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Detailnews

Wissensvermittlung zum Thema Igel & Co

30.09.2022

Immer häufiger kommt es zu Konflikten und Interaktionen zwischen Menschen und Wildtieren. Grund dafür ist die wachsende Urbanisierung, was zu weniger Rückzugsräumen für die Wildtiere führt. Leider bringt das auch mit sich, dass häufig junge Igel oder Vögel wohlmeinend „gerettet“ werden, da sie als vermeintlich verwaist betrachtet werden. Um mehr Aufklärung bemüht sich das Projekt „Der Ruf der Wildnis? Mensch und Wildtier in urbaner Umgebung – Interaktionen und (un)gewünschte Folgen“ der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo), die Online-Diskussionsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen anbieten. Am 12. Oktober wird Prof. Dr. Peter Kunzmann, Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der TiHo, ethische Überlegungen zum Umgang mit heimischen Wildtieren vortragen. Am 18. Oktober 2022 wird Karolin Schütte, Tierärztin im aktion tier Igelzentrum Niedersachsen / Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, in einem Webinar über die gesetzlichen Vorschriften und Auflagen
informieren, die für den Betrieb einer Igelstation zu beachten sind. Neben Informationen zum Artenschutz und rechtlichen Aspekten werden den TeilnehmerInnen zudem die Voraussetzung zum Betrieb einer Igelstation als tierheimähnliche Einrichtung vorgestellt. Weiter werden die biologischen Grundlagen und Besonderheiten des Europäischen Braunbrustigels präsentiert und was dies für die ordentliche Unterbringung des Igels bedeutet. Auf Myvetlearn.de steht TierärztInnen die Online-Fortbildung „Igel als Patienten in der Tierarztpraxis“ zur Verfügung. Hier lernen die KursteilnehmerInnen die Besonderheiten des vermutlich am häufigsten in der Praxis vorgestellten Wildsäugers kennen, um ihm in Behandlung und Diagnostik gerecht werden zu können. Der zweite Kursteil widmet sich anhand von Fallbeispielen der Diagnostik und Therapie internistischen und chirurgischen Problemen sowie Infektionskrankheiten (Parasitosen, Zoonosen). Bestandteil dieses Kursteils sind auch zur Verfügung stehende Arzneimittel sowie entsprechende Dosierungsempfehlungen. Der letzte Teil befasst sich mit Igeln als Heimtieren. Wer an den Vorträgen von Prof. Kunzmann Gefallen findet, ist bei der Futura.Vet am 16.2.2023 richtig, wo er über das “Mensch-Tier-Verhältnis aus der philosophischen und historischen Sicht und in Zukunft” sprechen wird.

30.09.2022: Flohprophylaxe bei jungen Hunden besonders wichtig

Heranwachsende Hunde und Welpen sind sehr anfällig für Flöhe. Grund dafür sind die häufigen Sozialkontakte, ausgiebiges Toben auf der Wiese oder in der Welpen-Spielgruppe sowie Kuscheln mit Artgenossen. Besonders wohl fühlen sich die blutgierigen Parasiten im warmen Umfeld der Wurfkiste, wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) mitteilt. In den meisten Fällen befallen Katzenflöhe (Ctenocephalides felis) die Junghunde. Um eine Ausbreitung des Flohbefalls zu verhindern, sind eine Prophylaxe und individuelle Behandlung daher besonders wichtig, denn Flöhe können zudem andere Erreger oder Parasiten wie Bandwürmer übertragen. Ein Befall äußert sich durch Symptome wie allgemeine Unruhe, ein vermehrtes Kratzen oder Benagen von Körperstellen sowie Hautrötungen, Papeln und glanzloses Fell.
Lassen sich beim Bürsten mit einem speziellen Floh-Kamm schwarze oder braune Kotkrümel auf den Zinken entdecken, die sich beim Verreiben auf einem feinen feuchten Tuch rot färben, empfiehlt sich eine sofortige Behandlung. Neben einer Gabe wirksamer Präparate sollten HundehalterInnen unbedingt auch die Umgebung des Tieres (Decken, Spielsachen, Teppiche) behandeln, um die hartnäckigen Parasiten langfristig loszuwerden. Besonders bei jungen Hunden sowie bei trächtigen oder laktierenden Hündinnen sollte der Behandlungsplan und welches Präparat geeignet ist, genau mit der Tierarztpraxis abgesprochen werden. Es wird eine individuelle Behandlungsempfehlung ausgesprochen und zu einer wirksamen Behandlung und Prophylaxe beraten. Um einen erneuten Befall zu verhindern, sollte das Tier regelmäßig behandelt werden.

30.09.2022: bpt-Kongress 2022 wieder in Präsenz

Nach zwei Jahren als reine Digital-Veranstaltung wird der bpt- Kongress in diesem Jahr wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden. Vom 17. bis 19. November 2022 haben praktizierende Tierärztinnen und Tierärzten in Hannover die Möglichkeit, sich vor Ort bei einem breit gefächerten Fortbildungsprogramm, das bereits am Donnerstag beginnt, in Workshops und Seminaren fortzubilden und spannende Fachgespräche mit KollegInnen zu führen. Eine Online-Übertragung und Aufzeichnung des Hauptvortragsprogramms und der berufspolitischen Veranstaltung finden zusätzlich statt. Die Aufzeichnungen stehen nach dem Kongress noch bis zum 11. Dezember 2022 zur Verfügung. So können Themen nachgearbeitet oder wiederholt und verpasste Vorträge nachträglich angesehen werden. Das Fortbildungsprogramm umfasst wie gewohnt berufspolitische Themen wie z.B. die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen und des Fachkräftemangels, das Praxismanagement und tierartbezogene Fachvorträge sowie ganz praktische interaktive Seminare und Round Tables. Im Format „Meet the Expert“ stehen
Referenten zum Anfassen in den Themenbereichen Kleintier- und Rindermedizin sowie für die Praxisführung Rede und Antwort und kümmern sich ganz persönlich um Ihre Detailfragen. Am zweiten Kongresstag können BerufseinsteigerInnen und Studierende mehr über Selbständigkeit, Gehaltsverhandlungen und den Berufseinstieg erfahren. Dieser Tag ist für angemeldete Studierende kostenfrei. Tiermedizinische Fachangestellte haben am Samstag ihren eigenen Fortbildungsteil. Last but not least können die KongressbesucherInnen beim legendären Get Together in der Münchner Halle endlich wieder gemeinsam feiern, ganz ungezwungen alte und neue Kontakte pflegen und dabei vielleicht sogar zukünftige neue MitarbeiterInnen oder Chefs kennenlernen. Zur parallel stattfindenden EuroTier mit dem Motto „Transforming Animal Farming“ werden themenbezogene Führungen sowohl für Kleintierpraktiker als auch Studierende und vor allem natürlich Nutztierpraktiker angeboten. Der eigenständige Besuch der EuroTier wie auch der Kongress-Fachmesse ist ganz einfach mit dem Konferenzticket möglich.

