierleid sowie Überforderung und die spätere Abgabe von Tieren im Tierheim vermieden werden.
Die Bundes-Novelle rund um die Sachkunde für angehende Tierhalter:innen verfehle die ursprünglich ambitionierten Ziele und stößt die Bundesländer vor den Kopf, die schon vor Einführung eines bundesweiten Sachkundenachweises hochqualitative ländereigene Regelungen getroffen haben, kritisiert die Stadt Wien.
„Mit der Bundes-Novelle dürfen ab jetzt auch Personen mit zu hinterfragenden Einstellungen zum Hundetraining als Ausbildner für unbedarfte Bürger:innen fungieren, denn die von Bundesseite nun als geeignet anerkannten Hunde(sport)vereinsqualifikationen basieren lediglich auf Eigenlegitimation“, erklärt der Wiener Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky.
Anders als in Österreich gelten in Deutschland keine einheitliche Regelung, was der Deutsche Tierschutzbund seit längerem kritisiert. Mit Nachdruck fordert der Verband einen verpflichtenden, theoretischen Sachkundenachweis, bevor sich Tierhaltende ein Tier zulegen. Grundlegende Kenntnisse zu Haltung, Ernährung, Verhalten und Kommunikation der jeweiligen Tierart sollten Voraussetzung für den Kauf oder die Adoption eines Tieres sein, so der Tierschutzbund.
„Tierhalter sollten sich bereits vor der Anschaffung mit den Bedürfnissen und dem Verhalten eines Tieres sowie den anfallenden Kosten auseinandersetzen“, erklärt Lisa Hoth-Zimak, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.
Bereits seit 2023 sind zukünftige Hundehalter:innen in Niedersachsen verpflichtet, einen sogenannten Hundeführerschein zu absolvieren. Seit dem 1. Juli 2026 ist dieser auch in Bremen Pflicht. „Die Sachkundepflicht würde Leid verhindern und die Tierheime entlasten, weil weniger Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden“, so Hoth-Zimak.
Deutscher Tierschutzbund
Neue Katzenschutzverordnung ab 1. Juli rechtskräftig
Mit Beginn der 2. Jahreshälfte tritt in Schleswig-Holstein eine landesweite Katzenschutzverordnung in Kraft, die sowohl die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen als auch die landesweiten Kastrationsaktionen für Straßenkatzen einheitlich regelt.
Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Schleswig-Holstein zeigen sich zufrieden über die neue Verordnung. „Diese Maßnahmen können nicht nur das Leid unzähliger Straßenkatzen nachhaltig reduzieren, sondern auch die Tierheime spürbar entlasten“, sagt Ellen Kloth, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein.
„Wir hoffen, dass andere Bundesländer und insbesondere der Bund die Signalwirkung erkennen und diesem Beispiel folgen“, betont Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und verweist ausdrücklich auf die dramatische Situation vieler Tierheime.
Die nun zügige Umsetzung des einstimmigen Landtagsbeschlusses aus 2025 bewerten die Tierschützer:innen als positiv. Die Bearbeitungszeit zwischen parlamentarischem Beschluss und Erlass der Verordnung betrug nur etwas mehr als ein Jahr.
Deutscher Tierschutzbund
GOT-Evaluation: Online-Befragung von Tierhaltenden und Tierärzten läuft
Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ist im Jahr 2022 umfassend novelliert worden und wird nun, wie vorgesehen, nach vier Jahren evaluiert. Im Rahmen dieses Evaluierungsprozesses führt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auch eine deutschlandweite Befragung von Tierärzten und Tierhaltenden durch.
Unter anderem hatte auch der Pferdesport Deutschland eine solche Umfrage gefordert. Seitdem die Evaluation der GOT durch das BMLEH angestoßen worden ist, hat sich der Verband nachdrücklich dafür eingesetzt, dass neben der Tierärzteschaft auch die Tierhaltenden zu den Auswirkungen der GOT-Novelle im Jahr 2022 direkt befragt werden.
„Auskömmlich für den Tierarzt und leistbar für den Tierhalter – das ist unser erklärtes Ziel“, erklärt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht. „Dass die ursprünglich nicht geplante Befragung stattfindet, werten wir als einen ersten Erfolg auf dem Weg zur Gestaltung fairer Tierarztkosten“, ergänzt Miesner, der immense Auswirkungen der GOT Novelle auf den Pferdesektor sieht.
Für die Beantwortung der Fragen ist eine Dauer von etwa 10 Minuten einzuplanen. Die Befragung läuft bis zum 26. Juli 2026.
Zur Tierärzte-Umfrage
Pferdesport Deutschland inkl. Umfrage für Tierhalter
Einfache Maßnahmen können Mensch, Tier und Wald schützen
Die aktuell herrschenden Temperaturen stellen eine hohe Belastung für Mensch und Tier dar. Gleichzeitig steigt auch das Waldbrandrisiko in vielen deutschen Regionen wieder gefährlich an.
„Heiße Tage und tropische Nächte können für Mensch und Tier herausfordernd sein. Übermäßige Hitze kann gesundheitliche Folgen haben. Daher müssen wir insbesondere bei der erwarteten Hitze der kommenden Tage uns und unsere Tiere vor den hochsommerlichen Temperaturen schützen. Zudem steigt die Waldbrandgefahr im Land“, erklärt Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat des Landes.
Viel Flüssigkeit und nur leichte Kost können der Bevölkerung helfen, durch diese Hitzewelle zu kommen. Auch für Hunde und Katzen stellen die jetzigen Temperaturen eine Herausforderung dar, denn die Tiere schwitzen nicht und können hohe Außentemperaturen nur in begrenztem Maße kompensieren. Um einen Hitzschlag zu vermeiden, benötigen Haustiere ausreichend kühles Wasser und einen möglichen Rückzug in kühle und schattige Plätze. Ein Hitzestress zeigt sich durch Symptome wir schnelles Atmen oder Verwirrung. In diesen Fällen sollten umgehend Gegenmaßnahmen in Absprache mit dem Tierarzt eingeleitet werden.
Nutztiere müssen ebenfalls vor Hitze geschützt werden. Hitzestress kann zu Kreislaufproblemen, Leistungseinbußen, erhöhter Krankheitsanfälligkeit und im Extremfall auch zum Tod führen. „Auf der Weide würden den Tieren Zugänge zu Schattenplätzen, idealerweise natürlich durch Bäume oder Sträucher, helfen. Ställe sollten gut durchlüftet, durch Ventilatoren oder Luftströme gekühlt und vor direkter Sonne geschützt sein. Frisches, sauberes Wasser müsse immer verfügbar sein“, erklärt die Ministerin. Der Wasserbedarf steige bei Hitze stark an, daher sollten Tränken regelmäßig kontrolliert und nachgefüllt werden. Garten- oder Balkonbesitzer:innen helfen den heimischen Wildtieren durch das Bereitstellen von Tränken. „Diese sollten regelmäßig gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt werden“, so Gentges.
Die Waldbrandgefahr steigt aktuell in den deutschen Wäldern, besonders im Osten und Süden des Landes. In einigen Regionen wie in Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg, gilt Stufe 4 von 5. „Daher gilt sich umsichtig zu verhalten, denn ein heißer Katalysator von einem unachtsam abgestellten Fahrzeug oder die Hitze eines Einweggrills kann ausreichen, um einen Waldbrand zu entfachen“, warnt Ministerin Gentges.
Sollten Waldbesucher bei ihrem Aufenthalt im Wald Rauch oder Feuer feststellen, bittet die Forstverwaltung darum, sofort den Notruf 112 zu wählen und die Feuerwehr zu verständigen. Eine schnelle Entdeckung und Meldung von Waldbränden hilft, das Ökosystem Wald aktiv zu schützen.
Ministerium Baden-Württemberg
EU beschließt Registrierpflicht für Hunde und Katzen
Am 28. April 2026 ist die „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über das Wohlergehen von Hunden und Katzen und ihre Rückverfolgbarkeit“ final im EU-Parlament verabschiedet worden. Eine formale Bestätigung der Verordnung durch den Rat der Europäischen Union wird innerhalb der nächsten Wochen erwartet, wodurch die Verordnung voraussichtlich im Juni 2026 in Kraft treten würde.
Dies würde zu einem stark verbesserten Schutz von Millionen Hunden und Katzen in der EU führen, so die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN. „Innerhalb von vier Jahren müssen Anbieter:innen von Hunden und Katzen diese mit einem Transponder kennzeichnen und in einem Heimtierregister registrieren lassen. Nach einer Übergangsfrist von zehn Jahren gilt die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch für privat gehaltene Hunde, nach 15 Jahren auch für privat gehaltene Katzen. Eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht macht es für illegale Züchter:innen und Verkäufer:innen sehr schwer, ihrem perfiden Geschäft anonym nachzugehen.“
Darüber hinaus erleichtert es die verpflichtende Kennzeichnung, entlaufene Tiere schnell wieder mit ihren Halter:innen zusammenzubringen, weshalb bereits heute alle Tiere gechippt und registriert sein sollten. „Von der Bunderegierung fordern wir, dass im Online-Handel die Registrierung der Hunde und Katzen verifiziert wird, noch bevor eine Verkaufsanzeige veröffentlicht wird. Nur so können Tierleid wirklich verhindert und Verbraucher:innen wirklich geschützt werden“, sagt Gerald Neubauer von VIER PFOTEN.
Die Verordnung sieht ab Mitte 2030 EU-weit vor, dass alle Anbieter:innen von Hunden und Katzen die Tiere mit einem Mikrochip kennzeichnen und in einer nationalen Datenbank registriert werden. Ab Mitte 2036 gilt diese Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch für alle privat gehaltenen Hunde, ab Mitte 2041 auch für privat gehaltene Katzen. Diese Regeln zur obligatorischen Kennzeichnung und Registrierung werden nach Ansicht von VIER PFOTEN den illegalen Heimtierhandel deutlich erschweren.
Um den illegalen Handel auf Online-Plattformen zu bekämpfen, sieht die Verordnung außerdem ein Verifizierungssystem für auf Online-Plattformen angebotene Hunde und Katzen vor. Zudem werden europaweite Mindeststandards für die Zucht von Hunden und Katzen eingeführt, wie beispielsweise eine artgerechte Ernährung, tierärztliche Versorgung und Schutz vor Misshandlung. Die beschlossenen Mindestanforderungen tragen außerdem dazu bei, unregulierten Hinterhofzuchten und Tierquälerei in Vermehrerstationen Einhalt zu gebieten, so VIER PFOTEN.
VIER PFOTEN
BVL warnt vor Permethrin als Zeckenschutz für Katzen
Aufgrund des immer milder werdenden Klimas wird ein ganzjähriger Zeckenschutz für Hund und Katze immer wichtiger. Allerdings müssen für die Katze andere Zeckenschutzmittel angewendet werden als für Hunde. So ist beispielsweise der Wirkstoff Permethrin von Hunden gut verträglich, bei Katzen kann die Anwendung des Wirkstoffs zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
„Katzen fehlt in der Leber das Enzym Glucuronyltransferase, um den Wirkstoff Permethrin im Körper abbauen zu können“, erklärt Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL. „Auch ein unbeabsichtigter Kontakt mit dem Wirkstoff sollte deshalb vermieden werden. Das Risiko besteht insbesondere, wenn Hunde und Katzen im selben Haushalt leben.“ Wachsamkeit sei ebenso bei der Anwendung permethrinhaltiger Insektenschutzmittel zur Imprägnierung von Kleidung oder anderen Textilien geboten. Das BVL rät deshalb dazu, vor der Anwendung eines Antiparasitikums stets die Gebrauchsinformation und die Warnhinweise zu lesen. Es stehen für Katzen zahlreiche sichere Tierarzneimittel für einen wirksamen Zeckenschutz zur Verfügung. Die Tierarztpraxis berät hier gern.
Bei einer Permethrinvergiftung zeigen Katzen typischerweise Symptome wie Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhten Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Atembeschwerden. Treten diese Anzeichen nach einem unbeabsichtigten Kontakt mit Permethrin auf, sollte das Tier umgehend in eine Tierarztpraxis gebracht werden. Hilfreich ist die Vorlage des Präparats oder der Packungsbeilage.
Wird versehentlich ein permethrinhaltiges Tierarzneimittel bei einer Katze angewendet, sollte die aufgetragene Lösung sofort mit Wasser und einem milden Shampoo abgewaschen werden. Vergiftungssymptome können je nach Art der Aufnahme wenige Minuten bis zu drei Tage nach Kontakt mit dem Wirkstoff auftreten. Je früher eine tierärztliche Behandlung erfolgt, desto größer sind die Überlebenschancen der Katze.
Tierhaltende oder behandelnde Tierärztin bzw. Tierarzt sollten die aufgetretene Reaktion zusätzlich als unerwünschtes Ereignis an das BVL melden. Formulare und weitere Informationen stellt das BVL unter www.bvl.bund.de/uaw bereit.
BVL
Hunde vor Fuchsräude schützen
Mit den warmen Temperaturen, die der Frühling voraussichtlich in den kommenden Tagen mitbringt, steigt auch das Risiko, dass sich die Fuchsräude (Sarcoptes-Räude) verbreitet. Die hochansteckende Krankheit, die durch Grabmilben (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird, befällt in erster Linie Füchse, Waschbären und Steinmarder. Aber auch für Hunde und Katzen besteht ein großes Risiko, sich durch den Kontakt mit befallenen Füchsen, deren Bauen oder Kadavern anzustecken.
In Deutschland ist die Fuchsräude weit verbreitet, in einigen Regionen mit einer sehr dichten Fuchspopulation, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, gibt es eine Häufung von Fällen. Die Behörden im Landkreis Konstanz bekommen immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchsen, insbesondere in der Nähe von Siedlungen, sagt das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. Auch innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, so ein Sprecher des dortigen Landratsamtes.
Erkrankte Füchse können Symptome wie Fellverlust (besonders an Rute und Rücken), blutig gekratzter Haut, Apathie sowie Verlust der Scheu zeigen. Befallene Hunde leiden ebenfalls unter massivem Juckreiz und Hautentzündungen. Um zu verhindern, dass sich Hunde anstecken, sollten Halter:innen ihre Vierbeiner möglichst von Fuchsbauten fernhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anleinen. Bei Verdacht sollte sofort ein:e Tierärzt:in aufgesucht werden, da die Krankheit unbehandelt schwer verläuft.
Gerade in der Paarungszeit der Füchse besteht laut Ministerium ein besonders hohes Risiko, dass sich die Krankheit ausbreitet. Jedoch sei keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten.
Proplanta
Mitmachaktion gegen das Leid von Straßenkatzen
Der Frühling ist in Deutschland angekommen. So wird es auch bald wieder eine Flut von Katzenkitten geben, die von Straßenkatzen abstammen. Nahezu alle dieser auf der Straße geborenen „Frühjahrskätzchen“ sind krank, mehr als ein Drittel sogar schwer, wie der Deutsche Tierschutzbund mahnt. Unzählige Jungkatzen sterben unbemerkt oder werden in die ohnehin überfüllten Tierheime gebracht.
„Solange die Bundesregierung nicht handelt, werden Leid und Tod weitergehen“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und erneuert mit Nachdruck seine Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Nur so ließe sich das unermessliche Leid verringern, so Schröder. Denn die mehr als zwei Millionen Straßenkatzen in Deutschland stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängerkatzen ab.
„Viele leiden unter Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Unterernährung oder Parasitenbefall“, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Ein Überleben sei nur mit einer tierärztlichen Versorgung möglich, so Zohni weiter. Tierheime und Tierschutzvereine, die sich der Straßenkatzen annehmen, trügen dabei die Hauptlast.
Deutscher Tierschutzbund
NABU ruft zur Meldung von Zecken auf
Mit den steigenden Frühlingstemperaturen nimmt auch die Aktivität der Zecken zu. Neben den heimischen Blutsaugern verbreiten sich in Deutschland zunehmend auch neue Zeckenarten immer weiter aus, so auch die Wiesenzecken (auch als Auwaldzecke bekannt) und Schafzecke. Diese stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen, fühlen sich hierzulande mehr und mehr heimisch.
