Die US-amerikanische Landwirtschaft befindet sich trotz hoher staatlicher Zuschüsse in einem dramatischen Sinkflug. Wie aus dem aktuellen Februarbericht 2026 des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) hervorgeht, wird sich das Netto-Landwirtschaftseinkommen im laufenden Jahr um 0,7 % verringern. Als Folge der fehlenden Einnahmen verschulden sich immer mehr Landwirt:innen bzw. gehen in die Insolvenz. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters reichten die rekordverdächtigen staatlichen Zahlungen, die voraussichtlich fast 29 % des Gewinns der Erzeuger:innen ausmachen werden, nicht aus. Als Grund werden niedrige Erzeugerpreise und steigende Kosten genannt.
In einem offenen Brief haben ehemalige USDA-Beamt:innen sowie führende Vertreter:innen von Agrarverbänden nun vor einem Zusammenbruch der amerikanischen Landwirtschaft gewarnt. Darin wird die Bestürzung über den „Schaden, der den amerikanischen Landwirten zugefügt wurde“, zum Ausdruck gebracht. Es gebe zwar viele Gründe für die steigenden Insolvenzen in der Landwirtschaft und die sinkenden Gewinne, doch „es ist klar, dass die Maßnahmen der aktuellen Regierung, zusammen mit der Untätigkeit des Kongresses, die Kosten für Betriebsmittel erhöht, die ausländischen und inländischen Märkte gestört, der Landwirtschaft einen verlässlichen Arbeitskräftepool entzogen und wichtige Agrarforschung und -personal gekürzt haben“, heißt es weiter in dem Brief.
Um die sinkenden Erzeugerpreise und die hohen Betriebskosten abzufedern, sei nach Meinung der Verfasser:innen möglicherweise noch mehr staatliche Unterstützung nötig. Auch müsse verhindert werden, dass die Landwirt:innen sich weiter verschulden. Als Konsequenz fordern die Unterzeichner:innen, dass der Kongress die Zölle für den Agrarsektor senkt und die internationalen Märkte erweitert sowie ein neues Landwirtschaftsgesetz verabschiedet und die Finanzierung von Agrarforschung und -personal wiederherstellt.
„Unsere Landwirte und Viehzüchter können international konkurrenzfähig sein, aber nicht unter den gegebenen chaotischen politischen Bedingungen“, betont Jon Doggett, ehemaliger Geschäftsführer des US-amerikanischen Maiszüchterverbands (National Corn Growers Association).