29.09.2022: Gewinner für den Preis der Tiergesundheit 2022 stehen fest

Bereits zum dritten Mal hat MSD Tiergesundheit den Preis der Tiergesundheit ausgeschrieben. Für die diesjährigen Preise haben sich mehr als 100 Betriebe aus Deutschland und Österreich mit ihren innovativen Ideen und Konzepten beworben. Nach intensiver Diskussion stehen die Gewinner der jeweiligen Kategorien fest. Am 26. November 2022 wird das Unternehmen die jeweils besten drei Betriebe in den Kategorien „Fruchtbarkeit von Milchkühen“, „Innovationen in der Schweinemast“ und „Tiergesundheit
in der Legehennenhaltung“ verkünden. Erstmals konnte sich auch ein Betrieb aus Österreich neben den Betrieben aus Deutschland mit seinem innovativen Konzept durchsetzen. „Auch dieses Jahr war das Niveau sehr hoch. Es ist der Experten-Jury nicht leicht gefallen, die Gewinnerbetriebe auszuwählen. Wir freuen uns sehr, die Siegerinnen und Sieger bald persönlich in München auszeichnen zu dürfen“, erklärt Kerstin Fiebig, Lead Market Access & Food Chain Outreach. Das Preisgeld hat eine Gesamthöhe von 96.000 Euro.

29.09.2022: Erneuter Geflügelpest-Ausbruch im Emsland

Im Emsland ist ein weiterer Ausbruch der Geflügelpest mit dem hochpathogenen Influenzavirus H5N1 nachgewiesen worden. Betroffen ist ein Betrieb in der Gemeinde Surwold (Samtgemeinde Nordhümmling) mit mehr als 700 Gänsen, rund 750 Enten sowie ca. 600 Masthähnchen. Die Tötung aller Tiere des Betriebes ist angeordnet worden. Am 30. September 2022 tritt zudem eine Allgemeinverfügung mit präventiven Maßnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Tierseuche in Kraft, die der Landkreis erlassen hat. Diese beinhaltet die Einrichtung einer Schutzzone rund 3 km um den Ausbruchsbetrieb und einer Überwachungszone mit einem Radius von 10 km um den betroffenen Betrieb. In der Schutzzone liegen
sieben gewerbliche Betriebe mit mehr als 190.000 Stück Geflügel und 23 Hobbyhaltungen mit insgesamt 415 Stück Geflügel. Ein weiterer HPAI- Ausbruch wurde aus den Niederlanden gemeldet, sodass auch im Bereich der Stadt Haren (Ems) eine Überwachungszone eingerichtet werden musste. In der Schutzzone und der Überwachungszone ist jeglicher Transport von lebendem Geflügel und von Eiern verboten. Ebenfalls wurde die Teilausstallung für Geflügel untersagt. Um einer Virusverschleppung aus infizierten Beständen vorzubeugen, sind die genannten Maßnahmen konsequent durchzuführen. Zuletzt hatte es im Landkreis Emsland Anfang September 2022 einen Geflügelpestausbruch in der Gemeinde Twist gegeben.

29.09.2022: Regelmäßig Tollwut-Impfschutz kontrollieren

Anlässlich des Welttollwuttages (28. September 2022) warnen TierärztInnen erneut vor der lebensgefährlichen Infektionskrankheit. Auch wenn immer mehr Länder als „Frei von Tollwut“ gelten, unter anderem auch Deutschland und Österreich, sterben jedes Jahr noch immer 55.000 Menschen an Tollwut. Da die Infektionen fast ausschließlich durch den Biss eines tollwutinfizierten Hundes ausgelöst werden, warnen ExpertInnen besonders vor dem illegalen Welpenhandel, der ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier birgt. „Wir TierärztInnen warnen immer wieder vor der Verbringung von Hunden aus Ländern mit Tollwut. Zu den Tollwutgebieten zählen leider immer noch beliebte Reiseländer wie die Türkei, einige Balkan-Staaten sowie die Baltischen Staaten. Zudem stellt der illegale Welpenhandel ein großes Problem dar. Ein tollwutinfiziertes nicht geimpftes Tier ins Land zu bringen, stellt ein erhöhtes Risiko dar“, erklärt Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK). „Tollwutgefahr durch illegalen Welpenhandel ist stets gegeben – das wurde uns erst vergangenes Jahr durch den Fall in Bremen vor
Augen geführt. Hinter den Anzeigen auf unregulierten Online-Plattformen verbergen sich nicht nur tierquälerische Zustände, sondern auch ernsthafte Gesundheitsrisiken für Menschen“, schließt sich Karina Omelyanovskaya, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN, der Warnung an. „Um Gesundheitsrisiken einzugrenzen und immenses Tierleid zu verhindern, muss der illegale Welpenhandel gestoppt werden. Dafür müssen Online-Plattformen, die Hauptverkaufskanäle für illegale Welpenhändlerinnen und Welpenhändler, endlich entsprechend reguliert werden: Wir fordern die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich umzusetzen und Gesetze für den Online-Handel mit Tieren einzuführen“, so Omelyanovskaya. Erst ab der zwölften Woche können Welpen wirksam gegen Tollwut geimpft werden. Der Schutz setzt allerdings erst drei Wochen nach der ersten Impfung ein. Doch geschmuggelte Welpen aus illegalem Handel sind meist viel zu jung für die Schutzimpfung. TierärztInnen empfehlen daher, den Impfschutz des Hundes regelmäßig auffrischen zu lassen.

