Die Vulkan- und Eisinsel Island galt bislang als das einzige Land in der Arktis, in welchem keine Stechmücken zu finden waren. In anderen arktischen Regionen jedoch treten jedes Jahr Mücken in Riesenschwärmen auf und sind sowohl für die Menschen und Wildtiere eine große Plage. Im Oktober vergangenen Jahres wurden drei Ringelmücken (Culiseta annulata) erstmals auch auf der Insel entdeckt. Der Fund reiht sich in eine wachsende Zahl neuer Insektenarten ein, die jüngst im Land identifiziert wurden.
Forschende sehen in diesem Fund ein Zeichen dafür, dass sich die Arktis in einem massiven ökologischen Wandel befindet. Wie die beiden Wissenschaftlerinnen Amanda Koltz (University of Texas/Austin) und Lauren Culler (Dartmouth College im US-amerikanischen Hanover) in einem aktuellen Bericht im Journal Science schreiben, sind die zunehmende Reisetätigkeit in die Region und die Erwärmung die beiden Hauptgründe für die Veränderung. Neben Stechmücken bewegen sich auch Spinnen, Tausendfüßer und Krebse in der Region auf eine Weise und in neuen Ausmaßen, die große Konsequenzen für die gesamte Umwelt in der Arktis bedeuten.
Zudem erwärme die Arktis sich viermal schneller als der globale Durchschnitt, was mit einer früheren Schneeschmelze, längeren Sommern und häufigeren Naturkatastrophen wie Waldbrände einhergehe, so die Autorinnen.
Die extrem schnelle Erwärmung der Arktis hat Folgen für Tiere, wie in der Region lebende Vögel und Rentiere. Letztere haben unter den massiven Insektenstichen zu leiden, was nach Meinung der Autorinnen ihren Energieverbrauch erhöhe und somit unter anderem ihre Fortpflanzung beeinträchtige. Zudem gäbe es für die Küken der dort brütenden Vögel nicht genügend Nahrung, wenn die Hauptzeit der Insekten aufgrund der klimatischen Veränderungen zur Zeit des Schlüpfens schon vorüber ist. Rentiere litten unter den vermehrten Insektenstichen, was ihren
Die Autorinnen plädieren daher dafür, die Beobachtung von Stechmücken und anderen Gliederfüßern in der Arktis besser zu koordinieren.




