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27.01.2021: Zoll findet illegal eingeführtes ASP-infiziertes Fleisch

In einem rumänischen Lieferwagen hat der deutsche Zoll im Landkreis Offenbach 500 kg Fleisch- und Wurstwaren entdeckt, die mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert waren. Dabei handelte es sich u.a. um Rohwürste, rohes Hackfleisch, Leberwürste und rohes Schweinefleisch. Insgesamt wurden 40
Sammelproben untersucht. Drei der Proben brachten ein positives ASP-Ergebnis. Die Untersuchung der Zweitproben am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigten den ASP-Verdacht. Der Fund zeigt wieder einmal, dass ASP-Viren in rohem Fleisch infizierter Tiere und unbehandelten (auch gepökelten) Fleischprodukten lange haltbar sind.

Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen steigt auf 574

27.01.2021

Die Zahl der in Deutschland bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen wird aktuell mit 574 angegeben (Stand: 26.1.2021). Betroffen sind die Bundesländer Brandenburg und Sachsen. Die infizierten Wildschweine wurden bislang in den brandenburgischen Landkreisen Spree-Neiße, oder-Spree und Märkisch-Oderland gefunden. Allerdings wurde nun
auch ein Wildschwein bei einer Jagd in der Oberlausitz im Landkreis Görlitz in Sachsen erlegt, bei dem die anschließende Routineuntersuchung ein positives Testergebnis erbrachte. Inzwischen gibt es auch im Landkreis Görlitz weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen. Eine Übersicht über die bislang in Deutschland aufgetretenen Fälle, sortiert nach Gemeinden und Landkreisen, findet sich bei Topagrar.de.

27.01.2021: Klöckner sorgt für Verstimmung in der Borchert-Kommission

Das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung, die sogenannte Borchert-Kommission, ist von der Bundesregierung beauftragt worden, Pläne zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland zu entwickeln. Die Kommission hat bereits vor knapp einem Jahr geliefert. Seit dem berät sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über die Machbarkeit. Nun wurde bekannt, dass sie für die Ökoschweinehaltung nicht mal die gesetzlichen Vorgaben für konventionell gehaltene Schweine umsetzen und sich somit nicht an die Empfehlungen
der Borchert-Kommission halten möchte. Daraufhin drohte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mit einem Ausstieg aus dem Kompetenznetzwerk. Als problematisch wurde auch ein Modell bewertet, bei dem auch Bio-Fleisch mit einer Fleischabgabe belastet werden soll. Dann würden Bio-Kunden nicht nur für die artgerechte Haltung der Bio-Tiere zahlen, sondern auch noch zusätzlich die konventionelle Tierhaltung mitfinanzieren. Auch hier stellt der BÖLW die Frage: ist das zielführend Frau Klöckner?

27.01.2021: Frühwirth fordert Klarheit über Corona-Impfung von Tierärzten

Der Präsident der Österreichischen Tierärztekammer, Kurt Frühwirth, fordert im Namen der österreichischen Tierärztinnen und Tierärzte Klarheit über die eindeutige Priorisierung im nationalen Corona-Impfplan. „Seit Beginn der Krise erbringen Tierärztinnen und Tierärzten unter erhöhtem Infektionsrisiko tagtäglich nahezu uneingeschränkt ihre Leistungen. Systemrelevant zu sein, heißt, dass wir zwar unsere Tierarztpraxen offenhalten dürfen und von Einschränkungen ausgenommen sind, demgegenüber stehen aber auch entsprechende Erwartungen und Verpflichtungen, die wir unter höchsten Qualitätsansprüchen erfüllen müssen." Nicht umsonst würden Tierärztinnen und Tierärzte einen gesetzlich anerkannten Gesundheitsberuf ausüben. Aber dabei sind sie täglich in intensivem Kontakt mit den PatientenbesitzerInnen bzw.
setzen sich als amtlich beauftragte Schlachttier- und Fleischuntersuchungsorgane unter widrigen Bedingungen im Schlachthofbetrieb einem erhöhten Infektionsrisiko aus. Trotz Einhaltung der entsprechenden Vorsichtmaßnahmen besteht somit ein beträchtliches Risiko sich mit COVID-19 zu infizieren. Deshalb brauchen Tierärztinnen und Tierärzte einen raschen Impfschutz! "Wir möchten nicht zu den Vordränglern zählen und es liegt uns fern, hier als Privilegierte zu gelten. Nein, wir erheben nur die legitime Forderung, Klarheit zu bekommen und mahnen die eindeutige Priorisierung unserer Tätigkeit im nationalen Impfplan ein, dies sollte dringend nachgeholt werden. Gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit, ist es für die Berufsgruppe der Tierärztinnen und Tierärzte wichtig, Wertschätzung, Unterstützung und Transparenz zu bekommen“, so Frühwirth weiter.

27.01.2021: Einsatz illegaler ASP-Impfstoffe in China führt zu Mutationen

In China sind illegale Lebendimpfstoffe gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Umlauf, die im Verdacht stehen, verantwortlich für gefährliche Mutationen des Virus zu sein. Von Seiten der Regierung wurde jetzt ein strenges Vorgehen angekündigt, denn dem verwendeten Impfvirus würden wichtige Schlüsselgene fehlen, weshalb die Erkrankungen zwar
nur noch mild verlaufen, die infizierten Tiere aber dennoch weiter viele Viren ausscheiden würden. So werde das Virus immer weiter verbreitet. Die chinesische Regierung wies noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass es aktuell keinen zugelassenen Impfstoff gegen die ASP gebe und dass der Handel mit illegalen Impfstoffen und auch ihr Einsatz drakonisch bestraft würden.

27.01.2021: BUND fordert mehr Verständnis für LandwirtInnen in Deutschland

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Verständnis für die Bauernproteste vor Discountern und Molkereien gezeigt und scharfe Kritik gegen die Lebensmittelketten in Hinsicht auf die Preiskämpfe geäußert. „Das Verramschen von Lebensmittel und die Preisdrückerei von Lidl, Aldi und Co. heizen das Höfesterben an und verhindern die Agrarwende“, erklärt BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. Die LandwirtInnen fordern faire Erzeugerpreise, die das Überleben der Bäuerinnen und Bauern sichern, sowie die Eingrenzung des Lebensmittelhandels seitens der Politik. Die LandwirtInnen als
Erzeuger sollten zudem auf Augenhöhe verhandeln können. Weiterhin müsse die Bundesregierung die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen. Der BUND fordert darüber hinaus, dass die Gelder der EU-Agrarpolitik genutzt werden sollten, besonderes Engagement im Natur- oder Klimaschutz zu fördern. Bandt kritisiert jedoch das Verwenden der Landvolk-Flagge während der Bauernproteste. „Die Protestierenden müssen sich von solchen politischen Entgleisungen und einer antidemokratischen und antisemitischen Symbolik klar distanzieren“, so Bandt.

26.01.2021: Jürgen Rehage wird Vizerektor an der Vetmeduni Wien

Jürgen Rehage, bisher Universitätsprofessor an der Klinik für Rinder der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), wird Vizerektor für Lehre und klinische Veterinärmedizin an Vetmeduni Wien. Der Experte für Wiederkäuer folgt somit auf Sibylle Kneissl, die diesen Posten lange Zeit inne hatte. Zusammen mit Rektorin Petra Winter, Otto Doblhoff-Dier (Vizerektor für Forschung und internationale Beziehungen) sowie Manuela Raith (Vizerektorin für Ressourcen und Digitalisierung) wird Rehage ab April 2021 bis zum Jahr 2025 die Geschicke der Vetmeduni Vienna leiten. „Ich freue mich sehr, meine Erfahrung als Hochschullehrer und Kliniker in der Funktion als
Vizerektor für Lehre und klinische Veterinärmedizin an der international renommierten Vetmeduni Vienna einbringen zu dürfen. Gemeinsam werden wir daran arbeiten, die in der gegenwärtigen Entwicklungsplanung der Universität angestrebten Ziele zu erreichen und diese fortzuentwickeln“, sagt Jürgen Rehage. Auch Rektorin Petra Winter äußerte sich erfreut über den Beschluss: „Jürgen Rehage wird das Rektorat der Vetmeduni Vienna mit seiner Außensicht und seinen Berufserfahrungen in Lehre, klinischer Dienstleistung und interdisziplinärer Forschung, intensiven Kontakten zu Alumni und dem Stakeholder-Austausch mit der Landwirtschaft bereichern.“

26.01.2021: Tierärzteverbände lehnen kurzfristige Stellungnahme zum nationalen Tierarzneimittelgesetz ab

Die Bundesministerien für Gesundheit und Landwirtschaft haben den tierärztlichen Organisationen und Verbänden den Entwurf für ein nationales Tierarzneimittelgesetz vorgelegt mit der Möglichkeit der Stellungnahme innerhalb von drei Wochen. Die Präsidenten der tierärztlichen Verbände Bundestierärztekammer (BTK), Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) und Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) haben dies schriftlich abgelehnt und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) Ende vergangener Woche aufgefordert, die Umsetzung eines nationalen Tierarzneimittelgesetzes in dieser Legislaturperiode zu stoppen. Nur so sei ein transparenter Diskussionsprozess möglich. Die Verbände stimmen überein, dass sie sich an einem derart intransparenten und unausgereiften Verfahren weder beteiligen können noch wollen. Dafür stehe für die praktizierenden und beamteten Tierärztinnen und Tierärzte und natürlich für die Tiergesundheit und den Tierschutz schlichtweg zu viel auf dem Spiel. In den vergangenen beiden Jahren habe seit Inkrafttreten der EU-Tierarzneimittelverordnung für die Umsetzung in nationales Recht keinerlei fachlicher Austausch mit der Tierärzteschaft stattgefunden, nun wird jedoch ad hoc eine Beurteilung gefordert. Eine qualifizierte Stellungnahme zu einem so umfangreichen und zugleich wichtigen Gesetzesvorhaben kann aber in einer solch kurzen Frist zwangsläufig nur unvollständig sein und wird deshalb nicht
erfolgen. „Wie kann es sein, dass zwei Jahre für die Umsetzung der bereits im Januar 2019 in Kraft getretenen EU-Tierarzneimittelverordnung in neu zu fassendes nationales Recht ohne jeglichen fachlichen Austausch ungenutzt verstrichen sind und dann ganz plötzlich eine Ressortabstimmung zum Gesetzentwurf ohne vorherige Verbändeanhörung erfolgt?,“ macht bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder seinem Ärger Luft. Hieß es doch noch vor wenigen Wochen, das Bundesgesundheitsministerium habe wegen der Corona-Situation keine Zeit, sich um das nationale Tierarzneimittelgesetz zu kümmern. „Die Art und Weise, wie mit einer von dem Gesetz hauptbetroffenen Gruppe umgegangen und offenbar auch nicht korrekt informiert wird, ist völlig inakzeptabel,“ bekräftigt Moder. Zudem haben sich bereits auf den ersten Blick rechtlich-handwerkliche Fehler im Entwurf gezeigt, die in der tierärztlichen Praxis zu Umsetzungsschwierigkeiten und juristischen Auseinandersetzungen führen werden. „Genau davor wollen und müssen wir die Tierärztinnen und Tierärzte schützen,“ stellt Moder klar. „Und um das gleich ganz deutlich zu sagen, wir sträuben uns nicht gegen ein neues, eigenständiges Tierarzneimittelgesetz, so wie es in vielen anderen EU-Ländern schon Brauch ist. Wenn aber etwas ganz Neues geschaffen wird, dann muss in einem transparenten Diskussionsprozess ausreichend Zeit für den fachlich fundierten Austausch sein,“ so Moder. Dafür stehen die drei Verbände zur Verfügung.

26.01.2021: Wildtiere nicht stören

Die allgemeinen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen in den heimatnahen Bergen und Wäldern unterwegs sind. Gerade jetzt befinden sich die dort angesiedelten Wildtiere nach der Stoffwechselumstellung in einer Ruhephase. Aus diesem Anlass weist die Bayerische Forstministerin Michaela Kaniber eindringlich darauf hin, dass die Wanderer Rücksicht nehmen und die Tiere auf keinen Fall stören sollten. Die Ministerin mahnt die BesucherInnen, auf den Wegen, Routen und Pisten zu bleiben, sowie unnötigen Lärm und Lichtquellen
möglichst zu vermeiden. „Ohnehin wäre es aktuell zur Eindämmung des Corona-Virus besser, im Lockdown zuhause zu bleiben. Aber ich habe Verständnis dafür, dass man auch mal raus muss an die gute Luft. Aber bitte mit der nötigen Umsicht, auch gegenüber den Tieren.“ Die Ministerin plant eine Kampagne zum Schutz von Wild- und Weidetieren, die das Ziel hat, die Bevölkerung aufzuklären und zu informieren. „Wir müssen Wanderer, Tourengeher, Skifahrer, Mountainbiker und Erholungssuchende für die Belange von Natur und Tieren, aber auch für die Belange der Landwirte, Waldbesitzer und Jäger sensibilisieren“, so Kaniber abschließend.

26.01.2021: EU überprüft Tierwohlrichtlinie für Puten

Nach einer Parlamentarischen Anfrage der österreichischen Europaabgeordneten Sarah Wiener soll auch die EU-Tierwohlrichtlinie für Puten überprüft werden. Das teilte die zuständige EU- Gesundheitskommissarin Dr. Stella Kyriakides mit. Demnach wird die Europäische Kommission im Rahmen der Farm-To-Fork-Strategie sowie der angekündigten Eignungsprüfung auch die Haltungs- und Transportregeln für Puten beleuchten. Wiener macht sich schon seit
längerer Zeit für eine verbesserte Haltung von Puten stark und hat die Initiative #PutenStandards für klare EU-Mindeststandards in der Putenhaltung gestartet. Einer der Faktoren bei der Festlegung weiterer Maßnahmen werde auch die Zahl der jeweiligen Art der Nutztiere sein, die in der EU gehalten würden, wie Kyriakides mitteilte. Laut der Gesundheitskommissarin ist man bereits dabei, Initiativen auf der Grundlage „neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse“ zu entwickeln.

25.01.2021: ASP-Gefährdungsgebiet in Sachsen wird erweitert

In Sachsen ist bei zwei Wildschweinen außerhalb des bisherigen Gefährdungsgebiets in Ostsachsen im Landkreis Görlitz die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Daher wird nun das bestehende Gefährdungsgebiet erweitert.
Der Krisenstab werde dazu am morgigen Dienstag tagen. Zudem soll ein mobiler Elektrozaun den Ausbruchsort weitläufig einfassen, um die sich dort aufhaltenden Wildschweine an einer Weiterverbreitung des hoch ansteckenden ASP-Virus zu hindern.

