Rindertuberkulose: Baden-Württemberg trifft Vorbereitungen
Das seit Jahren durchgeführte Monitoring der Rotwild-Tuberkulose in Tirol hat eine erneute Zunahme der Infektionen in einzelnen Regionen gezeigt. Damit steigt auch das Risiko einer Übertragung auf Rinder, die während der Alpung Weideflächen gemeinsam mit Rotwild nutzen. Das haben Ausbrüche von Rindertuberkulose (M. bovis, TBC) in den vergangenen Monaten, zuletzt im April 2026 im österreichischen Vorarlberg, belegt.
Die aktuelle Entwicklung wird von dem baden-württembergischen Agrarministerium intensiv beobachtet. In dem Land gab es zuletzt im Jahr 2024 Fälle der TBC. Zwar gäbe es keinen Grund zur Beunruhigung, aber Vorbereitungen für das Übergehen der Krankheit auf Rinder aus dem Südwesten seien getroffen worden, so das Ministerium. Bereits seit dem Jahr 2013 werden alle
zurückkehrenden Weidetiere, die auf bayerischen und österreichischen Almen aufgetrieben worden sind, getestet.
„Die Untersuchung der rückkehrenden Weidetiere von bayerischen und österreichischen Almen hat sich bewährt und wird fortgesetzt“, teilte ein Sprecher mit.
Die anzeigepflichtige Tierseuche kann unter Umständen vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Bei einem positiven TBC-Nachweis in einem Betrieb müssen laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium alle Rinder des Bestands getestet sowie erkrankte Tiere gekeult werden.
Proplanta
Bewusstsein für den Schutz der Artenvielfalt schärfen
Seit dem Jahr 2000 wird weltweit jedes Jahr am 22. Mai der Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Der Gedenktag wurde vor 26 Jahren von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung und den Schutz von Tier- und Pflanzenarten, Genen und Lebensräumen aufmerksam zu machen.
Dank moderner Technologien wie DNA-Analysen werden jedes Jahr Tausende neue Arten identifiziert. Gleichzeitig wächst aber auch das Wissen über den massiven Verlust der globalen Biodiversität durch Klimawandel, Umweltverschmutzung, Überfischung sowie eingeschleppte invasive Arten. Zudem schwinden immer mehr Lebensräume.
„Der Kampf gegen das weltweite Artensterben ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern hat für uns Priorität. Dort, wo wir gezielt mit Schutzprogrammen helfen, können wir messbare Erfolge erzielen. Dadurch siedeln sich längst verschwundene Arten wie die Wildkatze oder der Fischotter wieder bei uns an. Wir setzen auch in Zukunft auf die enge Zusammenarbeit mit allen Partnern vor Ort“, betont Oliver Krischer, Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen. So wird das Land in diesem Jahr mehr Fördermittel für Projekte im Artenschutz bereitstellen: Rund 8,8 Millionen Euro fließen zusätzlich in Maßnahmen für mehr Biodiversität.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nimmt den internationalen Tag der biologischen Vielfalt zum Anlass, die Bevölkerung einzuladen, die Wildnis in Deutschland zu entdecken. Ob in Naturwäldern, an Küsten, in den Bergen oder in Moor- und Auenlandschaften – die 85 Wildnisgebiete Deutschlands sind bedeutende Rückzugsräume für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz.
Wer sich bewusst in diese Gebiete begibt, könne besondere Naturerlebnisse in vielen Facetten erleben, so der BUND. Oftmals ließen sich Wildtiere hier besser beobachten, weil nicht gejagt wird. Für die bessere Planung hat der BUND eine Karte mit allen 85 Wildnis- und Wildnisentwicklungs-Gebieten erstellt, die auf seiner Internetseite zu sehen ist.Auf der Karte sind neben der geografischen Lage der Flächen jeweils Steckbriefe, Links zu Angeboten wie Führungen oder Erlebnis-Camps sowie zur umweltverträglichen Anreise abrufbar.
Spektrum
BUND
Warnung vor tierischen Lebensmitteln als Urlaubsmitbringsel
Mit den anstehenden Pfingstferien beginnt auch die Reisezeit in Deutschland. Aus diesem Anlass weist das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg erneut auf die Gefahren von tierischen Lebensmitteln als Urlaubsmitbringsel hin. Landwirtschaftsministerin Marion Gentges warnt vor der Einschleppungsgefahr von Tierseuchen, wie der Afrikanischen Schweinepest (ASP) oder der Maul- und Klauenseuche (MKS).
„Lebensmittel tierischen Ursprungs im Reisegepäck können Tierseuchen wie die Maul- und Klauenseuche, Afrikanische Schweinepest oder die Schafpocken unbemerkt mit nach Deutschland bringen. Solche schmackhaften Erinnerungen an den Urlaub oder nett gemeinte Mitbringsel an Freunde können für die Tierbestände unserer heimischen Landwirtschaft verheerende Folgen haben. Zum Schutz unserer Tiere ist dringend davon abzuraten Fleisch- und Wurstwaren oder Milch und Milchprodukte aus dem Urlaub mit nach Deutschland zu bringen. Der Ausbruch von Tierseuchen muss unbedingt mit Achtsamkeit, Rücksicht und Sorgfalt vermieden werden“, so die Ministerin.
Der Aufruf richtet sich besonders an Rückkehrende aus Zypern und Griechenland, da in Teilen dieser Länder derzeit ein aktives Infektionsgeschehen der Maul- und Klauenseuche (MKS) herrsche. Zudem seien in Griechenland bereits 600.000 Schafe nach Infektionen mit dem Schafpocken-Virus gestorben, so Gentges. „Ich rufe alle Reisenden in diesen Regionen zu erhöhter Vorsicht und Achtsamkeit auf. Verzichten Sie auf das Mitbringen von Lebensmitteln tierischen Ursprungs und achten Sie auf eine gründliche Reinigung von Kleidung und Schuhwerk nach dem Aufenthalt in ländlichen Regionen betroffener Länder“, betont die Ministerin.
Sowohl Schafpocken als auch die MKS seien zwar für den Menschen ungefährlich, hätten jedoch im Falle eines Tierseuchenausbruches verheerende Auswirkungen auf die Tierbestände und die Wirtschaftsbeteiligten. Das Gleiche gilt für die ASP.
Ministerium Baden-Württemberg
Weltbienentag: gesunde Bienenvölker für Ökosysteme unverzichtbar
Am 20. Mai ist Weltbienentag. Im Jahr 2018 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen diesen besonderen Tag eingeführt, um einerseits auf die immense Bedeutung von Bienen hinzuweisen und andererseits auf den starken Rückgang der Bienenpopulation und den erforderlichen Schutz dieser Insekten aufmerksam zu machen.
Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) nimmt den Weltbienentag zum Anlass, die Bedeutung von Honigbienen als eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere aufzuzeigen. „Der Weltbienentag erinnert uns daran, wie unverzichtbar gesunde Bienenvölker für unsere Ernährung und unsere Ökosysteme sind. Bienengesundheit ist daher auch ein veterinärmedizinisches Thema“, betont ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth. Höhere Bestandsdichten sowie eingeschleppte Parasiten und Krankheitserreger, die das Risiko für Krankheitsausbrüche erheblich erhöhen, hätten die Anforderungen an die Bienenhaltung in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, so Frühwirth weiter. Um so wichtiger sei die veterinärmedizinische Expertise. So fordert die ÖTK eine stärkere Einbindung der Veterinärmedizin in die Betreuung von Bienenvölkern. Wie bei anderen Nutztieren müsse auch bei Bienen die Gesunderhaltung, Prävention und Behandlung veterinärmedizinisch begleitet werden.
„Seuchenhafte Erkrankungen gefährden nicht nur die Bienen, sondern auch die gesamte Lebensmittelkette. Mit wissenschaftlich fundierter Expertise und gesetzlicher Grundlagen setzen wir uns gezielt für die Gesunderhaltung der Bienenvölker ein. Denn gesunde Bienen bedeuten nicht nur sichere Honigprodukte, sondern auch eine funktionierende Landwirtschaft und Biodiversität. Die Biene verdient unsere volle Aufmerksamkeit – heute und jeden Tag“, sagt Frühwirth abschließend.
„Wir Menschen sind auf Bienen angewiesen“, betont auch Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus und verweist auf die Rolle der Landwirt:innen. „Auch sie sind wichtig bei der Erhaltung der Bienen. Schließlich werden 58 Prozent der Fläche unseres Landes landwirtschaftlich genutzt.“
Um die Nahrungssituation der Bienen auch in den Städten und Gemeinden zu verbessern, seien öffentliches Grün und private Gärten von großer Bedeutung. „Und da zählt jede noch so kleine Wiese oder jedes begrünte Dach. Denn jeder kann selbst zum Bienenschutz und damit zur Artenvielfalt beitragen. Neben der Schaffung von Lebensräumen, in denen Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten für Insekten vorkommen, sollte man darauf achten, gezielt Gehölze oder Wildpflanzen aus der Region zu kaufen und anzupflanzen. Beliebt bei Wildbienen sind etwa Glockenblumen, Korbblütler wie Färberkamille und Rainfarn sowie der Natternkopf“, sagt der Minister abschließend.
Hinweis: Im Herbst startet auf Myvetlearn.de zum Thema Bienengesundheit eine mehrteilige Fortbildungsreihe für Tierärztinnen und Tierärzte.
ÖTK
Ministerium Mecklenburg-Vorpommern
Datenbank für Falltiere gefordert
In Deutschland versterben jedes Jahr Millionen Nutztiere auf landwirtschaftlichen Betrieben schon vor der Schlachtung. Die Hauptgründe sind Krankheiten oder Verletzungen, die sich Geflügel und Schweine sowie andere Tiere aufgrund von schlechten Haltungsbedingungen zuziehen. Wie hoch die Zahl der sogenannten Falltiere genau ist, steht nicht fest. Lediglich für Rinder wird jährlich eine Zahl ermittelt, die bei ca. 500.000 Tieren pro Jahr liegt.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher von der Bundesregierung, eine Datenbank über die Sterblichkeitsraten von Nutztieren zu erstellen, um einen grundlegenden Überblick über die tatsächliche Zahl der Tiere, die die Schlachtung gar nicht erst erreichen, sondern verenden oder notgetötet werden müssen, zu erhalten.
„Die Bundesregierung hat offensichtlich kein Interesse daran zu wissen, wie viele Tiere in Deutschland “für die Tonne” gezüchtet werden“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Trotz bestehender Strukturen zur Entsorgung der Tiere werden diese Daten nicht systematisch gesammelt oder ausgewertet. Dadurch bleibt unsichtbar, wie groß das tatsächliche Ausmaß von Tierverlusten in der Landwirtschaft ist und wo die größten tierschutzrelevanten Probleme liegen.“
Gemäß Koalitionsvertrag sollte „eine praxistaugliche Rechtsgrundlage für Kontrolle und Kennzeichnung von toten Tieren in Verarbeitungsbetrieben tierischer Nebenprodukte“ geschaffen werden, was bisher nicht umgesetzt wurde, so der Verband. Die Tierschützer:innen fordern daher eine verpflichtende bundesweite Erfassung aller „Falltiere“ und ihrer Todesursachen in einer Datenbank.
Deutscher Tierschutzbund
Garten-Vignette für den Igelschutz
Igel finden immer weniger Lebensraum, denn versiegelte Flächen sowie Zäune und Mauern nehmen den Wildsäugern den Platz für Rückzugsmöglichkeiten. Damit wird auch Suche nach Nahrung und Paarungspartnern massiv erschwert.
Um den bedrohten Tieren das Leben zu erleichtern und (über)lebenswichtige Wege für Igel wieder zu öffnen, hat Tierschutz Austria die Garten-Vignette ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist, Gärten in sichere Zufluchtsorte für Igel und andere Wildtiere umzuwandeln. Die Garten-Vignette zeigt: Hier sind Igel willkommen. Schon mit einem kleinen Durchgang von 13 x 13 Zentimetern im Gartenzaun könne dem Igel „freie Durchfahrt“ ermöglicht werden, sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria.
Teilnehmende Personen müssen lediglich ihren Garten mit nur kleinen Veränderungen igelfreundlich und wildtierfreundlich gestalten, damit wichtige Rückzugsorte geschaffen werden und sichere Wege erhalten bleiben. Nach dem Registrieren ihres Gartens erhalten die Besitzer:innen ihre Garten-Vignette und unterstützen damit den Tier- und Artenschutz.
Nur kurze Zeit nach dem Start der Initiative sind bereits 275 Gärten registriert, 150 Vignetten verkauft und mehr als 100.000 Quadratmeter Gartenfläche naturnah gesichert worden. Durch die Vernetzung dieser Flächen ist schon jetzt eine über 10 Kilometer lange „Igel-Straße“ entstanden – ein wachsendes Netzwerk an Lebensräumen für Wildtiere im Siedlungsraum.
„Dass so viele Menschen in so kurzer Zeit mitmachen, freut uns enorm, damit hatten wir nicht gerechnet“, erklärt Aschauer. „Jeder Garten, der dazukommt, macht die Igel-Straße länger und den Lebensraum für Wildtiere größer.
“
Da verletzte oder kranke Igel auch immer häufiger in der Tierarztpraxis landen, bietet Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung für Tierärzt:innen an. TFAs können sich mit der vierteiligen Reihe zu Wildtieren online fortbilden.
OTS
Mehr Geld für Rinderhaltende bei TBC-Ausbrüchen
Offiziell gilt Frankreich als frei von der Rindertuberkulose. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde ANSES wurden besonders im Südwesten des Landes sowie in der Normandie immer wieder TBC-Ausbrüche nachgewiesen. Trotz umfangreicher Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen hatten diese Ausbrüche lokal teils erhebliche Auswirkungen. Zu einer der möglichen Ursachen zählt die lange Überlebensdauer des Erregers in der Umwelt, wodurch auch indirekte Infektionen möglich sind.
Um die Rinderhalter:innen im Fall eines Tuberkulose-Ausbruchs besser zu entschädigen, hat die französische Regierung nun die Entschädigungszahlungen deutlich erhöht. Demnach erhalten die Landwirt:innen über zwei Jahre eine pauschale Zahlung in Höhe 3.350 Euro für jedes gekeulte Tier. Wie Landwirtschaftsministerin Annie Genevard mitteilt, gilt die Regelung rückwirkend ab Beginn des Wirtschaftsjahres 2025/26. Weiterhin können sich künftig die Tierhaltenden auch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen vollständig staatlich finanzieren lassen, die Kosten für den Abtransport der gekeulten Tiere werden ab sofort ebenfalls erstattet. Im Rahmen des Programms zur vorübergehenden Produktionsausfallkompensation können Beihilfen für Milchbetriebe künftig erhöht werden.
Mit der Erhöhung der Zahlungen beugt sich die Regierung den Forderungen verschiedener Agrarverbände. Die begrüßen den Beschluss und erwarten, dass dadurch Maßnahmen zur Bekämpfung der Rindertuberkulose konsequenter umgesetzt werden. Gleichzeitig fordern sie die vollständige Umsetzung des Tuberkulose-Maßnahmenplans für den Zeitraum 2024 bis 2029.
Landwirt-Media
Schweizerbauer
AK bei Hausschweinen in den USA
Erstmals seit 22 Jahren ist die Aujeszkysche Krankheit (AK), auch Pseudowut genannt, in den USA bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Am 22. April 2026 ist das Virus bei fünf Ebern in einem Betrieb in der Nähe von Eldora im Hardin County (Iowa) festgestellt worden. Nach Angaben des Animal and Plant Health Inspection Service (APHIS) des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) stammten alle betroffenen Tiere aus einer Freilandhaltung. Auch innerhalb des Herkunftsbetriebes wurden laut APHIS weitere Schweine positiv auf Pseudowut getestet. Die infizierten Schweine wurden gekeult. Gemäß einer Erklärung der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH), sei kein Sperma von betroffenen Tieren ins In- oder Ausland versandt worden.
Die Aujezsky-Krankheit wird durch das SchweineHerpesvirus 1 verursacht. Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie Atemwegsbeschwerden und Fortpflanzungsstörungen wie Fehlgeburten und Totgeburten. Bei Ferkeln können die Symptome Koordinationsstörungen, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall umfassen. Ältere Schweine können unter Niesen, Husten, Lungenentzündung und in einigen Fällen unter Erblindung leiden.
Während Hausschweinebestände hierzulande offiziell als frei von der Aujezsky-Krankheit gelten, zirkuliert das Virus in der Wildschweinepopulation. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2.000 Wildschweine positiv auf AK getestet. Die Krankheit kann auch für andere Säugetiere fatal sein, insbesondere für (Jagd)Hunde. Deswegen sollte jeglicher Kontakt zu Wildschweinen vermieden und niemals rohes Wildschweinfleisch verfüttert werden. Das Virus ist extrem widerstandsfähig und überlebt selbst in tiefgekühltem Fleisch viele Wochen.
Pig Progress
Bewerbungsfrist für den Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz gestartet
Bereits seit über 30 Jahren schreibt das Land Rheinland-Pfalz den Tierschutzpreis aus. Die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis ist gerade gestartet. Bis zum 30. September 2026 können einzelne Personen oder Gruppen, die im Bereich Tierschutz tätig sind, von Behörden, dem Tierschutzbeirat des Landes sowie Organisationen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden.
Der Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in vier Kategorien vergeben: für den besonderen ehrenamtlichen Einsatz und vorbildliche Einzelbeiträge für den Tierschutz sowie den vorbildlichen beruflichen Umgang mit Tieren und Projekte im Jugendtierschutz.
„Der Preis verhilft einzelnen Projekten und damit der Bedeutung des Tierschutzes zu Sichtbarkeit und soll zur Nachahmung anregen“, betont Umweltministerin Katrin Eder. Vorschläge, die Personen oder Institutionen in Rheinland-Pfalz betreffen, werden vorrangig berücksichtigt.
Ministerium Rheinland-Pfalz
Neues Förderkonzept zum Schutz der Honigbienen in NRW
In zahlreichen deutschen Bundesländern hat sich die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ausgebreitet, so auch in Nordrhein-Westfalen. Die als invasive Art eingestuften Insekten haben sich dank der gestiegenen Temperaturen im vergangenen Jahrzehnt so stark vermehrt, dass eine Ausrottung nicht mehr als realistisch gilt.
