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Shamonda-Virus bei zwei Rinderbetrieben in Niedersachsen nachgewiesen

Von Südosten her breitet sich das im August 2026 neu in Deutschland entdeckte Shamonda-Virus (SHAV) weiter Richtung Nordwesten aus. Einen ersten Nachweis des Erregers aus der Gattung der Orthobunyaviren gab es nun auch in Niedersachsen. In zwei rinderhaltenden Betriebe im Landkreis Holzminden wurde jedoch eine andere Variante (SHAV-EU2) des bisher in Süddeutschland aufgetretenen Erregers (SHAV-EU1) nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) geht daher von zwei unabhängigen Ereignissen bei dem derzeitigen Seuchengeschehen aus.

Das Virus, das von Gnitzen auf Rinder und andere Wiederkäuer übertragen wird, verursacht bei erkrankten Tieren Fieber, Milchleistungsrückgang und Durchfall.

Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium ruft Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen zu Achtsamkeit in Bezug auf Symptome, die auf eine Infektion mit dem Shamonda-Virus hinweisen können, auf. 

Ministerium Niedersachsen

Leid der Streunerkatzen im Fokus des Welttierschutztages

Am 4. Oktober ist Welttierschutztag. Der Deutsche Tierschutzbund nimmt den Tag schon jetzt zum Anlass, um erneut auf das Leid der Streunerkatzen aufmerksam zu machen und eine bundesweite Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen zu fordern.

„Millionen Straßenkatzen leiden, obwohl wir das Elend verhindern könnten. Was fehlt, ist nicht das Wissen um die Lösung, sondern der politische Wille, zu handeln. Wir wollen deshalb gemeinsam mit vielen Tierfreunden die Bundesregierung auffordern, endlich eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten auf den Weg zu bringen“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Aber auch jede/r Einzelne kann durch die Teilnahme an der Aktion 1 Minute für Straßenkatzen auf das Leid der Tiere aufmerksam machen und die Forderung unterstützen. „Eine Minute reicht, um die eigene Stimme zu erheben und gemeinsam mit vielen anderen ein deutliches Zeichen zu setzen“, so Schröder. „Je mehr Menschen mitmachen, desto lauter wird unsere gemeinsame Stimme für die Straßenkatzen – und desto stärker unser Signal an die Politik.“

Deutscher Tierschutzbund

Sachsen meldet ersten Nachweis des Shamonda-Virus

Nach Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist das neue Shamonda-Virus nun auch in Sachsen nachgewiesen worden. Betroffen ist ein Rind aus einem Bestand im Vogtland. Ein weiterer Verdacht besteht bei einem Rinderbestand im Erzgebirge, hier steht die Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) noch aus.

Das Virus aus der Gattung der Orthobunyaviren, von dem inzwischen zwei Varianten (SHAV-EU1 und SHAV-EU2) in Deutschland nachgewiesen wurden, verursacht bei infizierten Milchkühen Symptome wie Fieber und einen deutlichen Milchrückgang. Aber auch Durchfall und respiratorische Probleme wurden bereits beobachtet. Expert:innen befürchten, dass das Shamonda-Virus, ähnlich wie das Schmallenberg-Virus, ebenfalls zu Missbildungen und Fehlgeburten bei einer Infektion trächtiger Tiere führen könnte. Bislang lassen sich die Symptome tierärztlich gut behandeln und die Tiere genesen nach zwei bis drei Wochen. 

„Unsere Veterinärbehörden stehen mit denen von Bund und Ländern in engem Kontakt und analysieren die Lage. Wichtig sind die regelmäßige Kontrolle der Rinderbestände und ein möglichst effektiver Mückenschutz in den Ställen. Wir haben die Tierhalter in Sachsen schon informiert und halten sie weiter auf dem Laufenden“, erklärt Sachsens Sozialministerin Petra Köpping. Ihr Ministerium veranstaltet am 10. September 2026 um 14 Uhr ein Informations-Webinar für Rinderhalter:innen und praktische Tierärzt:innen. Zudem weist das Ministerium ausdrücklich darauf hin, dass Tierhalter:innen ihre Bestände aufmerksam beobachtet sollten.

Ministerium Sachsen

Shamonda-Virus für neurologische Störungen bei Pferden verantwortlich?

Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) der Schweiz hat am 31. Juli 2026 erstmals das europäische Shamonda-Virus (SHAV) in Proben von Rindern nachgewiesen. Die Tiere hatten zuvor Fieber, Durchfall und Milchrückgang gezeigt. Seitdem wurde das Virus auch in abortierten Rinderfoeten und im Hirnmaterial von Pferden mit zentralnervösen Störungen nachgewiesen. Anschließend konnten auch Antikörper, welche im Schmallenberg-Antikörper-Test kreuzreagieren, in mehreren Pferden und zwei Alpakas nachgewiesen werden.

Der Nachweis der Antikörper weist auf eine vorausgegangene Exposition gegenüber dem Virus hin, erlaubt jedoch keinen Rückschluss auf einen kausalen Zusammenhang zwischen einer möglichen Shamondavirus-Infektion und den beobachteten neurologischen Symptomen.

Aus der Literatur geht hervor, dass Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe, zu der das Shamondavirus ebenso wie das Schmallenberg-Virus gehören, zwar vor allem Wiederkäuer, aber selten auch Pferde infizieren können. Der Virusnachweis wurde aber in Europa bei Pferden noch nie erbracht.

Seit einigen Wochen werden in der Schweiz vermehrt Fälle von ungeklärten zentralnervösen Erkrankungen bei Pferden in verschiedenen Regionen der Schweiz gemeldet; ein Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und dem Orthobunyavirus gilt als sehr wahrscheinlich.

Virus auch bei erkranktem Pferd in Baden-Württemberg nachgewiesen

Auch in Deutschland werden unterdessen auffällige Fälle bei Pferden untersucht. Dr. med. vet. Bianca C. Schwarz, DipECEIM, European Veterinary Specialist in Equine Internal Medicine, berichtet gegenüber dem Bayerischen Wochenblatt von Beobachtungen im Saarland und in der Rheinebene. 

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat inzwischen eine Infektion bei einem Pferd mit zentralnervösen Störungen aus Rheinland-Pfalz sowie einem Alpaka aus Hessen bestätigt. In Proben von Schafen und Ziegen aus Baden-Württemberg, die dem FLI freundlicherweise zu Monitoringzwecken zur Verfügung gestellt wurden, ist ebenfalls SHAV nachgewiesen worden. Die Ausbreitung bei empfänglichen Tieren in Deutschland hält an, wobei eine exakte und einheitliche Erfassung der Fälle in Deutschland aufgrund fehlender Meldepflichten bisher nicht erfolgt. Daher kann das FLI nicht wie sonst bei meldepflichtigen Tierseuchen üblich Verbreitungskarten auf Basis der von den Landesveterinärbehörden ins Tierseuchennachrichtensystem eingetragenen bestätigten Fälle erstellen.

Betroffene Pferde sind häufig teilnahmslos und matt. Im weiteren Verlauf können Schläfrigkeit und Koordinationsprobleme auftreten, die mit einem unsicheren oder schwankenden Gang einhergehen. Auch Muskelzuckungen und eine ungewöhnlich starke Reaktion auf Berührungen oder andere Reize können auftreten. Eine schiefe Kopfhaltung, unwillkürliche Augenbewegungen oder Schielen können ebenfalls auf Gleichgewichtsstörungen hinweisen.

Die Prognose ist sehr unterschiedlich. Es scheint leichte Fälle zu geben, so dass sich die Pferde wieder erholen, aber auch so schwere, dass die Pferde von ihrem Leiden erlöst werden müssen. Grundsätzlich ist aktuell nur eine symptomatische Behandlung möglich.

Der Virusnachweis gelang bislang nur im Hirnmaterial, während Blut und Liquor negativ blieben, wodurch es aktuell keine Möglichkeit der Diagnostik für lebende Pferde gibt. Es werde aber mit Hochdruck daran gearbeitet, heißt es aus dem IVI.

Es wird vermutet, dass das Virus durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen wird, weshalb einem konsequenten Insektenschutz eine große Bedeutung zukommt.

IVI

Riesige Anlage für Bio-Sauen in Brandenburg geplant

Immer mehr Schweine haltende Betriebe in Deutschland sind gezwungen, aufzugeben bzw. ihre Tierbestände zu verringern. Steigende Kosten, strenge Auflagen und sinkende Erlöse führen dazu, dass die Betriebe nicht mehr rentabel sind. Mitten in der Krise der Schweinehaltenden soll nun in Brandenburg eine der größten Bio-Sauenanlagen Deutschlands entstehen.

In Wulfersdorf bei Wittstock plant die Ponnath Family Group eine Riesenanlage für mehr als 500 Bio-Sauen. Langfristig sollen hier bis zu 14.000 Mastschweine pro Jahr erzeugt werden. Der Neubau umfasst insgesamt rund 55.000 m² Gesamtfläche, davon entfallen etwa 24.000 m² auf Gebäude, bauliche Anlagen und Verkehrsflächen. Dafür investiert das Unternehmen, das die aus seiner Sicht nicht gedeckte Nachfrage nach Bio-Schweinefleisch bedienen möchte, mehrere Millionen Euro. Bezuschusst wird das Projekt mit 1,8 Mio. Euro von der EU und 1,2 Mio. Euro vom Land Brandenburg.

Die Ponnath Family Group plant, die gesamte Wertschöpfungskette zu kontrollieren. So sollen Mengen und Preise besser planbar werden und dem Lebensmitteleinzelhandel eine verlässliche Versorgung geboten werden. Nach Unternehmensinformationen soll beim Tierwohl über die Mindestanforderungen und nach eigenen Angaben auch über bestehende Naturland-Vorgaben hinausgegangen werden. So seien unter anderem mehr Bewegungsfläche, insbesondere im Abferkelbereich, durchgängige Stroheinstreu und ständiger Auslauf ins Freie vorgesehen, heißt es weiter.

Agrarheute

Kandidatengene für Zitzenzahl bei Sauen identifiziert

Für Schweinehalter:innen sind Reproduktionsmerkmale wichtige Faktoren. Dazu gehört unter anderen auch die Zitzenzahl einer Sau. Denn eine hohe Zahl Zitzen verspricht eine höhere Milchleistung sowie eine hohe Anzahl Ferkel, die gleichzeitig versorgt werden kann. Weiterhin lässt die Zitzenzahl Rückschlüsse auf die Körpergröße zu. 

Wissenschaftler:innen der chinesischen Jilin-Universität haben in einer sogenannten genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) die genetischen Varianten im Zusammehang mit der Zitzenzahl bei 300 Jishen-Schwarz-Sauen untersucht. Neben der Gesamtzahl der Zitzen analysierten die Forschenden auch die Anzahl auf der linken und rechten Körperseite.

Die Wissenschaftler:innen identifizierten elf genetische Marker (sogenannte SNPs), die mit der Zitzenzahl in Zusammenhang standen. Solche Marker definieren Stellen im Erbgut, an denen sich Tiere derselben Art durch einen einzelnen DNA-Baustein unterscheiden. Zudem grenzten sie fünf Gene als mögliche Kandidatengene ein. Eine Variante eines solchen Gens war dabei sowohl mit der Gesamtzahl der Zitzen als auch mit der Zitzenzahl auf der linken Körperseite verbunden. Die Studie liefert damit einen möglichen Ansatzpunkt für die Zucht auf reproduktionsrelevante Merkmale. Die Autoren erklären, dass weitere Untersuchungen mit größeren Populationen und über mehrere Rassen hinweg nötig seien, um die gefundenen Zusammenhänge zu bestätigen. 

Agrarheute

Baden-Württemberg sagt Weidetierhaltenden finanzielle Unterstützung zu

Viele Wochen mit extrem hohen Temperaturen und wenig Niederschlägen haben in zahlreichen Region Deutschlands zu ausgetrockneten Weiden und Wiesen geführt. Teilweise mussten Reserven bereits jetzt an die Tiere verfüttert werden. In manchen Betrieben sind die Futterbestände so stark eingebrochen, dass Landwirt:innen erste Tiere notschlachten mussten.  

Um die Tierhalter:innen finanziell zu unterstützen, stellt das Agrarministerium Baden-Württemberg bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung. Halter:innen von Rindern, Schafe und Ziegen haben so die Möglichkeit, auf einen finanziellen Teilausgleich von Schäden zu erhalten, die unmittelbar infolge der Hitze und Trockenheit an Futterflächen verursacht wurden.

„Im ganzen Land sind Wiesen und Weiden ausgetrocknet und auf den Grünlandflächen wächst kaum noch etwas nach. Silomais ist zum Teil großflächig vertrocknet oder gänzlich ausgefallen“, erklärt Agrarministerin Marion Gentges. „Sofern ergiebiger Regen ausbleibt und in den verbleibenden Vegetationsmonaten nichts nachwächst, stehen wir folglich erst am Anfang einer großen Herausforderung“, so Gentges weiter.

Proplanta

Projekt macht Dimensionen von Animal Hoarding deutlich

Das Animal Hoarding hat in Deutschland problematische Ausmaße angenommen. Das machen die Ergebnisse eine aktuellen Forschungsprojekts deutlich. Gemeinsam mit dem Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der TU Dresden und dem Verein TierSucht hat der Deutsche Tierschutzbund dieses interdisziplinäre Projekt durchgeführt und damit erstmals verlässliche, bundesweite Zahlen veröffentlicht. 

Gemäß aktueller Informationen der beteiligten Veterinärbehörden wurde im Jahr 2023 durchschnittlich ein Fall von Animal Hoarding pro Tag mit 47,5 Tieren pro Fall gemeldet. Dabei waren drei Viertel der Hoarder den Behörden bereits bekannt, davon über ein Viertel durch frühere Fälle von Tiersammelsucht.

„Das Forschungsprojekt macht die tatsächlichen Dimensionen von Animal Hoarding deutlich und zeigt, dass wir das Problem an der Wurzel angehen müssen. Auch, wenn die Beschlagnahmung der Tiere akutes Tierleid beendet, beginnt der Kreislauf immer wieder von vorn, wenn betroffene Menschen keine passende Unterstützung erhalten. Genau deshalb brauchen wir jetzt ein Umdenken in Politik und Praxis“, sagt Nina Brakebusch, Leiterin des Forschungsprojekts beim Deutschen Tierschutzbund.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Animal Hoarding weiterhin ein gravierendes Tierschutzproblem bleibt, und dass von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. So sollen im Rahmen des Forschungsprojekts auch die psychologischen und biografischen Ursachen untersucht werden. Ziel ist es, Präventionsmaßnahmen und Leitlinien für Veterinärbehörden, Sozialarbeit und weitere beteiligte Berufsgruppen zu entwickeln. 

Deutscher Tierschutzbund

ASP erfordert dauerhaftes und pragmatisches Seuchenmanagement 

Auch wenn sich das Seuchengeschehen bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland etwas beruhigt hat, bleibt die ASP eine langfristige Herausforderung. Das verdeutlichen neben mehr als 500 positiv getesteten Wildschweinen in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen auch neue Funde in Brandenburg. Ende Juli 2026 wurde die ASP bei einem tot aufgefundenen Wildschwein in der Uckermark bestätigt. Bei weiteren fünf Tieren besteht ebenfalls der Verdacht auf eine Infektion. 

Aufgrund der aktuellen Funde hat die Kreisverwaltung Uckermark die Tierseuchenallgemeinverfügung geändert. Demnach gelten nun für weitere Teilgebiete der bisherigen Sperrzone II verschärfte Maßnahmen. So gilt für die landwirtschaftlichen Flächen innerhalb des Bereiches ein Bewirtschaftungsverbot und das Jagdverbot wird auf das neue Gesamtgebiet ausgedehnt. Hunde sind unbedingt an der Leine zu führen und die Tore des Schutzzauns zu schließen, teilt der Landkreis auf seiner Internetseite mit.

Weiterhin appellieren die Behörden an die landwirtschaftlichen Betriebe, Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten. Bis zu der möglichen Einführung eines Impfstoffs blieben Prävention und ein schnelles Eingreifen die wirksamsten Mittel. Wie der Umgang mit der Geflügelpest zeigt, wird auch bei der ASP ein dauerhaftes und pragmatisches Seuchenmanagement erforderlich sein.

Auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärztinnen in der neunteiligen E-Learningreihe „Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung“ online fortbilden. Kurs 4 befasst sich mit der Betreuung von Schweinebeständen.

Landkreis Uckermark

BRS

Strukturwandel in der Schweinehaltung setzt sich fort

Die Schweinehaltung in Deutschland befindet sich seit langem in einer Krise. Laut Angaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ist ein kontinuierlicher Rückgang der Schweine haltenden Betriebe zu beobachten, der sich schon seit Jahrzehnten hinzieht. Demnach sank die Zahl der Betriebe in den vergangenen 15 Jahren um mehr als die Hälfte auf derzeit 14.700 Betriebe in Deutschland. Gleichzeitig ist die Bestandszahl pro Betrieb seit 2011 um knapp 70 Prozent gestiegen.

Vor 15 Jahren lag der Durchschnitt  noch bei 844 Tieren, aktuell leben durchschnittlich rund 1.400 Tiere in einem Betrieb. Durch die Spezialisierung in der Schweinehaltung geht die Zahl der kleinen Betriebe zurück und Betriebe mit über 1.000 Schweinen werden zum Standard. 

Niedersachsen ist das Land mit den meisten Schweinen (6,8 Mio. Tiere), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (5,9 Mio.) und Bayern (2,4 Mio.). Weiterführende Statistiken rund um die Schweinehaltung sind auf der Internetseite des BMLEH zu finden.

BMEL-Statistik

Erster Tollwutnachweis bei Fledermaus seit 2010

Erstmals seit 16 Jahren ist bei einer Fledermaus in Rheinland-Pfalz die Tollwut nachgewiesen worden. Wie das Landesuntersuchungsamt mitteilt, gibt es aber lediglich ein sehr geringes Infektionsrisiko, da in der Regel kein Kontakt zu den scheuen und nachtaktiven Fledermäusen besteht. Nur bei einem direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, wie etwa durch Kratz- oder Bissverletzungen, sei eine Ansteckung möglich.