Um gemeinsam die Verbreitung dieser Zeckenarten zu erforschen, ruft der Naturschutzbund NABU zu einer Mitmachaktion auf, bei der gefundene Zecken fotografiert und gemeldet werden sollen. Jede Meldung liefert Information zur Aktivität dieser Arten, ihrer Herkunft und welche Tiere sie befallen. Die gesammelten Daten können helfen, mehr über die Verbreitung und das Verhalten der Zeckenarten zu erfahren. „Wir möchten wissen, wie sich im Zuge des Klimawandels die geografische Verbreitung von Buntzecken und anderen Arten bundesweit und in Baden-Württemberg entwickelt“, erklärt Dr. Stefan Bosch, Mediziner und NABU-Aktiver.
Gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover rufen die Naturschützer:innen daher alle Bürger:innen aktuell zur Unterstützung auf. Nach einem Fund sollten Interessierte sowohl die Ober- als auch die Unterseite der Zecke fotografieren und anschließend den Fund über das entsprechende Meldeportal melden. Die Zeckenart kann dort mithilfe von Informationen oder der Bestimmungshilfe zum Durchklicken bestimmt werden. Anschließend ist noch ein entsprechendes Meldeformular auszufüllen.
NABU
Ruhr24
Parasitenprophylaxe: Bessere Aufklärung von Tierhaltenden notwendig
Am heutigen Freitag (20.3.2026) wird der World Parasite Awareness Day gefeiert. Die von verschiedenen Tiergesundheitsorganisationen und der Veterinärindustrie im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Initiative soll das Bewusstsein für die Gesundheitsrisiken schärfen, die Parasiten für Haustiere und Menschen darstellen. Dabei können die Risiken durch konsequenten Schutz einfach verhindert werden.
Eine aktuelle Umfrage unter 6.500 Besitzer:innen von Katzen und Hunden auf der ganzen Welt ergab jedoch, dass mehr als ein Viertel der Befragten wenig oder gar nicht mit Parasitenrisiken vertraut ist. Hier scheint es einen erheblichen Bedarf für bessere Aufklärung und konsequentere Präventionsgewohnheiten zu geben. Drei Viertel der befragten Tierhaltenden wünschen sich klarere Empfehlungen zur Prävention.
Denn Flöhe, Zecken, Würmer und andere Parasiten können im schlimmsten Fall zu schweren und sogar lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Zecken gehören weltweit zu den am weitesten verbreiteten Ektoparasiten. Die Blutsauger können unter anderem Lyme-Borreliose, Babesiose oder Ehrlichiose übertragen.
Gemäß einer aktuellen Feldstudie von Boehringer Ingelheim wurden in 73 % der untersuchten Parks in deutschen Städten Zecken nachgewiesen, wobei im Frühjahr/Frühsommer deutlich mehr Zecken gefunden wurden als im Herbst. Der Gemeine Holzbock war die dominierende Art unter den identifizierten Zecken, die besonders häufig in Bereichen mit Büschen und Laubstreu gefunden wurden. Tierärzt:innen sind bei einem Großteil der Tierhaltenden die erste Anlaufstelle bei der Risikobewertung sowie der Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen. Da Parasitenrisiken je nach Region, Saison und Lebensstil variieren, gewinnen individuelle Beratung, regelmäßige Kontrollen und der verantwortungsvolle Einsatz präventiver Lösungen durch Tierärzt:innen an Bedeutung.
ESCCAP
Parasiteawarenessday
Jetzt für Tierschutzpreise bewerben!
Auch in diesem Jahr werden wieder Tierschutzpreise in zahlreichen Bundesländern vergeben. Wir haben einige für Sie aufgelistet:
Im Zentrum des Tierschutzpreises des Landes Sachsen-Anhalt stehen nachahmungswerte Schulprojekte, die Kindern und Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren vermitteln. Schulen in Sachsen-Anhalt mit Arbeitsgemeinschaften oder Projekten, die sich intensiv mit dem Schutz von Nutz- oder Heimtieren befassen, können sich noch bis Ende März 2026 bewerben.
Ab April 2026 (Termin wird noch bekanntgegeben) können sich Menschen, Initiativen und Vereine, die sich mit voller Leidenschaft und Engagement für den Tierschutz einsetzen und gleichzeitig den Tieren helfen, für den Deutschen Tierschutzpreis 2026 bewerben. Im vergangenen Jahr gab es erstmals eine eigene Kategorie für ein Kinder- oder Jugendtierschutzprojekt, um der Nachwuchsarbeit im Tierschutz eine besondere Gewichtung zu geben.
Das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie verleiht seinen Tierschutzpreis in 2026 bereits zum 32. Mal. Einzelpersonen, Gruppen oder landwirtschaftliche Betriebe, die sich durch außergewöhnliches Engagement und innovative Projekte im Bereich Tierschutz hervorgetan haben, können für die Kategorien Karitativer Tierschutz oder Artgerechte Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere vorgeschlagen werden oder sich selber bewerben. Eine Bewerbung ist bis zum 31. Mai 2026 möglich.
Auch die Bayerische Staatsregierung zeichnet jedes Jahr Personen und Institutionen mit Sitz bzw. Wohnort in Bayern aus, die sich um den Tierschutz besonders verdient gemacht haben. Über die Vergabe des mit 12.000 Euro dotierten Tierschutzpreises entscheidet eine Fachjury. Zusätzlich wird der Tierschutz-Sonderpreis des Staatsministers verliehen. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2026.
Der Tierschutzforschungspreis 2026 wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ausgeschrieben. Nominierungsschluss ist der 31. März 2026. Nominierungsberechtigt sind die nationalen 3R-Zentren sowie die Leitungen nationaler Forschungseinrichtungen im Bereich der Lebens- und Naturwissenschaften. Die Preisträger:innen erhalten ein Preisgeld von bis zu 100.000 Euro.
Außerdem wird der Erwin-Becker-Preis – Pferd 2026 im Rahmen des DVG-Vet-Congresses im Oktober 2026 in Berlin verliehen. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung der DVG-Fachgruppe Pferdekrankheiten würdigt alle zwei Jahre herausragende wissenschaftliche Arbeiten (Originalarbeiten) zu Pferden oder Equiden, die innerhalb der letzten zwei Jahre publiziert wurden. Bewerbungsschluss ist der 31.5.2026. Mehr Informationen dazu im DTBL 2/2026, S. 230.
Bereits am 15.5.2026 endet die Ausschreibungsfrist für den mit 20.000 Euro dotierten Stockmeyer Wissenschaftspreis 2026. Dieser Preis zeichnet herausragende lebensmittelwissenschaftliche Forschungsarbeiten aus. Die prämierten Arbeiten bestechen durch praktikable Lösungsansätze und anwendungsorientierte Forschung, die im Sinne des Stiftungszwecks zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes sowie zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln beitragen.
Regulierung des Tierhandels dringend erforderlich
Anfang Februar 2026 ist bei einem aus Russland nach Deutschland importierten Hund die Tollwut nachgewiesen worden. Der Deutsche Tierschutzbund hat seine Besorgnis über den aktuellen Fall und die Gefahr von illegalen und unseriösen Tierimporten zum Ausdruck gebracht. In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) fordert der Bund Maßnahmen zur Regulierung des Tierhandels.
Neben einer strikten Regulierung des Onlinehandels mit Tieren und einer Sachkundepflicht für private Tierhalter:innen mahnt der Tierschutzbund weitere Importregelungen und eine sofortige Bereitstellung von zusätzlichen Geldern für die Tierheime an.
„Der aktuelle Tollwutfall ist ein dringender Weckruf“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Gefahr durch illegale und unseriöse Tierimporte ist keine theoretische, sondern eine sehr reale Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier.“
Tierheime sind meist die einzigen Anlaufstellen für Tiere, die wegen fehlender Papiere oder Impfungen von Behörden beschlagnahmt wurden. Die meist kranken und viel zu früh von ihrer Mutter getrennten Welpen verstärken die ohnehin belastende Situation der Tierheime. Der Deutsche Tierschutzbund bezeichnet den aktuellen Tollwutfall als einen Weckruf und fordert die Politik zu einem schnellen Handeln auf.
Deutscher Tierschutzbund
TiHo startet mit verhaltensmedizinischer Sprechstunde
Nicht nur Menschen, auch Tiere zeigen immer öfter Verhaltensauffälligkeiten. Neben dem Jagen von Licht, Schatten oder des eigenen Schwanzes zeigen die betroffenen Tiere unter anderem auch kognitive Dysfunktionen (Demenz), sowie Angst- und Aggressionsverhalten – etwa im Zusammenhang mit Tierarztbesuchen, Geräuschen oder sozialen Situationen. Entsprechende Verhaltensveränderungen können sowohl durch körperliche Erkrankungen als auch durch psychische Belastungen ausgelöst oder verschlimmert werden.
Ab sofort können Hunde, Katzen und weitere Tierarten mit Verhaltensauffälligkeiten in der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) vorgestellt werden, die ihr Behandlungsspektrum um eine spezialisierte Sprechstunde für Verhaltensmedizin für Haustiere erweitert hat. Claudia Richter, die bereits viele Jahre lang eine eigene Praxis für Verhaltensmedizin im kanadischen Vancouver geführt hat, übernimmt die Leitung der neuen Abteilung für Verhaltensmedizin.
„Unser Ziel ist es, die körperliche und emotionale Gesundheit unserer Patienten ganzheitlich zu betrachten und so für jedes Tier und seine Familie einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen“, erklärt Richter. „Dabei profitieren wir von den anderen Fachabteilungen der TiHo, nutzen modernste Technik und können so eine umfassende Diagnostik sicherstellen.“
Besitzer:innen von Hunden und Katzen mit Verhaltensauffälligkeiten werden zunächst gebeten, einen Online-Fragebogen auszufüllen. Ein dann stattfindendes telemedizinische Erstgespräch dient der Vorbereitung und Planung weiteren Therapie, der einem individuellen Pan folgt, der medizinische Maßnahmen, verhaltenstherapeutische Ansätze und – falls erforderlich – eine medikamentöse Unterstützung einschließt. „Wir arbeiten in der Verhaltensmedizin zudem eng mit qualifizierten Trainerinnen und Trainern zusammen, die die Tierbesitzerinnen und -besitzer anleiten und mit positiver Verstärkung arbeiten“, erklärt Richter. „Das ist vergleichbar mit der Zusammenarbeit eines Chirurgen mit einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten.“
Klinikleiter Professor Holger Volk sieht in der neuen verhaltensmedizinischen Sprechstunde eine große Bereicherung für die TiHo: „Die Verhaltensmedizin weist zahlreiche Schnittstellen zu unseren anderen Fachbereichen auf – sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung“, so Volk. „Wir sind sehr stolz und dankbar, mit Claudia Richter eine so erfahrene Expertin für die Klinik für Kleintiere gewonnen zu haben.“
Bei Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte mit Hilfe einer 10-teiligen Kursreihe, die aus 6 Online-Seminaren und 4 Präsenz-Fortbildungen in Baunatal besteht, zum Thema Verhaltenstherapie fortbilden. Die Fortbildungsreihe ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie und der DVG-Fachgruppe Verhaltensmedizin und Bissprävention.
bpt-INTENSIV Kleintier Gastroenterologie in Bielefeld
Vom 26. Februar bis 01. März 2026 findet in der Stadthalle Bielefeld die bpt-INTENSIV Kleintier 2026 zum Spezialthema Gastroenterologie statt. Die Fortbildungsveranstaltung kommt mit einem hochkarätigen Programm inkl. Seminaren der Industrie und mit einer Fachmesse Veterinärmedizin daher.
Das Hauptprogramm besteht aus
- Vortragszyklus (aktuelle, praxisrelevante Referate)
- Falldarstellungen (Anamnese – Diagnose – Therapie – Verlauf)
- Seminarverbund (drei Vertiefungsseminare zu ausgewählten Problemstellungen mit Rotation der Teilnehmer durch alle drei Seminare)
Ergänzt wird das Hauptprogramm durch Beratungsangebote zur Praxisführung und eine Fortbildung für Tiermedizinische Fachangestellte.
Jetzt noch rasch anmelden >>>
Umfassender Genom-Atlas zu Tumorerkrankungen bei Katzen erstellt
Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) hat den bislang umfassendsten Genom-Atlas für Krebserkrankungen bei Hauskatzen erstellt.
In der Studie wurden 493 Tumore aus 13 unterschiedlichen Tumorarten umfassend genomisch analysiert und jeweils mit gesundem Gewebe derselben Tiere verglichen. Ziel war es, wiederkehrende genetische Veränderungen zu identifizieren, molekulare Muster der Tumorentstehung besser zu verstehen und potenzielle therapeutische Angriffspunkte zu definieren.
Die Analysen zeigen deutliche Parallelen zur Humanonkologie, aber auch artspezifische Besonderheiten, die wiederum neue Einblicke in tumorbiologische Prozesse ermöglichen.
Neben Punktmutationen wurden auch strukturelle chromosomale Veränderungen untersucht. Dabei zeigte sich ein charakteristisches Muster: Tumoren wiesen entweder eine hohe Anzahl kleiner genetischer Veränderungen oder größere chromosomale Aberrationen auf, jedoch selten beides gleichzeitig. In einzelnen Fällen fanden sich zudem genetische Spuren von Papillomaviren, was auf eine mögliche virale Beteiligung an der Tumorentstehung hinweist. Bei Hauttumoren konnten UV-assoziierte Mutationssignaturen nachgewiesen werden, vergleichbar mit bekannten Mechanismen in der Humanmedizin.
Von besonderer klinischer Relevanz ist, dass bei mehr als der Hälfte der untersuchten Tumoren genetische Veränderungen identifiziert wurden, die prinzipiell therapeutisch adressierbar sein könnten. In rund einem Drittel der Fälle legen die molekularen Profile nahe, dass künftig gezielte Therapiestrategien in Betracht gezogen werden könnten, etwa bei Veränderungen in Signalwegen, für die in der Humanonkologie bereits Wirkstoffe verfügbar sind.
Für die tierärztliche Praxis eröffnet der Genom-Atlas langfristig die Perspektive einer stärker molekularbasierten Diagnostik und einer individualisierten Onkotherapie bei Katzen. Die Ergebnisse unterstützen zudem den One-Medicine-Ansatz, indem sie die enge biologische Verwandtschaft onkologischer Mechanismen zwischen Mensch und Tier verdeutlichen und zugleich artspezifische Unterschiede sichtbar machen. Insgesamt stellt die Arbeit einen wichtigen Schritt hin zu einer präzisionsmedizinischen Onkologie in der Kleintiermedizin dar.
Spezifisches Wissen zu den Tumorerkrankungen von Hund und Katze erhalten Tierärzt:innen in den beiden Online-Fortbildungen Onkologie I (Kurs I) und Onkologie II (Kurs 15) der Reihe Consensus Statements für die Kleintiermedizin von Myvetlearn.de.
Vetmeduni Wien
Leid von Straßenkatzen durch Kastrationspflicht endlich beenden
Einmal mehr macht der Deutsche Tierschutzbund auf das Leid von Millionen Straßenkatzen aufmerksam, die jeden Tag in Deutschland um ihr Überleben kämpfen. Der Verband fordert die Politik auf, endlich eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen einzuführen, um dieses Leid nachhaltig zu bekämpfen. Gleichzeitig sind auch die Bürger:innen aufgefordert, den armen Kreaturen zu helfen, vor allem Katzenhalter:innen müssen Verantwortung übernehmen, indem sie ihre Katzen und Kater mit Freigang kastrieren lassen.
„Der Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung kann nur durch Kastration beendet werden – und zwar sowohl der Straßenkatzen als auch der Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Die Politik muss endlich handeln! Es braucht dringend eine bundesweit flächendeckende gesetzliche Regelung – genau wie die Aufklärung der breiten Bevölkerung und das Engagement jedes einzelnen Tierfreundes. Denn jede Katze verdient Schutz, Fürsorge und unsere Unterstützung“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Mehr erfahren >>>
Deutscher Tierschutzbund
Kostenübernahme bei Fundtieren klar geregelt
Verwilderte Haustiere, so auch freilebende Katzen, gelten seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. April 2018 zweifelsfrei als Fundtiere und sind nicht als herrenlose Tiere zu behandeln. Durch dieses Urteil besteht jetzt bezüglich der Rechtssicherheit für Tierärzt:innen, Tierheime, Tierschutzorganisationen sowie für die kommunalen Behörden Klarheit.