Die Asiatische Hornisse ist als große Bedrohung der heimischen Bienenvölker anzusehen. Zum Schutz der Honigbienen hat das Land Nordrhein-Westfalen nun ein neues Förderkonzept entwickelt. Das neue Maßnahmenpaket gegen die invasive Art basiert auf drei zentralen Säulen: Stärkung der Qualifizierung für sachkundige Bekämpfung, die finanzielle Unterstützung für Bekämpfungstechnik sowie bei der besseren Schutzausstattung von Imker:innen und eine Prämienauszahlung für die fachkundige Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse.
Nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen ist das neue Förderkonzept ein starkes Signal für den Artenschutz und die Imkerei. Die Umsetzung erfolgt durch die Landesimkerverbände Westfalen-Lippe und Rheinland sowie die NRW-Landesgruppe des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes.
Ministerium NRW
Illegaler Handel mit Tieren wieder angestiegen
Die bislang ergriffenen Maßnahmen gegen den illegalen Heimtierhandel scheinen noch nicht ausreichend zu sein. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes wurden im Jahr 2025 noch immer zu viele illegal nach Deutschland importierte Tiere entdeckt. Gemäß einer aktuellen Auswertung haben die Behörden in 257 Fällen ermittelt, bei denen mindestens 2.250 Tiere involviert waren. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2024 wieder gestiegen.
Unter den nahezu 600 Hunden, die im vergangenen Jahr befreit werden konnten, waren besonders häufig Rassehunde wie Zwergspitze, Malteser oder Pudel entdeckt worden. Zudem konnten die Behörden 56 Katzen und 1.596 Landschildkröten, Vogelspinnen, Koikarpfen und verschiedene Vogelarten sowie sechs Affen, zwei Zebras, ein Serval und eine Antilope sicherstellen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass die Dunkelziffer weitaus höher anzusiedeln ist, denn noch immer bleiben zu viele Fälle unentdeckt.
„Der skrupellose Handel mit Hunden und Katzen geht unaufhörlich weiter. Nach den Rekordzahlen während der Coronapandemie und einem Rückgang nach der Pandemie beobachten wir aktuell wieder eine steigende Tendenz. Zudem werden auch viele Wildtiere verschiedenster Arten illegal transportiert“, erklärt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.
Angesichts der gestiegenen Zahlen erneuert der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einem Verbot des Onlinehandels mit Tieren, zumindest aber strengere gesetzliche Vorgaben. Unter anderem fordern die Tierschützer:innen einen verpflichtenden Identitätsnachweis der Händler:innen sowie eine Verpflichtung der Portalbetreiber, Anzeigen vor ihrer Freischaltung prüfen. Eine wichtige Maßnahme gegen den illegalen Tierhandel sei die jüngst vom EU-Parlament verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen in Europa, so der Tierschutzbund.
Deutsche Tierschutzbund
Mecklenburg-Vorpommern bündelt Wolfsmanagement im Ministerium
Am 30. April wird jedes Jahr der internationale Tag des Wolfes begangen. Diesen Tag sowie die veränderten rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen hat das Land Mecklenburg-Vorpommern (MV) zum Anlass genommen, wichtige Weichen für die Zukunft des Wolfsmonitorings im Land zu stellen. So soll das bisher in Jasnitz angesiedelte Wolfskompetenzzentrum künftig organisatorisch in das Agrarministerium integriert werden. Zudem arbeitet das Land derzeit an einem eigenen Wolfsmanagementplan.
„Wir reagieren damit auf neue Anforderungen im Umgang mit dem Wolf. Mit der Bündelung im Ministerium stellen wir sicher, dass fachliche Expertise, rechtliche Bewertung und politische Steuerung noch enger verzahnt sind“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
In MV leben aktuell 26 Wolfsrudel und zwei Paare (2024/25: 28 Rudel, 5 Paare, ein Einzeltier). Trotzdem die Population stabil geblieben ist, wurden mehr Nutztierrisse verzeichnet. In den vergangenen 19 Jahren hat das Land mehr als 270.000 Euro an Kompensationszahlungen beglichen.
„Diese Entwicklung zeigt, dass wir den Schutz des Wolfs und die berechtigten Interessen der Weidetierhalter gemeinsam denken müssen. Unser Ziel ist ein funktionierendes Wolfsmanagement, das beides in den Blick nimmt“, so Backhaus.
Mit der neuen Bündelung sollen sowohl Entscheidungswege verkürzt als auch Abläufe verbessert sowie die Handlungsfähigkeit im Wolfsmanagement weiter gestärkt werden. Das Kompetenzzentrum bleibt dabei eine zentrale Schnittstelle zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Verwaltung.
Abschließend warb der Minister für einen sachlichen Umgang mit dem Thema: „Der Wolf polarisiert. Umso wichtiger ist es, dass wir faktenbasiert diskutieren und praktikable Lösungen entwickeln. Unser Anspruch ist es, sowohl dem Artenschutz als auch den Interessen der Menschen im ländlichen Raum gerecht zu werden.“
Ministerium Mecklenburg-Vorpommern
Tierärzt:innen leisten wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit
Veterinärmediziner:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft. Darauf weist die österreichische Tierärztekammer anlässlich des am vergangenen Samstag begangenen World Veterinary Day hin.
Der Welttierärztetag hat das Ziel, die zentrale Rolle der Tierärzt:innen für Gesellschaft und öffentliche Gesundheit sichtbar zu machen. „Unsere Arbeit als Tierärzt:innen reicht weit über die medizinische Versorgung von Tieren hinaus: Wir sind Frühwarnsystem, Seuchenbekämpfer:innen und wirtschaftliche Stabilitätsfaktoren zugleich“, erklärt ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.
So leisten Tierärzt:innen einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten Landwirtschaft, unter anderem durch die Betreuung von Betrieben im Bereich Biosicherheitsmaßnahmen, was in Anbetracht grassierender Tierseuchen besonders bedeutsam sei, so Frühwirth.
„Wir Tierärzt:innen erkennen Entwicklungen frühzeitig und tragen entscheidend dazu bei, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten – zum Schutz von Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und letztlich auch der menschlichen Gesundheit“, betonte der ÖTK-Präsident. „Tierärzt:innen sichern nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch wirtschaftliche Existenzen. Tierärztliche Arbeit wirkt sich direkt auf Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion aus.“
ÖTK
Südafrika geht mit umfangreichen Impfungen gegen MKS vor
In Südafrika grassiert seit August vergangenen Jahres die Maul- und Klauenseuche (MKS). Schwerste Ausbrüche verzeichnete das Land besonders im Februar 2026. Inzwischen hat sich die Seuche in fast allen Provinzen ausgebreitet. Als Konsequenz unterliegen viele landwirtschaftliche Betriebe der Quarantäne. Zudem wurden Viehauktionen eingestellt sowie Tiertransporte gestoppt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Angesichts der sich verschärfenden Lage hat sich Südafrika Impfstoffe gesichert. Nach den Angaben der südafrikanischen Regierung hat das türkische Unternehmen Dollvet zwei Millionen Dosen Maul- und Klauenseuche-Impfstoff geliefert, die in den kommenden Tagen je nach Tierbestand und Risiko an die Provinzen verteilt werden sollen. Das Landwirtschaftsministerium teilte zudem mit, dass weitere vier Millionen Dosen bestellt worden seien. Fünf Millionen Impfstoffdosen hat das Ministerium außerdem in Argentinien bestellt. Die Lieferung soll in zwei Tranchen erfolgen, sobald die südafrikanische Arzneimittelbehörde die Importgenehmigung erteilt hat, hieß es in der Erklärung
Nach Meinung zahlreicher Viehhalter:innen hat die Regierung Südafrikas jedoch viel zu spät auf das Seuchengeschehen reagiert, was daher zu massiven Verluste geführt habe. So drohen der Regierung einige Klagen seitens der Tierhalter:innen..
Nach Plänen der Regierung sollen 80 % der etwa 14 Millionen Rinder in dem Land geimpft werden. Das Landwirtschaftsministerium gab bekannt, dass es einen Teil der Impfstoffdosen für die Schweinehaltung bereitstellen werde, da auch Schweine von Maul- und Klauenseuche betroffen sein können.
The Pig Site
Einsatz von Versuchstieren in 2025 weiter gesunken
Im dritten Jahr in Folge ist die Zahl der eingesetzten Versuchstiere im Max Delbrück Center (MDC) und seinen Partnerinstitutionen, unter anderem kooperierende Arbeitsgruppen der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und des Forschungszentrums DESY (Deutsches Elekronen-Synchrotron), gesunken. Insgesamt haben die Forschenden rund 23.870 Tiere für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt, was einem Minus von rund 7.600 Tieren im Vergleich zu 2024 gleichkommt.
In der Mehrzahl haben die Wissenschaftler:innen Mäuse eingesetzt (20.802), gefolgt von Ratten (1.521), Zebrafischen (1.406) und Nacktmullen (149). Nahezu 5.000 der eingesetzten Tiere waren genetisch nicht verändert, im Gegensatz zu rund 17.800 Tieren, die jedoch keine pathologischen Symptome zeigten. 1.108 Tiere waren so verändert, dass sie Symptome entwickelten. Durch die gezielten Eingriffe ins Erbgut gelingt es den Forschenden, physiologische Prozesse im gesunden und erkrankten Organismus besser zu verstehen.
Fast die Hälfte der Tiere (10.644) wurden für wissenschaftliche Zwecke getötet, sie gelten als nicht belastet. Auch bei den anderen Versuchstieren (insgesamt 13.234) war der Belastungsgrad laut Angaben der Forschenden meist gering. Bei 3.579 Tieren haben die Teams ihn als mittel und bei 184 Tieren als schwer eingestuft.
Die 3R-Regel (Replace, Reduce, Refine) gilt auch bei den Forschenden des Max Delbrück Centers. Demnach sind alle Forschenden angewiesen, die Zahl ihrer Versuchstiere so gering wie möglich zu halten, Schmerzen und Leid der Tiere zu minimieren und, wann immer es geht, auf Ersatzmethoden zurückzugreifen.
Wie das Institut mitteilt, sei auch in Zukunft nicht komplett auf Tierexperimente zu verzichten, da es für viele Fragestellungen in den Lebenswissenschaften bislang keine Alternative gebe. Der menschliche Körper ist äußerst komplex, fast immer beeinflussen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Zellen, Geweben und Organen seine Funktionen und auch die Effekte, die mögliche neue Medikamente haben. Dieses Zusammenspiel lässt sich oft nur im lebenden Organismus erforschen.
MDC
Weltweit größter Schweinemarkt in der Krise
Auch in China machen sich die aktuellen Konflikte in verschiedenen Branchen bemerkbar. So kämpfen unter anderem die Schweinehalter:innen des weltweit drittgrößten Landes mit steigenden Kosten für Öl, Getreide und Futtermittel. Gleichzeitig fallen die Preise für Schweine weiter in den Keller und haben inzwischen ein Acht-Jahres-Tief erreicht. Der Hauptgrund dafür liegt in der sinkenden Nachfrage, die auf massive Überkapazitäten trifft. Diese basiere nach Meinung von Expert:innen auf der rasanten Industrialisierung der Branche, was sich auch nagativ auf die Fleischqualität und damit auf die nachfrage auswirke.
Die Vorgaben der Regierung, die Bestände zu regulieren und das Schlachtgewicht auf etwa 120 kg zu begrenzen, wurden von der Branche nicht befolgt. Chinas Landwirtschaftsminister Han Jun hat die großen Agrarkonzerne des Landes daher aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen, die Reduzierungsanforderungen umzusetzen und von einer rücksichtslosen Expansion abzusehen.
Die angestrebten Maßnahmen sind im ersten Quartal 2026 ins Gegenteilige gerutscht. So ist die Produktion um 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 16,69 Millionen Tonnen gestiegen. Allein in den ersten drei Monaten wurden rund 200,26 Millionen Schweine geschlachtet, was einem Zuwachs von 2,8 % entspricht. Die Regierung wird sich nun intensiver bemühen, die Bestandsverkleinerung voranzutreiben.
Agrarheute
Jagdsaison auf Ochsenfrösche beginnt
Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus), seit den 1990er Jahren besonders in Baden-Württemberg eine invasive Froschart, ist mit einer Größe von bis zu 25cm heimischen Fröschen deutlich überlegen. Neben diesen gehören auch Fische bis hin zu kleinen Vögeln zum Speiseplan der Ochsenfrösche. Da den Amphibien hierzulande natürliche Feinde wie Krokodile, Alligatoren und Schlangen fehlen, kann sich die Art schnell ausbreiten.
Um das zu verhindern und auch die heimische Tierwelt zu schützen, lässt das baden-württembergische Regierungspräsidium die Tiere töten. Die Zahl der Tötungen ist im vergangenen Jahr explosionsartig in die Höhe geschnellt. So seien nach offiziellen Angaben in 2025 in der Region um Karlsruhe nahezu 7.000 Ochsenfrösche erschossen worden. Darunter waren mehr als 600 ausgewachsene Tiere sowie rund 6.350 Jungtiere. Damit seien im Vergleich zum Vorjahr fast neunmal so viele der Frösche erlegt worden, so eine Sprecherin der Landesregierung. „2025 waren die (Witterungs-)Bedingungen für die Bejagung deutlich besser als 2024, sodass mit vergleichbarem Aufwand diese deutlich höhere Zahl von Tieren entnommen werden konnte.“
Zudem wurden im letzten Jahr mehr als 16.000 Kaulquappen aus den betroffenen Gewässern geholt worden. Während die offizielle Jagdsaison auf die Frösche in wenigen Tagen startet, werden die Kaulquappen ganzjährig bejagt.
Außerdem werden die Randbereiche des Verbreitungsgebietes regelmäßig kartiert, um eine Ausbreitung in bisher unbesiedelte Gebiete umgehend zu erkennen und unterbinden zu können. Da in der jüngsten Vergangenheit auch schon Exemplare in Gartenteichen gesichtet wurde, ist die Bevölkerung aufgerufen, eventuelle Funde von ungewöhnlich großen Kaulquappen oder Fröschen umgehend zu melden.
Proplanta
Nomos-Verlag bringt Zeitschrift für das gesamte Tierschutzrecht heraus
Der Baden-Badener Verlag Nomos hat mit der TieR – Zeitschrift für das gesamte Tierschutzrecht ein neues Fachmedium auf den Markt gebracht, das für sowohl für Tierärzt:innen im amtlichen Dienst als auch Jurist:innen in Kanzleien, Behörden und Justiz hilfreich sein wird. Die Fachpublikation wird sechsmal pro Jahr erscheinen und soll eine bislang spürbare Lücke im juristischen Zeitschriftenwesen schließen.
Jede Ausgabe soll rechtssichere Orientierung, interdisziplinäre Perspektiven und konkrete Arbeitshilfen bieten. Dabei soll in den Ausgaben ein breites Themenspektrum abgedeckt werden, angefangen vom Artenschutzrecht über das Jagdrecht bis hin zum Recht der Tierversuche, Verbände und Vereine sowie Zirkus- und Zoohaltung.
Wissenschaft, NGOs und Verbände, die belastbare Antworten zu Tierschutz- oder Artenschutzfragen benötigen, werden in der neuen Publikation sicher fündig. Gerade für die amtstierärztliche Praxis dürfte die Zeitschrift eine wertvolle Ergänzung darstellen, da sie die rechtlichen Rahmenbedingungen des täglichen Vollzugsgeschehens systematisch aufbereitet.
Vet-Magazin
Nationale Impfstrategie für Zootiere gefordert
Neben den Schutzimpfungen von Menschen gerät auch die Vakzination von Tieren immer mehr in den Fokus. Impfungen helfen, Nutz- und Hobbytiere gesund zu erhalten und sichere Lebensmittel zu produzieren sowie Tierseuchen wirksam zu bekämpfen und dadurch auch die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. So gibt es nach Informationen des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) aktuell Impfstoffe, die zur Vorbeugung von mehr als 100 verschiedenen Tierkrankheiten eingesetzt werden können. Darüber hinaus tragen sie wesentlich zur Reduktion des Arzneimitteleinsatzes bei und fördern eine nachhaltige, verantwortungsvolle Tierhaltung. Sie sind damit ein zentraler Baustein moderner veterinärmedizinischer Präventionskonzepte, betont die Österreichische Tierärztekammer.
Den Welttag der Tierimpfung, der am 20. April 2026 in diesem Jahr bereits zum 11. Mal gefeiert wird, nimmt der Verband der zoologischen Gärten (VdZ) zum Anlass, vor den Seuchenrisiken für ganze Tierarten hinzuweisen und eine nationale Impfstrategie für Zootiere zu fordern. Denn zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Tierarten, leben in Zoos und Tierparks. Unter anderem haben Lebensraumverlust und Wilderei dazu geführt, dass viele dieser Tierarten nur noch selten in der freien Natur anzutreffen sind.
Tierseuchen wie die Aviäre Influenza, Afrikanische Schweinepest oder die Blauzungenkrankheit haben sich in den letzten Jahren dramatisch in nahezu allen Weltregionen ausgebreitet und zu massiven Tierverlusten geführt. Für sehr minimierte Tierarten besteht im Fall eines Seuchenausbruchs ein enorm hohes Risiko des Aussterbens.
Der VdZ fordert daher Zulassungsverfahren für Zoo- und Wildtierimpfstoffe, nationale Impfstoffreserven für gefährdete Arten und eine gezielten Forschungsförderung.
„Krankheitserreger machen nicht Halt vor Zäunen oder Stalltüren. Tierimpfung ist keine Nischenfrage – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Investition in Gesundheit und biologische Vielfalt. Daher fordern wir aktuell eine nationale Impfstrategie für Zoovögel gegen die Geflügelpest“, betont Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer. „Dies muss einhergehen mit der Zulassung von Impfstoffen auch für Zoovögel und Auflagen, die auf die gelebte Praxis in Zoos angepasst sind.“
Um auch weiterhin den Austausch der Tiere zwischen den Zoos untereinander zu gewährleisten, müssten zudem verlässliche, praktikable Leitlinien in der EU und in Deutschland aufgestellt werden. Nur so könne die Durchführung der Europäischen Zuchtprogramme und einer genetisch gesunden Reservepopulation sichergestellt werden, so der VdZ abschließend.