29.09.2022: VÖK-Tierschutzpreis erstmals verliehen

Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Vereinigung Österreichischer Kleintiermediziner (VÖK) in Salzburg ist Karina Schöll mit dem VÖK-Tierschutzpreis ausgezeichnet worden. Der von Andrea und Walter Hohl gestiftete Preis für wissenschaftliche Arbeiten zur Bekämpfung der Qualzucht wurde zum ersten Mal verliehen. Die Preisträgerin erhielt die Auszeichnung für ihre Arbeit „Qualzuchtmerkmale bei der Katze und deren Bewertung unter tierschutzrechtlichen Aspekten“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Mit diesem Preis, der auch in den nächsten Jahren vergeben werden soll, sollen WissenschaftlerInnen und Projekte gfördert werden, die sich mit der Bekämpfung der Qual- und Defektzucht bei Hunden und Katzen tierärztlich befasst. Familie Hohl ist Besitzer einer Französischen Bulldogge, die bereits im Welpenalter schwer krank wurde und operiert werden musste, um überhaupt überleben zu können.
Seitdem engagiert sich das Ehepaar Hohl, um zukünftige Hundebesitzer aufzuklären und vor allen Dingen die Zucht solcher u.a. unter schwerer Atemnot leidenden Hunde zu bekämpfen. Unter anderem erstattete Walter Hohl Anzeige wegen Verstoßes gegen das Ausstellungsverbot gegen Aussteller, Zuchtrichter und den Ausstellungsveranstalter der Internationalen Hundeausstellung in Tulln 2021. „Wir erhoffen uns von den Anzeigen ein massives Signal, dass künftig nicht mehr über die Ausstellung von qualzuchtbetroffenen Tieren hinweggeschaut wird. Wichtig ist, dass ein Hund gesund ist und sich des Lebens freuen kann – wie er ausschaut, ist dagegen unwichtig“, so Walter Hohl. In Deutschland gilt seit dem 1.9.2022 ein Ausstellungsverbot für Qualzuchten. Im kommenden Jahr wird es bei Vetion.de eine Fortbildungsreihe zu dem Thema Qualzuchtmerkmale und Ausstellungsverbot geben.

28.09.2022: Zukunftskommission Landwirtschaft nimmt Arbeit wieder auf

Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) ist der Bitte des Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir nachgekommen und hat ihre Weiterarbeit aufgenommen. Um die dringend notwendige Transformation des Agrar- und Ernährungssystems voranzutreiben, wird das Gremium als Forum des Interessenausgleichs fortgeführt werden. „Die Zukunftskommission Landwirtschaft bringt verschiedene Interessen an einen Tisch und genau das ist notwendig, um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die in der Umsetzung ihrer Empfehlungen steckt, mit anzugehen. Der Konsens, den Landwirtschaft, Wirtschaft und Verbraucher, Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie die Wissenschaft gefunden haben, ist ein Wert, den es zu bewahren und zu mehren gilt”, betont ZKL-Vorsitzender Prof. Peter Strohschneider. „Die Zukunftskommission Landwirtschaft hat bereits Historisches geleistet, wenn es darum geht, scheinbar unendlich große
Gräben und Widersprüche zu überwinden. Es ist daher eine gute Nachricht für die Landwirtschaft, die Natur und das Klima, dass die Mitglieder der ZKL unter Vorsitz von Professor Strohschneider zusammen weiterarbeiten. Ich sehe meine Aufgabe darin, partnerschaftlich die politischen Voraussetzungen für ein zukunftsfestes Agrar- und Ernährungssystem zu schaffen. Zum Wohle der Bäuerinnen und Bauern, der Tiere, des Klimas, des Bodens, des Wassers und der Artenvielfalt. Ich setze darauf, dass mir die Zukunftskommission Landwirtschaft auch in Zukunft mit ihrer Erfahrung konstruktiv und kritisch zur Seite steht. Jetzt, da es darum geht, konkret zu gestalten, ist die geballte Expertise der ZKL als Forum des Interessenausgleichs in Zeiten der Transformation zur Schaffung einer krisenfesten und nachhaltigen Landwirtschaft besonders wertvoll“, erklärte Özdemir abschließend.

28.09.2022: Zu viele Kälber in den Aufzuchtsbetrieben

In den meisten Rinderaufzuchtsbetrieben werden zu viele weibliche Tiere aufgezogen, was neben unnötiger Arbeit auch hohe Kosten verursacht. Die Aufzuchtskosten werden nur in seltenen Fällen von den Erträgen gedeckt. Um diese zu vermeiden, bieten sich eine verlängerte Zwischenkalbezeit sowie der Einsatz von gesextem Sperma an, welches nach dem X- und Y-Chromosom getrennt wurde. So könnten die HalterInnen aus den besten Kühen die beste Nachzucht ziehen. Auch im Hinblick auf
die Regelung ab 2023, wenn Kälber erst mit vier Wochen vom Hof verbracht werden dürfen, würde sich der Einsatz von Fleischbullen lohnen, um einen guten Preis für die Kälber zu erhalten. Besonders für Kühe, die mit 30 kg Milch und mehr trockengestellt werden, spräche die Verlängerung der Zwischenkalbezeit, um insgesamt weniger Kälber auf den Betrieben zu erzeugen. Ein Gegenargument ist, dass Kühe verfetten und dann Stoffwechselprobleme nach dem Kalben bekommen können.

28.09.2022: Lebensmittelverschwendung stoppen

Allein in Deutschland werden jedes Jahr über 11 Tonnen Lebensmittel verschwendet. Angesichts der Arbeit und der Ressourcen, die in den Produkten stecken, aber auch der Millionen von Menschen, die auf der ganzen Welt an Hunger leiden, muss diese Verschwendung schnellstens gestoppt werden, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert. „Geringe Wertschätzung und Verschwendung hier, Armut und Hunger dort. So können wir nicht weitermachen. Lebensmittel werden in vielen Weltregionen knapper. Angesichts ausgefallener Getreideexporte aus der Ukraine haben zudem Spekulationen zugenommen, zwischenzeitlich sind auch die Preise massiv gestiegen. Während weltweit Menschen Schwierigkeiten haben, sich tagtäglich ausreichend zu versorgen, landet weiterhin ein Großteil unserer Getreideernte im Trog statt auf dem Teller. Gleichzeitig werden in unserer Überflussgesellschaft, die jederzeit große Auswahl für selbstverständlich hält, Lebensmittel in großen Mengen in der Mülltonne entsorgt“, konstatiert BUND-Vorsitzender Olaf Bandt anlässlich des am 29. September stattfindenden Tags gegen die Lebensmittelverschwendung. Ein weiterer Nachteil bei den Unmengen an verschwendeten Lebensmitteln sei die massive Umweltbelastung, denn mehr als 38 Millionen Tonnen Treibhausgase entstehen dadurch zusätzlich.
Zudem würden für den Anbau von Lebensmitteln, die im Müll landen, weltweit gut 43.000 Quadratkilometer landwirtschaftlicher Fläche vergeudet sowie 216 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Wichtig sei laut BUND besonders die Aufklärung der Bevölkerung, die ebenso wie die Politik einen Beitrag leisten könne. Noch genießbare Lebensmittel werden viel zu häufig weggeworfen, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder überschritten ist. „Der BUND spricht sich für ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung aus. Dieses sollte die gesamte Produktionskette inklusive des landwirtschaftlichen Produktionssystems in den Blick nehmen. Damit künftig nur Nahrung produziert wird, die natürliche Ressourcen schont – und am Ende auch wirklich gegessen wird. Damit in Zukunft gilt: Weniger in die Tonne, besseres Klima“, so Bandt. Unter dem Motto “Deutschland rettet Lebensmittel!” findet die diesjährige Aktionswoche vom 29.09. bis 06.10.2022 statt. In diesem Jahr stehen die privaten Haushalte im Zentrum. Gemeinsam mit den Bundesländern und weiteren PartnerInnen ist die bundesweite Aktionswoche eine Plattform für zahlreiche Aktionen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung. Alle, die sich für mehr Lebensmittelwertschätzung einsetzen wollen, sind herzlich willkommen, sich an der Aktionswoche zu beteiligen.