„In der täglichen Praxis kommt es immer wieder zu Diskussionen über Zuständigkeiten und Kostenfragen, vor allem bei verletzten oder erkrankten Fundtieren. Die nun vorliegende Klarstellung hilft, diese Konflikte zu vermeiden und das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt zu stellen“, betont der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Dr. Holger Vogel.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher hat dazu in ihrer Funktion als Bundestierschutzbeauftragte in einem Schreiben an die kommunalen Spitzenverbände den Begriff der sogenannten „Fundtiere“ noch einmal rechtlich klargestellt. Tiere sind nach den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) als Fundsachen einzuordnen, für die die Kommune des Fundortes zur Verwahrung verpflichtet ist. In dem Fall, dass die zuständigen Behörde eine tierärztliche Versorgung sowie eine Unterbringung in einem Tierheim veranlasst, sind die Kommunen auch für die Übernahme der entstandenen Kosten verantwortlich.
Besonders wichtig ist der Hinweis, dass diese Kostenübernahmepflicht auch dann fortbesteht, wenn der Finder auf den später möglichen Eigentumserwerb verzichtet. Die Klarstellung macht deutlich, dass sich Kommunen ihrer Verantwortung für Fundtiere nicht entziehen können, betont die BTK in einer Pressemeldung.
BTK
Neuer Veterinärkongress ab 2027 in Stuttgart
Am 15. Januar 2026 geht der 13. Leipziger Tierärztekongress (LTK), die größte Fortbildungsveranstaltung für Tierärzt:innen im deutschsprachigen Raum, an den Start. Die rund 7.000 Teilnehmenden erwarten neben 500 Vorträgen und Kursen auch ca. 350 Ausstellerfirmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen auf der Fachmesse vetexpo präsentieren werden.
Um den Tierärzt:innen die lange Wartezeit bis zum nächsten LTK im Jahr 2028 zu verkürzen, startet die Leipziger Messe mit den VetMed – Tiermedizintagen Baden-Württemberg eine neue veterinärmedizinische Veranstaltung im Süden Deutschlands. Erstmals findet der Kongress am 5. und 6. Februar 2027 in der Schwabenlandhalle Fellbach in Stuttgart statt und soll künftig immer im Zwischenjahr des Leipziger Tierärztekongresses durchgeführt werden.
„Baden-Württemberg ist eine der stärksten Tierarztregionen in Deutschland – mit einer hohen Praxisdichte und einer großen fachlichen Bandbreite“, erklärt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. „Mit der VetMed schaffen wir in Kooperation mit der Landestierärztekammer Baden-Württemberg eine Fortbildungsplattform, die Austausch, Praxisnähe, Wissenstransfer und Teamfortbildung in den Mittelpunkt stellt. Wir freuen uns auf diese ganz sicher gewinnbringende Kooperation.“
„Als drittgrößte Tierärztekammer Deutschlands ist es uns wichtig, moderne und regionale Fortbildungsangebote zu etablieren, die den Kolleginnen und Kollegen im Südwesten praxisnahen und hochqualitativen Input bieten“, ergänzt Tim Bogs, Vizepräsident der Landestierärztekammer Baden-Württemberg. „Mit unserem Wissen um die Bedürfnisse der Region werden wir gemeinsam mit den Veranstaltungsprofis der Leipziger Messe ein Format entwickeln, das Tierärztinnen, Tierärzten und Tiermedizinischen Fachangestellten eine zukunftsorientierte Plattform bietet. Wir laden schon jetzt die Tierärzteschaft und Praxisteams der gesamten Region herzlich ein, diese Veranstaltung zu besuchen.“
Entsprechend der regionalen Bedürfnisse werden im Kongressprogramm sowohl Themen für die Praxis als auch für die Klinik abgebildet. Zu den fachlichen Schwerpunkten zählen Kleintier, Pferd und Veterinary Public Health (VPH). Eine eigene Fortbildungssäule richtet sich zudem an Tiermedizinische Fachangestellte (TFA), sodass das gesamte Praxisteam neue Impulse erhält. In einer begleitenden Fachausstellung werden innovative Exponate und Technologien aus den Bereichen Pharma, Medizintechnik und Praxisbedarf gezeigt. Die Zahl der Aussteller:innen zur Veranstaltungspremiere wird bewusst auf 50 begrenzt, um einen fokussierten Einblick zu ermöglichen.
Vetmed
4. VetSurvey-Umfrage der FVE
Zum 4. Mal nach 2015, 2018 und 2023 hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachverband für tierärztliche Organisationen aus Europa, ihre nächste Umfrage gestartet, um die aktuelle Lage des Tierarztberufs bewerten zu können.
Die 4. FVE VetSurvey beleuchtet sowohl Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden als auch Karrieretrends und zukünftige Herausforderungen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Erhebung zu einer aussagekräftigen Evidenzbasis für den Berufsstand entwickelt und konnte bislang wertvolle Erkenntnisse zu der Stimmungslage der Tierärzteschaft in Europa liefern. Das nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene, sodass Länder ihre Situation mit anderen vergleichen können und die FVE und ihre Mitglieder Maßnahmen für einen widerstandsfähigen, zukunftssicheren Berufsstand priorisieren können.
Für die nun vierte Umfrage bittet der Dachverband um die umfassende Unterstützung seitens der Tierärzteschaft, damit robuste und statistisch aussagekräftige Ergebnisse gewährleistet werden können. Die Beantwortung dauert lediglich10 bis 15 Minuten. Je mehr Tierärzt:innen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Daten sein, um mit politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und Interessengruppen in Kontakt zu treten.
Bitte helfen Sie mit, indem Sie die Umfrage so weit wie möglich verbreiten.
Zur Umfrage
Geflügelpest: Katzen und Hunde vor Ansteckungen schützen
Freigängerkatzen und Hunde sind in Gebieten, in denen es eine hohe Zahl an Wildvögeln gibt, die an der Geflügelpest (Aviäre Influenza, AI) verendet sind, gefährdet, sich ebenfalls mit dem Virus zu infizieren. Bereits am 3.12.2025 hatte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mitgeteilt, dass bei einer tot aufgefundenen Katze in einem Waldgebiet bei Neuruppin das hochpathogene Geflügelpest-Virus H5N1 nachgewiesen worden war. Im gleichen Gebiet waren zudem positiv auf das Virus getestete Wildvögel gefunden worden. Weitere infizierte Katzen wurden in die Obhut des Amtes für Verbraucherschutz und Landwirtschaft genommen, wie der Landkreis weiter mitteilt.
Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass sich die verendete Katze durch direkten Kontakt mit infizierten Vögeln bzw. deren Ausscheidungen angesteckt habe, so der Landkreis. So sollten Hundehalter:innen in Gebieten mit gehäuftem Wildvogelsterben ihre Tiere an der Leine führen. Der Landkreis rät Halter:innen von Freigängerkatzen zudem, den Freilauf für die nächsten Wochen einzuschränken, um die Tiere nicht zu gefährden.
In seltenen Fällen können sich Katzen und Hunde mit dem Geflügelpest-Virus anstecken, doch dafür sei eine große Virusmenge notwendig, heißt es weiter. Infizierte Tiere können Symptome wie Augen- und Nasenausfluss, Husten, Niesen, Atemprobleme, Teilnahmslosigkeit und Appetitlosigkeit zeigen. Aber es können auch Anzeichen wie Zittern, Krampfanfälle sowie eine gestörte Koordination auftreten. Hunde infizieren sich seltener als Katzen. Eine Übertragung des Virus von Säugetieren auf den Menschen ist unwahrscheinlich.
Tierhaltende sollten ungewöhnliche Verhaltensänderungen oder gesundheitliche Beschwerden bei ihren Tieren ernst nehmen und tierärztlich abklären lassen, rät das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Nicht jede Infektion müsse jedoch tödlich verlaufen, Heilmöglichkeiten außer der Behandlung der Symptome gebe es aber auch nicht.
Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Proplanta
EU legt neue Regeln zum Schutz von Heimtieren fest
Die Europäische Union will den Tierschutz in Europa stärken. Dazu haben das EU-Parlament und der EU-Rat nun eine vorläufige Einigung in verschiedenen Punkten erzielt. Damit würden erstmals EU-weit geltende Mindestvorschriften festgelegt. Neben einem fairen Wettbewerb unter Hunde- und Katzenzüchter:innen haben neue Gesetze das Ziel, den Verbraucherschutz zu stärken und den illegalen Handel mit Tieren zu bekämpfen.
„Ich bin wirklich stolz darauf, dass wir ein Abkommen ausgehandelt haben – und zwar das erste seiner Art –, das strengere Regeln für den Handel mit Hunden und Katzen festlegt und es uns ermöglicht, die Probleme der Welpenfabriken und des illegalen Handels mit Tieren anzugehen. Wir führen Mindeststandards für den Tierschutz ein, legen Regeln für die Rückverfolgbarkeit fest und harmonisieren die Rechtsvorschriften. Dies ist ein großer Erfolg für Europa und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für den Tierschutz in Europa“, erklärt Jacob Jensen, dänischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei.
Alle Katzen und Hunde müssen vor dem Verkauf oder der Abgabe mit einem Mikrochip versehen und in einer nationalen Datenbank registriert werden. Zudem fordert die EU, dass alle Datenbanken mit den Datenbanken anderer EU-Länder kompatibel und online zugänglich sein müssen.
Der Deutsche Tierschutzbund sieht in der Einigung eine große Chance, den Tierschutz in Europa nachhaltig zu verbessern, kritisiert aber das Zulassen zu vieler Ausnahmen. „Dass alle in der EU gehaltenen Hunde und Katzen zukünftig durch einen Transponder mit Mikrochip gekennzeichnet und in einem Haustierregister registriert sein müssen, ist ein entscheidender Schritt, um den illegalen Tierhandel wirksam einzudämmen und den Schutz der Tiere nachhaltig zu stärken“, erklärt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Zeller rät zu einer schnellen Umsetzung in Deutschland.
Der Verband zeigt sich auch zufrieden mit der angepeilten EU-weiten Regelung hinsichtlich der Zucht von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen. Die Reform erntet jedoch auch Kritik, da die Vorgaben meist nur für Züchter:innen und Händler:innen ab einer bestimmten Tier- und Wurfzahl gelten sollen. Viele unseriöse Zuchten könnten so weiter unter dem Radar laufen, so der Tierschutzbund. „Diese Ausnahmen sind bedauerlich. Alle Hunde und Katzen haben ein Recht auf Schutz“, so Zeller abschließend.
Deutscher Tierschutzbund
European Council
Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes verabschiedet
Der Bundestag hat in der vergangenen Woche ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes und des Apothekengesetzes verabschiedet. Dadurch müssen Nutztierhalter:innen ab 2027 nur noch einmal im Jahr Angaben zu den Arzneimittelanwendungen machen. Bislang musste diese sogenannte TAM-Meldung im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes halbjährlich erfolgen.
Ab 2026 soll die Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten gemäß den EU-rechtlichen Vorgaben auf weitere Tierarten wie Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, Füchse und Nerze in Pelztierhaltungen, bestimmte Fischarten, Pferde und der Lebensmittelgewinnung dienende Kaninchen ausgeweitet werden.
Die Erhebung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen soll hingegen von ursprünglich Ende 2025 auf Anfang 2029 verschoben werden. Das solle Bürokratieaufwand und Geld sparen, heißt es als Begründung vom BMLEH.
Da allerdings der Tagesordnungspunkt auf 00:30 angesetzt war und die Ränge des Parlamentes zur späten Stunde entsprechend leer wirkten, zweifelte die AfD-Fraktion die Beschlussfähigkeit des Bundestages an. Denn für diese müssen mindestens die Hälfte der Abgeordneten anwesend sein.
Um die Antibiotikaminimierung im Stall geht es auch auf der Lernplattform VetMAB.de, die zahlreiche Fortbildungen zu dem Thema für Landwirte und Tierärzte anbietet.
Abgeordnetenwatch
Schweizerbauer
Antibiotikagaben in der Schweiz weiter rückläufig
Nach aktuellen Zählungen des Informationssystems Antibiotika in der Veterinärmedizin (IS ABV) hat der Einsatz von Antibiotika bei Tieren in der Schweiz auch im vergangenen Jahr abgenommen. Während in der Rindermast und in der Milchkuhhaltung ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, zeigte sich ein Rückgang an Wirkstoffen, darunter auch kritischer Antibiotika, sowohl bei Schweinen als auch bei Geflügel. Die Zahl der Verabreichungen bei Hunden, Katzen und Pferden ist in 2024 stabil geblieben. So setzt sich ein mehrjähriger Trend fort. Der Bericht steht auf der Seite des BLV zum Download zur Verfügung.
Die Datenbank ist Bestandteil der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR), die das Ziel hat, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig sicherzustellen. Zudem ermöglicht das System, regionale, nationale und internationale Vergleiche des Antibiotikaverbrauchs bzw. der Behandlungsintensität zu machen. Somit sind Zusammenhänge zur Resistenzlage besser ersichtlich.
Auch die Lernplattform VetMAB setzt sich für Antibiotikaminimierung im Stall ein. Hier finden Tierärzte und Landwirte ausgewählte Online-Kurse, die zeigen, wie sich der Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren weiter verringern lässt.
BLV
Kastrationsaktion von Streunerkatzen in Schleswig-Holstein angelaufen
Seit mehr als elf Jahren werden zweimal pro Jahr in Schleswig-Holstein freilebende Katzen kastriert. Die Herbstaktion ist am 27. Oktober 2025 an den Start gegangen. Das Land stellt für die beiden Aktionen in 2025 insgesamt 110.000 Euro bereit. Zusätzliche Gelder kommen vom Landesverband Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes (10.000 Euro) sowie von der BINGO!-Umweltlotterie (155.000 Euro). Die teilnehmenden Tierärzt:innen verzichten im Aktionszeitraum auf ihr Honorar.
Ab sofort können Katzen, die sich offensichtlich nicht in menschlicher Obhut befinden, kastriert werden. Die Fänger:innen müssen dazu einen Vordruck ausfüllen, der bestätigt, dass es sich um eine freilebende Katze handelt. Diesen Personen entstehen keine Kosten. Bedingung ist jedoch, dass die Tiere nach dem Eingriff wieder an ihren Fundort zurückgebracht werden.
Mit der bewährten Kastrationsaktion soll das Tierleid der geschätzten 75.000 Streunerkatzen nachhaltig verringert und die Artenvielfalt zu schützen. „Die Katzenkastrationsaktion ist ein Erfolgsmodell für den Tier- und Artenschutz. Schleswig-Holstein zeigt, dass wirksamer Tierschutz nur gemeinsam mit Ehrenamt, Tierärzteschaft und Kommunen gelingt“, betont Verbraucherschutzstaatssekretärin Anne Benett-Sturies. Sie appelliert aber auch an alle Halter:innen von Freigängerkatzen, ihre Tiere kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen.
Schleswig-Holstein.de
Tierhalter in Europa betreiben mehrheitlich Vorsorge
Wie aus einer aktuellen EU-weite Umfrage im Auftrag von AnimalhealthEurope hervorgeht, lässt die Mehrheit der befragten Tierhalter:innen ihr Tier regelmäßig Impfen, gegen einen Parasitenbefall schützen und vorsorglich untersuchen.
„Gesundheit beginnt mit Prävention, das gilt insbesondere für Haustiere“, so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbands für Tiergesundheit (BfT). „Die Umfrage bestätigt: Haustierhaltende sind bereit, für das Wohl ihrer Tiere und die Sicherheit ihrer Familien aktiv vorzubeugen.“
Zentrale Umfrageergebnisse rund um Haustiere:
- 87 % der Befragten sprechen sich für mindestens einen Tierarztbesuch pro Jahr aus
- 78 % stimmen zu, dass Haustiere regelmäßig geimpft werden sollten
- 84 % wissen, dass der Befall mit Parasiten wie Zecken, Flöhe und Würmer abgewehrt und behandelt werden kann
- 82 % betonen die Bedeutung von Parasitenkontrolle, 81 % halten regelmäßige Entwurmung für wichtig
- 87 % beziehen Informationen zur Parasitenkontrolle direkt von ihrer Tierärztin oder ihrem Tierarzt
Prävention schützt aber nicht nur das Tier, sondern auch das Umfeld. Impfungen und Parasitenkontrolle senken das Risiko, auch von auf den Menschen übertragbaren Erkrankungen (Zoonosen) und unterstützen das Tierwohl langfristig. Damit unterstreicht die Umfrage die zentrale Rolle der Tiergesundheit im One-Health-Kontext. Die Tiergesundheitsunternehmen ermöglichen durch Forschung, Entwicklung und Versorgung mit modernen Präparaten diesen präventiven Schutz – als verlässlicher Partner an der Schnittstelle zwischen Tiermedizin, Gesundheitsvorsorge und Gesellschaft.