VdZ
EU-Kommission veröffentlicht Leitlinien für mehr Vogelschutz
Die Europäische Kommission hat neue Leitlinien für die praktische Umsetzung von mehr Schutz von Wildvögeln veröffentlicht. Sie enthalten praktische Ratschläge zur Unterstützung der Mitgliedstaaten und Interessenträger bei der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinien und der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union zum Schutz wild lebender Vogelarten. Gleichzeitig sollen sie helfen, den Verwaltungsaufwand zu verringern.
Denn Vögel spielen eine wesentliche Rolle für die biologische Vielfalt in Europa und tragen zu gesunden Ökosystemen bei. Seit 1979 schützt die Vogelschutzrichtlinie wild lebende Vogelarten und ihre Lebensräume in ganz Europa. Gleichzeitig werden diese Vorschriften mit den sozioökonomischen Bedürfnissen und Herausforderungen vor Ort, z. B. von Land- und Forstwirten sowie Fischern, in Einklang gebracht.
So enthalten die neuen Leitlinien von 2026 auch zwei Anhänge, die sich auf die Nonnengans und den Kormoran beziehen. Die Populationen dieser Arten haben sich in den letzten Jahren erheblich vergrößert, was zu Konflikten mit wirtschaftlichen Tätigkeiten wie Landwirtschaft und Fischerei geführt hat.
Die vorgelegten Leitlinien selbst sind allerdings rechtlich nicht bindend.
Forderung nach Nachtfahrverbot für Mähroboter erneuert
Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen auf smarte Garten-Technologien. So wächst auch die Zahl der Mähroboter stetig. Der steigende Einsatz dieser Gartenhelfer in privaten Gärten führt allerdings auch immer häufiger zu schlimmsten Verletzungen von Igeln, sowie anderen Reptilien und Amphibien. Nicht selten werden den ohnehin schon geplagten Wildsäugern ganze Gliedmaßen und andere Körperteile abgetrennt. Denn trotz der ausgefeilten Technologie erkennen die Geräte die Tiere nur unzureichend.
Den dämmerungs- und nachtaktiven Igeln wäre schon damit geholfen, wenn die Mähroboter lediglich tagsüber zum Einsatz kämen. So fordern nun zwölf Organisationen mit einem offenen Brief an den zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter .
„Dass Igel Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste stehen, ist ein Warnsignal, welches nicht überhört werden darf und dringenden Handlungsbedarf erfordert. Durch ein bundesweites Verbot des Einsatzes von Mährobotern von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, könnte das Risiko für den Tod zahlreicher Igel deutlich gesenkt werden”, so die unterzeichnenden Organisationen.
So erneuern sie ihre Forderung, das Nachtfahrverbot für Mähroboter als Schutzmaßnahme gesetzlich zu verankern. Eine bundesweite Regelung wurde zwar bei der in der letzten Legislatur geplanten Reform des Tierschutzgesetzes diskutiert und in Gesetzentwürfen festgehalten, scheiterte jedoch durch das Ampel-Aus. Zuletzt hatte auch der Städtetag ein bundesweites Verbot gefordert.
Immer häufiger werden verletzte Igel in Tierarztpraxen vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de Tierärzt:innen eine entsprechende Online-Fortbildung zu dem Wildsäuger an. Übrigens: noch bis zum 12. April 2026 gewähren wir 15% Osterrabatt auf nahezu alle Kurse des E-Learningportals.
Deutscher Tierschutzbund
Asiatische Hornisse im Blick behalten – Sichtungen melden
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat sich seit dem ersten Fund im Jahr 2014 in verschiedenen deutschen Bundesländern ausgebreitet. stammt aus Südostasien. Das ursprünglich aus Südostasien eingeschleppte invasive Insekt ist inzwischen in Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen heimisch geworden. Auch in Hamburg, Bremen und Berlin wurden schon Einzelfunde gemeldet.
Die Asiatische Hornisse stellt besonders für Bienenvölker in Deutschland eine große Gefahr dar, da die großen Staaten von bis zu 2.000 Tieren im Vergleich zu heimischen Hornissen (bis zu 700 Individuen) entsprechend viel Nahrung in Form von Insekten benötigen.
Der Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, weist eindrücklich auf di Notwendigkeit der Imker:innen hin, besonders jetzt aufmerksam auf mögliche Nester der Asiatischen Hornisse zu achten, und ruft dazu auf, Sichtungen umgehend zu melden.
„Auch wenn die Art in Mecklenburg-Vorpommern bislang noch nicht nachgewiesen wurde, müssen wir vorbereitet sein. Solange die Bäume noch nicht belaubt sind, sind mögliche Nester leichter sichtbar. Daher ist erhöhte Aufmerksamkeit sinnvoll, solange Blätter fehlen und die Tiere besser zu beobachten sind“, betont Backhaus.
Auch der Naturschutzbund NABU appelliert an die Behörden der noch nicht betroffenen Länder, die Maßnahmen zur Eindämmung konsequent umzusetzen, weist jedoch darauf hin, dass die von der Regierung vorgegebenen Maßnahmen zu kurz greifen und eher kontraproduktiv sind. Vor allem eine Erlaubnis zum Aufstellen von Fallen für Jungköniginnen könne dazu führen, dass viele heimische Hornissen- und Wespenjungköniginnen mit vernichtet werden.
Sichtungen können über verschiedene Online-Portale gemeldet werden.
Ministerium Mecklenburg-Vorpommern
NABU
Sachsen stoppt Nutztiertransporte nach Nahost
Vor mehr als fünf Wochen ist die Situation im Nahen Osten eskaliert. Seitdem herrscht Krieg in der Region. Als Konsequenz wurde der Flugverkehr stark eingeschränkt, zudem arbeiten teilweise die Behörden nur begrenzt. Aus diesem Grund hat nach Niedersachsen nun auch das Land Sachsen beschlossen, Tiertransporte in diese Region auszusetzen. Denn die Transportdauer sei aktuell unkalkulierbar und stelle ein zu großes Risiko für Stress und Tierleid dar, sagt Sozialministerin Petra Köpping.
„Das Wohl der Tiere auf dem Transport und nicht zuletzt auch die Gesundheit der begleitenden Beschäftigten können derzeit nicht sichergestellt werden. Deshalb muss der Handel von Nutztieren in die vom Krieg betroffenen Länder und die Anrainerstaaten momentan ausgesetzt werden. Dies dient der Sicherheit von Mensch und Tier. Unkalkulierbare Verzögerungen oder auch Umleitungen der Transporte können deren Dauer erheblich verlängern. Damit steigt das Risiko für Stress, Verletzungen und Leiden der Tiere deutlich an. Das ist nicht hinnehmbar“, betont die Ministerin.
Das Verbot von Tiertransporten in die Kriegsregion soll so lange bestehen bleiben, wie die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland bestünden.
Ministerium Sachsen
Leitfaden klärt über Zuständigkeiten bei der Wildtierrettung auf
Frühlingszeit ist Jungtierzeit. Die engagierten Tierretter:innen haben aktuell viel zu tun. Über die Zuständigkeiten bei einer Wildtierrettung auf fremdem Grund und Boden klärt der aktuelle „Leitfaden Jungtierrettung“ des Tierparks Nordhorn auf.
Dieser beantwortet im Speziellen die wichtigsten Fragen rund um die Rettung von Gelegen von nicht jagdbaren Arten. Dazu gehören unter anderem Fasan, Stockente oder Rebhuhn. Bei den auf den zu mähenden Wiesen und Feldern gefundenen Gelegen, deren Anzahl nach Informationen des Tierparks in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, haben Jäger:innen ein Aneignungsrecht. Bei allen Nichtwildarten (z.B. Brachvogel, Kiebitz, etc.) ist die Aneignung verboten!
Es ist verboten, die Gelege dieser Arten zu zerstören oder zu entfernen. Die Jäger:innen bzw. andere Helfer:innen sind somit verpflichtet, diese zu kennzeichnen, so dass sie bei der Feldbearbeitung gesehen werden können. Bei der Feldbewirtschaftung müssen diese Areale dann von den Landwirt:innen ausgespart und geschützt werden. Diese Einschränkung müssen die Bewirtschafter:innen hinnehmen.
Diese und weitere Fragen werden im „Leitfaden Jungtierrettung“ beleuchtet, in der Hoffnung, mehr für Mensch und Tier zu erreichen.
Da gerade jetzt viele verletzte oder verwaiste Wildtiere in die Tierarztpraxis gebracht werden, bietet Myvetlearn.de eine vierteilige Kursreihe zu Wildtieren in der Praxis für Tierärzt:innen sowie eine separate Reihe für Tiermedizinische Fachangestellte an. Bei Buchung bis zum 12. April 2026 gilt auch auf diese Reihen ein Osterrabatt in Höhe von 15%.
Tierpark Nordhorn
ASP ist zurück in Sachsen
Seit dem 5. Februar 2026 galt Sachsen als frei von der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Da hier seit genau einem Jahr kein weiterer ASP-Ausbruch mehr verzeichnet worden war, entsprach die EU dem Antrag des Freistaates auf Aufhebung der Restriktionszonen. Keine zwei Monate später ist die Tierseuche erneut in Sachsen bei einem Wildschwein nachgewiesen worden.
Ende März 2026 war ein Wildschwein in den Königshainer Bergen verendet aufgefunden worden, das mit dem das Virus infiziert war. Nach Informationen der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen werde aktuell geprüft, ob es sich um einen Neueintrag handelt. Speziell ausgebildete Hunde und Drohnen haben mit der Suche nach weiterem Fallwild begonnen. Zudem ist der bereits gestartete Rückbau der Zäune im Umkreis von 10 Kilometern um den Fundort im Landkreis Görlitz unterbrochen worden.
„Der erneute Fall trifft uns hart, aber nicht unvorbereitet. Wir wollten eigentlich gerade allen an der erfolgreichen ASP-Bekämpfung Beteiligten unseren Dank aussprechen. Doch wir beginnen nun nicht bei Null. In den letzten fünfeinhalb Jahren haben wir viel Erfahrung im Umgang mit dieser Tierseuche gewonnen. Gemeinsam mit den regionalen Veterinärbehörden, den Jägern und Landwirten sind wir ein eingespieltes Team. Auf dieses enge Miteinander vertrauen wir erneut, um eine Ausbreitung dieser Tierseuche von dem neuen Fundort aus zu verhindern“, erklärte die für Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerin Petra Köpping.
Ministerium Sachsen
Bewerbung für Deutschen Tierschutzpreis ab sofort möglich
Der Deutsche Tierschutzbund hat erneut den Deutschen Tierschutzpreis ausgeschrieben. Die Bewerbungsphase läuft seit 1. April 2026. Noch bis zum 17. Mai 2026 können sich im Tierschutz engagierte Bürger:innen, Vereine oder Initiativen für den Preis, der bereits zum 22. Mal verliehen wird, bewerben oder von anderen vorgeschlagen werden. Eine Bewerbung bzw. die Nominierung anderer ist über das Online-Formular auf der Website des Tierschutzbundes möglich.
„Mit dem Deutschen Tierschutzpreis zeichnen wir ehrenamtlich engagierte Menschen aus, die ihre Zeit, ihre Energie, ihr Herz und auch ihr Geld für die geben, die selbst keine Stimme haben. Es sind Persönlichkeiten, die für die Tiere kämpfen, trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben und damit zu Vorbildern werden“, betont Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Der Gewinnerin bzw. dem Gewinner winken 6.000 Euro Preisgeld. Weitere Preise im Wert von jeweils 3.000 Euro, werden zusätzlich in den Kategorien „Lebenswerk“, „Publikumspreis“ und „Stimme für die Tiere“ sowie „Nachwuchs“ verliehen.
Deutscher Tierschutzbund
Hunde vor Fuchsräude schützen
Mit den warmen Temperaturen, die der Frühling voraussichtlich in den kommenden Tagen mitbringt, steigt auch das Risiko, dass sich die Fuchsräude (Sarcoptes-Räude) verbreitet. Die hochansteckende Krankheit, die durch Grabmilben (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird, befällt in erster Linie Füchse, Waschbären und Steinmarder. Aber auch für Hunde und Katzen besteht ein großes Risiko, sich durch den Kontakt mit befallenen Füchsen, deren Bauen oder Kadavern anzustecken.
In Deutschland ist die Fuchsräude weit verbreitet, in einigen Regionen mit einer sehr dichten Fuchspopulation, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, gibt es eine Häufung von Fällen. Die Behörden im Landkreis Konstanz bekommen immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchsen, insbesondere in der Nähe von Siedlungen, sagt das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. Auch innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, so ein Sprecher des dortigen Landratsamtes.
Erkrankte Füchse können Symptome wie Fellverlust (besonders an Rute und Rücken), blutig gekratzter Haut, Apathie sowie Verlust der Scheu zeigen. Befallene Hunde leiden ebenfalls unter massivem Juckreiz und Hautentzündungen. Um zu verhindern, dass sich Hunde anstecken, sollten Halter:innen ihre Vierbeiner möglichst von Fuchsbauten fernhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anleinen. Bei Verdacht sollte sofort ein:e Tierärzt:in aufgesucht werden, da die Krankheit unbehandelt schwer verläuft.
Gerade in der Paarungszeit der Füchse besteht laut Ministerium ein besonders hohes Risiko, dass sich die Krankheit ausbreitet. Jedoch sei keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten.
Proplanta
Biozid verantwortlich für massive Bienenverluste in der Schweiz
Wegen einer Häufung von Bienenverlusten in der Schweiz im Jahr 2025 hat der Bienengesundheitsdienst (BGD) sieben Bienenproben analysiert, die auf Vergiftungen hindeuteten. In einer der Proben konnten die Expert:innen eine schwere akute Vergiftung durch ein Biozid nachweisen, die auf dem Wirkstoff Thiamethoxam und dessen Abbauprodukt Clothianidin zurückzuführen ist. Die Vergiftungserscheinungen waren bei drei Bienenvölkern eines Imkers festgestellt worden, die zu einer hohen Sterblichkeit bei den Bienen geführt hat.
Diese Wirkstoffe sind laut Angaben des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) in sechs Biozidprodukten enthalten, die für die professionelle Insektenbekämpfung verwendet werden. Einige dieser Produkte dienen der Abwehr von Fliegen und enthalten Zucker als Lockstoff, der wiederum auch Bienen anlockt.
Auch wenn aktuell aufgrund des Wegfalls zahlreicher Insektizide kaum Vergiftungen bei Bienen nachgewiesen werden, empfiehlt Simon Gisler vom BGD, die Entwicklung dennoch im Auge zu behalten. Denn es gäbe eine hohe Nachfrage nach neuen Insektiziden, für die möglicherweise auch vereinfachte Zulassungen gelten, so Gisler.
Nach Informationen des BGD konnte in vier Proben zudem eine außergewöhnlich hohe Virenbelastung festgestellt werden. Dass in mehreren Fällen auch schwarze, haarlose Bienen festgestellt wurden, lasse auf das Chronische Bienen-Paralyse-Virus (CBPV) schließen, so der BGD. CBPV ist eine ansteckende Viruserkrankung bei adulten Honigbienen, die zu zitternden, flugunfähigen, schwarzen, haarlosen Bienen und massivem Totenfall vor dem Flugloch führt.
Schweizerbauer
Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz beschlossen
Wie schon vorherzusehen war, hat der Bundesrat am vergangenen Freitag (27.03.2026) die Novelle des Bundesjagdgesetzes beschlossen. Das „Gesetz zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes“ sieht vor, dass nicht nur Problemwölfe leichter zu entnehmen sind, sondern auch, dass Jäger:innen Wolfsbestände unter bestimmten Voraussetzungen aktiv regulieren können. Sobald feststeht, dass Wölfe Nutztiere gerissen haben, gelten die Beutegreifer nach dem neuen Bundesjagdgesetz als Problemwölfe und dürfen ganzjährig entnommen werden.
Die Zahl der Wolfspopulationen und der Risse von Nutztieren ist in den vergangenen Jahren gestiegen. So wurden im Jahr 2024 rund 4.300 Nutztiere, überwiegend Schafe und Ziegen, von den Raubtieren getötet.
Für alpine Regionen und an den Deichen gelten jedoch Ausnahmebestimmungen. So können die Länder, in denen kein günstiger Erhaltungszustand gilt, zur Vermeidung von Weidetierrissen nicht schützbare Weidegebiete ausweisen. In Regionen mit einem günstigen Erhaltungszustand sind die zuständigen Behörden künftig verpflichtet, revierübergreifende Managementpläne aufzustellen, die gewährleisten, dass trotz Jagd der günstige Erhaltungszustand des Wolfes erhalten bleibt.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erklärt: „Niemand will den Wolf ausrotten, er hat sich bei uns als Teil der Tierwelt etabliert. Wenn aber Weidehaltung vielerorts schlicht nicht mehr stattfinden kann, haben wir einen klaren Handlungsauftrag. Künftig gibt es klare, praxistaugliche Regeln und Rechtssicherheit im Umgang mit dem Wolf. Ich freue mich, dass der Bundesrat meinem Gesetzentwurf zugestimmt hat – das ist ein guter Tag für alle Betriebe mit Weidehaltung.“ Der Deutsche Bauernverband (DBV) drängt nun auf eine zügige Bundesverordnung mit klaren Vorgaben zu Entnahmequoten, Weidegebietskriterien und Zumutbarkeit der Zäunung.
Nach fünf Jahren muss die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag berichten, inwieweit sich die neuen Regelungen bewährt haben oder ob sie anzupassen sind.
BMELH
Baden-Württemberg startet ASP-Früherkennungsprogramm
Im September 2020 ist erstmals in Deutschland die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein nachgewiesen worden. Seit inzwischen fünfeinhalb Jahren hat sich die für Schweine hochansteckende Tierseuche in vielen Bundesländern ausgebreitet.