27.09.2022: Mars wirbt für mehr Hundeadoptionen aus Tierheimen

Seit dem Jahr 1931 wird der Welttierschutztag jährlich am 4. Oktober begangen und trägt erheblich zur Verbreitung des Tierschutzgedankens bei. Anlässlich dieses besonderen Tages ruft der Deutsche Tierschutzbund das Leitmotto „Tierheime am Limit“ aus. Die Tierheime in ganz Deutschland stehen seit Beginn der Corona-Pandemie und letztlich wegen der enorm steigenden Kosten aufgrund des Krieges in der Ukraine unter großem Druck. Immer mehr Aufnahmestopps müssen verhängt werden, da viele, besonders betreuungsintensive Tiere in den Heimen landen. Laut einer aktuellen Umfrage unter 500 TierhalterInnen in Österreich planen zwar viele potentielle Neu-BesitzerInnen, ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren, doch lediglich ein Drittel der potenziellen Tiereltern setzt ihr ursprüngliches Vorhaben auch um. Die Entscheidung gegen ein Tierheimtier basiert jedoch meist auf Irrtümern oder falschen Vorstellungen. Die häufigsten Entscheidungsgründe gegen ein Tierheimtier waren Bedenken hinsichtlich der Vergangenheit des Hundes (43 %), der Wunsch nach einem Welpen oder jungen Hund (29 %), der Wunsch nach einer bestimmten Rasse (27 %) sowie die Sorge, wie gut ein Hund aus einem Tierheim sozialisiert und erzogen werden kann (27 %). Darüber hinaus besteht bei den meisten Menschen die Annahme, dass für ein Tier aus dem Tierheim keine Kosten anfallen.
Eine Vergabegebühr liegt jedoch je nach Tier zwischen 10 und 500 Euro. „Diese Kosten ergeben sich dadurch, dass unsere Tiere nur geimpft, gechipt, registriert, tierärztlich untersucht, entwurmt und entfloht sowie kastriert vermittelt werden. Bei Hunden, die noch zu jung für die Kastration sind, wird bei der Vermittlung ein Kastrationsgutschein von unserer hauseigenen Ordination ausgestellt. Somit bringt das Tier schon sehr viel Dinge mit, die den zukünftigen Tiereltern sehr viele Kosten ersparen”, klärt Jonas von Einem von Tierschutz Austria auf. Mars Austria und Tierschutz Austria haben sich daher das Ziel gesetzt, über Tierheimtiere vermehrt aufzuklären, um dieser auffällig großen “Adoptionslücke” bei Hunden entgegenzuwirken. „Bei Mars verfolgen wir das Ziel, eine bessere Welt für Haustiere zu schaffen. Wir möchten, dass jedes Tier ein glückliches und artgerechtes Leben führen kann und mit Menschen zusammenleben darf, die liebevoll und verantwortungsbewusst für es sorgen. Seit Jahren unterstützen wir Tierschutzeinrichtungen mit Sach- und Futterspenden, um eine artgerechte Versorgung der Tiere im Tierheim zu gewährleisten. Darüber hinaus wollen wir aber auch dazu beitragen, die Adoptionsquote zu verbessern damit mehr Tiere ein neues, liebevolles Zuhause bekommen – etwa durch Information und Aufklärung gemeinsam mit Tierschutz Austria“, erklärt Hendrik De Jong, General Manager Mars Austria.

27.09.2022: Fütterungsbedingte Ferkelverluste in der Transitphase

Die Transitphase ist die Zeit rund um die Geburt, die wegweisend für die Gesundheit der Ferkel ist. Schleppende Geburtsverläufe bzw. Milchmangel können u.a. auf zu hohe Calciumgehalte im Futter zurückzuführen sein. Eine unzureichende Milchversorgung kann Entwicklungsstörungen und letztlich höhere Verluste und eine reduzierte Gewichtszunahme zur Folge haben. Auch sollte der Faserzusammensetzung im Sauenfutter mehr Beachtung geschenkt werden, da ein rohfaserarmes Futter bei hochtragenden Sauen neben Verstopfung und Entzündungsreaktionen eine mangelhafte Nährstoffversorgung der
Früchte in der Endphase verursachen kann. Dies wird auch als metabolisches Stress-Syndrom bezeichnet. Fütterungsfehler bei den Sauen insbesondere im Zeitraum rund um die Geburt können zudem zu erheblichen Problemen bei den neugeborenen Ferkeln führen. Ein Anstieg der Todgeburten kann die Folge sein. Demnach sollten Fütterungsfehler bei Muttersauen unbedingt vermieden werden. Geeignet sind Futtermittel wie Zuckerrübenschnitzel, Sojabohnenschalen, Haferkleie oder Luzerne, die hohe Gehalte an löslicher Faser besitzen, was die Darmpassage deutlich beschleunigt und somit Verstopfungen der Sau vorbeugt.

27.09.2022: Vietnam setzt Impfung gegen ASP fort

Erst vor wenigen Wochen hat Vietnam Probleme bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die weltweit grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) gemeldet. Nach der Verabreichung erster kommerzieller Impfungen waren viele der geimpften Tiere verstorben. Dazu sei es abr nur durch den unkontrollierten Einsatz des Impfstoffes gekommen, der nicht den Richtlinien bzw. den Anwendungshinweisen entsprochen
hätte. Entsprechend strenger sollen nun die Anwendungskontrollen ausfallen. Inzwischen seien rund 21.000 Schweine aus 20 Betrieben mit dem Impfstoff kontrolliert geimpft worden. Bis auf leichtes Fieber bei einigen Tieren, seien keine Nebenwirkungen zu beobachten gewesen. Nun sollen rund 600.000 weitere Schweine gegen die ASP geimpft werden, so die Regierung.

