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Österreichische Tierärztekammer verlässt Tiergesundheit Österreich

04.03.2026

Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) ist aus der Initiative Tiergesundheit Österreich (TGÖ) ausgetreten.

Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer sagte dazu: „Für Beobachter kommt unser TGÖ-Austritt nicht überraschend: Die wohlüberlegte Entscheidung hat zum Ziel, die Rolle der Tierärztinnen und Tierärzte als unabhängige medizinische Instanz zu stärken und auf strukturelle Herausforderungen innerhalb der TGÖ aufmerksam zu machen.“
War die TGÖ ursprünglich als breit getragenes Kooperationsmodell gedacht, entwickelte sie sich jedoch zunehmend zu einem Konstrukt mit divergierenden Interessen und unklaren Verantwortlichkeiten. Zu lange seien strukturelle Schwächen, Kompetenzkonflikte und mangelnde Transparenz hingenommen worden. Insbesondere das „freiwillig“ verpflichtende Programm „Erweitertes Tiergesundheitsmonitoring“ (ETGM) offenbarte schon beim Start grundlegende Probleme: fehlende Akzeptanz, offene Datenschutzfragen und ein fraglicher Mehrwert für Betriebe und Tierärzteschaft führten zu intensiven Diskussionen. Außerdem dürfe der tierärztliche Tätigkeitsvorbehalt nicht schleichend ausgehöhlt werden, so Frühwirth weiter.
Der Austritt sei mehr als ein formaler Schritt – er sei ein Weckruf. Österreich verliere zunehmend Großtierärztinnen und -tierärzte, Nachbesetzungen bleiben aus. Ohne wirtschaftlich tragfähige Praxisstrukturen gerät nicht nur der Berufsstand unter Druck, sondern auch die Versorgungssicherheit ganzer Regionen.
„Das Veterinärwesen ist systemrelevant – gesundheitspolitisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch, daher fordern wir eine nationale Strategie für die tierärztliche Versorgung, ein klares politisches Bekenntnis und tragfähige Strukturen. Wer die Landtierärztinnen und Landtierärzte verliert, gefährdet langfristig auch die Landwirtschaft und damit die Lebensmittelsicherheit des Landes“, sagt Frühwirth abschließend.

ÖTK