Dank umfassender Präventionsmaßnahmen ist das Land Baden-Württemberg bislang von massiven ASP-Ausbrüchen verschont geblieben, wie Landwirtschaftsminister Peter Hauk erklärt. Hier ist jetzt auch ein neues Früherkennungsprogramm gestartet, um unter anderem Erregereinträge in Schweinebestände zu verhindern. Im Fokus des Programms stehen regelmäßige Betriebsinspektionen und eine Verstärkung der Biosicherheitsmaßnahmen.
„Mit der Teilnahme am Früherkennungsprogramm ASP verpflichten sich schweinehaltende Betriebe zur Einhaltung bestimmter Voraussetzungen, wie eine regelmäßige Betriebsinspektion, verstärkter Biosicherheitsmaßnahmen oder regelmäßiger ASP-Erregeruntersuchungen. In der Folge erhalten diese Betriebe einen Status, der sie in die Lage versetzt, auch bei Einrichtung von Sperrzonen ohne Zeitverzug Tiere zu verbringen. Weitere Vorteile, die sich aus der Teilnahme am Programm ergeben, sind auch die Früherkennung eines eventuellen Seuchengeschehens und, durch die verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen, auch die Verhinderung des Eintrags der Seuche in Schweinebestände“, so Hauk.
Das europäische Tiergesundheitsrecht verbietet das Verbringen von Schweinen aus Betrieben, die in einer ASP-Sperrzone liegen, zunächst grundsätzlich. Ausnahmen bestehen für Betriebe, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. „Schweinehaltende Betriebe, die an dem Früherkennungsprogramm ASP teilnehmen, erfüllen die entsprechenden Voraussetzungen und können Schweine ohne zeitliche Verzögerung aus der Sperrzone verbringen. Nur so können Schweinehalter erhebliche wirtschaftliche Verluste wirksam verhindern“, sagt der Minister.
Das Früherkennungsprogramm besteht einerseits aus Betriebsinspektionen, die in dreimonatigem Abstand im schweinehaltenden Betrieb zwecks Überprüfung der Biosicherheit durchgeführt werden. Außerdem werden sogenannte Falltiere regelmäßig an den Untersuchungsämtern des Landes untersucht. Zusätzlich können Schweinehalter:innenn beim Einstieg in das Verfahren die Beratung des Schweinegesundheitsdienstes in Anspruch nehmen. Die Kosten für diese Beratung übernimmt das Land.
Für Tierärzt:innen bietet Myvetlearn.de die Online-Fortbildung Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung – Schweinebestände an.
Baden-Württemberg.de
Mitmachaktion gegen das Leid von Straßenkatzen
Der Frühling ist in Deutschland angekommen. So wird es auch bald wieder eine Flut von Katzenkitten geben, die von Straßenkatzen abstammen. Nahezu alle dieser auf der Straße geborenen „Frühjahrskätzchen“ sind krank, mehr als ein Drittel sogar schwer, wie der Deutsche Tierschutzbund mahnt. Unzählige Jungkatzen sterben unbemerkt oder werden in die ohnehin überfüllten Tierheime gebracht.
„Solange die Bundesregierung nicht handelt, werden Leid und Tod weitergehen“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und erneuert mit Nachdruck seine Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Nur so ließe sich das unermessliche Leid verringern, so Schröder. Denn die mehr als zwei Millionen Straßenkatzen in Deutschland stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängerkatzen ab.
„Viele leiden unter Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Unterernährung oder Parasitenbefall“, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Ein Überleben sei nur mit einer tierärztlichen Versorgung möglich, so Zohni weiter. Tierheime und Tierschutzvereine, die sich der Straßenkatzen annehmen, trügen dabei die Hauptlast.
Deutscher Tierschutzbund
Forster-Steinberg-Stiftung zeichnet Tierschutzprojekte aus
Alle zwei Jahre zeichnet die 2019 gegründete Forster-Steinberg Stiftung akademische Abschlussarbeiten, besondere Leistungen im Tierschutz sowie Forschungen, die dem ethischen 3R-Prinzip verpflichtet sind, aus.
Bereits im Februar 2026 wurden vier Preisträgerinnen mit dem Forschungspreis 2025/26 ausgezeichnet. Für ihr Universitäres Strategiemodell zur 3R-Implementierung (UNI3R) erhielten Herwig Grimm und Kerstin Auer (beide Vetmeduni Wien) sowie Anna-Caroline Wöhr und Helen Louton (beide LMU München) den diesjährigen Forster-Steinberg-Preis.
Einer der Studierendenpreise der Stiftung ging in diesem Jahr an die Münchener Doktorandin Katja Schmitt für ihre Dissertation „Wildtier gefunden – Was tun?“ – ein interaktives, multimediales Tutorial für die Öffentlichkeit und Polizei, Feuerwehr und sonstige Einsatzkräfte. Ebenfalls wurden Dominik Hajosi und Jennifer Rao (beide Vetmeduni Wien) für ihre Dissertation bzw. Masterarbeit mit dem Forster-Steinberg-Studierendenpreis ausgezeichnet.
Die Forster-Steinberg-Stiftung fördert die ausgezeichneten Projekte in einer Gesamthöhe von über 300.000 Euro.
LMU München
Vetmeduni Wien
Versuchstierkunde und Tierschutz weiter zusammen führen
Seit dem vergangenen Semester wird Versuchstierkunde und Tierschutz in einem neuen Lehrstuhl an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) weiter gestärkt. Hiermit sollen sowohl die artgerechte Haltung verbessert als auch der bewusste Einsatz von Versuchstieren gestärkt werden. Grundsätzlich arbeiten die Wissenschaftler:innen nach dem sogenannten 3R-Prinzip, welches als ethischer Grundsatz auch für die Forschung unter Einsatz von Versuchstieren gilt.
„Aktuell sind Tierversuche etwa in der biomedizinischen Forschung noch essenziell. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Kolleginnen und Kollegen bestmöglich dabei zu unterstützen, das 3R-Prinzip umzusetzen“, erklärt Professor Jan Baumgart, der den neuen Lehrstuhl leitet.
An der Würzburger Uni möchte Baumgart gern sein umfangreiches Wissen zu Haltung und Vorbereitung Versuchstieren weitergeben. „Auch Versuchstiere kann man trainieren. Dadurch mindert man ihren Stress, bestimmte Schritte – zum Beispiel Sedierung – fallen weg. Im Endeffekt wird der Tierversuch für das Einzeltier weniger belastend und es werden dadurch weniger Tiere benötigt“, so der Experte.
Mit Hilfe von Vorträgen und Fortbildungen sowie dem Aufbau einer Arbeitsgruppe sollen die jungen Forschenden diverse Möglichkeiten für das Networking erhalten. Dieses sei wichtig, um neueste Entwicklungen zu verfolgen und selbst anzuwenden. Neben der stetigen Forschung an Alternativen und Verbesserungen sieht Baumgart besonders eines als unersetzlich im Umgang mit Tierversuchen: Transparenz. „Mir ist äußerst wichtig, immer zu zeigen, dass wir nichts verheimlichen. Als Forschende müssen wir uns der Sensibilität des Themas Tierversuche extrem bewusst sein. Wir brauchen höchste Standards, die wir stetig prüfen, verbessern und auch für die Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt der Veterinärmediziner abschließend.
Gemeinsam mit dem Institut für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin sowie der Akademie für tierärztliche Fortbildung veranstaltet Myvetlearn.de vom 24.-26. September 2026 die nächste Online-Fortbildung für Tierärztinnen und Tierärzte zur Qualifikation als Tierschutzbeauftragte. Weitere Informationen zum Programm und der Anmeldung folgen in Kürze.
JMU
Wildbienen sind Hauptwirte für Bienenvirus
Das Akute Bienenlähmungs-Virus befällt Honigbienen. Die infizierten Insekten verlieren innerhalb kürzester Zeit die Fähigkeit zu fliegen, zittern und sterben innerhalb weniger Tage. Ein Befall mit dem Erreger kann zu einem raschen Zusammenbruch eines ganzen Volkes führen.
Das hauptsächliche Wirtsinsekt ist jedoch nicht die Honigbiene selbst, sondern die Steinhummel. Das ist das Ergebnis einer Feldstudie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Georg-August-Universität Göttingen. Demnach können auch Wildbienen Wirte für Viren sein und damit theoretisch zur Infektion von Honigbienen beitragen.
Wahrscheinliche Übertragungsorte des Akuten Bienenlähmungs-Virus sind blühende Wiesen im Sommer, auf denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insektenarten zusammentreffen. „Dort kommen die Insekten auf der Suche nach Nahrung mit eventuell virenbelastetem Material in Kontakt, zum Beispiel Pollen und Nektar“, sagt der Biologe Prof. Dr. Robert Paxton von der MLU.
Die Forschenden haben Daten an 32 Standorten in Niedersachsen und Hessen gesammelt und umfangreich ausgewertet. Mit Hilfe eines Virus-Screenings analysierten die Wissenschaftler:innen mehr als 1.700 Insekten, um herauszufinden, wie stark jede Art zur Verbreitung verschiedener Viren beiträgt. Die Forschenden berechneten für jede Kombination aus Virus und Bienenart punktgenau, wie leicht sich das Virus ausbreiten kann und wie stark jede Bienenart potenziell zur Verbreitung der Viren beiträgt. Unter anderem gelang es ihnen, drei bekannte Bienenviren und die wichtigsten Wirtsinsekten zu identifizieren.
Diese neuen Erkenntnisse könnten einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Viruskrankheiten bei Insekten leisten.
Uni Halle
ASP-Viren in südkoreanischem Schweinefutter entdeckt
Südkorea scheint die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht in den Griff zu bekommen. Seit Anfang 2026 wurde die hoch ansteckende Tierseuche in dem ostasiatischen Land bereits in 22 Betrieben nachgewiesen – in deutlich mehr Betrieben als im Vorjahr.
Die Situation wird aktuell noch durch die Entdeckung von ASP-Viren in Schweinefutter verschärft. Nach Information des Nachrichtenmagazins Korea Times geht die südkoreanische Regierung davon aus, dass Blutplasma eines infizierten Schweines in dem Futter verarbeitet worden ist. Die Regierung hat einen Rückruf und die Entsorgung der gesamten 490 Tonnen Futtermittel des entsprechenden Herstellers angeordnet. Sämtliche Chargen seien vernichtet worden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt.
Zudem hat die Regierung beschlossen, die Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinezuchtbetrieben, Schlachthöfen und Futtermühlen deutlich zu verschärfen.
Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die 9-teilige Online-Reihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 4 beschäftigt sich mit Schweinebeständen.
Topagrar
Massenkeulungen in Sibirien deuten auf MKS-Ausbruch hin – Behörden dementieren
Die russischen Behörden haben die Massenkeulung von Vieh angeordnet im sibirischen Nowosibirsk angeordnet. Der vermeintliche Grund: Fälle von Tollwut und Pasteurellose. Die fünf Bezirke Bagansky, Kupinsky, Cherepanovsky, Ordynsky und Karasuksky wurden unter Quarantäne gestellt.
Nach Informationen von Anwohner:innen erfolgten die Tötungen auch von gesunden Tieren ohne tierärztliche Untersuchungen und ohne ordnungsgemäße Genehmigungen. Offiziell werde lediglich von einer angeblich besonders gefährlichen Krankheit gewarnt. Die Landwirt:innen, die an der offiziellen Darstellung der Behörden zweifeln, fürchten um ihre Existenz.
Zur Eindämmung dieser nicht weiter benannten Krankheit hat die Regionalregierung nun den Notstand ausgerufen, um auch eine „effektive Koordination der Maßnahmen“ zu ermöglichen und die Bewegung von Tieren einzuschränken, wie Landwirtschaftsminister Andrej Schindelow erklärt.
Der Widerstand gegen die drastischen Maßnahmen und die mangelnde Kommunikation unter den Tierhaltenden wächst täglich und lässt die Menschen auf die Straße gehen. So sollen Bewohner:innen Fahrzeuge blockiert haben, die zur Tötung der Tiere eingesetzt wurden. Auch soll es zu Konfrontationen mit Polizei und Behörden gekommen sein. Die Bäuer:innen zweifeln an der Darstellung von Behördenseite, denn sowohl Tollwut als auch Pasteurellose erfordern keine flächendeckende Tötung ganzer Tierbestände.
Die durchgeführten Maßnahmen haben eher den Anschein, dass es sich um Ausbrüche der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche (MKS) handelt. Diese würde tatsächlich eine Tötung aller Tiere im Umkreis eines Ausbruchs erfordern. Hinweise darauf sehen Kritiker:innen unter anderem auch darin, dass auch Kamele getötet wurden – Tiere, die als Paarhufer ebenfalls für die MKS empfänglich sind. Die Behörden bestreiten jedoch einen MKS-Ausbruch. Ein möglicher Vertuschungsgrund könnten jedoch Handelsbeschränkungen sein. Kasachstan und Belarus sollen allerdings schon Importstopps aus Teilen Sibiriens verhängt haben.
Die Behörden reagieren bislang vor allem mit Druck: Neben Festnahmen wird laut dem Nachrichtenportal auch von Einschüchterungsversuchen der Landwirt:innen berichtet.
NTV
Euronews
Ausbruch der Maul- und Klauenseuche auf Lesbos
Auf der griechischen Insel Lesbos gibt es einen bestätigten Ausbruch der hochansteckenden und anzeigepflichtigen Maul- und Klauenseuche (MKS). Der Ausbruch wurde in einem Rinderzuchtbetrieb im nordöstlichen Teil der Insel, in der Region Pelopi, festgestellt, wie Agrobite berichtet.
Die zuständigen griechischen Behörden haben schnell gehandelt und strenge Kontrollmaßnahmen am und rund um den Ausbruchsort angeordnet. Sämtliche Exporte von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen sowie von deren Produkten und Verarbeitungsprodukten wurden gestoppt.
Dieser Ausbruch auf Lesbos zeigt, dass die Bedrohung durch die MKS in der Region wächst. Denn zuvor war am 20. Februar 2026 auf Zypern im Bezirk Larnaca ein MKS-Ausbruch festgestellt worden. Dort wurde der Virus-Serotyp SAT1 nachgewiesen, der normalerweise in Nordafrika, Asien und der Türkei vorkommt. Der auf Lesbos nachgewiesene Virus-Serotyp wird derzeit im Labor getestet.
Für Reisende auf Zypern wie Lesbos bedeutet das, jeden Kontakt zu Nutz- und Wildtieren zu vermeiden, keine Viehzuchtbetriebe, Märkte oder Ausstellungen zu besuchen und auf keinen Fall tierische Produkte (Fleisch, Milch, Käse usw.) im persönlichen Gepäck auszuführen.
Aber nicht nur in Südeuropa breitet sich das Virus aus. Auch in Deutschland gab es Anfang Januar 2025 einen MKS-Fall bei Wasserbüffeln in Brandenburg. In Deutschland konnte das Virus rasch getilgt werden und es gilt wieder der Status „MKS-frei ohne Impfung“. Anschließend breitete sich das Virus in Ungarn aus. Seit Sommer 2025 gibt es auch in verschiedenen Regionen Südafrikas immer wieder MKS-Ausbrüche.
Deutschland und Südafrika wollen nun gemeinsam den Kampf gegen die MKD angehen. Dafür hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer mit seinem südafrikanischen Amtskollegen John Steenhuisen eine sogenannte Joint Declaration of Intent unterzeichnet. Ziel der gemeinsamen Absichtserklärung ist der fachliche Austausch sowie die Stärkung der Bekämpfung- und Präventionsmöglichkeiten der Tierseuche.
„Die Auswirkungen eines Tierseuchenausbruchs trifft jede Agrar- und Lebensmittelwirtschaft hart. Nur mit sorgfältig geplanten Präventionsmaßnahmen und einer entschlossenen Bekämpfung lassen sich die Auswirkungen begrenzen“, betonte Rainer. „Von einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika profitieren beide Länder. Deutschland kann wertvolle Erfahrungen weitergeben und gleichzeitig zeigen, dass regionale Ausbrüche nicht zwangsläufig zu einem jahrelangen Importstopp führen müssen. Die Vereinbarung ist für unsere exportorientierte Agrar- und Lebensmittelwirtschaft ein wichtiges Signal.“
Die Kooperationspartner wollen einen weiteren Fokus auf die Unterstützung der Betriebe im Bereich der Biosicherheit legen. Auch bei der Diagnostik und praktikable Monitoringsysteme werden die Länder eng zusammen arbeiten.
BMELH
Jetzt für Tierschutzpreise bewerben!
Auch in diesem Jahr werden wieder Tierschutzpreise in zahlreichen Bundesländern vergeben. Wir haben einige für Sie aufgelistet:
Im Zentrum des Tierschutzpreises des Landes Sachsen-Anhalt stehen nachahmungswerte Schulprojekte, die Kindern und Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren vermitteln. Schulen in Sachsen-Anhalt mit Arbeitsgemeinschaften oder Projekten, die sich intensiv mit dem Schutz von Nutz- oder Heimtieren befassen, können sich noch bis Ende März 2026 bewerben.
Ab April 2026 (Termin wird noch bekanntgegeben) können sich Menschen, Initiativen und Vereine, die sich mit voller Leidenschaft und Engagement für den Tierschutz einsetzen und gleichzeitig den Tieren helfen, für den Deutschen Tierschutzpreis 2026 bewerben. Im vergangenen Jahr gab es erstmals eine eigene Kategorie für ein Kinder- oder Jugendtierschutzprojekt, um der Nachwuchsarbeit im Tierschutz eine besondere Gewichtung zu geben.
Das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie verleiht seinen Tierschutzpreis in 2026 bereits zum 32. Mal. Einzelpersonen, Gruppen oder landwirtschaftliche Betriebe, die sich durch außergewöhnliches Engagement und innovative Projekte im Bereich Tierschutz hervorgetan haben, können für die Kategorien Karitativer Tierschutz oder Artgerechte Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere vorgeschlagen werden oder sich selber bewerben. Eine Bewerbung ist bis zum 31. Mai 2026 möglich.
