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Neue Leitlinie zur Antibiotikatherapie in der Humanmedizin

04.03.2026

Die zunehmende Verbreitung multiresistenter Bakterien stellt eine wachsende Herausforderung für die Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Mensch und Tier dar. Vor diesem Hintergrund wurde von Seiten der Humanmedizin eine neue S3-Leitlinie zur Antibiotikatherapie bei schweren Infektionen mit multiresistenten Erregern veröffentlicht. Ziel ist es, den Einsatz von Antibiotika – insbesondere von Reserveantibiotika – klarer zu strukturieren und evidenzbasierte Empfehlungen für die Praxis zu geben. Entscheidend ist dabei eine möglichst schnelle und mikrobiologisch gestützte Therapieentscheidung, da Infektionen mit multiresistenten Keimen häufig schwer verlaufen und lebensbedrohlich sein können.

Als Reserveantibiotika gelten antimikrobielle Wirkstoffe, die nur eingesetzt werden dürfen, wenn andere Antibiotika aufgrund von Resistenz oder fehlender Wirksamkeit nicht geeignet sind. Dadurch soll verhindert werden, dass auch gegen diese wichtigen Wirkstoffe Resistenzen entstehen. Die Leitlinie betont deshalb, dass die Auswahl der Therapie möglichst auf mikrobiologischen Befunden basieren sollte und eine gezielte Behandlung gegenüber einer unspezifischen oder vorsorglichen Antibiotikagabe bevorzugt wird.

Darüber hinaus unterstreicht die Leitlinie die Bedeutung eines möglichst geringen Antibiotikaeinsatzes im Gesundheitswesen. Ein unnötiger oder zu breiter Einsatz von Antibiotika begünstigt die Entwicklung von Resistenzen und gefährdet langfristig die Wirksamkeit vorhandener Medikamente. Deshalb wird empfohlen, Antibiotika nur bei klarer Indikation einzusetzen, die Therapie regelmäßig zu überprüfen und möglichst auf schmal wirksame Präparate umzusteigen, sobald der Erreger bekannt ist.

Insgesamt soll die Leitlinie dazu beitragen, die Versorgung von Patienten mit schweren bakteriellen Infektionen zu verbessern und gleichzeitig die weitere Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu begrenzen. Ein strukturierter, verantwortungsvoller Einsatz von Antibiotika ist dabei entscheidend, um die Wirksamkeit dieser Medikamente auch in Zukunft zu erhalten.

Pharmazeutische Zeitung