Wer Fledermäuse nicht anfasst und gebotenen Abstand hält, habe praktisch kein Ansteckungsrisiko, so das Landesuntersuchungsamt. Grundsätzlich sei der aktuelle Tollwut-Nachweis nicht außergewöhnlich, da eine Infektion immer wieder in Deutschland beobachtet werde.

So wird empfohlen, geschwächte, verletzte, scheinbar tote oder sich auffällig verhaltende Fledermäuse niemals ungeschützt angefasst und aufgenommen werden sollten. Da das Risko einer Einschleppung durch illegale Tiertransporte bestehe, sollten Halter:innen ihre Hunde und Katzen gegen Tollwut impfen lassen. Eine Infektion mit dem Virus endet immer letal.

Proplanta

Verbot von Lebendtiertransporten gefordert

Der Sommer hält ganz Deutschland mit Extremtemperaturen und einem dramatischen Mangel an Niederschlägen in Atem. Die wichtigsten Flüsse hierzulande weisen ein fast historisches Niedrigwasser auf, sodass der Transport zunehmende auf die Straße verlagert werden muss.

Der Deutsche Tierschutzbund macht in diesem Zusammenhang die drohenden Gefahren für Tiere auf Transporten deutlich und fordert Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger deshalb auf, während der Hitzeperiode umgehend ein bundesweites Verbot von Lebendtiertransporten zu verhängen.

„Tiertransporte sind insbesondere bei Hitze für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel purer Stress. Kommt durch die Verlagerung des Güterverkehrs von den Wasserwegen auf die Straße noch mehr Verkehr hinzu, drohen zunehmende Staus. Für die Tiere auf Transportern kann das zu einer Tortur werden, die mit dem Tod endet. An den Autobahnen gibt es keine ausreichende Versorgung, wenn beladene Tiertransporter stundenlang feststecken. Minister Rainer und Minister Bilger sind deshalb gefordert, sofort zu handeln und Lebendtiertransporte während der extremen Hitze zu untersagen“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

In dem Fall, dass Transporte nicht vermeidbar seien, müssten diese gut geplant und so kurz wie möglich gehalten werden, so der Tierschutzbund weiter. Neben einer Verlagerung der Fahrten auf Morgen- oder Abendstunden fordern die Tierschützer:innen eine Reduzierung der Ladedichte sowie den Einsatz von Fahrzeugen mit aktiver Kühlung. Zudem sei eine ausreichende Wasserversorgung der Tiere jederzeit sicherzustellen. 

„Die aktuellen Regelungen sind unzureichend und können Tiere auf Transporten nicht sicher schützen. Hitzestress kann bei landwirtschaftlich genutzten Tieren bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen und auch auf kürzeren Strecken zum ernsten Problem werden – insbesondere, wenn die Fahrt durch einen Stau deutlich länger dauert als geplant. Direkte Sonneneinstrahlung und mangelnde Luftbewegung können die Belastung zusätzlich enorm verstärken“, kritisiert Schröder.

Der Tierschutzverein Vier Pfoten ermuntert zudem auch Passanten dazu, bei beobachteten Missständen auf Tiertransporten oder bei Pannenfahrzeugen sowie verlassenen Tiertransportern die Polizei oder ggf. auch die Autobahnpolizei zu benachrichtigen. Sie sind verpflichtet, dem nachzugehen. Außerdem sollten die beobachteten Missstände per Foto und Video dokumentiert und an das zuständige Veterinäramt weitergeleitet werden.

Deutscher Tierschutzbund

Warnsignale für Schmerzen bei Kühen erkennen

Ob Kühe Schmerzen haben, ist für Tierhalter:innen nicht leicht erkennbar. Die Tiere verändern meist trotz Beschwerden ihr Fressverhalten nicht oder machen sich durch Lautäußerungen bemerkbar. Rinerhalter:innen können jedoch anhand von Veränderungen an Beinen, Rücken, Gesicht oder im Verhalten erkennen, dass eine Kuh Beschwerden hat. Bei solchen Anzeichen sollten die Tiere genauer beobachtet werden, ein gesundheitliches Problem könnte bestehen, insbesondere wenn mehrere Auffälligkeiten zusammenkommen.

Belastet etwa eine Kuh ihre Gliedmaßen ungleichmäßig, könnte eine Lahmheit vorliegen. Dies zeigt sich dann in der Bewegung. Probleme an den Klauen äußern sich häufig in dem Versuch, die schmerzenden Bereiche zu entlasten. Ein gewölbter Rücken kann auf Schmerzen im Bauch- oder Beckenbereich bzw. an den Klauen oder Gliedmaßen hinweisen. Ein Hinweis auf starke Schmerzen ist ein hörbares Zähneknirschen. Ein solches Verhalten sollte deshalb zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.

Kühe mit Schmerzen zeigen teilweise auch ein „Schmerzgesicht“. Die Augen können verengt oder eingesunken wirken, am Oberlid kann es zu Falten kommen. Hängende oder nach hinten gerichtete Ohren sowie eine Anspannung rund um Maul und Nüstern kann ebenfalls ein Zeichen für Schmerzen sein.

Weitere durch Schmerzen getriggerte Verhaltensauffälligkeiten sind eine Kopftiefhaltung, Unaufmerksamkeit, Apathie und ein leerer Blick. Manche Tiere ziehen sich außerdem von der Herde zurück. Auch ein verändertes Fress- und Trinkverhalten sowie ein gedämpftes Brunstverhalten kann ein Hinweis sein.

Agrarheute

Tollwutfall: Papiere und Impfungen waren manipuliert

Jedes Jahr sterben weltweit etwa 60.000 Menschen an Tollwut. Annähernd 99 Prozent dieser Fälle gehen auf Bisse von streunenden oder infizierten Hunden zurück. Während in West-, Mittel- und Südwesteuropa die klassische Tollwut bei Füchsen oder Hunden ausgerottet ist, kommt das Rabiesvirus weiterhin weltweit in mehr als 150 Ländern vor. Aufgrund von konsequenten Impfprogrammen und strenger Überwachung gilt Deutschland seit 2008 als tollwutfrei.

Das Risiko der Tollwuteinschleppung ist jedoch weiterhin hoch, besonders durch illegale Einschleusung von Hunden meist aus osteuropäischen Ländern. So auch im Fall des im Januar 2026 an Tollwut gestorbenen Hundes. Der Vierbeiner soll nach offiziellem Impfpass gechipt und ordnungsgemäß gegen Tollwut geimpft gewesen sein. Wie das Unternehmen MSD Tiergesundheit aktuell mitteilt, waren sowohl die Papiere als auch die eingetragenen Impfungen manipuliert, um die illegalen Transporte zu tarnen. Das belegen Untersuchungen des forensischen Labors von MSD im schweizerischen Schachen, die eine eindeutige Fälschung nachweisen können.

„Gefälschte Impfnachweise stellen ein erhebliches Risiko für die Tiergesundheit und den Schutz der Bevölkerung dar“, erklärt Dr. F. Koithan, Amtstierarzt der Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis, Verbraucherschutz- und Veterinärwesen. „Der aktuelle Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass Impfungen korrekt durchgeführt und lückenlos dokumentiert werden. Nur so lassen sich Tiere wirksam schützen und eine mögliche Einschleppung der Tollwut verhindern.“

MSD

Trennungsbedingte Verhaltensauffälligkeiten bei Katzen

Katzen können Verhaltensstörungen entwickeln, wenn sie zu lange allein gelassen werden. Das zeigen neuere Studien, wie auch die Auswertung einer Fragenbogenstudie mit 130 Katzenbesitzer:innen im brasilianischen Juiz de Fora deutlich. Demnach leiden besonders Wohnungskatzen unter Einsamkeit, wenn sie regelmäßig längere Zeit allein zu Hause sind. Die Untersuchungen ergaben, dass mehr als jede zehnte Katze Auffälligkeiten zeigt, die auf Einsamkeit oder Trennungsangst zurückzuführen sein können. Zu den Verhaltensweisen gehören Aggressivität gegenüber Menschen und anderen Tieren im Haushalt, Unsauberkeit und Zerstörungswut. Besonders häufig treten diese Probleme auf, wenn Katzen zwischen fünf und sieben Tagen pro Woche jeweils mehr als sechs Stunden allein gelassen werden.

Brasilianische Forschenden konnten mit Hilfe eines Fragebogens die Verhaltensweisen und den psychischen Zustand im Zusammenhang mit Trennungsangst bei Katzen identifizieren. Obwohl der Fragebogen eine detaillierte Untersuchung jedes einzelnen Falls nicht ersetzen kann, könnte dieser als Ausgangspunkt für zukünftige Forschung zu Trennungsangst bei Katzen dienen und ein praktisches sowie effizientes Instrument darstellen, das Etholog:innen und Tierärzt:innen hilft, eine sicherere Erstdiagnose von Trennungsangst zu stellen.

Tierärzt:innen können sich mit den Online-Kursen Verhaltenstherapie auf Myvetlearn.de zu diesem Thema weiterbilden. Der Einstieg ist jederzeit möglich!
Das 10-teilige Modulreihe ist in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie und der DVG-Fachgruppe Verhaltensmedizin und Bissprävention entstanden.

Stern

Neue Impfung gegen Mastitis Erreger

Mastitis gehört zu den Gesundheitsproblemen in Milchviehbetrieben, die am häufigsten auftreten. E. coli und coliforme Keime sind Umwelterreger, deren Bedeutung in Deutschland stetig zunimmt und die häufig zu schweren, akut verlaufenden Euterentzündungen führen, mit teilweise tödlichem Ausgang. Zudem verursacht eine Infektion hohe Kosten durch sinkende Milchleistung und tierärztliche Behandlungen sowie den potenziellen Verlust von Tieren. Weiterhin bedeuten Euterentzündungen einen erhöhten Arbeitsaufwand und ein beeinträchtigtes Tierwohl.

Das Unternehmen Boehringer Ingelheim Vetmedica hat nun die Zulassung für einen Impfstoff erhalten, der ein bestehendes Mastitis-Management ergänzt und dazu beitragen kann, Häufigkeit und Schwere von Mastitiden bei Kühen und Färsen durch E. coli und Staphylococcus aureus zu reduzieren.

Der neue inaktivierte Impfstoff erhöht die spezifischen Antikörperspiegel und konnte unter Feldbedingungen die somatische Zellzahl (SCC) bei geimpften Kühen senken. Durch die gezielte Stärkung der Immunabwehr in der Hochrisikophase der Laktation unterstützt der Impfstoff eine bessere Eutergesundheit, reduziert den Antibiotikaeinsatz und fördert Tierwohl sowie Leistungsstabilität.

Das Unternehmen weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass eine Impfung in ein strategisches Mastitis-Kontrollprogramm integriert werden muss. Die Impfung stärkt die Kuh in ihrer Abwehr gegen die genannten Mastitiserreger. Allerdings muss der Erreger, um die Immunantwort in Gang zu setzen, erst in das Euter eindringen – die Infektion kann also, wie bei vielen anderen Impfungen auch, nicht verhindert werden. Die meisten klinischen Mastitisfälle treten am Anfang der Laktation bis in die Hochlaktation hinein auf. Um diese Zeitspanne bestmöglich abzusichern, hat sich die gut planbare Impfung der Trockensteher etabliert. Die rechtzeitige Impfung in der Trockenstehzeit stellt sicher, dass zum Laktationsstart schützende Antikörper gebildet worden sind.

Boehringer Ingelheim Vetmedica

Vorsicht beim Verbringen von Tieren aus dem Urlaubsland

Der August ist die Hauptreisezeit der Deutschen. Viele Menschen verbringen ihre Ferien in südeuropäischen Ländern. Das Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen in Düsseldorf warnt aktuell vor der Einfuhr von Tieren aus diesen Ländern, denn Katzen und Hunde aus vielen europäischen Regionen können gefährliche Krankheiten einschleppen.

Das Mitleid mit den auf der Straße lebenden Vierbeinern führt nicht selten dazu, dass Urlauber:innen die Tiere über Organisationen vor Ort adoptieren oder diese als Flugpaten mit ins Heimatland nehmen. Nicht bedacht wird dabei jedoch in vielen Fällen, dass jedes nach Deutschland eingeführte Tier einen EU-Heimtierausweis benötigt, in dem neben Name und Anschrift der Tierhalterin bzw. des Tierhalters auch die individuelle Chip-Nummer und der Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung vermerkt sein müssen. Fehlen diese Papiere, droht den Tieren eine langwierige Quarantäne, für die teils hohe Kosten entstehen, die die/der „Retter:in“ tragen muss. Zusätzlich wird in diesen Fällen ein Bußgeld fällig.  

„Wer trotz der damit verbundenen Risiken unbedingt ein Tier aus dem Ausland mitbringen möchte, sollte sich vorher ausführlich informieren, ob alle Einreisebestimmungen definitiv erfüllt sind“, betont Klaus Meyer, Leiter des Düsseldorfer Instituts.

Diesen Rat sollten Urlauber auch beherzigen, wenn sie sich vor Ort als Flugpate für einen Vierbeiner anwerben lassen. Besonders diesen Tieren fehlen häufig die notwendigen Impfungen oder die dazugehörigen Papiere. Der Flugpate ist während des Transportes für das Tier verantwortlich und muss alle geltenden Einreisebestimmungen beachten. 

Vor der Mitnahme eines Tieres sollten Reisende sich in jedem Fall – auch vom Urlaubsort aus – in Deutschland bei den zuständigen Veterinärämtern über die Organisation und die geltenden Einreisebestimmungen erkundigen. Meyer weist darauf hin, dass Hunde und Katzen hierzulande in zahlreichen Tierheimen und Auffangstationen dringend auf neue Besitzer:innen warten. „Sie sind bereits geimpft und gekennzeichnet und in der Regel auch kastriert“, betont der Institutsleiter. Weitere Fragen zum Thema Einreisebestimmungen beantwortet das Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen unter der Telefonnummer 0211-8993242.

Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen

EIA bei Pferd in Niedersachsen 

Die Equine Infektiöse Anämie (EIA) oder auch ansteckende Blutarmut der Einhufer (ABE) genannt, ist eine weltweit vorkommende Viruserkrankung, die vor allem in Asien, Osteuropa und Südamerika vorkommt. In Deutschland tritt sie eher selten auf. Am vergangenen Donnerstag (30.07.2026) ist die EIA jedoch bei einem Pferd im niedersächsischen Landkreis Northeim nachgewiesen worden. Wie der Landkreis mitteilt, sei das betroffene Tier eingeschläfert und ein entsprechender Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet worden. Pferde, Esel, Maultiere und Maulesel müssen dort nun im Stall bleiben. Zudem werden empfängliche Tiere im Umkreis von einem Kilometer untersucht.

EIA ist eine unverzüglich meldepflichtige Tierseuche nach der Tierseuchenmeldeverordnung und gemäß der Einteilung des neuen Tiergesundheitsrechts der EU eine Seuche der Kategorie D+E. Impfungen und Heilversuche seuchenkranker oder -verdächtiger Einhufer sind gesetzlich verboten. Nachweislich infizierte Tiere müssen getötet werden, da sie lebenslange Virusträger sind, wodurch sich immer weitere Einhufer anstecken können.

In erster Linie übertragen blutsaugende Insekten das Virus, in Einzelfällen finden Infektionen über gemeinsam genutztes Pflegezubehör statt. Hierzulande wurden vereinzelte Ausbrüche der EIA gemeldet, zuletzt trat die Ansteckende Blutarmut in Thüringen auf.

Halter:innen sind nun aufgerufen, unverzüglich dem Landkreis Anzahl ihrer gehaltenen Einhufer sowie deren Standort mitzuteilen. Gleiches gilt für die Zahl erkrankter oder verendeter Tiere. Dies ist per Mail an veterinaeramt@landkreis-northeim.de möglich.

Tierseucheninfo Niedersachsen

NDR

BTV-8-Ausbruch in Niedersachsen  

Erstmals im aktuellen Seuchenzug ist die Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 (BTV-8) in Niedersachsen nachgewiesen worden. Betroffen ist eine Rinderhaltung in Herzberg am Harz im Landkreis Göttingen. Die nach dem BTV-Ausbruch in Hessen eingerichtete Restriktionszone wächst um weitere 150 Kilometer. Große Teile Niedersachsens liegen nun innerhalb dieser Sperrzone. Betroffen sind die Landkreise im Süden des Bundeslandes bis hin zu Teilen der Landkreise Osnabrück, Nienburg, Diepholz, Verden, Heidekreis, Uelzen und Lüchow-Dannenberg.

Für Rinder, Schafe, Ziegen, Lamas, Kamele und Alpakas gelten nun Einschränkungen, wenn diese aus der Zone heraus in noch BTV-8-freie Gebiete innerhalb Deutschlands oder in andere EU-Mitgliedstaaten verbracht werden sollen. Innerhalb der Zone bestehen keine Beschränkungen.

Schon seit Längerem gilt auch in Niedersachsen die Empfehlung, empfängliche Wiederkäuer gegen BTV-3 und BTV-8 zu impfen. Denn nur die Impfung schützt vor schweren Verläufen. Auch dürfen nur geimpfte Tiere aus der Sperrzone gebracht werden

Land und Forst

NDR

Klimawandel verstärkt Blaualgenentwicklung 

Die teilweise seit Ende Mai herrschenden hohen sommerlichen Temperaturen erwärmen auch die Seen und Flüsse in Deutschland massiv. Besonders in stehenden Gewässern fördert das die Vermehrung von Cyanobakterien (Blaualgen) sowie die Bildung der typischen grünlichen Algenblüten stark.

Da einige der Cyanobakterien-Arten Giftstoffe produzieren, die bei Menschen und Tieren gesundheitliche Schäden verursachen, werden jedes Jahr für diverse Seen und Weiher amtliche Warnungen vor den Blaualgen ausgesprochen. Seltener treten die Cyanobakterien in Flüssen auf. Wegen eines möglichen Zusammenhangs mit Blaualgen raten aktuell die Behörden vom Baden in der Donau ab. Nach Angaben des Landratsamt Kelheim wurden die Algen bei Wasserproben aus der Donau nachgewiesen. Zwei Menschen und mehrere Hunde sind nach dem Baden in der Donau bei Kelheim erkrankt, ein Tier starb.