Auch die Bayerische Staatsregierung zeichnet jedes Jahr Personen und Institutionen mit Sitz bzw. Wohnort in Bayern aus, die sich um den Tierschutz besonders verdient gemacht haben. Über die Vergabe des mit 12.000 Euro dotierten Tierschutzpreises entscheidet eine Fachjury. Zusätzlich wird der Tierschutz-Sonderpreis des Staatsministers verliehen. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2026.
Der Tierschutzforschungspreis 2026 wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ausgeschrieben. Nominierungsschluss ist der 31. März 2026. Nominierungsberechtigt sind die nationalen 3R-Zentren sowie die Leitungen nationaler Forschungseinrichtungen im Bereich der Lebens- und Naturwissenschaften. Die Preisträger:innen erhalten ein Preisgeld von bis zu 100.000 Euro.
Außerdem wird der Erwin-Becker-Preis – Pferd 2026 im Rahmen des DVG-Vet-Congresses im Oktober 2026 in Berlin verliehen. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung der DVG-Fachgruppe Pferdekrankheiten würdigt alle zwei Jahre herausragende wissenschaftliche Arbeiten (Originalarbeiten) zu Pferden oder Equiden, die innerhalb der letzten zwei Jahre publiziert wurden. Bewerbungsschluss ist der 31.5.2026. Mehr Informationen dazu im DTBL 2/2026, S. 230.
Bereits am 15.5.2026 endet die Ausschreibungsfrist für den mit 20.000 Euro dotierten Stockmeyer Wissenschaftspreis 2026. Dieser Preis zeichnet herausragende lebensmittelwissenschaftliche Forschungsarbeiten aus. Die prämierten Arbeiten bestechen durch praktikable Lösungsansätze und anwendungsorientierte Forschung, die im Sinne des Stiftungszwecks zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes sowie zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln beitragen.
Weniger HPAI-Nachweise bei Vögeln in Europa
Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) hat Europa fest im Griff. Im vergangenen Winter wurden in 32 europäischen Ländern rund 400 Ausbrüche in Geflügelhaltungsbetrieben sowie bei mehr als 2.100 Wildvögeln registriert. Wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mitteilt, hat die HPAI-Zirkulation bei Wasservögeln damit ihren höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht.
Laut dem aktuellen vierteljährlichen Überwachungsbericht der Behörde sowie des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL), ist die Zahl der Nachweise bei Vögeln seit Dezember 2025 aber zurückgegangen.
Erstmals jedoch waren im Januar 2026 in Europa Antikörper gegen H5N1 bei Milchkühen nachgewiesen worden, genauer gesagt in den Niederlanden. Die Serologie in einer scheinbar gesunden Milchviehherde deutete auf eine mögliche Übertragung von Wildvögeln hin. Aktive Erkrankungen bei den getesteten Kühen wurden jedoch nicht festgestellt. Weitere Untersuchungen wurden eingeleitet und dauern noch an.
Die EFSA weist erneut auf die Dringlichkeit der Einhaltung strenger Biosicherheitsmaßnahmen hin, um die Erreger-Einschleppung in die Betriebe und die Ausbreitung zu begrenzen. Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die 9-teilige Online-Reihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 5 beschäftigt sich mit Geflügelbeständen. Zur Biosicherheit in Geflügelbeständen gibt Dr. Christine Ahlers (u. a. FTÄ für Geflügel und Mitglied im BTK-Ausschuss Geflügel) spezielle Informationen für die tierärztliche Praxis.
EFSA
NRW-Ministerin ruft zur Wachsamkeit bezüglich ND auf
Nach Niedersachsen ist Nordrhein-Westfalen das Land mit der höchsten Geflügelproduktion in Deutschland. In NRW werden mehr als 19 Millionen Legehennen, Mastputen und Jungmasthühner gehalten. Eine große Herausforderung für die gesamte Branche stellt die Geflügelpest dar, die dazu geführt hat, dass zahlreiche Betriebe ganze Herden keulen mussten.
Mit der Newcastle-Krankheit (ND) nähert sich dem Bundesland eine weitere Tierseuche. Aus Bayern und Brandenburg wurden im Februar 2026 bereits die ersten Ausbrüche in Hühner- und Putenbeständen gemeldet. Aus diesem Anlass appelliert NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen an alle Halter:innen, die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent in den Betrieben umzusetzen, um einen Eintrag der Erreger zu vermeiden.
„Unsere Betriebe der Geflügelwirtschaft haben in den letzten Monaten mit großen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Auch wenn sich die Aviäre Influenza in Nordrhein-Westfalen langsam auf dem Rückzug befindet, müssen Landwirtinnen und Landwirte weiter wachsam bleiben aufgrund der in einigen europäischen Ländern und nun auch in anderen Teilen Deutschlands auftretende Newcastle-Krankheit. Damit NRW weiterhin frei von dieser Tierseuche bleibt, ist es wichtig, die Biosicherheitsmaßnahmen in den eigenen Betrieben konsequent zu überprüfen und auch den Impfschutz der eigenen Geflügelbestände gegen die ND zu kontrollieren und bei Notwendigkeit zu aktualisieren“, so die Ministerin.
Gorißen weist zudem auf die Pflichtimpfung gegen ND hin, die in Deutschland besteht. Vor dem Hintergrund des ersten Ausbruchs der ND seit 1996 in Deutschland ist es erforderlich zu überprüfen, ob eine Auffrischung der Impfung geboten ist.
Um über die aktuelle Seuchenlage und notwendige Schutzmaßnahmen zu informieren, veranstalten der Geflügelwirtschaftsverband NRW, das Netzwerk Fokus Tierwohl und die Tierseuchenkasse NRW eine kostenfreie Online-Informationsveranstaltung am Dienstag, dem 17. März 2026, um 18:30 Uhr. Gewerbliche und private Geflügelhalter:innen sind eingeladen, sich umfassend über die aktuelle Seuchenlage, die Umsetzung der Impfpflicht, Biosicherheitsmaßnahmen sowie diagnostische Möglichkeiten zu informieren.
Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die 9-teilige Online-Reihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung. Kurs 5 beschäftigt sich mit Geflügelbeständen. Zur Biosicherheit in Geflügelbeständen gibt Dr. Christine Ahlers (u. a. FTÄ für Geflügel und Mitglied im BTK-Ausschuss Geflügel) spezielle Informationen für die tierärztliche Praxis.
Ministerium NRW
Rheinland-Pfalz zeichnet Vereine mit Tierschutzpreis aus
Zum bereits 32. Mal hat das Land Rheinland-Pfalz den Tierschutzpreis des Landes vergeben. Die drei Preisträger sind die Katzenhilfe Mainz e.V., die Pfotenhilfe Kaiserslautern e.V. / Futterausgabe der TierTafel und die Wildvogel Pflegestation Kirchwald e.V.
Seit 1994 würdigt das rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium jedes Jahr Vereine, Verbände, Behörden und Gruppen, die im Tierschutz tätig sind und mit ihren Tierschutzprojekten einen Beitrag leisten. In diesem Jahr hat das Land das Preisgeld von 6.000 Euro auf 10.000 Euro erhöht.
„In Rheinland-Pfalz gibt es eine Vielfalt an Tierschutzprojekten, in denen sich Menschen mit großem ehrenamtlichem Engagement ihren Herzensthemen widmen. Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule unserer demokratischen und solidarischen Gesellschaft. Mit dem Tierschutzpreis des Landes würdigen wir den Einsatz von Einzelpersonen und Vereinen – und das seit über 30 Jahren. Der Preis verhilft den Projekten und dem Tierschutz im Allgemeinen zu mehr Sichtbarkeit, soll zur Nachahmung anregen und er erfreut sich einer besonders hohen Popularität: In diesem Jahr können wir zum ersten Mal 10.000 Euro – und damit fast doppelt so viel wie zuvor – an Preisgeld vergeben und hatten besonders viele Einreichungen“, sagte Umweltministerin Katrin Eder bei der Verleihung des Tierschutzpreises.
Ministerium Rheinland-Pfalz
Regulierung des Tierhandels dringend erforderlich
Anfang Februar 2026 ist bei einem aus Russland nach Deutschland importierten Hund die Tollwut nachgewiesen worden. Der Deutsche Tierschutzbund hat seine Besorgnis über den aktuellen Fall und die Gefahr von illegalen und unseriösen Tierimporten zum Ausdruck gebracht. In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) fordert der Bund Maßnahmen zur Regulierung des Tierhandels.
Neben einer strikten Regulierung des Onlinehandels mit Tieren und einer Sachkundepflicht für private Tierhalter:innen mahnt der Tierschutzbund weitere Importregelungen und eine sofortige Bereitstellung von zusätzlichen Geldern für die Tierheime an.
„Der aktuelle Tollwutfall ist ein dringender Weckruf“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Gefahr durch illegale und unseriöse Tierimporte ist keine theoretische, sondern eine sehr reale Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier.“
Tierheime sind meist die einzigen Anlaufstellen für Tiere, die wegen fehlender Papiere oder Impfungen von Behörden beschlagnahmt wurden. Die meist kranken und viel zu früh von ihrer Mutter getrennten Welpen verstärken die ohnehin belastende Situation der Tierheime. Der Deutsche Tierschutzbund bezeichnet den aktuellen Tollwutfall als einen Weckruf und fordert die Politik zu einem schnellen Handeln auf.
Deutscher Tierschutzbund
Brandenburg ruft Tierschutzwettbewerb für junge Tierschützer:innen aus
Das Land Brandenburg hat erneut den Tierschutzwettbewerb ausgerufen. Bis zum 15. Juni 2026 sind Kinder und Jugendliche des Landes aufgerufen, sich mit ihren Tierschutzprojekten zu bewerben. Dabei sind der Kreativität der jungen Tierschützer:innen keine Grenzen gesetzt: die Projektideen können sowohl gemalt oder gebastelt als auch am Rechner oder mit entsprechendem Werkzeug in der Natur umgesetzt werden.
„Die bisherigen Wettbewerbe haben eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert und kreativ junge Menschen sich für den Tierschutz stark machen. Deshalb: Macht mit! Reicht eure Projekte ein – ganz gleich, ob groß oder klein. Jeder Beitrag zählt, denn überall dort, wo ihr euch mit Tierschutz und Tierwohl beschäftigt, ist schon ein wichtiger Schritt getan. Besonders freuen wir uns über Projekte, die nachhaltig wirken und mit Informations- oder Aufklärungsarbeit den Schutz der Tiere bekannt machen. Die besten Einsendungen werden nach den Sommerferien ausgezeichnet – wir sind gespannt auf eure Ideen“, betont die Landestierschutzbeauftragte Dr. Anne Zinke.
Eine fachkundige Jury wählt anschließend die besten Projekte aus. Die prämierten Projekte werden mit Geldpreisen im dreistelligen Bereich gefördert. Für das zukunftsfähigste und nachhaltigste Projekt wird zudem der extra dotierte „Zukunftspreis Tierschutz“ verliehen.
Ministerium Brandenburg
Nutztierforum 2026: Umbau der Tierhaltung muss planbarer werden
In der vergangenen Woche sind Expert:innen bei dem diesjährigen Nutztierforum am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) zusammengekommen, um über die aktuellen Herausforderungen der tiergerechten Aufzucht von Rindern und Schweinen zu diskutieren.
Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) eröffnete die Veranstaltung und forderte mehr Investition in die Forschung. „Nutztierhaltung ist ein tragender Pfeiler unserer Landwirtschaft, unserer Ernährungssicherheit und unserer ländlichen Räume. Sie sichert Wertschöpfung, Arbeitsplätze und eine verlässliche regionale Versorgung“, so Backhaus. Der Minister warnte vor einer leichtfertigen Schwächung der Lebensmittelproduktion: „Ernährungssicherheit beginnt im Stall – und sie endet nicht an der Supermarktkasse.“ Bundesweit würden Tiere und tierische Erzeugnisse 39,3 Milliarden Euro erwirtschaften – mehr als die Hälfte des landwirtschaftlichen Produktionswertes.
So machte der Minister auch klar, dass das Streben nach mehr Tierwohl, besseren Haltungsbedingungen und resilienten Systeme nicht einhergehe mit Politik, „die Betriebe in die Knie zwingt und Produktion ins Ausland verlagert“. Der Umbau der Tierhaltung müsse planbar, praxisnah und wettbewerbsfähig gestaltet werden. „So bleiben Wertschöpfung und Know-how in der Region – und zugleich werden hohe Standards bei Tierwohl und Umwelt gesichert.“
Der Minister unterstrich zudem die herausragende Rolle des FBN in Dummerstorf: „Ohne wissenschaftlich fundierte Lösungen wird es keine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Das FBN forscht vom Tier her – und genau das brauchen wir: Wissen statt Schlagworte.“
„Die tiergerechte Aufzucht von Kälbern und Ferkeln ist ein zentrales, wissenschaftlich belegtes Fundament für gesunde, leistungsfähige und resilientere Tiere. Beim Nutztier-Forum 2026 bündeln wir Erkenntnisse aus vorgeburtlichen Einflüssen, Fütterungsstrategien, Zuchtplanung und tiergerechter Praxis, um gemeinsam praktikable Wege zu entwickeln, die Tierwohl, Gesundheit und nachhaltige Produktion verbinden. Die Forschung am FBN liefert dafür evidenzbasierte Antworten – für eine zukunftsorientierte Nutztierhaltung“, betonte FBN-Vorstand Prof. Klaus Wimmers.
FBN
Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht beschlossen
Der Wolf wird als grundsätzlich jagdbare Tierart ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes hat der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in der vergangenen Woche zugstimmt.
Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf soll das Ziel verfolgt werden, die bestehenden Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren vor Wölfen, insbesondere des präventiven Herdenschutzes, um die Option der Bejagung als Teil eines Bestandsmanagements zu ergänzen und so dem Anliegen einer tragfähigen Balance zwischen den Interessen der Wirtschaftsbeteiligten an der Vermeidung von Schäden sowie dem Interesse der Allgemeinheit am Schutz des Wolfs Rechnung zu tragen.
Mit dem Beschluss könnte das Gesetz noch vor Beginn der diesjährigen Weidesaison in Kraft treten. Die weiteren Termine im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren sind nur noch eine reine Formsache.
Mit der Gesetzesänderung sollen die Regelungen zur Jagd auf den Wolf bundesweit einheitlich vollzogen werden. In einem Entschließungsantrag von Union und SPD zur Änderung des Bundesjagdgesetzes werden die Länder angehalten, mehr Haushaltsmittel für Herdenschutzmaßnahmen zu verwenden. Weiterhin sieht der Antrag einige Klarstellung von Formulierungen im Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Für den Begriff „günstiger Erhaltungszustand“ soll auf die Definition im EU-Recht verwiesen werden. Liegt dieser Zustand bei einer Population nicht vor, soll die zuständige Behörde Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung ergreifen.
Wie Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) in einer Sachverständigenanhörung im Ernährungsausschuss zu Beginn der Woche erklärte, müsse schnell und unbürokratisch gehandelt werden, um Problemwölfe möglichst zu erlegen. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf werde spät, aber nicht zu spät, einer sich veränderten Wirklichkeit Rechnung getragen. Herdenschutz bleibe jedoch weiterhin notwendig und müsse dauerhaft gefördert werden, so der DJV-Präsident.
Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt die Gesetzesnovelle. Die Landwirtschaft brauche beim Wolf endlich Rechtssicherheit statt unverbindlicher Absichtserklärungen, mahnte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Notwendig sei zudem eine generelle Entnahmequote von 40 % des Wolfzuwachses. In Regionen, in denen Herdenschutz technisch oder wirtschaftlich nicht vertretbar sei, müsse sichergestellt werden, dass sich keine Wölfe ansiedelten.
Deutscher Bundestag
Agrarheute
Bis zu 200 Rinder in Norditalien von IBR-Ausbruch betroffen
Die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR), eine anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Rindern, die durch das Bovine Herpesvirus-1 (BHV-1) ausgelöst wird, breitet sich aktuell unter Rindern im Norden Italiens aus. In den vergangenen Wochen sind zwischen 150 und 200 Tiere in Betrieben im südlichen Trentino positiv auf das Virus getestet worden.
Die Landwirt:innen sind besorgt, da sich BHV-1 rasant zwischen Tieren ausbreiten kann. Neben der Tatsache, dass der IBR-Erreger zunächst keine sichtbaren Symptome zeigt, beunruhigt die Tierhalter:innen auch, dass in der Region seit über 20 Jahren gegen diesen Erreger angekämpft wird. Diese jahrelange Latenz kann die IBR so schwer beherrschbar machen.
Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie hohes Fieber, eitrig-schleimigen Nasenausfluss, Husten und Atemnot sowie einen starken Rückgang der Milchproduktion. Bei trächtigen Kühen kann eine Infektion Fehlgeburten auslösen. Eine Übertragung des Erregers auf den Menschen ist hingegen ausgeschlossen.
Deutschland gilt seit annähernd neun Jahren als BHV-1-frei. Das Monitoring und die Bekämpfung durch strenge Verordnungen der Krankheit wurde jedoch fortgesetzt, um den Status zu sichern.
Merkur
Solarweiden können zum Tierwohl beitragen
Weltweit sorgt der Klimawandel für Extremtemperaturen in den Sommermonaten. Die Beweidung unter Photovoltaikanlagen kann Schafsherden zugute kommen, denn die Solarmodule bieten den Tieren auf der Weide ausreichend Schatten. Das geht aus einer neuen Studie der Universität Göttingen hervor, die das Verhalten von Schafen über zwei Weideperioden hinweg untersucht hat.
Die mit GPS-Halsbändern ausgestatteten Tiere konnten während der Untersuchungen zwischen einem Bereich mit und einem ohne Solarmodule wechseln. In beiden Bereichen war eine gleiche Menge Futter bereitgestellt. An heißen Tagen bevorzugten die Schafe die schattigen Bereiche unter den Photovoltaikanlagen, während sie nachts eher offene Flächen aufsuchen.
„Solarweiden bieten nicht nur eine Möglichkeit zur nachhaltigen Flächennutzung, sondern können auch zum Tierwohl beitragen, etwa durch Hitzeschutz“, erklärt Erstautorin Caroline Siede aus der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. Allerdings seien für belastbare Aussagen zu langfristigen Effekten weitere Studien nötig.