ZDG fordert schnelle Impfstoffentwicklung gegen Geflügelpest

26.09.2022

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) hat die EU-Kommission aufgefordert, die Entwicklung einer Impfung gegen die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) voranzutreiben. Schon vor Beginn der Vogelzüge wurden so viele Geflügelpest-Ausbrüche wie nie zuvor gemeldet, sodass befürchtet werden muss, dass die HPAI endemisch geworden ist. Während in Ländern außerhalb Europas bereits gegen die Geflügelpest geimpft wird, steht eine solche aktuell in Europa nicht zur Verfügung, was die Existenz der GeflügelhalterInnen noch mehr gefährdet. Die EU-Kommission hat den Ernst der Lage inzwischen auch erfasst und will Impfungen gegen die Geflügelpest ermöglichen. Die Tierseuchengesetzgebung wird dahingehend bereits überarbeitet. „Das ist ein gutes Zeichen für unsere Tierhalter, die mit massiven Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen heute bereits alles dafür tun, ihre Bestände zu schützen.
Die veränderte endemische Lage zeigt, dass wir zusätzlich schnellstmöglich eine Impfung brauchen! Das gebietet auch der Tierschutz, weil sonst tausende Tiere zwangsweise getötet werden müssen”, fordert Friedrich-Otto Ripke. Der ZDG-Präsident mahnt zudem die Prüfung der Möglichkeit an, Impfstoffe zu importieren. „Bei all unseren Anstrengungen, der Aviären Influenza mit wirksamen Maßnahmen zu begegnen, dürfen wir eines nicht vergessen: Es geht am Ende auch um den Erhalt der Versorgungssicherheit der deutschen Bevölkerung mit gesunden, preiswerten und stark nachgefragten Lebensmitteln wie Eiern und Geflügelfleisch. Wenn infolge einer Mangellage die Importe von Eiern und Geflügelfleisch aus Ländern mit deutlich niedrigen Tierwohl- und Nachhaltigkeitsstandards zunehmen, kann das nicht im gemeinsamen Interesse von Verbrauchern, Politik und Geflügelwirtschaft sein”, betont Ripke abschließend.

26.09.2022: Metalle gegen Resistenzen bei Bakterien und Pilzen

Noch immer sterben jährlich mehr als 1,5 Millionen Menschen weltweit an einer Pilzinfektion. Denn wie auch bei Bakterien kann bei zahlreichen Pilzsträngen die Entwicklung von Resistenzen gegen verfügbare Medikamente beobachtet werden. Die Entwicklung von neuen Medikamenten ist hingegen in den vergangenen Jahren beinahe zum Stillstand gekommen. Die Community for Open Antimicrobial Drug Discovery, kurz CO-ADD, wurde daher von WissenschaftlerInnen der University of Queensland in Australien gegründet, um neue antimikrobielle Wirkstoffe zu finden. Die Initiative zielt darauf ab, dass ChemikerInnen auf der ganzen Welt jegliche chemische Verbindungen kostenfrei gegen Bakterien und Pilze testen können. Mit einer neuen Studie konnten Forschende der Universitäten Bern und Queensland nun belegen, dass bestimmte Metallverbindungen eine Aktivität gegen Pilzinfektionen zeigen. So wurden 21 hochaktive Metallverbindungen gegen verschiede resistente Pilzstränge getestet. „Viele der Metallverbindungen zeigten gute Aktivität gegen alle Stränge und wirkten bis zu 30.000 mal aktiver gegen Pilze als gegen menschliche Zellen“, erklärt Dr. Angelo Frei
vom Departement für Chemie, Biochemie und Pharmazie der Universität Bern. Die aktivsten Verbindungen wurden schließlich in einem Modellorganismus, den Larven der Wachsmotte, getestet. Dabei konnten die Forschenden beobachten, dass nur eine der elf getesteten Metallverbindungen Anzeichen von Toxizität zeigte, während die anderen von den Larven gut toleriert wurden. Im nächsten Schritt wurden einige Metallverbindungen in einem Infektionsmodell getestet, wobei eine Verbindung effektiv die Pilzinfektion in Larven reduzieren konnte. Auch wenn Metallverbindungen beispielsweise in der Krebsmedizin häufig zum Einsatz kommen, sei es noch ein weiter Weg, bis neue antimikrobielle metallhaltige Medikamente zugelassen werden könnten, so Frei. „Unsere Hoffnung ist, dass unsere Arbeit den Ruf von Metallen in der medizinischen Anwendung verbessert und andere Forschungsgruppen motiviert, dieses große, aber noch relativ unerforschte Feld weiter zu erkunden“, so der Forscher. „Wenn wir das volle Potenzial des Periodensystems ausschöpfen, können wir möglicherweise verhindern, dass wir bald ohne effektive Antibiotika und Wirkstoffe gegen Pilze dastehen.“

26.09.2022: BMEL unterstützt Tierheime mit 5 Millionen Euro

Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben enorme Belastungen für die Tierheime mit sich gebracht. Die aktuellen Mehrbelastungen sind auf die vielen Haustiere zurückzuführen, die von den geflüchteten UkrainerInnen mit nach Deutschland gebracht worden sind und nicht mit in die Unterkünfte genommen werden durften. Daher hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beschlossen, die Tierheime mit finanziellen Zuschüssen in Höhe von fünf Millionen Euro zu unterstützen. Zwischen dem 27. September und dem 1. November 2022 haben die Einrichtungen die Möglichkeit, einen entsprechenden
Antrag auf Zuschuss zu stellen. Gefördert werden Ausgaben zum Beispiel für Unterbringung, medizinische Versorgung, Impfungen sowie notwendige Quarantänemaßnahmen. „Damit das Geld jetzt schnell abgerufen wird, haben wir die Tierschutzverbände gezielt angeschrieben. Ich bin beeindruckt von dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeitenden in den Tierheimen und bedanke mich sehr für ihr Engagement”, erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Je Tierheim wird einmalig ein nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt, der entweder als einheitlicher Zuschuss von 7.500 Euro je Tierheim oder auf Ausgabenbasis ausgezahlt wird.

26.09.2022: Effekte von tiergestützten Therapien

Bei tiergestützten Therapien definiert der/die TherapeutIn oder PädagogIn konkrete spezifische Therapieziele, im Unterschied zu tiergestützten Aktivitäten ohne Zielsetzung wie etwa Alpakawanderungen. Von tiergestützter Intervention (TGI) spricht man bereits, wenn der positive Einfluss von Tieren auf den Menschen bewusst eingesetzt wird. Grundsätzlich können Kinder vom Kontakt zu Tieren profitieren, in bestimmten Fällen können Tiere auch für Therapiezwecke eingesetzt werden, allerdings können sie nie eine andere Therapieform ersetzen. Weit verbreitet sind bereits Hundetherapien bei posttraumatischen Belastungsstörungen,
Autismus oder bei Angststörungen. Der Kontakt mit dem Hund führt kurzfristig zu positiven Veränderungen des Verhaltens, wirkt stressreduzierend und verstärkt die positiven Emotionen des Kindes. Aber auch Pferde werden vermehrt eingesetzt, z.B. bei neurologischen und muskulären Erkrankungen. Die vom Pferd verursachten Bewegungsimpulse verbessern das Gleichgewicht, Spastiken und Reflexe, weiß Psychologin Mandy Weber von der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung an der TU Dresden. Um die Mensch-Tier-Beziehung sowie “Tiere im sozialen Einsatz – Nutzen für Mensch und Tier?” geht es auch bei der FuturaVet am 16.2.2023.