Wenn belastetes Wasser verschluckt wird oder Giftstoffe über die Schleimhäute aufgenommen werden, können Krankheitszeichen wie Hautausschläge, Übelkeit, Durchfall, Atemnot oder Muskelkrämpfe auftreten. Schon geringe Mengen der Giftstoffe können für Hunde jedoch lebensgefährlich sein, da die Vierbeiner aus flachen Uferbereichen trinken bzw. Steine und Wasserpflanzen ablecken. Erste Warnzeichen für eine mögliche Vergiftung sind Nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) starker Speichelfluss, Zittern oder Krämpfe. In diesem Fall sollten Tierhaltende umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Forschende der Technischen Universität München untersuchen bereits seit Jahren die Verbreitung der Bakterien im Zusammenhang mit dem Klimawandel und befürchten, dass diese in Zukunft häufiger vorkommen könnten. Cyanobakterien benötigen neben Sonnenlicht auch Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) erklärt. Um die Verbreitung zu verringern, sollten Nährstoffeinträge möglichst reduziert werden, was den Wissenschaftler:innen der TU jedoch nicht ausreicht. Sie raten dringend zu Maßnahmen, die einer weiteren Erwärmung der Gewässer entgegenwirken, damit diese als funktionierende Systeme erhalten werden können. 

BR

Schweinepreise weiter unter Druck

Während in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres die Erzeugerpreise für Rinder und Geflügel teilweise deutlich gestiegen sind, fielen die Preise für Schweine und Ferkel weiter.  Die Preise für Kälber nahmen im Vorjahresvergleich von rund 259 € auf 310 € pro Tier zu, was einem Plus von 21 % entspricht. Gründe für die Preissteigerungen waren unter anderem eine anhaltend gute Nachfrage und ein geringeres Tieraufkommen. Auch die Erlöse für Geflügelfleisch konnte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 zulegen.

Auf der anderen Seite ist der Schweine- und Ferkelmarkt weiter massiv unter Druck. Die rückläufigen Erzeugerpreise sind das Ergebnis eines zunehmend schwierigen Fleischabsatzes, der die Nachfrage nach Schlachtschweinen erheblich gedrosselt hat. Auf dem an die Entwicklung gebundenen Ferkelmarkt kam es im Verlauf des Halbjahres zu einem spürbaren Angebotsüberhang. Mit durchschnittlich 53,40 € pro Tier lagen die Ferkelpreise um rund 22 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Topagrar

App vermittelt umfassendes Wissen zu Wildtieren  

Viele junge Wildtiere landen als vermeintliche Notfälle in Tierkliniken und -praxen. Doch in den meisten Fällen sind die Jungtiere gar nicht hilfsbedürftig, erklärt Prof. Dr. Michael Pees von der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Sie wären besser in ihrer natürlichen Umgebung aufgehoben gewesen.

Damit hilfsbereite Menschen besser erkennen, welche Tiere wirklich tierärztliche Hilfe benötigen, hat ein Team der TiHo die App „Wildtier SOS“ entwickelt. Die KI-gestützte App bietet Finder:innen eine schnelle und fundierte Entscheidungshilfe. Mit Hilfe von Beispiel-Bildern und -Videos sowie einer hilfreichen SOS-Funktion, lassen sich unnötige Eingriffe in die Natur vermeiden.

„Jetzt geht das ganz praktisch mit der neuen KI-Integration. Per Foto kann die App in kürzester Zeit die Tierart erkennen, was Laien besonders bei Jungtieren schwer fallen kann“, so der Klinikleiter. Zudem finden die User:innen wichtige Hinweise zu gesetzlichen Vorgaben, Zoonosen und dem Schutzstatus des Tieres.

„Die App Wildtier SOS ist ein digitaler Meilenstein für den Tier- und Artenschutz in Deutschland“, fasst Professor Dr. Michael Pees zusammen. „Sie vermittelt wertvolles Wissen über die Wildtiere in unserer Umgebung, erkennt, ob ein Tier Hilfe benötigt, leitet Finderinnen und Finder bei der Erstversorgung an und unterstützt dabei, die richtigen Anlaufstellen in der Nähe zu finden.“ 

Um besser auf Wildtierpatienten vorbereitet zu sein, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de mit einer vierteiligen Wildtierreihe online fortbilden. Für Tiermedizinische Fachangestellte steht eine separate Reihe zur Verfügung.

TiHo

Tierhaltungsstrategie der EU wird unterschiedlich bewertet

Am 7. Juli 2026 hat die Europäische Kommission die Strategie für die Nutztierhaltung (Livestock Strategy) angenommen. Ziel der Strategie ist die Sicherstellung eines nachhaltigen und widerstandfähigen Tierhaltung in Europa.

„In der heute angenommenen Strategie wird ein zukunftsorientierter Ansatz für die Tierhaltung vorgeschlagen, bei dem die Tiergesundheit und der Tierschutz im Mittelpunkt stehen. Es ist das Ergebnis unseres umfassenden Konsultationsprozesses mit Interessenträgern in der gesamten Branche, insbesondere Landwirten, deren Ansichten sorgfältig berücksichtigt wurden. Durch Investitionen in Prävention, Innovation und Vorsorge helfen wir Tieren und Landwirten gleichermaßen“, erklärte Olivér Várhelyi, Mitglied der EU-Kommission für Gesundheit und Tierwohl in der vergangenen Woche.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den nun festgelegten Zeitplan für Tierschutzverbesserungen, kritisiert jedoch das Festhalten der Kommission an einer auf den Erhalt und Ausbau der Tierhaltung ausgerichteten Agrarpolitik. Stattdessen fordern die Tierschützer:innen den dringend notwendigen Wandel des Ernährungssystems.

„Mit dieser Strategie zementiert die Europäische Kommission ein System der Tierhaltung, das erhebliches Tierleid verursacht und zugleich Klima, Umwelt und Ressourcen belastet“, sagt Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Board Member des europäischen Tierschutzdachverbands Eurogroup for Animals. „Wer Europas Landwirtschaft zukunftsfähig machen will, muss den Mut haben, den Umfang der Tierhaltung zu reduzieren und pflanzliche Proteine deutlich stärker zu fördern. Diese Chance lässt die Kommission ungenutzt.“

Europa brauche weniger Tiere in besseren Haltungssystemen – nicht eine Strategie, die den Tierschutz ausbremst, statt ihn voranzubringen, so Plinz weiter. Der Verband kritisiert besonders, dass die Strategie die Ursachen vieler Probleme der intensiven Tierhaltung ausblende. Zwar würden Maßnahmen zur Krankheitsprävention und Biosicherheit angekündigt, die Risiken hoher Tierbestände und Besatzdichten seien aber weitgehend unberücksichtigt geblieben.

Ganz anders das Urteil des Bundesverbandes Rind und Schwein e. V. (BRS). Er bewertet die EU-Tierhaltungsstrategie grundsätzlich positiv. Besonders begrüßt der Verband, dass die Nutztierhaltung ausdrücklich als strategisch wichtiger Sektor für Ernährungssicherheit, ländliche Räume, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft anerkannt wird; ebenso den Ansatz, Tiergesundheit, Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit künftig stärker zusammenzudenken. Auch die angekündigte Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Unterstützung von Innovationen sowie der Abbau bürokratischer Hürden werden ausdrücklich begrüßt.

Positiv bewertet der BRS zudem den europäischen Ansatz im Bereich der Tiergesundheit. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention, Biosicherheit, Früherkennung und Krisenmanagement sei der richtige Weg. Auch die angekündigte Überprüfung der Kategorisierung von Tierseuchen im EU-Tiergesundheitsrecht wird als sinnvoll angesehen. Da Tierseuchen keine Landesgrenzen kennen, brauche es europaweit einheitliche Maßstäbe, klare Zuständigkeiten sowie verlässliche Bekämpfungs- und Finanzierungsmechanismen. Einen vergleichbar präventiven und strategischen Ansatz wünsche sich der Verband auch auf nationaler Ebene.

Ob die Strategie tatsächlich zu Verbesserungen für die Tierhaltung in Deutschland führe, hänge jedoch maßgeblich von ihrer konkreten Ausgestaltung ab, mahnt der BRS.

Deutscher Tierschutzbund

BRS

Große Veränderungen in der dänischen Landwirtschaft  

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft zeichnet sich in Dänemark inzwischen deutlich ab. Wie auch in anderen Ländern, hat die Zahl der Betriebe stark abgenommen, während gleichzeitig die Zahl der größeren landwirtschaftlichen Betriebe spürbar gewachsen ist. 

Nach Informationen des dänischen Statistikamtes gab es zum Stichtag am 1. Juni 2026 noch rund 27.000 Betriebe, was einem Minus von knapp 48 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 entspricht. Währenddessen ist der Anteil der Höfe mit mehr als 400 Hektar von 0,6 % auf 5,4 % gestiegen. Kleine Höfe mit weniger als 30 Hektar stellen weiterhin über die Hälfte aller Betriebe; ihr Anteil ist von 2005 bis 2025 mit 53,9 % beziehungsweise 54,4% vergleichsweise stabil geblieben.

Die Zahl der Rinder oder Schweine haltenden Betriebe ist in den vergangenen 20 Jahren von 32,7 % auf 28,6 % bzw. von 17,4% auf 6,3% gesunken.

Topagrar

Sachkundenachweis für künftige Tierhaltende nun Pflicht in Österreich

Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Österreich die bundeseinheitliche Pflicht des Sachkundenachweises für Tierhaltende. Künftig müssen Personen, die erstmals die Haltung bestimmter Tierarten anstreben, einen Nachweis über eine allgemeine Sachkunde erbringen. So sollen Fehler in der Heimtierhaltung und Tierleid sowie Überforderung und die spätere Abgabe von Tieren im Tierheim vermieden werden. 

Die Bundes-Novelle rund um die Sachkunde für angehende Tierhalter:innen verfehle die ursprünglich ambitionierten Ziele und stößt die Bundesländer vor den Kopf, die schon vor Einführung eines bundesweiten Sachkundenachweises hochqualitative ländereigene Regelungen getroffen haben, kritisiert die Stadt Wien.

„Mit der Bundes-Novelle dürfen ab jetzt auch Personen mit zu hinterfragenden Einstellungen zum Hundetraining als Ausbildner für unbedarfte Bürger:innen fungieren, denn die von Bundesseite nun als geeignet anerkannten Hunde(sport)vereinsqualifikationen basieren lediglich auf Eigenlegitimation“, erklärt der Wiener Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Anders als in Österreich gelten in Deutschland keine einheitliche Regelung, was der Deutsche Tierschutzbund seit längerem kritisiert. Mit Nachdruck fordert der Verband einen verpflichtenden, theoretischen Sachkundenachweis, bevor sich Tierhaltende ein Tier zulegen. Grundlegende Kenntnisse zu Haltung, Ernährung, Verhalten und Kommunikation der jeweiligen Tierart sollten Voraussetzung für den Kauf oder die Adoption eines Tieres sein, so der Tierschutzbund.

„Tierhalter sollten sich bereits vor der Anschaffung mit den Bedürfnissen und dem Verhalten eines Tieres sowie den anfallenden Kosten auseinandersetzen“, erklärt Lisa Hoth-Zimak, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. 

Bereits seit 2023 sind zukünftige Hundehalter:innen in Niedersachsen verpflichtet, einen sogenannten Hundeführerschein zu absolvieren. Seit dem 1. Juli 2026 ist dieser auch in Bremen Pflicht. „Die Sachkundepflicht würde Leid verhindern und die Tierheime entlasten, weil weniger Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden“, so Hoth-Zimak.

Deutscher Tierschutzbund

Risiko für ASP-Eintrag in Schweinehaltungen steigt im Sommer

In den kommenden drei Monaten steigt das Risko für Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das haben retrospektive Untersuchungen in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten ergeben. Demnach könnte das Risiko der ASP-Einträge in den Sommermonaten um bis zu 50% steigen. Das hessische Landwirtschaftsministerium mahnt daher die weiterhin konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen an.

Neben der Virusübertragung von Tier zu Tier sowie über kontaminierte Materialien wird unter Expert:innen zunehmend eine mögliche Rolle blutsaugender Insekten wie Fliegen, Gnitzen oder Bremsen im Sommerinfektionsgeschehen diskutiert. Unter natürlichen Bedingungen konnte die epidemiologische Bedeutung dieses Übertragungsweges zwar bislang nicht nachgewiesen werden, jedoch haben Studien gezeigt, dass die orale Aufnahme von ASP-Virus tragenden Wadenstechern (Stomoxys calcitrans) oder Bremsen (Tabanidae) bei Hausschweinen eine Infektion auslösen könnte. Da Bremsen größere Flugdistanzen zurücklegen können, werden die Insekten als potenzielle Eintragsquelle für das ASP-Virus in Schweinehaltungen diskutiert. Das könnte auch den Anstieg von ASP-Ausbrüchen in den Sommermonaten erklären.

Das Hessische Landwirtschaftsministerium appelliert daher an alle Schweinehalter:innen in ASP-Restriktionsgebieten, ihre Bestände insbesondere während der Sommermonate vorsorglich auch vor stechenden und blutsaugenden Insekten zu schützen. Daher ist im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten ein besonderes Augenmerk auf die Reduzierung der Brutstätten, die Minimierung der Eintragsquellen sowie die konsequente Bekämpfung mit geeigneten Maßnahmen zu legen.

Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die neunteilige Online-Seminarreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 4 befasst sich mit der Biosicherheit in Schweinebeständen.

Landwirtschaftsministerium Hessen

Neue Katzenschutzverordnung ab 1. Juli rechtskräftig

Mit Beginn der 2. Jahreshälfte tritt in Schleswig-Holstein eine landesweite Katzenschutzverordnung in Kraft, die sowohl die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen als auch die landesweiten Kastrationsaktionen für Straßenkatzen einheitlich regelt.

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Schleswig-Holstein zeigen sich zufrieden über die neue Verordnung. „Diese Maßnahmen können nicht nur das Leid unzähliger Straßenkatzen nachhaltig reduzieren, sondern auch die Tierheime spürbar entlasten“, sagt Ellen Kloth, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein.

„Wir hoffen, dass andere Bundesländer und insbesondere der Bund die Signalwirkung erkennen und diesem Beispiel folgen“, betont Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und verweist ausdrücklich auf die dramatische Situation vieler Tierheime.

Die nun zügige Umsetzung des einstimmigen Landtagsbeschlusses aus 2025 bewerten die Tierschützer:innen als positiv. Die Bearbeitungszeit zwischen parlamentarischem Beschluss und Erlass der Verordnung betrug nur etwas mehr als ein Jahr.

Deutscher Tierschutzbund

GOT-Evaluation: Online-Befragung von Tierhaltenden und Tierärzten läuft

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ist im Jahr 2022 umfassend novelliert worden und wird nun, wie vorgesehen, nach vier Jahren evaluiert. Im Rahmen dieses Evaluierungsprozesses führt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auch eine deutschlandweite Befragung von Tierärzten und Tierhaltenden durch.

Unter anderem hatte auch der Pferdesport Deutschland eine solche Umfrage gefordert. Seitdem die Evaluation der GOT durch das BMLEH angestoßen worden ist, hat sich der Verband nachdrücklich dafür eingesetzt, dass neben der Tierärzteschaft auch die Tierhaltenden zu den Auswirkungen der GOT-Novelle im Jahr 2022 direkt befragt werden.

„Auskömmlich für den Tierarzt und leistbar für den Tierhalter – das ist unser erklärtes Ziel“, erklärt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht. „Dass die ursprünglich nicht geplante Befragung stattfindet, werten wir als einen ersten Erfolg auf dem Weg zur Gestaltung fairer Tierarztkosten“, ergänzt Miesner, der immense Auswirkungen der GOT Novelle auf den Pferdesektor sieht.   

Für die Beantwortung der Fragen ist eine Dauer von etwa 10 Minuten einzuplanen. Die Befragung läuft bis zum 26. Juli 2026.

Zur Tierärzte-Umfrage

Pferdesport Deutschland inkl. Umfrage für Tierhalter

Extremhitze in Frankreich verursacht Massensterben von Hühnern

Nicht nur in Deutschland leiden Menschen und Tiere seit Tagen unter Extremtemperaturen, die beinahe überall deutlich über der 30-Grad-Marke liegen. Auch in Frankreich lähmt eine rekordverdächtige Hitzewelle das Land. Am vergangenen Dienstag wurden regional bis zu 44,3 Grad Celsius gemessen. Die Extremhitze hat dort nun zum Tod von Hunderttausenden Stück Geflügel geführt, da es immer wieder auch zu Stromausfällen gekommen ist. Eine endgültige Zahl lässt sich bislang nicht beziffern, zumal die Hitzewelle noch einige Tage anhalten sollen.  

„In unseren beiden größten Geflügelregionen beobachten wir hitzebedingte Übersterblichkeit“, erklärt Yann Nedelec, der Präsident des französischen Geflügelverbandes ANVOL. „Die Kapazitäten der Tierkörperbeseitigung reichen vielerorts nicht mehr aus, um die verendeten Tiere zeitnah abzuholen“, so Nedelec. Da die Kadaversammeldienste komplett überfordert sind, sollten die Behörden in Erwägung ziehen, in den beiden wichtigsten Geflügelregionen des Landes, der Bretagne und im Pays de la Loire, Bestattungen auf den Betrieben zuzulassen.

Durch die gleichzeitig stark gestiegene Luftfeuchtigkeit stoßen aber auch gut belüftete Ställe an ihre Grenzen. Die Tiere können überschüssige Körperwärme nur über die Atmung abgeben.

Agrarheute

Neuerungen für Rinder- und Schweinebetriebe im QS-System

Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte treten für tierhaltende, QS-zertifizierte Betriebe mit Rindern oder Schweinen zwei wichtige Änderungen in Kraft.

Ab 1. Juli muss eine betriebsindividuelle Biosicherheitsbewertung vorgelegt werden. Rinder- und Schweinehalter:innen sind dann verpflichtet, einen Nachweis über eine Risikobewertung eines möglichen Seucheneintrags für ihren Standort vorzuweisen. Sowohl ein behördlich anerkanntes Konzept als auch die Risikoampel der Universität Vechta gelten als möglicher Nachweis. Schweine haltende Betriebe können zudem den „Hygieneplan zum Schutz vor biologischen Gefahren“ nutzen, der im Zusammenhang mit der ASP-Statusuntersuchung eingesetzt wird. Für Betriebe mit Sauenhaltung gilt zudem die Bescheinigung über die Teilnahme am BayPHV als anerkannter Nachweis. 