Land und Forst
Petition sucht Unterstützer für Nachtfahrverbot von Mährobotern
Mehr als 160.000 Menschen aus ganz Deutschland haben bereits Petitionen für ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter zum Schutz heimischer Igel unterschrieben. Der Einsatz der Mähroboter soll demnach mindestens von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang verboten werden, fordert die vor einer Woche von der Igelschützerin Bianca Dirigl aus Regensburg ins Leben gerufene Petition, die bereits 51.000 Unterschriften sammeln konnte (Stand: 24.2.2026).
„Ich engagiere mich ehrenamtlich in einer Pflegestelle für Igel, die ich gegründet habe. Was wir in den letzten Jahren erleben, erschüttert mich zutiefst: Igel mit tiefen Schnittverletzungen im Gesicht, mit abgetrennten Beinen, mit schweren Infektionen, sind alles keine Seltenheit mehr“, so Drigil. Die verletzten Tiere würden tagelang leiden, viele verenden an ihren Verletzungen.
Drigil ist mit ihrer Forderung nicht allein: derzeit gibt es 23 Petitionsaufrufe für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern, da sie die Tiere nicht erkennen und Igel bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich einrollen.
Seit Oktober 2024 gilt der westeuropäische Igel erstmals laut der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“. Die Bestände sind in mehr als der Hälfte der Länder, in denen die Tiere leben, zurückgegangen – darunter auch Deutschland.
Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen und TFA Online-Fortbildungen zur Behandlung und Pflege von Igeln.
Zur Petition >>>
Sonderpreis für besonderes Engagement für mehr Tierwohl
Besonderes Engagement für mehr Tierwohl lohnt sich. Das findet auch die Initiative Tierwohl (ITW). Sie zeichnet in diesem Jahr erstmals besonderes Tierwohlengagement mit dem Sonderpreis
im Rahmen des renommierten CERES AWARD aus. Der Sonderpreis ist mit 2.500 Euro dotierten und würdigt die ITW Landwirtinnen und Landwirte, die über innovative und praxistaugliche Maßnahmen deutliche Verbesserungen für das Wohl ihrer Nutztiere erreichen.
Die Bewerbungsphase läuft vom 16. Februar bis 31. März 2026. Interessierte Geflügel- und Rindermäster sowie schweinehaltende Betriebe können in den Bewerbungsunterlagen für den CERES AWARD einfach das entsprechende Kästchen zum Sonderpreis markieren und zwei Zusatzfragen beantworten. Die Preisverleihung findet am 21. Oktober 2026 während der Nacht der Landwirtschaft
statt.
Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen stehen unter ceresaward.de bereit.
Kostenfreie Kastrationsaktion soll Katzenleid in Schleswig-Holstein verringern
In Schleswig-Holstein werden noch bis Mitte März 2025 vielerorts wieder wild lebende Katzen kostenfrei von Tierärzt:innen kastriert. Damit soll laut Landesregierung die weitere, unkontrollierte Fortpflanzung der schätzungsweise 75.000 Streunerkatzen im Land verhindert werden.
Bis Mitte März können in vielen Gemeinden vor allem Tierschutzvereine, aber auch Privatpersonen, wild lebende Katzen einfangen und in der teilnehmenden Tierarztpraxis kostenfrei kastrieren lassen. Dafür verzichten die Tierärzt:innen auf ihr Honorar von 30 Euro. Die übrigen Kosten, die sich für die Kastration von Katern auf 125 Euro und für Katzen auf 156 Euro belaufen, werden über einen Fonds der Landestierärztekammer abgerechnet.
Der Fonds setzt sich aus Geldern des Landes (€ 10.000), des Tierschutzbundes auf Landes- und auf Bundesebene (€ 10.000) sowie Spenden (€ 15.000) zusammen. Zudem übernehmen die teilnehmenden Gemeinden 50 Prozent der Kosten für Kastrationen, die in ihren Gebieten anfallen. Voraussetzung für eine kostenfreie Kastration ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums, dass das Tier in einer der teilnehmenden Gemeinden gefangen wurde. Der Fänger muss außerdem einen Vordruck ausfüllen und damit bestätigen, dass es sich tatsächlich um eine frei lebende Katze handelt. Nach der Kastration müssen die Tiere an der Stelle wieder ausgesetzt werden, an der sie gefangen wurden.
Laut Tierschutzbund werden seit 2014 frei lebende Katzen in Schleswig-Holstein in bestimmten Zeiträumen kostenlos kastriert – in der Regel einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Die Aktion sei ein Erfolgsmodell, um das Elend der Tiere zu vermindern, erklärt Ellen Kloth, Vorsitzende des Tierschutzbundes im Land.
Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bei der Frühjahrs- und Herbstaktion insgesamt knapp 3.700 Katzen kastriert. Im 2. Quartal dieses Jahres soll neben den kostenfreien Kastrationen außerdem die neue Katzenschutzverordnung in Kraft treten. Darin wird u.a. eine Kastrationspflicht für Hauskatzen mit Freigang vorgeschrieben.
Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein fordert darüber hinaus einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Katzenhalter. Der Verband sieht durch Katzen den Artenschutz bedroht. „Jede Katze frisst etwa 200 Kleintiere, also Kleinsäuger, Vögel, Reptilien pro Jahr, was einen erheblichen Einfluss auf die Vielfalt in der Landschaft haben kann. Wir reden immerhin von 15 Millionen Kleintieren“, sagt Marcus Börner, Geschäftsführer beim Landesjagdverband. Deshalb sollten Katzen während der Brut- und Setzzeit keinen Freigang haben. Der „Führerschein“ würde dafür sorgen, dass sich künftige Katzenhalter mit dem Thema Hauskatze auseinandersetzen, ihrer Gesundheit, der Ernährung, dem Sozialverhalten, dem Thema Krankheiten und dem Einfluss auf Natur und Umwelt, so Börner.
Auch die Tierärzteschaft hat beim Deutschen Tierärztetag in Dortmund im Oktober 2025 Forderungen nach mehr Sachkunde von Tierhaltern formuliert.
Landesportal Schleswig-Holstein
Praxistipp für Tierärzt:innen: Das Digitale OP-Buch Kleintier von Vetion.de umfasst aktuell rund 70 OP-Videos zur Knochen- und Weichteilchirurgie, die auf 20 Kapitel übersichtlich aufgeteilt sind.
Mecklenburg-Vorpommern fördert Tierheime weiter
Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern können noch bis zum 31. März einen Antrag auf Förderung stellen. Antragsberechtigt sind alle Einrichtungen, die Fundtiere und sichergestellte Tieren sowie Wildtiere unterbringen.
Die Zuwendungen aus dem Landeshaushalt können für Neu-, Erweiterungs-, Aus- und Umbauten sowie Modernisierungen beantragt werden. Das Land unterstützt zudem die Verbesserung hygienischer und energetischer Funktionalität sowie der Ausstattung, der Ausgestaltung und Ausrüstung von Tierunterbringungsplätzen mit bis zu 90 Prozent der Ausgaben. Die fünfjährige Zweckbindung ab der letzten Auszahlung verbietet eine Veräußerung, Verpachtung oder zweckentfremdete Verwendung der geförderten Investitionen während dieses Zeitraumes.
„Aufgrund regelmäßiger Besuche kenne ich den Zustand der Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern und weiß um die Notwendigkeit von dringenden Investitionen. Daher setze ich mich für eine kontinuierliche Unterstützung aus dem Landeshaushalt ein. Auch für den nächsten Doppelhaushalt wurden entsprechende Mittel angemeldet. Denn Ehrenamt und Tierschutz sind unverzichtbare Säulen einer solidarischen und verantwortungsvollen Gesellschaft“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
Ministerium Mecklenburg-Vorpommern
Spanien: ASP-Nachweise außerhalb der Ausbruchszone
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Spanien weiter aus. Nach dem ersten Ausbruch der Tierseuche Ende November 2025 in der Region Barcelona, wurden innerhalb des Restriktionsgebiets rund 155 mit ASP-infizierte Wildschweine gefunden.
Nun sind erstmals zwei an der ASP verendete Wildscheine außerhalb des ursprünglichen Ausbruchsgebiets entdeckt worden. Die Tiere wurden in der Nähe der westlich gelegenen Städte El Papiol und Molins de Rei im Großraum Barcelona gefunden. Als Reaktion auf die Funde schränkten die katalanischen Behörden Personen- und Viehtransporte weiter ein.
„Es war zu erwarten, dass irgendwann eines der Wildschweine nach Süden ziehen würde“, erklärt der Leiter der katalanischen Landwirtschaftsbehörde, Oscar Ordeig.
Schweizerbauer
Sachsen-Anhalt meldet Tierschutzverstöße in jeder fünften Tierhaltung
In Sachsen-Anhalt haben behördliche Kontrolleur:innen im Jahr 2024 in mehr als 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe Verstöße festgestellt. Das geht aus dem gerade vorgelegten Tierschutzbericht des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes hervor. Wie das Ministerium mitteilt, ist die Gesamtzahl der Verstöße jedoch um 10,5 % zurückgegangen. Insgesamt wurden 2.190 Betriebe im Jahr 2024 kontrolliert. Die meisten Verstöße hätten die Kontrolleur:innen in Schweine-, Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltungen dokumentiert.
Neben der mangelhaften Versorgung und Behandlung kranker und verletzter Tiere hätten die Behörden auch bei der Futter- und Wasserversorgung, der Pflege und Unterbringung sowie bei der Verfügbarkeit von fähigem Personal Verstöße entdeckt. Bei 17 Kontrollen seien schwerwiegendste Verstöße festgestellt worden, so der Bericht. Gerichtliche Maßnahmen waren in zwölf Fällen nötig. Eine unzureichende finanzielle, personelle und räumliche Ausstattung der Betriebe sei hauptsächlich die Ursache für die schwerwiegendsten Verstöße gewesen.
„Tierschutz ist ein kontinuierlicher Prozess, der nur durch gemeinsames Engagement von Politik, Landwirtschaft, des Handels, aber auch jedes einzelnen Bürgers – erfolgreich sein kann“, erklärt Landwirtschaftsminister Michael Richter. „Es ist wichtig, dass wir in der Landwirtschaft innovative Lösungen fördern, die Tierschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden.“
MDR
Ministerium Sachsen-Anhalt
Fangprämien für Waschbären und Nutrias sollen Population reduzieren
Nutrias haben in Deutschland keine natürlichen Feinde und können sich daher zahlreich vermehren. So auch in Teilen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens, wo die invasiven Biberarten seit Januar 2024 ganzjährig bejagt werden dürfen. Gleichzeitig wächst auch die Nachfrage nach dem fettarmen Fleisch der einst für ihre Pelze gezüchteten Nutrias stetig, sodass sich die Jagd auf die Nager lohnt.
Da sich die Art in vielen Regionen explosionsartig vermehrt hat, werden die Tiere mit speziellen Lebendfallen gefangen, die in der Regel mit einem Meldesystem versehen sind, und anschließend erschossen. In einigen Regionen haben Gemeinden und Städte das „Kopfgeld“ auf Nutrias erhöht, in Hamburg wurde die Fangprämie sogar von 7 auf 14 Euro verdoppelt. Zudem hat die Stadt das Jagdgebiet ausgeweitet. In Niedersachsen sind im Jagdjahr 2024/2025 rund 19,5 % mehr Nutrias als im vorherigen Jagdjahr erlegt worden (knapp 54.000).
Auch die Waschbärpopulation nimmt in einigen Regionen Deutschlands immer mehr zu und entwickelt sich zu einem größeren Problem, so auch in Hamburg. Hier werden zunehmend Waschbären in der Stadt gesichtet. Die Deutsche Wildtier-Stiftung geht davon aus, dass die invasive Art heimische Tiere wie Singvögel, Amphibien und Reptilien immer mehr zurückdrängt. Zudem übertragen Waschbären Parasiten, plündern Nistplätze und Mülltonnen und beschädigen Dachisolierungen.
Die CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft setzt sich daher in einem Antrag für ein „konsequentes Management“ der invasiven Art ein. Analog zur Fangprämie plädiert die Partei für eine Waschbär-Prämie, um die effektive Bejagung der invasiven Art zu fördern, heißt es in dem Antrag. Das Beispiel Nutria zeige, wie schnell es zu einer schädlichen Überpopulation einer invasiven Art in Hamburg gekommen ist, erklärt Ralf Niedmers, jagdpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.
Kranke oder geschwächte Wildtiere werden auch häufiger in der Tierarztpraxis vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de die ATF-anerkannte E-Learningreihe Wildtiere in der Tierarztpraxis an, bei der sich Tierärzt:innen online fortbilden können. Eine separate Reihe richtet sich an Tiermedizinische Fachangestellte. Beide Kursreihen enthalten zudem zahlreiche interaktive Elemente, die einerseits den Spaß steigern und andererseits die Bearbeitung der Inhalte intensivieren
Westfälischer Anzeiger
Sat1
Hessen nun fast vollständig BTV-Handelsrestriktionszone
Nachdem zu Beginn dieser Woche die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) im rheinland-pfälzischen Landkreis Mainz-Bingen sowie im hessischen Kreis Bergstraße nachgewiesen worden ist, musste die ursprüngliche Sperrzone entsprechend vergrößert werden. Wie das Hessische Landwirtschaftsministerium mitteilt, befindet sich das Land Hessen mit nur wenigen Ausnahmen innerhalb der BTV-8-Handelsrestriktionszone.
Um Tiere vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen, wird Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen dringend geraten, ihre Tiere gegen die BTV-Serotypen 3, 4 und 8 schnell impfen zu lassen. Im Falle der Impfung gegen BTV-4 und 8 kann ein Kombinationsimpfstoff eingesetzt werden. Die Tatsache, dass BTV-4 in den vergangenen Jahren in Frankreich nachgewiesen wurde, lässt vermuten, dass sich dieser Serotyp auch in Deutschland ausbreiten wird.
Mit einer weiteren Ausbreitung von BTV-8 in Deutschland sei zu rechnen, so das Ministerium weiter. Denn mehrere BTV-8-Ausbrüche in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen lassen auf ein erhöhtes Risiko schließen. Die Impfungen sollten vor der nächsten Infektionswelle abgeschlossen sein, die mit einer Vermehrung der Stechmücken, die das Virus übertragen, in der wärmeren Jahreszeit beginnt.
Landwirtschaftsministerium Hessen
HPAI seit 20 Jahren in Deutschland
Vor beinahe genau 20 Jahren hat das hochpathogene aviäre Influenzavirus (HPAIV) vom Typ H5N1 erstmals in Deutschland für Ausbrüche gesorgt. Am 14. Februar 2006 waren auf der Insel Rügen die ersten beiden Singschwäne tot aufgefunden und positiv auf das Virus getestet worden. Danach ist das Virus auf zahlreiche weitere Wildvögel und die ersten Geflügelbestände übergesprungen, auch ein Steinmarder und zwei Freigänger-Katzen waren betroffen.
Die ersten HPAIV-Ausbrüche in Deutschland bedeuteten auch den Start von Real-Time PCR für die schnelle und sichere Diagnostik großer Probenzahlen im Rahmen eines solchen Ausbruchsgeschehens. In den vergangenen Jahren wurde die Diagnostik jedoch perfektioniert und Next-Generation-Sequencing (NGS) erlaubt das schnelle Erfassen ganzer H5N1-Genome in kürzester Zeit – ein enormer Vorteil für die Einschätzung des Zusammenspiels von Umwelt, Wildvogelpopulationen und Biosicherheit in Nutztierhaltungen. Zudem wurde die Kommunikation professionalisiert und Abläufe zwischen Behörden sind heute weitgehend harmonisiert.
Leider hat sich auch das Virus weiterentwickelt, was zu einer weltweiten Ausbreitung geführt hat. Die Aktualität des Themas Aviäre Influenza (AI) ist keineswegs gebrochen, nicht zuletzt, weil HPAI-Viren Euterentzündungen bei tausenden Milchkühen in den USA und zuletzt in den Niederlanden verursacht haben. Aber das Virus breitet sich nach wie vor unter verschiedenen Wildvogelarten aus: einerseits führte das Virus in Brutkolonien von Küstenvögeln zu erheblichen Verlusten, nur wenige Monate später, im Herbst und Winter 2025/26, verstarben allein in Deutschland und weiteren Teilen Europas tausende Graukraniche.
Der Schutz von Wildvogelpopulationen und Geflügelbeständen, wirtschaftliche Folgen sowie das Monitoring möglicher zoonotischer Risiken der HPAI Viren und der Schutz des Menschen stellen weiterhin große Herausforderungen dar. Zu diesen Themen forscht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in vielen internationalen Verbundprojekten weiter intensiv. Es berät Entscheidungsträgerinnen und -träger in der Seuchenbekämpfung, erarbeitet optimierte diagnostische Konzepte, führt Daten zusammen und analysiert sie. Monatliche aktualisierte Risikoabschätzungen unterstützen Geflügelhaltende, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Vogelschützende in der Bekämpfung und Prävention vor Ort.
FLI
Leid von Straßenkatzen durch Kastrationspflicht endlich beenden
Einmal mehr macht der Deutsche Tierschutzbund auf das Leid von Millionen Straßenkatzen aufmerksam, die jeden Tag in Deutschland um ihr Überleben kämpfen. Der Verband fordert die Politik auf, endlich eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen einzuführen, um dieses Leid nachhaltig zu bekämpfen. Gleichzeitig sind auch die Bürger:innen aufgefordert, den armen Kreaturen zu helfen, vor allem Katzenhalter:innen müssen Verantwortung übernehmen, indem sie ihre Katzen und Kater mit Freigang kastrieren lassen.
