Neben den Schutzimpfungen von Menschen gerät auch die Vakzination von Tieren immer mehr in den Fokus. Impfungen helfen, Nutz- und Hobbytiere gesund zu erhalten und sichere Lebensmittel zu produzieren sowie Tierseuchen wirksam zu bekämpfen und dadurch auch die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. So gibt es nach Informationen des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) aktuell Impfstoffe, die zur Vorbeugung von mehr als 100 verschiedenen Tierkrankheiten eingesetzt werden können. Darüber hinaus tragen sie wesentlich zur Reduktion des Arzneimitteleinsatzes bei und fördern eine nachhaltige, verantwortungsvolle Tierhaltung. Sie sind damit ein zentraler Baustein moderner veterinärmedizinischer Präventionskonzepte, betont die Österreichische Tierärztekammer.
Den Welttag der Tierimpfung, der am 20. April 2026 in diesem Jahr bereits zum 11. Mal gefeiert wird, nimmt der Verband der zoologischen Gärten (VdZ) zum Anlass, vor den Seuchenrisiken für ganze Tierarten hinzuweisen und eine nationale Impfstrategie für Zootiere zu fordern. Denn zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Tierarten, leben in Zoos und Tierparks. Unter anderem haben Lebensraumverlust und Wilderei dazu geführt, dass viele dieser Tierarten nur noch selten in der freien Natur anzutreffen sind.
Tierseuchen wie die Aviäre Influenza, Afrikanische Schweinepest oder die Blauzungenkrankheit haben sich in den letzten Jahren dramatisch in nahezu allen Weltregionen ausgebreitet und zu massiven Tierverlusten geführt. Für sehr minimierte Tierarten besteht im Fall eines Seuchenausbruchs ein enorm hohes Risiko des Aussterbens.
Der VdZ fordert daher Zulassungsverfahren für Zoo- und Wildtierimpfstoffe, nationale Impfstoffreserven für gefährdete Arten und eine gezielten Forschungsförderung.
„Krankheitserreger machen nicht Halt vor Zäunen oder Stalltüren. Tierimpfung ist keine Nischenfrage – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Investition in Gesundheit und biologische Vielfalt. Daher fordern wir aktuell eine nationale Impfstrategie für Zoovögel gegen die Geflügelpest“, betont Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer. „Dies muss einhergehen mit der Zulassung von Impfstoffen auch für Zoovögel und Auflagen, die auf die gelebte Praxis in Zoos angepasst sind.“
Um auch weiterhin den Austausch der Tiere zwischen den Zoos untereinander zu gewährleisten, müssten zudem verlässliche, praktikable Leitlinien in der EU und in Deutschland aufgestellt werden. Nur so könne die Durchführung der Europäischen Zuchtprogramme und einer genetisch gesunden Reservepopulation sichergestellt werden, so der VdZ abschließend.