Das QS weist darauf hin, dass Schweinehalter:innen bis spätestens 31. Juli die erforderlichen Antibiotikameldungen in der QS-Antibiotikadatenbank eingepflegt haben müssen. Liegen diese Daten nicht rechtzeitig vor, verlieren die Betriebe ihre Lieferberechtigung im QS-System so lange, bis die erforderlichen Angaben nachgereicht wurden.

Ab dem 1. Juli gelten die Vorgaben auch für Rindermäster:innen. Kann kein Therapieindex berechnet werden, entfällt die Lieferberechtigung für das QS-System. Die entsprechende Sperre wird zum 8. August wirksam.

Agrarheute

Strukturwandel in der globalen Schweinehaltung schreitet voran

Die Schweinehaltung befindet sich in vielen Regionen der Welt in einem Strukturwandel. Die sinkende Nachfrage, aber auch die Afrikanische Schweinepest (ASP) haben den Welthandel verändert.

So hat die Tierseuche in der Dominikanischen Republik einen dramatischen Rückgang der Schweineproduktion verursacht: 85 Prozent der kommerziellen Betriebe sind ausgestiegen oder stehen kurz davor. Inzwischen müssen 80 % des Schweinefleisches importiert werden. Um wieder einen gesunden Tierbestand aufzubauen, schlägt Carlos Trincado, Fachmann für Schweinegesundheit und Biosicherheit, einen radikalen Schritt vor. Für einen Neustart ohne die hochpathogenen ASP-Viren, soll der komplette Schweinebestand des Landes einmal gekeult werden. Mit getesteten „Sentinelschweinen“ sollen die Farmen nach einer Zwischenphase von 2 bis 3 Jahre wieder neu beginnen.

Aufbau statt Abbau heißt es in Vietnam: in dem ostasiatischen Land ist bereits die zweite Riesenanlage für die Fleischproduktion in Planung. In Hanoi soll auf rund 220 Hektar ein mehrstöckiger Schweinezuchtkomplex nach dem Vorbild eines Apartmentgebäudes entstehen. Wie auch schon in China soll das Großprojekt die Schweinehaltung mit eigenem Anbau von Futterpflanzen und einem geschlossenen Kreislaufsystem kombinieren.

In der vietnamesischen Provinz Tay Ninh entsteht aktuell bereits eines der größten Schweinehaltungsprojekte Südostasiens. In einem Gebäudekomplex mit sechs Etagen sollen bis zu 64.000 Zuchtsauen gehalten werden. Die jährliche Produktion wird mit bis zu 1,6 Millionen Mastschweinen angegeben. Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen, bereits 2027 sollen die ersten Tiere eingestallt werden.

Topagrar

Agrarheute

Hessen schreibt Tierwohlpreis aus

Tierwohl in der Nutztierhaltungwird in Hessen ernst genommen. So hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt, das Leben und Wohlbefinden, die Unversehrtheit sowie die Würde von Tieren besonders zu schützen. Verschiedene Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, um diesem Ziel näher zu kommen. So hat die Regierung unter anderem Tierschutzindikatoren entwickelt sowie die Qualifizierung und Fortbildung Nutztierhalter:innen und Weiterentwicklung der rechtlichen Anforderungen vorangetrieben.

Zudem haben die hessischen Veterinärbehörden Kontrollen in den landwirtschaftlichen Betrieben, bei Tiertransporten und der Schlachtung oder Tötung von Tieren intensiviert. Mittels einer Informationsplattform, die das Hessische Umweltministerium und die hessische Landestierschutzbeauftragte gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ins Leben gerufen haben, soll die Umsetzung von mehr Tierwohl in den Ställen unterstützt werden. Hier können sich Tierhaltende über kritische Haltungsbedingungen als auch charakteristisches Tierverhalten bei nicht artgerechter Haltung informieren.

Und auch in diesem Jahr hat das Landwirtschaftsministerium den Hessischen Preis „Tierwohl in der Landwirtschaft“ 2026 ausgeschrieben. Für den mit 17.000 Euro dotierten Preis sucht das Ministerium beispielhafte und innovative Projekte für eine zukunftsfähige Tierhaltung. Bis zum 1. September 2026 können Vorschläge von Bewerber:innen selbst eingereicht oder auch von Dritten benannt werden.

Um aktuelle Probleme des Tierschutzes geht es auch in der gleichnamigen Hybrid-Veranstaltung am 3. und 4. September 2026. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort in Hannover oder online im Live-Stream möglich. Eine Anmeldung ist bis zum 31. August 2026 um 16 Uhr möglich

Ministerium Hessen

Aktionstag wirbt für mehr Akzeptanz von Hunden am Arbeitsplatz

Bereits zum 19. Mal lädt der Deutsche Tierschutzbund am heutigen Donnerstag (11.06.2026) zur Teilnahme am Aktionstag „Kollege Hund“ ein. Die Initiative wurde ins Leben gerufen, um Unternehmen zu überzeugen, Hunde am Arbeitsplatz willkommen zu heißen. Mit Hilfe von umfassenden Informationen und praktischen Hilfestellungen für die Arbeitgeber sowie Leitfäden für die Hundehalter:innen, begleitet der Deutsche Tierschutzbund die erfolgreiche Umsetzung der Idee.

Denn letztendlich könnten beide Seiten davon profitieren, so der Organisator. Hunde müssten weniger Zeit allein verbringen und Beschäftigte würden häufig ein entspannteres und kommunikativeres Arbeitsumfeld erleben. 

„Für viele Hunde bedeutet der Arbeitstag ihrer Bezugspersonen stundenlanges Alleinsein oder Fremdbetreuung. Dabei sind sie auf soziale Kontakte und die Nähe ihrer Menschen angewiesen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wenn Hunde am Arbeitsplatz willkommen sind, verbessert das die Lebensqualität von Mensch und Tier gleichermaßen. Gleichzeitig fördern hundefreundliche Unternehmen eine moderne Arbeitskultur.“

So erhalten alle teilnehmenden Unternehmen eine Urkunde, die sie als hundefreundlichen Arbeitgeber auszeichnet. Vor der Teilnahme am Aktionstag „Kollege Hund“ sollten Mitarbeitende und Unternehmen jedoch eventuelle Allergien oder Ängste innerhalb der Mitarbeiterschaft abklären. Neben einem ruhigen Rückzugsort sowie Zugang zu frischem Wasser tragen ausreichende Bewegung und Beschäftigung vor Arbeitsbeginn sowie gemeinsame Spaziergänge in den Pausen zusätzlich dazu bei, dass sich der tierische Kollege wohlfühlt. Gleichzeitig profitiert auch der Zweibeiner von der zusätzlichen Bewegung.

Deutscher Tierschutzbund

Alongshan-Virus in Österreich nachgewiesen

Das Alongshan-Virus (ALSV) wird von Zecken übertragen und gehört zu den jüngeren Krankheitserregern. Erstmals wurde das ALSV im Jahr 2017 in China identifiziert. Nachdem das Virus in 2021 und 2022 in der Schweiz nachgewiesen werden konnte, dokumentierten Forschende der Tierärztlichen Hochschule Hannover in einer Studie den Erreger im Jahr 2023 auch in Zecken sowie bei Wild- und Nutztieren. Demnach hatten die Wissenschaftler:innen auch Antikörper in Haustieren an verschiedenen Orten in Niedersachsen gefunden.

Jetzt ist das ALSV auch in Österreich angekommen. Ein Forschungsteam des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) hat rund 3.000 im Jahr 2024 in Österreich gesammelte Zecken, 2.000 archivierte Zeckenproben aus den Jahren 2005 bis 2018 sowie rund 2.000 Blutproben von Patient:innen mithilfe molekularbiologischer und serologischer Methoden analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Alongshan-Virus (ALSV) bereits seit mindestens 20 Jahren in heimischen Zecken zirkuliert.

„Die Ergebnisse belegen eine weite geografische Verbreitung des ALSV in Österreich, mit Nachweisen in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Vorarlberg“ sagt Studienleiterin Judith Aberle vom Zentrum für Virologie der Wiener Uni. Nach Angaben der Virologin wurden zudem bei zwei Personen hohe ALSV-spezifische Antikörperspiegel festgestellt, was auf überstandene Infektionen hinweist. Noch sei jedoch unklar, ob die in Europa zirkulierenden Virusvarianten beim Menschen überhaupt Erkrankungen auslösen, so Aberle weiter. Die ursprünglich 2017 in China entdeckte Variante wird mit Fieber und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-ähnlichen Symptomen in Verbindung gebracht. So seien weitere, großangelegte Studien notwendig, um die gesundheitliche Relevanz und die Verbreitung des ALSV zu klären.

MedUni Wien

Tierseuchen: Schweiz beschließt Gesetzesänderung

Der Bundesrat der Schweiz hat in der vergangenen Woche einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Tierseuchengesetzes verabschiedet. Mit der Reform soll eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, damit Behörden schnell und rechtssicher auf Tierseuchen reagieren können. Demnach sollen Nutztiere im Fall von Tierseuchen unter bestimmten Bedingungen schneller auch mit nicht zugelassenen Impfstoffen geimpft werden können.  

Voraussetzung ist, dass in der Schweiz kein alternativ anwendbares und gleichwertiges Tierarzneimittel zugelassen und verfügbar ist und auch kein entsprechendes im Ausland zugelassenes Präparat eingeführt werden kann. Der Bundesrat verweist auf den Ausbruch des Blauzungenkrankheit (BTV) im Spätsommer 2024. Mangels Impfstoffs mit entsprechender Zulassung hatte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine Allgemeinverfügung erlassen müssen, um den Import und die Verteilung eines nicht zugelassenen Impfstoffs zu ermöglichen.

Die Gesetzesänderung könne in Krisensituationen von entscheidender Bedeutung sein, so der Bundesrat. Die Bewilligung sei befristet und diene ausschließlich dazu, eine Versorgungslücke im Tierseuchenfall zu überbrücken, teilt der Bundesrat weiter mit. Der ordentliche Zulassungsprozess werde dadurch nicht ersetzt.

Die Europäische Union verfügt bereits über eine entsprechende gesetzliche Grundlage. Mit der vorgeschlagenen Regelung schafft die Schweiz vergleichbare gesetzliche Möglichkeiten, eine Benachteiligung des Alpenstaates bei der Bekämpfung zu vermeiden.

Bundesrat Schweiz

Zwei Kälber in Texas von Larven der Schraubenwurmfliege befallen

Die Neue Welt-Schraubenwurmfliege (NWS) ist ein verheerender Schädling, dessen Larven sich in das Fleisch lebender Tiere einbohren. In der Regel legen NWS ihre Eier in offenen Wunden oder Körperöffnungen von Rindern und Wildtieren ab. Unbehandelt können die Maden schwere, oft tödliche Schäden verursachen.

Während NWS in Kuba, der Dominikanischen Republik sowie einigen südamerikanischen Ländern endemisch ist, gilt der Parasit in den USA als ausgerottet. Seit dem Jahr 2024 breitet sich die Neue Welt-Schraubenwurmfliege jedoch von Mexiko in Richtung USA aus. Nun hat das US-Landwirtschaftsministerium USDA den ersten NWS-Fall bestätigt. Bei zwei Kälbern in Texas wurde der Parasit nachgewiesen.

Die Behörden haben eine 20-Kilometer-Befallszone rund um den Fundort eingerichtet. Zudem haben sie Tierhaltende aufgerufen, ihre Nutz- und Haustiere regelmäßig auf mögliche Anzeichen eines Befalls zu untersuchen. Das Landwirtschaftministerium weist zudem darauf hin, dass Körperöffnungen wie Nase, Ohren und Genitalbereich sowie Nabel neugeborener Tiere regelmäßig untersucht werden sollten, um auszuschließen, dass sich Larven oder Eier dort befinden. Bei einem Verdachtsfall sollte umgehend die zuständige Tiergesundheitsbehörde oder der zuständige USDA-Amtstierarzt informiert werden. 

Als Reaktion hat Kanada als erstes Land einen Importstopp verhängt. Demnach dürfen Rinder und Pferde nicht eingeführt werden, wenn sie sich innerhalb von 21 Tagen vor dem Grenzübertritt in Texas aufgehalten haben.

Agrarheute

Bayern erhöht Fördergelder für Tierwohlprogramm

Der Freistaat Bayern wird auch in diesem Jahr das Tierwohlprogramm „BayProTier“ fortsetzen. Trotz angespannter Haushaltslage stellt die Landesregierung insgesamt mehr als 15,6 Millionen für das Förderprogramm zur Verfügung. Mit der Fördersumme, die im Vergleich zum letzten Förderzeitraum um 3,5 Millionen Euro erhöht wurde, können rund 1.200 Betriebe sowohl bei Investitionen als auch bei den laufenden Mehrkosten besonders tierwohlgerechter Haltung unterstützt werden.

„Tierwohl hat für uns weiterhin höchste Priorität. Unser Programm gleicht die laufenden Mehrkosten moderner Tierwohlställe aus und wird von den Betrieben sehr gut angenommen. Das zeigt: Wir unterstützen genau dort, wo die Landwirtschaft verlässliche Partner braucht“, erklärt Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Landwirtschaftliche Betriebe können ab sofort wieder Anträge stellen. Alle bisherigen Maßnahmen werden auch in 2026 mit unveränderten Anforderungen fortgeführt.

Für die Zukunft der heimischen Landwirtschaft fordert Kaniber vom Bund endlich langfristige Planungssicherheit für die Betriebe: „Wer mehrere hunderttausend oder sogar Millionen Euro in einen neuen Stall investiert, braucht Verlässlichkeit und keine ständig wechselnden Vorgaben.“

Ministerium Bayern

Deutsche Bio-Milchproduktion weiter rückläufig

In Deutschland ist die Nachfrage nach Biomilchprodukten im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach Informationen des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) wurden in 2025 6,7 Prozent mehr abgesetzt. Gleichzeitig geben immer mehr Bio-Produzent:innen ihren Betrieb auf, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) erklärt. Im vergangenen Jahr stiegen annähernd 400 Biobetriebe mit Rinderhaltung aus, obwohl die Molkereien einen höheren Preis für Biomilch zahlten.

Der DBV sieht das Ziel, einen Anteil von mehr als 25 Prozent Ökolandbau zu erreichen, inzwischen „in weite Ferne gerückt“. Die „praxisferne gesetzliche Auslegung der EU-Öko-Verordnung durch die EU-Kommission“ sei die Hauptursache für die hohe Anzahl an Betriebsaufgaben, so der Verband. Denn auch in den Nachbarländern zeige sich eine ähnliche Entwicklung. Hier stellten seit 2021 zwischen 10 und 15 Prozent der Bio-Milchbauern wieder auf konventionelle Produktion um.

Darum fordert der Verband nun in einem Positionspapier zur Zukunft des Ökolandbaus eine grundlegende agrarpolitische Kurskorrektur. Darin werden sowohl praxistaugliche und gleichzeitig tierwohlgerechte Regelungen als auch verlässliche Investitionsbedingungen für die Öko-Tierhaltung gefordert. Zudem ist nach Meinung des Verbandes eine „verfahrensoffene“ Gestaltung der Kreislaufwirtschaft im Ökolandbau und eine stärkere Förderung praxisnaher Forschung notwendig, um die Effizienz im Ökolandbau zu steigern.

Ohne funktionierende Nährstoffkreisläufe verliert der Ökolandbau seine Grundlage, warnt der DBV. EU, Bund und Länder seien daher gefordert, die gesetzlichen Regelungen praxisgerecht anzupassen. Andernfalls drohe dem Ökolandbau ein struktureller Rückgang – mit negativen Folgen für die betroffenen Betriebe, aber auch für die Umweltleistungen des Ökolandbaus und die regionale Wertschöpfung. 

DBV

Tool bewertet Papageiengesundheit

Die Privathaltung von Papageien ist für Betreuende nicht selten eine Herausforderung, denn die Vögel haben komplexe Bedürfnisse. Zahlreiche Verhaltens- und Gesundheitsprobleme können auftreten, sofern diese von den Haltenden nicht erfüllt werden.

Um das Wohlergehen von Papageienvögel in Privathaltung besser bewerten zu können, haben Forschende der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Utrecht das Tool PsittaWel entwickelt. Mit Hilfe eines umfassenden Fragenkatalogs rund um Themen wie körperliche Verfassung, Haltungsumgebung, soziale Interaktionen, Verhalten, Ernährung und tägliches Management, können Papageienhaltende lernen, das Wohlbefinden ihrer Papageien fundiert einzuschätzen und besser zu verstehen.

Ein internationales Expertengremium hat das Tool über einen Zeitraum von vier Jahren entwickelt. An dem Projekt, das im Rahmen der Dissertation von Andrea Piseddu (Vetmeduni Wien) gestartet wurde, waren auch Tierärzt:innen und zertifizierte Verhaltensberater:innen beteiligt.

„PsittaWel wurde entwickelt, um eine wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Ressource bereitzustellen, die Betreuenden hilft, das Wohlergehen der mit ihnen lebenden Papageien zu überwachen und zu verstehen – und um das Bewusstsein für deren Bedürfnisse zu schärfen“, erklärt Jean-Loup Rault von der Vetmeduni Wien. „Fachliche Begleitung bleibt für Gesundheit und Wohlergehen von Papageien unerlässlich, insbesondere bei Sorgen oder Problemen“, ergänzt Yvonne van Zeeland (Universität Utrecht). „Das Instrument soll die Arbeit von Tierärztinnen und Tierärzten sowie zertifizierten Verhaltensberaterinnen und -beratern ergänzen, nicht ersetzen.“

„PsittaWel soll die Haltung von Papageien als Heimtiere weder fördern noch rechtfertigen. Ethische Fragen zur Gefangenschaft sind und bleiben wichtig, und weitere Forschung zum Wohl von Papageien ist unerlässlich. Solange Papageien – langlebige Arten – jedoch in häuslichen Umgebungen leben, besteht ein klarer Bedarf, ihr Wohlergehen zu beurteilen und ihre Haltungsbedingungen zu verbessern, um ihnen das bestmögliche Leben zu ermöglichen“, sagt Doktorandin Andrea Piseddu abschließend. 

Vetmeduni Wien

Bundes­gesundheits­blatt thematisiert Antibiotikaresistenzen

Antibiotikaresistenzen (AMR) werden als eine der größten Bedrohungen für die globale Gesundheit betrachtet. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit pro Jahr schätzungsweise mehr als 5 Millionen Menschen an resistenten Infektionen.

