Wettbewerbsfähigkeit der Industrie muss gestärkt werden
Für den Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) steht im nächsten Monat der Umzug nach Berlin an. Sein 40-jähriges Bestehen hat der Verband noch einmal in Bonn mit rund 200 Mitgliedern und Gästen gefeiert. In verschiedenen, unterschiedlich besetzten Podiumsdiskussionen zum Thema Perspektiven für die Tiergesundheit von morgen – Chancen und Herausforderungen zwischen Innovationen, Regulierung und Verantwortung wurde ein Fazit des vergangenen Jahres gezogen.
So war das nationale politische Umfeld durch die Regierungsneubildung mit komplexen Koalitionsverhandlungen und einem Reformwillen mit angezogener Handbremse geprägt. Gesetzesinitiativen wie die Änderungen am Tierarzneimittelgesetz (TAMG), das bereits in der vorherigen Legislatur begonnen worden waren, wurden beschlossen.
Die Rahmenbedingungen für die Tiergesundheitsbranche und die für sie in vielen Facetten bedeutende chemische Industrie wurden durch die US-Präsidentschaft, die Unsicherheiten auf Handelspolitik und internationale Konflikte schuf, weiterhin maßgeblich beeinflusst. Der BfT weist in einer aktuellen Presseaussendung darauf hin, dass die Branche daher gefordert ist, internationale Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
Zu den weiterhin elementaren Aufgaben der Politik und der Gesellschaft gehören die überbordende Bürokratie, steigende Kosten, Ausbrüche von neuen und alten Tierseuchen sowie steigende gesellschaftliche Erwartungen mit Blick auf Tierwohl, Klima- und Umweltschutz.
Der Tiergesundheitsmarkt könne auf eine stetig positive Entwicklung in vier Jahrzehnten der Marktbeobachtung blicken. Um die regelmäßige Versorgung der Tiere und die notwendigen Innovationen sicherzustellen, bleibe es für die veterinärpharmazeutische Industrie wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland und Europa deutlich zu stärken, lautet die abschließende Forderung des Verbandes.
BfT
Garten-Vignette für den Igelschutz
Igel finden immer weniger Lebensraum, denn versiegelte Flächen sowie Zäune und Mauern nehmen den Wildsäugern den Platz für Rückzugsmöglichkeiten. Damit wird auch Suche nach Nahrung und Paarungspartnern massiv erschwert.
Um den bedrohten Tieren das Leben zu erleichtern und (über)lebenswichtige Wege für Igel wieder zu öffnen, hat Tierschutz Austria die Garten-Vignette ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist, Gärten in sichere Zufluchtsorte für Igel und andere Wildtiere umzuwandeln. Die Garten-Vignette zeigt: Hier sind Igel willkommen. Schon mit einem kleinen Durchgang von 13 x 13 Zentimetern im Gartenzaun könne dem Igel „freie Durchfahrt“ ermöglicht werden, sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria.
Teilnehmende Personen müssen lediglich ihren Garten mit nur kleinen Veränderungen igelfreundlich und wildtierfreundlich gestalten, damit wichtige Rückzugsorte geschaffen werden und sichere Wege erhalten bleiben. Nach dem Registrieren ihres Gartens erhalten die Besitzer:innen ihre Garten-Vignette und unterstützen damit den Tier- und Artenschutz.
Nur kurze Zeit nach dem Start der Initiative sind bereits 275 Gärten registriert, 150 Vignetten verkauft und mehr als 100.000 Quadratmeter Gartenfläche naturnah gesichert worden. Durch die Vernetzung dieser Flächen ist schon jetzt eine über 10 Kilometer lange „Igel-Straße“ entstanden – ein wachsendes Netzwerk an Lebensräumen für Wildtiere im Siedlungsraum.
„Dass so viele Menschen in so kurzer Zeit mitmachen, freut uns enorm, damit hatten wir nicht gerechnet“, erklärt Aschauer. „Jeder Garten, der dazukommt, macht die Igel-Straße länger und den Lebensraum für Wildtiere größer.
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Da verletzte oder kranke Igel auch immer häufiger in der Tierarztpraxis landen, bietet Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung für Tierärzt:innen an. TFAs können sich mit der vierteiligen Reihe zu Wildtieren online fortbilden.
OTS
Mehr Geld für Rinderhaltende bei TBC-Ausbrüchen
Offiziell gilt Frankreich als frei von der Rindertuberkulose. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde ANSES wurden besonders im Südwesten des Landes sowie in der Normandie immer wieder TBC-Ausbrüche nachgewiesen. Trotz umfangreicher Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen hatten diese Ausbrüche lokal teils erhebliche Auswirkungen. Zu einer der möglichen Ursachen zählt die lange Überlebensdauer des Erregers in der Umwelt, wodurch auch indirekte Infektionen möglich sind.
Um die Rinderhalter:innen im Fall eines Tuberkulose-Ausbruchs besser zu entschädigen, hat die französische Regierung nun die Entschädigungszahlungen deutlich erhöht. Demnach erhalten die Landwirt:innen über zwei Jahre eine pauschale Zahlung in Höhe 3.350 Euro für jedes gekeulte Tier. Wie Landwirtschaftsministerin Annie Genevard mitteilt, gilt die Regelung rückwirkend ab Beginn des Wirtschaftsjahres 2025/26. Weiterhin können sich künftig die Tierhaltenden auch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen vollständig staatlich finanzieren lassen, die Kosten für den Abtransport der gekeulten Tiere werden ab sofort ebenfalls erstattet. Im Rahmen des Programms zur vorübergehenden Produktionsausfallkompensation können Beihilfen für Milchbetriebe künftig erhöht werden.
Mit der Erhöhung der Zahlungen beugt sich die Regierung den Forderungen verschiedener Agrarverbände. Die begrüßen den Beschluss und erwarten, dass dadurch Maßnahmen zur Bekämpfung der Rindertuberkulose konsequenter umgesetzt werden. Gleichzeitig fordern sie die vollständige Umsetzung des Tuberkulose-Maßnahmenplans für den Zeitraum 2024 bis 2029.
Landwirt-Media
Schweizerbauer
Bewerbungsfrist für den Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz gestartet
Bereits seit über 30 Jahren schreibt das Land Rheinland-Pfalz den Tierschutzpreis aus. Die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis ist gerade gestartet. Bis zum 30. September 2026 können einzelne Personen oder Gruppen, die im Bereich Tierschutz tätig sind, von Behörden, dem Tierschutzbeirat des Landes sowie Organisationen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden.
Der Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in vier Kategorien vergeben: für den besonderen ehrenamtlichen Einsatz und vorbildliche Einzelbeiträge für den Tierschutz sowie den vorbildlichen beruflichen Umgang mit Tieren und Projekte im Jugendtierschutz.
„Der Preis verhilft einzelnen Projekten und damit der Bedeutung des Tierschutzes zu Sichtbarkeit und soll zur Nachahmung anregen“, betont Umweltministerin Katrin Eder. Vorschläge, die Personen oder Institutionen in Rheinland-Pfalz betreffen, werden vorrangig berücksichtigt.
Ministerium Rheinland-Pfalz
Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen soll beschleunigt werden
Der Deutsche Bundestag hat am 26. März 2026 beschlossen, die Anerkennung in Heilberufen zu beschleunigen. Demnach gilt für Ärzt:innen aus Drittstaaten ab dem 1. November 2026 eine schnellere sowie einheitliche und digitale Anerkennung.
Nach Zustimmung durch den Bundesrat sollen sich einerseits die Kenntnisprüfungen um eine Berufszulassungsprüfung im ärztlichen Bereich nicht auf etwaige Defizite konzentrieren, sondern gleiche Standards für alle anlegen. Andererseits haben die Bundesländer ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, sprachliche Kompetenzen von Antragstellenden aus Drittstaaten bereits vor der Berufsqualifikation zu prüfen.
„Anerkennungsverfahren von Berufsqualifikationen dürfen nicht länger der Flaschenhals bei der schnellen Integration von qualifizierten Fachkräften in unseren Arbeitsmarkt sein, die unser Land dringend benötigt. Die direkte Kenntnisprüfung soll zum Regelfall werden und den Zugang in den Arbeitsmarkt deutlich beschleunigen. Einheitliche Standards und digitale Verfahren entlasten alle Seiten von überflüssiger Bürokratie. Schnelligkeit bei Verwaltungsakten ohne Abstriche bei unseren hohen Standards an die Versorgungsqualität und Patientensicherheit – genau das wird dieses Gesetz leisten“, erklärt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.
Dem neuen Gesetz zufolge soll eine elektronische Übermittlung (z.B. Datenaustausch zwischen Behörden) sowie als Alternative zur Schriftform auch die elektronische Form (z.B. Verzicht auf die Approbation) zulässig sein.
Für die Tiermedizin gilt dies nicht automatisch, da die Veterinärmedizin dem Bundeslandwirtschaftministerium und nicht dem Gesundheitsministerium unterstellt ist.
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Tierärzt:innen leisten wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit
Veterinärmediziner:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft. Darauf weist die österreichische Tierärztekammer anlässlich des am vergangenen Samstag begangenen World Veterinary Day hin.
Der Welttierärztetag hat das Ziel, die zentrale Rolle der Tierärzt:innen für Gesellschaft und öffentliche Gesundheit sichtbar zu machen. „Unsere Arbeit als Tierärzt:innen reicht weit über die medizinische Versorgung von Tieren hinaus: Wir sind Frühwarnsystem, Seuchenbekämpfer:innen und wirtschaftliche Stabilitätsfaktoren zugleich“, erklärt ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.
So leisten Tierärzt:innen einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten Landwirtschaft, unter anderem durch die Betreuung von Betrieben im Bereich Biosicherheitsmaßnahmen, was in Anbetracht grassierender Tierseuchen besonders bedeutsam sei, so Frühwirth.
„Wir Tierärzt:innen erkennen Entwicklungen frühzeitig und tragen entscheidend dazu bei, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten – zum Schutz von Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und letztlich auch der menschlichen Gesundheit“, betonte der ÖTK-Präsident. „Tierärzt:innen sichern nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch wirtschaftliche Existenzen. Tierärztliche Arbeit wirkt sich direkt auf Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion aus.“
ÖTK
ND-Impfung für alle Geflügelhaltungen verpflichtend
Brandenburg und Bayern verzeichnen immer wieder neue Ausbrüche der Newcastle Disease (ND). Von Polen und Tschechien hatte sich die Tierseuche bis über die deutsche Grenze hinweg ausgebreitet. Bislang mussten mehr als zwei Millionen Tiere allein in Brandenburg gekeult werden.
Neben großen Geflügelbetrieben sind auch Hobbyhaltungen von Ausbrüchen betroffen. Umso wichtiger sei die Impfung der Bestände, das beträfe sowohl gewerbliche als auch private Haltungen, sagt Thorsten Arnold, Fachtierarzt für Geflügel aus Ankum. Er appelliert dringend an alle Geflügelhalter:innen, den aktuellen Impfstatus umgehend zu prüfen und fehlende Impfungen schnellstmöglich nachholen. Arnold weist zudem darauf hin, dass die Impfung alle sechs Wochen wiederholt werden muss.
Da Impfstoffe meist nur in großen Mengen abgegeben wird, organisieren einige Tierarztpraxen und Geflügelvereine aktuell sogenannte Impftage, um den Impfstoff gemeinsam zu nutzen und in kleineren Mengen an mehrere Halter:innen verteilen zu können.
Sofern eine Anzeige beim zuständigen Veterinäramt und eine Dokumentation der Anwendung erfolgt sowie ein Impfplan erstellt wurde, dürfen Hobbyhalter:innen ihre Tiere selbst impfen – etwa über das Trinkwasser, als Spray oder per Augentropfen. Jedoch müsse der Bestand vor der Impfung klinisch untersucht werden, betont der Fachtierarzt. Denn nur gesunde Tiere dürften geimpft werden.
Neben der Impfung gewinne aber gerade jetzt auch die Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen an Bedeutung. Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.
Agrarheute
Südafrika geht mit umfangreichen Impfungen gegen MKS vor
In Südafrika grassiert seit August vergangenen Jahres die Maul- und Klauenseuche (MKS). Schwerste Ausbrüche verzeichnete das Land besonders im Februar 2026. Inzwischen hat sich die Seuche in fast allen Provinzen ausgebreitet. Als Konsequenz unterliegen viele landwirtschaftliche Betriebe der Quarantäne. Zudem wurden Viehauktionen eingestellt sowie Tiertransporte gestoppt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Angesichts der sich verschärfenden Lage hat sich Südafrika Impfstoffe gesichert. Nach den Angaben der südafrikanischen Regierung hat das türkische Unternehmen Dollvet zwei Millionen Dosen Maul- und Klauenseuche-Impfstoff geliefert, die in den kommenden Tagen je nach Tierbestand und Risiko an die Provinzen verteilt werden sollen. Das Landwirtschaftsministerium teilte zudem mit, dass weitere vier Millionen Dosen bestellt worden seien. Fünf Millionen Impfstoffdosen hat das Ministerium außerdem in Argentinien bestellt. Die Lieferung soll in zwei Tranchen erfolgen, sobald die südafrikanische Arzneimittelbehörde die Importgenehmigung erteilt hat, hieß es in der Erklärung
Nach Meinung zahlreicher Viehhalter:innen hat die Regierung Südafrikas jedoch viel zu spät auf das Seuchengeschehen reagiert, was daher zu massiven Verluste geführt habe. So drohen der Regierung einige Klagen seitens der Tierhalter:innen..
Nach Plänen der Regierung sollen 80 % der etwa 14 Millionen Rinder in dem Land geimpft werden. Das Landwirtschaftsministerium gab bekannt, dass es einen Teil der Impfstoffdosen für die Schweinehaltung bereitstellen werde, da auch Schweine von Maul- und Klauenseuche betroffen sein können.
The Pig Site
Weltweit größter Schweinemarkt in der Krise
Auch in China machen sich die aktuellen Konflikte in verschiedenen Branchen bemerkbar. So kämpfen unter anderem die Schweinehalter:innen des weltweit drittgrößten Landes mit steigenden Kosten für Öl, Getreide und Futtermittel. Gleichzeitig fallen die Preise für Schweine weiter in den Keller und haben inzwischen ein Acht-Jahres-Tief erreicht. Der Hauptgrund dafür liegt in der sinkenden Nachfrage, die auf massive Überkapazitäten trifft. Diese basiere nach Meinung von Expert:innen auf der rasanten Industrialisierung der Branche, was sich auch nagativ auf die Fleischqualität und damit auf die nachfrage auswirke.
Die Vorgaben der Regierung, die Bestände zu regulieren und das Schlachtgewicht auf etwa 120 kg zu begrenzen, wurden von der Branche nicht befolgt. Chinas Landwirtschaftsminister Han Jun hat die großen Agrarkonzerne des Landes daher aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen, die Reduzierungsanforderungen umzusetzen und von einer rücksichtslosen Expansion abzusehen.
Die angestrebten Maßnahmen sind im ersten Quartal 2026 ins Gegenteilige gerutscht. So ist die Produktion um 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 16,69 Millionen Tonnen gestiegen. Allein in den ersten drei Monaten wurden rund 200,26 Millionen Schweine geschlachtet, was einem Zuwachs von 2,8 % entspricht. Die Regierung wird sich nun intensiver bemühen, die Bestandsverkleinerung voranzutreiben.
Agrarheute
Wirtschaftlicher Druck für Tierheime wächst
Die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), die Ende 2022 in Kraft getreten ist, bringt vermeintlich auch immer mehr Tierheime in eine finanzielle Schieflage. Dies erklärt der Deutsche Tierschutzbund damit, dass einerseits die Institutionen mehr Geld für eigene Tierarztbesuche aufbringen müssen, andererseits sind Tierhaltende immer häufiger gezwungen, sich von ihren Tieren zu trennen, da sie sich die tiermedizinische Behandlungen nicht mehr leisten könnten.
Das ist dasErgebnis einer aktuellen Umfrage, die der Deutsche Tierschutzbund unter Tierschutzvereinen durchgeführt hat. Demnach haben 80 Prozent der Befragten erklärt, dass die Zahl der abgegebenen Tiere gestiegen ist. Zudem geben 60 Prozent der Tierheime an, dass sie seit der Anpassung der GOT in wachsendem Maße Fundtiere aufnehmen müssen, die sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurden. Nicht selten sind die betroffenen Tiere alt oder krank, was ihre Weitervermittlung erschwert.
Angesichts dieser angespannten Lage fordert der Deutsche Tierschutzbund von den Kommunen, dass sie die Kosten für die Betreuung von Fundtieren vollumfänglich übernehmen. „Ohne Spenden wäre in vielen Tierheimen längst das Licht aus“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Die Erhöhung der GOT sei zwar dringend notwendig gewesen, jedoch hätte diese die ohnehin schon sehr belasteten Tierheime und Tierschutzvereine sehr hart getroffen, so Schröder. Daher setzt sich der Deutsche Tierschutzbund bei der für 2026 geplanten Evaluierung der GOT für eine Entlastung von Tierschutzeinrichtungen ein. Tierhaltenden wird dringend geraten, sich frühzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren bzw. eine solche abzuschließen. Je jünger und gesünder das Tier, um so niederiger sind die Beitragskosten.
Deutscher Tierschutzbund
World Veterinary Day: mehr Wertschätzung für die tierärztliche Arbeit
Am 25. April 2026 wird der World Veterinary Day begangen. Der internationale Ehrentag der Tiermediziner:innen wird seit inzwischen 26 Jahren immer am letzten Aprilsamstag gefeiert.
