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HPAI seit 20 Jahren in Deutschland

13.02.2026

Vor beinahe genau 20 Jahren hat das hochpathogene aviäre Influenzavirus (HPAIV) vom Typ H5N1 erstmals in Deutschland für Ausbrüche gesorgt. Am 14. Februar 2006 waren auf der Insel Rügen die ersten beiden Singschwäne tot aufgefunden und positiv auf das Virus getestet worden. Danach ist das Virus auf zahlreiche weitere Wildvögel und die ersten Geflügelbestände übergesprungen, auch ein Steinmarder und zwei Freigänger-Katzen waren betroffen.

Die ersten HPAIV-Ausbrüche in Deutschland bedeuteten auch den Start von Real-Time PCR für die schnelle und sichere Diagnostik großer Probenzahlen im Rahmen eines solchen Ausbruchsgeschehens. In den vergangenen Jahren wurde die Diagnostik jedoch perfektioniert und Next-Generation-Sequencing (NGS) erlaubt das schnelle Erfassen ganzer H5N1-Genome in kürzester Zeit – ein enormer Vorteil für die Einschätzung des Zusammenspiels von Umwelt, Wildvogelpopulationen und Biosicherheit in Nutztierhaltungen. Zudem wurde die Kommunikation professionalisiert und Abläufe zwischen Behörden sind heute weitgehend harmonisiert. 

Leider hat sich auch das Virus weiterentwickelt, was zu einer weltweiten Ausbreitung geführt hat. Die Aktualität des Themas Aviäre Influenza (AI) ist keineswegs gebrochen, nicht zuletzt, weil HPAI-Viren Euterentzündungen bei tausenden Milchkühen in den USA und zuletzt in den Niederlanden verursacht haben. Aber das Virus breitet sich nach wie vor unter verschiedenen Wildvogelarten aus: einerseits führte das Virus in Brutkolonien von Küstenvögeln zu erheblichen Verlusten, nur wenige Monate später, im Herbst und Winter 2025/26, verstarben allein in Deutschland und weiteren Teilen Europas tausende Graukraniche.

Der Schutz von Wildvogelpopulationen und Geflügelbeständen, wirtschaftliche Folgen sowie das Monitoring möglicher zoonotischer Risiken der HPAI Viren und der Schutz des Menschen stellen weiterhin große Herausforderungen dar. Zu diesen Themen forscht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in vielen internationalen Verbundprojekten weiter intensiv. Es berät Entscheidungsträgerinnen und -träger in der Seuchenbekämpfung, erarbeitet optimierte diagnostische Konzepte, führt Daten zusammen und analysiert sie. Monatliche aktualisierte Risikoabschätzungen unterstützen Geflügelhaltende, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Vogelschützende in der Bekämpfung und Prävention vor Ort. 

FLI