Auch in Deutschland führen Resistenzen zu einer erheblichen Krankheits­last, Sterblichkeit und wirtschaftlicher Belastung. Um für diese Thematik mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, hat sich das Bundesgesundheits­blatt in seiner Mai-Ausgabe mit der Frage „Antibiotika­resistenz – eine unendliche Geschichte?“ intensiv beschäftigt.

In der monatlich erscheinenden Fachzeitschrift widmen sich elf Beiträgen dem Thema AMR. So werden unter anderem Ursachen, Einfluss­faktoren und Interventions­möglichkeiten entlang der gesamten One-Health-Kette beleuchtet. Die Redaktion geht zudem auf die Entstehungs­mechanismen von Resistenzen in der Umwelt und den Antibiotika­einsatz bei Geflügel sowie die Bedeutung von Antibiotic Stewardship und auf den Einsatz von Impf­stoffen zur Prävention bakterieller Resistenz­entwicklung ein.

Ein Beitrag aus dem Robert Koch Institut (RKI) als einer der Herausgeber befasst sich mit der Entwicklung der Epidemiologie antibiotikaresistenter Erreger in der Humanmedizin und deren Bedeutung für das Gesundheits­system

„Antibiotika­resistenzen stellen nicht allein ein mikrobiologisches oder klinisches Problem dar, sondern sind durch ein komplexes Zusammen­spiel biologischer, epidemiologischer, ökologischer und gesellschaftlicher Faktoren geprägt. Ein wirksamer Umgang mit antimikrobiellen Resistenzen erfordert daher ein integriertes Verständnis dieser Zusammen­hänge sowie koordinierte Maßnahmen“, schreiben die Heft-Koordinatoren Sebastian Günther (Universität Greifs­wald) und Peter Heisig (emeritiert) von der Universität Hamburg in ihrem Editorial.  

RKI

Um Antibiotikaminimierung im Stall und somit ebenfalls un Resistenzminimierung geht es auch bei der Lernplattform VetMAB, die sich an Landwirt:innen sowie bestandsbetreuende Tierärzt:innen richtet.

BTK-Stellungnahme zur SWR-Doku über Tierarztkosten

Die Bundestierärztekammer hat zu dem am 19. Mai 2025 ausgestrahlten SWR-Beitrag „Tierisch
teuer – Was hinter den hohen Tierarztkosten steckt
“ Stellung bezogen. Man nehme den Beitrag mit großer Sorge zur Kenntnis, da er ein einseitiges und tendenziöses Bild der tierärztlichen Versorgung in Deutschland aufzeichnet und der komplexen Realität in den Praxen und Kliniken nicht gerecht wird, heißt es darin:

Zwar wird im Beitrag der Eindruck erweckt, unterschiedliche Perspektiven – von Tierhaltenden,
Tierärzt:innen sowie aus der Politik – seien gleichermaßen berücksichtigt worden. In der
Gesamtschau entsteht jedoch kein ausgewogenes Bild. Vielmehr werden v. a. Einzelfälle mit
besonders hohen Rechnungen, emotionale Härtefälle und zugespitzte Aussagen in den
Mittelpunkt gestellt. Dadurch wird der Eindruck verstärkt, hohe Tierarztkosten seien Ausdruck
mangelnder Fairness oder unangemessener Abrechnung durch die Tierärzteschaft. Dies
weisen wir entschieden zurück.

Auch hinken die dort ausgestrahlten Vergleiche einzelner Praxisbeispiele. Durch einzelne Aussagen im Beitrag entsteht zudem der Eindruck, eine „faire“ Abrechnung bestehe darin, bestimmte Leistungen nicht oder nur teilweise zu berechnen. Das ist aus Sicht der Bundestierärztekammer irreführend und entspricht nicht den Vorgaben der Gebührenordnung (GOT).

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden. Im Gegenteil: Sie schafft Transparenz, setzt verbindliche Unter- und Obergrenzen und schützt damit sowohl Tierhaltende als auch die Qualität der tierärztlichen Versorgung. Ohne eine verbindliche Gebührenordnung drohten unübersichtlichere Preise, wachsender wirtschaftlicher Druck auf Praxen und Kliniken, eine Verschlechterung der Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig möglicherweise sogar höhere Kosten für Tierhaltende.

Gleichzeitig ist eine angemessene Vergütung die Voraussetzung dafür, dass Tierärzt:innen qualifiziertes
Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das dient unmittelbar dem Tierwohl.

Schon heute ist es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden. Gerade die Notfallversorgung bedeutet erhebliche Personalvorhaltung zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagszeiten, hohe organisatorische Belastungen und zusätzliche Kosten. Trotz der in der GOT vorgesehenen Zuschläge ist dieser Bereich für viele Praxen wirtschaftlich kaum rentabel.

Der Beitrag stellt hingegen v. a. Extremfälle mit sehr hohen Rechnungsbeträgen in den Vordergrund. Diese Fälle sind für die betroffenen Tierhaltenden zweifellos belastend. Sie bilden jedoch nicht den Alltag tierärztlicher Abrechnung ab. Der Großteil tierärztlicher Rechnungen bewegt sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau und liegt in der Regel nicht im Bereich besonders hoher Sätze. Gerade deshalb wäre es aus unserer Sicht journalistisch geboten gewesen, die gezeigten Einzelfälle stärker einzuordnen und nicht als repräsentativen Eindruck tierärztlicher Versorgung stehen zu lassen.

Zur ungekürzten Stellungnahme >>>

Auch die Darstellung, Tierhaltende müssten künftig stärker selbst entscheiden, welche Behandlungen „Sinn machen“ und ob es immer die neueste Untersuchung sein müsse, greift zu kurz. Selbstverständlich gehört eine sorgfältige Beratung über Diagnostik- und Therapieoptionen, Prognosen, Kosten und Alternativen zum tierärztlichen Alltag. Gleichzeitig darf nicht der Eindruck entstehen, moderne Diagnostik oder fachlich sinnvolle Untersuchungen seien bloße Zusatzleistungen, auf die ohne weiteres verzichtet werden könne. Tierärzt:innen sind dem Tierwohl verpflichtet. Ihre Empfehlungen beruhen auf fachlicher Einschätzung, medizinischer Verantwortung und dem Ziel, Leiden zu vermeiden oder zu lindern.

Kritisch sehen wir zudem, dass im Beitrag Aussagen zur Rechtmäßigkeit der GOT unwidersprochen stehen bleiben. Die Gebührenordnung ist geltendes Recht. Sie wurde auf Grundlage einer fachlichen und wissenschaftlichen Bewertung novelliert und dient ausdrücklich der Sicherstellung einer transparenten, qualitätsgesicherten und flächendeckenden tierärztlichen Versorgung. Eine Debatte über Weiterentwicklung und Evaluation der GOT ist legitim und notwendig. Sie sollte jedoch sachlich geführt werden und darf nicht auf die Erzählung vermeintlich überhöhter Tierarztrechnungen reduziert werden.

Die Bundestierärztekammer spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch eine regelmäßige, planbare Anpassung der Gebührenhöhe. Solche schrittweisen Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen, weil Kosten dadurch berechenbarer bleiben.

Wir halten es daher für erforderlich, die einseitige Darstellung des Beitrags journalistisch nachzuarbeiten. Aus Sicht der Bundestierärztekammer sollte der SWR die Berichterstattung um einen Folgebeitrag ergänzen, in dem die tierärztliche Perspektive angemessen zu Wort kommt. Dazu gehören insbesondere die wirtschaftliche Realität von Praxen und Kliniken, die weiterhin im Vergleich zu anderen akademischen Heilberufen häufig nicht angemessene Vergütung tierärztlicher Arbeit, die Herausforderungen im Notdienst, der Fachkräftemangel sowie die zentrale Bedeutung der GOT für Transparenz, Qualität und Versorgungssicherheit.

Tierhaltende brauchen eine sachliche und nachvollziehbare Einordnung tierärztlicher Kosten.
Sie brauchen keine Verunsicherung und keine pauschale Gegenüberstellung von „fairen“ und
vermeintlich überteuerten Tierärzt:innen. Die große Mehrheit der Tierärzteschaft arbeitet verantwortungsvoll, transparent und unter erheblichem wirtschaftlichem und personellem Druck. Dieses Bild kam in dem Beitrag aus unserer Sicht nicht ausreichend zur Geltung.

Wir stehen dem SWR für eine sachliche Einordnung und für weitere Gespräche gern zur Verfügung.

Gut informiert mit dem Vierbeiner in den Urlaub

Spätestens, wenn in vier Wochen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland die Sommerferien beginnen, werden sich auch viele Tierhalter:innen mit ihrem Hund in den Urlaub begeben. Um diese besondere Zeit entspannt und sicher genießen zu können, bedarf es einer guten und frühzeitigen Planung, teilt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT).

So sollten Hundebesitzer:innen vor Reiseeintritt prüfen, ob der Impfstatus ihres Vierbeiners ausreichend ist, der in dem für Reisen in andere EU-Länder vorgeschriebenen EU-Heimtierausweis dokumentiert ist. Außerdem muss der Hund mittels eines Mikrochips gekennzeichnet sein. Ohne diese Voraussetzungen kann es bei Grenzübertritten zu Problemen kommen, so der Verband.

Neben dem vollständigen Impfschutz gegen die Tollwut empfiehlt sich bei Reisen in südliche Länder auch die Impfung gegen die Leishmaniose. Die Tierärztin bzw. der Tierarzt berät in diesem Fall und erstellt einen entsprechenden Impfplan. Auch erhalten Tierbesitzer:innen in der Tierarztpraxis eine umfassende Beratung hinsichtlich des notwendigen Schutzes gegen Ekto- und Endoparasiten.

Der BfT weist zudem auf eine sichere Unterbringung des Tieres während der Reise hin, beispielsweise in einer Transportbox oder durch andere geeignete Sicherungssysteme im Fahrzeug. Und genau wie die Halter:innen benötigen auch die Vierbeiner regelmäßige Pausen sowie ausreichend Wasser und Schutz vor Hitze. Für den Fall einer Erkrankung am Urlaubsort sollte eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitgeführt werden, in die unter anderem Mittel gegen Übelkeit und Durchfall, Verbandsmaterial für kleinere Verletzungen sowie Augenpflegeprodukte gehören. Bei bekannten Allergien und chronischen Erkrankungen sollten entsprechende Medikamente ebenfalls mitgeführt werden.

Grundsätzlich empfiehlt der BfT Hundehalter:innen, sich frühzeitig über Einreisebestimmungen oder Einschränkungen für bestimmte Hunderassen sowie regionale Gesundheitsrisiken und tierärztliche Versorgungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. Dann steht einer Reise mit Hund nichts mehr im Weg.

Schönen Urlaub!

BfT

Rindertuberkulose: Baden-Württemberg trifft Vorbereitungen

Das seit Jahren durchgeführte Monitoring der Rotwild-Tuberkulose in Tirol hat eine erneute Zunahme der Infektionen in einzelnen Regionen gezeigt. Damit steigt auch das Risiko einer Übertragung auf Rinder, die während der Alpung Weideflächen gemeinsam mit Rotwild nutzen. Das haben Ausbrüche von Rindertuberkulose (M. bovis, TBC) in den vergangenen Monaten, zuletzt im April 2026 im österreichischen Vorarlberg, belegt.
 
Die aktuelle Entwicklung wird von dem baden-württembergischen Agrarministerium intensiv beobachtet. In dem Land gab es zuletzt im Jahr 2024 Fälle der TBC. Zwar gäbe es keinen Grund zur Beunruhigung, aber Vorbereitungen für das Übergehen der Krankheit auf Rinder aus dem Südwesten seien getroffen worden, so das Ministerium. Bereits seit dem Jahr 2013 werden alle
zurückkehrenden Weidetiere, die auf bayerischen und österreichischen Almen aufgetrieben worden sind, getestet.

„Die Untersuchung der rückkehrenden Weidetiere von bayerischen und österreichischen Almen hat sich bewährt und wird fortgesetzt“, teilte ein Sprecher mit. 

Die anzeigepflichtige Tierseuche kann unter Umständen vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Bei einem positiven TBC-Nachweis in einem Betrieb müssen laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium alle Rinder des Bestands getestet sowie erkrankte Tiere gekeult werden.

Proplanta

Widerstandsfähige Viehhaltungssysteme im Fokus der EAAP 2026

Nach Innsbruck im vergangenen Jahr wird die Jahrestagung der European Federation of Animal Science (EAAP) in 2026 in Hamburg stattfinden. Vom 7. bis 11. September 2026 werden rund 1.800 Fachleute aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Beratung, Wirtschaft und Politik aus mehr als 60 Ländern zu nahezu 100 wissenschaftlichen Veranstaltungen zu Themen wie Tiergesundheit, Tierwohl, Genetik und Fütterung erwartet. Im Fokus der 77. EAAP-Tagung steht die Gestaltung widerstandsfähiger Viehhaltungssysteme als Schlüssel zur Kreislauflandwirtschaft.

Eine frühzeitige Buchung lohnt sich. Noch bis zum 31. Mai 2026 können Interessierte von vergünstigten Teilnahmegebühren profitieren. Den Teilnehmenden bietet sich auf der Tagung die Möglichkeit, sich über neue Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu informieren, internationale Perspektiven kennenzulernen und sich mit Fachleuten aus aller Welt auszutauschen. Neben dem umfangreichen Fachprogramm erwartet die Besucher:innen außerdem ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Exkursionen, Netzwerkveranstaltungen und zahlreichen Möglichkeiten zum persönlichen Austausch.

Der Kongress wird gemeinsam vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde e.V (DGfZ) organisiert. Die Kongresssprache ist Englisch.

EAAP

Niederlande plant verpflichtende Impfung von Legehennen gegen HPAI

Die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) hat niederländische Geflügelhaltende in den Niederlanden in den vergangenen sieben Monaten stark gebeutelt. Aufgrund von HPAI-Ausbrüchen mussten allein in diesem Zeitraum rund 2,25 Millionen Tiere gekeult werden.

Nachdem ein groß angelegter Impfversuch auf einem Legehennenbetrieb bislang ohne Probleme verlaufen ist und die befürchtenden Handelsbeschränkungen ausgeblieben sind, plant Deutschlands Nachbarland nun in Abstimmung mit der Geflügelbranche eine Impfstrategie. Geplant ist laut Angaben der Regierung eine verpflichtende Impfung für Legehennen.

Im Vorfeld hat Wageningen Bioveterinary Research (WBVR) im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums bereits mehrere Feldversuche mit unterschiedlichen Impfstoffen durchgeführt. Die Studienergebnisse fallen durchweg positiv aus. Nach Aussagen der Forschenden erkrankten geimpfte Bestände seltener an der Geflügelpest. Zudem breite sich das Virus langsamer aus, falls es dennoch in einen Betrieb gelangt. 

Mit den wichtigsten Handelspartnern USA, Kanada, Japan und Großbritannien hat die Regierung bereits Gespräche über den Strategieplan, der noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll, geführt. Die Partner akzeptierten den Versuch unter der Bedingung, dass die Eier ausschließlich in den Niederlanden vermarktet werden.

Als weitere Bekämpfungsmaßnahme will die Regierung eine Verschärfung der Biosicherheitsmaßnahmen als Schutz vor Erregereinträgen in die Ställe weiter vorantreiben. So muss seit März 2025 jeder kommerzielle Geflügelbetrieb einen verbindlichen Biosicherheitsplan vorweisen.

Tierärzt:innen können sich auf Myvetlearn.de zum Thema Biosicherheit online fortbilden. Kurs 5 beschäftigt sich mit der Biosicherheit in Geflügelbeständen.

Geflügelnews

Interzoo erfolgreich zu Ende gegangen

Die Interzoo 2026 in Nürnberg, die am 15. Mai zu Ende ging, hat erneut ihre Bedeutung als weltweit wichtigste Fachmesse der Heimtierbranche unter Beweis gestellt. Mit rund 2.400 Ausstellern aus etwa 70 Ländern sowie rund 39.000 Fachbesuchern aus mehr als 130 Nationen verzeichnete die Messe die höchsten Teilnehmerzahlen ihrer Geschichte. Besonders deutlich zeigte sich dabei die internationale Ausrichtung: Über 87 % der Aussteller und mehr als 70 % der Besucher kamen aus dem Ausland.

Inhaltlich standen insbesondere die Themen Tiergesundheit und Nachhaltigkeit im Fokus. Der globale Heimtiermarkt wächst weiterhin dynamisch und erreichte laut Euromonitor ein Volumen von 189 Milliarden Euro. Besonders stark entwickelt sich der Bereich präventiver Gesundheitslösungen für Heimtiere. Zahlreiche Aussteller präsentierten Produkte, die Tierhalter dabei unterstützen sollen, die Gesundheit ihrer Tiere aktiv zu überwachen und zu fördern. Dieses Thema spiegelte sich auch im Rahmenprogramm wider, unter anderem mit einer eigenen Academy Session zum Bereich Healthcare.

Ein weiterer Schwerpunkt war die nachhaltige Entwicklung der Heimtierbranche. Bereits vor Messebeginn fand die Interzoo Sustainability Conference mit Teilnehmern aus 30 Ländern statt. Im Mittelpunkt standen praxisorientierte Ansätze zur nachhaltigen Gestaltung von Produktions- und Lieferketten. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung innovativer Inhaltsstoffe und ressourcenschonender Herstellungsverfahren.

Interzoo

Schweiz will Ausstiege aus Schweinehaltung fördern

Züchterische Fortschritte, eine verbesserte Tiergesundheit sowie höhere Leistungen in den Betrieben haben in den vergangenen Jahren in der Schweiz zu einer jährlichen Zunahme der Schweinefleischproduktion um mehr als 1,5 Prozent geführt. Pro Woche werden in der Schweiz rund 48.000 Schweine geschlachtet, verkauft werden jedoch nur 44.000 Tiere. Nach Informationen des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes LID ist der Auszahlungspreis für Schlachtschweine durch das Überangebot innerhalb eines Jahres stark gefallen.