Mit diesem Feiertag soll die Arbeit der Veterinärmediziner:innen gewürdigt werden. Denn Tierärztinnen und Tierärzte leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Tiergesundheit, die Lebensmittelsicherheit und den Schutz der öffentlichen Gesundheit, betont der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT), der sich mehr Wertschätzung für den Berufsstand wünscht.
Neben der Behandlung der tierischen Patienten kümmern sich Tierärzt:innen auch um wichtige präventive Gesundheitsmaßnahmen sowie die Beratung von Tierhaltenden. Die Arbeitsbelastung ist regelmäßig auf einem hohen Niveau, hinzu kommen psychische Belastungen wie das Einschläfern von Tieren oder aggressives Verhalten von Patientenbesitzer:innen. Aber auch der wachsende organisatorische Aufwand und das mangelnde Verständnis können zu chronischem Stress und emotionaler Erschöpfung, bis hin zu gesundheitlichen Folgen, führen.
Um das zu vermeiden, sei ein respektvoller Umgang miteinander von zentraler Bedeutung, heißt es auf der Internetseite des BfT. Dieser beginnt bereits beim Besuch in der Praxis, durch Verständnis für auftretende Wartezeiten, Akzeptanz medizinischer Entscheidungen, realistische Erwartungen und eine offene, konstruktive Kommunikation.
Der World Veterinary Day bietet die Gelegenheit, die Arbeit der Tierärztinnen und Tierärzte bewusst zu würdigen.
BfT
Nomos-Verlag bringt Zeitschrift für das gesamte Tierschutzrecht heraus
Der Baden-Badener Verlag Nomos hat mit der TieR – Zeitschrift für das gesamte Tierschutzrecht ein neues Fachmedium auf den Markt gebracht, das für sowohl für Tierärzt:innen im amtlichen Dienst als auch Jurist:innen in Kanzleien, Behörden und Justiz hilfreich sein wird. Die Fachpublikation wird sechsmal pro Jahr erscheinen und soll eine bislang spürbare Lücke im juristischen Zeitschriftenwesen schließen.
Jede Ausgabe soll rechtssichere Orientierung, interdisziplinäre Perspektiven und konkrete Arbeitshilfen bieten. Dabei soll in den Ausgaben ein breites Themenspektrum abgedeckt werden, angefangen vom Artenschutzrecht über das Jagdrecht bis hin zum Recht der Tierversuche, Verbände und Vereine sowie Zirkus- und Zoohaltung.
Wissenschaft, NGOs und Verbände, die belastbare Antworten zu Tierschutz- oder Artenschutzfragen benötigen, werden in der neuen Publikation sicher fündig. Gerade für die amtstierärztliche Praxis dürfte die Zeitschrift eine wertvolle Ergänzung darstellen, da sie die rechtlichen Rahmenbedingungen des täglichen Vollzugsgeschehens systematisch aufbereitet.
Vet-Magazin
Mehr Gehalt für TFA ab Mai
Nach drei Verhandlungsrunden über den neuen Gehaltstarifvertrag für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) konnten sich der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) auf einen Tarifkompromiss einigen.
Die Tarifpartner legten für die kommenden 18 Monate einen neuen Tarifvertrag fest, der zum 1. Mai 2026 in Kraft treten wird. Die erste Erhöhung der Gehälter startet im kommenden Monat, ab dem 1. Januar 2027 wird dann die nächste Stufe wirksam. Im Durchschnitt steigen die Gehälter über den gesamten Tarifzeitraum um etwas mehr als 3 Prozent.
Außerdem werden die TFAs der Tarifgruppen I bis IV mit dem Junigehalt eine Einmalzahlung in Höhe von 230 Euro brutto erhalten.
Auch die Auszubildenden dürfen sich freuen: ihre Vergütung steigt mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2026/2027 im ersten Ausbildungsjahr auf 1.000 Euro, im zweiten auf 1.100 Euro und im dritten auf 1.200 Euro. „Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland und die Evaluierung der GOT haben die Tarifpartner einen tragfähigen Kompromiss gefunden, der den Tierarztpraxen und -kliniken Planungssicherheit gibt“, zeigt sich TFA-Referatsleiterin Katrin Hammermann des vmf zufrieden.
vmf
EuroTier: DLG-VetCon folgt dem bpt-Jahreskongress
Seit 30 Jahren findet die EuroTier alle zwei Jahre auf dem Messegelände Hannover statt. Der Startschuss für die diesjährige Ausgabe fällt am 10. November. Ab dann werden sich erneut mehr als 100.000 Besucher:innen auf der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management über Neuigkeiten in der Branche umsehen.
Von 2008-2024 hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) seinen Jahreskongress im Zweijahresrhythmus parallel zur EuroTier auf dem Messegelände durchgeführt. Ab diesem Jahr wird der bpt-Kongress allerdings von der Weltleitmesse abgekoppelt und neun Tage später beginnen.
Um den Groß- und Bestandstierärzt:innen im Rahmen der EuroTier jedoch weiterhin eine Plattform für den fachlichen Austausch zu bieten, findet am 12. und 13. November 2026 erstmals die DLG-VetCon – powered by EuroTier statt. Die von der Akademie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) organisierte Fachveranstaltung verbindet Weiterbildung, Networking und Innovationsschau. Eine Foyerausstellung begleitet die DLG-VetCon.
Zielgruppe sind Groß- und Bestandstierärzte für die Tierarten Rind, Schwein und Geflügel, die sich auf eine Vielzahl an Vorträgen mit renommierten Expertinnen und Experten aus Veterinärmedizin und Tierhaltung, Workshops mit praxisnahen Inhalten und Lösungsansätzen, Guided Tours über die EuroTier mit exklusiven Einblicken in technische Innovationen sowie einem Networking-Abend freuen können.
DLG
BTK: GOT schützt Tierhaltende
Die Bundestierärztekammer (BTK) hat anlässlich der bevorstehenden Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) davor gewarnt, die Debatte um vermeintlich „zu hohe Tierarztrechnungen“ im Pferdebereich zu verengen bzw. zu verkennen.
Wer die GOT substanziell schwächen oder gar abschaffen will, verkennt ihre zentrale Funktion: Die GOT schützt v. a. Tierhaltende. Sie schafft Transparenz, setzt verbindliche Ober- und Untergrenzen und trägt dazu bei, eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in Stadt und Land zu sichern. Eine Abschaffung würde daher nicht zu mehr Fairness führen, sondern zu weniger Verlässlichkeit und weniger Schutz.
In vielen europäischen Nachbarländern wird angesichts stark steigender Tierarztkosten, insbesondere im Notdienst, mit großem Interesse auf die Vorteile einer Gebührenordnung mit festgelegter Obergrenze geblickt. Zugleich sorgt die GOT dafür, dass tierärztliche Leistungen wirtschaftlich erbracht werden können. Die Novellierung im Jahr 2022 war nach mehr als zwei Jahrzehnten ohne grundlegende Anpassung überfällig. Grundlage war eine wissenschaftliche Bewertung der tierärztlichen Leistungen im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (heute Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat). Sie zeigte, dass die bis dahin geltenden Gebühren nicht ausreichten, um tierärztliche Leistungen kostendeckend abzubilden. Selbst die damalige Anpassung fiel noch maßvoll aus; steigende Kosten etwa für Personal, Verwaltung und Dokumentation, Energie, Versicherungen, medizinische Geräte und Entsorgung waren dabei noch nicht vollständig berücksichtigt, heißt es von Seiten der BTK.
„Die GOT ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden, sondern ein Schutzmechanismus für Qualität, Transparenz und Versorgungssicherheit“, erklärt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Wer die Gebührenordnung abschaffen will, riskiert am Ende genau das Gegenteil dessen, was Tierhaltende brauchen: unübersichtliche Preise, wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Praxen, eine schlechtere Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig sogar höhere Kosten für die Tierhaltenden selbst.“
Eine angemessene Vergütung sei die Voraussetzung dafür, dass Tierarztpraxen qualifiziertes Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das diene auch unmittelbar dem Tierwohl. Denn bereits heute sei es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden. Gerade im Notdienst zeige sich, wie wichtig ein belastbarer Gebührenrahmen ist.
Die BTK spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln, nicht aber ihren Kern infrage zu stellen. Dazu gehört auch eine regelmäßige, idealerweise jährliche Anpassung der Gebührenhöhe. Denn planbare, schrittweise Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen: Kosten werden dadurch berechenbarer. Tierhaltende brauchen keine Abschaffung der GOT, sondern eine nachvollziehbare, qualitativ hochwertige und auch künftig flächendeckende tierärztliche Versorgung.
Die Pferdebranche mahnt hingegen an, dass sich viele eine Pferdehaltung in Deutschland aufgrund der stark gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr leisten können und der Pferdesport im Niedergang begriffen ist. Gleichwohl hätten die hohen Tierarztkosten, die in der GOT begründet seien, zur Folge, dass Tiere nicht mehr behandelt und aus wirtschaftlichen Gründen bei zu hohen Behandlungskosten euthanasiert würden. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Pferdesportverbände die Politik auf zu handeln. Der Evaluierungsprozess der GOT solle erweitert und die GOT bis dahin ausgesetzt werden.
BTK
Pferdesportverbände fordern umgehende Aufhebung der GOT
Angesichts der weiterhin hohen Belastungen der Pferdehalter durch die stark gestiegenen Tierarztkosten seit des Inkrafttretens der neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 werden die Rufe nach umgehenden Entlastung der Pferdehalter:innen lauter und der Ton gegenüber den Tierärzt:innen rauer.
Vor dem Hintergrund der laufenden Evaluierung der GOT haben Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband für Traberzucht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer einen gemeinsamen Brief übermittelt, der einen sofortigen Handlungsbedarf betont. Darin wird auf die wachsende finanzielle Überforderung vieler Halter:innen hingewiesen, die sich bereits in rückläufigen Zahlen in Zucht und Sport niederschlägt.
Entsprechend greife die derzeitige Evaluierung der GOT in den Augen der Verbände zu kurz: sie untersucht die Folgen für Tierhalterinnen und Tierhalter nicht und sie beantwortet nicht die zentrale Frage, wie eine wirtschaftlich tragfähige tierärztliche Versorgung für alle Beteiligten langfristig gesichert werden kann. Außerdem führe der steigende Anteil von Praxen in Fremdbesitz dazu, dass ein großer Teil der finanziellen Last nicht der veterinärmedizinischen Versorgung, sondern Kapitalgesellschaften zugutekommt. Die Folgen dieser Entwicklung würden in der laufenden Evaluierung ebenfalls bislang nicht untersucht werden.
Die drei Verbände fordern deshalb eine Erweiterung des Evaluationsauftrags, auch um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Pferdehaltung zu sichern und negative Folgen für Tiergesundheit, Zucht und den gesamten Pferdesektor abzuwenden.
Bis dahin sollte die GOT umgehend aufgehoben werden: „Wir fordern die umgehende Aufhebung der Verbindlichkeit der Gebührenordnung, um eine sofortige Entlastung der Verbraucher zu erreichen. Unserer Auffassung nach sollte die Vergütung tierärztlicher Leistungen Abstimmungssache zwischen Pferdehalter und Tierarzt sein.“
FN
Forderung nach Nachtfahrverbot für Mähroboter erneuert
Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen auf smarte Garten-Technologien. So wächst auch die Zahl der Mähroboter stetig. Der steigende Einsatz dieser Gartenhelfer in privaten Gärten führt allerdings auch immer häufiger zu schlimmsten Verletzungen von Igeln, sowie anderen Reptilien und Amphibien. Nicht selten werden den ohnehin schon geplagten Wildsäugern ganze Gliedmaßen und andere Körperteile abgetrennt. Denn trotz der ausgefeilten Technologie erkennen die Geräte die Tiere nur unzureichend.
Den dämmerungs- und nachtaktiven Igeln wäre schon damit geholfen, wenn die Mähroboter lediglich tagsüber zum Einsatz kämen. So fordern nun zwölf Organisationen mit einem offenen Brief an den zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter .
„Dass Igel Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste stehen, ist ein Warnsignal, welches nicht überhört werden darf und dringenden Handlungsbedarf erfordert. Durch ein bundesweites Verbot des Einsatzes von Mährobotern von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, könnte das Risiko für den Tod zahlreicher Igel deutlich gesenkt werden”, so die unterzeichnenden Organisationen.
So erneuern sie ihre Forderung, das Nachtfahrverbot für Mähroboter als Schutzmaßnahme gesetzlich zu verankern. Eine bundesweite Regelung wurde zwar bei der in der letzten Legislatur geplanten Reform des Tierschutzgesetzes diskutiert und in Gesetzentwürfen festgehalten, scheiterte jedoch durch das Ampel-Aus. Zuletzt hatte auch der Städtetag ein bundesweites Verbot gefordert.
Immer häufiger werden verletzte Igel in Tierarztpraxen vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de Tierärzt:innen eine entsprechende Online-Fortbildung zu dem Wildsäuger an. Übrigens: noch bis zum 12. April 2026 gewähren wir 15% Osterrabatt auf nahezu alle Kurse des E-Learningportals.
Deutscher Tierschutzbund
Leitfaden klärt über Zuständigkeiten bei der Wildtierrettung auf
Frühlingszeit ist Jungtierzeit. Die engagierten Tierretter:innen haben aktuell viel zu tun. Über die Zuständigkeiten bei einer Wildtierrettung auf fremdem Grund und Boden klärt der aktuelle „Leitfaden Jungtierrettung“ des Tierparks Nordhorn auf.
Dieser beantwortet im Speziellen die wichtigsten Fragen rund um die Rettung von Gelegen von nicht jagdbaren Arten. Dazu gehören unter anderem Fasan, Stockente oder Rebhuhn. Bei den auf den zu mähenden Wiesen und Feldern gefundenen Gelegen, deren Anzahl nach Informationen des Tierparks in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, haben Jäger:innen ein Aneignungsrecht. Bei allen Nichtwildarten (z.B. Brachvogel, Kiebitz, etc.) ist die Aneignung verboten!
Es ist verboten, die Gelege dieser Arten zu zerstören oder zu entfernen. Die Jäger:innen bzw. andere Helfer:innen sind somit verpflichtet, diese zu kennzeichnen, so dass sie bei der Feldbearbeitung gesehen werden können. Bei der Feldbewirtschaftung müssen diese Areale dann von den Landwirt:innen ausgespart und geschützt werden. Diese Einschränkung müssen die Bewirtschafter:innen hinnehmen.
Diese und weitere Fragen werden im „Leitfaden Jungtierrettung“ beleuchtet, in der Hoffnung, mehr für Mensch und Tier zu erreichen.
Da gerade jetzt viele verletzte oder verwaiste Wildtiere in die Tierarztpraxis gebracht werden, bietet Myvetlearn.de eine vierteilige Kursreihe zu Wildtieren in der Praxis für Tierärzt:innen sowie eine separate Reihe für Tiermedizinische Fachangestellte an. Bei Buchung bis zum 12. April 2026 gilt auch auf diese Reihen ein Osterrabatt in Höhe von 15%.
Tierpark Nordhorn
StIKo Vet gegen Impfung von Hunden gegen Aujeszky‘sche Krankheit
Ende November 2025 ist bei zwei Jagdhunden nach einer Drückjagd im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) die Aujeszky‘sche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Die betroffenen Tiere mussten eingeschläfert werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten sich die beiden Hunde durch den Kontakt mit Wildschweinen infiziert.
Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, verläuft bei Hunden fast immer tödlich und ist nicht heilbar. Infizierte Tiere zeigen Symptome wie starken Juckreiz und Speichelfluss sowie eine große Unruhe und Erregbarkeit. Neben Hunden können sich auch Katzen und in seltenen Fällen auch Wiederkäuer infizieren.
Der Fall hat nun eine erneute Diskussion um die Impfung von Hunden gegen die Krankheit entfacht, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf seiner Internetseite mitteilt.
Während die AK in den 1990er Jahren durch die konsequente Impfung mit einem Markerimpfstoff und die Keulung der mit dem Feldvirus-infizierten Bestände in der Hausschweinpopulation getilgt werden konnte, tritt die Krankheit nach wie vor bei Wildschweinen in Deutschland auf. Besonders für Jagdhunde besteht die Gefahr einer Infektion, wenn die Tiere Zugang zum Aufbruch oder rohem Fleisch erhalten oder nach oronasalem Kontakt mit Sekreten an Gebräch, Pinsel und Rauschknospe.
Das FLI warnt ausdrücklich davor, Hunde mit einem für Schweine zugelassenen Lebendimpfstoff gegen AK zu vakzinieren, da die Impfung bei Schweinen einen zuverlässigen Impfschutz bewirkt, beim Hund hingegen eine vollständige Ausprägung des Krankheitsbildes verursachen kann. Diese Gefahr besteht bei der Anwendung von Inaktivatimpfstoffen nicht, vermittelt aber auch keinen sicheren Impfschutz, wie Impfversuche in der Vergangenheit gezeigt haben.
Gemäß der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gibt es in Europa keinen für Hunde zugelassenen AK-Impfstoff. Grundsätzlich könne aber nach Artikel 112 der Europäischen Tierarzneimittelverordnung in Eigenverantwortung jeder beliebige, in der EU zugelassene AK-Inaktivatimpfstoff für den Hund umgewidmet werden.
Die Impfung von Hunden gegen AK mit einem der verfügbaren, inaktivierten Vollvirusimpfstoffe wird von der StIKo Vet jedoch nicht empfohlen, da diese allenfalls eine marginale Schutzwirkung entfaltet. So weist das Institut darauf hin, der einzige Schutz gegen eine Infektion von Jagdhunden ist, die Tiere nach Jagd oder Ausbildung vom Streckenplatz und von potentiell infektiösem Material (Aufbruch und Pirschzeichen) fernzuhalten.