23.09.2022: Pelztierzucht ab 2028 in Lettland verboten

In Lettland wird die Pelztierzucht zum Jahr 2028 verboten. Darauf einigte sich am vergangenen Donnerstag das lettische Parlament. Bereits 2017 hatte sich die Pelztierzucht in Lettland von mehr als 600.000 auf aktuell weniger als 300.000 Tiere halbiert. Tierschutzorganisationen wie VIER PFOTEN setzen sich seit Jahren für ein solches EU-weites Verbot der Haltung und Tötung von Tieren zum „alleinigen oder hauptsächlichen Zweck der Pelzgewinnung sowie des Inverkehrbringens von Zuchttierfellen und Fellprodukten“ ein. Bislang wurde
diese Forderung nur von 15 EU-Staaten erfüllt. In Deutschland gibt es zwar praktisch aufgrund sehr hoher Haltungsanforderungen keine Pelztierzucht mehr, gesetzlich verboten ist sie jedoch nicht. „Pelztierzucht ist nicht mehr zeitgemäß, immer mit enormer Tierquälerei verbunden und stellt ein hohes Gesundheitsrisiko für Menschen dar. Die Corona-Pandemie, in der sich das Virus auch auf etlichen Nerzfarmen ausbreitete, ist ein mahnendes Beispiel dafür”, sagt Thomas Pietsch, Leiter des Bereichs Wildtiere in der Textilindustrie bei VIER PFOTEN.

23.09.2022: Vegane Ersatzprodukte massiv unter Druck

Seit Monaten geht es für den Hafermilchproduzenten Oatly und für den Laborfleischhersteller Beyond Meat an der Börse steil bergab. So verlor Oatly seit dem vorigen Herbst 80 % seines Börsenwerts, Beyond Meat sogar 85 %. Denn im Vergleich zu den konventionellen Produkten sind die pflanzlichen Ersatzprodukte noch immer teuer und zu Zeiten, in denen die VerbraucherInnen durch hohe Energiekosten und steigende Inflation gebeutelt sind, wird der hohe Preis
zum Problem. Um die Zukunft der Ernährung – Fleisch und Milch aus dem Labor als Gamechanger, geht es auch in dem Vortrag von Prof. Dr. Nick Lin-Hi im Rahmen des interdisziplinären Kongressformates FuturaVet, da der Fleischkonsum zum einen maßgeblich durch die Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung beeinflusst wird, der Konsum von Fleisch sich jedoch auch auf die Nutztierhaltung und somit auch auf die Arbeit der NutztierärztInnen in Deutschland auswirken wird.

23.09.2022: Interferontherapie kann schweren Covid-19-Verlauf verhindern

ForscherInnen der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg gehen davon aus, dass ein altersabhängiger Mangel an antiviralen Interferonproteinen vom Typ-I- und Typ-II wesentlich zu einem schweren Covid-19-Verlauf bei älteren Menschen beiträgt. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent der SARS-CoV-2-bedingten Todesfälle auf Defekte in der Interferon-Signalübertragung zurückzuführen sind. Wie die WissenschaftlerInnen im Journal of Experimental Medicine schreiben, bilden ältere Mäuse, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, weniger Interferone. „Unsere Daten zeigen, dass eine gestörte Interferon-vermittelte Immunantwort für die hohe SARS-CoV-2-
Sterblichkeit älterer Mäuse und möglicherweise auch älterer Menschen verantwortlich sein kann”, so Studienleiter Dr. Daniel Schnepf. Bei einer Sars-CoV-2 Infektion tragen Interferone dazu bei, die Vermehrung des Virus zu stoppen und die Immunabwehr zu koordinieren. Durch die Identifizierung dieses kritischen Pathomechanismuses kann eine Behandlungsstrategie entwickelt werden, welche die Sterblichkeit durch SARS-CoV-2 in einem hochsensiblen Krankheitsmodell verhindert, denn wie der Mäuseversuch gezeigt hat, konnten die Tiere durch die Verabreichung von medikamentösen Interferonen vor einer schweren Erkrankung geschützt werden.

22.09.2022: Tipps zum Umgang mit dementen Tieren

Altersdemenz ist auch bei Haustieren ein weit verbreitetes Krankheitsbild, welches den Alltag von Tier und Mensch verändert. Demenz führt auch bei Haustieren zu Desorientierung und verwirrtem Verhalten, aber auch Änderungen im Sozialverhalten können die Folge sein. „Auch der Schlaf-Wachzyklus kann sich ändern. Der Hund ist plötzlich in der Nacht sehr aktiv, zieht sich aber tagsüber immer stärker zurück. Es kann auch sein, dass der sonst stubenreine Hund nicht mehr anzeigt, wenn er mal muss und sich
stattdessen im Wohnzimmer entleert – oder die Katze findet das Katzenklo nicht mehr“, erklärt Sarah Ross, Heimtier-Expertin bei VIER PFOTEN. Demenzpatienten sollte ein vertrautes Umfeld geboten und auf Änderungen des Lebensraums des Tieres möglichst verzichtet werden. Gleichzeitig regt Neues wie Änderungen der Spaziergehroute oder kleine Spielchen die Gehirntätigkeit an. Auch bei der FuturaVet geht es am 16. Februar 2023 um verschiedene Aspekte der Mensch-Tier-Beziehung. Jetzt Online-Ticket sichern!

22.09.2022: Proteste wegen Lumpy Skin Disease in Indien

Die Ausbreitung der Lumpy Skin Disease bei Rindern in dem indischen Bundesstaat Rajasthan sorgt für Proteste der Bevölkerung. An der Lumpy Skin Disease seien bereits knapp 60.000 Rinder verendet und sorgt hier, aber auch in anderen indischen Bundesstaaten, für hohe wirtschaftliche Verluste und steigende Preise bei Milch und Milchprodukten.
Hinzu kommt, dass Kühe für die hinduistische Mehrheitsbevölkerung Indiens heilig sind. Der örtliche Regierungschef Ashok Gehlot bat die Zentralregierung inzwischen um Impfstoffe und Medikamente, um die Tiere zu schützen und eine weitere Ausbreitung der Erkrankung, die auch die Preise für Milchprodukte steigen lässt, zu verhindern.