Um den dadurch entstehenden Preisdruck aus der Branche zu nehmen, stellt der Bund Zuchtbetrieben, die früher aussteigen wollen, bis zu 10 Millionen Franken zur Verfügung. Die Regierung verfolgt mit dieser Maßnahme das Ziel, die Zahl der Schweine zu verringern. Wer an dem Modell teilnimmt, darf den betroffenen Zuchtschweineplatz für 25 Jahre nicht mehr nutzen. Zusätzlich soll während zehn Jahren der Bau neuer Schweineställe untersagt werden.

Das über einen Fonds der Branchenorganisation Proviande finanzierte Vorhaben hat innerhalb der Branche zu kontroversen Diskussionen geführt. So werden fehlende Abklärungen sowie eine unzureichende Ausarbeitung des Modells kritisiert.

Nau.ch

Agrarheute

Datenbank für Falltiere gefordert

In Deutschland versterben jedes Jahr Millionen Nutztiere auf landwirtschaftlichen Betrieben schon vor der Schlachtung. Die Hauptgründe sind Krankheiten oder Verletzungen, die sich Geflügel und Schweine sowie andere Tiere aufgrund von schlechten Haltungsbedingungen zuziehen. Wie hoch die Zahl der sogenannten Falltiere genau ist, steht nicht fest. Lediglich für Rinder wird jährlich eine Zahl ermittelt, die bei ca. 500.000 Tieren pro Jahr liegt.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher von der Bundesregierung, eine Datenbank über die Sterblichkeitsraten von Nutztieren zu erstellen, um einen grundlegenden Überblick über die tatsächliche Zahl der Tiere, die die Schlachtung gar nicht erst erreichen, sondern verenden oder notgetötet werden müssen, zu erhalten.

 „Die Bundesregierung hat offensichtlich kein Interesse daran zu wissen, wie viele Tiere in Deutschland “für die Tonne” gezüchtet werden“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Trotz bestehender Strukturen zur Entsorgung der Tiere werden diese Daten nicht systematisch gesammelt oder ausgewertet. Dadurch bleibt unsichtbar, wie groß das tatsächliche Ausmaß von Tierverlusten in der Landwirtschaft ist und wo die größten tierschutzrelevanten Probleme liegen.“

Gemäß Koalitionsvertrag sollte „eine praxistaugliche Rechtsgrundlage für Kontrolle und Kennzeichnung von toten Tieren in Verarbeitungsbetrieben tierischer Nebenprodukte“ geschaffen werden, was bisher nicht umgesetzt wurde, so der Verband. Die Tierschützer:innen fordern daher eine verpflichtende bundesweite Erfassung aller „Falltiere“ und ihrer Todesursachen in einer Datenbank.

Deutscher Tierschutzbund

Erneuter Rinder-Diebstahl in Brandenburg

Nachdem bereits im April diesen Jahres 70 junge Rinder aus einem Stall in Brandenburg entwendet worden sind, ist es nun zu einem weiteren Rinder-Diebstahl in dem Bundesland gekommen. Betroffen ist ein Landwirt aus Raddusch im Spreewald, dessen 48 Rinder von der Weide gestohlen wurden. Wie die Polizei in Cottbus mitteilt, war der Landwirt im Begriff, seine Tiere zu impfen, als er den Diebstahl feststellte. Der rein finanzielle Schaden betrage rund 75.000 Euro, so die ermittlende Kriminalpolizei.

Der Vorstandsvorsitzende der von dem Diebstahl im April betroffenen Agrargenossenschaft, Michael Jänsch, vermutet, dass die Täter:innen mit einem Sattelschlepper rückwärts an den Stall gefahren sind, nachdem sie das Tor aufgebrochen hatten. Darauf hatten Lkw-Spuren hingedeutet. Die 70 entwendeten Rinder gehören der Rasse Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind an, sind alle weiblich und zwischen drei und sechs Monate alt. Noch nicht geklärt ist bis jetzt, wo Tiere in beiden Fällen gebracht worden sind. Da die Polizei noch völlig im Dunkeln tippt, ist die Bevölkerung dringend aufgerufen, sich mit Hinweisen an sie zu wenden.

NTV

Garten-Vignette für den Igelschutz

Igel finden immer weniger Lebensraum, denn versiegelte Flächen sowie Zäune und Mauern nehmen den Wildsäugern den Platz für Rückzugsmöglichkeiten. Damit wird auch Suche nach Nahrung und Paarungspartnern massiv erschwert.

Um den bedrohten Tieren das Leben zu erleichtern und (über)lebenswichtige Wege für Igel wieder zu öffnen, hat Tierschutz Austria die Garten-Vignette ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist, Gärten in sichere Zufluchtsorte für Igel und andere Wildtiere umzuwandeln. Die Garten-Vignette zeigt: Hier sind Igel willkommen. Schon mit einem kleinen Durchgang von 13 x 13 Zentimetern im Gartenzaun könne dem Igel „freie Durchfahrt“ ermöglicht werden, sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria.

Teilnehmende Personen müssen lediglich ihren Garten mit nur kleinen Veränderungen igelfreundlich und wildtierfreundlich gestalten, damit wichtige Rückzugsorte geschaffen werden und sichere Wege erhalten bleiben. Nach dem Registrieren ihres Gartens erhalten die Besitzer:innen ihre Garten-Vignette und unterstützen damit den Tier- und Artenschutz.

Nur kurze Zeit nach dem Start der Initiative sind bereits 275 Gärten registriert, 150 Vignetten verkauft und mehr als 100.000 Quadratmeter Gartenfläche naturnah gesichert worden. Durch die Vernetzung dieser Flächen ist schon jetzt eine über 10 Kilometer lange „Igel-Straße“ entstanden – ein wachsendes Netzwerk an Lebensräumen für Wildtiere im Siedlungsraum.

„Dass so viele Menschen in so kurzer Zeit mitmachen, freut uns enorm, damit hatten wir nicht gerechnet“, erklärt Aschauer. „Jeder Garten, der dazukommt, macht die Igel-Straße länger und den Lebensraum für Wildtiere größer.

Da verletzte oder kranke Igel auch immer häufiger in der Tierarztpraxis landen, bietet Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung für Tierärzt:innen an. TFAs können sich mit der vierteiligen Reihe zu Wildtieren online fortbilden.

OTS

Mehr Geld für Rinderhaltende bei TBC-Ausbrüchen

Offiziell gilt Frankreich als frei von der Rindertuberkulose. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde ANSES wurden besonders im Südwesten des Landes sowie in der Normandie immer wieder TBC-Ausbrüche nachgewiesen. Trotz umfangreicher Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen hatten diese Ausbrüche lokal teils erhebliche Auswirkungen. Zu einer der möglichen Ursachen zählt die lange Überlebensdauer des Erregers in der Umwelt, wodurch auch indirekte Infektionen möglich sind.

Um die Rinderhalter:innen im Fall eines Tuberkulose-Ausbruchs besser zu entschädigen, hat die französische Regierung nun die Entschädigungszahlungen deutlich erhöht. Demnach erhalten die Landwirt:innen über zwei Jahre eine pauschale Zahlung in Höhe 3.350 Euro für jedes gekeulte Tier. Wie Landwirtschaftsministerin Annie Genevard mitteilt, gilt die Regelung rückwirkend ab Beginn des Wirtschaftsjahres 2025/26. Weiterhin können sich künftig die Tierhaltenden auch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen vollständig staatlich finanzieren lassen, die Kosten für den Abtransport der gekeulten Tiere werden ab sofort ebenfalls erstattet. Im Rahmen des Programms zur vorübergehenden Produktionsausfallkompensation können Beihilfen für Milchbetriebe künftig erhöht werden.

Mit der Erhöhung der Zahlungen beugt sich die Regierung den Forderungen verschiedener Agrarverbände. Die begrüßen den Beschluss und erwarten, dass dadurch Maßnahmen zur Bekämpfung der Rindertuberkulose konsequenter umgesetzt werden. Gleichzeitig fordern sie die vollständige Umsetzung des Tuberkulose-Maßnahmenplans für den Zeitraum 2024 bis 2029.

Landwirt-Media

Schweizerbauer

AK bei Hausschweinen in den USA

Erstmals seit 22 Jahren ist die Aujeszkysche Krankheit (AK), auch Pseudowut genannt, in den USA bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Am 22. April 2026 ist das Virus bei fünf Ebern in einem Betrieb in der Nähe von Eldora im Hardin County (Iowa) festgestellt worden. Nach Angaben des Animal and Plant Health Inspection Service (APHIS) des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) stammten alle betroffenen Tiere aus einer Freilandhaltung. Auch innerhalb des Herkunftsbetriebes wurden laut APHIS weitere Schweine positiv auf Pseudowut getestet. Die infizierten Schweine wurden gekeult. Gemäß einer Erklärung der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH), sei kein Sperma von betroffenen Tieren ins In- oder Ausland versandt worden.

Die Aujezsky-Krankheit wird durch das SchweineHerpesvirus 1 verursacht. Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie Atemwegsbeschwerden und Fortpflanzungsstörungen wie Fehlgeburten und Totgeburten. Bei Ferkeln können die Symptome Koordinationsstörungen, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall umfassen. Ältere Schweine können unter Niesen, Husten, Lungenentzündung und in einigen Fällen unter Erblindung leiden.

Während Hausschweinebestände hierzulande offiziell als frei von der Aujezsky-Krankheit gelten, zirkuliert das Virus in der Wildschweinepopulation. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2.000 Wildschweine positiv auf AK getestet. Die Krankheit kann auch für andere Säugetiere fatal sein, insbesondere für (Jagd)Hunde. Deswegen sollte jeglicher Kontakt zu Wildschweinen vermieden und niemals rohes Wildschweinfleisch verfüttert werden. Das Virus ist extrem widerstandsfähig und überlebt selbst in tiefgekühltem Fleisch viele Wochen.

Pig Progress

Bewerbungsfrist für den Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz gestartet

Bereits seit über 30 Jahren schreibt das Land Rheinland-Pfalz den Tierschutzpreis aus. Die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis ist gerade gestartet. Bis zum 30. September 2026 können einzelne Personen oder Gruppen, die im Bereich Tierschutz tätig sind, von Behörden, dem Tierschutzbeirat des Landes sowie Organisationen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden.

Der Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in vier Kategorien vergeben: für den besonderen ehrenamtlichen Einsatz und vorbildliche Einzelbeiträge für den Tierschutz sowie den vorbildlichen beruflichen Umgang mit Tieren und Projekte im Jugendtierschutz.

„Der Preis verhilft einzelnen Projekten und damit der Bedeutung des Tierschutzes zu Sichtbarkeit und soll zur Nachahmung anregen“, betont Umweltministerin Katrin Eder. Vorschläge, die Personen oder Institutionen in Rheinland-Pfalz betreffen, werden vorrangig berücksichtigt.

Ministerium Rheinland-Pfalz

Illegaler Handel mit Tieren wieder angestiegen

Die bislang ergriffenen Maßnahmen gegen den illegalen Heimtierhandel scheinen noch nicht ausreichend zu sein. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes wurden im Jahr 2025 noch immer zu viele illegal nach Deutschland importierte Tiere entdeckt. Gemäß einer aktuellen Auswertung haben die Behörden in 257 Fällen ermittelt, bei denen mindestens 2.250 Tiere involviert waren. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2024 wieder gestiegen.  

Unter den nahezu 600 Hunden, die im vergangenen Jahr befreit werden konnten, waren besonders häufig Rassehunde wie Zwergspitze, Malteser oder Pudel entdeckt worden. Zudem konnten die Behörden 56 Katzen und 1.596 Landschildkröten, Vogelspinnen, Koikarpfen und verschiedene Vogelarten sowie sechs Affen, zwei Zebras, ein Serval und eine Antilope sicherstellen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass die Dunkelziffer weitaus höher anzusiedeln ist, denn noch immer bleiben zu viele Fälle unentdeckt.

„Der skrupellose Handel mit Hunden und Katzen geht unaufhörlich weiter. Nach den Rekordzahlen während der Coronapandemie und einem Rückgang nach der Pandemie beobachten wir aktuell wieder eine steigende Tendenz. Zudem werden auch viele Wildtiere verschiedenster Arten illegal transportiert“, erklärt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Angesichts der gestiegenen Zahlen erneuert der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einem Verbot des Onlinehandels mit Tieren, zumindest aber strengere gesetzliche Vorgaben. Unter anderem fordern die Tierschützer:innen einen verpflichtenden Identitätsnachweis der Händler:innen sowie eine Verpflichtung der Portalbetreiber, Anzeigen vor ihrer Freischaltung prüfen. Eine wichtige Maßnahme gegen den illegalen Tierhandel sei die jüngst vom EU-Parlament verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen in Europa, so der Tierschutzbund.

Deutsche Tierschutzbund

Mecklenburg-Vorpommern bündelt Wolfsmanagement im Ministerium

Am 30. April wird jedes Jahr der internationale Tag des Wolfes begangen. Diesen Tag sowie die veränderten rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen hat das Land Mecklenburg-Vorpommern (MV) zum Anlass genommen, wichtige Weichen für die Zukunft des Wolfsmonitorings im Land zu stellen. So soll das bisher in Jasnitz angesiedelte Wolfskompetenzzentrum künftig organisatorisch in das Agrarministerium integriert werden. Zudem arbeitet das Land derzeit an einem eigenen Wolfsmanagementplan.

„Wir reagieren damit auf neue Anforderungen im Umgang mit dem Wolf. Mit der Bündelung im Ministerium stellen wir sicher, dass fachliche Expertise, rechtliche Bewertung und politische Steuerung noch enger verzahnt sind“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

In MV leben aktuell 26 Wolfsrudel und zwei Paare (2024/25: 28 Rudel, 5 Paare, ein Einzeltier). Trotzdem die Population stabil geblieben ist, wurden mehr Nutztierrisse verzeichnet. In den vergangenen 19 Jahren hat das Land mehr als 270.000 Euro an Kompensationszahlungen beglichen.

„Diese Entwicklung zeigt, dass wir den Schutz des Wolfs und die berechtigten Interessen der Weidetierhalter gemeinsam denken müssen. Unser Ziel ist ein funktionierendes Wolfsmanagement, das beides in den Blick nimmt“, so Backhaus.

Mit der neuen Bündelung sollen sowohl Entscheidungswege verkürzt als auch Abläufe verbessert sowie die Handlungsfähigkeit im Wolfsmanagement weiter gestärkt werden. Das Kompetenzzentrum bleibt dabei eine zentrale Schnittstelle zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Verwaltung.

Abschließend warb der Minister für einen sachlichen Umgang mit dem Thema: „Der Wolf polarisiert. Umso wichtiger ist es, dass wir faktenbasiert diskutieren und praktikable Lösungen entwickeln. Unser Anspruch ist es, sowohl dem Artenschutz als auch den Interessen der Menschen im ländlichen Raum gerecht zu werden.“

Ministerium Mecklenburg-Vorpommern

Zahl der Heimtiere bei stabilen Umsätzen gesunken

Die deutsche Heimtierbranche hat trotz anhaltender wirtschaftlicher Belastungen der Tierhalter:innen im Jahr 2025 den Umsatz auf einem hohen Niveau halten können. Der stationäre Fach- und Lebensmitteleinzelhandel erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 5,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kamen gut 1,5 Milliarden Euro über den Online-Handel sowie 134 Millionen Euro für Wildvogelfutter. Somit belief sich der Gesamtumsatz der deutschen Heimtierbranche in 2025 auf knapp 7 Milliarden Euro.

Der Umsatz mit Heimtier-Fertignahrung blieb im Vergleich zu 2024 mit rund 4,3 Milliarden Euro fast unverändert (plus 0,3 Prozent). Das Segment Bedarfsartikel und Zubehör hingegen entwickelte sich rückläufig, mit einem Umsatz von nicht ganz 1,1 Milliarden Euro und einem Minus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Der deutsche Heimtiermarkt ist ein stabiler, gesellschaftlich verankerter Markt mit einer verlässlichen Nachfrage. Dennoch nehmen die wirtschaftlichen Belastungen zu – für Hersteller, Händler als auch für Tierhalterinnen und Tierhalter“, kommentiert Norbert Holthenrich, Präsident des ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche e.V. „Das Wohl der Heimtiere bleibt für Tierfreunde jedoch nach wie vor zentral, weshalb sie in eine gesunde Ernährung und Pflege ihrer Heimtiere investieren.“

„Die gesamtwirtschaftliche Lage ist derzeit für alle herausfordernd, für die Hersteller von Heimtierprodukten ebenso wie für Tierhalterinnen und Tierhalter“, so Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V.

„Katzen, Hunde, Nager und Co. können das Leben ihrer Halterinnen und Halter auf vielfältige Weise bereichern und gerade auch in wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten großen Halt geben. Das spiegelt sich in der anhaltend hohen Gesamtzahl der Mitbewohner mit Fell, Federn, Flossen oder Schuppen wider. Wichtig ist dabei eine verantwortungsvolle Haltung, die das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt stellt“, so Müller weiter.

Allerdings hat sich die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Heimtiere verringert, und zwar von 33,9 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger, Ziervögel und Co. im Jahr 2024 auf 33,4 Millionen im Jahr 2025. Vor allem die Zahl der Katzen (0,2 Millionen) und Hunde (0,5 Millionen) ist rückläufig.

ZZF

EU beschließt Registrierpflicht für Hunde und Katzen

Am 28. April 2026 ist die „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über das Wohlergehen von Hunden und Katzen und ihre Rückverfolgbarkeit“ final im EU-Parlament verabschiedet worden. Eine formale Bestätigung der Verordnung durch den Rat der Europäischen Union wird innerhalb der nächsten Wochen erwartet, wodurch die Verordnung voraussichtlich im Juni 2026 in Kraft treten würde. 

Dies würde zu einem stark verbesserten Schutz von Millionen Hunden und Katzen in der EU führen, so die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN. „Innerhalb von vier Jahren müssen Anbieter:innen von Hunden und Katzen diese mit einem Transponder kennzeichnen und in einem Heimtierregister registrieren lassen. Nach einer Übergangsfrist von zehn Jahren gilt die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch für privat gehaltene Hunde, nach 15 Jahren auch für privat gehaltene Katzen. Eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht macht es für illegale Züchter:innen und Verkäufer:innen sehr schwer, ihrem perfiden Geschäft anonym nachzugehen.“

Darüber hinaus erleichtert es die verpflichtende Kennzeichnung, entlaufene Tiere schnell wieder mit ihren Halter:innen zusammenzubringen, weshalb bereits heute alle Tiere gechippt und registriert sein sollten. „Von der Bunderegierung fordern wir, dass im Online-Handel die Registrierung der Hunde und Katzen verifiziert wird, noch bevor eine Verkaufsanzeige veröffentlicht wird. Nur so können Tierleid wirklich verhindert und Verbraucher:innen wirklich geschützt werden“, sagt Gerald Neubauer von VIER PFOTEN.

