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Positive Trends in der tierärztlichen Lohnstruktur

25.02.2026

Der TVD Gehaltsreport 2026 gibt einen aktuellen Überblick über die Arbeitsrealität angestellter Tierärzt:innen in Deutschland. Rund 2.300 Teilnehmende haben an der Umfrage mitgewirkt und fundierte Einblicke in Gehälter, Arbeitszeiten, Motivation und Zukunftsperspektiven gegeben.

Wie die Befragung ergeben hat, liegt das mittleres Bruttomonatsgehalt bei 40 h/Woche bei 4.650 Euro. Mehr als die Hälfte der angestellten Tierärzte leistet regelmäßig Überstunden, insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste werden als körperlich und mental fordernd erlebt.

Der TVD-Gehaltsreport 2026 zeigt zwar eine kontinuierliche, aber moderate Steigerung der Einkommen auf, es bestehen jedoch weiterhin deutliche Unterschiede je nach Tätigkeitsfeld, Zusatzqualifikation, Region und Geschlecht.

Für angestellte Kolleg:innen in Vollzeit (40 h/Woche) liegt das Median-Bruttogehalt aktuell bei ca. 4 650 € pro Monat. Das entspricht einem Plus von 8,5 % im Vergleich zu 2024. Besonders Berufseinsteiger profitieren von höheren Einstiegsgehältern (rd. 3 700 €), auch wenn der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr eher moderat ausfällt.

Zusatzqualifikationen zahlen sich aus: Tierärzt:innen mit Promotion, Fachtierarzttitel oder Diplomate-Status verdienen deutlich mehr als der Durchschnitt. Trotz positiver Trends bleibt die Lohnzufriedenheit kritisch: Rund zwei Drittel der Befragten wünschen sich eine bessere Bezahlung, und viele geben an, für ihren Lebensstandard ein höheres Netto zu benötigen. Darüber hinaus bestehen weiterhin ein signifikanter Gender-Pay-Gap zugunsten männlicher Kolleg:innen sowie regionale Unterschiede zwischen Bundesländern.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vergütung von Überstunden und Notdiensten: Etwa 72 % arbeiten regelmäßig über die vertragliche Wochenarbeitszeit hinaus, doch nur ein kleiner Teil erhält dafür eine finanzielle Vergütung – bei vielen erfolgt lediglich ein Freizeitausgleich oder gar keine Kompensation. Dies zählt zu den Hauptgründen beruflicher Unzufriedenheit. Zudem werden insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste als körperlich und mental fordernd erlebt.

Neben dem reinen Gehalt sind aber auch das Arbeitsklima, die Weiterbildungsmöglichkeiten und die Wertschätzung von entscheidender Bedeutung für die langfristige Attraktivität des Berufs und die Arbeitszufriedenheit.

Dennoch können sich nur 32% der befragten Angestellten überhaupt vorstellen, sich selbstständig zu machen, obwohl dadurch jeder seine Arbeitsbedingungen nach dem eigenen Gusto gestalten kann. Eine viel zu wenig beachtete Chance?

Dieser Frage geht der Dessauer Zukunftskreis auf seiner Tagung Ende April 2026 nach.