FLI
Hunde vor Fuchsräude schützen
Mit den warmen Temperaturen, die der Frühling voraussichtlich in den kommenden Tagen mitbringt, steigt auch das Risiko, dass sich die Fuchsräude (Sarcoptes-Räude) verbreitet. Die hochansteckende Krankheit, die durch Grabmilben (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird, befällt in erster Linie Füchse, Waschbären und Steinmarder. Aber auch für Hunde und Katzen besteht ein großes Risiko, sich durch den Kontakt mit befallenen Füchsen, deren Bauen oder Kadavern anzustecken.
In Deutschland ist die Fuchsräude weit verbreitet, in einigen Regionen mit einer sehr dichten Fuchspopulation, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, gibt es eine Häufung von Fällen. Die Behörden im Landkreis Konstanz bekommen immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchsen, insbesondere in der Nähe von Siedlungen, sagt das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. Auch innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, so ein Sprecher des dortigen Landratsamtes.
Erkrankte Füchse können Symptome wie Fellverlust (besonders an Rute und Rücken), blutig gekratzter Haut, Apathie sowie Verlust der Scheu zeigen. Befallene Hunde leiden ebenfalls unter massivem Juckreiz und Hautentzündungen. Um zu verhindern, dass sich Hunde anstecken, sollten Halter:innen ihre Vierbeiner möglichst von Fuchsbauten fernhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anleinen. Bei Verdacht sollte sofort ein:e Tierärzt:in aufgesucht werden, da die Krankheit unbehandelt schwer verläuft.
Gerade in der Paarungszeit der Füchse besteht laut Ministerium ein besonders hohes Risiko, dass sich die Krankheit ausbreitet. Jedoch sei keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten.
Proplanta
Aufzeichnung des FLI-Webinars zur ND jetzt verfügbar
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat am 24. März 2026 anlässlich des anhaltenden Infektionsgeschehens bei der Newcastle-Krankheit (ND) und der Geflügelpest (HPAI) ein Webinar für Geflügelhaltende und Tierärzt:innen angeboten. Dieses war mit 1.000 Teilnehmenden ausgebucht. Nun steht die Aufzeichnung des Webinars online zur Verfügung.
Einige Fragen blieben trotz intensiver Frage und Antwort-Runde offen, diese werden noch beantwortet und baldmöglichst ebenfalls auf der Themenseite zur Newcastle-Krankheit zur Verfügung gestellt. Dort sind auch Antworten auf häufige, grundlegende Fragen (FAQ) sowie ein Merkblatt zu ND zu finden.
Mitmachaktion gegen das Leid von Straßenkatzen
Der Frühling ist in Deutschland angekommen. So wird es auch bald wieder eine Flut von Katzenkitten geben, die von Straßenkatzen abstammen. Nahezu alle dieser auf der Straße geborenen „Frühjahrskätzchen“ sind krank, mehr als ein Drittel sogar schwer, wie der Deutsche Tierschutzbund mahnt. Unzählige Jungkatzen sterben unbemerkt oder werden in die ohnehin überfüllten Tierheime gebracht.
„Solange die Bundesregierung nicht handelt, werden Leid und Tod weitergehen“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und erneuert mit Nachdruck seine Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Nur so ließe sich das unermessliche Leid verringern, so Schröder. Denn die mehr als zwei Millionen Straßenkatzen in Deutschland stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängerkatzen ab.
„Viele leiden unter Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Unterernährung oder Parasitenbefall“, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Ein Überleben sei nur mit einer tierärztlichen Versorgung möglich, so Zohni weiter. Tierheime und Tierschutzvereine, die sich der Straßenkatzen annehmen, trügen dabei die Hauptlast.
Deutscher Tierschutzbund
Forster-Steinberg-Stiftung zeichnet Tierschutzprojekte aus
Alle zwei Jahre zeichnet die 2019 gegründete Forster-Steinberg Stiftung akademische Abschlussarbeiten, besondere Leistungen im Tierschutz sowie Forschungen, die dem ethischen 3R-Prinzip verpflichtet sind, aus.
Bereits im Februar 2026 wurden vier Preisträgerinnen mit dem Forschungspreis 2025/26 ausgezeichnet. Für ihr Universitäres Strategiemodell zur 3R-Implementierung (UNI3R) erhielten Herwig Grimm und Kerstin Auer (beide Vetmeduni Wien) sowie Anna-Caroline Wöhr und Helen Louton (beide LMU München) den diesjährigen Forster-Steinberg-Preis.
Einer der Studierendenpreise der Stiftung ging in diesem Jahr an die Münchener Doktorandin Katja Schmitt für ihre Dissertation „Wildtier gefunden – Was tun?“ – ein interaktives, multimediales Tutorial für die Öffentlichkeit und Polizei, Feuerwehr und sonstige Einsatzkräfte. Ebenfalls wurden Dominik Hajosi und Jennifer Rao (beide Vetmeduni Wien) für ihre Dissertation bzw. Masterarbeit mit dem Forster-Steinberg-Studierendenpreis ausgezeichnet.
Die Forster-Steinberg-Stiftung fördert die ausgezeichneten Projekte in einer Gesamthöhe von über 300.000 Euro.
LMU München
Vetmeduni Wien
ASP-Viren in südkoreanischem Schweinefutter entdeckt
Südkorea scheint die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht in den Griff zu bekommen. Seit Anfang 2026 wurde die hoch ansteckende Tierseuche in dem ostasiatischen Land bereits in 22 Betrieben nachgewiesen – in deutlich mehr Betrieben als im Vorjahr.
Die Situation wird aktuell noch durch die Entdeckung von ASP-Viren in Schweinefutter verschärft. Nach Information des Nachrichtenmagazins Korea Times geht die südkoreanische Regierung davon aus, dass Blutplasma eines infizierten Schweines in dem Futter verarbeitet worden ist. Die Regierung hat einen Rückruf und die Entsorgung der gesamten 490 Tonnen Futtermittel des entsprechenden Herstellers angeordnet. Sämtliche Chargen seien vernichtet worden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt.
Zudem hat die Regierung beschlossen, die Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinezuchtbetrieben, Schlachthöfen und Futtermühlen deutlich zu verschärfen.
Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die 9-teilige Online-Reihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 4 beschäftigt sich mit Schweinebeständen.
Topagrar
Parasitenprophylaxe: Bessere Aufklärung von Tierhaltenden notwendig
Am heutigen Freitag (20.3.2026) wird der World Parasite Awareness Day gefeiert. Die von verschiedenen Tiergesundheitsorganisationen und der Veterinärindustrie im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Initiative soll das Bewusstsein für die Gesundheitsrisiken schärfen, die Parasiten für Haustiere und Menschen darstellen. Dabei können die Risiken durch konsequenten Schutz einfach verhindert werden.
Eine aktuelle Umfrage unter 6.500 Besitzer:innen von Katzen und Hunden auf der ganzen Welt ergab jedoch, dass mehr als ein Viertel der Befragten wenig oder gar nicht mit Parasitenrisiken vertraut ist. Hier scheint es einen erheblichen Bedarf für bessere Aufklärung und konsequentere Präventionsgewohnheiten zu geben. Drei Viertel der befragten Tierhaltenden wünschen sich klarere Empfehlungen zur Prävention.
Denn Flöhe, Zecken, Würmer und andere Parasiten können im schlimmsten Fall zu schweren und sogar lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Zecken gehören weltweit zu den am weitesten verbreiteten Ektoparasiten. Die Blutsauger können unter anderem Lyme-Borreliose, Babesiose oder Ehrlichiose übertragen.
Gemäß einer aktuellen Feldstudie von Boehringer Ingelheim wurden in 73 % der untersuchten Parks in deutschen Städten Zecken nachgewiesen, wobei im Frühjahr/Frühsommer deutlich mehr Zecken gefunden wurden als im Herbst. Der Gemeine Holzbock war die dominierende Art unter den identifizierten Zecken, die besonders häufig in Bereichen mit Büschen und Laubstreu gefunden wurden. Tierärzt:innen sind bei einem Großteil der Tierhaltenden die erste Anlaufstelle bei der Risikobewertung sowie der Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen. Da Parasitenrisiken je nach Region, Saison und Lebensstil variieren, gewinnen individuelle Beratung, regelmäßige Kontrollen und der verantwortungsvolle Einsatz präventiver Lösungen durch Tierärzt:innen an Bedeutung.
ESCCAP
Parasiteawarenessday
Einzeltierbehandlung kann den Antibiotikaeinsatz drastisch reduzieren
Absetzdurchfall bei Ferkeln zählt nach wie vor zu den wichtigsten Ursachen für den Einsatz von Antibiotika in der Schweinehaltung. Besonders in der sensiblen Phase des Absetzens – meist im Alter von drei bis vier Wochen – kommt es häufig zu Durchfällen. Ursache sind vor allem Stress durch die Trennung von der Sau, die Umstallung und Durchmischung von Würfen sowie die Umstellung von Milch auf festes Futter.
In der Praxis erfolgt die Behandlung häufig als Herdenmedikation über das Trinkwasser, sodass nicht nur erkrankte, sondern ganze Tiergruppen antibiotisch behandelt werden. Studien zeigen jedoch, dass tatsächlich nur ein sehr geringer Anteil der Tiere behandlungsbedürftig ist. Durchschnittlich bräuchte nur ein 1% der Tiere eine tägliche Antibiotikagabe. Leichtere Durchfälle seien überwiegend selbstlimitierend und heilen ohne antibiotische Therapie bei guten Tageszunahmen aus.
Untersuchungen belegen, dass durch eine gezielte Einzeltierbehandlung anstelle der routinemäßigen Gruppenmedikation der Antibiotikaeinsatz um bis zu 70–75 % reduziert werden kann, ohne negative Auswirkungen auf Tiergesundheit oder Wachstum zu haben. Voraussetzung dafür ist eine konsequente und sorgfältige Tierbeobachtung, um erkrankte Tiere frühzeitig zu erkennen.
Das bedeutet für die Bestandsbetreuung: eine differenzierte, indikationsgerechte Behandlung ist in Hinblick auf das Resistenzrisiko der Bestandsmedikation vorzuziehen.
Agrarheute
Ausbruch der Maul- und Klauenseuche auf Lesbos
Auf der griechischen Insel Lesbos gibt es einen bestätigten Ausbruch der hochansteckenden und anzeigepflichtigen Maul- und Klauenseuche (MKS). Der Ausbruch wurde in einem Rinderzuchtbetrieb im nordöstlichen Teil der Insel, in der Region Pelopi, festgestellt, wie Agrobite berichtet.
Die zuständigen griechischen Behörden haben schnell gehandelt und strenge Kontrollmaßnahmen am und rund um den Ausbruchsort angeordnet. Sämtliche Exporte von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen sowie von deren Produkten und Verarbeitungsprodukten wurden gestoppt.
Dieser Ausbruch auf Lesbos zeigt, dass die Bedrohung durch die MKS in der Region wächst. Denn zuvor war am 20. Februar 2026 auf Zypern im Bezirk Larnaca ein MKS-Ausbruch festgestellt worden. Dort wurde der Virus-Serotyp SAT1 nachgewiesen, der normalerweise in Nordafrika, Asien und der Türkei vorkommt. Der auf Lesbos nachgewiesene Virus-Serotyp wird derzeit im Labor getestet.
Für Reisende auf Zypern wie Lesbos bedeutet das, jeden Kontakt zu Nutz- und Wildtieren zu vermeiden, keine Viehzuchtbetriebe, Märkte oder Ausstellungen zu besuchen und auf keinen Fall tierische Produkte (Fleisch, Milch, Käse usw.) im persönlichen Gepäck auszuführen.
Aber nicht nur in Südeuropa breitet sich das Virus aus. Auch in Deutschland gab es Anfang Januar 2025 einen MKS-Fall bei Wasserbüffeln in Brandenburg. In Deutschland konnte das Virus rasch getilgt werden und es gilt wieder der Status „MKS-frei ohne Impfung“. Anschließend breitete sich das Virus in Ungarn aus. Seit Sommer 2025 gibt es auch in verschiedenen Regionen Südafrikas immer wieder MKS-Ausbrüche.
Deutschland und Südafrika wollen nun gemeinsam den Kampf gegen die MKD angehen. Dafür hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer mit seinem südafrikanischen Amtskollegen John Steenhuisen eine sogenannte Joint Declaration of Intent unterzeichnet. Ziel der gemeinsamen Absichtserklärung ist der fachliche Austausch sowie die Stärkung der Bekämpfung- und Präventionsmöglichkeiten der Tierseuche.
„Die Auswirkungen eines Tierseuchenausbruchs trifft jede Agrar- und Lebensmittelwirtschaft hart. Nur mit sorgfältig geplanten Präventionsmaßnahmen und einer entschlossenen Bekämpfung lassen sich die Auswirkungen begrenzen“, betonte Rainer. „Von einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika profitieren beide Länder. Deutschland kann wertvolle Erfahrungen weitergeben und gleichzeitig zeigen, dass regionale Ausbrüche nicht zwangsläufig zu einem jahrelangen Importstopp führen müssen. Die Vereinbarung ist für unsere exportorientierte Agrar- und Lebensmittelwirtschaft ein wichtiges Signal.“
Die Kooperationspartner wollen einen weiteren Fokus auf die Unterstützung der Betriebe im Bereich der Biosicherheit legen. Auch bei der Diagnostik und praktikable Monitoringsysteme werden die Länder eng zusammen arbeiten.
BMELH
Jetzt für Tierschutzpreise bewerben!
Auch in diesem Jahr werden wieder Tierschutzpreise in zahlreichen Bundesländern vergeben. Wir haben einige für Sie aufgelistet:
Im Zentrum des Tierschutzpreises des Landes Sachsen-Anhalt stehen nachahmungswerte Schulprojekte, die Kindern und Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren vermitteln. Schulen in Sachsen-Anhalt mit Arbeitsgemeinschaften oder Projekten, die sich intensiv mit dem Schutz von Nutz- oder Heimtieren befassen, können sich noch bis Ende März 2026 bewerben.
Ab April 2026 (Termin wird noch bekanntgegeben) können sich Menschen, Initiativen und Vereine, die sich mit voller Leidenschaft und Engagement für den Tierschutz einsetzen und gleichzeitig den Tieren helfen, für den Deutschen Tierschutzpreis 2026 bewerben. Im vergangenen Jahr gab es erstmals eine eigene Kategorie für ein Kinder- oder Jugendtierschutzprojekt, um der Nachwuchsarbeit im Tierschutz eine besondere Gewichtung zu geben.
Das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie verleiht seinen Tierschutzpreis in 2026 bereits zum 32. Mal. Einzelpersonen, Gruppen oder landwirtschaftliche Betriebe, die sich durch außergewöhnliches Engagement und innovative Projekte im Bereich Tierschutz hervorgetan haben, können für die Kategorien Karitativer Tierschutz oder Artgerechte Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere vorgeschlagen werden oder sich selber bewerben. Eine Bewerbung ist bis zum 31. Mai 2026 möglich.
Auch die Bayerische Staatsregierung zeichnet jedes Jahr Personen und Institutionen mit Sitz bzw. Wohnort in Bayern aus, die sich um den Tierschutz besonders verdient gemacht haben. Über die Vergabe des mit 12.000 Euro dotierten Tierschutzpreises entscheidet eine Fachjury. Zusätzlich wird der Tierschutz-Sonderpreis des Staatsministers verliehen. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2026.
Der Tierschutzforschungspreis 2026 wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ausgeschrieben. Nominierungsschluss ist der 31. März 2026. Nominierungsberechtigt sind die nationalen 3R-Zentren sowie die Leitungen nationaler Forschungseinrichtungen im Bereich der Lebens- und Naturwissenschaften. Die Preisträger:innen erhalten ein Preisgeld von bis zu 100.000 Euro.
Außerdem wird der Erwin-Becker-Preis – Pferd 2026 im Rahmen des DVG-Vet-Congresses im Oktober 2026 in Berlin verliehen. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung der DVG-Fachgruppe Pferdekrankheiten würdigt alle zwei Jahre herausragende wissenschaftliche Arbeiten (Originalarbeiten) zu Pferden oder Equiden, die innerhalb der letzten zwei Jahre publiziert wurden. Bewerbungsschluss ist der 31.5.2026. Mehr Informationen dazu im DTBL 2/2026, S. 230.
Bereits am 15.5.2026 endet die Ausschreibungsfrist für den mit 20.000 Euro dotierten Stockmeyer Wissenschaftspreis 2026. Dieser Preis zeichnet herausragende lebensmittelwissenschaftliche Forschungsarbeiten aus. Die prämierten Arbeiten bestechen durch praktikable Lösungsansätze und anwendungsorientierte Forschung, die im Sinne des Stiftungszwecks zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes sowie zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln beitragen.
Weniger HPAI-Nachweise bei Vögeln in Europa
Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) hat Europa fest im Griff. Im vergangenen Winter wurden in 32 europäischen Ländern rund 400 Ausbrüche in Geflügelhaltungsbetrieben sowie bei mehr als 2.100 Wildvögeln registriert. Wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mitteilt, hat die HPAI-Zirkulation bei Wasservögeln damit ihren höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht.
Laut dem aktuellen vierteljährlichen Überwachungsbericht der Behörde sowie des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL), ist die Zahl der Nachweise bei Vögeln seit Dezember 2025 aber zurückgegangen.