Die Verordnung sieht ab Mitte 2030 EU-weit vor, dass alle Anbieter:innen von Hunden und Katzen die Tiere mit einem Mikrochip kennzeichnen und in einer nationalen Datenbank registriert werden. Ab Mitte 2036 gilt diese Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch für alle privat gehaltenen Hunde, ab Mitte 2041 auch für privat gehaltene Katzen. Diese Regeln zur obligatorischen Kennzeichnung und Registrierung werden nach Ansicht von VIER PFOTEN den illegalen Heimtierhandel deutlich erschweren. 

Um den illegalen Handel auf Online-Plattformen zu bekämpfen, sieht die Verordnung außerdem ein Verifizierungssystem für auf Online-Plattformen angebotene Hunde und Katzen vor. Zudem werden europaweite Mindeststandards für die Zucht von Hunden und Katzen eingeführt, wie beispielsweise eine artgerechte Ernährung, tierärztliche Versorgung und Schutz vor Misshandlung. Die beschlossenen Mindestanforderungen tragen außerdem dazu bei, unregulierten Hinterhofzuchten und Tierquälerei in Vermehrerstationen Einhalt zu gebieten, so VIER PFOTEN.

VIER PFOTEN

Tierärzt:innen leisten wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit

Veterinärmediziner:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft. Darauf weist die österreichische Tierärztekammer anlässlich des am vergangenen Samstag begangenen World Veterinary Day hin.

Der Welttierärztetag hat das Ziel, die zentrale Rolle der Tierärzt:innen für Gesellschaft und öffentliche Gesundheit sichtbar zu machen. „Unsere Arbeit als Tierärzt:innen reicht weit über die medizinische Versorgung von Tieren hinaus: Wir sind Frühwarnsystem, Seuchenbekämpfer:innen und wirtschaftliche Stabilitätsfaktoren zugleich“, erklärt ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.

So leisten Tierärzt:innen einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten Landwirtschaft, unter anderem durch die Betreuung von Betrieben im Bereich Biosicherheitsmaßnahmen, was in Anbetracht grassierender Tierseuchen besonders bedeutsam sei, so Frühwirth.

„Wir Tierärzt:innen erkennen Entwicklungen frühzeitig und tragen entscheidend dazu bei, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten – zum Schutz von Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und letztlich auch der menschlichen Gesundheit“, betonte der ÖTK-Präsident. „Tierärzt:innen sichern nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch wirtschaftliche Existenzen. Tierärztliche Arbeit wirkt sich direkt auf Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion aus.“

ÖTK

ND-Impfung für alle Geflügelhaltungen verpflichtend

Brandenburg und Bayern verzeichnen immer wieder neue Ausbrüche der Newcastle Disease (ND). Von Polen und Tschechien hatte sich die Tierseuche bis über die deutsche Grenze hinweg ausgebreitet. Bislang mussten mehr als zwei Millionen Tiere allein in Brandenburg gekeult werden.

Neben großen Geflügelbetrieben sind auch Hobbyhaltungen von Ausbrüchen betroffen. Umso wichtiger sei die Impfung der Bestände, das beträfe sowohl gewerbliche als auch private Haltungen, sagt Thorsten Arnold, Fachtierarzt für Geflügel aus Ankum. Er appelliert dringend an alle Geflügelhalter:innen, den aktuellen Impfstatus umgehend zu prüfen und fehlende Impfungen schnellstmöglich nachholen. Arnold weist zudem darauf hin, dass die Impfung alle sechs Wochen wiederholt werden muss.

Da Impfstoffe meist nur in großen Mengen abgegeben wird, organisieren einige Tierarztpraxen und Geflügelvereine aktuell sogenannte Impftage, um den Impfstoff gemeinsam zu nutzen und in kleineren Mengen an mehrere Halter:innen verteilen zu können.

Sofern eine Anzeige beim zuständigen Veterinäramt und eine Dokumentation der Anwendung erfolgt sowie ein Impfplan erstellt wurde, dürfen Hobbyhalter:innen ihre Tiere selbst impfen – etwa über das Trinkwasser, als Spray oder per Augentropfen. Jedoch müsse der Bestand vor der Impfung klinisch untersucht werden, betont der Fachtierarzt. Denn nur gesunde Tiere dürften geimpft werden.

Neben der Impfung gewinne aber gerade jetzt auch die Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen an Bedeutung. Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.

Agrarheute

Südafrika geht mit umfangreichen Impfungen gegen MKS vor

In Südafrika grassiert seit August vergangenen Jahres die Maul- und Klauenseuche (MKS). Schwerste Ausbrüche verzeichnete das Land besonders im Februar 2026. Inzwischen hat sich die Seuche in fast allen Provinzen ausgebreitet. Als Konsequenz unterliegen viele landwirtschaftliche Betriebe der Quarantäne. Zudem wurden Viehauktionen eingestellt sowie Tiertransporte gestoppt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. 

Angesichts der sich verschärfenden Lage hat sich Südafrika Impfstoffe gesichert. Nach den Angaben der südafrikanischen Regierung hat das türkische Unternehmen Dollvet zwei Millionen Dosen Maul- und Klauenseuche-Impfstoff geliefert, die in den kommenden Tagen je nach Tierbestand und Risiko an die Provinzen verteilt werden sollen. Das Landwirtschaftsministerium teilte zudem mit, dass weitere vier Millionen Dosen bestellt worden seien. Fünf Millionen Impfstoffdosen hat das Ministerium außerdem in Argentinien bestellt. Die Lieferung soll in zwei Tranchen erfolgen, sobald die südafrikanische Arzneimittelbehörde die Importgenehmigung erteilt hat, hieß es in der Erklärung

Nach Meinung zahlreicher Viehhalter:innen hat die Regierung Südafrikas jedoch viel zu spät auf das Seuchengeschehen reagiert, was daher zu massiven Verluste geführt habe. So drohen der Regierung einige Klagen seitens der Tierhalter:innen..

Nach Plänen der Regierung sollen 80 % der etwa 14 Millionen Rinder in dem Land geimpft werden. Das Landwirtschaftsministerium gab bekannt, dass es einen Teil der Impfstoffdosen für die Schweinehaltung bereitstellen werde, da auch Schweine von Maul- und Klauenseuche betroffen sein können.

The Pig Site

Weltweit größter Schweinemarkt in der Krise

Auch in China machen sich die aktuellen Konflikte in verschiedenen Branchen bemerkbar. So kämpfen unter anderem die Schweinehalter:innen des weltweit drittgrößten Landes mit steigenden Kosten für Öl, Getreide und Futtermittel. Gleichzeitig fallen die Preise für Schweine weiter in den Keller und haben inzwischen ein Acht-Jahres-Tief erreicht. Der Hauptgrund dafür liegt in der sinkenden Nachfrage, die auf massive Überkapazitäten trifft. Diese basiere nach Meinung von Expert:innen auf der rasanten Industrialisierung der Branche, was sich auch nagativ auf die Fleischqualität und damit auf die nachfrage auswirke.

Die Vorgaben der Regierung, die Bestände zu regulieren und das Schlachtgewicht auf etwa 120 kg zu begrenzen, wurden von der Branche nicht befolgt. Chinas Landwirtschaftsminister Han Jun hat die großen Agrarkonzerne des Landes daher aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen, die Reduzierungsanforderungen umzusetzen und von einer rücksichtslosen Expansion abzusehen. 

Die angestrebten Maßnahmen sind im ersten Quartal 2026 ins Gegenteilige gerutscht. So ist die Produktion um 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 16,69 Millionen Tonnen gestiegen. Allein in den ersten drei Monaten wurden rund 200,26 Millionen Schweine geschlachtet, was einem Zuwachs von 2,8 % entspricht. Die Regierung wird sich nun intensiver bemühen, die Bestandsverkleinerung voranzutreiben.

Agrarheute

Wirtschaftlicher Druck für Tierheime wächst

Die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), die Ende 2022 in Kraft getreten ist, bringt vermeintlich auch immer mehr Tierheime in eine finanzielle Schieflage. Dies erklärt der Deutsche Tierschutzbund damit, dass einerseits die Institutionen mehr Geld für eigene Tierarztbesuche aufbringen müssen, andererseits sind Tierhaltende immer häufiger gezwungen, sich von ihren Tieren zu trennen, da sie sich die tiermedizinische Behandlungen nicht mehr leisten könnten.

Das ist dasErgebnis einer aktuellen Umfrage, die der Deutsche Tierschutzbund unter Tierschutzvereinen durchgeführt hat. Demnach haben 80 Prozent der Befragten erklärt, dass die Zahl der abgegebenen Tiere gestiegen ist. Zudem geben 60 Prozent der Tierheime an, dass sie seit der Anpassung der GOT in wachsendem Maße Fundtiere aufnehmen müssen, die sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurden. Nicht selten sind die betroffenen Tiere alt oder krank, was ihre Weitervermittlung erschwert.

Angesichts dieser angespannten Lage fordert der Deutsche Tierschutzbund von den Kommunen, dass sie die Kosten für die Betreuung von Fundtieren vollumfänglich übernehmen. „Ohne Spenden wäre in vielen Tierheimen längst das Licht aus“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Die Erhöhung der GOT sei zwar dringend notwendig gewesen, jedoch hätte diese die ohnehin schon sehr belasteten Tierheime und  Tierschutzvereine sehr hart getroffen, so Schröder. Daher setzt sich der Deutsche Tierschutzbund bei der für 2026 geplanten Evaluierung der GOT für eine Entlastung von Tierschutzeinrichtungen ein. Tierhaltenden wird dringend geraten, sich frühzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren bzw. eine solche abzuschließen. Je jünger und gesünder das Tier, um so niederiger sind die Beitragskosten.

Deutscher Tierschutzbund

World Veterinary Day: mehr Wertschätzung für die tierärztliche Arbeit

Am 25. April 2026 wird der World Veterinary Day begangen. Der internationale Ehrentag der Tiermediziner:innen wird seit inzwischen 26 Jahren immer am letzten Aprilsamstag gefeiert.

Mit diesem Feiertag soll die Arbeit der Veterinärmediziner:innen gewürdigt werden. Denn Tierärztinnen und Tierärzte leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Tiergesundheit, die Lebensmittelsicherheit und den Schutz der öffentlichen Gesundheit, betont der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT), der sich mehr Wertschätzung für den Berufsstand wünscht.

Neben der Behandlung der tierischen Patienten kümmern sich Tierärzt:innen auch um wichtige präventive Gesundheitsmaßnahmen sowie die Beratung von Tierhaltenden. Die Arbeitsbelastung ist regelmäßig auf einem hohen Niveau, hinzu kommen psychische Belastungen wie das Einschläfern von Tieren oder aggressives Verhalten von Patientenbesitzer:innen. Aber auch der wachsende organisatorische Aufwand und das mangelnde Verständnis können zu chronischem Stress und emotionaler Erschöpfung, bis hin zu gesundheitlichen Folgen, führen.

Um das zu vermeiden, sei ein respektvoller Umgang miteinander von zentraler Bedeutung, heißt es auf der Internetseite des BfT. Dieser beginnt bereits beim Besuch in der Praxis, durch Verständnis für auftretende Wartezeiten, Akzeptanz medizinischer Entscheidungen, realistische Erwartungen und eine offene, konstruktive Kommunikation.

Der World Veterinary Day bietet die Gelegenheit, die Arbeit der Tierärztinnen und Tierärzte bewusst zu würdigen.

BfT

Nationale Impfstrategie für Zootiere gefordert

Neben den Schutzimpfungen von Menschen gerät auch die Vakzination von Tieren immer mehr in den Fokus. Impfungen helfen, Nutz- und Hobbytiere gesund zu erhalten und sichere Lebensmittel zu produzieren sowie Tierseuchen wirksam zu bekämpfen und dadurch auch die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. So gibt es nach Informationen des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) aktuell Impfstoffe, die zur Vorbeugung von mehr als 100 verschiedenen Tierkrankheiten eingesetzt werden können. Darüber hinaus tragen sie wesentlich zur Reduktion des Arzneimitteleinsatzes bei und fördern eine nachhaltige, verantwortungsvolle Tierhaltung. Sie sind damit ein zentraler Baustein moderner veterinärmedizinischer Präventionskonzepte, betont die Österreichische Tierärztekammer.

Den Welttag der Tierimpfung, der am 20. April 2026 in diesem Jahr bereits zum 11. Mal gefeiert wird, nimmt der Verband der zoologischen Gärten (VdZ) zum Anlass, vor den Seuchenrisiken für ganze Tierarten hinzuweisen und eine nationale Impfstrategie für Zootiere zu fordern. Denn zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Tierarten, leben in Zoos und Tierparks. Unter anderem haben Lebensraumverlust und Wilderei dazu geführt, dass viele dieser Tierarten nur noch selten in der freien Natur anzutreffen sind.

Tierseuchen wie die Aviäre Influenza, Afrikanische Schweinepest oder die Blauzungenkrankheit haben sich in den letzten Jahren dramatisch in nahezu allen Weltregionen ausgebreitet und zu massiven Tierverlusten geführt. Für sehr minimierte Tierarten besteht im Fall eines Seuchenausbruchs ein enorm hohes Risiko des Aussterbens.

Der VdZ fordert daher Zulassungsverfahren für Zoo- und Wildtierimpfstoffe, nationale Impfstoffreserven für gefährdete Arten und eine gezielten Forschungsförderung.

„Krankheitserreger machen nicht Halt vor Zäunen oder Stalltüren. Tierimpfung ist keine Nischenfrage – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Investition in Gesundheit und biologische Vielfalt. Daher fordern wir aktuell eine nationale Impfstrategie für Zoovögel gegen die Geflügelpest“, betont Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer. „Dies muss einhergehen mit der Zulassung von Impfstoffen auch für Zoovögel und Auflagen, die auf die gelebte Praxis in Zoos angepasst sind.“

Um auch weiterhin den Austausch der Tiere zwischen den Zoos untereinander zu gewährleisten, müssten zudem verlässliche, praktikable Leitlinien in der EU und in Deutschland aufgestellt werden. Nur so könne die Durchführung der Europäischen Zuchtprogramme und einer genetisch gesunden Reservepopulation sichergestellt werden, so der VdZ abschließend.

VdZ

EuroTier: DLG-VetCon folgt dem bpt-Jahreskongress

Seit 30 Jahren findet die EuroTier alle zwei Jahre auf dem Messegelände Hannover statt. Der Startschuss für die diesjährige Ausgabe fällt am 10. November. Ab dann werden sich erneut mehr als 100.000 Besucher:innen auf der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management über Neuigkeiten in der Branche umsehen.
 
Von 2008-2024 hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) seinen Jahreskongress im Zweijahresrhythmus parallel zur EuroTier auf dem Messegelände durchgeführt. Ab diesem Jahr wird der bpt-Kongress allerdings von der Weltleitmesse abgekoppelt und neun Tage später beginnen.

Um den Groß- und Bestandstierärzt:innen im Rahmen der EuroTier jedoch weiterhin eine Plattform für den fachlichen Austausch zu bieten, findet am 12. und 13. November 2026 erstmals die DLG-VetCon – powered by EuroTier statt. Die von der Akademie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) organisierte Fachveranstaltung verbindet Weiterbildung, Networking und Innovationsschau. Eine Foyerausstellung begleitet die DLG-VetCon. 
 


Zielgruppe sind Groß- und Bestandstierärzte für die Tierarten Rind, Schwein und Geflügel, die sich auf eine Vielzahl an Vorträgen mit renommierten Expertinnen und Experten aus Veterinärmedizin und Tierhaltung, Workshops mit praxisnahen Inhalten und Lösungsansätzen, Guided Tours über die EuroTier mit exklusiven Einblicken in technische Innovationen sowie einem Networking-Abend freuen können.

DLG

Pferdesportverbände fordern umgehende Aufhebung der GOT

Angesichts der weiterhin hohen Belastungen der Pferdehalter durch die stark gestiegenen Tierarztkosten seit des Inkrafttretens der neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 werden die Rufe nach umgehenden Entlastung der Pferdehalter:innen lauter und der Ton gegenüber den Tierärzt:innen rauer.

Vor dem Hintergrund der laufenden Evaluierung der GOT haben Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband für Traberzucht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer einen gemeinsamen Brief übermittelt, der einen sofortigen Handlungsbedarf betont. Darin wird auf die wachsende finanzielle Überforderung vieler Halter:innen hingewiesen, die sich bereits in rückläufigen Zahlen in Zucht und Sport niederschlägt.

Entsprechend greife die derzeitige Evaluierung der GOT in den Augen der Verbände zu kurz: sie untersucht die Folgen für Tierhalterinnen und Tierhalter nicht und sie beantwortet nicht die zentrale Frage, wie eine wirtschaftlich tragfähige tierärztliche Versorgung für alle Beteiligten langfristig gesichert werden kann. Außerdem führe der steigende Anteil von Praxen in Fremdbesitz dazu, dass ein großer Teil der finanziellen Last nicht der veterinärmedizinischen Versorgung, sondern Kapitalgesellschaften zugutekommt. Die Folgen dieser Entwicklung würden in der laufenden Evaluierung ebenfalls bislang nicht untersucht werden.

Die drei Verbände fordern deshalb eine Erweiterung des Evaluationsauftrags, auch um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Pferdehaltung zu sichern und negative Folgen für Tiergesundheit, Zucht und den gesamten Pferdesektor abzuwenden.