„Der Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung kann nur durch Kastration beendet werden – und zwar sowohl der Straßenkatzen als auch der Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Die Politik muss endlich handeln! Es braucht dringend eine bundesweit flächendeckende gesetzliche Regelung – genau wie die Aufklärung der breiten Bevölkerung und das Engagement jedes einzelnen Tierfreundes. Denn jede Katze verdient Schutz, Fürsorge und unsere Unterstützung“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Mehr erfahren >>>
Deutscher Tierschutzbund
Gutachten empfiehlt Überarbeitung der EU-Tierschutzgesetzgebung zur Putenhaltung
In der Europäischen Union konzentriert sich die Putenhaltung auf wenige Hauptländer. Seit dem Jahr 2017 ist Polen das Land mit der höchsten Putenproduktion, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Hierzulande wurden im Jahr 2024 mehr als 30 Millionen Puten geschlachtet.
In der EU existiert bislang für die Putenhaltung keine eigene Regelung. Derzeit gilt lediglich die allgemeine Tierschutzrichtlinie 98/58/EG. So wurde die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beauftragt, das Wohlergehen von Puten (einschließlich Zuchtputen und Puten zur Fleischproduktion) auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands zu untersuchen.
Das gerade veröffentliche Gutachten belegt, dass es in der europäischen Putenhaltung viele tierschutzrelevante Probleme gibt. Darunter fallen eine zu hohe Besatzdichten und Federpicken. In ihrer Stellungnahme fordert die EFSA deutlich strengere Tierschutzstandards, um gravierende Mängel zu beheben.
Die Behörde identifizierte 19 zentrale Punkte, die das Wohlbefinden von Puten beeinträchtigen können. Dazu zählen Bewegungseinschränkungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Haut- und Gewebeschäden sowie Stress durch Hitze oder Kälte. Neben den genannten Besatzdichten und feuchter Einstreu zählen auch fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten, schlechte Luftqualität und extreme Temperaturen zu den beeinträchtigen Faktoren.
Deutlich positioniert sich die EFSA gegen das Kürzen des Schnabels, das Entfernen des Hautanhangs am Schnabel („Snood“) und das Kürzen der Zehen. Diese Eingriffe sollen nach Empfehlung der Behörde schrittweise auslaufen.
Die Stellungnahme dient der Europäischen Kommission als wissenschaftliche Grundlage für mögliche neue Vorschriften. Nach der umfassenden wissenschaftliche Bewertung formuliert die EFSA deshalb konkrete Empfehlungen für die Überarbeitung der EU-Tierschutzgesetzgebung.
Agrarheute
Belgischer Rinderhalter wegen selbst durchgeführter Kaiserschnitte angeklagt
Ein pensionierter Landwirt aus dem belgischen Vielsalm steht aktuell vor dem Berufungsgericht in Lüttich, weil er eigenmächtig Kaiserschnitte bei seinen Kühen durchgeführt hat. Nach Informationen des Belgischen Rundfunks BRF habe der Tierhalter, der Rinder der Rasse „Blanc Bleu Belge“ züchtete, selbst zugegeben, mehr als hundert Geburten pro Jahr selbst begleitet zu haben, obwohl das Gesetz vorschreibe, dass solche Eingriffe ausschließlich von Tierärzt:innen vorgenommen werden dürfen.
Der Beklagte gab als Grund an, dass es einen Mangel an Tierärzt:innen in seiner Region gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe von 32.000 Euro. Die Verteidigung beantragt eine Strafaussetzung.
Kontrolleuer:innen der Lebensmittelagentur Afsca waren bereits im Jahr 2022 stutzig geworden, nachdem sie festgestellt hatten, dass deutlich mehr Kälber geboren wurden, als Kaiserschnitte durch einen Tierarzt abgerechnet waren und Rinder dieser Rasse nicht ohne Kaiserschnitt gebären können.
BRF
Sachsen ist offiziell ASP-frei
Seit dem 5. Februar 2026 ist der Freistaat Sachsen offiziell frei von Afrikanischer Schweinepest (ASP). Wie die für Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerin Petra Köpping in der vergangenen Woche erklärte, liege der letzte offiziell bestätigte ASP-Fall genau ein Jahr zurück.
„Von uns fällt eine große Last ab. Fünfeinhalb Jahre ASP-Bekämpfung waren für die Beteiligten ein unglaublicher Kraftakt, den wir erfolgreich gemeistert haben. In den ersten drei Jahren haben wir diese Krise noch parallel zur Corona-Pandemie gemanagt. Ich danke allen Beteiligten bei mir im Haus, in der Landesuntersuchungsanstalt, in der Landesdirektion, den Veterinärämtern vor Ort, der Jägerschaft, den Land- und Forstwirten. Es war eine sehr kollegiale und fachlich fundierte Zusammenarbeit. Dank dieser können wir heute das Ende dieser Tierseuche im Freistaat erklären“, so die Ministerin.
Seit dem ersten Ausbruch der Tierseuche im Herbst 2020 wurden in Sachsen insgesamt rund 2.400 ASP-Fälle nachgewiesen. Neben der Errichtung von mehr als 830 Kilometer Schutzzäune, von denen inzwischen rund 480 Kilometer Zäunung zurückgebaut werden konnten, hat der vielfache Einsatz von Kadaversuchhunden und Drohnen sowie hunderte Ernte- und Drückjagden zu einer massiven Reduzierung der Wildschwein-Bestände geführt, so Köpping weiter. Insgesamt hat der Freistaat rund 60 Millionen Euro für die ASP-Bekämpfung aufgebracht.
„Besonders froh bin ich über die Tatsache, dass ein Eindringen des Virus in Hausschweinbestände erfolgreich verhindert wurde. Die Landwirte haben in ihren Betrieben sehr akkurat auf Biosicherheit und Hygiene geachtet. Das wird auch in Zukunft nötig sein, damit das Virus nicht doch einen Weg in diese Bestände findet. Denn nicht nur in Ost- und Südeuropa, sondern auch in den westlichen Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell ASP-Ausbrüche. Deshalb gilt weiter: Essensreste dürfen nicht wahllos weggeworfen werden, sondern gehören in geschlossene Behälter. Tote Wildschweine sollten sofort dem örtlichen Veterinäramt gemeldet werden“, betonte die Ministerin abschließend.
Medienservice Sachsen
Zoos unterstützen die Rückkehr bedrohter heimischer Arten
Am 7. Februar wird jedes Jahr der Internationale Reverse the Red Day gefeiert. An diesem Tag machen die Zoos und Naturschutzorganisationen auf die Naturschutzbemühungen aufmerksam, um den Trend des Verlusts der biologischen Vielfalt umzukehren. Ziel der Zoos ist es, dass Arten auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN in weniger bedrohte Kategorien zurückgestuft werden und das Risiko des Aussterbens der gefährdeten Arten verringert wird. Gefährdete Arten sollen wieder eine Zukunft haben.
„Wir wissen, dass Artenschutz wirkt – wenn wir ihn konsequent betreiben und zusammenarbeiten“, sagt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Zoos leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie sichern genetische Vielfalt, ermöglichen Wiederansiedlungen und sensibilisieren Millionen Besucherinnen und Besucher für den Schutz der Natur.“
So zeigen die Bemühungen der Organisationen schon zahlreiche positive Ergebnisse: Nachdem beispielsweise die Przewalski-Pferde in der Natur bereits als ausgestorben galten, konnte das koordinierte Europäische Zuchtprogramm unter Beteiligung einer Vielzahl von Zoos dazu beitragen, dass die Art heute wieder durch die Steppen der Mongolei und Kasachstans streifen.
Auch die Vietnamesische Krokodilschwanzechse, von der es in freier Wildbahn nur noch wenige Exemplare gab, profitiert vom Austausch wissenschaftlich geführter Zoos. Durch ein Erhaltungszuchtprogramm des Kölner Zoos konnten schon annähernd 50 Nachzuchten in zweiter Generation aufgezogen werden. Zwölf Tiere wurden im Herbst 2025 nach Vietnam zurückgeführt und stehen dort für das erste Wiederauswilderungsprogramm bereit.
OTS
Neues Positionspapier zu Tiergesundheit und Tierwohl von Kälbern
Kälber haben besonders in ihren ersten Lebenswochen ein hohes Erkrankungsrisiko. Um dieses zu verringern und einen guten Grundstein für das Immunsystem, den Stoffwechsel und das Verhalten zu legen, ist in dieser wichtigen Phase neben geeigneten Haltungsbedingungen und frühen sozialen Kontakten besonders die frühzeitige und ausreichende Kolostrum- und Milchversorgung von Bedeutung.
Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) hat ein neues Positionspapier zur tiergerechten Kälberaufzucht erarbeitet. Darin weisen die Wissenschaftler:innen auf die Relevanz der ad-libitum-Milchversorgung, einer frühzeitigen Gruppenhaltung sowie auf die Bedeutung der kuhgebundenen Kälberaufzucht hin. Ein weiterer Fokus des Positionspapiers liegt in der Einordnung der aktuellen gesetzlichen Vorgaben sowie der Gegenüberstellung der weitergehenden wissenschaftlichen Empfehlungen, unter anderem der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).
„Eine tiergerechte Kälberaufzucht ist keine optionale Zusatzleistung, sondern eine Investition in Tiergesundheit, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz der Milchviehhaltung“, betonen die Autor:innen. Die empfohlenen Maßnahmen würden sich langfristig durch robustere, gesündere Tiere auszahlen, auch wenn der Aufwand zu Beginn höher sei.
Unter dem Titel „Tiergerechte Aufzucht von Kälbern – Herausforderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen für die Praxis“ stellt das Positionspapier die wesentlichen Stellschrauben für Tiergesundheit und Tierwohl bereit und formuliert konkrete Empfehlungen für Landwirtschaft, Beratung und Politik.
FBN
Naturschutzmaßnahmen mit Wildtieren verbessern
Die Naturschutzmedizin (Conservation Medicine) beschäftigt sich unter anderem mit der Gesundheit von Menschen und Tieren im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren und ökologischen Herausforderungen. Friederike Pohlin betreibt am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) Forschung an freilebenden Tieren aller Größenordnungen. Ihr Ziel sind unter anderem die Verbesserung von Naturschutzmaßnahmen mit Wildtieren. „Mein Team setzt sich für wirksame und humane Wildtierschutzmaßnahmen ein“, erklärt die neue FIWI-Assistenzprofessorin. „Zur praktischen Umsetzung und für Empfehlungen an die Politik braucht es wissenschaftliche Grundlagen.“
Im Fokus ihrer Forschungsarbeit stehen vor allem Anästhesieverfahren, Um- und Wiederansiedlungen sowie die Überwachung der Wildtiergesundheit. Ihr Herz schlägt besonders für Nashörner, seit sie deren Leid auf einer Studienreise nach Südafrika miterleben musste. Für ihr Horn werden die vom Aussterben bedrohten Dickhäuter brutal gewildert. „Oft wird es ihnen samt halbem Schädelknochen abgeschnitten“, so Friederike Pohlin. „Nicht selten verenden Tiere, die das überleben, kläglich.“ Die Wissenschaftlerin promovierte zum Nashorn-Transportstress, absolvierte eine europaweite Fachausbildung als Veterinäranästhesistin und kam 2020 als Karenzvertretung an die Vetmeduni Wien. Das Fachtierärztinnendiplom für Zoo- und Wildtiere hat sie ebenfalls in der Tasche. „Die klinischen Skills waren mir immer genauso wichtig wie die wissenschaftlichen“, erklärt die 38-Jährige. Die Anästhesie etwa ist unerlässlich in der Wildtierarbeit. Egal, ob es gilt, Nashörner in Safe Spaces zu verfrachten oder, wie in einem hiesigen Projekt, Rotwild zu Forschungszwecken GPS-Halsbänder umzulegen – freiwillig machen die vierbeinigen Schützlinge da nicht mit. „Das erfordert Spezialwissen und stetige Optimierung der Methoden.“
Aktuell stehen Studien mit heimischen Wildtieren sowie Nashorn-Nachfolgeprojekte auf dem Plan. Für Letztere hat sie Hydrierungsmethoden mitentwickelt und sich wegen deren reisebedingten Magen-Darm-Problemen mit deren Mikrobiom beschäftigt.
Kranke oder geschwächte Wildtiere werden auch häufiger in der Tierarztpraxis vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de die ATF-anerkannte E-Learningreihe Wildtiere in der Tierarztpraxis an, bei der sich Tierärzt:innen online fortbilden können. Eine separate Reihe richtet sich an Tiermedizinische Fachangestellte. Beide Kursreihen enthalten zudem zahlreiche interaktive Elemente, die einerseits den Spaß steigern und andererseits die Bearbeitung der Inhalte intensivieren.
Vetmeduni Wien
Rotfüchse werden intensiv gejagt
Nach Informationen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) wurden im vergangenen Jahr rund 467.000 Jägerinnen und Jäger gezählt. Das entspricht einer Zunahme von mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 1996. An der Spitze liegt Nordrhein-Westfalen mit 100.000 Jäger:innen, gefolgt von Bayern und Niedersachsen. Auch Schleswig-Holstein vermeldet einen Zuwachs, hier sind mehr als 22.600 Menschen Inhaber eines Jagdscheines.
Um die Population der Raubtiere in Deutschland zu kontrollieren, finden einmal im Jahr die Raubwildwochen statt, bei denen unter anderem invasive Arten wie Marderhund oder Waschbär verstärkt gejagt werden. Außerdem steht der Rotfuchs im Fokus der Jäger:innen. Die sogenannten Fuchswochen sollen den Bestand regulieren sowie Krankheiten bekämpfen, heißt es von Seiten des Landwirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein. Durch das Töten von tausenden Raubtieren soll die Biodiversität geschützt werden. Nagetiere, Vögel und Jungtiere stehen auf dem Speiseplan der Füchse, die so gut wie keine natürlichen Feinde haben.
Zudem sei der Fuchs Überträger zahlreicher Krankheiten, wie Staupe, Räude und des Fuchsbandwurmes. Nach Einschätzung des Ministeriums tragen die Fuchswochen dazu bei, das Risiko solcher Erkrankungen zu reduzieren. Kritik an der Intensivjagd gibt es vom Naturschutzbund NABU, der argumentiert, dass die Bestände auf diese Art nicht reduziert würden.
„Selbst in den 1960er- bis 1980er-Jahren, als zur Tollwutbekämpfung Füchse bis zum Geht-nicht-mehr bejagt und die Bauten begast wurden, hat man zwar die Population herunterdrücken, aber doch nicht so weit wie gewünscht minimieren können“, erklärt Fritz Heydemann, stellv. Landesvorsitzender des NABU. Würden dominante Füchse getötet, rückten oft revierlose Jungtiere nach, was zu einer höheren Fuchsdichte führen könnte. Während auch die Tierrechtsorganisation PETA speziell das Argument der Krankheitsübertragung als nicht relevant ansieht, bewerten Umweltverbände die intensive Fuchsbejagung differenziert.
So befürworten diese die Jagd zumindest in ausgewiesenen Küsten- und Wiesenvogelschutzgebieten, da Füchse und andere Prädatoren in diesen Regionen ein massives Problem für Bodenbrüter darstellen, so der BUND: „Sylt ist durch den Fuchs inzwischen praktisch frei von Bodenbrütern, während Amrum noch über 10.000 Paare Küstenvögel beherbergt.“
NDR
ASP in Katalonien sorgt für hohe Verluste
In der spanischen Provinz Katalonien greift die Afrikanische Schweinepest (ASP) unter Wildschweinen weiter um sich. Nach rund 30 Jahren war die Tierseuche in 2025 erstmals wieder in der Region nachgewiesen worden.
Die Zahl der ASP-Ausbrüche steigt unterdessen weiter, erst in der vergangenen Woche wurden 13 weitere Fälle bekannt. Auch wenn bislang keine Ausbrüche in Schweinebetriebe nachgewiesen wurden, leiden die katalanischen Landwirt:innen bereits massiv unter den bisherigen Folgen der ASP-Ausbrüche in dem schweinestärksten Land der EU. Nach Informationen des katalanischen Bauernverband Unió de Pagesos belaufen sich die Verluste der Schweinehalter:innen bis zum Jahresende 2025 schon auf 63 Mio. Euro.
Der Grund für die dramatischen Umsatzeinbußen sind die strikten Verbringungsbeschränkungen, denen rund 61.500 Tiere (10 Prozent des Bestands der Provinz Barcelona) unterliegen. Der Export wird durch die ASP erheblich belastet, was insbesondere den Handel mit China beeinträchtigt. Zudem wächst mit jedem neuen Fund der Druck auf Biosicherheit und Prävention.
Die 9-teilige Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de vermittelt Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten. Kurs 4 behandelt die Biosicherheit von Schweinen.
Agrarheute
Betäubungsloses Enthornung von Kälbern in Niedersachsen weiterhin untersagt
Niedersachsen hält an dem Verbot einer betäubungslosen Enthornung von Kälbern fest. Auch Kälber, die jünger als 6 Wochen sind, müssen für die Enthornung ein Beruhigungsmittel und ein mindestens 24 Stunden wirksames Schmerzmittel verabreicht bekommen. Diese Praxis hat Niedersachsen in einem neuen Erlass bekräftigt und präzisiert.
Der Erlass ist im Ministerialblatt abrufbar. Darin wird auch die Anforderungen an die Sachkunde der durchführenden Person konkretisiert. Demnach kann für Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Ausbildungsberuf Landwirt:in, die ihre Ausbildung auf einem rinderhaltenden Betrieb absolviert haben, auf dem Kälber enthornt wurden, sowie im Ausbildungsberuf Tierwirt:in Fachrichtung Rinderhaltung davon ausgegangen werden, dass diese über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Alle anderen Personen müssen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten der zuständigen Behörde auf Verlangen nachweisen. Beispielsweise durch Bescheinigungen über eine entsprechend fachkundige Unterweisung durch einen Tierarzt bzw. Tierärztin.
Hintergrund des Erlasses ist, dass es in Deutschland grundsätzlich zulässig ist, die Hornanlagen bei Kälbern bis zu einem Alter von 6 Wochen ohne Betäubung zu veröden. Grundlage dafür ist Paragraph 6 des Tierschutzgesetzes in Verbindung mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Der Gesetzgeber erlaubt diese tierschutzrechtliche Ausnahme, wenn der Eingriff fachgerecht durchgeführt wird und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern. Niedersachsen nutzt somit den rechtlichen Spielraum, um Detailanforderungen und Bedingungen zu präzisieren. Ab einem Alter von sechs Wochen ist das Enthornen in diesem Bundesland nur noch unter Betäubung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erlaubt. Ministerin Staudte spricht sich dafür aus, die geplante Änderung des Bundestierschutzgesetzes aus der letzten Wahlperiode wieder aufzugreifen, die ohne Altersgrenze die Enthornung bei Rindern mit Betäubung vorsah.