25.01.2021: Mangel an AmtstierärztInnen in Deutschland

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat eine umfassende Umfrage unter den Veterinärbehörden der Länder zur Altersstruktur, Tarifbedingungen und Aufgabenstellungen der amtlichen TierärztInnen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es in naher Zukunft zu einen erheblichen Personalbedarf in den Ländern kommen wird, da rund 30 Prozent der aktuell tätigen AmtstierärztInnen in den Ruhestand gehen werden. Bundesweit müssen dann in kurzer Zeit 500 Stellen neu besetzt werden. Gepaart mit dem stetig abnehmende Interesse an dem Beruf des Amtstierarztes, ist diese Entwicklung besorgniserregend. Viele Veterinärbehörden klagen schon jetzt über Probleme bei der Neubesetzung von Stellen. Ein Grund für diese negative Entwicklung ist im momentanen Strukturwandel zu sehen. Auch mitverantwortlich ist die Tatsache, dass die Ein-Personen-Praxis mehr und mehr durch Praxen mit einem Tierärzteteam und
zunehmenden Spezialisierung ersetzt wird. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass der Radius vieler Praxen sich deutlich erweitert hat. Veränderungen in der tierärztlichen Praxis sowie im Metzgerhandwerk haben dazu geführt, dass die Bezirke für die Fleischuntersuchung größer geworden, die Zahl der Betriebe und die Schlachtzahlen aber rückläufig sind. Die BTK fordert daher eine grundlegende Neuorganisation der ambulanten Schlachttier- und Fleischuntersuchung, welches auch eine Neugestaltung des Tarifs beinhaltet. Zudem sollten zusätzliche Anforderungen an das Studium der Veterinärmedizin gestellt werden. Diese sollten zwischen den Bildungsstätten abgestimmt werden. „Unser Ziel sollte es sein, den amtlichen Tierarzt als Qualitätsbegriff für eine verantwortungsvolle und hoch qualifizierte Tätigkeit im Tierschutz und gesundheitlichen Verbraucherschutz zu etablieren", so die Abschlussforderung der BTK.

25.01.2021: Geflügelpest in Putenbetrieb in Brandenburg ausgebrochen

Die aviäre Influenza vom Typ H5N8 ist nun auch in einem Putenmastbetrieb in Brandenburg nachgwiesen worden. Die rund 16.000 Puten des Betriebes in der Prignitz müssen nun aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung getötet
werden. Eine Sperr- und Restriktionszone um den Betrieb wurden eingerichtet, die Kontaktbetriebe werden auf die Geflügelpest untersucht. Das teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam am Sonntagabend mit.

25.01.2021: Hessen fördert Digitalisierung in der Landwirtschaft

Ab Februar 2021 können LandwirtInnen in Hessen von einer neuen Förderungsmaßnahme profitieren. Gleichzeitig soll so die Digitalisierung der landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen in den kommenden Jahren vorangetrieben werden. „Die Landwirtinnen und Landwirte in Hessen setzen zunehmend auf die Digitalisierung ihrer Betriebe. Wir wollen diese Entwicklung in den nächsten Jahren durch eine neue Fördermaßnahme wirkungsvoll begleiten. Die Digitalisierung in der Landwirtschaft soll dadurch umwelt- und klimaverträgliche Anbaumethoden unterstützen, das Tierwohl steigern, das Management optimieren und damit zum Erhalt der heimischen Landwirtschaft beitragen“, erklärte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz.
Abgestimmt auf die Ergebnisse einer Befragung der LandwirtInnen liegt der Fokus der Förderung auf fünf Bereichen. Unter anderem soll auch die Anschaffung von digitalen Systemen zur Überwachung des Gesundheitszustandes von Nutztieren sowie zur Verbesserung des Tierwohls finanziell unterstützt werden. „Neben der Förderung von Software und Technik bieten wir über den Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen ebenfalls Beratung, Vernetzung und Schulung an“, erklärt die Ministerin weiter. Zur Finanzierung der Förderung sind bis Ende 2024 Landesmittel in Höhe von 5 Millionen Euro aus der Digitalen Strategie Hessen vorgesehen. Bewilligungen förderfähiger Anträge können jedoch erst nach Beschluss des Haushaltes erteilt werden.

22.01.2021: Antibiotikaresistenzen breiten sich schneller aus als bisher angenommen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen Antibiotikaresistenzen eine der größten Bedrohungen der globalen Gesundheit dar. Allein in Europa sterben mehr als 33.000 Menschen jährlich an den Folgen einer Antibiotikaresistenz. Eine Analyse der Chalmers University of Technology hat aktuell ergeben, dass sich Antibiotikaresistenzen noch schneller ausbreiten könnten, als bisher angenommen. Einen Grund dafür sehen die Forschenden in der genetischen Übertragung der Resistenzmechanismen zwischen Bakterien in unseren Ökosystemen sowie dem Menschen. Wie Jan Zrimec, Wissenschaftler an der Chalmers University of Technology, erklärt,
haben viele der Resistenzgene, die bei Menschen nachgewiesen werden konnten, ihren Ursprung in zahlreichen Bakterien, die in der Erde, im Wasser oder in Pflanzen vorkommen. Zrimec hat eine neue Methoden der Datenanalyse entwickelt. Diese hat ergeben, dass der genetische Transfer leichter Grenzen überwinden kann, als zuvor angenommen worden war. Die von dem Wissenschaftler entwickelte Datenanalyse kann andere Forschende bei ihrer Arbeit an Antibiotikaresistenzen unterstützen. Fortbildungsangebote zur Antibiotikaminimierung im Stall finden Tierärztinnen und Tierärzte mit den VetMAB-Kursen auf Myvetlearn.de.

22.01.2021: Tiergesundheit von Nutztieren muss nachhaltig verbessert werden

Im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) haben ExpertInnen aus Agrarökonomie, Tierhaltung und Politik über Verbesserungen der Tiergesundheit von Nutztieren auf der ganzen Welt diskutiert. Im Fokus der Podiumsdiskussion standen die Themen Resilienz sowie Nachhaltigkeit. Die Verbesserung der Tiergesundheit und des Krankheitsmanagements werde jedoch in Nachhaltigkeitsbewertungen selten berücksichtigt, so Anne Mottet, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die in einer verbesserten Tiergesundheit auch wirtschaftliche Vorteile sieht. Anhand der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat Dr. Jude Capper, Nachhaltigkeitsexpertin für
Nutztierhaltung, die Reduktionspotenziale bei Ressourcen sowie Treibhausemissionen erläutert. ASP-Ausbrüchen auf der ganzen Welt sind fast 150 Millionen Schweine zum Opfer gefallen. „Im Rahmen des Europäischen Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie wird die EU aktiv beitragen zum globalen Übergang hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft und Nahrungsmittelsystemen im Einklang mit den strategischen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Dies schließt Maßnahmen zur Tiergesundheit und zum Tierschutz ein“, erklärte Claire Bury, stellvertretende Generaldirektorin der Direktion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bei der Europäischen Kommission, zum Abschluss der Diskussion.

22.01.2021: BRS fordert konsequenten Schutz der Hausschweine vor ASP

Auch im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) soll es Schweine haltenden Betrieben weiterhin erlaubt sein, die Tiere im Freien bzw. mit Auslaufmöglichkeiten zu halten. Das haben die Agrarminister der Länder am 14.01.2021 beschlossen. Kritisch sei dieser Beschluss jedoch in Hinsicht auf die Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Institus (FLI) sowie der empfohlenen Aufstallung im Falle eines ASP-Ausbruchs, so die Reaktion des Bundesverbandes Rind und Schwein e.V. (BRS). Die Erklärung der sächsischen Agrar- Staatssekretärin Gisela Reetz, dass die Auslauf- und Freilandhaltung artgerecht sei und daher weiterhin ermöglicht werden solle, hält der BRS für fahrlässig. Die wirtschaftliche
Existenz der Tierhalter gegen eine gesellschaftlich anerkannte Form der Tierhaltung abzuwägen, sei zudem unangemessen. Das FLI habe deutlich hervorgehoben, dass die in der SchHaltHygV vorgesehenen Maßnahmen für Auslauf- und Freilandhaltungen einen Eintrag des ASP-Virus nicht mit der erforderlichen Sicherheit verhindern. Der Bundesverband fordert daher einen konsequenten Schutz der Hausschweinbestände im Rahmen der Möglichkeiten der Schweinepestverordnung. Tierärztinnen und Tierärzte können sich zum Thema ASP im gleichnamigen E-Learningkurs auf Myvetlearn.de fortbilden. Der Kurs eignet sich auch zur Fortschreibung der Fortbildungspflicht gemäß SchHaltHygV.

22.01.2021: Rindertuberkulose bei Familie in Bayern nachgewiesen

Bei drei Mitgliedern einer Landwirtsfamilie, unter anderem bei einem Kind, im oberbayerischen Geretsried, ist die Rindertuberkulose festgestellt worden. Der Erreger der Tierseuche war von infizierten Rindern des Betriebs auf die Personen übertragen worden. Alle Rinder wurden aus Seuchenschutzgründen getötet. Die Infizierten hätten keine Symptome, wie das Landratsamt Bad Tölz- Wolfratshausen
informiert. Sicherheitshalber seien Mitschülerinnen und Mitschüler und Lehrkräfte des infizierten Kindes jedoch ebenfalls getestet worden. Seit mehr als 20 Jahren gelten die Rinderbestände in der Bundesrepublik offiziell als frei von Tuberkulose. Zu sporadisch infizierten Tieren ist es jedoch bereits in den vergangenen Jahren immer mal wieder gekommen, wie das Bundesinstitut mitteilte.

21.01.2021: BfT-Broschüre über Zulassungverordnung von Tierarzneimitteln erschienen

Am 28. Januar 2022 wird die neue europäische Tierarzneimittelverordnung in Kraft treten. Mit einer Broschüre informiert der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) über die Anforderungen und Verfahren von Zulassungen von Tierarzneimitteln. Bereits Anfang des laufenden Jahres wurden die beiden ersten Nachfolgerechtsakte zur Basisverordnung (EU) 2019/6 veröffentlicht. Ziel der neuen Verordnung ist es, die Bedingungen für Hersteller
von Tierarzneimitteln anzugleichen, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern sowie Innovation zu stimulieren. Zudem sollen damit eventuelle bürokratische Hürden auf dem Weg zur Arzneimittelzulassung abgebaut werden. Anforderungen, insbesondere au antimikrobielle Mittel, wurden strikter gefasst. Auf der Internetseite des BfT kann die Broschüre in deutscher und englischer Sprache heruntergeladen werden.

21.01.2021: Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung mahnt zur Eile

Jochen Borchert, früherer Bundesagrarminister und nun Vorsitzender des sogenannten "Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung" und damit verantwortlich für den Umbau der Tierhaltung und mehr Tierwohl in Deutschland, hat die amtierende Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zur Eile gemahnt. Schließlich habe man ihr die Vorschläge bereits vor fast einem Jahr überreicht. Nun sei es Zeit zu handeln, noch vor der Bundestagswahl, erklärte Borchert gegenüber der Osnabrücker Zeitung. Zuvor machte er darauf bereits beim 32. Geseker Schweineabend der Vivet Schweinegesundheit GmbH am 14.1.2021 aufmerksam, wo er
Gastredner war. „Die nächsten Wochen sind wertvolle Zeit, die genutzt werden muss", sagte Borchert. „Der Einstieg muss noch in diesem Jahr, muss noch vor der Bundestagswahl gelingen. Ansonsten drohen infolge der Koalitionsverhandlungen Verzögerungen." Die Vorschläge der Borchert-Kommission sehen einen Umbau der Tierhaltung und stark verbesserte bzw. artgerechtere Haltungsbedingungen bis 2040 vor. Der Umbau soll u.a. durch einen Preisaufschlag auf Fleisch, Milch und Eier als Tierwohlabgabe in Form einer Verbrauchsteuer finanziert werden. Der Durchschnittskonsument müsste so pro Jahr etwa 35 Euro mehr für tierische Produkte ausgeben - zumutbar, findet die Kommission.

21.01.2021: Grüne kritisieren Gesetzesentwurf zum Ausstieg aus dem Kükentöten

Der Gesetzesentwurf zum Ausstieg aus dem Kükentöten wird von den Grünen stark kristisiert. Für die Sprecherin für Ernährungspolitik und Tierschutzpolitik sowie ehemaligen Landwirtschaftsministerin Renate Künast bedient der Beschluss in erster Linie die Interessen der Massentierhaltung. „Ich vermisse größeres Engagement des Ministeriums bei der Förderung der Zucht sogenannter Zweinutzungshühner – also von Tieren, die sowohl Fleisch als auch Eier liefern. Unser Ziel muss es sein, entsprechend in diese Richtung zu züchten. Eine industrielle technische
Lösung, die nur für die großen Konzerne funktioniert, kann daher keine Lösung des gesamten Problems sein“, so Künast. Auch ihr Parteikollege Friedrich Ostendorff fordert von der Regierung, dass die Nutzung robuster Zweinutzungshühner als Alternative zur industrialisierten Legehennenhaltung stärker gefördert wird, sodass auch kleinere Betriebe wirtschaftlich überleben können. Ostendorff befürchtet, dass ansonsten die Aufzucht von männlichen Küken mehr und mehr ins Ausland abwandert, wo die Kosten für Tierhaltung sehr viel geringer sind.

21.01.2021: Methanausstoß bei Milchproduktion berechnen

Das Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) hat eine Formel zur Berechnung der Methanemission von Milchkühen entwickelt und erhielt nun das internationale Patent. Diese neue Formel ermöglicht die Abschätzung des Methanausstoßes bei der Milchproduktion. „Das Klimaschutzgesetz in Deutschland verpflichtet auch die Landwirtschaft zur Reduktion seiner Treibhausgasemissionen. Die genaue Kenntnis, wieviel Methan eine Milchkuh in Abhängigkeit ihrer Fütterung und Leistung emittiert, gewinnt vor diesem Hintergrund an Bedeutung. Diese Daten sind eine wesentliche Voraussetzung, um den tatsächlichen CO2-Fußabdruck von Milch und in Folge auch von Milchprodukten genauer bestimmen zu können“, erklärt Till Backhaus,
Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern. „Die patentierte Formel kann die Milchproduktion ein großes Stück weiterbringen. Sie kann Grundlage für besondere Vermarktungswege oder konkrete Nachweise der Klimaeffekte der Milchproduktion und Landwirtschaft werden.“ Der Minister erklärt weiter: „Die Zeiten der Turbokühe sind vorbei. Wir müssen in allen Bereichen achtsam mit der Umwelt umgehen und das schließt unsere lieben Nutztiere ausdrücklich mit ein.“ Backhaus fordert erneut, die Kosten für Tierwohl nicht allein beim Landwirt abzuladen. „Wir brauchen kostendeckende Milchpreise, die den Ansprüchen an hochwertige Lebensmittel Rechnung tragen“, so der Minister abschließend.

21.01.2021: US-Lebensmittelbehörde lässt genetisch veränderte Schweine zu

In den USA sind Ende Dezember 2020 erstmals genetisch veränderte Schweine zur Lebensmittel- und zur Arzneimittelgewinnung von der US-Behörde für Lebensmittelsicherheit (FDA) zugelassen worden. Die zugelassenen Tiere wurden von der US-Firma Revivicor entwickelt und tragen auf ihren Zelloberflächen keinen sogenannten Alpha-Gal-Zucker
mehr, weshalb ihr Fleisch auch von Menschen verzehrt werden könne, die am Alpha-Gal-Syndrom (AGD) leiden. Das ist eine Allergie auf Alpha-Gal-Zucker, die sonst den Verzehr von rotem Fleisch ausschließt. Die FDA erklärte, der Verzehr solcher "GalSafe"-Schweine sei unbedenklich für die menschliche Gesundheit sowie die Umwelt.

21.01.2021: Neuer Therapieansatz für kastrierte Rüden

Im Rahmen einer Doktorarbeit an der Tierklinik für Fortpflanzung an der Freien Universität Berlin werden Hundebesitzer gesucht. Bei der Studie handelt es sich um einen möglichen Therapieansatz für chirurgisch kastrierte Rüden, die nach der Kastration sexuell attraktiv für andere Rüden wurden und regelmäßig durch diese bedrängt und bestiegen werden. Das Problem: Ein normaler Sozialkontakt zu anderen Hunden ist im beschriebenen Fall oft nicht mehr
möglich bzw. stark eingeschränkt. Hier soll im Zuge der Studie von Tierärztin Johanna Leber Abhilfe geschaffen werden. Die Studie besteht aus drei Terminen vor Ort in Berlin oder nach Nachfrage an anderen Standorten und wird von Fragebögen begleitet. Die ersten Ergebnisse seien bereits vielversprechend und aktuell sind noch ein paar wenige Plätze in der Studie zu vergeben. Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich gerne an johanna.leber@fu-berlin.de

20.01.2021: Kükentöten ab 2022 verboten - Zweinutzungshuhn gefordert

Das Töten männlicher Eintagsküken als Nachkommen von Legehennen soll ab 2022 in Deutschland verboten sein. Es wurde sich jedoch auf eine Übergangszeit bis Ende 2023 geeinigt. Das hat heute das Bundeskabinett entschieden. Laut Koalitionsvertrag sollte dies bereits Ende 2019 durchgesetzt werden und das jährliche Töten von 45 Millionen Eintagsküken beenden. Allerdings mehren sich bereits die Stimmen, denen das beschlossene Verbot des Kükentötens nicht weit genug geht. Das sieht auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) so. „Statt männliche Küken zu töten, werden in Zukunft die Eier aussortiert. Das kann keine Lösung sein. Die Gesetzespläne von Agrarministerin Julia Klöckner gehen nicht weit genug. Wir brauchen den längst überfälligen Umbau der Tierhaltung – hin zu einem System,
das keine Tiere aussortiert, weil sie scheinbar nutzlos sind", erklärte Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. Gefordert wird eine Abkehr von der Spezialisierung in der Legehennenhaltung und die konsequente Einführung des Zweinutzungshuhns. Das sind Hühnerrassen, die sowohl zur Eier- als auch zu Fleischerzeugung gehalten werden können. Dieser Forderung schließt sich auch die Tierschutzorganisation Vier Pfoten an. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG) kritisiert zudem den mit diesem deutschen Alleingang einhergehenden großen Wettbewerbsnachteil für die heimische Geflügelwirtschaft. Es bedarf dringend eines verbindlichen Rechtsrahmens für den europäischen Wirtschaftsraum. Insofern begrüßt der ZDG die Übergangszeit bis Ende 2023 als mindestens notwendig.

20.01.2021: Ausbruch der Newcastle Disease in Chemnitz

In Chemnitz ist in einem Brieftaubenbestand die Newcastle Disease ausgebrochen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte den Verdacht. Die betroffenen Tauben befänden sich in Quarantäne, der Taubenschlag werde umfassend gereinigt und desinfiziert. Bei der Newcastle
Disease handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche und um eine Zoonose. Die Krankheitssymptome beim Menschen gleichen denen einer leichten Grippe. Für Hühner und Puten besteht in Deutschland eine gesetzliche Impfpflicht. Haltern von Brieftauben wird diese dringend empfohlen.

20.01.2021: EU-Projekt zur Verbesserung der Wolf-Mensch-Beziehung

Das Zusammenleben von Mensch und dem sich immer weiter ausbreitenden Wolf birgt einiges an Konfliktpotenzial. Deshalb arbeiten die Vetmeduni Vienna und die HBLFA Raumberg-Gumpenstein fünf Jahre lang mit Partnern in Italien, Slowenien und Frankreich an der Entwicklung von Unterstützungsmaßnahmen für das Zusammenleben von Menschen und der sich ausbreitenden Wolfspopulation in den Alpen. Das Projekt LIFE WOLFALPS EU mit insgesamt 19 Partnern ist im September 2019 gestartete und umfasst die Beobachtung, das Management und den Erhalt der Wolfspopulation im Alpenraum. Andererseits werden Maßnahmen zur Reduzierung von Konflikten zwischen Menschen und Wölfen und zur Unterstützung einer Koexistenz gesetzt. In Österreich liegt der Schwerpunkt auf der Etablierung von Herdenschutzmaßnahmen und der Prävention von illegaler Verfolgung. Zudem wird aktuell an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein an der Entwicklung sogenannter Notfallteams (Wolf Prevention Intervention Units) gearbeitet. Dabei handelt es sich um geschulte Teams, die bei durch Wölfen verursachten Schäden an Nutztieren innerhalb
weniger Stunden zum Einsatz kommen, um vor Ort den betroffenen und benachbarten LandwirtInnen erste Hilfe zu leisten. Mögliche Maßnahmen beinhalten unter anderem die Errichtung von Nachtpferchen und Zäunen oder auch den Einsatz von Vergrämungsmaßnahmen wie z.B. Blinklichter. Zusätzlich erfolgt über Raumberg-Gumpenstein die Evaluierung des Einsatzes neuer Technologien im Herdenschutz mittels GPS-Sendehalsbändern für Schafe. ForscherInnen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien beschäftigen sich im Rahmen des Projektes mit der Entwicklung von Monitoringstandards für eine einheitlichere Erhebung der Wolfszahlen im Alpenraum und gleichen jährlich die Daten aus den teilnehmenden Ländern ab. Ein weiterer Schwerpunkt des EU-Projektes ist die Prävention von illegaler Verfolgung des Wolfs. Hierzu werden Polizisten geschult und Suchhunde ausgebildet, die präventiv und bei Verdacht im Auftrag der Polizei auch aktiv nach ausgelegten Giftködern und Kadavern suchen können. Begleitet wird das Projekt LIFE WOLFALPS EU von einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit.

20.01.2021: Wie Tiere sich an den Klimawandel anpassen

Der langsame Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur sowie häufiger auftretende extreme Wetterereignisse zwingen die Natur und die Lebewesen, sich mit verschiedenen Strategien an das veränderte Leben anzupassen. So nutzen Tiere neben Winterschlaf oder Torpor auch die Möglichkeit des Energiemanagements dafür. Einem Beitrag in der aktuellen Sonderausgabe des Wissenschaftsjournals Frontiers in Physiology zufolge, können die meisten Tiere saisonalen Schwankungen entgegenwirken. „Die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich an drei Indikatoren besonders gut ablesen. Das ist zum einen die saisonale Expression und die Entwicklung von Hypometabolismus und Heterothermie, also das, was wir als Winterruhe und Winterschlaf kennen. Ein weiterer Faktor sind metabolische Reaktionen, d. h. Veränderungen des Energiestoffwechsels und des Wasserhaushaltes, als Anpassung an trockene, energiebegrenzte oder hypoxische
Umgebungen. Und der dritte Faktor ist die thermische Empfindlichkeit von Tieren während ihrer Entwicklung und daraus folgende lebenslange Auswirkungen“, beschreibt Autor Sylvain Giroud vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna die drei Hauptaspekte. Darüber hinaus konzentriert sich das Forschungsthema auch auf das Phänomen, dass sich der Klimawandel und extreme Wetterereignisse auch während der Entwicklung von Lebewesen ausgeprägte Auswirkungen haben können. So können sich Tiere an klimatische Bedingungen, denen sie in jungen Jahren ausgesetzt waren, anpassen. „Wir hoffen, dass dieses Forschungsthema eine solide Plattform für multidisziplinäre Forschungsbemühungen bietet, die erforderlich sind, um die Herausforderungen und Kapazitäten für die Anpassung an den Klimawandel im 21. Jahrhundert und darüber hinaus zu verstehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen“, so Giroud.

20.01.2021: SPD fordert zukunftsfähiges Konzept für Landwirtschaft

Mit Beginn der digitalen Version der Internationalen Grünen Woche (IGW) rückt die Zukunft der Landwirtschaft wieder in den Fokus. Die SPD nimmt dies zum Anlass und fordert in einem Positionspapier von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein verlässliches Konzept für die Zukunft der LandwirtInnen. „Wir dürfen uns nicht länger etwas vormachen. Viele landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland und auch in Mecklenburg-Vorpommern stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Erzeugerpreise reichen oftmals nicht mehr aus, Mindestlöhne zu zahlen, geschweige denn, wichtige Zukunftsinvestitionen zu tätigen. Gleichzeitig steigt der Druck, die landwirtschaftlichen Produktionsweisen den geänderten gesellschaftlichen Anforderungen und dem Klimawandel anzupassen“, erklärt
Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus als Mitunterzeichner des Positionspapiers. Der Minister kritisiert die halbherzigen Maßnahmen der Regierung und fordert stattdessen Reformen. „Wer Landwirtschaft betreibt, muss von seiner Arbeit leben können. Wer sich für Umwelt, Klima und Artenschutz einsetzt, muss diese Leistung auch bezahlt bekommen“, mahnt Backhaus. „Ich fordere, dass dem Raubtierkapitalismus in der Nahrungsmittelindustrie Ketten angelegt werden, dass Ungleichgewichte in der Förderpraxis ausgeglichen und konsequent die Pariser Klimaziele verfolgt werden. Das sind wir unseren Kindern schuldig und den Kindern unserer Bäuerinnen und Bauern, die das Erbe ihrer Eltern einmal fortführen können sollen“, sagt der Minister abschließend.

19.01.2021: bpt setzt 2021 bei Kongressen weiter auf digital

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat sich entschlossen, die bpt-INTENSIV Kleintiertagung sowie den bpt- Kongress in 2021 als digitale Veranstaltungen durchzuführen. Erst im nächsten Jahr, also 2022, sollen die Kongresse wieder als Präsenzveranstaltungen stattfinden. Grund für die Verlegung der bpt- INTENSIV Kleintiertagung ins Netz ist neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie auch die Tatsache, dass die Ausstellungshalle der Stadthalle Bielefeld derzeit als Corona-Impfzentrum genutzt wird. Tierärztinnen und Tierärzte, aber auch Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) und Studierende der Veterinärmedizin dürfen sich aber vom 29. April bis 2. Mai auf ein umfangreiches Vortragsangebot zum Intensivthema „Die Wunde“ freuen. Das
für eine Präsenzveranstaltung geplante Programm wird in bildschirmverträgliche Lerneinheiten umstrukturiert, um den TeilnehmerInnen den Kongress so angenehm wie möglich zu machen. Anmeldestart für die bpt-INTENSIV Kleintier DIGITAL 2021 ist am 1. April 2021. Alle Informationen zur Tagung können dann auf der Internetseite des bpt eingesehen werden. Vom 28. Oktober bis zum 3. November 2021 wird der bislang für München geplante bpt-Kongress ebenfalls in die digitale Welt verlegt. Die digitale Premiere 2020 fand großen Zuspruch, wie aus der Teilnehmerbefragung hervorgeht. Bleiben die Erfahrungen aus der digitalen Welt weiterhin so positiv wie beim bpt-Kongress DIGITAL 2020, könnten digitale Elemente auch zukünftig den Präsenzkongress grundsätzlich ergänzen.

19.01.2021: Auwaldzecke immer weiter verbreitet

Die Auwaldzecke breitet sich in Deutschland und den Nachbarländern immer weiter aus. Zudem verlängert sich die sogenannte Zeckenzeit immer mehr, so dass Zeckenbisse praktisch das ganze Jahr über gefürchtet werden müssen. Die Auwaldzecke ist nämlich bereits ab 4°C aktiv und u.a. Überträger von Babesien, die vor allem Hunde und Pferde zum Teil schwer erkranken lassen. Deshalb sollten Tierhalter ihre Tiere inzwischen auch das ganze Jahr vor
Zeckenbissen schützen. Aber auch für den Menschen könnte die Auwaldzecke gefährlich sein, ist doch das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) inzwischen auch in der Auwaldzecke nachgewiesen worden. „Wir sehen, dass die Auwaldzecke vor allem im Norden eine sehr invasive Art ist", sagt Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (München). Ursprünglich kommt sie aus dem Osten, aus Sachsen und Sachsen-Anhalt.

19.01.2021: Forschungsprojekt soll Tierwohl messbar machen

Ein Forschungsprojekt dreier Studentinnen der Christian-Albrecht- Universität Kiel hat die Emotionen von Mastschweinen beleuchtet. Im Rahmen einer Seminararbeit haben Rieke Ehlers, Ina Stellwag und Antje Tiedemann über einen längeren Zeitraum Mastschweine in drei verschiedenen Haltungsformen -im konventionellen Spaltenstall, im Strohstall sowie im Outdoorstall- beobachtet. Mit physiologischen und verhaltenstechnischen
Tests haben die Studentinnen versucht, positive Emotionen der Schweine zu erfassen. Das Forschungsprojekt "FeelGood- Erfassung positiver Emotionen beim Schwein" ist eine der ersten Studien überhaupt auf diesem Gebiet. Ziel war, das Thema Tierwohl auf eine sachgerechte Ebene zu bringen und es messbar zu machen. In dem Film der drei Studentinnen werden die Studie, der Versuchsaufbau und die Ergebnisse vorgestellt.

19.01.2021: Igel bleiben auch in der Stadt genetisch verbunden

Immer mehr Igel verlassen das Land und wandern in die Stadt ab, so auch nach Berlin. Hier haben sich die Tiere trotz zahlreicher natürlicher Barrieren eine gemeinsame genetische Population erhalten, wie eine Studie des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) ergeben hat. Dazu wurde das Genom von 143 Berliner Igeln untersucht. Die WissenschaftlerInnen fanden heraus, dass es trotz Zäunen, Straßen, Gewässer oder Bahntrassen in der Hauptstadt keine genetisch isolierten Bestände bei den Kleinsäugern gibt. Grünkorridore, aber auch Translokationen durch den Menschen sorgen für den regelmäßigen Genfluss innerhalb der Igelpopulation. „Im jetzigen Erdzeitalter, dem Anthropozän, ist die Welt wesentlich durch den Menschen und seine Aktivitäten geprägt und die Existenz so gut wie jeder Wildtierart hängt davon ab, inwieweit sich die Individuen dieser Art
mit den menschgemachten Bedingungen arrangieren können und inwieweit der Mensch genug Willen und Wissen hat, um dieser Wildtierart einen Lebensraum zu gewähren, der dessen Lebensansprüchen genügt“, sagt Koautorin Dr. Anne Berger. Die Untersuchungen der Forschenden ergaben weiterhin, dass sich die nachtaktiven Igel bevorzugt durch dunkle Areale bewegen und das nächtliche künstliche Licht meiden, wie Berger berichtet. „Dieses Wissen könnte genutzt werden, um isolierte Populationen durch igelsichere und dunkle Korridore wieder miteinander zu verbinden“, erklärt die Wissenschaftlerin. Diese und weitere Studienergebnisse sind offen im Internet zugänglich. Auch in einer Online-Fortbildung für TierärztInnen auf Myvetlearn.de geht es um Igel. In diesem Fall um Igel als Patienten in der Tierarztpraxis. Diese Fortbildung ist mit 5 ATF-Stunden anerkennat.

19.01.2021: Umfrage zum Umgang mit invasiven Arten

Immer häufiger stehen invasive Tierarten im Fokus von Diskussionen. Denn nicht selten sorgen die ursprünglich mal vom Menschen eingeschleppten Tiere für Probleme, da sie unter Umständen heimische Tierarten dezimieren und Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen verursachen. Wie mit den sogenannten Neozoen, die sich erstaunlich gut an die hiesigen Verhältnisse angepasst haben, zukünftig umgegangen werden soll, beschäftigt Natur-, Arten- sowie Tierschützer
gleichermaßen. Mit einer Umfrage möchten Dr. Friederike Gethöffer und Franziska Schöttes vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) nun herausfinden, wie die Öffentlichkeit und verschiedene Interessengruppen zum Umgang mit invasiven Arten, im Speziellen den Nutrias, stehen. Die WissenschaftlerInnen hoffen auf eine große Teilnahme an der Umfrage, deren Ergebnisse in ihre Forschungsarbeit fließen.

18.01.2021: Jagdprämie soll Afrikanische Schweinepest eindämmen

Um einen Eintrag der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Thüringen zu vermeiden, sollen JägerInnen auch in 2021 für den Abschuss von Schwarzwild entlohnt werden. „Tiere kennen keine Abstands- und Hygieneregeln und Viren kennen keine Grenzen. Um den Einfall und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Thüringen zu verhindern, werden wir auch in diesem Jahr eine Prämie für die Jagd auf Schwarzwild zahlen. Rund eine Million Euro stehen für die Seuchenprävention ab sofort bereit“, erklärt Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, anlässlich des Inkrafttretens einer entsprechenden Förderrichtlinie. Man wolle unbedingt „brandenburgische Verhältnisse vermeiden“, so der Minister.
Daher müsse der Schwarzwildbestand dringendst verringert werden. Eine hohe Bestandsdichte erhöht das Risiko, dass die ASP auch nach Thüringen kommt. Bislang wurde im Freistaat kein Fall nachgewiesen. Die „Förderrichtlinie zur Unterstützung der Jagdausübungsberechtigten und Jagdhundeführer bei der Durchführung vorbeugender Jagdmaßnahmen gegen den Eintrag der Afrikanischen Schweinepest nach Thüringen (FR-ASP-Jagd)“ sieht eine Aufwandspauschale in Höhe von 25 Euro vor. Diese wird Jägern und Jagdhundeführern sowohl für die Erlegung von Schwarzwild als auch für Treib- oder Drückjagden mit Hunden gewährt. Die entsprechenden Antragsformulare stehen auf der Internetseite ThüringenForst zum Download zur Verfügung.

18.01.2021: Zahl der Versuchstiere in Deutschland erneut gestiegen

In Deutschland ist im Jahr 2019 die Zahl der Versuchstiere um mehr als 77.000 angestiegen. Insgesamt wurden in dem Jahr bundesweit mehr als 2,9 Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt. Die nach Bundesländern aufgeschlüsselten Zahlen ergaben, dass allein in Bayern über 570.000 Versuchstiere verwendet wurden. Dicht dahinter liegt Baden-Württemberg (498.471 Tiere), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (430.162 Tiere). Niedersachsen sorgt für eine besonders traurige Statistik 2019: in dem Land stieg die Zahl der Primaten von 864 auf 1.347 Tiere stark an. Daneben wurden auch 45 Prozent aller in Deutschland eingesetzten Katzen für Versuchszwecke in Niedersachsen verwendet. „Bund und Länder scheitern erneut krachend
an dem Ziel, die Zahl der Versuchstiere zu verringern. Obwohl von den Verantwortlichen in Politik und Forschung öffentlich vielfach darauf verwiesen wird, dass ausreichend Anstrengungen unternommen würden, um Tierversuche zu reduzieren und zu ersetzen, spiegelt sich dies in kaum einem Bundesland in den Statistiken wider. Ein Armutszeugnis“, beklagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die Statistik. Der Tierschützer fordert ein stärkeres Engagement von Bund und Ländern bei der Förderung und Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden. Bei Myvetlearn.de können Tierärzte und Tierärztinnen eine Online-Fortbildung zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte belegen.

18.01.2021: Thüringen zahlt weiter die Schaf-Ziegen-Prämie

In Thüringen wird die Schaf-Ziegen-Prämie zur finanziellen Unterstützung der SchäferInnen im Land fortgeführt. Die HalterInnen können ab sofort 25 Euro pro Tier beantragen. „Die Beweidung ist ein wichtiger Bestandteil für Landschaftspflege und den Erhalt von Biotopen und Arten", sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Eine Prämie dieser Art gibt es auf Bundesebene noch nicht, daher halte das Umweltministerium Thüringen weiter an der
Unterstützung der BerufsschäferInnen fest. „Die Schäferinnen und Schäfer sind mit ihrer Arbeit wichtig für uns alle und brauchen unsere Unterstützung, damit nicht immer mehr Betriebe die Schaf- und Ziegenhaltung aufgeben oder ihre Tierbestände reduzieren", verteidigt Siegesmund die Zahlung der Prämie, die im Jahr 2019 im Land eingeführt worden war. Andere Bundesländer hätten das Modell inzwischen übernommen, erklärte die Ministerin abschließend.

18.01.2021: Weitere Geflügelpestausbrüche in Cloppenburg und Konstanz

Am Wochenende sind weitere Fälle der Geflügelpest bestätigt worden. In Konstanz wurde eine Infektion mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus (HPAIV) bei einem Schwan amtlich festgestellt. Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL wies darauf hin, dass das Risiko weiterer Geflügelpestausbrüche bei Wildvögeln im ganzen Land als hoch eingestuft wird. Der Minister appelliert an alle Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter, alles Notwendige zu tun, um ein Übergreifen der Infektionskrankheit auf Hausgeflügel zu vermeiden. „Insbesondere müssen bei Auslauf- und Freilandhaltungen Kontakte des Geflügels und sonstiger gehaltener
Vögel mit Wildvögeln sowie eine Viruseinschleppung über Einstreu, Futter und Tränkwasser in die Haustierbestände in jedem Fall verhindert werden. Soweit möglich, sollen die Tiere aufgestallt oder unter Schutzeinrichtungen gehalten werden", so Hauk. Eine weitere Putenhaltung im Landkreis Cloppenburg ist von einem Geflügelpestausbruch mit dem Erreger H5N8 betroffen. Bereits am vergangenen Samstag (16.01.2021) wurden alle 7.400 Puten des Betriebs in der Gemeinde Lastrup aus Seuchenschutzgründen getötet. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt betroffenen Tiere allein in diesem Landkreis auf 216.000 Tiere (199.000 Puten sowie 17.000 Enten).

18.01.2021: Praxisleitfäden für betriebliche Eigenkontrolle für mehr Tierwohl

Das Tierwohl ist aktuell ein viel diskutiertes Thema. Aber wie und anhand welcher Kriterien kann es beurteilt werden? Für die betriebliche Eigenkontrolle stehen Tierhaltern jetzt überarbeitetete Praxisleitfäden des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) zur Verfügung, mit denen eigenständig die innerbetriebliche Tierwohlsituation von Schweinen und Geflügel
gecheckt werden kann. Diese wurden in einem mehrstufigen Prozess von 2017 bis 2020 im Rahmen des vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanzierten Projekts „Eigenkontrolle Tiergerechtheit“ (EiKoTiGer) vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und der Universität Kassel jeweils zusammen mit dem KTBL erarbeitet. Sie stehen zum Download zur Verfügung.

15.01.2021: Drohende Einkommensverluste durch Farm-to-Fork-Strategie

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) fordert die EU-Kommission auf, endlich fundierte Folgenabschätzungen hinsichtlich ihrer Farm- to-Fork-Strategie vorzulegen, die im Mai 2020 vorgestellt worden war und das Kernstück des Grünen Deals der EU darstellt. Ein Überdenken der Strategie sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen schlägt DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers vor. „Das auch in der Biodiversitätsstrategie der EU festgelegte Ziel einer nachhaltigeren Landbewirtschaftung unterstützen wir. Aber bei den vorgeschlagenen Maßnahmen befürchten wir Produktionsrückgänge, Kostensteigerungen
und Einkommensverluste für die Landwirte. Außerdem Einschränkungen des internationalen Handels sowie steigende Preise für Verbraucher und eine Gefährdung der Ernährungssicherung insbesondere in Entwicklungsländern", lautet die Kritik des DRV. Ehlers warnt vor allem vor steigenden Kosten sowie Einkommensverlusten in der EU. „Entscheidungen müssen auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden. Pauschale, rein politisch festgelegte Ziele bringen die Märkte ins Ungleichgewicht. Dies ist in der Vergangenheit noch immer schiefgegangen", so der DRV-Geschäftsführer abschließend.

15.01.2021: Tierseuchenkasse NRW ruft zur jährlichen Meldung der Tierzahlen auf

HalterInnen von Pferden, Schweinen, Schafen, Ziegen, Gehegewild, Geflügel und Bienen in Nordrhein-Westfalen sind aufgerufen, der Tierseuchenkasse bis spätestens 31.01.2021 ihre Tierzahlen zu melden. Dazu wurden am 08.01.2021 an alle registrierten TierbesitzerInnen der diesjährige Meldebogen versendet. Auch HobbyhalterInnen sind zur Meldung ihrer Tierzahlen verpflichtet. Die Meldung kann online oder schriftlich per Post erfolgen. Ausgenommen sind RinderhalterInnen, da die Tierseuchenkasse die entsprechenden Bestandszahlen der HIT-Datenbank entnimmt. Die Nachmeldung beim Zukauf von Rindern zwischen dem 02.01. und 15.02.2021 ist hiervon allerdings ausgenommen. Der Zugang für die Online-Meldung ist ab 08.01.2021 über die Seite www.tierzahlenmeldung-nrw.de möglich. Die Anmeldung erfolgt mit der Tierseuchenkassennummer und dem Kennwort
aus dem Anschreiben zum Meldebogen. Zudem ermöglicht ein QR-Code auf dem Meldebogen eine einfache und schnelle Tierzahlmeldung mit dem Handy. Wer seiner Meldepflicht nicht rechtzeitig und vollständig nachkommt, muss damit rechnen, dass im Falle eines Tierseuchenausbruchs keine Entschädigungszahlung erfolgt. Bei einer Versagung der Entschädigung werden auch die Kosten der Tötung und Tierkörperbeseitigung sowie die oft erheblichen Kosten der Reinigung und Desinfektion des Betriebes nicht von der Tierseuchenkasse übernommen. Zudem erhält der Tierbesitzer während des gesamten Beitragsjahres keine Beihilfen für Blutprobenentnahmen, Impfungen, Untersuchungen usw. Diese Regelungen gelten so oder in sehr ähnlicher Weise auch in den anderen Bundesländern und zugehörigen Tierseuchenkassen.

15.01.2021: Klage gegen angeordnete Tötung von Vögeln abgewiesen

Nachdem in der vergangenen Woche bei einer Vogelhaltung im mittelhessischen Vogelsbergkreis die Geflügelpest festgestellt worden war, wurde die Tötung der meisten dort gehaltenen Tiere, darunter seltene Eulen, Nandus und Gänse, behördlich angeordnet. Gegen diese Verfügung hatte der Halter per Eilantrag geklagt mit der Begründung, dass die von der Geflügelpest betroffenen und bereits verendeten Pfauen nicht mit den anderen Vögeln zusammen
gehalten worden waren. Die Klage wurde nun zurückgewiesen mit der Erklärung, dass mögliche mildere Mittel wie Quarantäne nur für enge Ausnahmen vorgesehen seien. Die Behörde habe die sofortige Tötung der anderen Tiere aus Seuchenschutzgründen angeordnet. Der Beschluss des Gießener Verwaltungsgerichts ist jedoch noch nicht rechtskräftig, eine Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel ist möglich.

15.01.2021: Start der Digitalen Grünen Woche in der nächsten Woche

Am kommenden Montag (18.01.2021) startet die Internationale Grüne Woche (IGW). Aufgrund der Corona-Pandemie wird diese Veranstaltung ausschließlich digital stattfinden. Mit einem Fachpodium wird auch die Tiergesundheit vertreten sein. Gemeinsam mit dem europäischen
sowie Weltverband wird der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) am 21.01.2021 von 13-14 Uhr im Rahmen des 13. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) eine Podiumsdiskussion ausrichten. Dort werden ExpertInnen über eine Ernährungssicherheit trotz Pandemien und Klimawandel diskutieren.

15.01.2021: Neue Einreisebestimmungen für Heimtiere aus GB

Mit Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union im Rahmen des Brexit haben sich zum 1.1.21 die Bestimmungen für das Reisen mit Heimtieren zwischen diesen Landesverbünden geändert. Bei der Einreise in das Vereinigte Königreich gilt auch weiterhin der EU-Heimtierausweis und die damit zusammenhängenden Vorschriften (siehe Fokusthema). Für den Transfer von Heimtieren aus dem Vereinigten Königreich in ein Land der EU, etwa Deutschland, ist
ab sofort jedoch eine amtliche Tiergesundheitsbescheinigung (AHC) mit Nachweis einer gültigen Tollwutschutzimpfung sowie eine Kennzeichnung per Mikrochip nötig. Der Weg geht nur noch über zugelassene Eingangsstellen. Der Heimtierausweis gilt nicht mehr als zulässiges Begleitdokument. Nordirland ist von den Änderungen ausgenommen. Das Layout des nordirischen Ausweismuster soll neu entwickelt werden, damit sich dieses von dem in GB verwendeten abhebt.

14.01.2021: Preise für Lebensmittel in Deutschland viel zu niedrig

Der Präsident des Deutschen Bauerverbandes, Joachim Rukwied, kritisiert, dass die Bauern in Deutschland trotz hoher Investitionen in gesunde Tierhaltung und verbesserte Technik nicht kostendeckend arbeiten können. Rukwied forderte im ARD-Mittagsmagazin, dass gemeinsam mit allen Vermarktern ein Weg gefunden werden müsse, damit die Bauern besser für ihre Produkte entlohnt werden. Der DBV-Präsident sieht die Lösung in einer grundsätzlichen Erhöhung der Lebensmittelpreise.
„Lediglich zehn Prozent des Einkommens gibt der Bürger noch für Lebensmittel aus. Das ist zu wenig", erklärte Rukwied. Als Beispiel nannte der Präsident den Milchpreis, der momentan bei 32 Cent pro Liter liege und die Produktionskosten nicht decke. Lebensmittel seien nirgendwo so billig und so günstig wie in Deutschland, so Rukwied, der auch die Konzentration des Marktes auf vier große Lebensmittelhändler mitverantwortlich für die Situation macht. „Auch daran müssen wir was ändern", so Rukwied abschließend.

14.01.2021: Erneuter Geflügelpestausbruch in MVP

Der Landkreis Rostock hat einen weiteren Ausbruch der Geflügelpest gemeldet. Betroffen ist ein Legehennenbetrieb in Kobrow bei Laage, in dem das Virus H5N8 nachgewiesen wurde. Alle 37.000 Legehennen aus zwei Stallgebäuden müssen aus Seuchenschutzgründen getötet werden. Zudem wurden bereits ein Sperrbezirk sowie ein Beobachtungsgebiet für den Umkreis von 10 Kilometern eingerichtet. „Wie wir erleben müssen, hatte sich das Geflügelpestgeschehen nur scheinbar beruhigt. Die Ruhe
war trügerisch – davor hatte ich noch vor der Jahreswende gewarnt. Dennoch werde ich nicht müde, an professionelle Geflügelhalter und an Hobbyhalter zu appellieren: Bleiben Sie wachsam und vermeiden Sie alles, was einem Eintrag der Viren in Ihre Haltungen Vorschub leisten könnte“, mahnt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Sämtliches Geflügel in dem Beobachtungsgebiet muss aufgestallt werden. Für Geflügelhalter gelten strenge Hygiene- und Vermarktungsvorschriften.

14.01.2021: Im Tierreich wird Verschiebung der Geburtszeitpunkte beobachtet

Für viel Furore sorgt aktuell ein Rehkitz, das trotz der kalten Wintertemperaturen und viel zu früh Anfang Januar in Hamburg zur Welt kam. Normalerweise werden Rehkitze erst im Frühling geboren. Ein Grund für die extrem frühe Geburt könnte der Klimawandel sein, wie Florian Eiserlo, Biologe bei VIER PFOTEN, erklärt. „Es ist ein Rätsel, weshalb das kleine Neujahrs-Kitz in dieser feindlichen Jahreszeit geboren wurde. Es kann eine physiologische Fehlfunktion sein, krankheitsbedingt oder eben mit dem Klimawandel zu tun haben. Wir haben in den letzten Jahren kaum noch richtig harte Winter erlebt und die pflanzliche Nahrung ist länger verfügbar. Auch bei anderen Tieren beobachten wir eine Verschiebung der Geburten. Es werden jetzt schon Lämmer geboren, die eigentlich erst um Ostern
herum auf die Welt kommen würden. Auch bei Wildkatzen sehen wir ähnliche Entwicklungen und haben beobachtet, dass die Tiere häufig sogar zweimal im Jahr Junge bekommen.“ Die Tierschutzorganisation appelliert an die Bevölkerung, im Falle eines Fundes nicht zu früh einzugreifen. „Wenn man in diesen Tagen ein Kitz oder auch ein anderes Jungtier entdeckt, sollte man es keinesfalls gleich aufnehmen“, betont Eiserlo. „Man sollte sich stattdessen Zeit nehmen und das Tier beobachten, denn meistens ist die Mutter in der Nähe. Wer aber ein sehr schwaches oder auch verletztes Tier findet, sollte sich an die nächste Wildtierstation wenden. Hundehalter werden dringend gebeten, darauf zu achten, bei Spaziergängen durch Wald und Flur auf den Wegen zu bleiben und ihre Vierbeiner stets anzuleinen.

14.01.2021: Tausende Bäume sollen Wüstenausbreitung verhindern

Der 4. Umweltgipfel „One Planet Summit“ ist mit äußerst positiven Ergebnissen zu Ende gegangen. Die internationale Gemeinschaft, der fünfzig Länder angehören, hat beschlossen, sich stärker für den Schutz der Lebensräume von Mensch und Tier zu engagieren. Konkret sollen dreißig Prozent der Land- und Meeresflächen weltweit bis zum Jahr 2030 geschützt werden. Als weiteres Projekt haben die teilnehmenden
Staaten die sogenannte Große Grüne Mauer beschlossen. Dafür sollen über Tausende Kilometer Bäume wie ein grünes Band in der Sahelzone gepflanzt werden, um die Ausbreitung der Wüste zu verhindern. Knapp 11,8 Milliarden Euro sind bei dem Gipfel zugesagt worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigte zudem den Beitritt Deutschlands in die "High Ambition Coalition for Nature and People".

13.01.2021: Deutscher Tierschutzbund unzufrieden mit Geflügelpestbekämpfung

Die Geflügelpest breitet sich immer weiter aus, besonders Niedersachsen ist stark betroffen. Im Landkreis Cloppenburg mussten bislang annähernd 200.000 Stück Geflügel aus Seuchenschutzgründen getötet werden. Der Deutsche Tierschutzbund sieht einen möglichen Grund für die massiven Ausbrüchen in dem Landkreis in der hohen Geflügeldichte von rund 6.500 Puten pro Quadratkilometer. „Es ist nicht auszuschließen, dass die hohe Geflügeldichte die Gefahr der Seuchenübertragung zwischen den Putenhaltungen deutlich erhöht", so der Verbandspräsident
Thomas Schröder gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Schröder fordert mehr Engagement bei der Bekämpfung der Geflügelpest seitens der Bundes- und Landesregierungen. Zudem kritisiert er die zu langsam fortschreitende Forschung nach einem Impfstoff. Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft (ZDG) sowie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium wiesen die Kritik zurück. Bisher hätte es keinen Hinweis darauf gegeben, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten worden wären, so das Ministerium.

13.01.2021: Mäster sollen Kastrationsaufschlag für Ferkel zahlen

Seit 1. Janaur 2021 dürfen Ferkel in Deutschland nur noch unter Betäubung kastriert werden. Deshalb sollen Mäster künftig mehr für kastrierte Ferkel zahlen. Das haben der Beirat der Ab-Hof-Preisnotierung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) sowie die Arbeitsgemeinschaft Ferkelvermarktung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) in ihrer jüngsten
Sitzung festgelegt. Demnach soll für jedes kastrierte Ferkel auf Aufschlag von 4 Euro gezahlt werden. Wird eine Partie vermarktet, die aus möglichst gleich vielen männlichen und weiblichen Ferkeln besteht, reduziert sich der Zuschlag auf 2 Euro pro Ferkel. Diese Regelung gilt für die Ferkel-Nordwest-Notierung der Landwirtschaftskammern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

13.01.2021: Irrtümer über das Fressverhalten von Kegelrobben aufgeklärt

Untersuchungen des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) belegen, dass sich Kegelrobben von Seehunden und Schweinswalen ernähren und sogar ihre eigenen Artgenossen fressen. Bis zum Jahr 2013 waren WissenschaftlerInnen davon ausgegangen, dass die Nahrung der größten freilebenden Raubtiere Deutschlands lediglich aus Fischen und kleinen Meerestieren besteht. In einer umfangreichen Studie, in der TiHo-Forschende sechs Jahre lang das Jagd- und Fressverhalten von Kegelrobben analysiert haben, konnte diese These widerlegt werden. Anhand eines Katalogs mit Wundparametern sowie eines Entscheidungsbaumes können WissenschaftlerInnen einordnen, ob Robben oder Schweinswale von Kegelrobben erlegt wurden oder ob deren Tod eine andere Ursache hatte. Zudem haben die Forschenden der TiHo eine molekulare Methode entwickelt, mit der sie innerhalb weniger Minuten die DNA von Kegelrobben, aber auch von Füchsen in
Bisswunden an Schweinswalkadavern nachweisen. Dass der Bestand der Schweinswale innerhalb der vergangenen 20 Jahre in der deutschen Nordsee stetig abnimmt, ist sicherlich nicht allein auf das Fressverhalten der Kegelrobben zurückzuführen. ITAW- Forschende hatten nach Untersuchungen herausgefunden, dass die Zahl der Schweinswale jährlich um zwei Prozent zurückgeht. Fast doppelt so groß ist der Rückgang der Schweinswalpopulation am Sylter Außenriff, der als ein ausgewiesenes Schutzgebiet für die Tiere gilt. Hingegen scheint der Bestand in der südlichen Nordsee zu wachsen. Die ExpertInnen vermuten, dass eine Kombination aus mehreren Faktoren für den Rückgang der Population verantwortlich ist. Dazu zählen der Einfluss menschengemachter Einflüsse wie Schifffahrt, Fischerei, Offshore-Ölplattformen und Windparks, eine geringere Verfügbarkeit von Beutetieren und veränderte Verbreitungsgebiete der Schweinswale. Die genauen Ursachen müssen aber noch untersucht werden.

13.01.2021: Zeckenschutz ist auch im Winter wichtig

Auch während der kalten Wintermonate sollten Hunde vor Zecken geschützt werden. Denn die urprünglich in Deutschland sehr seltene Buntzecke (Dermacentor reticulatus) ist auch noch bei Temperaturen um vier Grad aktiv. Auch nächtlicher Bodenfrost kann dem Parasiten nichts anhaben. Als Überträger der Babesiose kann sie besonders für Hunde gefährlich sein. Die Krankheit kann zu Blutarmut und somit zum Tod des Hundes führen.
Nur wenn die Babesiose schnell erkannt wird, kann das erkrankte Tier gerettet werden. HundehalterInnen sollten daher unbedingt an Zeckenschutz denken. Neben einem regelmäßigen Durchsuchen des Fells nach jedem Spaziergang können auch vorbeugende Produkte zur Zeckenabwehr verwendet werden. Diese werden von zahlreichen Herstellern in Form von Tabletten, Halsbändern oder Spot-Ons angeboten.

12.01.2021: FLI übernimmt Aufgaben als Referenzlabor für Nordirland

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) unterstützt Nordirland seit Beginn des neuen Jahres als Nationales Referenzlabor für die Blauzungenkrankheit, die Klassische sowie die Afrikanische Schweinepest. Da nach dem vollzogenen Brexit eine Neuregelung der Zuständigkeiten notwendig war und Nordirland in diesem Zusammenhang wie ein Mitgliedstaat der EU behandelt wird, hatte das Land um die Übernahme der Referenzaufgaben der
Tierseuchendiagnostik durch das FLI gebeten. Das FLI ist gemäß § 27 Tiergesundheitsgesetz ein Nationales Referenzlaboratorium (NRL) für über 70 anzeigepflichtige Tierseuchen und meldepflichtige Tierkrankheiten. Auf dieser gesetzlichen Grundlage können auch Aufgaben eines Referenzlaboratoriums eines anderen Mitgliedstaates der EU, eines Drittlandes oder einer internationalen Organisation wahrgenommen werden.

12.01.2021: Personalmangel droht bei amtlichen Untersuchungen

Laut einer aktuellen Umfrage der Bundestierärztekammer (BTK) wird es in den kommenden drei bis vier Jahren einen akuten Mangel an amtlichen Veterinären geben. Demnach werden schon in Kürze 500 Stellen neu zu besetzen sein, wie Topagrar unter Berufung auf AgraEurope (AgE) berichtet. Einerseits werden 30 Prozent der AmtstierärztInnen bald in Rente gehen, andererseits müsse durch ein umfangreicheres Aufgabenfeld bezüglich der Schlachttier- und Fleischuntersuchungen mehr Personal eingestellt werden, so die Ergebnisse der Umfrage. Trotz zahlreich zur Verfügung stehenden TierärztInnen seien die Stellen jedoch schwer zu besetzen, so die Einschätzungen zahlreicher Anstellungsbehörden. Der Grund dafür seien derzeit bestehende tarifrechtliche sowie organisatorische Probleme. Vor allem wirken sich tarifvertragliche Regelungen mit Stückvergütungen, die in der ambulanten Schlachttier- und Fleischuntersuchung Anwendung finden, bei abnehmenden
Betriebs- und Schlachtzahlen ungünstig aus. Ein weiteres Problem liege in den Tarif- und Arbeitsverträgen, die nicht alle zu den Untersuchungen gehörenden Tätigkeiten im erforderlichen Umfang abdecken. Im Allgemeinen scheint das Interesse der Tierärzteschaft für eine Tätigkeit in der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung außerdem auch abzunehmen. Daher befürwortet die BTK neben der Entkopplung der Gebühreneinnahmen eine grundlegende Neugestaltung der ambulanten Schlachttier- und Fleischuntersuchung, um dem drohenden Personalmangel entgegenzuwirken. Das bisherige System der Vergabe von Bezirken mit Schlachtbetrieben an einzelne praktizierende TierärztInnen als nebenamtliche Tätigkeit, werde der Aufgabenstellung nicht mehr gerecht und sollte daher nicht aufrechterhalten werden. Wichtig sei vielmehr, die amtlichen Untersuchungen auch in handwerklichen Schlachtbetrieben in die Hände der Veterinärämter zu legen.

12.01.2021: StIKo Vet aktualisiert Impfempfehlungen

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut hat die Impfleitlinien für Kleintiere und Wiederkäuer aktualisiert. In die komplett überarbeitete Leitlinie für Kleintiere wurden zudem Impfampeln integriert, die einen Hinweis geben, unter welchen Gegebenheiten welche Impfung sinnvoll ist. Eine Änderung betrifft die Tollwut-Impfung von Hunden und Katzen, die, anders als bisher, nur noch bei grenzüberschreitenden
Reisen empfohlen wird. Die „Wiederkäuerleitlinie“ beinhaltet aktuell auch Impfindikationen für Impfstoffe, für die es noch keine Zulassung in Deutschland gibt. Diese Empfehlung gilt beispielsweise für den Lippengrind oder die Paratuberkulose der kleinen Wiederkäuer, für die in anderen Mitgliedstaaten der EU bewährte Impfstoffe verfügbar sind. Die Impfleitlinien der StIKo Vet stehen auf der Webseite des FLI zum Download zur Verfügung.

12.01.2021: Infoportal klärt über Verhaltensstörungen von Nutztieren auf

In Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Online-Plattform für mehr Tierwohl im Stall erstellt. Filme zum natürlichen Verhalten und zu Verhaltensstörungen bei Nutztieren sollen VeterinärmedizinerInnen sowie LandwirtInnen über charakteristisches Tierverhalten bei nicht artgerechter Haltung informieren und sie so bei der Umsetzung von mehr Tierwohl unterstützen. „Wir möchten mit unserem Angebot Neugier wecken und Wege zum besseren Umgang und zur besseren Einschätzung der Bedürfnisse von Tieren aufzeigen. Ob Huhn, Schwein oder Rind: Nur durch mehr Wissen über deren jeweilige Grundbedürfnisse, natürliches Verhalten und auch Verhaltensabweichungen werden wir eine tiergerechtere Haltung erreichen können“, erklärt
Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin. „Die heute freigeschaltete Webseite ist im deutschsprachigen Raum ein einmaliges und innovatives Internetangebot für Veterinärmedizinerinnen und -mediziner sowie Landwirtinnen und Landwirte“, erläutert Prof. Dr. Martin Kramer, Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin der JLU, die Informationsplattform, deren Inhalte auch kosten- und lizenzfrei für Fortbildungszwecke oder Veranstaltungen genutzt werden können. Weitere Informationen zum Verhalten und Verhaltensstörungen von Tieren finden TierärztInnenn in den Online-Fortbildungen von Myvetlearn.de, die sich auch für die Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie sowie für die Vorbereitung auf die Abnahme des Sachkundenachweises für Hundehalter gemäß Landeshundegesetz NRW eignet.

12.01.2021: FVE bittet um Teilnahme an Umfrage zu Tierschutzindikatoren

TierärztInnen werden gebeten, an einer kurzen Online-Umfrage zur Verwendung und Anwendbarkeit von Tierschutzindikatoren in der Landwirtschaft der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) im Auftrag der EU-Kommission (GD Sante) teilzunehmen. Mit Hilfe der Antworten auf die fünf Fragen soll herausgefunden werden, welche Tierschutzindikatoren von PraktikerInnen am häufigsten verwendet werden, um Tierschutzprobleme in der Landwirtschaft zu messen. Dazu zählen ressourcenbasierte Indikatoren (z.B. ausreichend Futter,
genügend viel Platz, sauberes Trinkwasser, Zugang zu Weide usw.), tierbasierte Indikatoren (z.B. Körperzustand, Verletzungen, Verhalten usw.) sowie Indikatoren, die auf Daten wie Produktions- oder Schlachthof-Feedback basieren (z.B. Ertrag, Sterblichkeit, Fußballenverletzungen u.v.m.). Im Positionspapier der FVE ist eine längere Liste von Tierschutzindikatoren pro Tierart aufgezählt. Die Umfrage ist in englischer Sprache verfasst, Antworten können jedoch auch in einer anderen Sprache eingegeben werden. Die Umfrage läuft noch bis zum 25. Januar 2021.

12.01.2021: Geflügelpestrisiko in Deutschland weiter hoch

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat das aktuelle Risiko der Geflügelpestausbreitung sowie des Eintrags des Viruseintrags der aviären Influenza in Geflügelhaltungen in Deutschland als hoch eingestuft. Das FLI rechnet damit, dass die Zahl der Infektionen mit hochpathogenen aviären Influenzaviren des Subtyps H5 (HPAIV H5) in der nächsten Zeit durch die hohe Zahl der rastenden Wildvögel zunehmen wird. Die Risikoeinschätzung gilt sowohl für Wasservogelpopulationen als auch für
Geflügelhaltungen. Das FLI warnt zudem vor indirekten Eintragungswegen durch Aasfresser, die das Virus durch das Fressen toter, infizierter Wildvögel weiter verbreiten. Besonders gefährdet sind Hausgeflügelbestände, die in der Nähe von Wasservogelrast- und Wildvogelsammelplätzen angesiedelt sind. Für Wassergeflügelhaltungen wird das Risiko des unerkannten Zirkulierens von HPAIV H5 und demzufolge auch der Verbreitung zwischen Geflügelbeständen ebenfalls als hoch eingeschätzt.

11.01.2021: Schon 185.000 Puten in Niedersachsen wegen Geflügelpest gekeult

Ein weiterer Putenbetrieb in Garrel (Kreis Cloppenburg) ist von der Geflügelpest betroffen. In der Haltung mit 14.500 Tieren wurde am Sonntag (10.01.2021) der Erreger des Typs H5N8 nachgewiesen. Alle Tiere wurden umgehend getötet. Nach Angaben des Landkreises wurden insgesamt bereits rund 185.000 Tiere nach Geflügelpestausbrüchen in
der Region gekeult. Auch in Frankreich grassiert die Aviäre Influenza. In mehreren Départements im Süden des Landes mussten bereits mehrere Hunderttausend Enten nach Infektionen mit dem Vogelgrippevirus H5N8 getötet werden. Betroffen sind 119 Betriebe. Der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie hat den Haltern Entschädigungszahlungen zugesichert.

11.01.2021: Räude bei Fuchs in Sinsheim nachgewiesen

Nach dem Fund eines an Räude erkrankten Fuchses im baden- württembergischen Sinsheim werden Hundehalter dringend gebeten, ihre Tiere an der Leine zu lassen und auf den Wegen zu bleiben. Der Fuchs, der stark abgemagert war und multiple kahle und wunde Stellen aufwies, war in eine Lebendfalle geraten und wurde durch einen gezielten Schuss erlöst. Die hochansteckende Räude kann auch auf andere Säugetiere und den Menschen übertragen werden. Überträger ist die Sarcoptes-Milbe, deren Kot einen starken Juckreiz
verursacht und den Wirtstieren oft alle Kondition nimmt. Hinzu kommt, dass Räudemilben drei Wochen und länger ohne Wirtstier im Gras, im Laub und am Boden überleben. Jagdwächter Jürgen Ebert vermutet, dass sich die Krankheit durch die stark gewachsene Fuchspopulation in dem Gebiet ausbreiten wird. „Die Krankheit birgt immenses Tierleid in sich, ohne viel dagegen tun zu können", sagt Ebert, der die Lage als ernst betrachtet. Räude ist meldepflichtig. Die Untere Naturschutzbehörde und das städtische Ordnungsamt sind informiert.

11.01.2021: Mutwillige Zerstörung von Wildzäunen erschwert ASP-Bekämpfung

Seit dem ersten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg im September 2020 wurden insgesamt 480 Wildschweine positiv auf das Virus getestet. Unermüdlich sind neben den Mitarbeitern der zuständigen Behörden, auch viele weitere Helfer im Einsatz, um die Suche nach erkrankten oder toten Tieren in den betroffenen Restriktionsgebieten zu unterstützen. Erschwert wird die ASP-Bekämpfung jedoch durch mutwillig zerstörte Wildzäune, die sowohl um Kerngebiete herum als auch entlang der deutsch-polnischen Grenze errichtet wurden. „Vandalismus an den Zäunen gefährdet in hohen Maße den Erfolg der Seuchenbekämpfung. Das ist erschreckend und kann weitreichende Konsequenzen haben. Weder ist das Zerstören dieser Schutzmaßnahmen eine Mutprobe noch ein Kavaliersdelikt.
Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssen sich alle zwingend an die geltenden Vorschriften halten", erklärt Bundeslandwirtschaftsministerin Dr. Julia Klöckner. Währenddessen hat sich der ASP-Verdacht bei einem im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke, kurz vor der Berliner Stadtgrenze, gefundenem Wildschweinkadaver nicht bestätigt. Am 09.01.2021 gab das Friedrich-Loeffler-Institut Entwarnung. Anna Heyer-Stuffer, Leiterin des brandenburgischen ASP-Krisenstabs, zeigte sich erleichtert und lobte die zuständigen Behörden in Potsdam, dem Landkreis Potsdam-Mittelmark und Berlin für ihr schnelles Handeln. Heyer-Suffer appellierte ein weiteres Mal an die Bevölkerung, keine Wurstbrote in der Natur zu entsorgen sowie Wildschweine nicht zu füttern. Auch sollten HalterInnen darauf achten, dass Hunde Wildtieren nicht nachjagten.

11.01.2021: Otte-Kinast fordert Umwälzungsprozess in der Agrarbranche

In ihrer Rede zum agrarpolitischen Neujahrsauftakt hat Barbara Otte- Kinast, niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, konkrete Strategien für eine zukunftsfähige Landwirtschaft gefordert. In Hinblick auf die Ausgestaltung der neuen EU-Agrarpolitik müsse es zudem mehr Förderungen für die Landwirte geben, so Otte-Kinast. „Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft gibt es nicht zum Nulltarif. Denn oft sind hohe Investitionen nötig, die in der Regel
am Markt nicht entsprechend honoriert werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass man beim Umbau der Nutztierhaltung nicht an einer Tierwohlabgabe vorbeikommt.“ Die Landwirtschaftsministerin hat Handel, Verarbeiter und Landwirte zu einer Videokonferenz am 13. Januar 2021 eingeladen, um notwendige Strategien für den Umbau der Nutztierhaltung sowie den Ackerbau zu besprechen. „Die Landwirtschaft braucht mehr denn je Partner und Allianzen“, betonte die Ministerin abschließend.

11.01.2021: Ziegen sind lernfähig

Zusammen mit dem Schweizer Kompetenzzentrum Agroscope haben WissenschaftlerInnen des Instituts für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf in einer gemeinsamen Studie die Lernfähigkeiten von Milch- und Zwergziegen untersucht. Den Tieren wurden gleichzeitig zwei Belohnungsvarianten angeboten. Eine war frei verfügbar, die andere musste durch das Öffnen einer Tür verdient werden. Die Ziegen beider Zuchtlinien überraschten die Forschenden mit ihrer hohen Motivation, sich gegen Belohnung einer Aufgabe zu stellen: nahezu alle Tiere haben sich mindestens ein von zehn Mal dafür entschieden, die Belohnung hinter der geschlossenen Tür zu fressen, obwohl die Belohnung auch gleichzeitig frei verfügbar war. „Mit dem Interesse der Zwergziegen hatten wir gerechnet, da es bereits bei einem ähnlichen Experiment beobachtet worden war", erklärt Katrina Rosenberger,
Doktorandin bei Agroscope. „Überrascht waren wir hingegen von den Milchziegen: Wir hatten erwartet, dass die für hohe Milchleistung gezüchteten Nutztiere ihre Energie sparen und weniger motiviert sein würden, sich für eine Belohnung anzustrengen. Vor allem, wenn dieselbe Belohnung auch ohne Anstrengung zur Verfügung steht.“ Diese Eigenheit könnte zur Verbesserung der tiergerechten Haltung beitragen. „Wir nehmen an, dass die Tiere diese Verhaltensweise an den Tag legen, weil das Lösen einer Aufgabe und die damit verbundene Kontrolle über ihre Umwelt positive Gefühle auslösen. Sie ziehen daraus wohl eine Befriedigung, die die zusätzliche Anstrengung aufwiegt“, erklärt Dr. Nina Keil, Spezialistin für tiergerechte Haltung, weiter. Dieses Gefühl der Befriedigung sollte auch in einer tiergerechten Haltung berücksichtigt werden, so die Empfehlung der Wissenschaftlerin.

08.01.2021: Freundeskreis Tiermedizin richtet Nothilfefonds für Studierende ein

Der Freundeskreis Tiermedizin e.V. (FRK) der veterinärmedizinischen Fakultät Leipzig hat aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Belastungen für die Studierenden einen Nothilfefonds initiiert. Mit den Geldern dieser Initiative sollen Studierende und Doktoranden der Leipziger Universität unterstützt werden, die infolge unverschuldeter
Umstände in eine akute wirtschaftliche Notlage gekommen sind. Der FRK bittet um finanzielle Unterstützung dieser Initiative, damit möglichst vielen Studierenden durch Übernahme von Gebühren für Corona-Testungen, der Begleichung von Fahrt- oder Unterkunftskosten für verlagerte Praktika oder Unterstützung des digitalen Lernens geholfen werden kann.

08.01.2021: Jagdnovelle in Baden-Württemberg soll invasive Arten mehr bekämpfen

Mit der neuen Durchführungsverordnung (DVO) des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes will Baden-Württemberg die Population von nicht-heimischen Tierarten reduzieren. So sollen invasive Arten wie Nilgans, Nutria, Marderhund und Waschbär sich nicht weiter vermehren. Nachdem die Vorschläge der Verbände angehört wurden, sollen die ausgewerteten Statements entsprechend in die DVO-Novelle eingearbeitet werden. Demnach ist geplant, die Jagdzeiten für invasive Arten zu verlängern. Besonders bekämpft werden sollen Nilgänse, die sich seit mehr als 30 Jahren immer weiter in Deutschland ausgebreitet haben. Diese urprünglich aus Afrika stammende
Tierart ist bereits auf einer EU-Liste der Arten, deren Ausbreitung eingedämmt werden soll. Daher soll die geplante DVO- Novelle auch eine Bejagung von Jungtieren der Nilgans, der Nutria, des Marderhunds sowie des Waschbärs außerhalb der Schonzeit zwischen Mitte Februar und Mitte April erlauben. Auf Unverständnis bei den Jägern stößt allerdings die Regelung, dass zwar Grau- und Kanadagänse ganzjährig in bestimmten Vogelschutzgebieten gejagt werden dürfen, jedoch für die Nilgans die Schonzeit gilt. „Unter diese Regel müssten auch die Nilgänse fallen. Merkwürdig, dass die aggressivste Art verschont bleiben soll“, bemängelt Jägervertreter Jauch.

08.01.2021: Geflügelpest breitet sich in Deutschland weiter aus

Die Geflügelpest breitet sich in Deutschland weiter aus. In zwei weiteren Puten haltenden Betrieben im niedersächsischen Garrel (Kreis Cloppenburg) wurde die für Tiere hochansteckende Viruserkrankung des Erregertyps H5N8 nachgewiesen. Aus Seuchenschutzgründen mussten 14.000 bzw. 9.000 Tiere getötet werden. In diesem Landkreis sind insgesamt mehr als 154.000 Puten betroffen. Am vergangenen Dienstag war zudem die Aviäre Influenza in einem Entenmastbetrieb in Garrel festgestellt worden war, aufgrund dessen rund 17.000 Enten getötet werden mussten. In Thüringen besteht nach einem Geflügelausbruch ab sofort Stallpflicht für Hausgeflügel, nachdem im Kreis Nordhausen bei einem Hobbyhalter von 50 Hühnern und drei Enten die Geflügelpest nachgewiesen worden. Der gesamte Bestand wurde getötet. Zudem wurden Restriktionszonen eingerichtet, in denen Geflügel nicht mehr im Freien gehalten werden darf. In Hessen wurde am 07.01.2021 der erste Fall von Geflügelpest nachgewiesen. Betroffen ist eine private Vogelhaltung in der Gemeinde Freiensteinau
im Vogelsbergkreis. Auch hier wurde der hochpathogene Virus-Subtyp H5N8 diagnostiziert. „Der aktuelle Ausbruch zeigt, dass Geflügelpesterreger weiterhin in der Wildvogelpopulation kursieren und jederzeit mit neuen Fällen gerechnet werden muss. Dies gibt uns dringenden Anlass zu einer erhöhten Wachsamkeit“, sagte Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz. „Vor allem darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt werden, die mit Hausgeflügel in Kontakt kommen können. Geflügel darf außerdem nicht an Gewässern trinken, zu denen auch wildlebende Vögel Zugang haben“, erklärte die Hinz. „Es muss weiterhin alles unternommen werden, um eine Einschleppung des Virus in Hausgeflügelbestände zu vermeiden. Die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen hat oberste Priorität. Ich appelliere daher an alle Geflügelhalterinnen und -halter, ihre Bestände intensiv zu kontrollieren und Auffälligkeiten wie beispielweise eine erhöhte Sterblichkeit oder reduzierte Leistung umgehend an die jeweils zuständige Veterinärbehörde zu melden.“

08.01.2021: Genomeditierung als Alternative zu Ferkel- und Immunokastration

Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) können Schweine durch Genomeditierung genetisch so verändert werden, dass sie trotz eines männlichen Chromosomensatzes weibliche Geschlechtsmerkmale ausbilden. Durch diese Methode konnten die Forschenden eine bestimmte Region des Y-Chromosoms ausschalten. Hier handelt es sich um eine Modifizierung einer zentralen Einheit innerhalb des SRY- Gens, welches für die frühembryonale Geschlechtsbestimmung verantwortlich ist. In der Studie unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Björn Petersen konnten Schweine erzeugt werden, die einen männlichen Chromosomensatz trugen, aber weibliche Geschlechtsmerkmale aufwiesen. „Die Ergebnisse könnten die Grundlage
für eine mögliche Alternative zur chirurgischen Kastration bei der kommerziellen Schweineproduktion zur Verhinderung des Ebergeruchs darstellen. Zudem stellen die Tiere aufgrund der genetischen, physiologischen und anatomischen Ähnlichkeiten zwischen Schweinen und Menschen ein neuartiges Großtiermodell zur Untersuchung der Geschlechterausbildung dar, was neue Forschungsansätze damit verbundener Entwicklungsstörungen auch beim Menschen ermöglicht“, so Petersen. Seit 1.1.2021 ist die betäubungslose Ferkelkastration in Deutschland verboten. Alternativ können Schweinehalter ihre Tiere gegen Ebergeruch impfen (Improvac) oder die Ferkel unter Isofluran-Narkose kastrieren. Die Methode der Genomeditierung könnte eine neue Alternative darstellen.

07.01.2021: Antilopen von Wilderei stark bedroht

Die Population der Antilopen in den afrikanischen Savannen ist ein zentrales Element des Ökosystems. Als Beute der Fleischfresser sind ihre Dynamik und Anzahl bestimmende Faktoren für die Population und Vielfalt der Raubtiere. Eine Untersuchung der Puku-Antilope durch Säugetierkundler des Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK) im Kasanka Nationalpark in Sambia hat jedoch ergeben, dass deren Anzahl Besorgnis erregend zurückgegangen ist. Die geschätzte Populationsgröße sank von 5.038 Tiere in 2009/2010 auf 819 Tiere im Jahr 2019, was einem Rückgang von 84 Prozent gleichkommt. Die
Gründe sehen die Forschenden in erster Linie in der Wilderei. Die Anzeichen dafür sahen die Wissenschaftler aufgrund von Änderungen der Populationsstruktur wie die Abnahme der Häufigkeiten von Männchen oder dem geringere Anteil von Männchen-Gruppen. Zudem waren Änderungen in der Raumverteilung zu beobachten, wie etwa, dass der Rückgang der Populationsdichten entlang der Parkgrenzen besonders ausgeprägt war. Aber auch die extreme Trockenheit der letzten Jahre hat zu dem dramatischen Populationsrückgang geführt, wie Dr. Vera Rduch weiß. Die Biologen hoffen auf eine bessere Bekämpfung der Wilderei, damit sich die Situation der Pukus wieder nachhaltig ändert.

07.01.2021: China verzögert Einreise der WHO-Forscher

Die Suche nach dem Ursprung der Corona-Pandemie ist kurzfristig vertagt worden. ExpertInnen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden kurz vor ihrer Einreise nach China gestoppt. „Wir müssen noch Schwierigkeiten überwinden, um unsere internen Vorbereitungen voranzubringen und gute Bedingungen für die Experten zu schaffen, nach China zu kommen“, lautete die offizielle Begründung von Chinas Außenamtssprecherin Hua Chunying für den Aufschub. Noch ausstehende Einreisepapiere, aber auch Terminabsprachen und andere Details des Besuchs der ForscherInnen seien die Ursache für die Verzögerung, wie Hua Chunying mitteilte. „Wir müssen notwendige Verfahren durchlaufen und besondere Absprachen treffen“, so Peking. Besonders ärgerlich ist die Vertagung für die ExpertInnen, die teilweise ihre Reise schon
angetreten hatten. Bereits seit Monaten dauern die Verhandlungen zwischen der WHO und China hierzu an. Geplant war, dass die ForscherInnen nach einer zweiwöchigen Quarantäne in die zentralchinesische Metropole Wuhan reisen, wo das Virus zuerst auf einem Markt nachgewiesen worden war. Jedoch verbreiten chinesische Behörden weiter die Information, dass das Corona-Virus nicht aus China stamme. Unbestätigten Berichten zufolge sollen mögliche Sars-CoV-2-Infektionen bereits vor Dezember 2019 in anderen Ländern vorgekommen sein. Auch wird auf heutige Spuren des Virus auf tiefgefrorenen Lebensmitteln als möglichen Beweis darauf verwiesen, dass das Virus aus dem Ausland gekommen sein könnte. Forscher anderer Länder vermuten hingegen Fledermäuse aus Südchina als mögliche Ursprungsquelle.

07.01.2021: Großstudie beleuchtet Zukunft der Antarktis

Wie sich die Antarktis in der Zukunft verändern könnte und welchen Einfluss diese Veränderungen auf den Klimawandel hätten, haben 25 Forscherinnen und Forscher unter der Leitung des Alfred-Wegener- Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in einer Großstudie zusammengestellt. Für das Projekt „AnT-ERA“ haben die WissenschafterInnen mehrere Hundert Fachartikel der letzten zehn Jahre ausgewertet. In zehn Kernbotschaften berichten die ForscherInnen über die verschiedenen Aspekte wie die Ozeanversauerung, die Artenvielfalt oder die Bedeutung des Meereises für die Lebewesen. Demnach ist es sehr wahrscheinlich, dass die Antarktis durch die Erwärmung der sie umgebenden Gewässer ergrünen wird, was die Besiedelung durch neue Arten nach sich ziehen könnte. Eingewanderte Moose und Flechten könnten dafür sorgen, dass das Ergrünen eisfreier Küstengebiete während des Südsommers verstärkt wird. Als langfristige Folge einer zunehmenden Erwärmung würden
jedoch Spezies verschwinden, die an extreme Temperaturen angepasst sind. Zudem rechnen die ForscherInnen mit einer weiter zunehmenden Versauerung des Ozeans, deren Folgen aktuell noch nicht absehbar sind. Unklar ist für die WissenschaftlerInnen auch noch, inwieweit der Verlust des Meereises und das damit einhergehende Algenwachstum dazu beitragen, dass mehr CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen werden kann. Seit längerem deuten einfache Prognosen darauf hin, dass die Algen in den Gewässern um die Antarktis rund 25 Prozent mehr CO2 schlucken würden, wenn das Gebiet künftig im Südsommer gänzlich frei von Meereis wäre. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Studie aber auch, dass solche pauschalen Aussagen schwierig sind. „Die von uns analysierten Publikationen machen klar, dass die Situation geographisch sehr unterschiedlich ist“, sagt Meeresbiologe und Projektkoordinator Julian Gutt. „Aber immerhin wissen wir jetzt, welche Meeresgebiete und Messgrößen wir uns künftig genauer anschauen müssen, um Antworten zu finden.“

07.01.2021: Neue Erkenntnisse über das Hörvermögen von Fledermäusen

In einer neuen Studie konnten Wissenschaftlerinnen des Museums für Naturkunde Berlin neue Erkenntnisse über das Hörvermögen von Fledermäusen gewinnen. Sie fanden heraus, dass einerseits das Hörvermögen der einzigen flugfähigen Säugetiere in den Hoch- und Niederfrequenzbereichen gleich gut ist, wobei Weibchen einiger Arten im Niederfrequenzbereich eine höhere Hörempfindlichkeit als Männchen aufweisen können. „Diese erhöhte Empfindlichkeit könnte einen selektiven Vorteil darstellen, da junge Fledermäuse niederfrequente Isolationsaufrufe
nutzen, um mit ihren Müttern zu kommunizieren", erklärt Wissenschaftlerin Martina Nagy. Andererseits konnte belegt werden, dass sich Änderungen des Hörvermögens als Reaktion auf Frequenzänderungen der Echoortung und der Sozialrufe entwickelten. Die Wissenschaftlerinnen hoffen, dass sich ihre Studienergebnisse auch auf andere echoortende Tiergruppen wie zum Beispiel Wale übertragen lassen. Ihre Ergebnisse könnten dazu beitragen, den evolutionären Druck auf die sensorische Wahrnehmung aller echoortenden Tiergruppen zu untersuchen.

07.01.2021: Dr. Peter Sanftleben vertritt Deutschland in der EVT

Im Dezember 2020 fand die Tagung der Europäischen Vereinigung für Tierwissenschaften (EVT) online statt. Rund 950 Beiträge wurden als Vorträge und Poster gezeigt. Im Plenarteil ging es um die Verantwortung der Tierhaltung für den Klimawandel, in 73 wissenschaftlichen Sessionen interessierten sich 1.500 registrierte Teilnehmer für verschiedene Themen der Tierwissenschaften. Außerdem wurden
durch die Generalversammlung neue Ratsmitglieder (Council) gewählt. Deutschland und die Schweiz werden fortan durch Dr. Peter Sanftleben vertreten. Sanftleben ist Direktor der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV und leitet das Institut für Tierproduktion in Dummerstorf. Von 2008 bis 2017 war er der deutsche Vertreter in der EVT-Kommission „Tierhaltungssysteme“.

06.01.2021: Impferlaubnis gegen Blauzungenkrankheit verlängert

Im Regierungsbezirk Darmstadt ist die Allgemeinverfügung des Regierungspräsidiums zur Impfung von Tieren gegen die Blauzungenkrankheit nach EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung bis zum 31.12.2021
verlängert worden. Somit ist es Tierärztinnen und Tierärzten im Jahr 2021 weiterhin gestattet, für das Virus empfängliche Tiere wie Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Serotypen 4 (BTV 4) und 8 (BTV 8) mit inaktivierten Impfstoffen zu immunisieren.

06.01.2021: Dringend Neuausrichtung der Fleischproduktion erforderlich

Die Fleischproduktion in Deutschland und Europa muss grundlegend umgebaut werden. Außerdem muss die produzierte Menge an Fleisch bzw. der Fleischkonsum um mindestens 50% sinken. Das geht aus dem aktuell von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlichten "Fleischatlas 2021" hervor. Entsprechend fordern sie von der deutschen und europäischen Politik eine strategische Neuausrichtung, die diese Ziele im Blick hat. Denn es ist absehbar, dass die weltweite Fleischproduktion ohne Kurswechsel bis 2028 um 40 Millionen auf rund 360 Millionen Tonnen im Jahr steigen könnte. Eine derartige Zunahme bei einem weiterhin zu hohen Pro-Kopf-Konsum in den Industrieländern verschärfe die Auswirkungen der Klimakrise für viele Menschen weltweit, denn schon jetzt verursache die Tierhaltung 14,5 Prozent der globalen Emissionen. Zudem befördere die Fleischproduktion den globalen
Artenschwund massiv. Darüber hinaus fordert auch ein Teil der Bevölkerung, allen voran die Jüngeren, eine deutliche Veränderung: Eine repräsentative Umfrage im „Fleischatlas 2021“ zeigt, dass mehr als 70 Prozent der 15 bis 29-Jährigen die Fleischproduktion in Deutschland in ihrer jetzigen Form ablehnten. Vierzig Prozent der Befragten geben an, wenig Fleisch zu essen und 13 Prozent ernähren sich ausschließlich vegetarisch oder vegan – doppelt so viele wie im Gesamtdurchschnitt der Bevölkerung. Nicht zuletzt emittieren alleine die fünf größten Fleisch- und Milchkonzerne mit 578 Millionen Tonnen so viel klimaschädliche Gase wie der größte Ölmulti (Exxon) der Welt und erheblich mehr als Frankreich oder Großbritannien. Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND, sagte: „Die Politik muss dem gesellschaftlichen Wunsch nach dem Umbau der Tierhaltung Rechnung tragen." Seit 2010 sei die Tierzahl pro Betrieb bei Mastschweinen in Deutschland von 398 auf 653 gestiegen.

05.01.2021: Suche nach Alternativen zum Tierversuch schreitet voran

Noch immer werden in Deutschland jährlich knapp drei Millionen Tiere zu Versuchszwecken eingesetzt. Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) hat sich zusammen mit 39 Partnern aus 13 Ländern das Ziel gesetzt, Alternativen zum Tierversuch zu finden und so das massive Tierleid zu beenden. Unter anderem werden die Wirkungsweisen verschiedener chemischer Substanzen erforscht. „Wir arbeiten an unserem Institut mit mehreren Gruppen an neuen Konzepten zur Risikobewertung von Chemikalien“, erklärt Dr. Sylvia Escher, Abteilungsleiterin In-silico-Toxikologie am Fraunhofer ITEM in Hannover. Als Beispiel nennt sie das EXITOX- und das EU-ToxRisk- Projekt. In diesen Projekten werden Teststrategien basierend auf menschlichen Zellenlinien und Organschnitten entwickelt, die die Anzahl von Tierversuchen reduzieren
und langfristig ersetzen sollen. „Im Rahmen von EU-ToxRisk und EXITOX untersuchen wir nun den Wirkmechanismus, der zu dem beobachteten toxischen Effekt führt. Da wir im Unterschied zu den Tierstudien humane Testsysteme einsetzen, haben wir die Hoffnung, dass die Ergebnisse für den Menschen von höherer Relevanz sind", verdeutlicht Escher die Vorteile. Das Fraunhofer ITEM ist an drei verschiedenen Fallstudien bei EU-ToxRisk beteiligt. Neben Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen sind auch regulatorische Behörden in den Studien involviert. Der intensive Austausch mit den Toxikologen der Behörden ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg der entwickelten integrierten Teststrategien. Denn nur wenn die nationalen und EU-Behörden die neu entwickelten Verfahren zur Toxizitätsprüfung zulassen, können Tierversuche auch wirklich ersetzt werden.

05.01.2021: Ausgabe 4 des VETMED-Magazins erschienen

Im Dezember 2020 ist die 4. Ausgabe der Zeitschrift VETMED – Das Magazin der Veterinärmedizinischen Universität Wien erschienen. Schwerpunktthema des Magazins, das als Print- sowie als Onlineversion erscheint, ist dieses Mal die Katzengesundheit sowie neue Behandlungsmöglichkeiten durch Strahlentherapie. Themen wie die Feline Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
und neuartige Behandlungsmethoden für Katzen werden in dieser Ausgabe näher beleuchtet. ExpertInnen erklären im Fokusthema „Katzen unter Strahlung“, wie verschiedene Therapien funktionieren. Zusätzlich findet sich im aktuellen Magazin ein Porträt des neuen Professors für Anatomie und eine Nachschau des Fotowettbewerbs zum World Rabies Day mit den Gewinnerbildern.

05.01.2021: Weiterer Ausbruch der Geflügelpest in Niedersachsen

Nach Fällen der Geflügelpest bei Hausgeflügel in Mecklenburg- Vorpommern, ist nun die hochansteckende Viruserkrankung mit dem Influenzavirus bei einem weiteren Puten haltenden Betrieb im niedersächsischem Garrel (Landkreis Cloppenburg) festgestellt worden. Aus Seuchenschutzgründen wurden alle 12.800 Tiere der betroffenen Haltung getötet. Dies ist nunmehr der achte bestätigte Fall von Aviärer Influenza in diesem Landkreis. Insgesamt mussten knapp
90.000 Puten gekeult werden. Die bereits vor Weihnachten festgelegten Sperr- und Beobachtungsbezirke bleiben bestehen, jedoch wurde zur Eindämmung der Geflügelpest ein Wiedereinstallungsverbot für Puten für die Gemeinden Emstek, Bösel und Garrel sowie die Städte Cloppenburg und Friesoythe angeordnet. Damit dürfen Geflügelbetriebe frühestens nach 30 Tage wieder belegt werden, nachdem die Ställe geräumt wurden.

05.01.2021: Pandemie potenziert Tierärztemangel auf dem Land

Schon vor Beginn der Corona-Pandemie gab es zu wenige TierärztInnen im ländlichen Raum. Die wachsende Zahl der weiblichen Tierärztinnen trägt zu dieser Entwicklung nicht unerheblich bei, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Denn die Aufgaben eines Nutztierarztes erfordern auch körperliche Kraft und häufig viel Zeit, beispielsweise bei der Geburt eines Kalbes. Aber auch die Corona-Pandemie trägt das ihrige zu der Entwicklung bei. So habe sich die Situation seit März vergangenen Jahres nochmal erkennbar verschärft.
Einer der Gründe waren Quarantänefälle, die dazu führten, dass Nutztiere für mehrere Tage nicht versorgt werden konnten. „Die Tierärztin selbst war nicht erkrankt, aber hatte mit einem Erkrankten Kontakt“, sagte der Geschäftsführer der Landestierärztekammer Thüringen, Henning Neukötter. Aber auch die Schließung von Kitas und Schulen stellt Tierarztpraxen vor Herausforderungen. „Die Betriebsbereitschaft der Praxen wurde durch die Corona-Pandemie erheblich eingeschränkt“, wie Neukötter abschließend erlärt.

04.01.2021: Betäubungslose Ferkelkastration seit Beginn des Jahres verboten

Seit dem 1. Januar 2021 gilt das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration in Deutschland. Ab sofort müssen sich die hiesigen Schweinehalter zwischen Jungebermast, Impfung gegen Ebergeruch (Immunokastration) oder der Kastration unter Inhalationsnarkose entscheiden. Aus jetziger Sicht scheint die Inhalatiosnarkose mit Isofluran die bevorzugte Methode unter den Landwirten zu sein, wie in einem Kommentar von Martina Hungerkamp auf agrarheute.com zu lesen ist. Auch wenn die ersten Betriebe ihre Inhalationsnarkosegeräte laut der Herstellerfirmen bereits storniert oder schon zurückgegeben haben. Denn besonders in Zeiten von Corona und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) überlegen einige Landwirte, ob die Ferkelerzeugung in Deutschland noch sinnvoll ist oder der Ausstieg nicht doch die bessere Alternative wäre.
Viele Schweinehalter hoffen noch immer auf den sogenannten Vierten Weg, der die Kastration unter Lokalanästhesie ermöglicht. Laut Aussagen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sei dies jedoch nicht realistisch. Dafür müsste zunächst ein Lokalanästhetika gefunden werden, das die völlige Schmerzausschaltung gewährleistet, so Hungerkamp, die sich auch sehr für die Impfung mit Improvac ausspricht. Zudem ist die Durchführung der Lokalanästhesie TierärztInnen vorbehalten. „Es kann nicht sein, dass die Schlachtbranche die tierschonendste und von den Tierschutzverbänden bevorzugte Methode mit schlechteren Abrechnungsmasken abstraft“, so ihr Kommentar. Auf Myvetlearn.de finden TierärztInnen die Aufzeichnung des Online-Seminars Ferkelkastration mit Schwerpunkt Isofluran-Anwendung. Die Online-Fortbildung ist mit 2 ATF-Stunden anerkannt.

04.01.2021: Schulze mahnt höheres Tempo beim Tierwohl an

Bundesumweltministerin Svenja Schulze drängt auf ein schnelleres Vorankommen beim Tierwohl. Die Ministerin fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, mit mehr Tempo an die Umsetzung konkreter Schritte in Richtung einer verbesserten Tierhaltung zu gehen. „Für mehr Tierwohl gibt es von der sogenannten Borchert-Kommission sehr gute Vorschläge“, erklärt Schulze. „Bundestag und Bundesrat haben ja das Landwirtschaftsministerium schon vor dem Sommerurlaub aufgefordert, konkrete Schritte zur Umsetzung dieser Vorschläge einzuleiten. Da muss jetzt etwas kommen.“ Zu den Schritten gehören unter anderem eine Verbrauchssteuer, die sogenannte „Tierwohl- Abgabe“, die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Tierprodukte oder die Rückkehr zur
flächengebundenen Tierhaltung. Die Mehreinnahmen sollen der Finanzierung des erhöhten Investitionsbedarfs von zunächst 1,2 Milliarden Euro jährlich dienen. „Tierwohl, Klimaverträglichkeit, Erhaltung von Insekten und biologischer Vielfalt: Das sind besonders große Herausforderungen an eine zukunftsfähige Landwirtschaft“, mahnt Schulze. Die derzeit laufende Reform der EU- Agrarpolitik müsse genutzt werden, um damit voranzukommen - daher müsse Deutschland sie „ambitionierter“ umsetzen, als nur den Mindeststandard der EU zu übernehmen.“ Für das kommende Frühjahr soll nach Klöckners Plänen eine Machbarkeitsstudie vorgestellt werden. Zudem will die Bundeslandwirtschaftsministerin noch in dieser Legislaturperiode Gesetzesvorschläge unterbreiten.

04.01.2021: Gifttiergesetz in NRW in Kraft getreten

Mit Beginn des neuen Jahres ist in Nordrhein-Westfalen das Gifttiergesetz in Kraft getreten. Der Landtag hatte das entsprechende Gesetz im Juni 2020 beschlossen. Damit ist die Neuanschaffung bestimmter Arten von Giftschlangen, Skorpionen und Spinnen für private Zwecke verboten. Mehrere Vorfälle, bei denen entwischte Gifttiere eine öffentliche Gefahr darstellten und aufwändige und teure Such- und Bergungsaktionen zur Folge hatten, waren der Grund für das
neu beschlossene Gesetz. Ausnahmen gelten für Privatpersonen, die Gifttiere bereits vor dem 01.01.2021 gehalten haben. Diese müssen bis zum 30.06.2021 beim zuständigen Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ihre Haltungen anzeigen. Zudem ist bis zu diesem Zeitpunkt ein Nachweis über eine Haftpflichtversicherung zu erbringen, damit eventuelle Schäden, die durch Gifttiere verursacht werden, ausgeglichen werden können.

04.01.2021: Weitere Fälle der Geflügelpest in MVP und Baden-Württemberg

Die Geflügelpest breitet sich in Deutschland weiter aus. So wurde am 30.12.2020 in Mecklenburg-Vorpommern ein weiterer Fall der hochpathogenen aviären Influenza vom Typ H5N8 bestätigt. Betroffen ist eine private Geflügelhaltung in Wusterhausen im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 150 Tieren, die alle aus Seuchenschutzgründen getötet werden mussten. „Wir haben in dieser Woche wieder zwei Fälle von Geflügelpest, zudem in sehr verschiedenen Landesteilen. Unsere Seuchenexperten vom Friedrich- Loeffler-Institut behalten mit ihren Prognosen Recht. Die Geflügelpest ist noch sehr aktiv! Und deshalb dürfen wir das Seuchengeschehen auch keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, sondern müssen in unseren Betrieben und Hobbyhaltungen für höchste Biosicherheit sorgen“, mahnte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt MV. Um den betroffenen Hof sowie die umliegenden Ortsteile wurde eine Restriktionszone errichtet. Auch in Baden-Württemberg ist die Geflügelpest durch das hochpathogene aviäre Influenzavirus
(HPAIV) des Subtyps H5 festgestellt worden. Hier war ein Mäusebussard an einem Weiher bei Donaueschingen gefunden worden, der schwer erkrankt war. Nachdem das Friedrich- Loeffler-Institut (FLI) den Untersuchungsbefund des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Freiburg bestätigt hat, ist das Risiko weiterer Geflügelpestausbrüche bei Wildvögeln im Land damit als hoch einzustufen. „Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter werden aufgerufen, ihre Tiere bestmöglich vor einem Seucheneintrag über Wildvögel zu schützen. Insbesondere müssen bei Auslauf- und Freilandhaltungen Kontakte des Geflügels und sonstiger gehaltener Vögel mit Wildvögeln sowie eine Viruseinschleppung über Einstreu, Futter und Tränkwasser in die Haustierbestände in jedem Fall verhindert werden. Soweit möglich, sollen die Tiere aufgestallt oder unter Schutzeinrichtungen gehalten werden. So soll die Seucheneintragung in Nutzgeflügelbestände und sonstige Vogelhaltungen durch Wildvögel verhindert werden“, sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL.

02.01.2021: Herzlich Willkommen 2021 bei Vetion.de

Das Team von Vetion.de wünscht allen Kolleginnen und Kollegen sowie interessierten TierhalterInnen ein frohes und gesundes neues Jahr! Wir werden Sie wie gewohnt mit vielen News und Neuigkeiten aus der Tiermedizin und Tierärzteschaft versorgen. Außerdem bieten wir Ihnen die Nutzung unserer Jobbörse sowie andere Dienstleistungen auch weiterhin kostenfrei an. Tierärztinnen und Tierärzte, die sich für unseren VETS-Bereich auf Vetion.de
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30.12.2020: Geflügelpest in Hobbyhaltung in MVP nachgewiesen

In Mecklenburg-Vorpommern ist erneut die Geflügelpest mit dem hochpathogenen Influenza A Virus des Subtyps H5N8 in einem Hobby-Geflügelbetrieb mit insgesamt 52 Tieren bestätigt worden. Betroffen ist eine private Haltung bei Gadebusch im Kreis Nordwestmecklenburg. Alle verbliebenen 40 Tiere des Bestandes mussten aus Seuchenschutzgründen vorsorglich getötet werden, 12 Hühner waren zwischenzeitlich bereits verendet. „Der vorliegende Fall zeigt noch einmal sehr deutlich, dass wir auch weiterhin überaus achtsam sein müssen bei der Geflügelpest. Unsere Seuchenexperten vom Friedrich-Loeffler-Institut haben uns schon im Herbst gewarnt, dass die Ruhe trügerisch sein kann und die Krankheit noch nicht gebannt sei. Erst am Montag habe ich noch einmal auf die Gefahr hingewiesen, jetzt haben wir den Beweis“,
mahnt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Ich appelliere deshalb noch einmal eindringlich an alle Halter, sich nicht in zu großer Sicherheit zu wägen. Die Biosicherheitsmaßnahmen müssen auch weiter hochgehalten werden, um weiteren Schaden von unseren Beständen abzuwenden. Kranke und auffällige Tiere müssen umgehend an das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt gemeldet werden, um sie schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen lassen zu können", so Backhaus weiter. Der Minister betonte ein weiteres Mal, dass Tiere nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden dürften, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben. Als weitere Maßnahmen wurden um den betroffenen Betrieb ein Sperrbezirk von 3 km sowie ein Beobachtungsgebiet von 10 km eingerichtet.

29.12.2020: Neue Fälle von Geflügelpest in Niedersachsen und Sachsen

Die Geflügelpest vom Typ H5N8 ist in Niedersachsen in vier weiteren Betrieben nachgewiesen worden. Alle betroffenen Betriebe liegen aktuell im Landkreis Cloppenburg. Betroffen sind die Gemeinden Kellerhöhe, Klein Henstedt, Garrel und Bösel. Insgesamt ist das hoch pathogene Virus dort in sechs Puten haltenden Betrieben nachgewiesen worden.
Rund 65.000 Tiere mussten aus Gründen der Seuchenbekämpfung getötet werden. Unterdessen ist das Virus auch in einem Gänse haltenden Betrieb in Sachsen bei Grimma nachgewiesen worden. Rund 9.000 Tiere mussten hier getötet werden. Auch in Japan grassiert das Virus. Hier wurden in den vergangenen Tagen 1,16 Millionen Stück Geflügel getötet.

Masterstudiengang Tiergesundheitsmanagement

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