Erstmals jedoch waren im Januar 2026 in Europa Antikörper gegen H5N1 bei Milchkühen nachgewiesen worden, genauer gesagt in den Niederlanden. Die Serologie in einer scheinbar gesunden Milchviehherde deutete auf eine mögliche Übertragung von Wildvögeln hin. Aktive Erkrankungen bei den getesteten Kühen wurden jedoch nicht festgestellt. Weitere Untersuchungen wurden eingeleitet und dauern noch an.
Die EFSA weist erneut auf die Dringlichkeit der Einhaltung strenger Biosicherheitsmaßnahmen hin, um die Erreger-Einschleppung in die Betriebe und die Ausbreitung zu begrenzen. Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die 9-teilige Online-Reihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 5 beschäftigt sich mit Geflügelbeständen. Zur Biosicherheit in Geflügelbeständen gibt Dr. Christine Ahlers (u. a. FTÄ für Geflügel und Mitglied im BTK-Ausschuss Geflügel) spezielle Informationen für die tierärztliche Praxis.
EFSA
Impfquote gegen BTV unzureichend
Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass die Immunität der Wiederkäuerbestände gegen die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) derzeit unzureichend ist. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass nur ein kleiner Teil der Tiere geimpft ist: Bis Anfang März waren rund 18,8 % der Rinder geimpft, bei Schafen etwa 7 % und bei Ziegen lediglich rund 3 %. Diese Impfquoten reichen nach Einschätzung der Behörden nicht aus, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit wirksam zu begrenzen. Hierfür müsste der Immunisierungsgrad mindestens bei 50 % liegen.
Vor dem Hintergrund der derzeit niedrigen Impfquote appellieren die Behörden an Tierhalterinnen und Tierhalter sowie betreuende Tierärzte, empfängliche Tiere möglichst zeitnah gegen BTV-8 zu immunisieren, um die Bestände besser zu schützen und die Ausbreitung der Seuche zu begrenzen.
LUA
ND: weiterer Betrieb in Brandenburg betroffen
Die Newcastle Disease (ND) breitet sich immer weiter aus. So auch in Brandenburg. Dort sind im Landkreis Dahme-Spreewald weitere Fälle der ansteckenden Tierseuche aufgetreten, wie die Kreisverwaltung in Lübben mitteilte. Zuvor gab es in der ersten Märzwoche 2026 bereits einen Ausbruch in einem Geflügelbetrieb mit rund 84.000 Tieren in Zeesen in Bestensee.
Der betroffene Betrieb im Landkreis Dahme-Spreewald wurde den Angaben zufolge sofort gesperrt. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises habe die tierschutzgerechte Tötung im betroffenen Ausbruchsbestand des gesamten Betriebs angeordnet sowie eine Überwachungs- und Beobachtungszone um den Betrieb eingerichtet.
Weitere ND Ausbrüche gab es auch in verschiedenen bayerischen Landkreisen. Insgesamt mussten bereits rund 1,5 Millionen Stück Geflügel gekeult werden, um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern.
Der wirksamste Schutz für Geflügelbestände besteht in der gesetzlich vorgeschriebenen Schutzimpfung von Hühnern und Puten. Stichprobenartige Untersuchungen in Geflügelbetrieben unterschoiedlicher Bundesländer haben jedoch einen unzureichenden Immunisierungsgrad der Tiere aufgezeigt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausbrüche ist es daher dringend erforderlich, den Impfschutz in allen Hühner- und Putenhaltungen zeitnah zu überprüfen und ggf. entsprechend den Herstellerangaben aufzufrischen. um einen Schutz der Bestände zu gewährleisten.
Alle Halterinnen und Halter von Hühner- und Putenbeständen sollten zudem die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben konsequent umsetzen und bei Bedarf optimieren, um das Risiko einer Einschleppung hochkontagiöser Viruserkrankungen – insbesondere der Geflügelpest und der Newcastles Krankheit – zu minimieren.
Für Tierärzt:innen bietet Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung – Geflügelbestände an.
rbb24
Neue Tierseuchenmeldeverordnung bringt Änderungen für Tierärzt:innen
Die neue Tierseuchenmeldeverordnung (TierSeuchMeldV), der der Bundesrat am 30. Januar 2026 zugestimmt hat, bringt für Tierärzt:innen vor allem Änderungen bei der Meldung von Tierseuchen mit sich. Ziel der Verordnung ist es, das deutsche Tierseuchenmelderecht an das EU-Tiergesundheitsrecht (Animal Health Law, Verordnung (EU) 2016/429) anzupassen und die bislang verstreuten nationalen Regelungen in einem einheitlichen Regelwerk zusammenzuführen.
In der TierSeuchMeldV sollen die bisherigen getrennten Kategorien „anzeigepflichtige Tierseuchen“ und „meldepflichtige Tierkrankheiten“ künftig zusammengeführt werden. Stattdessen spricht die Verordnung einheitlich von „meldepflichtigen Seuchen“, wodurch das Meldesystem vereinfacht und stärker an die EU-Systematik angepasst wird. Gleichzeitig werden die Listen der meldepflichtigen Krankheiten aktualisiert und teilweise erweitert, sodass neben den EU-gelisteten Seuchen auch bestimmte national relevante Krankheiten meldepflichtig bleiben können.
Für Tierärzt:innen bedeutet dies, dass eine Meldung in den meisten Fällen nicht nur bei bestätigtem Nachweis, sondern bereits bei begründete Verdachtsmomenten erfolgen muss. Außerdem wird präzisiert, wer zur Meldung verpflichtet ist: Neben Tierärzt:innen gehören dazu unter anderem Tierhaltende, Laboratorien, Forschungseinrichtungen sowie weitere Personen, die mit Tierbeständen oder Proben zu tun haben. Die Meldung hat unverzüglich an die zuständige Behörde zu erfolgen. Durch die neue Tierseuchenmeldeverordnung sollen Seuchenausbrüche früher erkannt, schneller gemeldet und effektiver eingedämmt werden können.
Um einen reibungslosen Ablauf innerhalb der Praxis zu gewährleisten, empfiehlt es sich, klare Regularien und interne Standardarbeitsanweisungen (SOP) aufzustellen. Ebenso sollte die Dokumentation von Verdachtsfällen und gemeldeten Fällen festgelegt und das Personal geschult werden. Dazu gehört auch das Update der Seuchenliste über die Krankheiten, die nach der Verkündung der TierSeuchMeldV fortan zu melden sind.
Pferde vor Beginn der Mückensaison gegen WNV impfen
Das Risko einer Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) steigt für Pferde zu Beginn der Mückensaison. Auch wenn Vögel die eigentlichen Zielwirte des WNV sind, können auch Menschen und Pferde erkranken. Nach dem heutigen Wissensstand sind diese Fehlwirte jedoch nicht ansteckend.
In den meisten Fällen zeigen WNV-infizierte Pferde keine Symptome bzw. die einer fieberhaften Allgemeinerkrankung. Jedoch kommt es bei etwa 8–10 % der infizierten Tiere zu neurologischen Symptomen, wie Ausfallerscheinungen. Die Krankheit verläuft zudem bei etwa 30-50 Prozent der neurologisch betroffenen Tiere tödlich, überlebende Pferde behalten nicht selten dauerhafte Schäden zurück.
Die Impfung wird daher als die wichtigste prophylaktische Maßnahme angesehen. Die aus zwei Impfungen bestehende Grundimmunisierung sollte bestenfalls vor Beginn der Mückensaison abgeschlossen sein, damit ein ausreichender Immunschutz der Tiere aufgebaut werden kann. Wiederholungsimpfungen werden jährlich empfohlen.
In Deutschland stehen aktuell drei Impfstoffe gegen WNV zur Verfügung. In einem Interview mit Tierhalter-Wissen.de erklärt Dr. Jörgen Köhlbrandt, Key Account Manager bei der MSD Tiergesundheit, warum eine Impfung für Pferde dringend empfohlen ist.
Proplanta
Regulierung des Tierhandels dringend erforderlich
Anfang Februar 2026 ist bei einem aus Russland nach Deutschland importierten Hund die Tollwut nachgewiesen worden. Der Deutsche Tierschutzbund hat seine Besorgnis über den aktuellen Fall und die Gefahr von illegalen und unseriösen Tierimporten zum Ausdruck gebracht. In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) fordert der Bund Maßnahmen zur Regulierung des Tierhandels.
Neben einer strikten Regulierung des Onlinehandels mit Tieren und einer Sachkundepflicht für private Tierhalter:innen mahnt der Tierschutzbund weitere Importregelungen und eine sofortige Bereitstellung von zusätzlichen Geldern für die Tierheime an.
„Der aktuelle Tollwutfall ist ein dringender Weckruf“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Gefahr durch illegale und unseriöse Tierimporte ist keine theoretische, sondern eine sehr reale Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier.“
Tierheime sind meist die einzigen Anlaufstellen für Tiere, die wegen fehlender Papiere oder Impfungen von Behörden beschlagnahmt wurden. Die meist kranken und viel zu früh von ihrer Mutter getrennten Welpen verstärken die ohnehin belastende Situation der Tierheime. Der Deutsche Tierschutzbund bezeichnet den aktuellen Tollwutfall als einen Weckruf und fordert die Politik zu einem schnellen Handeln auf.
Deutscher Tierschutzbund
GOT-Evaluierung sorgt für heftige Diskussionen
Im November 2022 ist die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) angepasst worden. Die bis dahin gültige Fassung aus dem Jahr 1999 war in den vergangenen 23 Jahren lediglich einmal minimal geändert worden. Neben den gestiegenen Kosten für das Personal ist unter anderem auch die starke Weiterentwicklung mit samt der technischen Ausstattung in die Novellierung eingeflossen. Die Behandlungskosten sind dadurch um durchschnittlich 20–30 Prozent angestiegen.
Im Oktober 2025 hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMELH) die Evaluation der GOT-Novelle beschlossen. Dafür wird der strukturelle und finanzielle Reformbedarf geprüft. Diese anstehende Evaluierung war auch Thema einer berufspolitischen Podiumsdiskussion unter Leitung des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), an der rund 150 Tierärztinnen und Tierärzte in der Stadthalle in Bielefeld teilnahmen.
Nach den Statements der Podiums-Sprecher Dr. Siegfried Moder (bpt-Präsident), Dr. Bodo Kröll (Mitglied im GOT-Ausschuss der BTK) und Nicolas Heinrich (Geschäftsführer der mit Evaluierung beauftragten AFC Public Services GmbH) brachten sich zahlreiche Tierärzt:innen in die anschließende Diskussion ein, besonders in Hinblick auf einen möglichen Wegfall der GOT, den bpt-Präsident Moder ansprach, und den beim BMLEH eingegangen kritischen Eingaben von Bürger:innen. Mit der Teilnahme an einer Online-Umfrage, die im 2. Quartal diesen Jahres erfolgen soll, habe die Tierärzteschaft die Chance, aktiv Einfluss auf die Entwicklung der GOT zu nehmen, so Moder.
In der Diskussion wurde das „Unternehmen Tierarztpraxis“ in den Fokus gesetzt, das, ähnlich einem handwerklichen Betrieb, ein entsprechendes Preisniveau einfordern müsse, um wirtschaftlich zu sein. Einstimmiger Konsens war zudem, dass eine Absenkung der aktuell in der GOT festgeschriebenen Gebührensätze nicht in Frage komme. Das hätte einerseits katastrophale Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen angestellter Tierärzt:innen sowie TFA. Andererseits würde der Schritt in eine mögliche Selbstständigkeit dadurch noch unattraktiver für junge Tierärzt:innen. Einigkeit bestand auch bei den Teilnehmenden, dass statt einer umfassenden Anpassung alle 20 Jahre eine regelmäßige Anpassung der Leistungshonorare für die Tierhaltenden deutlich besser nachzuvollziehen wäre.
Abschließend appellierte der bpt an alle Tierärzt:innen, unbedingt an der Online-Befragung teilzunehmen. Das sind gut investierte 30 Minuten, so Moder zum Abschluss der rund einstündigen Diskussionsrunde. Eine große Beteiligung könne auch zeigen, wie wichtig der Tierärzteschaft der Erhalt der GOT ist.
bpt
TiHo startet mit verhaltensmedizinischer Sprechstunde
Nicht nur Menschen, auch Tiere zeigen immer öfter Verhaltensauffälligkeiten. Neben dem Jagen von Licht, Schatten oder des eigenen Schwanzes zeigen die betroffenen Tiere unter anderem auch kognitive Dysfunktionen (Demenz), sowie Angst- und Aggressionsverhalten – etwa im Zusammenhang mit Tierarztbesuchen, Geräuschen oder sozialen Situationen. Entsprechende Verhaltensveränderungen können sowohl durch körperliche Erkrankungen als auch durch psychische Belastungen ausgelöst oder verschlimmert werden.
Ab sofort können Hunde, Katzen und weitere Tierarten mit Verhaltensauffälligkeiten in der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) vorgestellt werden, die ihr Behandlungsspektrum um eine spezialisierte Sprechstunde für Verhaltensmedizin für Haustiere erweitert hat. Claudia Richter, die bereits viele Jahre lang eine eigene Praxis für Verhaltensmedizin im kanadischen Vancouver geführt hat, übernimmt die Leitung der neuen Abteilung für Verhaltensmedizin.
„Unser Ziel ist es, die körperliche und emotionale Gesundheit unserer Patienten ganzheitlich zu betrachten und so für jedes Tier und seine Familie einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen“, erklärt Richter. „Dabei profitieren wir von den anderen Fachabteilungen der TiHo, nutzen modernste Technik und können so eine umfassende Diagnostik sicherstellen.“
Besitzer:innen von Hunden und Katzen mit Verhaltensauffälligkeiten werden zunächst gebeten, einen Online-Fragebogen auszufüllen. Ein dann stattfindendes telemedizinische Erstgespräch dient der Vorbereitung und Planung weiteren Therapie, der einem individuellen Pan folgt, der medizinische Maßnahmen, verhaltenstherapeutische Ansätze und – falls erforderlich – eine medikamentöse Unterstützung einschließt. „Wir arbeiten in der Verhaltensmedizin zudem eng mit qualifizierten Trainerinnen und Trainern zusammen, die die Tierbesitzerinnen und -besitzer anleiten und mit positiver Verstärkung arbeiten“, erklärt Richter. „Das ist vergleichbar mit der Zusammenarbeit eines Chirurgen mit einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten.“
Klinikleiter Professor Holger Volk sieht in der neuen verhaltensmedizinischen Sprechstunde eine große Bereicherung für die TiHo: „Die Verhaltensmedizin weist zahlreiche Schnittstellen zu unseren anderen Fachbereichen auf – sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung“, so Volk. „Wir sind sehr stolz und dankbar, mit Claudia Richter eine so erfahrene Expertin für die Klinik für Kleintiere gewonnen zu haben.“
Bei Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte mit Hilfe einer 10-teiligen Kursreihe, die aus 6 Online-Seminaren und 4 Präsenz-Fortbildungen in Baunatal besteht, zum Thema Verhaltenstherapie fortbilden. Die Fortbildungsreihe ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie und der DVG-Fachgruppe Verhaltensmedizin und Bissprävention.
ND: Weiterer Ausbruch in Brandenburg – neuer Verdachtsfall in Bayern
Als wären die Geflügelhalter mit der Aviären Influenza sowie steigenden Energiekosten nicht schon genug geplagt, breitet sich nun auch die Newcastle Disease (ND) immer weiter aus. Trotz einer bundesweiten Impfpflicht, ist das Virus nun bereits im dritten Betrieb aufgetreten – und zum zweiten Mal in Brandenburg. Betroffen ist ein großer Legehennenbetrieb im Landkreis Dahme-Spreewald mit rund 375.000 Tieren. Außerdem besteht in demselben Betriebsgelände ein weiteren Verdachtsfall in angrenzenden Stallungen mit etwa 300.000 Tieren. Hier steht die amtliche Bestätigung aber noch aus.
Darüber hinaus gibt es auch in Bayern einen weiteren ND-Verdachtsfall. Hier ist ein Hähnchenmastbetrieb im Landkreis Mühldorf a. Inn betroffen. Die 30.000 Hähnchen wurden vorsorglich gekeult. Nun wenige Tage zuvor war das Virus in einem Legehennenbetrieb im Landkreis Erding (Bayern) festgestellt worden.
Agrarheute
Ausbruch der Newcastle Disease in Bayern
Nach Brandenburg gibt es nun auch in Bayern einen bestätigten Fall der Newcastle-Krankheit (ND) in einem Legehennenbestand im Landkreis Erding mit rund 40.000 Tieren. Diese müssen jetzt gekeult werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und andere Bestände zu schützen, drängen der Geflügelwirtschaftsverband und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf lückenlosen Impfschutz für Hühner und Puten (es besteht eine Impfpflicht) und verschärfte Biosicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört auch der Schutz der Betriebe vor betriebsfremden Personen sowie vor nicht betriebseigenen Materialien und Gerätschaften.
Geflügelhalter:innen sollten ihre Bestände auf eventuell bestehende Impflücken überprüfen. Die Tiere müssten über die gesamte Nutzungsdauer konsequent und lückenlos immunisiert werden. Außerdem müssten nun die Herden verstärkt auf Todesfälle und Leistungsdepressionen überwacht werden, um sofort handeln zu können. Bei ND handelt es sich um eine anzeigepflichtige und hoch ansteckende Tierseuche.
Bei Myvetlearn.de gibt es eine Online-Fortbildungsreihe für Tierärzt:innen zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung. Kurs 5 der Reihe hat Geflügelbestände im Fokus. Außerdem können Landwirt:innen bei VetMAB.de ein Modul zum Geflügelgesundheitsmanagement belegen.
Geflügelnews
Petition sucht Unterstützer für Nachtfahrverbot von Mährobotern
Mehr als 160.000 Menschen aus ganz Deutschland haben bereits Petitionen für ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter zum Schutz heimischer Igel unterschrieben. Der Einsatz der Mähroboter soll demnach mindestens von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang verboten werden, fordert die vor einer Woche von der Igelschützerin Bianca Dirigl aus Regensburg ins Leben gerufene Petition, die bereits 51.000 Unterschriften sammeln konnte (Stand: 24.2.2026).
„Ich engagiere mich ehrenamtlich in einer Pflegestelle für Igel, die ich gegründet habe. Was wir in den letzten Jahren erleben, erschüttert mich zutiefst: Igel mit tiefen Schnittverletzungen im Gesicht, mit abgetrennten Beinen, mit schweren Infektionen, sind alles keine Seltenheit mehr“, so Drigil. Die verletzten Tiere würden tagelang leiden, viele verenden an ihren Verletzungen.
Drigil ist mit ihrer Forderung nicht allein: derzeit gibt es 23 Petitionsaufrufe für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern, da sie die Tiere nicht erkennen und Igel bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich einrollen.
Seit Oktober 2024 gilt der westeuropäische Igel erstmals laut der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“. Die Bestände sind in mehr als der Hälfte der Länder, in denen die Tiere leben, zurückgegangen – darunter auch Deutschland.
Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen und TFA Online-Fortbildungen zur Behandlung und Pflege von Igeln.
Zur Petition >>>
Positive Trends in der tierärztlichen Lohnstruktur
Der TVD Gehaltsreport 2026 gibt einen aktuellen Überblick über die Arbeitsrealität angestellter Tierärzt:innen in Deutschland. Rund 2.300 Teilnehmende haben an der Umfrage mitgewirkt und fundierte Einblicke in Gehälter, Arbeitszeiten, Motivation und Zukunftsperspektiven gegeben.
Wie die Befragung ergeben hat, liegt das mittleres Bruttomonatsgehalt bei 40 h/Woche bei 4.650 Euro. Mehr als die Hälfte der angestellten Tierärzte leistet regelmäßig Überstunden, insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste werden als körperlich und mental fordernd erlebt.
Der TVD-Gehaltsreport 2026 zeigt zwar eine kontinuierliche, aber moderate Steigerung der Einkommen auf, es bestehen jedoch weiterhin deutliche Unterschiede je nach Tätigkeitsfeld, Zusatzqualifikation, Region und Geschlecht.
Für angestellte Kolleg:innen in Vollzeit (40 h/Woche) liegt das Median-Bruttogehalt aktuell bei ca. 4 650 € pro Monat. Das entspricht einem Plus von 8,5 % im Vergleich zu 2024. Besonders Berufseinsteiger profitieren von höheren Einstiegsgehältern (rd. 3 700 €), auch wenn der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr eher moderat ausfällt.
Zusatzqualifikationen zahlen sich aus: Tierärzt:innen mit Promotion, Fachtierarzttitel oder Diplomate-Status verdienen deutlich mehr als der Durchschnitt. Trotz positiver Trends bleibt die Lohnzufriedenheit kritisch: Rund zwei Drittel der Befragten wünschen sich eine bessere Bezahlung, und viele geben an, für ihren Lebensstandard ein höheres Netto zu benötigen. Darüber hinaus bestehen weiterhin ein signifikanter Gender-Pay-Gap zugunsten männlicher Kolleg:innen sowie regionale Unterschiede zwischen Bundesländern.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vergütung von Überstunden und Notdiensten: Etwa 72 % arbeiten regelmäßig über die vertragliche Wochenarbeitszeit hinaus, doch nur ein kleiner Teil erhält dafür eine finanzielle Vergütung – bei vielen erfolgt lediglich ein Freizeitausgleich oder gar keine Kompensation. Dies zählt zu den Hauptgründen beruflicher Unzufriedenheit. Zudem werden insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste als körperlich und mental fordernd erlebt.
Neben dem reinen Gehalt sind aber auch das Arbeitsklima, die Weiterbildungsmöglichkeiten und die Wertschätzung von entscheidender Bedeutung für die langfristige Attraktivität des Berufs und die Arbeitszufriedenheit.
Dennoch können sich nur 32% der befragten Angestellten überhaupt vorstellen, sich selbstständig zu machen, obwohl dadurch jeder seine Arbeitsbedingungen nach dem eigenen Gusto gestalten kann. Eine viel zu wenig beachtete Chance?
Dieser Frage geht der Dessauer Zukunftskreis auf seiner Tagung Ende April 2026 nach.
bpt-INTENSIV Kleintier Gastroenterologie in Bielefeld
Vom 26. Februar bis 01. März 2026 findet in der Stadthalle Bielefeld die bpt-INTENSIV Kleintier 2026 zum Spezialthema Gastroenterologie statt. Die Fortbildungsveranstaltung kommt mit einem hochkarätigen Programm inkl. Seminaren der Industrie und mit einer Fachmesse Veterinärmedizin daher.
Das Hauptprogramm besteht aus
- Vortragszyklus (aktuelle, praxisrelevante Referate)
- Falldarstellungen (Anamnese – Diagnose – Therapie – Verlauf)
- Seminarverbund (drei Vertiefungsseminare zu ausgewählten Problemstellungen mit Rotation der Teilnehmer durch alle drei Seminare)
Ergänzt wird das Hauptprogramm durch Beratungsangebote zur Praxisführung und eine Fortbildung für Tiermedizinische Fachangestellte.
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Ausbruch der Newcastle Disease in Brandenburg
Im Landkreis Oder-Spree im Land Brandenburg ist in einem Putenmastbestand mit etwa 23.000 Tieren der Ausbruch der Newcastle-Krankheit (Newcastle Disease, ND) amtlich festgestellt worden. Zuvor war in einer Herde mit sechs Wochen alten Tieren eine erhöhte Sterblichkeit mit unspezifischen klinischen Symptomen beobachtet worden. In zwei älteren, wiederholt gegen ND geimpften Putenherden desselben Betriebs, wurden dagegen keine klinischen Anzeichen festgestellt. Typisch sind bei ND Legeleistungsabfall, Ödeme an Kopf und Kehllappen, respiratorische Störungen, Durchfall und nervöse Störungen. Der gesamte Betrieb mit insgesamt fünf Herden wurde am Folgetag geräumt.
Das Veterinäramt des Landkreises Oder-Spree wurde unverzüglich informiert. Es wurden entsprechende Proben genommen und untersucht. Der positive Befund wurde inzwischen vom nationalen Referenzlabor, dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), bestätigt.
Es wurden alle erforderlichen Maßnahmen mit einer Tierseuchenallgemeinverfügung angeordnet. Dazu gehören die tierschutzgerechte Tötung der Tiere sowie das Einrichten einer Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern und einer Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand.
In Deutschland besteht für Hühner und Truthühner, auch in Hobbyhaltungen, eine Impfpflicht gegen die Newcastle Disease. Entsprechend lange liegt der letzte Ausbruch der ND bei Hausgeflügel in Brandenburg zurück: 1996.
Auch der betroffene Ausbruchsbestand im Landkreis Oder-Spree wurde ordnungsgemäß geimpft. Allerdings war die Grundimmunisierung der Jungtiere noch nicht abgeschlossen, weshalb sich die Tiere mit dem ND-Virus infizieren konnten.
Für Menschen ist das Virus ungefährlich.
MLEUV Brandenburg
Kostenfreie Kastrationsaktion soll Katzenleid in Schleswig-Holstein verringern
In Schleswig-Holstein werden noch bis Mitte März 2025 vielerorts wieder wild lebende Katzen kostenfrei von Tierärzt:innen kastriert. Damit soll laut Landesregierung die weitere, unkontrollierte Fortpflanzung der schätzungsweise 75.000 Streunerkatzen im Land verhindert werden.
Bis Mitte März können in vielen Gemeinden vor allem Tierschutzvereine, aber auch Privatpersonen, wild lebende Katzen einfangen und in der teilnehmenden Tierarztpraxis kostenfrei kastrieren lassen. Dafür verzichten die Tierärzt:innen auf ihr Honorar von 30 Euro. Die übrigen Kosten, die sich für die Kastration von Katern auf 125 Euro und für Katzen auf 156 Euro belaufen, werden über einen Fonds der Landestierärztekammer abgerechnet.
Der Fonds setzt sich aus Geldern des Landes (€ 10.000), des Tierschutzbundes auf Landes- und auf Bundesebene (€ 10.000) sowie Spenden (€ 15.000) zusammen. Zudem übernehmen die teilnehmenden Gemeinden 50 Prozent der Kosten für Kastrationen, die in ihren Gebieten anfallen. Voraussetzung für eine kostenfreie Kastration ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums, dass das Tier in einer der teilnehmenden Gemeinden gefangen wurde. Der Fänger muss außerdem einen Vordruck ausfüllen und damit bestätigen, dass es sich tatsächlich um eine frei lebende Katze handelt. Nach der Kastration müssen die Tiere an der Stelle wieder ausgesetzt werden, an der sie gefangen wurden.
Laut Tierschutzbund werden seit 2014 frei lebende Katzen in Schleswig-Holstein in bestimmten Zeiträumen kostenlos kastriert – in der Regel einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Die Aktion sei ein Erfolgsmodell, um das Elend der Tiere zu vermindern, erklärt Ellen Kloth, Vorsitzende des Tierschutzbundes im Land.
Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bei der Frühjahrs- und Herbstaktion insgesamt knapp 3.700 Katzen kastriert. Im 2. Quartal dieses Jahres soll neben den kostenfreien Kastrationen außerdem die neue Katzenschutzverordnung in Kraft treten. Darin wird u.a. eine Kastrationspflicht für Hauskatzen mit Freigang vorgeschrieben.
Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein fordert darüber hinaus einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Katzenhalter. Der Verband sieht durch Katzen den Artenschutz bedroht. „Jede Katze frisst etwa 200 Kleintiere, also Kleinsäuger, Vögel, Reptilien pro Jahr, was einen erheblichen Einfluss auf die Vielfalt in der Landschaft haben kann. Wir reden immerhin von 15 Millionen Kleintieren“, sagt Marcus Börner, Geschäftsführer beim Landesjagdverband. Deshalb sollten Katzen während der Brut- und Setzzeit keinen Freigang haben. Der „Führerschein“ würde dafür sorgen, dass sich künftige Katzenhalter mit dem Thema Hauskatze auseinandersetzen, ihrer Gesundheit, der Ernährung, dem Sozialverhalten, dem Thema Krankheiten und dem Einfluss auf Natur und Umwelt, so Börner.
Auch die Tierärzteschaft hat beim Deutschen Tierärztetag in Dortmund im Oktober 2025 Forderungen nach mehr Sachkunde von Tierhaltern formuliert.
Landesportal Schleswig-Holstein
Praxistipp für Tierärzt:innen: Das Digitale OP-Buch Kleintier von Vetion.de umfasst aktuell rund 70 OP-Videos zur Knochen- und Weichteilchirurgie, die auf 20 Kapitel übersichtlich aufgeteilt sind.
Umfassender Genom-Atlas zu Tumorerkrankungen bei Katzen erstellt
Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) hat den bislang umfassendsten Genom-Atlas für Krebserkrankungen bei Hauskatzen erstellt.
In der Studie wurden 493 Tumore aus 13 unterschiedlichen Tumorarten umfassend genomisch analysiert und jeweils mit gesundem Gewebe derselben Tiere verglichen. Ziel war es, wiederkehrende genetische Veränderungen zu identifizieren, molekulare Muster der Tumorentstehung besser zu verstehen und potenzielle therapeutische Angriffspunkte zu definieren.
Die Analysen zeigen deutliche Parallelen zur Humanonkologie, aber auch artspezifische Besonderheiten, die wiederum neue Einblicke in tumorbiologische Prozesse ermöglichen.
Neben Punktmutationen wurden auch strukturelle chromosomale Veränderungen untersucht. Dabei zeigte sich ein charakteristisches Muster: Tumoren wiesen entweder eine hohe Anzahl kleiner genetischer Veränderungen oder größere chromosomale Aberrationen auf, jedoch selten beides gleichzeitig. In einzelnen Fällen fanden sich zudem genetische Spuren von Papillomaviren, was auf eine mögliche virale Beteiligung an der Tumorentstehung hinweist. Bei Hauttumoren konnten UV-assoziierte Mutationssignaturen nachgewiesen werden, vergleichbar mit bekannten Mechanismen in der Humanmedizin.
Von besonderer klinischer Relevanz ist, dass bei mehr als der Hälfte der untersuchten Tumoren genetische Veränderungen identifiziert wurden, die prinzipiell therapeutisch adressierbar sein könnten. In rund einem Drittel der Fälle legen die molekularen Profile nahe, dass künftig gezielte Therapiestrategien in Betracht gezogen werden könnten, etwa bei Veränderungen in Signalwegen, für die in der Humanonkologie bereits Wirkstoffe verfügbar sind.
Für die tierärztliche Praxis eröffnet der Genom-Atlas langfristig die Perspektive einer stärker molekularbasierten Diagnostik und einer individualisierten Onkotherapie bei Katzen. Die Ergebnisse unterstützen zudem den One-Medicine-Ansatz, indem sie die enge biologische Verwandtschaft onkologischer Mechanismen zwischen Mensch und Tier verdeutlichen und zugleich artspezifische Unterschiede sichtbar machen. Insgesamt stellt die Arbeit einen wichtigen Schritt hin zu einer präzisionsmedizinischen Onkologie in der Kleintiermedizin dar.
Spezifisches Wissen zu den Tumorerkrankungen von Hund und Katze erhalten Tierärzt:innen in den beiden Online-Fortbildungen Onkologie I (Kurs I) und Onkologie II (Kurs 15) der Reihe Consensus Statements für die Kleintiermedizin von Myvetlearn.de.
Vetmeduni Wien
BTK warnt vor gefälschten Impfnachweisen
Die Bundestierärztekammer (BTK) appelliert an alle Halter:innen, vor der Aufnahme eines Hundes aus dem Auslandstierschutz, Vorsicht walten zu lassen. Der aktuelle Tollwutfall bei einem Welpen, der von Russland nach Rheinland-Pfalz transportiert wurde, weist darauf hin, dass kriminelle Händler:innen die Käufer:innen mit gefälschten Impfnachweisen versorgen.
Der betroffene Welpe war laut Impfpass gegen Tollwut geimpft, doch aktuell bestehe der starke Verdacht, dass entweder keine wirksame Impfung erfolgt ist oder der Impfeintrag gefälscht wurde, so die BTK.
Diese skrupellosen Machenschaften der Welpenhändler:innen gefährden die Gesundheit von Tieren und Menschen. So mahnt die BTK dringend, Hunde und Katzen konsequent und routinemäßig gegen Tollwut impfen lassen. Nur so könnten die Vierbeiner verlässlich gegen die lebensbedrohende Viruserkrankung geschützt werden, sagt BTK-Präsident Dr. Holger Vogel.
Auch wenn Deutschland seit rund 18 Jahren als tollwutfrei gilt, könne die Erkrankung jederzeit eingeschleppt werden, so Vogel weiter. Das zeige der aktuelle Fall eindrücklich. „Gerade bei Hunden aus Ländern mit endemischem Tollwutvorkommen besteht ein reales Risiko – insbesondere dann, wenn Impfdokumente nicht verlässlich sind“, warnt der Präsident.
Tollwut ist nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen gefährlich. Die Viruserkrankung verläuft immer tödlich, sobald die klinischen Symptome ausgebrochen sind. Während ungeimpfte Tiere nicht mehr behandelt werden können, besteht bei Menschen nach einem Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier immerhin noch die Chance, mit einer unverzüglich eingeleiteten Postexpositionsprophylaxe (PEP) behandelt und geheilt zu werden.
Die BTK appelliert an alle Tierhalter:innen, ausschließlich mit seriösen Organisationen zusammenzuarbeiten, die transparente Gesundheitsnachweise und ordnungsgemäße tierärztliche Betreuung gewährleisten.
BTK
FVE-Umfrage zur Situation von Tierärzt:innen – jetzt teilnehmen
Bereits zum 4. Mal erhebt die Federation of Veterinarians in Europe (FVE) wichtige Kennzahlen zum Berufsstand in ganz Europa. Der 4. FVE VetSurvey, in dem neben demografischen Daten zum ersten Mal europaweit auch Herausforderungen in der Gleichstellung, Inklusivität, Stresslevels, Depressionen, Burn-out, Erschöpfung oder Compassion Fatigue, verbale, schriftliche oder körperliche Belästigungen oder Mobbing erfasst werden, richtet sich an Tierärzt:innen aus allen Bereichen der Veterinärmedizin, der Fokus liegt aber auf den Erfahrungen der Kolleg:innen in der kurativen Praxis.
Die Teilnehmenden helfen mit, wichtige vergleichende Kennzahlen zum Berufsstand in Europa zu liefern, die dann durch die FVE auf EU-Ebene in die zuständigen Gremien eingebracht werden können. Das Ausfüllen ist in vielen Sprachen einschließlich Deutsch bis zum 16. März 2026 möglich.
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Tollwut bei Hund in Rheinland-Pfalz nachgewiesen
Im Rhein-Pfalz-Kreis ist bei einem Hund die Tollwut festgestellt worden. Das betroffene Tier stammt ursprünglich aus Russland und habe Verhaltensauffälligkeiten gezeigt. Daraufhin wurde der Hund aus Dannstadt-Schauernheim in Quarantäne untergebracht, wo er verstarb, wie die Verwaltung in Ludwigshafen mitteilte. Die zuständige Veterinärbehörde habe sämtliche Kontakte ermittelt und diese informiert. Eine Gefahr für weitere Tiere im Rhein-Pfalz-Kreis bestehe nicht.
Der Hund sei über eine Internetplattform von einer russischen Organisation erworben worden, teilte die Kreisverwaltung mit. Er wurde demnach mit anderen Hunden und Katzen transportiert, die neben Deutschland für Österreich, Schweiz, Belgien und Frankreich bestimmt waren. In das Zuständigkeitsgebiet der Kreis-Veterinärbehörde kamen keine weiteren Tiere.
Allerdings ermittelt die Kriminalpolizei wegen Verdacht des Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz, da angenommen wird, dass die Angaben in den für die Überführung erforderlichen Papieren – laut denen der Hund gegen Tollwut geimpft war – sowie der implantierte Chip nicht der Wahrheit entsprechen. So bestehe der Verdacht, dass das Alter des Tieres nicht korrekt angegeben wurde sowie dem Tier andere Papiere zugeordnet wurden und es demnach nicht gegen Tollwut geimpft war.
Rheinland-Pfalz Kreis
Bewegungsbedürfnis von Welpen keinesfalls einschränken
Um das Risiko für erblich bedingte Gelenkerkrankungen wie zum Beispiel Ellbogen (ED)- und Hüftdysplasie (HD) sowie Osteochondrose zu reduzieren, geben Hundezüchter:innen häufiger den Rat, Welpen und Junghunde unter Berücksichtigung eines limitierten Bewegungsplanes aufzuziehen. Ein Zusammenhang zwischen restriktiver Bewegung in den ersten Lebensmonaten eines Hundes und dem Auftreten von Gelenkerkrankungen wurde jedoch aus wissenschaftlicher Sicht bislang nicht nachgewiesen.
Die Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Verhaltensmedizin (STVV) und der Schweizerische Verband für Tierphysiotherapie (SVTPT) haben in Kooperation mit dem Kleintierchirurgie-Spezialisten Dr. Daniel Koch eine neue Faktenlage zur Pathogenese von Wachstumserkrankungen veröffentlicht. Das Positionspapier basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Publikationen.
So zeigen Studien finnischer Forschenden mit jungen Beagles, dass die höchsten Glykosaminglykangehalte, die härtesten Gelenkoberflächen und damit die beste Knorpelzusammensetzung bei moderater Laufleistung erreicht wurde, während die schlechtesten Werte bei Nichtaktivität entstanden. Die Untersuchungen ergaben auch, dass sogar extrem lange Laufbandzeiten zu überraschend wenig Knorpelabbau und kaum Arthrose führten.
Neben der wichtigen Mineralisierung des Skeletts und der Belastung der Wachstumsfugen für die korrekte Entwicklung der Gelenke, sei eine vielfältige und abwechslungsreiche Bewegung auch nötig für die Hirnentwicklung, heißt es weiter im Positionspapier. Zudem würden motorische Fähigkeiten und die emotionale Belastbarkeit, aber auch Sozialkompetenz und Frustrationstoleranz gefördert. Expert:innen raten daher, das Bewegungsbedürfnis von Welpen und Junghunden keinesfalls einzuschränken. Restriktive Empfehlungen für die Bewegung hätten keine wissenschaftliche Basis und seien überholt.
STVV
Hessen nun fast vollständig BTV-Handelsrestriktionszone
Nachdem zu Beginn dieser Woche die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) im rheinland-pfälzischen Landkreis Mainz-Bingen sowie im hessischen Kreis Bergstraße nachgewiesen worden ist, musste die ursprüngliche Sperrzone entsprechend vergrößert werden. Wie das Hessische Landwirtschaftsministerium mitteilt, befindet sich das Land Hessen mit nur wenigen Ausnahmen innerhalb der BTV-8-Handelsrestriktionszone.
Um Tiere vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen, wird Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen dringend geraten, ihre Tiere gegen die BTV-Serotypen 3, 4 und 8 schnell impfen zu lassen. Im Falle der Impfung gegen BTV-4 und 8 kann ein Kombinationsimpfstoff eingesetzt werden. Die Tatsache, dass BTV-4 in den vergangenen Jahren in Frankreich nachgewiesen wurde, lässt vermuten, dass sich dieser Serotyp auch in Deutschland ausbreiten wird.
Mit einer weiteren Ausbreitung von BTV-8 in Deutschland sei zu rechnen, so das Ministerium weiter. Denn mehrere BTV-8-Ausbrüche in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen lassen auf ein erhöhtes Risiko schließen. Die Impfungen sollten vor der nächsten Infektionswelle abgeschlossen sein, die mit einer Vermehrung der Stechmücken, die das Virus übertragen, in der wärmeren Jahreszeit beginnt.
Landwirtschaftsministerium Hessen
Leid von Straßenkatzen durch Kastrationspflicht endlich beenden
Einmal mehr macht der Deutsche Tierschutzbund auf das Leid von Millionen Straßenkatzen aufmerksam, die jeden Tag in Deutschland um ihr Überleben kämpfen. Der Verband fordert die Politik auf, endlich eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen einzuführen, um dieses Leid nachhaltig zu bekämpfen. Gleichzeitig sind auch die Bürger:innen aufgefordert, den armen Kreaturen zu helfen, vor allem Katzenhalter:innen müssen Verantwortung übernehmen, indem sie ihre Katzen und Kater mit Freigang kastrieren lassen.
„Der Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung kann nur durch Kastration beendet werden – und zwar sowohl der Straßenkatzen als auch der Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Die Politik muss endlich handeln! Es braucht dringend eine bundesweit flächendeckende gesetzliche Regelung – genau wie die Aufklärung der breiten Bevölkerung und das Engagement jedes einzelnen Tierfreundes. Denn jede Katze verdient Schutz, Fürsorge und unsere Unterstützung“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
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Deutscher Tierschutzbund
Verlust von Haustieren fördert reflektierten Umgang mit dem Tod
Forscher:innen der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben eine Studie zum Tod von Haustieren in der gegenwärtigen Gesellschaft durchgeführt. Unter der Leitung von Svenja Springer und Co-Autor Christian Dürnberger vom Messerli Forschungsinstitut wurden Interviews zur sozialen Dimensionen des Todes von Heimtieren durchgeführt. Studienziel war, herauszubekommen, welchen Einfluss der Tod von Haustieren auf den Umgang mit Sterben und Tod vor dem Hintergrund der tiefen emotionalen Mensch-Tier-Beziehungen hat.
Die Studie umfasste qualitative Interviews mit Tierärzt:innen, die auf Hospiz- und Palliativpflege spezialisiert sind. Ziel war es, herauszufinden, wie diese Fachleute gesellschaftliche Diskussionen über Sterben und Tod wahrnehmen und welche Bedeutung sie dem Verlust von Haustieren beimessen. „Unsere Ergebnisse zeigen ein weit verbreitetes Tabu rund um den Tod, wobei Tierärzt:innen von einer physischen und emotionalen Distanzierung von sterbenden Individuen berichteten“, erklärt Springer. „Die Erfahrung, ein geliebtes Haustier zu Hause zu verlieren, kann jedoch diese gesellschaftliche Repression herausfordern und einen reflektierteren Umgang mit dem Tod sowohl für Erwachsene als auch für Kinder fördern“, stellten die Autor:innen in ihrem Artikel im Fachjournal Frontiers in Veterinary Science fest.
Tierärzt:innen verfügten über einzigartige Einblicke in die Dynamik familiärer Interaktionen mit dem Tod, die erheblich zum gesellschaftlichen Verständnis von Sterblichkeit beitragen können, erklärt Dürnberger.
Der Verlust von Haustieren könne primäre Erfahrungen mit dem Sterben katalysieren, wodurch existentielle Themen in eine neue Sichtbarkeit gelangen. Daher sei die Integration von Diskussionen über den Tod in die veterinärmedizinische Ausbildung hilfreich, um Tierärzt:innen darauf vorzubereiten, bedeutungsvolle Gespräche über Sterblichkeit zu führen und trauernde Tierbesitzer:innen zu unterstützen.
Vetmeduni Wien
Kostenübernahme bei Fundtieren klar geregelt
Verwilderte Haustiere, so auch freilebende Katzen, gelten seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. April 2018 zweifelsfrei als Fundtiere und sind nicht als herrenlose Tiere zu behandeln. Durch dieses Urteil besteht jetzt bezüglich der Rechtssicherheit für Tierärzt:innen, Tierheime, Tierschutzorganisationen sowie für die kommunalen Behörden Klarheit.
„In der täglichen Praxis kommt es immer wieder zu Diskussionen über Zuständigkeiten und Kostenfragen, vor allem bei verletzten oder erkrankten Fundtieren. Die nun vorliegende Klarstellung hilft, diese Konflikte zu vermeiden und das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt zu stellen“, betont der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Dr. Holger Vogel.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher hat dazu in ihrer Funktion als Bundestierschutzbeauftragte in einem Schreiben an die kommunalen Spitzenverbände den Begriff der sogenannten „Fundtiere“ noch einmal rechtlich klargestellt. Tiere sind nach den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) als Fundsachen einzuordnen, für die die Kommune des Fundortes zur Verwahrung verpflichtet ist. In dem Fall, dass die zuständigen Behörde eine tierärztliche Versorgung sowie eine Unterbringung in einem Tierheim veranlasst, sind die Kommunen auch für die Übernahme der entstandenen Kosten verantwortlich.
Besonders wichtig ist der Hinweis, dass diese Kostenübernahmepflicht auch dann fortbesteht, wenn der Finder auf den später möglichen Eigentumserwerb verzichtet. Die Klarstellung macht deutlich, dass sich Kommunen ihrer Verantwortung für Fundtiere nicht entziehen können, betont die BTK in einer Pressemeldung.
BTK
PRRS-resistente Schweine in Kanada zugelassen
Nach den USA, Brasilien und Kolumbien hat nun auch Kanada den Einsatz von genetisch veränderten, gegen das porzine Reproduktions- und Atemwegssyndrom (PRRS) resistenten Schweinen genehmigt. Wie das englische Unternehmen für Tierbiotechnologie und Genetik, Genus PLC, mitteilte, habe die Regierung die Verwendung seiner Genomeditierung für Schweine genehmigt. Dadurch bilden die Tiere ein spezifisches Rezeptor-Protein (CD163) nicht mehr aus, das das Virus benötigt, um in die Zellen einzudringen. Eine Studie beziffert die Kosten durch PRRS allein in den USA auf 1,2 Milliarden USD pro Jahr.
Genus strebt weitere Zulassungen in wichtigen nordamerikanischen Exportmärkten wie Mexiko sowie Japan und China an.
Marked Screener
Verlust an genetischer Vielfalt beim Deutschen Schäferhund
Wissenschaftler:innen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der Universität Oxford sowie des National Institutes of Health (NIH) konnten in ihrer aktuellen Forschungsarbeit belegen, dass die genetische Vielfalt des Deutschen Schäferhundes bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert abgenommen hat. Die stark geschrumpften Bestände als Folge des 2. Weltkriegs und der vermehrte Einsatz weniger, besonders gefragter Deckrüden, ein sogenannter Flaschenhals der Rasse, hat die Biodiversität weiter reduziert.
„Unsere Daten zeigen einen massiven Verlust an genetischer Vielfalt bei Schäferhunden, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Dieser Rückgang, teilweise durch den Zweiten Weltkrieg ausgelöst, hat die Gesundheit der Rasse mit ziemlicher Sicherheit erheblich beeinträchtigt“, erklärt der LMU-Paläogenetiker Professor Laurent Frantz, einer der Studienleiter.
Der übermäßige Einsatz ‚populärer Deckrüden‘ habe zu weiteren genetischen Engpässen geführt, so Erstautor Dr. Lachie Scarsbrook (LMU und Universität Oxford). Die Konsequenz sei neben der Veränderung des Erscheinungsbildes auch die Verengung des Genpools der Rasse.
Die Sequenzierung der Genome von neun Deutschen Schäferhunden aus dem Zeitraum 1906 bis 1993 und dem Vergleich mit Genomen von mittelalterlichen europäischen Hunden, hatte zum Ergebnis, dass der jüngste Engpass auf das Jahr 1967 zurückzuverfolgen ist, das mit dem Geburtsjahr des populären Deckrüden Quanto von der Wienerau zusammenfällt.
Ein Symptom für diesen Verlust an Vielfalt sind lange Abschnitte im Erbgut, in denen beide Chromosomen identisch sind, also homozygot. Solche Abschnitte begünstigten das Auftreten rezessiver Erbkrankheiten, die nur sichtbar werden, wenn das defekte Gen auf beiden Chromosomen liegt.
Mit Blick auf die Zukunft sind die Forschenden überzeugt, dass die effektivste Strategie zur Verbesserung der genetischen Gesundheit des Deutschen Schäferhundes darin besteht, Hunde aus Ländern oder Linien einzubeziehen, die nicht denselben genetischen Engpässen unterlagen. Auf diese Weise könne der „reinrassige“ Status der Hunde erhalten bleiben und gleichzeitig die Gesundheit und Langlebigkeit der Rasse maximiert werden.
Professionelle und Hobby-Züchter:innen von Hunden finden auf Tierhalter-Wissen.de verschiedene E-Learningkurse für die Hundezucht.
LMU München
Betäubungsloses Enthornung von Kälbern in Niedersachsen weiterhin untersagt
Niedersachsen hält an dem Verbot einer betäubungslosen Enthornung von Kälbern fest. Auch Kälber, die jünger als 6 Wochen sind, müssen für die Enthornung ein Beruhigungsmittel und ein mindestens 24 Stunden wirksames Schmerzmittel verabreicht bekommen. Diese Praxis hat Niedersachsen in einem neuen Erlass bekräftigt und präzisiert.
Der Erlass ist im Ministerialblatt abrufbar. Darin wird auch die Anforderungen an die Sachkunde der durchführenden Person konkretisiert. Demnach kann für Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Ausbildungsberuf Landwirt:in, die ihre Ausbildung auf einem rinderhaltenden Betrieb absolviert haben, auf dem Kälber enthornt wurden, sowie im Ausbildungsberuf Tierwirt:in Fachrichtung Rinderhaltung davon ausgegangen werden, dass diese über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Alle anderen Personen müssen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten der zuständigen Behörde auf Verlangen nachweisen. Beispielsweise durch Bescheinigungen über eine entsprechend fachkundige Unterweisung durch einen Tierarzt bzw. Tierärztin.
Hintergrund des Erlasses ist, dass es in Deutschland grundsätzlich zulässig ist, die Hornanlagen bei Kälbern bis zu einem Alter von 6 Wochen ohne Betäubung zu veröden. Grundlage dafür ist Paragraph 6 des Tierschutzgesetzes in Verbindung mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Der Gesetzgeber erlaubt diese tierschutzrechtliche Ausnahme, wenn der Eingriff fachgerecht durchgeführt wird und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern. Niedersachsen nutzt somit den rechtlichen Spielraum, um Detailanforderungen und Bedingungen zu präzisieren. Ab einem Alter von sechs Wochen ist das Enthornen in diesem Bundesland nur noch unter Betäubung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erlaubt. Ministerin Staudte spricht sich dafür aus, die geplante Änderung des Bundestierschutzgesetzes aus der letzten Wahlperiode wieder aufzugreifen, die ohne Altersgrenze die Enthornung bei Rindern mit Betäubung vorsah.
Landwirtschaftsministerium Niedersachsen
One-Health-Ansatz essentiell zur Bekämpfung von Zoonosen aus dem Stall
Die Kälberflechte ist eine Zoonose, das heißt, die Infektionskrankheit kann von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Erkrankte Menschen zeigen Symptome wie kreisrunde rötliche Flecken und einen starken Juckreiz. Die Zahl der Zoonosen nimmt weltweit zu. Rinder, Schafe und Ziegen als Lebensmittel liefernde Nutztiere sind dabei häufig Erregerträger, wobei die Wiederkäuer selbst keine sichtbaren Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Die Tiere scheiden Krankheitserreger häufig völlig symptomlos aus.
Um Übertragungen auf den Menschen zu vermeiden, müssen die Risiken auf dem Betrieb frühzeitig erkannt werden. Risken der Übertragung bestehen bei direktem Kontakt zu Tieren sowie zu Ausscheidungen, Geburtsmaterial oder kontaminiertem Stallstaub. Eine Infektion ist auch möglich durch den Verzehr von Rohmilch, Rohmilchkäse oder unzureichend erhitztem Fleisch, durch verunreinigtes Wasser oder Boden bzw. durch Vektoren wie Zecken oder Mücken. Eine zoonotische Erkrankung kann Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu schweren systemischen Infektionen nach sich ziehen.
Bakterielle Zoonosen, wie Q-Fieber, Brucellose, STEC/EHEC, Salmonellen und Campylobacter werden am häufigsten gemeldet. Viele von ihnen stehen direkt oder indirekt mit Wiederkäuern in Verbindung. Zudem treten auch immer wieder virale oder parasitäre Zoonosen auf. Pilzinfektionen oder Prionenerkrankungen sind eher selten, dafür aber folgenschwer.
Effektive Prävention, wie ein umfassendes Tiergesundheitsmonitoring, Lebensmittelüberwachung, ein Umwelt- und Aerosolmonitoring sowie humanmedizinische Überwachung sind essentiell bei der Früherkennung und Bekämpfung von Zoonosen. Diese lassen sich nur wirksam kontrollieren, wenn Veterinärmedizin, Humanmedizin und Umweltwissenschaft eng zusammenarbeiten. Ein integrierter One-Health-Ansatz ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu erkennen, Infektionswege nachzuvollziehen und Ausbreitungen effektiv einzudämmen.
Ceva Tiergesundheit
Schweiz rät zur schnellen Impfung gegen BTV
Das Blauzungenvirus (BTV) der Serotypen 3 und 8 sind derzeit in allen Regionen der Schweiz verbreitet. Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen sollten weiterhin ihre Tiere impfen.
„Es ist davon auszugehen, dass Fälle von BTV-3 und BTV-8 auch in diesem Jahr auftreten werden“, warnt Elena Di Labio vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Di Labio weist zudem darauf hin, dass auch BTV-4 weiter in den Fokus rücken werde, da bereits Nachweise aus Frankreich, Italien und Österreich gemeldet wurden. BLV und die Gesellschaft Schweizerischer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) raten Tierhalter:innen daher dringend, Rinder sowie Kleinwiederkäuer erneut zu impfen.
Hier zähle der richtige Zeitpunkt, so das BLV. Landwirt:innen sollten ihre Rinder zwischen Januar und März grundimmunisieren, Schafe bis spätestens Februar. „Bei Rindern und Ziegen reicht nach der Grundimmunisierung eine einfache Wiederholungsimpfung, bei Schafen empfehlen wir stets eine doppelte“, so die Vertreterin der GST, Patrizia Andina.
Für jeden Serotyp ist eine eigene Impfung nötig, wobei ein Kombipräparat gegen BTV-4 und BTV-8 verfügbar ist. Die Impfstoffe können gleichzeitig, aber an unterschiedlichen Stellen verabreicht werden. Andina betont jedoch, dass die korrekte Lagerung von Bedeutung ist. Für das laufende Jahr ist die Versorgung mit Impfstoffen gegen die 3 Serotypen gesichert. Der Bund beteiligt sich auch in 2026 mit 5 Millionen Franken an den Kosten der Impfungen.
Bei einer aktuellen Online-Umfrage auf Schweizerbauer haben sich die teilnehmenden Landwirt:innen bislang nicht klar geäußert. Knapp die Hälfte der Tierhalter:innen werden ihre Tiere impfen, mehr als 40 % beantworteteten die Frage, ob sie gegen BTV impfen werden, mit „Nein“, rund 10% sind noch unschlüssig.
Schweizerbauer
Geflügelpestgeschehen in Niedersachsen lässt Landwirt:innen verzweifeln
Mehr als die Hälfte der deutschen Masthühner werden in Niedersachsen gehalten, dazu kommt eine hohe Konzentration an Puten haltenden Betrieben. Das Bundesland hat seit vergangenem Herbst massiv unter der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest) zu leiden. Schon die Bilanz des Tierseucheninformationssystems (TSIS) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für 2025 fiel dramatisch aus: seit dem 15. Oktober 2025 wurden bis zum 29.12.2025 93 Geflügelpestausbrüche bei Hausgeflügel nachgewiesen, davon 59 in Putenhaltungen. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr mehr als 1,7 Millionen Tiere aus Seuchenschutzgründen getötet werden.
Auch in 2026 gab es bereits die ersten HPAI-Ausbrüche. Betroffen waren unter anderem 10.500 Mastputen im Landkreis Oldenburg sowie 12.400 Entenküken im geflügelstarken Landkreis Cloppenburg. In dem Entenbetrieb war der hochansteckende Erreger H5N1 nachgewiesen worden.
Die Landwirt:innen sind aufgrund des anhaltenden Seuchengeschehens verzweifelt, denn noch nie mussten in Niedersachsen so viele Tiere auf Grund der Geflügelpest getötet werden, wie im vergangenen Jahr. In dem geflügelstärksten Bundesland werden mehr als 100 Millionen Stück Geflügel gehalten. Als Konsequenz fordert Landvolk Niedersachsen einen raschen Bürokratieabbau sowie den Stallbau in weniger dichten Regionen, um das Ausbruchsgeschehen in Zukunft zu minimieren. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir wieder mehr Ställe in Regionen bauen dürften, wo die Nutztierhaltung weniger dicht ist“, erklärt Landvolk-Präsident Holger Hennies. Solche Vorhaben würden derzeit jedoch kaum genehmigt. „Gerade von den Hähnchenmästern weiß ich, dass sie händeringend neue Ställe bauen wollen, und die bekommen sie gerade im Osten Niedersachsens fast nicht genehmigt“, betont Hennies. Das Bau- und Immissionsschutzrecht müsse wieder so „schlank“ werden, dass der Bau von Ställen wieder möglich werde, fordert Hennies.
Einer der Hauptgründe für die dramatische Zahl an Tierverlusten sei die hohe Tierdichte in zahlreichen Regionen, so Hennies. Dort steige die statistische Wahrscheinlichkeit eines Seuchenfalles. Perspektivisch hält Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte es für notwendig, dass es in einigen Regionen eine geringere Besatzdichte bei Geflügelhaltungen gebe. Die Ministerin sieht außerdem bei den Sicherheitsmaßnahmen auf den Betrieben gegen ein Einschleppen des Virus noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Agrarheute
NDR
Geflügelnews
Nach BTV-8 Nachweis ruft NRW zu Schutzimpfungen auf
Nach ersten Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit des Virus BTV-3 im Jahr 2023 und einem anschließenden massiven Seuchengeschehen sowie einem eher ruhigen vergangenen Jahr ist das Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) Anfang 2026 in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden. Betroffen ist ein einzelnes Kalb eines Betriebes in Herzogenrath (Städteregion Aachen). Als Folge des Ausbruchs musste ein bereits bestehender 150-Kilometer-Radius um einen zuvor bestätigten Fall im benachbarten Rheinland-Pfalz erweitert werden. Aktuell ist mehr als die Hälfte des Bundeslandes von einem 150-Kilometer-Radius rund um einen BTV-8-Ausbruchsberieb herum betroffen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW appelliert daher an Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen, die Schutzimpfungen gegen BTV durchzuführen, auch um unnötiges Tierleid zu verhindern und Tierverluste zu minimieren.
„Das Virus der Blauzungenkrankheit ist ein Virus, das großes Tierleid hervorrufen kann, wenn die Erkrankung ausbricht. Um die Tiere vor schweren klinischen Erkrankungen zu schützen und im Fall von BTV-8 auch Verbringungsbeschränkungen zu vermeiden, empfehlen wir, alle Tiere, die sich mit dem Virus infizieren können, gegen BTV impfen zu lassen. Die ersten Tiere, die Symptome einer Blauzungenkrankheit aufweisen, sind umgehend dem zuständigen Veterinäramt zu melden“, erklärt NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.
Sowohl Grundimmunisierungen als auch Wiederholungsimpfungen von Tieren, die bereits im vergangenen Jahr geimpft worden sind, sollten spätestens im Mai abgeschlossen sein, so Gorißen weiter. „Um Tiere vor schweren klinischen Erkrankungen zu schützen und auch um Handelshemmnisse zu vermeiden, empfehle ich empfängliche Tiere jetzt gegen BTV-8 impfen zu lassen. Es stehen gut wirksame und zugelassene Impfstoffe zur Verfügung“, ergänzt Monika Meyer-Schoppmann, Vetrinäramtsleiterin des zuletzt betroffenen Oberbergischen Kreises.
Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie Fieber, Lahmheiten, Apathie und teilweise Schleimhautläsionen. Auch Aborte und Todesfälle sind möglich. Tierhalter:innen finden neben umfassenden Informationen auch eine interaktive Landkarte zur Überprüfung der eigenen Betroffenheit sowie gegebenenfalls erforderliche Vordrucke für Tierhaltererklärungen sind auf der Homepage des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung NRW (LAVE).
Ministerium NRW
Waldbröl.de
bpt für schnelleren Bürokratie-Abbau
Am vergangenen Freitag (16.01.2026) ist die Jubiläumsausgabe der Grünen Woche in Berlin an den Start gegangen. Noch bis zum 25. Januar feiert die in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau führende internationale Veranstaltung ihren 100. Geburtstag.
Traditionell hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) kurz vor der offiziellen Eröffnung zum Neujahrsempfang geladen. In seiner Begrüßungsrede wies bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder auf die große Bedeutung des Schutzes von Lebensmittelketten hin. Sowohl für die nationale Sicherheit als auch für die Volkswirtschaft habe die Tiergesundheit – sowohl in der Lebensmittelproduktion und -sicherheit als auch für Haustiere und ihre Besitzer- eine große Relevanz, so Moder. Der bpt-Präsident appellierte daher an die anwesenden Zuhörer:innen, u.a. Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leiter der Abteilung 3 „Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit“ im BMLEH und den für Tiergesundheit zuständigen Berichterstatter der CDU-Bundestagsfraktion, MdB Dieter Stier, neben der Gesundheit des Menschen auch die Tiergesundheit als kritische Infrastruktur zu betrachten und in die Krisenprävention einzubeziehen.
In seiner Rede wies Moder zudem auf die in diesem Jahr anstehende GOT-Evaluierung hin. Die mit der GOT angestrebte Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes durch die damalige Ampel-Regierung hat für günstigere Arbeitsbedingungen und für eine Stabilisierung einer flächendeckenden Notdienstversorgung geführt. Daher dürfe die GOT auf keinen Fall, wie aktuell von einigen politischen Parteien diskutiert, abgeschafft werden. Die GOT verhindere eine Preisexplosion, insbesondere in den Regionen mit einer geringen Tierärztedichte.
In seiner Begrüßungsrede forderte Moder ebenso wie auf der Veranstaltung Tier.Zeit.Dialog auf der Grünen Woche am Donnerstag (22.1.2026) erneuerte den Abbau überflüssiger Bürokratie. Hier ginge es nicht schnell genug und verwies erneut auf die vom bpt an den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer überreichten 10-Punkte-Plan im vergangenen Sommer.
bpt
Tierschutzforschungspreis 2026 ausgeschrieben
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) unterstützt Maßnahmen, die den Einsatz von Versuchstieren verringern. Auch wenn in den vergangenen Jahren die Zahl der in Deutschland verwendeten Versuchstiere zurückgegangen ist, sollten Tierversuche auf das unerlässliche Maß beschränkt werden.
Mit dem Tierschutzforschungspreis würdigt das Ministerium jedes Jahr das Engagement für eine Verbesserung des Schutzes von Versuchstieren und die Förderung der sogenannten 3R-Forschung (Replace, Reduce, Refine). Die Nominierungsfrist für den diesjährigen Tierschutzforschungspreis geht bis zum 31. März 2026. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben und ist insgesamt mit 150.000 Euro dotiert.
„Bislang sind Tierversuche in Wissenschaft und Forschung noch nicht verzichtbar. Wir leisten unseren Beitrag dazu, dass sich das möglichst rasch ändert. Mit unserem Tierschutzforschungspreis würdigen wir jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in ihrer Arbeit der Suche nach bestmöglichen Alternativen gewidmet haben. Mit ihren Projekten zeigen sie Wege auf, wie Tierversuche immer weiter reduziert werden können“, erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher.
BMELH
Neuer Höchstwert bei Geflügelfleischerzeugung in NRW
In Nordrhein-Westfalen ist die Produktion von Schweinefleisch im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach Informationen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW) betrug die Menge des erzeugten Schweinefleisches in 2024 rund 1,6 Mio. Tonnen. Zwar haben die gewerblichen Schlachtunternehmen mehr Fleisch als im Vorjahr produziert, doch lag diese noch immer 14,5 % unter dem Niveau von 2010.
Während die nordrhein-westfälische Geflügelproduktion mit 58.300 t Schlachtgewicht in 2024 einen wahren Boom erlebt hat (+25,4 % im Vergleich zu 2010), setzt sich der seit 2015 anhaltende Rückgang bei der Schlachtmengen bei Rindern weiter fort. Wie IT.NRW mitteilt, wurden im letzten Jahr insgesamt 160.300 t Rindfleisch (Schlachtgewicht) produziert, was einen Rückgang von rund 28 % im Vergleich mit dem Jahr 2010 bedeutet.
Bei den Fleischimporten führt Geflügel (+28,5 %) vor Rindfleisch (+ 6,2 %) die Liste an. Die Importmenge bei Schweinefleisch hingegen hat sich um 17,3 % verringert.
IT.NRW
Topagrar
Neuer Veterinärkongress ab 2027 in Stuttgart
Am 15. Januar 2026 geht der 13. Leipziger Tierärztekongress (LTK), die größte Fortbildungsveranstaltung für Tierärzt:innen im deutschsprachigen Raum, an den Start. Die rund 7.000 Teilnehmenden erwarten neben 500 Vorträgen und Kursen auch ca. 350 Ausstellerfirmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen auf der Fachmesse vetexpo präsentieren werden.
Um den Tierärzt:innen die lange Wartezeit bis zum nächsten LTK im Jahr 2028 zu verkürzen, startet die Leipziger Messe mit den VetMed – Tiermedizintagen Baden-Württemberg eine neue veterinärmedizinische Veranstaltung im Süden Deutschlands. Erstmals findet der Kongress am 5. und 6. Februar 2027 in der Schwabenlandhalle Fellbach in Stuttgart statt und soll künftig immer im Zwischenjahr des Leipziger Tierärztekongresses durchgeführt werden.
„Baden-Württemberg ist eine der stärksten Tierarztregionen in Deutschland – mit einer hohen Praxisdichte und einer großen fachlichen Bandbreite“, erklärt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. „Mit der VetMed schaffen wir in Kooperation mit der Landestierärztekammer Baden-Württemberg eine Fortbildungsplattform, die Austausch, Praxisnähe, Wissenstransfer und Teamfortbildung in den Mittelpunkt stellt. Wir freuen uns auf diese ganz sicher gewinnbringende Kooperation.“
„Als drittgrößte Tierärztekammer Deutschlands ist es uns wichtig, moderne und regionale Fortbildungsangebote zu etablieren, die den Kolleginnen und Kollegen im Südwesten praxisnahen und hochqualitativen Input bieten“, ergänzt Tim Bogs, Vizepräsident der Landestierärztekammer Baden-Württemberg. „Mit unserem Wissen um die Bedürfnisse der Region werden wir gemeinsam mit den Veranstaltungsprofis der Leipziger Messe ein Format entwickeln, das Tierärztinnen, Tierärzten und Tiermedizinischen Fachangestellten eine zukunftsorientierte Plattform bietet. Wir laden schon jetzt die Tierärzteschaft und Praxisteams der gesamten Region herzlich ein, diese Veranstaltung zu besuchen.“
Entsprechend der regionalen Bedürfnisse werden im Kongressprogramm sowohl Themen für die Praxis als auch für die Klinik abgebildet. Zu den fachlichen Schwerpunkten zählen Kleintier, Pferd und Veterinary Public Health (VPH). Eine eigene Fortbildungssäule richtet sich zudem an Tiermedizinische Fachangestellte (TFA), sodass das gesamte Praxisteam neue Impulse erhält. In einer begleitenden Fachausstellung werden innovative Exponate und Technologien aus den Bereichen Pharma, Medizintechnik und Praxisbedarf gezeigt. Die Zahl der Aussteller:innen zur Veranstaltungspremiere wird bewusst auf 50 begrenzt, um einen fokussierten Einblick zu ermöglichen.
Vetmed
Großbritannien bringt neue Tierwohlstrategie ins Parlament ein
Großbritannien möchte durch eine neue Strategie das Tierwohl verbessern. Dazu hat das britische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) seine Tierwohlstrategie kurz vor Weihnachten noch ins Parlament eingebracht. Demnach soll die Käfighaltung von Legehennen, das Töten von Eintagsküken, die Verwendung von Ferkelschutzkörben und die Schlachtung ohne Betäubung mit Kohlendioxid verboten werden. Dies seien „unerlässliche“ Reformen, so Ressortchefin Emma Reynolds und wies darauf hin, dass der Trend im Legehennensektor bereits jetzt hin zu Freiland- und Stallhaltungssystemen gehe und entsprechende Programme vom Staat unterstützt würden.
Dagegen kämen in der britischen Schweineerzeugung mehrheitlich noch Stallhaltungssysteme mit Abferkelbuchten mit Ferkelschutzkörben zum Einsatz. Lediglich etwa 8 % seien bereits auf alternative Abferkelanlagen umgestellt worden. Die Regierung möchte die Nutzung von alternativen Abferkelsystemen vorantreiben.
Weiterhin sollen die Landwirt:innen „ermutigt“ werden, die seit 2007 bestehenden Ausnahmen im Tierschutzgesetz zum Kupieren der Schwänze von Schweinen, das Kürzen der Schnäbel von Legehennen, die Kastration bzw. das Kupieren der Schwänze von Lämmern nicht mehr routinemäßig anzuwenden. Um dieses Ziel zu erreichen, will das Ministerium mit der Branche und den Tierärzt:innen kooperieren.
Topagrar
Boehringer Ingelheim erhält Zulassung für zwei Geflügelpest-Impfstoffe
Die Europäische Kommission hat zwei Impfstoffe gegen die Aviäre Influenza (AI) zugelassen. Die beiden neuen Impfstoffe des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim sind sogenannte DIVA-Impfstoffe („Differentiate Infected from Vaccinated Animals“) und dienen zur aktiven Immunisierung im Zusammenhang mit einer Infektion durch hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) des Subtyps H5. Sie können bei Hühnern und Puten, einer der beiden Vakzine kann zusätzlich bei Enten eingesetzt werden.
Der Virusstamm H5 ist der am weitesten verbreitete Erreger der Geflügelpest und verantwortlich für das derzeitige massive Seuchengeschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Die Folge sind erhebliche wirtschaftliche Schäden entlang der gesamten Produktions- und Lieferketten.
Ein spezieller Biomarker in den neu zugelassenen Impfstoffen ermöglicht es, geimpfte Tiere eindeutig von solchen zu unterscheiden, die trotz Impfung mit einem Feldvirus infiziert sind. Das war eine Voraussetzung für den Einsatz von Impfstoffen in der EU.