22.09.2022: Weiterhin zahlreiche Mängel beim Arbeitsschutz in der Fleischindustrie

In Nordrhein-Westfalen sind in der letzten Augustwoche diesen Jahres vermehrt Kontrollen in Fleischbetrieben durchgeführt worden. Dabei haben die mehr als 400 eingesetzten Kontrolleure zahlreiche Verstöße zutage gefördert. Wie das NRW-Arbeits- und das -Wirtschaftsministerium am Sonntag mitteilten, wurden in der Zeit vom 29. August bis zum 2. September 2022 insgesamt 81 Arbeitgeber in 63 Fleischbetrieben sowie 1681 Beschäftigte kontrolliert. Die Bediensteten der Zollverwaltung leiteten in
46 Fällen Verfahren ein. Zudem werden 61 Sachverhalte weiter geprüft. Hauptanliegen war dabei die Überprüfung der Einhaltung des Arbeitsschutzes. Hier wurden auch bei zwei Dritteln der überprüften Betriebe Mängel festgestellt. In 30 Fällen besteht zudem der Verdacht, dass der geltende Mindestlohn nicht gezahlt wurde. Dennoch lautet das Fazit des zuständigen Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU): “Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten in vielen Betrieben der Fleischindustrie verbessern sich allmählich.”

21.09.2022: Versuchstierstatistik in der Schweiz gestiegen

In der Schweiz werden Tierversuche nur genehmigt, wenn keine Alternativen zur Verfügung stehen. Dennoch zeigt die neue Tierversuchsstatistik, dass im Jahr 2021 rund 575.000 Tiere für Versuche eingesetzt wurden und damit drei Prozent mehr als im Vorjahr. So wurden 2021 knapp 90 Versuche mehr durchgeführt als 2020. Von den Tierversuchen im Schweregrad 3 entfallen 93 Prozent auf die Erforschung von Krankheiten beim Menschen,
davon etwa die Hälfte zu Krebs und neurologischen Krankheiten wie Demenz oder Multiple Sklerose. Der Anstieg ist seit 2018 jedoch zumindest teilweise auf durch das BLV angepasste Richtlinien zurückzuführen. In der Schweiz wird jeder einzelne beantragte Tierversuch von einer kantonalen Tierversuchskommission begutachtet. Die Forschenden müssen aufzeigen, dass der Nutzen für die Gesellschaft grösser ist als das Leiden der Tiere (Güterabwägung).

Inflation verursacht bei Vetmeduni Wien Defizit von mind. 20 Millionen Euro

21.09.2022

Der Vetmeduni Wien fehlen aufgrund stark steigender Inflation mindestens 20 Millionen Euro. Das ergab eine erste Kostenschätzung. In der derzeit geltenden Leistungsverordnung 2022-2024 mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung sind die durch die Inflation und die stark gestiegenen Energiekosten anfallenden Mehrkosten nicht abgedeckt. Zudem falle diese Kostensteigerung mit der aktuell umgesetzten Aufstockung der Studienplätze zusammen, die dabei helfen soll, dem sich immer weiter verschärfenden TierärztInnenmangel in Österreich entgegenzuwirken. „Dadurch entsteht für die Vetmeduni wie für alle Universitäten Österreichs eine sehr kritische Situation. Rückschritte und Qualitätsverluste in Forschung und Lehre drohen – mit weitreichenden Folgen“, betont Rektorin Petra Winter. „Wir brauchen die Unterstützung des Ministeriums, um die weitere Digitalisierung, die notwendige Erneuerung der Infrastruktur, die laufenden Investitionen in die zeitgemäße Ausrüstung der Forschungseinrichtungen sowie den praxisnahen Lehrbetrieb
in unseren Universitätskliniken aufrecht zu erhalten. Denn nur dann ist die internationale Akkreditierung unserer Ausbildung für unsere Absolventinnen und Absolventen auch in Zukunft gewährleistet“, ergänzt Manuela Raith, Vizerektorin für Ressourcen und Digitalisierung. Die Vetmeduni Wien ist die einzige veterinärmedizinische Bildungs- und Forschungsstätte Österreichs. Jedes Jahr zum Wintersemester beginnen dort Anfang Oktober etwa 200 NachwuchstierärztInnen mit dem Diplomstudium Veterinärmedizin. Seit diesem Jahr wurde diese Zahl um 20 Studienplätze auf 223 aufgestockt. „Alle diese jungen Menschen wollen sich nach dem Ende ihrer Ausbildung um One Health und damit um die Gesundheit von Tier, Mensch und Umwelt kümmern. Egal ob sie das als Tierärztin oder Tierarzt in der Praxis oder als Forschende im Labor machen werden: Ihre Expertise wird für die Gesundheit von Nutz- und Heimtieren, für Seuchenprävention und Lebensmittelsicherheit sorgen und damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunft unseres Landes leisten“, so Winter abschließend.

20.09.2022: Weidetiere können Waldbrände mindern

Die enorme Hitze und Dürre in fast ganz Europa hat in diesem Jahr zu einem traurigen Rekord geführt: mehr als 660.000 Hektar Fläche sind in diesem Sommer verbrannt, wie aus den Daten des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) hervorgeht. Auch abseits der Mittelmeerländer wüteten so viele Brände wie nie zuvor. Weidetiere können die Gefahr von Waldbränden erheblich verringern. Indem diese trockenes Gras, Sträucher und Rinde fressen, könnten Ziegen, Schafe, Pferde und andere Pflanzenfresser dabei helfen, die Brandgefahr in trockenen Sommern zu verringern, wie eine aktuelle Studie der Universitäten Leipzig, Wageningen, Porto und Lissabon ergab. „Große Pflanzenfresser sind in der Lage, die Brandgefahr in der Landschaft teils erheblich zu verringern“, sagt Guy Pe’er vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sowie Mitautor der Studie „Effects of large herbivores on fire regimes and wildfire mitigation“. Die WissenschaftlerInnen konnten mit ihren Untersuchungen belegen, dass Weidetiere grundsätzlich die Feuergefahr verringern. Auch die meisten anderen Untersuchungen betonen den positiven Effekt der Pflanzenfresser, allerdings in Abhängigkeit von den konkreten Bedingungen vor Ort: Ob es wirklich seltener brennt, hängt
von der Jahreszeit ab, der vorhandenen Vegetation und dem Management der Beweidung. „Es geht vor allem darum, die vorhandene pflanzliche Biomasse zu reduzieren“, sagt der Öokologe, der betont, dass die Weidetiere gemäß ihren Futtervorlieben eingesetzt werden müssten. Lässt man verschiedene Tierarten ein Gebiet beweiden, bilden sich mit der Zeit mosaikartige Landschaften. Die Tiere nutzen bestimmte Bereiche und meiden andere, so dass eine Landschaft entsteht, in der sich Wälder, Gehölzinseln und offene Flächen abwechseln. Brände können dort zwar immer noch entstehen. Aber sie können sich nicht so verheerend ausbreiten wie in einer Monokultur oder einer flächig verbuschten Gegend. Pe’er fordert von der EU, die Förderpolitik entsprechend anzupassen. In der im Jahr 2021 von den Mitgliedsländern neu beschlossenen Gemeinsamen Agrarpolitik gibt es nach wie vor eine Flächenprämie, was bedeutet, dass ein Bauer für jeden Hektar einen definierten Geldbetrag erhält– unabhängig davon, wie er die Fläche bewirtschaftet. „Für kleine, traditionell arbeitende Betriebe mit Weidetieren ist das eine echte Benachteiligung: Weil ihre Flächen klein sind, bekommen sie wenig Geld. „Für viele Betriebe und Hirten rechnet sich die Arbeit mit den Tieren kaum noch“, so Pe’er.