Landwirtschaftsministerium Niedersachsen
Antikörper gegen HPAI bei Kuh in Europa nachgewiesen
Seit Frühjahr 2024 breitet sich das Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 unter Milchkühen in den USA aus. Betroffen sind viele hundert Betriebe in zahlreichen US-Bundesstaaten.
Nun wurden erstmals bei einer Kuh in Europa Antikörper gegen das Virus nachgewiesen. Auf einem Betrieb in den Niederlanden hatte die niederländische Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (NVWA) umfassend Milchproben von Tieren der Milchkuhherde genommen, nachdem der behandelnde Tierarzt bei einer Katze des Hofes die Geflügelpest festgestellt hatte. Die Proben wurden im Wageningen Bioveterinary Research (WBVR) untersucht. Bei einer der Milchkühe konnte zwar das Virus nicht nachgewiesen werden, jedoch fanden die Forschenden Antikörper dagegen. Das bedeutet, dass das Tier vorher mit H5N1 infiziert worden war. Nachforschungen der NVWA ergaben, dass die Kuh Mitte Dezember Symptome gezeigt, die für eine HPAI-Infektion sprechen. Das Tier ist inzwischen wieder frei von Symptomen.
Bei keiner der getesteten Kühe wurde das Virus H5N1 nachgewiesen. Die Suche nach Antikörpern dauert noch länger. Diese Untersuchungen nehmen mehr Zeit in Anspruch. Die Ergebnisse werden im Laufe der Woche erwartet. Bis dahin gelten für den Betrieb restriktive Maßnahmen.
Universität Wageningen
Tierpark Lauenbrück bittet dringend um Spenden
Der Landpark Lauenbrück bei Hamburg, ein privater Tier- und Landschaftspark mit rund 200 Wild- und Nutztieren ist insolvent. Die Inhaber benötigen nur dringend mindestens 50.000 Euro an Spenden, um die Abwicklung abzuwenden und den Park neu zu organiseren und somut zukunftsfähig aufzustellen. Laut Aussagen des Insolvenzverwalters sei man mit Interessenten für eine dauerhafte Förderung im Gespräch. Sollten diese Gespräche jedoch nicht erfolgreich verlaufen, werde der Landpark „aller Voraussicht nach Ende Januar 2026“ endgültig schließen, heißt es.
Das zuständige Veterinäramt Rotenburg (Wümme) wurde vorsorglich bereits informiert, da eine Finanzierung des Futters durch die Insolvenzmasse nicht darstellbar ist, so der Insolvenzverwalter.
Der Landpark Lauenbrück war im Jahr 1969 von der Familie Friedrich-Wilhelm von Schiller gegründet worden, um „Natur und deren Zusammenhänge den Menschen näherzubringen“. Hier leben viele vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen. Seit 2005 ist der Landpark als gemeinnützig anerkannt.
Landpark Lauenbrück
Schweiz rät zur schnellen Impfung gegen BTV
Das Blauzungenvirus (BTV) der Serotypen 3 und 8 sind derzeit in allen Regionen der Schweiz verbreitet. Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen sollten weiterhin ihre Tiere impfen.
„Es ist davon auszugehen, dass Fälle von BTV-3 und BTV-8 auch in diesem Jahr auftreten werden“, warnt Elena Di Labio vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Di Labio weist zudem darauf hin, dass auch BTV-4 weiter in den Fokus rücken werde, da bereits Nachweise aus Frankreich, Italien und Österreich gemeldet wurden. BLV und die Gesellschaft Schweizerischer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) raten Tierhalter:innen daher dringend, Rinder sowie Kleinwiederkäuer erneut zu impfen.
Hier zähle der richtige Zeitpunkt, so das BLV. Landwirt:innen sollten ihre Rinder zwischen Januar und März grundimmunisieren, Schafe bis spätestens Februar. „Bei Rindern und Ziegen reicht nach der Grundimmunisierung eine einfache Wiederholungsimpfung, bei Schafen empfehlen wir stets eine doppelte“, so die Vertreterin der GST, Patrizia Andina.
Für jeden Serotyp ist eine eigene Impfung nötig, wobei ein Kombipräparat gegen BTV-4 und BTV-8 verfügbar ist. Die Impfstoffe können gleichzeitig, aber an unterschiedlichen Stellen verabreicht werden. Andina betont jedoch, dass die korrekte Lagerung von Bedeutung ist. Für das laufende Jahr ist die Versorgung mit Impfstoffen gegen die 3 Serotypen gesichert. Der Bund beteiligt sich auch in 2026 mit 5 Millionen Franken an den Kosten der Impfungen.
Bei einer aktuellen Online-Umfrage auf Schweizerbauer haben sich die teilnehmenden Landwirt:innen bislang nicht klar geäußert. Knapp die Hälfte der Tierhalter:innen werden ihre Tiere impfen, mehr als 40 % beantworteteten die Frage, ob sie gegen BTV impfen werden, mit „Nein“, rund 10% sind noch unschlüssig.
Schweizerbauer
Geflügelpestgeschehen in Niedersachsen lässt Landwirt:innen verzweifeln
Mehr als die Hälfte der deutschen Masthühner werden in Niedersachsen gehalten, dazu kommt eine hohe Konzentration an Puten haltenden Betrieben. Das Bundesland hat seit vergangenem Herbst massiv unter der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest) zu leiden. Schon die Bilanz des Tierseucheninformationssystems (TSIS) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für 2025 fiel dramatisch aus: seit dem 15. Oktober 2025 wurden bis zum 29.12.2025 93 Geflügelpestausbrüche bei Hausgeflügel nachgewiesen, davon 59 in Putenhaltungen. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr mehr als 1,7 Millionen Tiere aus Seuchenschutzgründen getötet werden.
Auch in 2026 gab es bereits die ersten HPAI-Ausbrüche. Betroffen waren unter anderem 10.500 Mastputen im Landkreis Oldenburg sowie 12.400 Entenküken im geflügelstarken Landkreis Cloppenburg. In dem Entenbetrieb war der hochansteckende Erreger H5N1 nachgewiesen worden.
Die Landwirt:innen sind aufgrund des anhaltenden Seuchengeschehens verzweifelt, denn noch nie mussten in Niedersachsen so viele Tiere auf Grund der Geflügelpest getötet werden, wie im vergangenen Jahr. In dem geflügelstärksten Bundesland werden mehr als 100 Millionen Stück Geflügel gehalten. Als Konsequenz fordert Landvolk Niedersachsen einen raschen Bürokratieabbau sowie den Stallbau in weniger dichten Regionen, um das Ausbruchsgeschehen in Zukunft zu minimieren. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir wieder mehr Ställe in Regionen bauen dürften, wo die Nutztierhaltung weniger dicht ist“, erklärt Landvolk-Präsident Holger Hennies. Solche Vorhaben würden derzeit jedoch kaum genehmigt. „Gerade von den Hähnchenmästern weiß ich, dass sie händeringend neue Ställe bauen wollen, und die bekommen sie gerade im Osten Niedersachsens fast nicht genehmigt“, betont Hennies. Das Bau- und Immissionsschutzrecht müsse wieder so „schlank“ werden, dass der Bau von Ställen wieder möglich werde, fordert Hennies.
Einer der Hauptgründe für die dramatische Zahl an Tierverlusten sei die hohe Tierdichte in zahlreichen Regionen, so Hennies. Dort steige die statistische Wahrscheinlichkeit eines Seuchenfalles. Perspektivisch hält Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte es für notwendig, dass es in einigen Regionen eine geringere Besatzdichte bei Geflügelhaltungen gebe. Die Ministerin sieht außerdem bei den Sicherheitsmaßnahmen auf den Betrieben gegen ein Einschleppen des Virus noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Agrarheute
NDR
Geflügelnews
Nach BTV-8 Nachweis ruft NRW zu Schutzimpfungen auf
Nach ersten Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit des Virus BTV-3 im Jahr 2023 und einem anschließenden massiven Seuchengeschehen sowie einem eher ruhigen vergangenen Jahr ist das Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) Anfang 2026 in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden. Betroffen ist ein einzelnes Kalb eines Betriebes in Herzogenrath (Städteregion Aachen). Als Folge des Ausbruchs musste ein bereits bestehender 150-Kilometer-Radius um einen zuvor bestätigten Fall im benachbarten Rheinland-Pfalz erweitert werden. Aktuell ist mehr als die Hälfte des Bundeslandes von einem 150-Kilometer-Radius rund um einen BTV-8-Ausbruchsberieb herum betroffen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW appelliert daher an Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen, die Schutzimpfungen gegen BTV durchzuführen, auch um unnötiges Tierleid zu verhindern und Tierverluste zu minimieren.
„Das Virus der Blauzungenkrankheit ist ein Virus, das großes Tierleid hervorrufen kann, wenn die Erkrankung ausbricht. Um die Tiere vor schweren klinischen Erkrankungen zu schützen und im Fall von BTV-8 auch Verbringungsbeschränkungen zu vermeiden, empfehlen wir, alle Tiere, die sich mit dem Virus infizieren können, gegen BTV impfen zu lassen. Die ersten Tiere, die Symptome einer Blauzungenkrankheit aufweisen, sind umgehend dem zuständigen Veterinäramt zu melden“, erklärt NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.
Sowohl Grundimmunisierungen als auch Wiederholungsimpfungen von Tieren, die bereits im vergangenen Jahr geimpft worden sind, sollten spätestens im Mai abgeschlossen sein, so Gorißen weiter. „Um Tiere vor schweren klinischen Erkrankungen zu schützen und auch um Handelshemmnisse zu vermeiden, empfehle ich empfängliche Tiere jetzt gegen BTV-8 impfen zu lassen. Es stehen gut wirksame und zugelassene Impfstoffe zur Verfügung“, ergänzt Monika Meyer-Schoppmann, Vetrinäramtsleiterin des zuletzt betroffenen Oberbergischen Kreises.
Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie Fieber, Lahmheiten, Apathie und teilweise Schleimhautläsionen. Auch Aborte und Todesfälle sind möglich. Tierhalter:innen finden neben umfassenden Informationen auch eine interaktive Landkarte zur Überprüfung der eigenen Betroffenheit sowie gegebenenfalls erforderliche Vordrucke für Tierhaltererklärungen sind auf der Homepage des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung NRW (LAVE).
Ministerium NRW
Waldbröl.de
Urbanisierung verändert tierisches Sozialverhalten
Versiegelte Flächen, künstliches Licht und anhaltender Lärm: Die Urbanisierung verändert das tierische Sozialverhalten. Dies betrifft sowohl die Auswahl der Partner:innen für die Fortpflanzung als auch das Zusammenleben in Gruppen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue umfassende internationale Übersichtsarbeit von Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld. Die Ergebnisse, die im Fachjournal Biological Reviews veröffentlicht wurden, sind hochrelevant für Naturschutz und Stadtplanung. Denn in Städten wirken sogenannte urbane Stressoren auf Tiere ein. Damit sind menschengemachte Belastungen wie Verkehrslärm, künstliches Licht in der Nacht, wenige Rückzugsmöglichkeiten oder chemische Verschmutzung gemeint.
„Städte greifen massiv in soziale Beziehungen von Tieren ein – viel stärker, als bisher angenommen“, sagt Avery L. Maune, Erstautorin der Studie und Forscherin an der Universität Bielefeld. „Soziales Verhalten beeinflusst, ob Tiere sich fortpflanzen, Nahrung finden oder Fressfeinden entkommen. Veränderungen dieser Verhaltensweisen können weitreichende Folgen haben.“ Somit bestätigt sich wieder einmal: kaum ein Tier bleibt unbeeinflusst vom menschlichen Lebensraum.
Die Forscherinnen werteten für die Analyse 227 wissenschaftliche Studien aus. Das Ergebnis ist eindeutig: 92 Prozent der untersuchten Arbeiten zeigen einen signifikanten Einfluss der Urbanisierung auf das Sozialverhalten von Tieren. Die Studie ist die erste systematische Zusammenfassung dazu, wie urbane Lebensräume soziale Systeme über Artgrenzen hinweg beeinflussen.
Biological Reviews
Tierschutzforschungspreis 2026 ausgeschrieben
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) unterstützt Maßnahmen, die den Einsatz von Versuchstieren verringern. Auch wenn in den vergangenen Jahren die Zahl der in Deutschland verwendeten Versuchstiere zurückgegangen ist, sollten Tierversuche auf das unerlässliche Maß beschränkt werden.
Mit dem Tierschutzforschungspreis würdigt das Ministerium jedes Jahr das Engagement für eine Verbesserung des Schutzes von Versuchstieren und die Förderung der sogenannten 3R-Forschung (Replace, Reduce, Refine). Die Nominierungsfrist für den diesjährigen Tierschutzforschungspreis geht bis zum 31. März 2026. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben und ist insgesamt mit 150.000 Euro dotiert.
„Bislang sind Tierversuche in Wissenschaft und Forschung noch nicht verzichtbar. Wir leisten unseren Beitrag dazu, dass sich das möglichst rasch ändert. Mit unserem Tierschutzforschungspreis würdigen wir jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in ihrer Arbeit der Suche nach bestmöglichen Alternativen gewidmet haben. Mit ihren Projekten zeigen sie Wege auf, wie Tierversuche immer weiter reduziert werden können“, erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher.
BMELH
Großbritannien bringt neue Tierwohlstrategie ins Parlament ein
Großbritannien möchte durch eine neue Strategie das Tierwohl verbessern. Dazu hat das britische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) seine Tierwohlstrategie kurz vor Weihnachten noch ins Parlament eingebracht. Demnach soll die Käfighaltung von Legehennen, das Töten von Eintagsküken, die Verwendung von Ferkelschutzkörben und die Schlachtung ohne Betäubung mit Kohlendioxid verboten werden. Dies seien „unerlässliche“ Reformen, so Ressortchefin Emma Reynolds und wies darauf hin, dass der Trend im Legehennensektor bereits jetzt hin zu Freiland- und Stallhaltungssystemen gehe und entsprechende Programme vom Staat unterstützt würden.
Dagegen kämen in der britischen Schweineerzeugung mehrheitlich noch Stallhaltungssysteme mit Abferkelbuchten mit Ferkelschutzkörben zum Einsatz. Lediglich etwa 8 % seien bereits auf alternative Abferkelanlagen umgestellt worden. Die Regierung möchte die Nutzung von alternativen Abferkelsystemen vorantreiben.
Weiterhin sollen die Landwirt:innen „ermutigt“ werden, die seit 2007 bestehenden Ausnahmen im Tierschutzgesetz zum Kupieren der Schwänze von Schweinen, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen, die Kastration bzw. das Kupieren der Schwänze von Lämmern nicht mehr routinemäßig anzuwenden. Um dieses Ziel zu erreichen, will das Ministerium mit der Branche und den Tierärzt:innen kooperieren.
Topagrar
Boehringer Ingelheim erhält Zulassung für zwei Geflügelpest-Impfstoffe
Die Europäische Kommission hat zwei Impfstoffe gegen die Aviäre Influenza (AI) zugelassen. Die beiden neuen Impfstoffe des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim sind sogenannte DIVA-Impfstoffe („Differentiate Infected from Vaccinated Animals“) und dienen zur aktiven Immunisierung im Zusammenhang mit einer Infektion durch hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) des Subtyps H5. Sie können bei Hühnern und Puten, einer der beiden Vakzine kann zusätzlich bei Enten eingesetzt werden.
Der Virusstamm H5 ist der am weitesten verbreitete Erreger der Geflügelpest und verantwortlich für das derzeitige massive Seuchengeschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Die Folge sind erhebliche wirtschaftliche Schäden entlang der gesamten Produktions- und Lieferketten.
Ein spezieller Biomarker in den neu zugelassenen Impfstoffen ermöglicht es, geimpfte Tiere eindeutig von solchen zu unterscheiden, die trotz Impfung mit einem Feldvirus infiziert sind. Das war eine Voraussetzung für den Einsatz von Impfstoffen in der EU.
Diese Unterscheidbarkeit könnte dazu beitragen, Handelsbeschränkungen zu vermeiden. Das Unternehmen appelliert daher an politische Entscheidungsträger:innen auf nationaler und internationaler Ebene, bestehende Exportregelungen zu überprüfen und anzupassen. Ziel ist es, DIVA-Impfstoffe als wirksames Instrument der Seuchenbekämpfung anzuerkennen, ohne den internationalen Handel unnötig einzuschränken. Nach Angaben des Unternehmens erlaubt die DIVA-Funktion eine verlässliche Überwachung und unterstützt gleichzeitig einen sicheren Handel trotz laufender Impfprogramme.
„Die DIVA-Funktion ermöglicht es unseren Abnehmern, ihre Überwachungsprogramme umzusetzen und den sicheren Handel zu unterstützen, während gleichzeitig geimpft wird“, sagt Taoufik Rawi, Head of Franchise Geflügel. „Die Zulassungen von Impfstoffen gegen Hochpathogene Aviäre Influenza ist von entscheidender Bedeutung, um die Bereitschaft zur Bekämpfung von Vogelgrippeausbrüchen in Europa zu erhöhen.“
„Grenzüberschreitende Tierseuchen wie die Vogelgrippe werden weiterhin eine Bedrohung darstellen, daher sind neue Ansätze zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten bei Tieren, insbesondere bei Nutztieren, zunehmend wichtig. Boehringer Ingelheim investiert weiterhin in Forschung und Innovation und ist bereit, Regierungen, Gesundheitsbehörden und Produzenten mit Impfstoffen und Expertise in der Überwachung sowie beim Aufbau robuster Krankheitsbekämpfungspläne zu unterstützen“, ergänzt Armin Wiesler, Leiter des Geschäftsbereiches Tiergesundheit und Mitglied des Vorstands.
Boehringer Ingelheim
Agrarheute