BfT
Bereitschaft für Adoption von Tierheimtieren ist groß
Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober präsentieren Tierschutz Austria und Mars Austria den ersten österreichischen Haustierreport. Die repräsentative Umfrage unter 790 Österreicher:innen im Alter von 18 bis 79 macht deutlich: Immer mehr Österreicher:innen denken bei der Anschaffung eines Haustiers an die Adoption eines Tieres aus dem Tierheim. So würden sich 55 Prozent der Befragten für ein Tier aus dem Tierheim entscheiden. Ausschlaggebend ist dabei vor allem der Tierschutzgedanke (70 %) sowie positive Erfahrungen mit bereits adoptierten Tieren. Dennoch bestehen auch Vorbehalte: Fast die Hälfte (45 %) wünscht sich eine „Rückgabemöglichkeit“, jeder Zweite scheut die Adoption eines alten oder kranken Tieres.
Bereits heute lebt in beinahe jedem zweiten österreichischen Haushalt ein Tier. Am beliebtesten sind hierzulande Katzen, gefolgt von Hunden. Rund ein Fünftel denkt aktuell über eine Anschaffung nach, auch befeuert durch emotionale Tierposts in den sozialen Medien. 38 Prozent der von Mars in Österreich Befragten geben an, dass herzige Social-Media-Posts ihren Wunsch nach einem tierischen Begleiter verstärken, besonders Frauen und jüngere Menschen. 53 Prozent möchten mit einem Haustier vor allem das Bedürfnis nach emotionalem Rückhalt stillen – sei es gegen Einsamkeit oder zur Stressbewältigung.
Mars.com
Heute Abend: Qualzuchtdoku in der ARD
Heute Abend strahlt die ARD um 22:50 Uhr eine Dokumentation zur Qualzucht von Haustieren aus. Unter dem Titel „Leiden auf vier Pfoten“ berichten verschiedene Expert:innen, u.a. auch Prof. Dr. Achim Gruber von der FU Berlin, über das Leiden von Millionen Haustieren in Deutschland, die durch sogenannte Zuchtdefekte verursacht werden. Diese sogenannten Qualzuchten leiden beispielsweise aufgrund des Zuchtziels unter Atemnot, Schmerzen, Bewegungsstörungen, Haarlosigkeit, Taub- und Blindheit. Für das rassetypische Aussehen nehmen Züchter:innen und Tierhaltende die Leiden hin – manche bewusst, andere aus Unkenntnis.
Die ARD Story deckt Verstöße auf Hundeausstellungen auf, zeigt, wie Züchter:innen Profit auf Kosten kranker Tiere machen und vergleicht die Rechtslage mit anderen Ländern. Fachleute fordern: „Schluss mit Schönheit vor Gesundheit.“ Ein Thema, das alle betrifft.
Zur Doku >>>
Mehr Aufklärung zu Tierarzneimitteln notwendig
Das allgemeine Bewusstsein für Tierwohl, Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit hat in den vergangen Jahren zugenommen. So scheint auch das Vertrauen in die tierärztliche Versorgung sowie Prävention der Bevölkerung gewachsen zu sein. Das zumindest geht aus einer internationalen Umfrage hervor, die AnimalHealthEurope im März und April 2025 unter 6.300 Personen in verschiedenen europäischen Ländern beauftragt hat.
Diese ergab, dass 78 % der Befragten die Krankheitsvorbeugung bei Nutztieren für besser als eine Behandlung erachten, bei Heimtieren waren es sogar 80 %. Knapp drei Viertel der Menschen befürworten regelmäßige Impfungen bei Nutztieren. Die Auswertung ergab aber auch, dass in Hinsicht auf Antibiotika noch gravierende Wissenslücken vorhanden sind. So wissen knapp 60 % der Befragten nicht, dass Antibiotika als Wachstumsförderer verboten sind. 39 % sind davon überzeugt, dass Antibiotika routinemäßig ohne Erkrankung verabreicht werden.
„Dass rund 80 Prozent der Befragten Impfungen bei Tieren befürworten, ist ein starkes Signal“, betont Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT). „Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Menschen nicht wissen, dass der Einsatz von Antibiotika und Hormonen zur Wachstumsförderung in der EU bereits seit Jahren verboten ist – oder wie anspruchsvoll die Entwicklung moderner Tierarzneimittel tatsächlich ist.“
Der BfT rät daher zu mehr Dialog und faktenbasierter Aufklärung rund um Tierarzneimittel. Tiergesundheit ist ein zentrales Thema für unsere Gesellschaft – sie steht für Tierwohl, Lebensmittelsicherheit und Gesundheitsschutz, so der Verband. „Deshalb setzen wir uns für eine faktenbasierte Kommunikation ein – transparent, verständlich und im Dialog mit der Öffentlichkeit“, sagt Dr. Schüller abschließend.
BfT
Deutscher Tierschutzbund erinnert an Regierungsversprechen
Am 4. Oktober ist Welttierschutztag. Dies haben der Deutsche Tierschutzbund und seine Mitgliedsvereine zum Anlass genommen, die amtierende Bundesregierung an ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag zu erinnern und entsprechend das diesjährige Motto „Tierschutz ist Regierungspflicht“ ausgerufen.
„Als Staatsziel ist der Tierschutz verfassungsrechtlich geschützt und alle staatlichen Organe – auch die Bundesregierung – sind verpflichtet, dieses zentrale Gebot zu verwirklichen. Es ist bitter, dass wir nach über zwei Jahrzehnten mehr denn je daran erinnern müssen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und fordert eine umgehende Umsetzung der versprochenen Tierschutzziele.
„Wir zählen auf das klare Bekenntnis, die Tierheime bei Investitionen unterstützen zu wollen! Ebenso erwarten wir, dass die angekündigten Weichen für den überfälligen Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung gestellt werden. Dazu braucht es Geld und den Willen, die Lage für Tiere zu verbessern. Das gilt auch für das Leid der Tiere im Versuch, das beendet werden muss!“, so Schröder.
Schon vor dem Welttierschutztag findet die schon traditionelle Tierschutztagung statt. Am 11. und 12. September 2025 wird sich die Tagung, die sowohl als Präsenzveranstaltung in Hannover als auch als Online-Veranstaltung auf Myvetlearn.de stattfinden wird, mit den aktuellen Problemen des Tierschutzes befassen. Die Veranstaltung richtet sich an Amtstierärzt:innen und kurativ tätige Tierärzt:innen, sowie an Studierende der Veterinärmedizin und Veterinärreferendar:innen. Nur noch bis zum 9. September um 16 Uhr ist eine Anmeldung möglich.
Deutscher Tierschutzbund
Bei der Verhinderung von Qualzuchten ist die Politik in der Pflicht
Bei der Zucht von Klein- und Heimtieren sollte grundsätzlich die Gesundheit der Tiere im Vordergrund stehen. Leider lassen sich Züchtende von Trends und besonderen Vorlieben der Menschen beeinflussen und selektieren in ihrer Zucht nach Merkmalen, die besonders oder außergewöhnlich aussehen oder gerade in Mode sind. Zuchtmerkmale wie große, rundliche Köpfe und kurze Kiefer- und Nasenknochen bzw. Faltohren oder das Fehlen von Fell bei Katzen schränken aber die Gesundheit und das Wohlbefinden dieser Tiere massiv ein. Diese sogenannten Qualzuchten oder Defektzuchten führen bei Hunden zu extremer Atemnot, Schluckbeschwerden und Schlafproblemen sowie bei Katzen zu schweren Knorpel- und Knochenschäden im ganzen Körper.
Aber es werden auch Fische ohne Rückenflossen oder mit extrem umgebildeten Schwanzflossen gezüchtet, sodass diese sich nicht mehr artgemäß bewegen können. Bestimmte Farbmorphen von Reptilien zeigen zudem ein stark erhöhtes Risiko für Krebs oder weisen neurologische Schäden auf.
Gegen diese Form der Extremzuchten gibt es zwar rechtliche Vorgaben im Gesetz zu dem Europäischen Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren und im Deutschen Tierschutzgesetz. „Aber die Definition von Qualzuchtmerkmalen einzelner Rassen und Arten ist zu unkonkret und führt daher immer wieder zu Abgrenzungsproblemen“, sagt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe. „Wir brauchen eine bundeseinheitliche, auf wissenschaftlichen Grundlagen erstellte Kriterienliste, die es Tierärzten, Behörden, Züchtenden und Tierhaltenden ermöglicht, Qualzuchtmerkmale anhand ihrer Ausprägung objektiv einzuschätzen“, mahnt der ZZF-Präsident.
Wie eine Züchtung verhindert werden kann, die zu Schmerzen, Leiden oder Schäden bei Heimtieren oder ihren Nachkommen führt, erklärt der ZZF auf seiner neuen deutsch- und englischsprachigen Kampagnenseite. In Videos erläutert Dr. Stefan Hetz, Diplom-Biologe und wissenschaftlicher Fachreferent für Heimtiere beim ZZF, auf welche Zuchtmerkmale Züchter und Tierfreunde achten sollten. „Die Vielfalt an Heimtieren ist faszinierend. Tierfreunde können auch ohne extreme Zuchtauslese spannende Heimtiere entdecken”, betont Holthenrich abschließend.
ZZF
Novelle des Tierarzneimittelgesetzes soll Bürokratieabbau voranbringen
Tierärzt:innen, Tierhaltende und landwirtschaftliche Betriebe sollen hinsichtlich der Bürokratie spürbar entlastet werden. Das sieht unter anderem der Gesetzentwurf des Tierarzneimittelgesetzes vor, den das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) vorgelegt hat und bereits vom Bundeskabinett beschlossen wurde.
„Wir bauen Bürokratie mit System ab und räumen dort auf, wo Vorschriften zu viel Aufwand bedeuten, ohne dass es einen Mehrwert bringt. Mit diesen Gesetzesänderungen setzen wir europäisches Recht 1:1 um, entlasten Tierärzte, Betriebe und Behörden – und machen damit weiter Tempo beim Bürokratieabbau“, erklärt Bundesminister Alois Rainer.
So sollen im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzepts ab dem 1. Januar 2027 die vorgeschriebenen Mitteilungen auf eine jährliche Meldung reduziert werden. Zudem soll laut Novelle die Erfassung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen, die entgegen der EU-Vorgaben in Deutschland bereits ab dem 1. Januar 2025 vorgesehen war, um vier Jahre auf Anfang 2029 verschoben werden.
Der Gesetzesentwurf sieht allerdings auch vor, dass die verpflichtende Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten auf Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, bestimmte Fischarten, Pferde und Kaninchen zur Lebensmittelgewinnung ausgeweitet werden. Weiterhin sollen neue Regelungen zum Versand verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel durch Tierärzt:innen beschlossen werden. Dieser soll dann im Einzelfall bei Einhaltung bestimmter Bedingungen zulässig sein.
Der Gesetzentwurf geht nun in das parlamentarische Verfahren.
BMLEH
Silvia Breher soll neue Bundestierschutzbeauftragte werden
Seit Juni 2023 war Tierärztin Ariane Kari die erste unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz. Die Fachtierärztin für Öffentliches Veterinärwesen wirkte zwei Jahre lang an der Weiterentwicklung des Tierschutzes mit und förderte die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Bund, Ländern und Verbänden im Bereich des Tierschutzes. Mit dem Regierungswechsel wurde ihre Tätigkeit durch den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer für drei Monate verlängert, der Vertrag lief nun aber aus und wurde nicht erneuert, was unter anderem für starke Kritik seitens des Deutschen Tierschutzbundes sorgte.
Auf Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministers soll nun Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin des BMLEH, Karis Amtsnachfolgerin werden. „Mit Silvia Breher gewinnt der Tierschutz in Deutschland eine starke Stimme auf Bundesebene. Als engagierte, fachlich versierte und politisch erfahrene Bundestagsabgeordnete bringt sie genau die Kombination aus Sachverstand, Augenmaß und Gestaltungskraft mit, die es braucht, um den Tierschutz weiter voranzubringen. Mir ist bei der Neubesetzung dieser Funktion besonders wichtig, dass sie sinnvoll in bestehende Strukturen eingebettet ist, ohne neue Bürokratie aufzubauen. Gleichzeitig achten wir auf eine Lösung, die mit der aktuellen Haushaltslage vereinbar ist – ohne zusätzliche Belastung des Bundeshaushaltes. Silvia Breher übernimmt diese Aufgabe mit großem persönlichen Engagement, ich freue mich auch in dieser Funktion auf die enge Zusammenarbeit“, erklärt Rainer.
„Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich sehe es als große Verantwortung und zugleich als Herzensanliegen, mich künftig auch in dieser Funktion für das Wohl der Tiere einzusetzen. Dabei ist mir der Dialog mit den Tierschutzverbänden, der Landwirtschaft, der Wissenschaft und der Gesellschaft besonders wichtig. Ich freue mich auf diese neue Aufgabe“, betont Breher.
Bundesminister Rainer würdigte die Leistung der scheidenden Beauftragten für den Tierschutz und bedankte sich für Ariane Karis Engagement. „Sie hat als erste Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz wertvolle Impulse für den Tierschutz gegeben. Ich wünsche ihr für ihre weitere berufliche Zukunft alles Gute“, so der Minister. Die Personalie soll nun zeitnah im Bundeskabinett beschlossen werden.
Mit den aktuellen Problemen des Tierschutzes befasst sich auch die schon traditionelle Tierschutztagung, die am 11. und 12. September 2025 sowohl als Präsenz- als auch als Online-Veranstaltung stattfinden wird. Die Tagung richtet sich an Amtstierärzt:innen und kurativ tätige Tierärzt:innen, sowie an Studierende der Veterinärmedizin und Veterinärreferendar:innen. Die Anmeldung ist noch bis zum 9. September um 16 Uhr möglich.
BMLEH
Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz: Preisgeld nahezu verdoppelt
In Rheinland-Pfalz wird der Tierschutz sehr groß geschrieben. Um das besondere Engagement der Tierschützer:innen in dem Bundesland zu würdigen, vergibt das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität bereits seit 30 Jahren den Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz.
In diesem Jahr wurde das Preisgeld von 6.000 Euro auf nunmehr 10.000 Euro angehoben. Damit sollen die einzelnen Projekten und damit der Bedeutung des Tierschutzes mehr Sichtbarkeit erhalten, wie Klimaschutzministerin Katrin Eder erklärt. Die Vorschlagsphase zum diesjährigen Tierschutzpreis hat bereits begonnen, noch bis zum 15. Oktober können Kandidatinnen und Kandidaten vorgeschlagen werden.
Der Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz 2025 wird in den vier Kategorien „ehrenamtlicher Einsatz“ sowie „vorbildliche Einzelbeiträge“ für den Tierschutz sowie für den „vorbildlichen beruflichen Umgang mit Tieren“ und „Projekte im Jugendtierschutz“ vergeben. Die Kandidat:innen dürfen sich jedoch nicht selber bewerben, sondern müssen von entsprechenden Behörden, dem Tierschutzbeirat des Landes sowie Vereinen, Verbänden oder Gruppen, die sich mit Tierschutzthemen befassen, vorgeschlagen werden. Die Jury berücksichtigt vorrangig Vorschläge, die Personen oder Institutionen in Rheinland-Pfalz betreffen.
Mit den aktuellen Problemen des Tierschutzes befasst sich auch die schon traditionelle Tierschutztagung, die am 11. und 12. September 2025 sowohl als Präsenz- als auch als Online-Veranstaltung stattfinden wird. Die Tagung richtet sich an Amtstierärzt:innen und kurativ tätige Tierärzt:innen, sowie an Studierende der Veterinärmedizin und Veterinärreferendar:innen. Die Anmeldung ist noch bis zum 9. September um 16 Uhr möglich.
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität
BUND ruft zum Schutz von Wildkatzen auf
Die Europäische Wildkatze, eine wilde Verwandte der Hauskatze, gilt trotz zahlreicher Schutzbemühungen bundesweit noch immer als „gefährdet“. Intensive landwirtschaftliche Nutzung und die Zerschneidung der Landschaft durch den Straßenverkehr tragen zum Verlust des Lebensraums bei. Die streng geschützte Art stand schon vor Jahrzehnten vor ihrer fast vollständigen Ausrottung durch den Menschen.
Den heutigen Weltkatzentag möchte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nutzen, die Aufmerksamkeit auf das scheue Wildtier zu lenken. „Trotz vieler Gemeinsamkeiten mit unseren Stubentigern: Die Europäische Wildkatze ist ein echtes Wildtier, wir Menschen bekommen sie nur selten zu Gesicht. Doch Katzenfreund*innen können unserer heimlichen Waldbewohnerin helfen. Mit einfachen, aber wirksamen Schritten“, erklärt Anna Katharina Hannappel, Leiterin des BUND-Projektes „Wildkatzenwälder von morgen“.
Von großer Bedeutung sei die konsequente Kastration von Katzenfreigängern, so Hannappel. Nur so könne vermieden werden, dass sich Wildkatzen mit Hauskatzen verpaaren. Die sogenannten Hybride weisen veränderte genetische Merkmale auf, was den Verlust der ursprünglich sehr guten Anpassungen an den Lebensraum nach sich ziehen kann.
„Der Schutz der Wildkatze beginnt mit dem Erhalt und der Erweiterung ihrer Lebensräume. Intakte und wieder vernetzte Laubmischwälder sind zusätzlich für viele weitere Arten überlebenswichtig“, betont Hannappel. „Wer sich für die Wildkatze engagiert, trägt damit auch zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Gestaltung von gesunden klimarobusten Ökosystemen bei.“
BUND
Bestimmungen für Reisen mit dem Haustier
Spätestens mit den Sommerferien in allen deutschen Bundesländern gleichzeitig ist auch der Start in die Hauptreisezeit eingeläutet worden. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Teltow-Fläming nimmt das zum Anlass, um Tierhaltende, die ihre Haustiere mit in den Urlaub nehmen möchte, auf einige rechtliche Bestimmungen rund um das Reisen mit Tieren hinzuweisen.
Grundsätzlich sollte rechtzeitig vor Urlaubsstart geklärt werden, ob das Tier mitreisen kann und welche Vorkehrungen getroffen werden müssen. Hunde, Katze und Frettchen benötigen bei Reisen in andere europäische Länder den blauen EU-Heimtierausweis, der u. a. die Chipnummer des Tieres sowie den Nachweis der regelmäßigen Tollwutimpfung enthalten muss. Zu beachten ist auch das Alter der mitgeführten Tiere, denn mitreisende Welpen müssen mindestens 15 Wochen alt sein. Dies liegt daran, dass die Erstimpfung gegen Tollwut frühestens im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden kann und eine zusätzliche Wartezeit von 21 Tagen für den vollen Impfschutz erforderlich ist.
Für Reisen außerhalb Europas hängt es von dem jeweiligen Zielland ab, welche Bedingungen der Tierhaltende erfüllen muss. Das Veterinäramt verweist hier auf die jeweiligen Botschaften, die verlässliche Informationen erteilen, zum Beispiel welche Formulare ausgefüllt oder ob bestimmte Impfungen, ein Tollwuttiter oder Parasitenbehandlungen nachgewiesen werden müssen.
Die meisten Länder verlangen ein Gesundheitszeugnis, das vom Veterinäramt des Heimatortes ausgestellt wird. Die Türkei verlangt seit kurzem ein Gesundheitszeugnis, das maximal 24 Stunden vor der Einreise ausgestellt worden sein darf. Das Veterinäramt rät, dass Haltende vor allem bei Reisen mit Tieren außerhalb der EU unbedingt frühzeitig Kontakt mit dem zuständigen Veterinäramt aufnehmen sollten.
Landkreis Teltow-Fläming
Katzen-Senioren am Weltkatzentag im Fokus
Katzen sind mit Abstand die beliebtesten Haustiere der Menschen in Deutschland. In den Haushalten wurden im vergangenen Jahr annähernd 16 Millionen Samtpfoten gehalten.
Zum Weltkatzentag am 8. August rückt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) die Katzensenioren in den Fokus. Denn auch Katzen werden, genau wie wir Menschen, immer älter – in erster Linie dank der medizinischen Versorgung. Ab einem Alter von etwa sieben Jahren zählen die Vierbeiner bereits zu den Senioren.
„Wie beim Menschen lässt im Alter bei Katzen die Vitalität nach. Doch mit ein paar Anpassungen im Alltag können Haltende viel für das Wohlbefinden ihrer betagten Tiere tun“, erklärt Selina Schlierenkamp, ZZF-Fachreferentin für Heimtiere. Wichtig sei, die Lebensumgebung, die Ernährung und die Pflege der Katze an ihr Alter anzupassen, so die Heimtierexpertin. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen helfen zudem, Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Denn mit dem Alter treten bei den Katzen häufiger Arthrose, Nierenschwäche oder Diabetes auf, aber auch Entzündungen im Maul kommen bei felinen Rentnern häufiger vor.
Ab etwa sieben Jahren benötigen die meisten Katzen ein leicht verdauliches, kalorienärmeres Futter. Ab einem Alter von ca. 12 Jahren kann der Bedarf an Nährstoffen aber auch wieder steigen, da ihre Verdauungsorgane die Nahrung nämlich schlechter verwerten können. Das haben Studien gezeigt. Wer eine ältere Katze hält, sollte deshalb das Gewicht des Tieres immer im Blick behalten und die Fütterung entsprechend anpassen.
Intensive Einblicke in das Thema Ernährung von älteren Hunden und Katzen erhalten bei den Dahlemer Diätetikseminaren auf Myvetlearn.de. In dem Online-Seminar „Die optimale Ernährung von „Senioren“: Was ist bei der Fütterung von alten Hunden und Katzen zu beachten“ wird praxisnah erläutert, wie die Fütterung bei alten Hunden und Katzen angepasst werden sollte, um auf diese altersbedingten Veränderungen optimal zu reagieren.
ZZF
MDR1-Gendefekt führt zu verstärkter Wirkung von Arzneimitteln
Der MDR1-Transporter ist ein Protein, das eine wichtige Rolle bei der Verteilung und Ausscheidung von Medikamenten und anderen Substanzen im Körper spielt. Neben der Ausscheidung von Arzneistoffen über die Leber und die Nieren verhindert der Transporter unter anderem auch das Eindringen von bestimmten Substanzen in das Gehirn. Darunter fallen einige Wirkstoffe aus Tierarzneimitteln, beispielsweise aus den Wirkstoffgruppen der Antiparasitika, Chemotherapeutika oder Anästhetika.
Ein Defekt im MDR1-Gen (MDR1-Defekt) kann dazu führen, dass bestimmte Medikamente nicht richtig abtransportiert werden, was zu erhöhten Konzentrationen im Blut und toxischen Wirkungen führen kann. Einige Hunderassen, vor allem Hütehunderassen wie Collies, Australian Shepherds und Shelties, sind besonders häufig von diesem Gendefekt betroffen. Der MDR1-Defekt wurde aber auch schon bei Windhunden, Mischlingshunden und Katzen nachgewiesen.
Daher rät das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt Halter:innen von den genannten Haustieren, im Verdachtsfall tierärztlichen Rat einzuholen. „Wenn der Verdacht besteht, das eigene Tier könnte vom MDR1-Gendefekt betroffen sein, kann dies mit Hilfe einer genetischen Untersuchung festgestellt werden“, sagt BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Bei notwendigen Arzneimittelanwendungen kann dies dann berücksichtigt werden.“
Bei betroffenen Tieren kann es trotz einer Behandlung mit der empfohlenen Dosierung zu einer verstärkten Wirkung des verabreichten Arzneimittels und einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen kommen. Abhängig vom verabreichten Wirkstoff können bei bestimmten Wirkstoffen zur Parasitenbehandlung können neurologische Symptome auftreten, wie etwa Koordinationsstörungen, Lethargie, Zittern, Krampfanfälle und Pupillenweitstellung.
Inwiefern sich ein möglicher MDR1-Gendefekt auf die Verträglichkeit eines Tierarzneimittels auswirkt, wird vor ihrer Zulassung überprüft.
BVL
Citizen-Science-Projekt für ein besseres Verständnis der Körpersprache von Katzen
Für eine Studie unter Beteiligung der Ruhr-Universität Bochum sind Katzenbesitzer:innen zur Teilnahme aufgerufen. Das groß angelegte Citizen-Science-Projekt soll das Team, bestehend aus Tierärzt:innen, Psycholog:innen und weiteren Wissenschaftler:innen, dabei unterstützen, die Körpersprache von Katzen zu analysieren und besser zu verstehen.
Die teilnehmenden Halter:innen müssen lediglich einige kurze Fragen zu ihrer Katze beantworten und kurze Videoclips ihrer Vierbeiner mit dem Smartphone aufnehmen. Gleichzeitig wird die Studie auch in Italien, der Türkei und Kanada durchgeführt. Die Ergebnisse sollen helfen, das Zusammenleben von Menschen und Katzen in unterschiedlichen Ländern vergleichen zu können.
Die Teilnehmenden erhalten eine detaillierte Anleitung zur Anfertigung der kurzen Videos ihrer Katze. Die Aufnahmen der Tiere sollen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in bestimmten Situationen angefertigt und anschließend über einen Link versendet werden. Die Forschenden interessieren sich dafür, wie die Katze den Schwanz bei der Begrüßung hält, auf welcher Seite sie schläft und wie sie ihre Pfoten einsetzt, um Leckerchen aus einem Versteck zu angeln.
„Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Katzenbesitzer:innen uns bei der Studie unterstützen“, erklärt Patrick Reinhardt von der Ruhr-Universität Bochum. „Dazu sind keine Vorkenntnisse nötig, und einfache Handyvideos reichen aus.“
Damit Tierärzt:innen intensivere Einblicke in die Verhaltensweisen von Hunden, Katzen, Pferden und Heimtieren erhalten können, bietet Myvetlearn.de erneut sechs Online-Fortbildungen zur Verhaltenstherapie an.
Ruhr-Universität Bochum
Hunde können Menschen nicht sozial bewerten
Hunde beurteilen Menschen nicht danach, ob sie nett gegenüber den Vierbeinern sind, oder sich gemein verhalten. Das verändert sich auch nicht mit steigendem Alter der Tiere, auch wenn diese im Laufe ihres Lebens mehr Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Im Gegensatz zu Hunden verschaffen sich andere Tierarten, wie beispielsweise Schimpansen, einen Eindruck von Menschen – ein Phänomen, das als „Eavesdropping“ bekannt ist.
In einem Experiment mit 40 Hunden unterschiedlichen Alters beobachteten die Wiener Forschenden, ob die Tiere, nachdem sie entweder beobachtet hatten, wie Menschen mit einem Artgenossen (einem anderen Hund) interagierten, oder nachdem sie selbst direkt mit den Menschen in einer Fütterungssituation interagierten, auf abweisende und wohlwollende Menschen unterschiedlich reagieren. Unabhängig von ihrem Alter waren die Hunde nicht in der Lage, sich ein Urteil über Menschen zu bilden.
„Diese Ergebnisse tragen zur wachsenden Literatur bei, die darauf hindeutet, dass die soziale Bewertung für Tiere eine Herausforderung darstellt“, betont die Letztautorin Sarah Marshall-Pescini vom KLIVV. „Um besser zu verstehen, wie und ob die Ontogenese die soziokognitiven Fähigkeiten von Hunden beeinflusst, sollte zukünftige Forschung systematisch Hunde aus unterschiedlichen Populationen (z. B. freilebende Hunde), Altersgruppen und Lebenserfahrungen (z. B. Hunde mit spezieller Ausbildung wie Polizei- oder Assistenzhunde) vergleichen. Darüber hinaus unterstreicht unsere Studie die Bedeutung der Verfeinerung methodischer Ansätze, da es möglicherweise Einschränkungen in den aktuellen experimentellen Designs gibt, die Hunde daran hindern, diese Fähigkeit zu zeigen“, fügt Marshall-Pescini hinzu. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Animal Cognition“ veröffentlicht.
Um intensivere Einblicke in die Verhaltensweisen von Hunden, aber auch Katzen, Pferden und Heimtieren, zu erhalten, bietet Myvetlearn.de erneut sechs Online-Fortbildungen zur Verhaltenstherapie an. Die Kursreihe ist geeignet für die gleichnamige Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie. Die Kurse 1 und 4 eignen sich außerdem für die Vorbereitung auf die Abnahme des Sachkundenachweis für Hundehalter gemäß Landeshundegesetz NRW.
Vetmeduni Wien
Tierärzte Atlas Deutschland – jetzt auch in englischer Sprache erhältlich
Wie haben sich die tierärztlichen Berufsfelder in den vergangenen 20 Jahren entwickelt, welche Veränderungen gibt es hinsichtlich der demographischen Entwicklung in der tiermedizinischen Praxis und wie viele Veterinär:innen sind nicht tierärztlich tätig? Diesen und vielen anderen Fragen geht der Tierärzte Atlas Deutschland auf den Grund. Die entsprechenden Antworten werden auf knapp 90 Seiten, aufgeteilt in sechs Kapitel, und anhand von 130 Grafiken dargestellt.
Der Dessauer Zukunftskreis (DZK) hat den Tierärzte Atlas Deutschland erstmals im Jahr 2024 in Zusammenarbeit mit zahlreichen Verbänden der Tiergesundheitsbranche als Brancheninitiative herausgegeben. Dazu wurden die aktuelle Statistiken zusammengetragen, verfügbare Zahlen analysiert sowie Lücken durch eigene Recherchen gefüllt. So zeigt der Atlas ein Gesamtbild der Tiergesundheitsbranche in unterschiedlichsten Facetten und beleuchtet die tatsächliche Ursachen für Schieflagen.
Der Tierärzte Atlas Deutschland ist kostenlos in einer Online-Version sowie für 10 Euro als Printausgabe erhältlich. Ab sofort steht der Tierärzteatlas auch in englischer Sprache zur Verfügung. Sowohl die deutsche wie auch die englische Ausgabe können im Vetion.de-Shop erworben werden.
Tierärzteatlas Deutschland
Online-Katzenzüchtertag von Laboklin
Zum bereits vierten Mal richtet Laboklin auch in diesem Jahr den Online-Katzenzüchtertag aus. Am 12. Juli 2025 können sich die Teilnehmenden auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, das sich ausschließlich um das beliebteste Haustier in Deutschland dreht.
Im Vortragsprogramm befassen sich die Referierenden mit Themen wie der korrekten Fütterung von Katzen, der Genetik hinter der Farbenpracht oder der Schilddrüsenüberfunktion. Dr. Angelika Drensler wird zudem über Zahnerkrankungen der Katze und glücklich machende Düfte referieren.
Zwei Wahl-Seminare am Nachmittag runden den Tag ab. Prof. Sandra Goehricke-Pesch wird in Seminar 1 näher auf die Betreuung der Zuchtkatze eingehen, während Dr. Drensler sich zeitgleich mit der Diagnostik und Therapie von Resorptiven Läsionen (FORL) befassen wird.
Die Teilnehmenden können den Vorträgen live am Bildschirm folgen, haben aber auch die Möglichkeit, bis zum 23. August 2025 die Aufzeichnung anzuschauen.
Laboklin
Parlament legt erste EU-Mindeststandards für Hunde und Katzen fest
Alle in der Europäischen Union gehaltenen Hunde und Katzen sollen zukünftig durch einem Mikrochip identifizierbar sein. Das geht aus einem Gesetzesentwurf hervor, den das EU-Parlament in der vergangenen Woche angenommen hat. So wird auch gefordert, dass die Haustiere in interoperablen nationalen Datenbanken registriert werden. Damit haben die Parlamentarier erstmals Regeln für das Wohlergehen und die Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen verabschiedet sowie die ersten EU-Mindeststandards festgelegt.
Einer der Gründe für das neu geplante Gesetz ist die stetige Zunahme der in der EU gehaltenen Vierbeiner. Mehr als 44 Prozent aller EU-Bürger*innen sind Besitzer*innen eines Haustieres. Zudem hat der Handel in den vergangenen Jahren erheblich zugelegt, rund 60% der Tiere werden über den Online-Handel verkauft. Weiterhin werden zu viele Tiere auf illegalem Weg aus Drittstaaten in die EU verbracht. Auf Grund der bislang fehlenden einheitlichen Tierschutzmindeststandards für Hunde und Katzen hatte die Kommission bereits Ende 2023 neue Vorschriften vorgeschlagen.
Demnach sollen sowohl Haltung als auch Verkauf von Hunden und Katzen in Tierhandlungen verboten werden. Die Abgeordneten fordern zudem ein Verbot der Zucht von Hunden oder Katzen, die Qualzuchtmerkmale aufweisen.
Um zu verhindern, dass Hunde und Katzen als nicht-kommerzielle Heimtiere in die EU kommen und anschließend verkauft werden, wollen die Parlamentarier die Vorschriften nicht nur auf Einfuhren zu kommerziellen Zwecken, sondern auch auf Verbringungen der Tiere zu anderen als Handelszwecken ausweiten. Die Abgeordneten werden nun Verhandlungen mit dem Rat über die endgültige Form des Gesetzes aufnehmen.
EU-Parlament
Zweiter bestätigter Hasenpest-Fall in Heilbronn
Im baden-württembergischen Heilbronn breitet sich die Tularämie weiter aus. Nach dem ersten Nachweis der auch als Hasenpest bekannten Krankheit Anfang Mai 2025 wurde nun bereits der zweite Infektionsfall bei einem Feldhasen nachgewiesen. Die Krankheit befällt hauptsächlich Kleinsäuger wie Hasen, Kaninchen und Mäuse, aber Infektionen wurden auch schon bei Eichhörnchen festgestellt. Infizierte Tiere wirken ungewöhnlich zutraulich, was dazu verleiten kann, sie anzufassen.
Um eine Übertragung auf Hunde zu vermeiden, appellieren die Behörden an Hundebesitzer:innen, ihre Tiere in den Parks der Stadt nicht frei laufen zu lassen. Zudem sollte der Zeckenschutz der Vierbeiner dringend überprüft werden, da auch Zecken und Stechmücken das Bakterium Francisella tularensis übertragen können. Das gilt auch für Freigängerkatzen. Infizierte Tiere zeigen unspezifische Symptome, wie Fieber oder allgemeines Unwohlsein. In diesem Fall sollten Halter:innen ihr Tier in der Tierarztpraxis vorstellen.
Auch wenn Infektionen bei Menschen eher selten vorkommen, warnt die Stadt davor, wilde Hasen zu streicheln oder tote Tiere zu berühren, denn bislang gemeldete Fälle basieren meist auf direktem Kontakt mit infizierten Tieren, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt. Bei Menschen äußert sich Tularämie meist mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Es können auch Lymphknotenschwellungen, Hautgeschwüre oder Augenentzündungen auftreten
Stadt Heilbronn
TVT feiert 40 Jahre erfolgreiche Tierschutzarbeit
Bereits am 10. Mai 2025 hat die Tierärztliche Vereinigung Tierschutz (TVT) ihr 40. Jubiläum gefeiert. Im Jahr 1985 war die Vereinigung vom Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) ins Leben gerufen worden, um den Tierärzt:innen das Thema Tierschutz näherzubringen und daran mehr Interesse zu wecken. Vor 40 Jahren war der Tierschutz in der Tierärzteschaft längst nicht so verankert wie heute. Dass sich das grundlegend geändert hat, ist ein wesentlicher Verdienst der TVT.
„Nicht zuletzt Ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass das Verständnis für Tierschutzfragen innerhalb der Tierärzteschaft heute ein ganz anderes ist. Das Scheitern der Novelle des Tierschutzgesetzes in der letzten Legislaturperiode zeigt aber auch ganz deutlich, dass in Richtung Politik und Öffentlichkeit noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist“, betonte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder bei den Jubiläums-Feierlichkeiten im Leipziger Zoo.
Damit auch in Zukunft Tiergesundheit und Tierschutz Hand in Hand gehen können, brauche es genügend Tierärztinnen und Tierärzte und möglichst viel von ihrer Arbeitszeit. Der Abbau von Bürokratie sei dafür ein wesentliches Element, so Moder weiter.
Auch in diesem Jahr wird in der zweiten Septemberwoche die schon traditionelle Tagung „Aktuelle Probleme des Tierschutzes“ stattfinden. Sie wird erneut als Hybridveranstaltung (Möglichkeit der Teilnahme vor Ort oder online im Live-Stream) angeboten. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.
bpt
Beliebt und vernachlässigt – Katzenleid in Deutschland nimmt zu
Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen. In den Haushalten leben rund 15,9 Millionen Katzen. Gleichzeitig sind die Samtpfoten aber auch die am meisten vernachlässigten Haustiere. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die der Deutsche Tierschutzbund unter Tierärzt:innen durchgeführt hat. Nach Informationen von Tierschutzvereinen hat außerdem die Tierquälerei an Katzen zugenommen und die Tiere sind vermehrt vom sogenannten Animal Hoarding betroffen.
Rund 25 Prozent der befragten Tierärzt:innen haben erklärt, dass sie seit dem Beginn der Corona-Pandemie vermehrt mit Katzenleid konfrontiert werden. Die Hauptgründe für diese Entwicklung sehen die Veterinär:innen im Mangel an Sachkunde und Geld der Neuhalter:innen. Nach Aussage der Tierärzt:innen wissen zu viele Tierbesitzer:innen zu wenig über die Bedürfnisse der Tiere, deren Haltung und den richtigen Umgang. Hinzu kommen die Kosten für notwendige tiermedizinische Behandlungen, für die häufig das Geld fehlt.
Allein in der Zeit zwischen 2019 und 2021 ist die Zahl der gehaltenen Katzen in Deutschland um 2 Mio. Tiere angestiegen. Aus den bereits genannten Gründen sind allerdings auch Tausende Katzen ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben worden, was zu Überfüllungen und Aufnahmestopps in vielen der Heime geführt hat.
Der Deutsche Tierschutzbund rät dazu, sich bereits vor der Anschaffung einer Katze detailliert mit den Bedürfnissen der Tiere auseinanderzusetzen und sicherzustellen, dass anfallende Kosten für die Kastration, regelmäßige Impfungen und Parasitenbehandlungen, andere tiermedizinische Behandlungen, Futter und Zubehör auch gestemmt werden können. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung, wie ihn der Verband fordert, würde sicherstellen, dass zukünftige Halter die erforderlichen Kenntnisse mitbringen.
Zudem erneuert der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Katzen mit Freigang, um ein unkontrolliertes Vermehren der Tiere zu unterbinden und so das Leid von Straßenkatzen zu verringern.
Deutscher Tierschutzbund
Umfrage
[yop_poll id=“10″]
BfT formuliert Forderungen für eine zukunftsfähige Wirtschaft
Im vergangenen Jahr hat der Tierarzneimittelmarkt einen Wachstum von von 8,7% hingelegt und erstmals mehr als 1 Milliarde Euro umgesetzt. Die aktuellen Zahlen hat der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) anlässlich seiner Frühjahrsveranstaltung und Mitgliederversammlung präsentiert. Damit konnte der bedeutsame Beitrag der Branche für die Gesundheitsversorgung von Tieren und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion erneut belegt werden.
Der Marktwachstum konnte den Widrigkeiten des vergangenen Jahres, unter anderem den politischen Unsicherheiten sowie den bürokratischen Hürden, trotzen. Aber auch immer detailliertere regulative Anforderungen, Tierseuchenausbrüche sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten beeinträchtigen die Arbeit der veterinärpharmazeutischen Unternehmen. Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit am Wirtschaftsstandort Deutschland gilt daher als ein Kernanliegen der Tiergesundheitsunternehmen.
Um auch künftig eine regelmäßige Versorgung der Tiere und die notwendigen Innovationen sicherzustellen, ist es aus Sicht der veterinärpharmazeutischen Branche essenziell, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland und Europa zu stärken und deutlich zu verbessern.
„Zentrale Forderungen unseres Verbandes an die neue Bundesregierung sind die Stärkung von Prävention durch Impfungen und Diagnostik, die Straffung und Vereinfachung von Genehmigungs- und Zulassungsverfahren, der Abbau von Bürokratie und die Überwindung nationaler Sonderwege sowie innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Wirtschaft“ unterstreicht Frau Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT.
BfT
Schweizer Nationalrat lehnt Chip-Pflicht ab
Schätzungsweise 1,8 Millionen Katzen leben in Schweizer Haushalten. Hinzu kommen ca. 225.000 Katzen, die auf der Straße ein von Krankheiten und Leid geprägtes Leben führen. Einen Antrag auf eine landesweite Registrier- und Chip-Pflicht von Hauskatzen hat der Schweizer Nationalrat nun abgelehnt. Eine Verpflichtung per Gesetz schaffe keinen Mehrwert, da viele Halter:innen ihre Katze freiwillig chippen ließen, erklärte Minderheitssprecher Sylvain Freymond (SVP/VD). Für Probleme würden herrenlose Streunerkatzen sorgen, sie allerdings zu chippen, sei unrealistisch und teuer.
Bereits vor fünf Jahren hatte der Rat eine landesweite Kastrationspflicht für Katzen ebenfalls abgelehnt mit dem Argument, dass Katzenhalter:innen verpflichtet seien, eine unkontrollierte Vermehrung ihrer Tiere zu verhindern.
Trotz vieler Befürworter und Unterstützer des Antrags stimmten lediglich 80 Personen für die Chip-Pflicht, 108 dagegen. Antragsstellerin Meret Schneider (Grüne/ZH) warb vergeblich für ihr Anliegen. Jedes Jahr würden Tausende herumirrende Katzen in Tierheimen abgegeben, während Besitzer:innen die Tiere erfolglos suchten. Zudem würden 10.000 Katzen pro Jahr als vermisst gemeldet. Zudem könnten die Kosten für’s Chippen in Höhe von einmalig 90 Franken dazu beitragen, dass die Anschaffung einer Katze gründlicher überlegt werde, so Schneider.
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hatte im Vorfeld ebenso für die Chip-Pflicht argumentiert. Die damit einhergehende Registrierung könnte statistische Daten liefern und mehr Kontrolle über streunende Katzen ermöglichen. Beim Chippen könnten Tierärzt:innen zudem die Gesundheit und den Impfstatus der Tiere kontrollieren.
Schweizerbauer
Mecklenburg-Vorpommern unterstützt weiterhin Projekte zur Katzenkastration
In Deutschland leben Millionen Katzen auf der Straße, die kein Zuhause haben. Das Leid der Streunerkatzen ist immens, nahezu alle Tiere sind krank. Um die unkontrollierte Vermehrung dieser Straßenkatzen zu reduzieren, unterstützen einige Bundesländer Projekte zur Katzenkastration. So stellt auch die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern im laufenden Jahr rund 61.000 Euro bereit, damit Kastrationsaktionen in Gebieten, in denen problematische und unkontrolliert hohe Populationen von freilebenden Katzen entstanden sind, zu organisieren. Ziel ist es, die Fortpflanzungsfähigkeit einer möglichst großen Anzahl freilebender Katzen zu beenden.
„Hohe Katzenpopulationen bei großem Krankheitsstand auf engem Raum sind in Mecklenburg-Vorpommern ein Problem, das sich mit gezielter Kastration eindämmen lässt. Der Schutz der Tiere liegt mir sehr am Herzen und das Bereitstellen der Fördermittel ist auch eine Form der Würdigung für die Ehrenamtler, die sich unermüdlich für den Tierschutz einsetzen“, betonte der zuständige Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
Zuwendungsempfänger sind alle engagierten Personen, im Rahmen der Projekte „Kastration von freilebenden Katzen in M-V“, „Transportkosten für das Projekt Kastration von freilebenden Katzen in M-V“ und „Hilfe für verletzte Wildtiere“. Die Zuwendungen erfolgen pauschal in Höhe von 80 Euro/Katze bzw. 55 Euro/Kater. Rein rechnerisch könnten mit den bereit gestellten Geldern 625 Katzen oder 900 Kater kastriert werden. Zudem unterstützt das Land auch in 2025 Hilfsprojekte für verletzte Wildtiere. Mit der Projektförderung soll die Struktur rund um die Versorgung von verletzten, kranken oder anderweitig hilflosen Wildtieren gestärkt werden.
Save the date!
Traditionell im September findet auch in 2025 wieder die Tierschutztagung „Aktuelle Probleme des Tierschutzes“ als Hybridveranstaltung statt. Interessierte Tierärzt:innen können sich schon bald ihren Platz für die Präsenzveranstaltung an der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover oder die Online-Fortbildung unter www.Myvetlearn.de sichern.
Regierung MVP
Haustiere vor Kontakt mit Hormonpräparaten schützen
Hormonhaltige Arzneimittel, die Menschen auf ihre Haut auftragen, können Haustiere krank machen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist darauf hin, dass Katzen, Hunde und andere Heimtiere beim Belecken der behandelten Körperstellen Wirkstoffe wie die Hormone Estradiol oder Testosteron aufnehmen können. Zudem können die Hormone durch Streicheln oder Tragen an das Tier weitergegeben werden. Die unbeabsichtigte Aufnahme kann zur Folge haben, dass die Vierbeiner schwere Nebenwirkungen entwickeln.
Haustierbesitzer:innen, die hormonhaltige Arzneimittel in Form von Gels, Cremes oder Sprays verwenden, sollten daher darauf achten, dass sie eine versehentliche Übertragung vermeiden, wie Tierärztin Dr. Ann Neubert, Expertin für Nebenwirkungen von Arzneimitteln im BVL, rät. „Haustiere zeigen nach Kontakt mit Hormonpräparaten mitunter vielfältige Symptome, die sich je nach Tierart und Hormon unterscheiden“, betont Neubert. Kommt es zu einer solchen Reaktion, sollte unbedingt eine Tierarztpraxis aufgesucht und auf einen möglichen Kontakt mit Hormonpräparaten hingewiesen werden.
Die Expertin rät zu gründlichem Händewaschen nach dem Verwenden der Arzneimittel sowie zu einem sorgfältigen Bedecken der behandelten Hautstellen mit Kleidung. So werde das Risiko der unbeabsichtigten Übertragung verringert. Nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt könne es zudem hilfreich sein, eine andere Hautstelle für die Behandlung zu wählen, die Behandlung zu einer anderen Tageszeit durchzuführen oder gar auf ein Medikament mit einem anderen Verabreichungsweg umzustellen, so Neubert.
BVL
Deutscher Heimtiermarkt 2024 – Zurückhaltung bei größeren Investitionen
Im vergangenen Jahr haben annähernd 34 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel in Haushalten in Deutschland gelebt, wie eine haushaltsrepräsentative Umfrage unter 5.000 Personen ergeben hat. Und trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen konnte das hohe Umsatzniveau der Vorjahre auf dem deutschen Heimtiermarkt gehalten werden.
Während die Umsätze bei Hundefutter in 2024 ein wenig zurückgegangen sind (- 0,7 %), entwickelte sich das Katzenfuttersegment weiter positiv und verzeichnete ein Umsatzplus von 3,5 %. Dagegen haben sich die Tierhalter:innen beim Kauf von Bedarfsartikel und Zubehör eher zurückgehalten. Dieses Segment erzielte im Vergleich zu 2023 ein leichtes Minus von 0,6 %.
„Tierhaltern liegt das Wohl ihrer Heimtiere am Herzen, daher investierten sie in ihre Ernährung, Gesundheit und Pflege. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage haben einige jedoch größere Investitionen etwa in Hundezubehör, Kleintiergehege oder Aquarientechnik zurückgestellt“, betont Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF).
Die Umfrage ergab zudem, dass immer mehr Tierhalter:innen ihre Heimtierprodukte im Internet einkaufen (+ 14,9 %). Als Hauptabsatzweg für Heimtier-Fertignahrung behauptete sich weiterhin der Lebensmitteleinzelhandel (einschließlich Drogeriemärkten und Discountern). Hier wurden in 2024 knapp 2,8 Milliarden Euro umgesetzt.
„Ob Katzen oder Hunde, Nager oder Fische – Heimtiere können das Leben ‚ihrer‘ Menschen auf vielfältige Art und Weise bereichern, wenn ihr Wohl und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Das spiegelt sich in der weiterhin hohen Gesamtzahl der Heimtiere wider, die in Haushalten in Deutschland gehalten werden“, fasst Holthenrich zusammen.
ZZF
Deutscher Tierschutzbund warnt vor anstehender Katzenschwemme
Anlässlich des Weltstreunertags, der am morgigen Freitag (4. April 2025) stattfindet, macht der Deutsche Tierschutzbund auf das zunehmende Leid der Straßenkatzen aufmerksam. Allein in Deutschland leben mehrere Millionen Streunerkatzen ohne ein Zuhause. Die Tendenz steigend, so die Tierschützer:innen. Auch weil bereits im Frühling eine erneute Katzenschwemme ansteht.
„Auch in Deutschland gibt es Straßenkatzen und ihre Situation ist dramatisch. Millionen Tiere hungern, sind krank und verletzt. Die Tiere leben im Verborgenen, ihr Leben ist qualvoll und vor allem kurz“, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.
Einer der wesentlichen Gründe für die Vielzahl an Straßenkatzen sind unkastrierte Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Daher erneuert der Verband seine Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Katzen mit Freigang. Die unkontrollierte Vermehrung der Streunerkatzen bringe auch Tierheime an ihre Grenzen, die ohnehin meist überfüllt sind.
Zum diesjährigen Weltstreunertag will der Deutsche Tierschutzbund deshalb das Leid der Tiere durch eine Fotoaktion sichtbar machen. Alle Informationen zur Aktion hat der Verband auf seiner Website zusammengestellt.
Deutscher Tierschutzbund
Tierversicherungen für mehr Sicherheit von Patienten und Praxis
Veterinärmedizinische Behandlungen stellen viele Tierhaltende vor große Herausforderungen. Eine passende Tierversicherung kann sowohl für die optimale Versorgung des Patienten als auch für die wirtschaftliche Stabilität einer Praxis sorgen.
Für Pferdehaltende und -züchter:innen hat die Agriaversicherung aktuell ein neues Kombiangebot auf den Markt gebracht, die Lebens- und Krankenvollversicherung ab dem 40. Tag der Trächtigkeit bis einschließlich des ersten Lebensmonats des Fohlens vereint.
„Mit dieser neuen Versicherung wollen wir Pferdezüchtern die Sicherheit geben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die gesunde Geburt und Aufzucht ihrer Fohlen. Die Zucht ist mit vielen emotionalen und finanziellen Risiken verbunden – unsere Kombilösung schützt umfassend und individuell zugeschnitten“, sagt Peter Bornschein, Country Manager Agria. Die neue Versicherung decke insgesamt 11 kritische Monate in dieser sensiblen Phase der Pferdezucht ab, sagt Bornschein.
Um wichtige Einblicke in verschiedene Tierversicherungen, ihre Leistungsunterschiede und wichtige Vertragsdetails zu erhalten, bietet Myvetlearn.de ein kostenfreies Live-Online-Seminar am 30. April 2025 für Tierärzt:innen und TFA an. Hier erfahren die Kursteilnehmenden auch, wie sie Tierhalter:innen kompetent und beratend unterstützen können, die passende Versicherung zu finden. Dies stärkt nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Praktiker:innen und ihren Patientenbesitzer:innen, sondern trägt auch dazu bei, dass medizinische Entscheidungen unabhängig von finanziellen Einschränkungen getroffen werden können.
Das Online-Seminar Tierversicherungen – Ein Schlüssel zu besserer Tiergesundheit gibt einen Überblick über Grundlagen der Tierversicherungsangebote in Deutschland, Auswirkungen auf die tierärztliche Praxis und Möglichkeiten zur Information der Tierhaltenden. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit für eigene Fragen und Diskussion. Der Kurs ist mit einer ATF-Stunde anerkannt und wird als Aufzeichnung bis zum 30.4.2026 zur Verfügung stehen.
Tierärztinnen und Tierärzten steht außerdem auf Myvetlearn.de eine 4-teilige Online-Fortbildung mit ATF-Anerkennung zum Thema Reproduktionsmedizin Pferd zur Verfügung. Diese Kurse sind zusätzlich mit interaktiven Übungsaufgaben für mehr Spaß am Lernen ausgestattet.
Agriaversicherung
Bewerbungsstart für den Deutschen Tierschutzpreis 2025
Bereits zum 21. Mal wird in diesem Jahr der Deutsche Tierschutzpreis vergeben. Mit dieser Auszeichnung ehrt der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit Whiskas und Pedigree erneut Menschen, die sich besonders für den Tierschutz engagieren.
Die Bewerbungsphase hat gerade begonnen und endet am 30. April 2025. Tierschützer:innen können sich mit ihren Vereinen, Initiativen oder Projekten bewerben bzw. vorgeschlagen werden. Die Gewinner:innen erwarten Preisgelder in Höhe von 6.000 bzw. 3.000 Euro. Für den diesjährigen Tierschutzpreis hat der Deutsche Tierschutzbund zudem erstmals eine eigene Kategorie für ein Kinder- oder Jugendtierschutzprojekt geplant, die der Nachwuchsarbeit im Tierschutz eine besondere Gewichtung geben soll. Auch hier liegt das Preisgeld bei 3.000 Euro.
„Mit dem Deutschen Tierschutzpreis zeichnen wir ehrenamtlich engagierte Menschen aus, die ihre Zeit, ihre Energie, ihr Herz und auch ihr Geld für die geben, die selbst keine Stimme haben. Es sind Persönlichkeiten, die für die Tiere kämpfen, trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben und damit zu Vorbildern werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Deutscher Tierschutzbund
Zeckenzeit hat begonnen
Endlich Frühling – überall erwacht das Leben und das kann, wie im Fall von Zecken, mit gesundheitlichen Risiken für Mensch und Tier einhergehen. Denn mit den steigenden Temperaturen erwachen auch die Blutsauger wieder aus ihrer Winterruhe. Die hungrigen Spinnentiere sind jetzt auf der Suche nach einer Blutmahlzeit, um sich weiter fortzupflanzen. Beim Akt des Blutsaugens können sie jedoch gefährliche Krankheiten übertragen. Dazu gehört im Fall des gemeinen Holzbock vor allem die Borreliose und die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) sowie im Fall der Auwaldzecke auch noch die Babesiose. Außerdem werden auch Anaplasmose, Ehrlichiose, die Hepatozoonose und die Rickettsiose von Zecken übertragen.
Daher sollten Tierhalter ihre Tiere vor Zeckenstichen schützen – am besten ganzjährig, da die milden Temperaturen immer häufiger dafür sorgen, dass die Zecken die Winterruhe ausfallen lassen. Eine ganzjährige Zeckenprophylaxe schützt die Vierbeiner daher am besten vor schweren Erkrankungen, weiß der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT).
Aber nicht alle Zeckenschutzmittel sind gleich. Deshalb ist es wichtig, die Packungsbeilage sorgfältig durchzulesen und die jeweiligen Anwendungsempfehlungen genau zu beachten. Nur so wirken die Mittel so, wie sie sollen. Auch die Einhaltung ergänzender Hinweise ist wichtig – beispielsweise Wartezeiten oder das Abnehmen von Halsbändern vor dem Baden oder Schwimmen.
Auf viele dieser Tick-Borne Diseases geht Prof. Dr. Stephan Neumann in der Online-Fortbildungsreihe für Tierärzt:innen Consensus Statements für die Kleintiermedizin (Modul 6 & 9) ein.
Hunde können menschliches Verhalten vorhersehen
Eine aktuelle Forschungsstudie der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnte belegen, dass Hunde weitestgehend zur Perspektivenübernahme fähig sind. Demnach können die Vierbeiner das Verhalten von Menschen vorhersehen, ohne dass sie diese sehen.
Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, haben Forschenden um Professor Ludwig Huber vom Messerli Forschungsinstitut für Mensch-Tier-Beziehung der Vetmeduni, insgesamt 73 Hunde – davon 36 in der Test- und 37 in der Kontrollgruppe – vor folgende Aufgabe gestellt: die Tiere konnten entscheiden, ob und von welchem Teller sie Futter stehlen. Dies war ihnen zuvor von der Versuchsleiterin ausdrücklich verboten worden. Die Anwesenheit der Versuchsleiterin konnten die Testhunde lediglich anhand eines Geräuschs (Karottenschneiden) erkennen, visuell zu sehen war die Person nicht. In dieser Phase hatten die Hunde auch die Möglichkeit zu beobachten, von welcher Stelle im Raum der Karotten schneidende Mensch zu sehen war.
Im Test konnten die Hunde schließlich Futter von zwei im Raum aufgestellten Tellern entwenden. „Die meisten Hunde bedienten sich lieber von jenem Teller, der von der Stelle aus, an welcher der Mensch zuvor Karotten gehackt hatte, nicht zu sehen war – und zwar dann, wenn sie eine Wiedergabe des Hackgeräusches aus einem Lautsprecher hörten. Das taten sie jedoch nicht, wenn sie nur ein Kontrollgeräusch – dabei handelte es sich um Straßenlärm – hörten“, erklärt Huber. Der Studienleiter stellt weiter fest, dass die Hunde das Geräusch des Karottenschneidens mit der Person assoziiert haben, weil sie diese zuvor dabei beobachtet hatten.
28 der 36 Hunde aus der Testgruppe entschieden sich, beim Hören des Schneidegeräusches den nicht einsehbaren Futterteller aufzusuchen, um sich dort unerlaubterweise des Futters zu bemächtigen. Und interessanterweise wählten sie diesen Teller, obwohl er sich näher beim mit der Person assoziierten Schneidegeräusch befand. „Die Hunde mieden also ganz bewusst nicht nur die vermutete Versuchsperson, die sie zu hören glaubten, aber nicht sehen konnten, sondern schienen darüber hinaus zu versuchen, von ihr nicht gesehen zu werden oder sie nicht zu sehen, wenn sie verbotenerweise das Futter fraßen“, konstatiert Huber abschließend.
Um intensivere Einblicke in die Verhaltensweisen von Hunden, aber auch Katzen, Pferden und Heimtieren, zu erhalten, bietet Myvetlearn.de erneut sechs Online-Fortbildungen zur Verhaltenstherapie an. Die Kursreihe ist geeignet für die gleichnamige Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie. Die Kurse 1 und 4 außerdem für die Vorbereitung auf die Abnahme des Sachkundenachweis für Hundehalter gemäß Landeshundegesetz NRW.
Vetmeduni Wien
Schleswig-Holstein startet diesjährige Katzenkastration
Am 17. Februar 2025 ist der Startschuss für die diesjährige Frühjahrsaktion zur landesweiten Katzenkastration in Schleswig-Holstein gefallen. Bis zum 31. März 2025 können Straßenkatzen in den teilnehmenden Gemeinden kostenfrei kastriert werden. Mit insgesamt 10.000 Euro unterstützen der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Schleswig-Holstein diese Aktion, um das Leid der Streunerkatzen, die tagtäglich auf den Straßen um ihr Leben kämpfen, zu reduzieren. Weitere 15.000 Euro stellt die Tierschutzorganisation Humane World for Animals – ehemals Humane Society International – zur Verfügung und spendet zudem 50 Lebendfallen für Katzen.
„Die Kastration, verbunden mit der Kennzeichnung und Registrierung der Tiere, ist notwendig und dringend geboten, um das Leid der Straßenkatzen zu lindern und die Tierheime zu entlasten. Umso wichtiger ist die landesweite Kastrationsaktion, an der wir uns seit dem Start im Jahr 2014 beteiligen“ sagt Ellen Kloth, Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein und Vizepräsidentin beim Deutschen Tierschutzbund. Insgesamt konnten in den vergangenen Jahren 25.786 Katzen kastriert werden. Bei der letzten Herbstaktion waren es 1.184 Katzen – davon 684 weibliche Katzen und 500 Kater.
Bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen gefordert
„Nur durch die Kastration der Tiere kann der Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung durchbrochen werden“, ergänzt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Weil ursprünglich jede Straßenkatze von einer nicht kastrierten Katze aus einem Privathaushalt abstammt, ist es wichtig, auch diese Katzen kastrieren zu lassen. Deshalb fordern wir eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen.“
Um an der Aktion teilnehmen zu können, müssen die Überbringer:innen der Tiere bestätigen, dass es sich um eine Straßenkatze handelt. Zusätzlich zu der Kastration werden die Katzen mit einem Transponder mit Mikrochip gekennzeichnet und bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registriert. Nach der Kastration werden die Katzen an den Fundstellen wieder freigelassen.
Deutscher Tierschutzbund
Bpt formuliert Forderungen an die neue Regierung
In rund einer Woche steht die nächste Bundestagswahl an. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) nimmt das zum Anlass, seine Forderungen an die künftige Bundesregierung hinsichtlich Tiermedizin und Tiergesundheit zu erneuern. Ein 10-Punkte-Plan sieht neben einem besseren Mutterschutz für selbstständige Tierärzt:innen und gesicherter Kinderbetreuung auch die Flexiblisierung des Arbeitsgesetzes vor. Dies sei notwendig, um einen funktionierenden Notdienst sicherzustellen, so der bpt.
In Hinblick auf die bessere Prävention von Tierseuchen schlägt der bpt eine verbindliche Regelung für Tiergesundheitsbesuche vor. Ein im Jahr 2021 in Kraft getretenes EU-Gesetz, das regelmäßige Tiergesundheitsbesuche bei Nutztieren vorschreibt, werde von Deutschland noch immer nicht umgesetzt. Eine weitere Forderung betrifft die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen, um so unter anderem die verheerende Situation zahlreicher Tierheim in Deutschland zu verbessern.
Um die Arbeit von Tierärzt:innen zu vereinfachen und mehr Zeit für die Behandlung der Tiere zu haben, müsse zudem unnötige Bürokratie abgebaut werden. Gegen den Fachkräftemangel in tiermedizinischen Berufen fordert der Verband zudem Anreize für Praktiker:innen im Ruhestand zu schaffen sowie eine schnellere Anerkennung der Approbation ausländischer Tierärzt:innen zu ermöglichen.
Mit der Initiative Deutschkurs für Tierärzte sollen internationale Tierärzt:innen beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt und speziell bei der Kommunikation mit Tierhalter:innen und Kolleg:innen geschult werden, um besser für die Arbeit in der Praxis oder Klinik vorbereitet zu sein. Durch interaktive Übungen, vertonte Dialoge und Vokabellisten sowie vielfältige Beispielvideos aus der Praxis ist dieser Online-Sprachkurs abwechslungsreich gestaltet und ideal zum Erlernen der benötigten Deutschkenntnisse im Praxisalltag geeignet.
Mehr zum Thema Arbeiten als Tierarzt in Deutschland finden Interessierte auf www.vetworkgermany.de und Tierärztemangel.de. Unter www.support4vetmed.de gibt es zudem Hilfestellung bei den geforderten Kenntnisprüfungen zur Approbationsanerkennung.
bpt
Niedersachen will mehr Tempo bei Gleichwertigkeitsprüfungen
Tierärztinnen und Tierärzte aus Nicht-EU-Ländern müssen -um in Deutschland den tierärztlichen Beruf ausüben zu dürfen- als erstes eine Gleichwertigkeitsprüfung ihrer tierärztlichen Ausbildung durchführen lassen. Dieser Vorgang ist dokumentenbasiert und kostet viel Zeit. Mehrheitlich ist aber das Ergebnis, dass die ausländischen Kollegen in mehreren Fächern sogenannte Kenntnisprüfungen ablegen müssen. Die Landesregierung von Niedersachsen möchte nun durch eine Bundesratsinitiative erreichen, dass die Kenntnisprüfung mit bundeseinheitlichen Vorgaben zum Regelfall wird. Dadurch soll der Prozess des Erlangens der Approbation und damit der Möglichkeit, unbeaufsichtigt tierärztlich arbeiten zu dürfen, schneller erreicht werden und somit dem Fachkräftemangel entgegen wirken. Zur rascheren Bearbeitung sollen auch Standardisierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen beitragen, ebenso wie die Möglichkeit, bestimmte fehlende Dokumente durch eine eidesstattliche Erklärung nach deutschem Recht ersetzen zu können.
Für dieses Vorhaben müssten jedoch die Bundes-Tierärzteordnung (BTÄO) und die Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV) angepasst werden.
Mehr zum Thema Arbeiten als Tierarzt in Deutschland unter www.vetworkgermany.de und Tierärztemangel.de.
Unter www.support4vetmed.de gibt es zudem Hilfestellung bei den Kenntnisprüfungen.
Eine weitere Empfehlung ist der Fachsprachkurs für internationale Kolleg:innen für mehr Kommunikation mit Tierhalter:innen und Kolleg:innen.
Jetzt für Young Scientist Award 2025 bewerben
Mit dem ABCD & Boehringer Ingelheim Young Scientist Award 2025 zeichnet innovative und herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler auf dem Gebiet der felinen Infektionskrankheiten und/oder angewandten Immunologie aus. Der Preisträger erhält neben einer Urkunde die kostenfreie Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongress nach Wahl, einschließlich Reisekosten und Unterkunft. Hier wird er oder sie auch einen kurzen Vortrag halten oder ein Poster mit seinen/ihren Forschungsergebnissen präsentieren.
Der Preis wird vom European Advisory Board on Cat Diseases (ABCD) während des World Feline Congress verliehen, der vom 27. bis 29. Juni 2025 in Edinburgh, Großbritannien, stattfindet.
Bewerben können sich Veterinärmediziner:innen oder Biolog:innen bis zu einem Alter von 35 Jahren, die einen originellen Beitrag im Bereich der felinen Infektionskrankheiten und/oder Immunologie geleistet haben, der in einem referenzierten Fachjournal veröffentlicht oder zur Veröffentlichung angenommen wurde. Alternativ kann dieser 2022 oder später von einer anderen prüfenden Instanz akzeptiert worden sein. Die Bewerber:innen sollten ihren Wohnsitz in Europa haben. Bewerbungsschluss ist der 15. März 2025.
Die Bewerbung sollte auf Englisch und in elektronischem Format erfolgen und einen kurzen Abstract (maximal 500 Wörter) der einzureichenden Arbeit, einen kurzen Lebenslauf sowie zwei persönliche Referenzen enthalten. Relevante Veröffentlichungen und/oder Dissertationen zum Thema sollten ebenfalls beigefügt werden.
Zum Bewerbungsformular >>>
Moder erneuert Forderungen auf bpt-Neujahrsempfang
Seinen traditionellen Neujahrsempfang hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) am 15. Januar 2025 vor zahlreichen Vertreter:innen aus Politik, Verbänden und Wirtschaft in Berlin abgehalten.
bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder präsentierte anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl
10 Forderungen an die neue Bundesregierung. Diese umfassen
- Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes,
- Bürokratieabbau,
- Verbesserung der Ausbildung auch eine Modernisierung der Tierärztlichen Approbationsordnung (TAppV),
- Maßnahmen gegen den Tierärztemangel,
- vereinfachte Anerkennung ausländischer Abschlüsse,
- verlässliche Kinderbetreuung gerade in einem Frauenberuf,
- eine regelmäßige am besten an die Inflationsentwicklung angepasste Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und
- finanzielle Anreize für Rentner, noch ein paar Jahre länger im Beruf zu bleiben.
Ein besonderes Anliegen sei es zudem, dass wieder mehr Tierärzt:innen den Weg in die Selbstständigkeit wagen. „Wir müssen endlich dafür sorgen, dass dieser traumhafte Beruf auch für Selbständige wieder attraktiv ist. Dazu gehört vor allem, dass der Mutterschutz für Selbständige verbessert und ähnlich der U2-Umlage finanziert wird. Die Schirmherrin der Veranstaltung, Gitta Connemann (MdB), hat es richtigerweise angesprochen: Die Tiermedizin braucht dringend Frauen, die sich selbständig machen, denn nur so lässt sich die flächendeckende tierärztliche Versorgung gewährleisten“, betonte Moder in Berlin.
Das Scheitern der Ampelkoalition sieht Moder hingegen als eine Chance, um das Tierschutzgesetz nochmal neu anzugehen und dann hoffentlich praktikabler zu machen.
bpt
Tierschutz muss weiter konsequent umgesetzt werden
Anlässlich der Grünen Woche, die am heutigen Freitag (17.01.2025) in Berlin eröffnet worden ist, hat der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einem konsequent umgesetzten Schutz landwirtschaftlich genutzter Tiere in Deutschland erneuert. In Anbetracht der vorgezogenen Bundestagswahl und dem vorzeitigen Ende der Ampel-Koalition geschuldeten Scheitern der Tierschutzgesetz-Novellierung fordert der Dachverband von den zukünftigen Regierungsparteien, den Tierschutz voranzutreiben sowie die bisherigen Pläne weiterzuführen.
„Wenn die Koalitionspartner einer Nachfolgeregierung Tierschutzinitiativen weiter aufschieben oder blockieren, hätte dies verheerende Konsequenzen für Millionen Tiere“, mahnt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Neben der Überarbeitung des Tierschutzgesetzes sei zudem die der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung essenziel, so Schröder weiter. So fehlten bis heute Verordnungen zur Haltung von Puten, Milchkühen, Mastrindern und Wassergeflügel. Zudem ließen die Regelungslücken noch immer Qualzuchten, Amputationen sowie grausame Drittlandexporte zu. Diese müssten dringend geschlossen werden, fordert der Deutsche Tierschutzbund.
Deutscher Tierschutzbund
Sachkundenachweis für Verkauf von Bioziden ab sofort verpflichtend
Mit dem Beginn des neuen Jahres benötigen Tierärztinnen und Tierärzte einen Sachkundenachweis nach § 13 Biozidrechts-Durchführungsverordnung (ChemBiozidDV) für den Verkauf von biozidhaltigen Produkten. Zu diesen Produkten gehören unter anderem Floh-Fogger zum Vernebeln von Insektiziden in der Umgebung, aber auch Produkte zur Bekämpfung von Mäusen, Ratten und anderen Nagetieren, Insektizide, Akarizide und Produkte gegen andere Arthropodensowie sogenannte Antifouling-Produkte. Zugelassene Tierarzneimittel, wie zum Beispiel Bravecto, Simparica oder Profender, fallen nicht unter diese Vorschrift, wie die Bundestierärztekammer (BTK) auf ihrer Webseite mitteilt.
Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) bedauert den Beschluss des Bundesumweltministeriums. Im Vorfeld hatte der Verband versucht, auf die Entscheidung des Ministeriums einzuwirken, da Tierärzt:innen durch ihr Studium für den Umgang mit Bioziden bereits qualifiziert seien. Doch ein Ausschuss des Bundesarbeitsministeriums hat nach Auskunft des Umweltministeriums den Tierärzten die Sachkunde abgesprochen. Alternativ zu dem verpflichtenden Sachkundenachweis empfiehlt der bpt, alle Präparate, die nicht verschreibungs- oder apothekenpflichtig sind, für den Verkauf auszulisten.
Alle betroffenen biozidhaltigen Produkte sind auf der Webseite der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Chemikaliensicherheit (BLAC) aufgelistet.
Nur bundesweite Kastrationspflicht kann Elend der Streunerkatzen verringern
Der Deutsche Tierschutzbund schätzt die Anzahl der Straßenkatzen in Deutschland auf mehrere Millionen Tiere. Tendenz aktuell wieder ansteigend. Das „herrenlose“ Dasein geht mit großem Leid für die Tiere einher, die von domestizierten Hauskatzen abstammen. Dem kann nur durch eine bundesweit geltende Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten Einhalt geboten werden, so die eindringliche Forderung der Tierschützer.
Neue Ergebnisse einer Umfrage, die der Deutsche Tierschutzbund unter seinen Mitgliedsvereinen durchgeführt hat, bestätigen, dass 99 Prozent des Straßenkatzen-Nachwuchses krank ist, 69 Prozent sogar ernsthaft krank. „Die Tiere leiden an Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Mangel- oder Unterernährung und Parasiten“, weiß Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Eine Überlebenschance haben die kraftlosen Jungtiere meist nur, wenn Tierfreunde sie rechtzeitig finden und medizinisch versorgen lassen. Laut Schätzung des Deutschen Tierschutzbundes ist die Lebenserwartung von Kitten in menschlicher Obhut circa 40-Mal so hoch wie die von Straßenkatzen.
„Straßenkatzen in Deutschland leiden im Verborgenen; viele sterben einen frühen Tod“, erläutert Zohni. Die hohe Reproduktionsrate von Katzen sorgt dafür, dass immer neue Kitten nachkommen: Zwei bis drei Würfe mit vier bis sechs Jungtieren hat eine weibliche Katze pro Jahr. „Mit der wachsenden Population steigt auch die Zahl der Straßenkatzen, die qualvoll verenden. Um den Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung zu durchbrechen und das Leid der Tiere zu beenden, braucht es eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Solange die Politik nicht handelt, geht das Kittensterben weiter“, so Zohni.
Neben der Forderung eines bundesweiten Kastrationspflicht für Katzen, bittet der Tierschutzbund außerdem um Spenden, um den aufgeriffenen Tieren in den Tierheimen helfen und Kastrationsaktionen durchführen zu können.
Deutscher Tierschutzbund
Auf Anzeichen von Arthrose bei Katzen achten
Wenn sich ältere Katzen nur noch schwer für Spiel und Spaß erwärmen lassen, könnte das ein Hinweis auf eine arthrotische Gelenkerkrankung sein. Wenn eine akute Gelenkentzündung, die sogenannte Arthritis, einen chronischen Verlauf nimmt, spricht man von Arthrose. Je älter das Tier ist, desto größer ist das Risiko für das Auftreten von chronischen Gelenkentzündungen. Wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) mitteilt, werden bei etwa 30-50 Prozent aller älteren Katzen Arthroseerkrankungen nachgewiesen, bei Katzen über 12 Jahren sind 90 Prozent betroffen.
Häufig jedoch wird die Arthrose nicht erkannt, da die Samtpfoten nur selten eindeutige Lahmheiten zeigen. Die Schmerzen, die die betroffenen Katzen aufgrund der Arthrose haben, führen zu Bewegungsunlust. Tierhalter:innen sollten aber auch bei Verhaltensänderungen wie Unruhe, verringerter Körperpflege, einem mürrischen Blick oder Meiden anderer Haushaltsmitglieder aufmerksam werden und ihren Vierbeiner einer/m Tierärzt:in vorstellen. Denn eine frühe Diagnose kann dem Tier unnötiges Leiden ersparen.
Doch selbst wenn die Schäden irreparabel sind, muss der tierische Patient nicht unnötig leiden. Denn neben speziellen, auch zur Langzeitanwendung geeigneten Medikamenten, können Tierhalter:innen durch das Anpassen des Umfelds ihrer Katzen sowie der Gabe eines Futters mit erhöhtem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ihre Vierbeiner zusätzlich unterstützen. So können sie ihren Samtpfoten mehr Mobilität und Lebensfreude zurückzugeben.
BfT
Gerichtsurteil stärkt die Position von Tierärzten bei Notfallbehandlungen
Gemäß eines Urteils des Amtsgerichts München vom 30.08.2024 muss eine Tierhalterin die Kosten für eine Notfallbehandlung ihrer Katze tragen, trotzdem sie im Vorfeld nicht über die Behandlung informiert worden war.
Der betroffene Kater war nach Tagen der Abwesenheit im Mai 2022 von einer unbekannten Person in einem bewusstlosen Zustand aufgefunden worden und hatte daraufhin eine Münchener Tierrettung gerufen. Die Tierretter lieferten das Tier als Notfall in eine Münchener Tierklinik ein, in der der Patient tierärztlich behandelt wurde. Die verständigte Halterin weigerte sich jedoch, die Behandlungskosten in Höhe von rund 565,00 Euro zu übernehmen. Sie argumentierte damit, dass sie zuvor nicht informiert worden sei und sie Rocky zu seinem üblichen Tierarzt hätte bringen wollen.
Das Amtsgericht München gab der Klage auf Zahlung der Rechnung statt und verurteilte die Halterin zur Zahlung der kompletten Summe. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Forderung wirksam an die Klägerin abgetreten war, dass die Behandlung wie behauptet stattfand und die Kosten auch angemessen waren.
„Es handelt sich bei der tierärztlichen Versorgung dabei um ein auch fremdes Geschäft, da das Tier zwar auch aus eigener tierärztlicher Verpflichtung behandelt wurde, die Übernahme der Behandlung ihrer äußeren Erscheinung nach aber auch der Beklagten als Tierhalterin zugutekam. Denn die Behandlung ihres kranken Tieres ist bereits der äußeren Erscheinung nach dem Rechts- und Interessenkreis der Beklagten zuzuordnen“, wird aus dem Urteil zitiert. „Bereits daraus folgt, dass die Behandlung im Interesse der Beklagten stand, da diese jedenfalls eine entsprechende Behandlung des Katers hätte durchführen müssen.“
Das Urteil des Münchener Gerichts gibt Tierärzt:innen rechtliche Sicherheit, wenn sie in akuten Situationen handeln, in denen schnelles Eingreifen gefragt ist.
Justiz Bayern
Vergiftungsgefahr für Tiere wächst in der Weihnachtszeit
In Haus und Garten lauern einige Gefahren für Hunde und Katzen. Besonders während der Weihnachtszeit treten durch das Fressen weihnachtstypischer Lebensmittel, wie Schokolade, Rosinen oder Zwiebeln, häufiger Vergiftungen bei den Vierbeinern auf. Je nach aufgenommener Menge und Zutaten sowie Größe des Tieres, zeigen sich für Vergiftungen typische Symptome, von Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu neurologischen Ausfällen.
Aber auch die weihnachtliche Dekoration birgt Gefahren für Haustiere. Durch das Fressen oder Belecken von Weihnachtssternen oder anderen Zimmerpflanzen können ebenfalls Vergiftungen bei Hunden und Katzen auftreten. Dekorative Gestecke oder Blumensträuße können für Tiere zudem giftige Pflanzen enthalten.
Besonders bei frostigen Außentemperaturen laufen die Vierbeiner Gefahr, sich zu vergiften. So ist das oft in Frostschutzmitteln enthaltene Ethylenglykol bereits in kleinen Mengen tödlich und erfordert eine spezifische Behandlung, wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) erklärt.
Da Reinigungsmittel sowie Medikamente auch außerhalb der Weihnachtszeit eine häufige Gefahrenquelle darstellen, sollten Tierhalter:innen diese stets unter Verschluss und außerhalb der Reichweite ihrer Vierbeiner halten. Im Verdachtsfall ist schnelles Handeln gefragt. Je schneller und zielgerichteter eine Behandlung erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen.
BfT
Verschenkte ‚Weihnachtstiere‘ enden oft im Tierheim
Nur noch knapp drei Wochen bis Weihnachten, die Vorbereitung der Festtage hat bereits begonnen. Dazu gehört auch die Suche nach einem passenden Geschenk für seine Lieben. Bei vielen Kindern steht ein Tier auf dem Wunschzettel ganz oben. Tierschützer:innen raten jedoch dringend davon ab, Tiere als Weihnachtsüberraschungen zu verschenken. Obwohl Haustiere wie Hunde, Katzen oder Kaninchen bei Kindern häufig auf den Wunschzetteln stehen, ist ihre Anschaffung eine langfristige Entscheidung, die gut überlegt sein muss. Tiere sind Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen, die Zeit, Geld und Verantwortung erfordern. Sie unüberlegt zu verschenken, führt oft dazu, dass sie früher oder später in den ohnehin chronisch überfüllten Tierheimen abgegeben werden, weiß der Deutsche Tierschutzbund aus den Erfahrungen in der Vergangenheit.
„Ein Tier ist keine Sache, die man einfach umtauschen kann, wenn sie nicht gefällt oder die man weiterverschenken kann, wenn man genug davon hat“, erklärt Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. „Es sind fühlende Lebewesen. Tierhaltende müssen bereit sein, über viele Jahre Verantwortung zu übernehmen. Die Entscheidung für ein Tier muss gut überlegt sein und ganz bewusst von der Person getroffen werden, die dem Tier ein Zuhause gibt.“ Wichtig sei vor dem Einzug von Hunden und Katzen auch, dass sich Tier und der zukünftige Tierhaltende im Vorfeld kennenlernen, um zu schauen, ob die Chemie passe.
Viele tierische Weihnachtsgeschenke landen nach den Feiertagen oder im Laufe des neuen Jahres im Tierheim – oft spätestens dann, wenn die Urlaubszeit ansteht und sich keine Betreuung finden lässt. Viele Beschenkte unterschätzen den Aufwand, die Zeit oder das Geld, welche die Haltung mit sich bringt. Eltern stellen nach einiger Zeit fest, dass die Versorgung doch an ihnen hängen bleibt, obwohl die Kinder versprochen hatten, mit dem Hund Gassi zu gehen oder das Katzenklo zu säubern. Man könne sich in solchen Situationen nicht darauf verlassen, dass ein Tierheim sich schon kümmern wird, wenn man das Tier dann loswerden wolle, warnt Schmitz: „Die Tierheime sind aktuell voll, müssen immer wieder Aufnahmestopps verhängen und können dann keine weiteren Tiere mehr aufnehmen.“
Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, vor der Anschaffung eines Haustiers die gesamte Familie in die Entscheidung einzubeziehen. Wer sich nach reiflicher Überlegung für ein Tier entscheidet, sollte im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner suchen. In den Heimen warten zahlreiche Tiere jeder Art, jeden Charakters und jeden Alters auf ein neues Zuhause.
Deutscher Tierschutzbund