Diese Unterscheidbarkeit könnte dazu beitragen, Handelsbeschränkungen zu vermeiden. Das Unternehmen appelliert daher an politische Entscheidungsträger:innen auf nationaler und internationaler Ebene, bestehende Exportregelungen zu überprüfen und anzupassen. Ziel ist es, DIVA-Impfstoffe als wirksames Instrument der Seuchenbekämpfung anzuerkennen, ohne den internationalen Handel unnötig einzuschränken. Nach Angaben des Unternehmens erlaubt die DIVA-Funktion eine verlässliche Überwachung und unterstützt gleichzeitig einen sicheren Handel trotz laufender Impfprogramme.
„Die DIVA-Funktion ermöglicht es unseren Abnehmern, ihre Überwachungsprogramme umzusetzen und den sicheren Handel zu unterstützen, während gleichzeitig geimpft wird“, sagt Taoufik Rawi, Head of Franchise Geflügel. „Die Zulassungen von Impfstoffen gegen Hochpathogene Aviäre Influenza ist von entscheidender Bedeutung, um die Bereitschaft zur Bekämpfung von Vogelgrippeausbrüchen in Europa zu erhöhen.“
„Grenzüberschreitende Tierseuchen wie die Vogelgrippe werden weiterhin eine Bedrohung darstellen, daher sind neue Ansätze zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten bei Tieren, insbesondere bei Nutztieren, zunehmend wichtig. Boehringer Ingelheim investiert weiterhin in Forschung und Innovation und ist bereit, Regierungen, Gesundheitsbehörden und Produzenten mit Impfstoffen und Expertise in der Überwachung sowie beim Aufbau robuster Krankheitsbekämpfungspläne zu unterstützen“, ergänzt Armin Wiesler, Leiter des Geschäftsbereiches Tiergesundheit und Mitglied des Vorstands.
Boehringer Ingelheim
Agrarheute
TBC-Testungen in Vorarlberg verstärkt
Im österreichischen Vorarlberg führen die Behörden aktuell eine intensive Testung auf Rinder-Tuberkulose (TBC) durch. Insgesamt wurden 12.500 der 64.000 Rinder auf die Tierseuche getestet. Nach Informationen der Landesveterinärbehörde sollen bis Ende Februar 2025 zahlreiche weitere Betriebe in der Region untersucht werden. Mehrere TBC-Ausbrüche im vergangenen Jahr haben zu der Intensivierung der Überwachung und der Bekämpfungsmaßnahmen geführt.
In Folge von positiven Testergebnissen bei einzelnen Tieren sind inzwischen vier Betriebe gesperrt worden. In einem landwirtschaftlichen Betrieb im Bregenzerwald, der bereits Anfang Dezember 2025 gesperrt wurde, mussten 49 Rinder aufgrund einer Häufung an positiv getesteten Tieren getötet werden. Auf dem Betrieb reagierten beim Hauttest 25 von 55 Tieren positiv. Zur weiteren Abklärung wurden sechs Tiere diagnostisch getötet, davon waren drei positiv.
Die betroffenen Landwirt:innen sollen finanziell unterstützt werden, wie der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) erklärt. „Neben den materiellen Schäden ist vor allem das emotionale Leid nicht zu unterschätzen. Als Land stehen wir an der Seite des betroffenen landwirtschaftlichen Betriebes“, so Gantner. Durch die vorgesehenen Entschädigungszahlungen des Bundes sowie eine zusätzliche Auszahlung aus dem Tiergesundheitsfonds des Landes könnten zumindest die finanziellen Auswirkungen so gut wie möglich abgefedert werden, sagt der Landesrat Gantner.
Wildtiere gelten als Reservoire der Tuberkulose. Eine Übertragung des Erregers zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich. Bis erste Symptome bei einem infizierten Rind auftreten, können Monate bis Jahre vergehen. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrößerten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Die Rindertuberkulose kann zudem vom Tier auf den Menschen übertragen werden.
ORF Vorarlberg
Schweizerbauer
LSD-Impfung nach neuen Nachweisen in Frankreich verstärkt
In dem französischen Département Ariège, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Spanien entfernt, sind direkt zu Jahresbeginn zwei Fälle von Lumpy-Skin-Disease (LSD) bestätigt worden. Ein Grund mehr für die Behörden der beiden Nachbarländer, die Impfung gegen die Rinderkrankheit voranzutreiben.
Aktuell sehen die französischen sowie spanischen Impfkampagnen vor, 1,5 Millionen Rinder in deren Grenzgebiet zu impfen. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, sind unter anderem auch Studierende der Veterinärmedizin, Freiwillige sowie Militärtierärzt:innen im Einsatz. Nach Informationen des Landwirtschaftsministeriums in Paris nähert sich der Impfkorridor, der die weitere Ausbreitung der Rinderseuche im Südwesten des Landes stoppen soll, seiner Vollendung. Insgesamt sollen hier , auch wegen der neuesten Nachweise, 750.000 Tiere bis Ende Januar 2026 geimpft werden.
Auch in Spanien werden die Impfungen intensiviert, wie das spanische Landwirtschaftsministerium mitteilte. In Nordspanien werden demnach rund 590.000 weitere Rinder auf mehr als 6.800 Betrieben angesichts der aktuellen LSD-Ausbrüche im Grenzbereich geimpft werden. Hinzu kommen 152.895 Tiere auf 2.000 Betrieben, die bereits in den Schutzzonen selbst geimpft wurden. Seit Oktober 2025 hat die Provinz Girona insgesamt 17 Infektionen gemeldet.
Topagrar
Raiffeisen
Expertengremium veröffentlicht erste internationalen Leitlinien zu CCDS
Das Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) ist eine chronische, altersbedingte Hirnerkrankung bei älteren Hunden. Von dieser Demenzerkrankung betroffene Tiere zeigen ein desorientiertes und ängstliches Verhalten, die sozialen Interaktionen sowie das Schlafmuster verändern sich zunehmend und die erkrankten Hunde werden unsauber. Diese Verhaltensmuster gehen über normale altersbedingte Veränderungen hinaus. Da Studien belegen konnten, dass etwa jeder dritte Hund mit 12 Jahren und sogar jeder zweite Hund mit 15 Jahren an CCDS erkrankt, ist eine Früherkennung von großer Bedeutung.
Für eine bessere Diagnose und zum Monitoring des CCDS hat ein internationales Expertengremium unter der Leitung von Prof. Natasha J. Olby (North Carolina State University) nun die ersten internationalen Leitlinien veröffentlicht.
„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, erklärt Professor Holger Volk von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), der Teil des Expertengremiums war. „Sie sind bewusst praxisnah gestaltet – für Tierärztinnen und Tierärzte in der Primärversorgung und für Tierhalterinnen und Tierhalter – und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen.“
„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, erklärt Professor Holger Volk, PhD, Leiter der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). „Sie sind bewusst praxisnah gestaltet – für Tierärztinnen und Tierärzte in der Primärversorgung und für Tierhalterinnen und Tierhalter – und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen.“
Die Leitlinien, die im Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA) veröffentlicht wurden, liefern einen wichtigen Beitrag, um CCDS frühestmöglich zu erkennen:
„Für die Praxis ist entscheidend, dass wir jetzt standardisierte Kriterien haben, die frühere und konsistentere Diagnosen ermöglichen – mit direktem Nutzen für das Tierwohl und die Beratung der Halterinnen und Halter“, betont Volk. „Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für robuste Studien, inklusive künftiger Blut-Biomarker und kognitiver Testbatterien. So stärken wir auch die translationale Brücke zur Humanmedizin.“
TiHo Hannover
Spezielles Ergänzungsfuttermittel kann Symptome von CAD lindern
Zehn bis fünfzehn Prozent aller Hunde in Deutschland leiden unter atopischer Dermatitis (CAD). Die Hauterkrankung verursacht bei den Vierbeinern teils starken Juckreiz (Pruritus), einhergehend mit Entzündungen und Haarausfall (Alopezie) durch vermehrtes Kratzen, Lecken oder Beißen. In den meisten Fällen sind Pollen oder Hausstaubmilben die Auslöser für die CAD.
Ein speziell entwickeltes Ergänzungsfuttermittel könnte die Hautgesundheit der betroffenen Hunden deutlich verbessern, wie eine aktuelle Studie von Forschenden der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) gezeigt hat. Die Wissenschaftler:innen verabreichten das von ihnen entwickelte aktive Lymphfutter oder ein hypoallergenes, hydrolysiertes Placebo-Ergänzungsfuttermittel an 38 Hunde mit CAD. Bei den Hunden, die das aktive Ergänzungsfutter erhalten haben, nahmen der Juckreiz und die Hautläsionen ab, die Tiere benötigten weniger Medikamente und zeigten bessere Blutwerte, insbesondere beim Eisenstatus. Insgesamt erreichten dreimal so viele Hunde der Lymphfutter-Gruppe einen definierten Behandlungserfolg als in der Placebogruppe.
„Chronische Entzündungen beeinflussen die Verfügbarkeit vieler Mikronährstoffe im Körper. Durch die Aufnahme über das lymphatische System können wir dieses Ungleichgewicht korrigieren und die Hautgesundheit deutlich verbessern“, erklärt Studienleiterin Franziska Roth-Walter (Department für Biologische Wissenschaften und Pathobiologie, Vetmeduni).
Vetmeduni Wien
4. VetSurvey-Umfrage der FVE
Zum 4. Mal nach 2015, 2018 und 2023 hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachverband für tierärztliche Organisationen aus Europa, ihre nächste Umfrage gestartet, um die aktuelle Lage des Tierarztberufs bewerten zu können.
Die 4. FVE VetSurvey beleuchtet sowohl Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden als auch Karrieretrends und zukünftige Herausforderungen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Erhebung zu einer aussagekräftigen Evidenzbasis für den Berufsstand entwickelt und konnte bislang wertvolle Erkenntnisse zu der Stimmungslage der Tierärzteschaft in Europa liefern. Das nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene, sodass Länder ihre Situation mit anderen vergleichen können und die FVE und ihre Mitglieder Maßnahmen für einen widerstandsfähigen, zukunftssicheren Berufsstand priorisieren können.
Für die nun vierte Umfrage bittet der Dachverband um die umfassende Unterstützung seitens der Tierärzteschaft, damit robuste und statistisch aussagekräftige Ergebnisse gewährleistet werden können. Die Beantwortung dauert lediglich10 bis 15 Minuten. Je mehr Tierärzt:innen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Daten sein, um mit politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und Interessengruppen in Kontakt zu treten.
Bitte helfen Sie mit, indem Sie die Umfrage so weit wie möglich verbreiten.
Zur Umfrage
Igel zum Tier des Jahres gewählt
Der Igel ist in der Schweiz zum Tier des Jahres 2026 ernannt worden. Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat den Wildsäuger gewählt, um mehr Aufmerksamkeit für die in Europa als „potenziell gefährdet“ eingestuften Tiere zu wecken und um für mehr Umwelt- und Igelschutz zu werben.
Der Bestand des westeuropäischen Igels (Erinaceus europaeus), der in Deutschland und der Schweiz sowie in den Benelux-Ländern, Skandinavien, Österreich und Großbritannien angesiedelt ist, ist im vergangenen Jahrzehnt nach Schätzungen je nach Land um 16 bis 33 Prozent zurückgegangen. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Neben dem schwindenden Nahrungsangebot, der intensiven Bearbeitung von landwirtschaftlichen Kulturen sowie dem Rückgang der Lebensräume machen dem Insektenfresser auch die Verdichtungen der Siedlungen und die zunehmende Zahl der Mähroboter zu schaffen. Deshalb ruft Pro Natura mit dem Tier des Jahres 2026 dazu auf, Gärten, Grünanlagen, Friedhöfe und Parks igelfreundlich zu gestalten und zu pflegen. Zudem fehle es dem auf Insekten spezialisierten Igel während des Jahres und vor allem im Winter an Futter, erklärt Pro Natura.
Da Igel auch immer häufiger in den Tierarztpraxen vorgestellt werden, können sich Tierärzt:innen mit dem Einsteigerkurs Igel auf Myvetlearn.de online fortbilden und damit auch einen Beitrag zur Arterhaltung leisten. In dem Kurs gehen die Referenten Dr. Florian Brandes, Karolin Schütte und Dana Ströse unter anderem auf die Besonderheiten des Wildsäugers ein, um ihm in Behandlung und Diagnostik gerecht werden zu können.
Pro Natura
Welt
Strukturwandel in der Schweinehaltung in NRW schreitet voran
In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist die Zahl der Schweine haltenden Betriebe in 2025 erneut zurück gegangen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes NRW hervor. Demnach ging die Zahl der Betriebe um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr zurück (-35,2 % in 10 Jahren).
Auch bei der Anzahl der gehaltenen Schweine kann über die vergangenen 19 Jahre ein deutlicher Rückung um 19,3 % beobachtet werden. Zum Stichtag am 3. November 2025 wurden in NRW rund 5,9 Millionen Schweine gehalten. Zwischen November 2024 und 2025 hat der Schweinebestand jedoch um 0,5 % zugenommen.
IT.NRW
Umfrage zu chronischen gastrointestinalen und Verhaltensproblemen beim Hund
Die drei Forscherinnen Dr. Kathrin Busch-Hahn, Dr. Constanze Pape und Mariella Boenigk von der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) beschäftigen sich in einer aktuellen Studie mit dem Zusammenhang zwischen anhaltenden Verdauungsproblemen und Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden.
In diesem Rahmen werden Hundbesitzer:innen gebeten, an einer kurzen Umfrage teilzunehmen. Mit ihrer Teilnahme können Halter:innen dabei helfen, wertvolle wissenschaftliche Daten und Erkenntnisse zu sammeln. In der etwa 10-20minütigen Umfrage werden neben Fragen zum Verhalten zunächst Fragen zur allgemeinen Gesundheit des Hundes gestellt. Dies sei notwendig, um ein umfassendes Bild der Teilnehmenden zu erhalten, wie Doktorandin und Projektkoordinatorin Boenigk erklärt. Die Teilnahme an der Umfrage ist unabhängig davon, ob Verhaltensprobleme und/oder chronische Enteropathien bestehen.
Die Doktorandin steht per Mail unter M.Boenigk@medizinische-kleintierklinik.de für Fragen zur Verfügung.
Zur Umfrage
Um Verhaltensprobleme geht es auch in der mehrteiligen Fortbildungsreihe Verhaltenstherapie auf Myvetlearn.de. Die Reihe besteht aus 6 Online-Kursen und 4 Präsenzfortbildungen. Alle Kurse sind auch einzeln buchbar. Die Kursreihe vermittelt in 120 Stunden den Wissensstoff, der in der BTK-
Musterweiterbildungsordnung „Tierverhaltenstherapie beim Kleintier/Pferd“ gefordert wird. Die
Zusatzbezeichnung (Tier-)Verhaltenstherapie ist inzwischen in allen Tierärztekammern eingeführt.
BTV-Ausbruch in Sachsen zieht weite Kreise
Erstmals seit 16 Jahren ist in Sachsen die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) nachgewiesen worden. In den vergangenen zwei Jahren hatte ausschließlich der Serotyp 3 für massive Ausbruchsgeschehen in Deutschland gesorgt. Von dem aktuellen BTV-8-Ausbruch betroffen ist ein Rinderbetrieb im Landkreis Meißen. Nach Informationen des sächsischen Sozialministeriums wurde um den Ausbruchsbestand eine weiträumige Handelsrestriktionszone mit einem Radius von 150 km festgelegt. Damit sind neben großen Gebieten in Sachsen auch das südliche Brandenburg sowie Teile von Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen betroffen.
In dieser Zone gelten bestimmte Beschränkungen zum Handel und Verkauf. Das Verbringen von empfänglichen Tieren (Rinder, Schafe und Ziegen) innerhalb Sachsens sei weiterhin ohne Einschränkungen möglich, so das Ministerium. Für Tiere, die in andere Länder verbracht bzw. exportiert werden sollen, gelten andere Regeln, die auf der Internetseite der Sächsischen Staatskanzlei aufgeführt sind. Tierhaltende sind aufgerufen, ihre Tiere unverändert gegen BTV-3 und darüber hinaus verstärkt auch gegen BTV-8 zu impfen.
Proplanta
WNV-Fallzahlen im Vergleich zu 2024 stark zurückgegangen
Das sehr intensive Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit dem West-Nil-Virus (WNV) in 2024 hat sich im laufenden Jahr nicht wiederholt. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilt, könnte die Ursache für den Rückgang der Fallzahlen in den für Mücken ungünstigen Wetterverhältnissen liegen. Die kalten und trockenen Monate im Frühling 2025 haben dazu geführt, dass es deutlich weniger Stechmücken als im Vorjahr gegeben hat. Zudem seien viele Pferdebesitzer:innen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) gefolgt und hätten ihre Tiere gegen WNV impfen lassen, so das FLI weiter. Nach Angaben des Nationalen Referenzlabors waren alle bisher in Deutschland an WNV verstorbenen Pferde nicht gegen das Virus geimpft.
Das Institut weist allerdings darauf hin, dass das WNV bereits in etlichen Regionen in Deutschland etabliert und in der Vogel- und Stechmückenpopulation endemisch zirkuliert. Weiterhin prognostiziert das FLI, dass die Fallzahlen unter günstigeren Wetterbedingungen als 2025 sprunghaft ansteigen könnten. Mit einem jährlichen Auftreten sei zu rechnen, ebenso mit einer sehr wahrscheinlichen weiteren Ausbreitung über die bislang betroffenen Gebiete hinaus.
FLI