Bis dahin sollte die GOT umgehend aufgehoben werden: „Wir fordern die umgehende Aufhebung der Verbindlichkeit der Gebührenordnung, um eine sofortige Entlastung der Verbraucher zu erreichen. Unserer Auffassung nach sollte die Vergütung tierärztlicher Leistungen Abstimmungssache zwischen Pferdehalter und Tierarzt sein.“  

FN

BVL warnt vor Permethrin als Zeckenschutz für Katzen

Aufgrund des immer milder werdenden Klimas wird ein ganzjähriger Zeckenschutz für Hund und Katze immer wichtiger. Allerdings müssen für die Katze andere Zeckenschutzmittel angewendet werden als für Hunde. So ist beispielsweise der Wirkstoff Permethrin von Hunden gut verträglich, bei Katzen kann die Anwendung des Wirkstoffs zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

„Katzen fehlt in der Leber das Enzym Glucuronyltransferase, um den Wirkstoff Permethrin im Körper abbauen zu können“, erklärt Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL. „Auch ein unbeabsichtigter Kontakt mit dem Wirkstoff sollte deshalb vermieden werden. Das Risiko besteht insbesondere, wenn Hunde und Katzen im selben Haushalt leben.“ Wachsamkeit sei ebenso bei der Anwendung permethrinhaltiger Insektenschutzmittel zur Imprägnierung von Kleidung oder anderen Textilien geboten. Das BVL rät deshalb dazu, vor der Anwendung eines Antiparasitikums stets die Gebrauchsinformation und die Warnhinweise zu lesen. Es stehen für Katzen zahlreiche sichere Tierarzneimittel für einen wirksamen Zeckenschutz zur Verfügung. Die Tierarztpraxis berät hier gern.

Bei einer Permethrinvergiftung zeigen Katzen typischerweise Symptome wie Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhten Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Atembeschwerden. Treten diese Anzeichen nach einem unbeabsichtigten Kontakt mit Permethrin auf, sollte das Tier umgehend in eine Tierarztpraxis gebracht werden. Hilfreich ist die Vorlage des Präparats oder der Packungsbeilage.

Wird versehentlich ein permethrinhaltiges Tierarzneimittel bei einer Katze angewendet, sollte die aufgetragene Lösung sofort mit Wasser und einem milden Shampoo abgewaschen werden. Vergiftungssymptome können je nach Art der Aufnahme wenige Minuten bis zu drei Tage nach Kontakt mit dem Wirkstoff auftreten. Je früher eine tierärztliche Behandlung erfolgt, desto größer sind die Überlebenschancen der Katze.

Tierhaltende oder behandelnde Tierärztin bzw. Tierarzt sollten die aufgetretene Reaktion zusätzlich als unerwünschtes Ereignis an das BVL melden. Formulare und weitere Informationen stellt das BVL unter www.bvl.bund.de/uaw bereit.

BVL

Sachsen stoppt Nutztiertransporte nach Nahost

Vor mehr als fünf Wochen ist die Situation im Nahen Osten eskaliert. Seitdem herrscht Krieg in der Region. Als Konsequenz wurde der Flugverkehr stark eingeschränkt, zudem arbeiten teilweise die Behörden nur begrenzt. Aus diesem Grund hat nach Niedersachsen nun auch das Land Sachsen beschlossen, Tiertransporte in diese Region auszusetzen. Denn die Transportdauer sei aktuell unkalkulierbar und stelle ein zu großes Risiko für Stress und Tierleid dar, sagt Sozialministerin Petra Köpping.
 
„Das Wohl der Tiere auf dem Transport und nicht zuletzt auch die Gesundheit der begleitenden Beschäftigten können derzeit nicht sichergestellt werden. Deshalb muss der Handel von Nutztieren in die vom Krieg betroffenen Länder und die Anrainerstaaten momentan ausgesetzt werden. Dies dient der Sicherheit von Mensch und Tier. Unkalkulierbare Verzögerungen oder auch Umleitungen der Transporte können deren Dauer erheblich verlängern. Damit steigt das Risiko für Stress, Verletzungen und Leiden der Tiere deutlich an. Das ist nicht hinnehmbar“, betont die Ministerin.

Das Verbot von Tiertransporten in die Kriegsregion soll so lange bestehen bleiben, wie die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland bestünden.

Ministerium Sachsen

Leitfaden klärt über Zuständigkeiten bei der Wildtierrettung auf

Frühlingszeit ist Jungtierzeit. Die engagierten Tierretter:innen haben aktuell viel zu tun. Über die Zuständigkeiten bei einer Wildtierrettung auf fremdem Grund und Boden klärt der aktuelle „Leitfaden Jungtierrettung“ des Tierparks Nordhorn auf.

Dieser beantwortet im Speziellen die wichtigsten Fragen rund um die Rettung von Gelegen von nicht jagdbaren Arten. Dazu gehören unter anderem Fasan, Stockente oder Rebhuhn. Bei den auf den zu mähenden Wiesen und Feldern gefundenen Gelegen, deren Anzahl nach Informationen des Tierparks in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, haben Jäger:innen ein Aneignungsrecht. Bei allen Nichtwildarten (z.B. Brachvogel, Kiebitz, etc.) ist die Aneignung verboten!

Es ist verboten, die Gelege dieser Arten zu zerstören oder zu entfernen. Die Jäger:innen bzw. andere Helfer:innen sind somit verpflichtet, diese zu kennzeichnen, so dass sie bei der Feldbearbeitung gesehen werden können. Bei der Feldbewirtschaftung müssen diese Areale dann von den Landwirt:innen ausgespart und geschützt werden. Diese Einschränkung müssen die Bewirtschafter:innen hinnehmen.

Diese und weitere Fragen werden im „Leitfaden Jungtierrettung“ beleuchtet, in der Hoffnung, mehr für Mensch und Tier zu erreichen.

Da gerade jetzt viele verletzte oder verwaiste Wildtiere in die Tierarztpraxis gebracht werden, bietet Myvetlearn.de eine vierteilige Kursreihe zu Wildtieren in der Praxis für Tierärzt:innen sowie eine separate Reihe für Tiermedizinische Fachangestellte an. Bei Buchung bis zum 12. April 2026 gilt auch auf diese Reihen ein Osterrabatt in Höhe von 15%.

Tierpark Nordhorn

StIKo Vet gegen Impfung von Hunden gegen Aujeszky‘sche Krankheit

Ende November 2025 ist bei zwei Jagdhunden nach einer  Drückjagd im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) die Aujeszky‘sche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Die betroffenen Tiere mussten eingeschläfert werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten sich die beiden Hunde durch den Kontakt mit Wildschweinen infiziert.

Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, verläuft bei Hunden fast immer tödlich und ist nicht heilbar. Infizierte Tiere zeigen Symptome wie starken Juckreiz und Speichelfluss sowie eine große Unruhe und Erregbarkeit. Neben Hunden können sich auch Katzen und in seltenen Fällen auch Wiederkäuer infizieren.

Der Fall hat nun eine erneute Diskussion um die Impfung von Hunden gegen die Krankheit entfacht, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf seiner Internetseite mitteilt.

Während die AK in den 1990er Jahren durch die konsequente Impfung mit einem Markerimpfstoff und die Keulung der mit dem Feldvirus-infizierten Bestände in der Hausschweinpopulation getilgt werden konnte, tritt die Krankheit nach wie vor bei Wildschweinen in Deutschland auf. Besonders für Jagdhunde besteht die Gefahr einer Infektion, wenn die Tiere Zugang zum Aufbruch oder rohem Fleisch erhalten oder nach oronasalem Kontakt mit Sekreten an Gebräch, Pinsel und Rauschknospe.

Das FLI warnt ausdrücklich davor, Hunde mit einem für Schweine zugelassenen Lebendimpfstoff gegen AK zu vakzinieren, da die Impfung bei Schweinen einen zuverlässigen Impfschutz bewirkt, beim Hund hingegen eine vollständige Ausprägung des Krankheitsbildes verursachen kann. Diese Gefahr besteht bei der Anwendung von Inaktivatimpfstoffen nicht, vermittelt aber auch keinen sicheren Impfschutz, wie Impfversuche in der Vergangenheit gezeigt haben.

Gemäß der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gibt es in Europa keinen für Hunde zugelassenen AK-Impfstoff. Grundsätzlich könne aber nach Artikel 112 der Europäischen Tierarzneimittelverordnung in Eigenverantwortung jeder beliebige, in der EU zugelassene AK-Inaktivatimpfstoff für den Hund umgewidmet werden. 

Die Impfung von Hunden gegen AK mit einem der verfügbaren, inaktivierten Vollvirusimpfstoffe wird von der StIKo Vet jedoch nicht empfohlen, da diese allenfalls eine marginale Schutzwirkung entfaltet. So weist das Institut darauf hin, der einzige Schutz gegen eine Infektion von Jagdhunden ist, die Tiere nach Jagd oder Ausbildung vom Streckenplatz und von potentiell infektiösem Material (Aufbruch und Pirschzeichen) fernzuhalten.

FLI

Hunde vor Fuchsräude schützen

Mit den warmen Temperaturen, die der Frühling voraussichtlich in den kommenden Tagen mitbringt, steigt auch das Risiko, dass sich die Fuchsräude (Sarcoptes-Räude) verbreitet. Die hochansteckende Krankheit, die durch Grabmilben (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird, befällt in erster Linie Füchse, Waschbären und Steinmarder. Aber auch für Hunde und Katzen besteht ein großes Risiko, sich durch den Kontakt mit befallenen Füchsen, deren Bauen oder Kadavern anzustecken.  

In Deutschland ist die Fuchsräude weit verbreitet, in einigen Regionen mit einer sehr dichten Fuchspopulation, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, gibt es eine Häufung von Fällen. Die Behörden im Landkreis Konstanz bekommen immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchsen, insbesondere in der Nähe von Siedlungen, sagt das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. Auch innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, so ein Sprecher des dortigen Landratsamtes.

Erkrankte Füchse können Symptome wie Fellverlust (besonders an Rute und Rücken), blutig gekratzter Haut, Apathie sowie Verlust der Scheu zeigen. Befallene Hunde leiden ebenfalls unter massivem Juckreiz und Hautentzündungen. Um zu verhindern, dass sich Hunde anstecken, sollten Halter:innen ihre Vierbeiner möglichst von Fuchsbauten fernhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anleinen. Bei Verdacht sollte sofort ein:e Tierärzt:in aufgesucht werden, da die Krankheit unbehandelt schwer verläuft.

Gerade in der Paarungszeit der Füchse besteht laut Ministerium ein besonders hohes Risiko, dass sich die Krankheit ausbreitet. Jedoch sei keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten.

Proplanta

Studie soll psychische Belastung in der Landwirtschaft untersuchen

Die psychische Belastung von Landwirt:innen nimmt merklich zu. Neben den wirtschaftlichen und klimatischen Unsicherheiten wachsen auch die persönliche Sorgen um die Existenz. Diese werden durch eine hohe Arbeitslast, wachsende Bürokratie sowie geringe Wertschätzung in der Gesellschaft verstärkt. Die Folge sind eine Häufung von Burn-Outs in der Branche und hohe Raten von Depressionen, Ängsten und Suizidgefährdung.

Um angemessene Hilfsangebote und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, hat sich die Agrarministerkonferenz (AMK) bei ihrem letzten Treffen am 20. März 2026 intensiv mit dem Thema befasst. Im Vorfeld hatte der Bund die Durchführung und die Finanzierung einer bundesweiten Datenerhebung zu Suizid und mentaler Gesundheit in der Landwirtschaft durch die AMK gefordert. Diese Daten sollen ein aktuelles Bild der Notlage sowie psychischen Belastungen der Landwirt:innen aufzeigen. 

Ein mündlicher Zwischenbericht soll bereits zur Konferenz im Herbst 2026 vorgelegt werden, zur Frühjahrs-AMK 2027 könnte ein schriftlicher Bericht folgen.

Topagrar

Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz beschlossen

Wie schon vorherzusehen war, hat der Bundesrat am vergangenen Freitag (27.03.2026) die Novelle des Bundesjagdgesetzes beschlossen. Das „Gesetz zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes“ sieht vor, dass nicht nur Problemwölfe leichter zu entnehmen sind, sondern auch, dass Jäger:innen Wolfsbestände unter bestimmten Voraussetzungen aktiv regulieren können. Sobald feststeht, dass Wölfe Nutztiere gerissen haben, gelten die Beutegreifer nach dem neuen Bundesjagdgesetz als Problemwölfe und dürfen ganzjährig entnommen werden.

Die Zahl der Wolfspopulationen und der Risse von Nutztieren ist in den vergangenen Jahren gestiegen. So wurden im Jahr 2024 rund 4.300 Nutztiere, überwiegend Schafe und Ziegen, von den Raubtieren getötet.

Für alpine Regionen und an den Deichen gelten jedoch Ausnahmebestimmungen. So können die Länder, in denen kein günstiger Erhaltungszustand gilt, zur Vermeidung von Weidetierrissen nicht schützbare Weidegebiete ausweisen. In Regionen mit einem günstigen Erhaltungszustand sind die zuständigen Behörden künftig verpflichtet, revierübergreifende Managementpläne aufzustellen, die gewährleisten, dass trotz Jagd der günstige Erhaltungszustand des Wolfes erhalten bleibt.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erklärt: „Niemand will den Wolf ausrotten, er hat sich bei uns als Teil der Tierwelt etabliert. Wenn aber Weidehaltung vielerorts schlicht nicht mehr stattfinden kann, haben wir einen klaren Handlungsauftrag. Künftig gibt es klare, praxistaugliche Regeln und Rechtssicherheit im Umgang mit dem Wolf. Ich freue mich, dass der Bundesrat meinem Gesetzentwurf zugestimmt hat – das ist ein guter Tag für alle Betriebe mit Weidehaltung.“ Der Deutsche Bauernverband (DBV) drängt nun auf eine zügige Bundesverordnung mit klaren Vorgaben zu Entnahmequoten, Weidegebietskriterien und Zumutbarkeit der Zäunung.

Nach fünf Jahren muss die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag berichten, inwieweit sich die neuen Regelungen bewährt haben oder ob sie anzupassen sind.

BMELH

Weitere ND-Ausbrüche in Brandenburg und Bayern

Die Newcastle-Krankheit (ND) greift weiet um sich. Insgesamt gibt es bereits 40 Ausbrüche in Brandenburg, Bayern und Berlin. Von aktuellen Ausbrüchen sind in Brandenburg besonders die Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree betroffen. In zwei großen Geflügelhöfen sowie in kleineren Geflügelhaltungen kam es in den vergangenen Tagen zu weiteren Ausbrüchen. In Brandenburg wurden insgesamt 26 Fälle bestätigt.

Der größte Legehennenbetrieb Deutschlands in Bestensee musste wegen der aktuellen Ausbrüche nun auch die letzten Tiere töten. Nach Angaben des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums sind sechs Stallanlagen mit jeweils etwa 40.000 Tieren von der Newcastle-Krankheit betroffen.

„Die Ereignisse der vergangenen Wochen erschüttern uns alle tief. Nun jetzt auch den letzten Stall des Geflügelbetriebes in Bestensee aufgeben zu müssen und die Tötung der Tiere anzuordnen, ist ein schwerer und schmerzlicher Schritt für uns alle“, erklärt Stefan Wichary, Beigeordneter und Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Dahme-Spreewald.

Allein in seinem Landkreis ist die Zahl der gekeulten Tiere auf 1,36 Mio. gestiegen. Der Landkreis bittet daher weiterhin um erhöhte Wachsamkeit: Auch in geimpften Beständen sollten Auffälligkeiten wie erhöhte Tierverluste oder Leistungseinbrüche unverzüglich untersucht werden, um eine weitere Ausbreitung frühzeitig zu verhindern.

In Bayern ist die Zahl der ND-Ausbrüche ebenfalls auf 14 gestiegen: In Gangkofen (Landkreis Rottal-Inn) wiesen die Behörden ND in einem dritten Geflügelbetrieb mit insgesamt 23.000 Masthähnchen nach, die alle getötet werden mussten.

Agrarheute
LTK Niedersachsen

Baden-Württemberg startet ASP-Früherkennungsprogramm

Im September 2020 ist erstmals in Deutschland die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein nachgewiesen worden. Seit inzwischen fünfeinhalb Jahren hat sich die für Schweine hochansteckende Tierseuche in vielen Bundesländern ausgebreitet.

Dank umfassender Präventionsmaßnahmen ist das Land Baden-Württemberg bislang von massiven ASP-Ausbrüchen verschont geblieben, wie Landwirtschaftsminister Peter Hauk erklärt. Hier ist jetzt auch ein neues Früherkennungsprogramm gestartet, um unter anderem Erregereinträge in Schweinebestände zu verhindern. Im Fokus des Programms stehen regelmäßige Betriebsinspektionen und eine Verstärkung der Biosicherheitsmaßnahmen.

„Mit der Teilnahme am Früherkennungsprogramm ASP verpflichten sich schweinehaltende Betriebe zur Einhaltung bestimmter Voraussetzungen, wie eine regelmäßige Betriebsinspektion, verstärkter Biosicherheitsmaßnahmen oder regelmäßiger ASP-Erregeruntersuchungen. In der Folge erhalten diese Betriebe einen Status, der sie in die Lage versetzt, auch bei Einrichtung von Sperrzonen ohne Zeitverzug Tiere zu verbringen. Weitere Vorteile, die sich aus der Teilnahme am Programm ergeben, sind auch die Früherkennung eines eventuellen Seuchengeschehens und, durch die verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen, auch die Verhinderung des Eintrags der Seuche in Schweinebestände“, so Hauk.

Das europäische Tiergesundheitsrecht verbietet das Verbringen von Schweinen aus Betrieben, die in einer ASP-Sperrzone liegen, zunächst grundsätzlich. Ausnahmen bestehen für Betriebe, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. „Schweinehaltende Betriebe, die an dem Früherkennungsprogramm ASP teilnehmen, erfüllen die entsprechenden Voraussetzungen und können Schweine ohne zeitliche Verzögerung aus der Sperrzone verbringen. Nur so können Schweinehalter erhebliche wirtschaftliche Verluste wirksam verhindern“, sagt der Minister.

Das Früherkennungsprogramm besteht einerseits aus Betriebsinspektionen, die in dreimonatigem Abstand im schweinehaltenden Betrieb zwecks Überprüfung der Biosicherheit durchgeführt werden. Außerdem werden sogenannte Falltiere regelmäßig an den Untersuchungsämtern des Landes untersucht. Zusätzlich können Schweinehalter:innenn beim Einstieg in das Verfahren die Beratung des Schweinegesundheitsdienstes in Anspruch nehmen. Die Kosten für diese Beratung übernimmt das Land.

Für Tierärzt:innen bietet Myvetlearn.de die Online-Fortbildung Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung – Schweinebestände an.

Baden-Württemberg.de