20.09.2022: Bison entfernt CO2 aus der Luft

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein potentes Treibhausgas und Hauptverursachser des globalen Klimawandels bzw. der Erderwärmung. Daher wird weltweit nach Möglichkeiten gesucht, CO2 einzusparen und aus der Atmosphäre zu entfernen. Im US-Bundesstaat Wyoming entsteht jetzt mit “Bison” die weltweit größte Anlage zur Entfernung von CO2 aus der Luft. “Bison” soll im nächsten Jahr in Betrieb genommen werden und bis zum Ende des Jahrzehnts erweitert werden, sodass dann jährlich fünf Millionen Tonnen CO2 “eingefangen” werden können. Anfangs soll die Jahreskapazität allerdings nur bei 10.000 Tonnen liegen. Das aus der Luft
gezogene Klimagas wird dabei unterirdisch mit Hilfe von Festkörpern eingelagert. Die für diesen prozess notwendige Energie soll aus Solarwärme und Windenergie gewonnen werden. Zudem gibt es bestrebungen, das so gewonnene CO2 als Rohstoff für die Herstellung von umweltneutralen Kraftstoffen zu nutzen. Auch in Island gibt es Anlagen, die bereits CO2 aus der Luft fangen. Hierbei wird das Klimagas mit Wasser vermischt in den Untergrund gepresst, wo es innerhalb von weniger als zwei Jahren versteinert. Weltweit finden sich noch weitere Ansätze und Möglichkeiten, die klimaschädlichen CO2-Emissionen zu verringern.

20.09.2022: Otte-Kinast drängt auf differenziertes Umgehen mit ASP

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist im Juli 2022 erstmals auch in Niedersachsen nachgewiesen worden. Betroffen war ein Betrieb in Emsbüren, um den eine entsprechende Schutz- und Überwachungszone eingerichtet werden musste. Die hohe Viehdichte in der Region hat jedoch dazu geführt, dass mehr als 260 Betriebe mit rund 200.000 Schweinen von den Restriktionen betroffen waren. Die Eintragsursache wurde bis heute nicht gefunden. Daher drängt die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sehr darauf, sich bundesweit mit den Konsequenzen der Krankheit zu befassen. „Wir müssen dazu kommen, Schlacht-, Zerlege und
Verarbeitungsbetriebe mit entsprechenden Kühlhäusern für den Seuchenfall vorzuhalten“, betonte die Ministerin. „Nur so lassen sich Lieferketten aufrechterhalten und in den landwirtschaftlichen Betrieben drohende tierschutzrechtliche Probleme vermeiden.“ Bis Ende August 2022 waren in rund 4.800 Proben von Hausschweinen in der Region keine weiteren ASP-Infektionen nachgewiesen worden, auch nicht unter Wildschweinen im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Dennoch sollen die Sperrmaßnahmen bis zum 5. Oktober 2022 bestehen bleiben, was die Ministerin scharf kritisiert. Einen Antrag auf Fristverkürzung der Bundesregierung lehnte die EU-Kommission bereits ab.

19.09.2022: Bonus für nachhaltige Schweineproduktion

Ab dem kommenden Jahr sollen dänische SchweinehalterInnen einen Bonus in Höhe von 10 Öre je Kilogramm Fleisch erhalten. Voraussetzung ist jedoch, dass die Erzeuger über ein Nachhaltigkeitszertifikat verfügen und regelmäßig ihren Futtermittelverbrauch melden. Mit der Maßnahme möchte Danish Crown (DC) noch mehr LandwirtInnen in dem skandinavischen Staat für eine nachhaltige Produktion gewinnen. Denn die Genossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Treibhausgasausstoß zu halbieren und ab 2050 klimaneutral Fleisch zu erzeugen.
In den vergangenen 17 Jahren ist es DC gelungen, die Klimaemissionen von einem Kilogramm Schweinefleisch um mehr als 30 Prozent zu reduzieren. „Wir sind uns durchaus bewusst, dass 10 Öre für den einzelnen Landwirt kein entscheidender Betrag sind. Aber es ist wichtig, dass wir ein Zeichen setzen, wie wichtig es ist, dass sich die Schweineproduktion im Bereich der Nachhaltigkeit weiter entwickelt“, erklärte Erik Bredholt, Vorsitzender des DC- Konzernaufsichtsrates. Zukünftig soll das Programm um weitere Maßnahmen als nur nachhaltige Futtermittel erweitert werden.

19.09.2022: Bekanntheitsgrad der Haltungskennzeichnung gewachsen

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Initiative Tierwohl (ITW) gibt es unter der Bevölkerung in Deutschland einen hohen Zuspruch zu der Haltungsform-Kennzeichnung von Fleisch und Fleischprodukten. Unter den 1.000 Befragten kennen mehr als 65 Prozent das Tierwohl- Siegel. Ein Jahr zuvor lag die Bekanntheit noch bei unter 50 Prozent. Die vierstufige Haltungsform-Kennzeichnung hat inzwischen auch das EU-Bio-Siegel deutlich hinter sich gelassen. Weiterhin bewerteten mehr als 90 Prozent die Initiative Tierwohl (ITW), ein Zusammenschluss der Landwirtschaft,
Fleischwirtschaft und des Lebensmitteleinzelhandels, mit gut oder sehr gut. „Die hohe Zustimmung der Verbraucher zur Haltungsform- Kennzeichnung und zur Initiative Tierwohl zeigen deutlich: Unser Ansatz, Tierwohl für die Breite zu fördern, fällt bei den Verbrauchern auf fruchtbaren Boden. Dieses Momentum kann auch die neue Bundesregierung nutzen. Politisch darf es nicht darum gehen, diese Erfolge zu gefährden. Wirtschaft und Politik müssen Hand in Hand gemeinsam das Tierwohl voranbringen. Für diesen Ansatz werben wir”, erklärt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl.