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Grüne Woche in Berlin erfolgreich zu Ende gegangen

Rund 275.000 Besucherinnen und Besucher konnte die Internationale Grüne Woche 2024 in Berlin in den 10 Ausstellertagen verbuchen. Die internationale Leitmesse für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau wurde jedoch auch als Dialogplattform für die Politik und die Branche genutzt. Im Fokus standen internationale Ernährungssicherheit, die Zukunft der Landwirtschaft, kulinarische Trends und nachhaltige Innovationen. Auch der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) war vertreten und klärte die Besucher an seinem Messestand darüber auf, warum Tierärzte knapp werden und was das für die tierärztliche Versorgung der Tiere bedeutet. Der bpt forderte die Bundesregierung erneut auf, für Tierärzte eine Ausnahme im Arbeitszeitgesetz zuzulassen. Denn alle Notdienstberufe sollten am Wochenende und nachts einsatzfähig sein – kranke Tiere richten sich nicht nach dem Wochentag oder dem Dienstplan.

„Wir wünschen uns von der Bundesregierung gezielte Maßnahmen wie die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes und den im Koalitionsvertrag festgelegten Bürokratieabbau, damit der Tierarztberuf wieder attraktiver werden kann“, sagte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. Das starre Arbeitszeitgesetz sein einer der Hauptgründe, warum in den vergangenen Jahren immer mehr Praxen den Notdienst aufgegeben hätten, da es unmöglich sei, gesetzeskonforme Dienstpläne zu erstellen, die auch wirtschaftlich tragbar seinen. Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass die Arbeitsbedingungen für Tierärztinnen und Tierärzte endlich wieder attraktiv werden.

Die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes und die verbesserung der Arbeitsbedingungen im Allgemeinen sind aber nur zwei Maßnahmen von vielen, dem Tierärztemangel und damit der tierärztlichen Versorgungskrise entgegen zu wirken. Weitere hat der Dessauer Zukunftskreis (DZK) im Wörlitzer Memorandum aufgeführt, das auf der Webseite Tierarztmangel.de veröffentlicht ist.

IGW

Großer Bauernprotest in Berlin

Am vergangenen Montag haben mehr als 6.600 Landwirt:innen aus ganz Deutschland in Berlin mit einer Protestaktion ihrer Wut über die angekündigte Sparpolitik der Bundesregierung Ausdruck verliehen. Zur Sternfahrt, an der rund 1.300 Traktoren teilnahmen, hatte der Deutsche Bauernverband (DBV) gemeinsam mit mehreren Landesverbänden aufgerufen. Die Kundgebung, die schon in den frühen Morgenstunden für zahlreiche Staus in der Hauptstadt sorgte, richtete sich gegen die von der Bundesregierung geplanten Streichungen von Subventionen für die Landwirtschaft. So sollen nach neuesten Plänen des Finanzministers Christian Lindner (FDP) Erstattungen für Agrardiesel sowie eine Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge ersatzlos gestrichen werden.

Bundesagrarminister Cem Özdemir zeigte in seiner Rede vor Ort Verständnis für die Sorgen der Bäuerinnen und Bauern. „Ich halte nichts von den Streichungen in diesem Umfang“, bekräftigte Özdemir. „Deshalb kämpfe ich im Kabinett dafür, dass es in dieser Härte nicht kommt.“ Der Grünen-Politiker argumentierte, dass es durch die Agrardieselsubvention, die es in anderen EU-Ländern weiterhin gäbe, zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen für deutsche Landwirt:innen kommen würde. Trotz seiner Worte wurde der Minister von den Landwirt:innen ausgebuht. 

Die Betriebe seien in ihrer Existenz gefährdet, denn die Einkünfte seien bereits jetzt sehr niedrig, erklärte der Vizepräsident des Brandenburger Landesbauernverbandes (LBV), Heiko Terno, gegenüber dem Tagesspiegel. Die harte Arbeit lohne sich nicht mehr, Nachwuchs werde abgeschreckt. Wenn mehr Betriebe schließen müssten, werde am Ende auch der Verbraucher mehr für die Produkte zahlen müssen. „Irgendwann trifft es jeden“, meint Terno. Politiker aus Bayern unterstützten die Proteste vor Ort, wie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zur Teilnahme aufgerufen: „Wir fordern die Regierung auf, die einseitigen Belastungen für unsere Bauern zurückzunehmen“, ließ Söder auf seinem Instagram-Profil verlauten.

Tagesspiegel

DBV

Kommentar Cem Özdemir

IRINA hilft Tieren auf der Flucht

Eine von einer Tierärztin gegründete Initiative am Berliner Hauptbahnhof unterstützt ukrainische Geflüchtete mit Tieren

Ein Helfer in gelber Weste gibt am Tier-Hilfestand am Berliner Hauptbahnhof Spenden für zwei Chihuahuas einer Geflüchteten aus

Berliner Hauptbahnhof, in der zweiten Woche des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Dutzende Frauen mittleren Alters in dicken Jacken, in der einen Hand ein Kind, in der anderen einen Rollkoffer oder eine Supermarkttasche, die an einem Gleis im Untergeschoss ankommen. Helfer in gelben und orangen Westen, manche haben ihren Namen oder die Sprachen, die sie sprechen, auf einem Klebebandstreifen auf der Brust stehen, die die Geflüchteten die Rolltreppen hinauf und zwischen den üblichen Pendlern hindurchlotsen. Gelb-blau beflaggte Aufsteller weisen den Weg zu Infopunkt und Essensstand. Kamerateams versuchen das Geschehen einzufangen, an ihnen vorbei rollen Wägen mit Hilfsgütern, die Freiwillige vorbeibringen. Auf den wenigen Bänken sitzen alte Menschen, neben den Bänken stehen Katzenkörbe, eine Frau füttert ihren blonden Labradorwelpen, ein schwarzer Mastiff, dem ein warmes, rosa Shirt umgeworfen wurde, lässt die Zunge baumeln.

Berlins Oberbürgermeisterin Franziska Giffey hat Berlin im aktuellen Fluchtzusammenhang als „Tor zu Deutschland“ beschrieben, hier kommen aktuell mehr als 10.000 flüchtende Menschen täglich an. Manche bleiben für eine Nacht oder eine lange Zeit, andere reisen direkt zu anderen Zielen in Deutschland oder in umliegenden Ländern weiter. Das eingerichtete Ankunftslager im Berliner Norden war schnell ausgelastet, weitere sind in der Errichtung. Einige Geflüchtete kommen bei Bekannten unter, andere in einer der zahlreich angebotenen privaten Unterkünfte.

Die Einreise nach Europa sollte diesmal für Mensch und Tier so unkompliziert wie möglich gestaltet sein. So unkompliziert sah dann auch die Hilfe aus, die sie hier erwartete.

Improvisiertes Hilfe-Camp am Hauptbahnhof

Der Berliner Hauptbahnhof, wo neben dem Zentralen Omnibusbahnhof die meisten Geflüchteten ankommen, wurde von ehrenamtlichen Helfern, die sich via Social Media selbst organisierten oder über Hilfsverbände kamen, schnell mit dem Nötigsten ausgestattet: Essen, Getränke, Frauenkleidung, Hygieneartikel, Spielzeug. Jeder brachte etwas vorbei, wer da war, packte mit an. So entstand innerhalb weniger Tage ein „Hilfe-Camp“, mit improvisierten Ständen neben Corona-Test-Station und Erste-Hilfe-Zelt. Selbstgeschriebene Hinweisschilder pflastern Säulen und umglaste Wartebereiche, die als Kinderspielecke dienen. Freiwillige geben warme Getränke, Essen und Bedarfsgegenstände aus, in zweiter Reihe sortieren andere ankommende Spenden, ein Schild erinnert die Helfenden in rotem Filzstift daran, Pausen zu machen und selbst etwas zu essen. Im Hintergrund Gitarrenspiel und Gesang, vereinzelt herumwandernde Polizisten und DB-Sicherheitsleute.

Eine von denen, die einfach nur helfen will, ist Tierärztin Regina Korth. „Ich dachte, ich könnte vielleicht ein paar Winterjacken vorbeibringen.“ Doch dann las sie in einer der zahlreichen Telegram-Gruppen für Ukraine-Hilfe, dass jemand um einem Katzenkorb bat. Die 44-Jährige, die eigentlich bei der Deutschen Ärzte Finanz arbeitet, fragte einige ihrer befreundeten Tierarztpraxen in Berlin ab. „Dort bleiben meist viele Körbe zurück, nachdem Tiere eingeschläfert werden mussten“, weiß sie aus ihrer Praxiszeit. Die Hilfsbereitschaft unter den KollegInnen und TierarzthelferInnen war sofort groß, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Freund, Mike Granzow, wollten sie die Körbe an die verschiedenen Ankunftsstationen in Berlin verteilen. Am Hauptbahnhof ließ man sie nicht mehr weg. „Auf die Frage, wo wir die Hilfsgüter für Tiere abstellen könnten, bekamen wir die Antwort: Wie lange könnt ihr bleiben? Das hier ist Iliki, euer Dolmetscher.“

Improvisierte Schilder weisen den Weg zu improvisierten Ständen und helfenden Händen. In der Mitte: Mike. Hier war der Stand noch klein.

„Begonnen haben wir mit ein paar Händen voll Tierfutter und einem Stück Pappe, das wir von einem Karton abgerissen haben“, erinnert sich Mike. Eine Russin, namens Xenia, die als Anwohnerin selbst am Bahnhof half, schrieb mit einem Edding in Kyrillisch „Hundefutter“ und „Katzenfutter“ darauf und schon war ihr Hilfsstand geboren. Das war am 1. März. In der folgenden Woche verbrachten Regina, die Tierärztin, und Mike, der ehemalige Maurer, täglich acht bis 14 Stunden am Hauptbahnhof, koordinierten und verteilten nötige Spenden und Helfende, führten Gespräche mit der Deutschen Bahn, Tierschutzvereinen, der Tierärztekammer, der Senatsverwaltung.

Offene Fragen

Vieles ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Die Einreisebestimmungen für Tiere in die EU wurden für die Geflüchteten erleichtert, die Mitnahme von Tieren sollte die Flucht nicht erschweren. Normalerweise ist für Hunde, Katzen und Frettchen bei Einreise ein gültiger Tollwutschutz verpflichtend in Verbindung mit einem EU-Heimtierausweis und Kennzeichnung des Tieres mit einem elektronischen Chip. „Das Risiko der Einschleppung der Tollwut durch Tiere aus der Ukraine wird als relativ gering erachtet“, so das Bezirksamt Mitte, zuständige Behörde für den Hauptbahnhof. Hygiene ist dennoch zu beachten. Sonderregelung: „Die Meldung sollte direkt nach der Ankunft bei der Veterinäraufsicht des örtlich zuständigen Bezirksamtes erfolgen“, dann werden die nötigen Schritte veranlasst und weiter: „Im Bezirk Mitte sind bis dato (Freitagmittag, Anm. d. Red.) die Tiere von vier Geflüchteten gemeldet worden.“ Regina sagt, viele Menschen, die zu ihrem Stand kommen, wissen über die Meldepflicht, viele Tiere seien schon gut geimpft. Offene Fragen sind, wohin genau man sich wenden müsse, welche Tierarztpraxis im Zweifelsfall helfen könne. Die Tierärztekammer schickte eine Liste, der zuständigen Ämter in Berlin herum. Ohne festen Wohnsitz ist es aber schwer, „die örtlich zuständig Behörde“ zu finden, eine Quarantäne zu realisieren, sprachliche Hürden bei der Anmeldung zu überwinden. „Direkt nach der Ankunft“ – das kann auch nachts und am Wochenende sein, wenn keine Behörde offen hat, gibt Regina zu bedenken.

Die Hilfsbereitschaft der Tierärzteschaft ist groß. Es haben sich schon eine ganze Reihe von Kolleg:innen gemeldet, die kostenfrei Tiere behandeln wollen“, sagt Dr. Kathrin Herrmann, Landestierschutzbeauftrage von Berlin. Unzählige bieten eine Unterkunft für gerettete Tiere an. Zwei Freundinnen haben die Website haustier-info-ukraine.de gegründet, um Infos zu bündeln. Die Tiertafel Berlin vergibt Gutscheine für nachzuholende Impfungen, gegebenenfalls notwendige Blutuntersuchungen für die Bestimmung des Tollwutschutzes und alles weitere.

Diese Infos müssen die geflüchteten Menschen nur erreichen, einen übersetzten Flyer habe die Tierärztekammer in Arbeit. „Seuchenschutz ist wichtig“, sagt Regina. Dieser Aufgabe haben sich die Tierhelfer am Hauptbahnhof genauso angenommen wie die Hilfe bei kleineren, aber dringlicheren Problemen: „Viele Katzen und Hunde haben auf der langen Flucht in ihren Korb gepinkelt, brauchen neue Decken, auch gegen die Kälte“. Viele der ankommenden Menschen ständen unter Schock, sagt Regina, „sie sind unsicher, es kursieren Gerüchte, sie haben Angst, dass man ihnen die Tiere wegnimmt“.

Die Hilfsbereitschaft für Mensch und Tier ist enorm

Am Mittwoch umfasst ihr Stand zwischen DRK-Zelt und Kinderkleidung acht Quadratmeter: Trocken- und Nassfutter für Katzen und Hunde, Leinen und Geschirre, Katzenkörbe. Viele private Tierfreunde brachten etwas vorbei, als sie vom Stand erfuhren, Großspender, wie das Futterhaus, ebenfalls.  „Manche kommen einfach vorbei, und drücken uns einen Geldschein für weitere Anschaffungen in die Hand“, berichtet Mike. Mehrere Hundert Körbe hätten sie bereits ausgegeben, mehrere Tonnen Hunde- und Katzenfutter seien gespendet worden. Das „Angebot“ wird nach Bedarf erweitert: „Wir hatten hier auch schon Meerschweinchen, Hamster und Vögel. Vor allem aber sind es kleine Hunde.“ Spendenaufrufe in sozialen Netzwerken werden mittlerweile größtenteils unterlassen, das Netzwerk ist weit und gut ausgestattet: Zahlreiche Tierarztpraxen, Studierende, Ehrenamtliche aus tierlieben Vereinen, wie den Samtpfoten Neukölln, dem Tierschutzverein, der Wildtierrettung Oranienburg und der Tiertafel sowie Privatleute helfen aus, nicht nur mit Spenden und Händen – „bisher haben sich gut 50 Menschen am Stand engagiert“ –, nun auch mit Lagerräumen und Fahrdiensten. „Das ist so toll“, sagt Regina.

Der Stand darf bestimme Grenzen aus Brandschutzgründen nicht überschreiten: “Wir sind hier nur geduldet.” Die Spendenbereitschaft ist größer.

Zeitweise war die Tierliebe der Berliner zu groß, der Stand überschritt die von der Bahn aus Brandschutzgründen veranlassten Standgrenzen und wurde nach wenigen Tagen über Nacht weggeräumt: „Wir sind hier nur geduldet“, sagt Mike. Manche private Spender verloren sich außerdem in Details: „Wir sind dankbar für alle Spenden. Zwischendurch musste ich aber auch erklären, dass in dieser Situation nicht wichtig ist, welche Duftnote das Hundeshampoo hat, das vorbeigebracht wird. Es geht hier um die Grundversorgung. Man darf nicht vergessen, dass das hier zuallererst eine humanitäre Katastrophe ist.“ Wenn sie zu viel bekommen, geben sie die Spenden an andere Tierschutzverbände oder die Bahnhofsmission weiter.

Ines, von den Samtpfoten Neukölln, steht hier bereits seit vier Stunden, sie wirkt fertig, sagt, sie stehe in Kontakt mit einem Tierheim in der Ukraine, das mehr als zwei Dutzend Katzen evakuieren könne. Über die Situation am Hauptbahnhof sagt sie: „Ein fester Stand wäre hilfreich.“ Regina meint, mehr TierärztInnen wären auch gut, um in Notfällen eine Ersteinschätzung abgeben zu können. Behandlungen am Stand sind in der aktuellen Situation aber ausgeschlossen, stellt sie klar.

Kommuniziert wird „notfalls mit Händen und Füßen, die jüngeren sprechen aber auch Englisch.“ Eine russische Tierärztin, die gerade auf die Approbation wartet, hilft außerdem aus, sonst auch umstehende Gelbwesten. „Wir bekommen viele Umarmungen. Alles ist sehr emotional“, sagt Regina, insbesondere dann, „wenn Ukrainerinnen, die erst einen Tag zuvor angekommen sind, am nächsten Tag selbst zum Helfen da sind.“

Zentrale Ankunft- und Verteilstationen entstehen

Gerade ist viel im Umbruch, vor dem Bahnhof wird zur Stunde ein Willkommenszelt aufgebaut. Die Berliner Stadtmission hat im Auftrag der Oberbürgermeisterin offiziell die Versorgung der ankommenden Geflüchteten übernommen. Am Samstag wird am alten Flughafen in Tegel eine zentrale Ankunftsstation errichtet werden, unter der Leitung der Berliner Tiertafel und dem Tierschutzverein wird es einen Stand mit Tierbedarf und eine tierärztliche Versorgung geben, so der Plan, ein mobiles tierärztliches Einsatzteam für die Unterkünfte ist im Gespräch. Spenden sollen nun nur noch zentral in einem Hangar am Tempelhofer Flughafen abgegeben werden. Man will den Bahnhof entlasten, aber: „Ganz klar ist, ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre es nicht gegangen. Das ist wirklich eine herausragende Leistung“, dankt Giffey. Noch ist unklar, ob die Tierhilfe-Initiative einen festen Platz in den neugeschaffenen Strukturen bekommt. Für Klärungen bleibt jedoch keine Zeit, „wir machen erstmal weiter“, stellt Mike klar, auch als im Zuge der Umstrukturierung ihr Stand zum zweiten Mal geräumt wird: „Beißt euch fest, sucht die Sachen wieder zusammen. Die Menschen brauchen uns hier, wo sie ankommen.“

Nun hat die Initiative sogar Namen und Logo

Auch wenn sich die Zuständigkeiten geändert haben, ist der Bedarf an Freiwilligen ungebrochen, „im Zweistunden-Takt kommen Züge an, da steigen je 600, 800, 1000 Menschen aus, die uns am Hauptbahnhof an die Grenzen unserer Belastbarkeit bringen, das betrifft Helfer aller Player, die hier aktiv sind“, schildert Rainer König, Leiter der Berliner Stadtmission, die Lage. Shuttle-Busse fahren die Menschen teilweise in andere Bundesländer. Viele geflüchtete Menschen würden auf dem Boden schlafen oder einfach nur mit einer Decke auf einem Stuhl die Nacht verbringen.

„Die Menschen sind beruhigter, wenn sie wissen, dass es zumindest ihren Tieren gut geht“, sagt Regina. Ihre Initiative hat mittlerweile einen Namen „IRINA“. Das hat zwei Gründe: „Am ersten Tag saß ein kleines Mädchen namens Irina am Hauptbahnhof und hat allein Hundefutter an die Geflüchteten verteilt. Außerdem bedeutet IRINA ‚Frieden‘.“

Sophia Neukirchner, Fotos: privat

Wer mit der Initiative Kontakt aufnehmen möchte, tut das am Besten über regina.korth@aerzte-finanz.de


Mittlerweile ist klarer, wie Tierarztpraxen, denen ein Tier aus der Ukraine vorstellig wird, genau vorgehen sollen (Impfen, Antikörper-Titer-Test); auch Vordrucke für die unkomplizierte Anmeldung der Tiere per E-Mail stehen nun bereit. Häusliche Quarantäne, falls nötig, wurde in dieser besonderen Situation erlaubt. Mehr dazu im Interview mit Berlins Landestierschutzbeauftragter Dr. Kathrin Herrmann

Weitere Links zu Hilfsmöglichkeiten für Menschen und Tiere in der Ukraine und auf der Flucht finden Sie in unserem Fokusthema

Zur Situation von aus der Ukraine Geflüchteten mit Tieren in Leipzig: Bericht des MDR