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Kleine Wildtiere im Herbst unterstützen

Mit dem startenden Herbst verändert sich auch das Leben der heimischen Wildtiere. Die noch verbleibenden Tage bis zum Winterschlaf müssen Igel, Eichhörnchen und andere Wildtiere nutzen, um sich genügend Fettreserven anzufuttern, wie Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtierstiftung sagt. Zudem müssen Winterquartiere gefunden werden, damit die Tiere gut durch die kalte Jahreszeit kommen. 

Die Expertin appelliert daher an Gartenbesitzer:innen, Laub nicht aufzusammeln, da sich darunter viele Insekten, Schnecken, Raupen und Käfer für die wichtige Nahrungsaufnahme tummeln. Auch auf Streuobstwiesen und ungemähten Grünflächen können Igel Nahrung finden. Siebenschläfer, Gartenschläfer und Haselmaus brauchen Beeren, Nüsse und Samen, um sich genügend Fettreserven anzulegen.

Neben Totholz, Stein- und Laubhaufen bieten auch Mauerspalten und Komposthaufen Schutz für die Winterschläfer. Daher empfiehlt es sich, Reisig liegen zu lassen und dichte Brombeerhecke nicht zu beschneiden. Auch alte Baumstümpf sollten nicht entfernt werden, da diese Käfern und Spinnentieren Versteckmöglichkeiten bieten.

Vögel finden in Beerenpflanzen oder Samenständen von Wilder Möhre, Königskerze und Natternkopf noch genügend Nahrung. Hohle Pflanzenstängel werden über den Winter hinweg auch zu Wildbienenhotels.

Um Nester nicht zu zerstören, sollten Gartenbesitzer:innen bei ihren Arbeiten in den Herbstmonaten vorsichtig sein. Hundebesitzer:innen sollten ihre Vierbeiner unbedingt davon abhalten, unter Hecken oder an Baumwurzeln nach schlafenden Bilchen oder Igeln zu stöbern.

Tierärzt:innen und Tiermedizinische Fachangestellte können sich in verschiedenen E-Learningkursen über Wildtiere auf Myvetlearn.de online fortbilden.

Lippische Landeszeitung

Dermatophilose: Fälle bei Menschen häufen sich

Dermatophilus congolensis ist ein Bakterium, das bei Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden zu teils schmerzhaften Hautveränderungen führen kann. Da die Dermatophilose hauptsächlich in Ställen, auf Weiden und in Viehbetrieben auftritt, insbesondere wenn Regen und hohe Luftfeuchtigkeit die Haut der Tiere über längere Zeiträume hinweg feucht hält, wird die Erkrankung auch Regenfäule bzw. Rain Rot genannt.

Infizierte Rinder zeigen Symptome wie Krusten und verfilzte Haarbüschel, bei Schafen zeigt sich eine Infektion durch klumpige Veränderungen am Vlies. Bei Pferden betreffen die Hautveränderungen häufig den oberen Körperbereich; in schweren Fällen können auch die Beine in Mitleidenschaft gezogen werden, was zu Schmerzen und Lahmheit führt. In seltenen Fällen können auch Hunde und Katzen an der Dermatophilose erkranken, auch bei Wildtieren wurden Infektionen beobachtet.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat nun auf eine steigende Zahl an Infektionen bei Menschen hingewiesen. Betroffen sind mehr als 120 Personen in zehn europäischen Ländern, darunter auch Deutschland und einige Nachbarländer.

Expert:innen befürchten, dass das Bakterium einen neuen Weg gefunden hat und die Krankheit sich von Mensch zu Mensch verbreiten kann, denn mehrere Patient:innen hätten keinen Kontakt zu Tieren gehabt, wie die italienische Zeitung La Stampa schreibt. 

Der Erreger ruft nach einer Infektion beim Menschen Papeln, Pusteln, Krusten, Schuppenbildung und Juckreiz hervor. In der letzten Zeit wurden zudem Läsionen im Genital- und Leistenbereich sowie am Rumpf, an den Oberschenkeln und im Gesicht beobachtet. 

Eine Diagnose ist schwierig, gegebenenfalls ist eine mikrobiologische Untersuchung erforderlich. Die bislang beschriebenen Fälle verliefen meist mild und sprachen auf eine Antibiotikabehandlung an. Auch wenn das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering eingeschätzt wird, beobachten Expert:innen dieses ungewöhnliche epidemiologische Phänomen genau.

„Das Bakterium Dermatophilus congolensis ist ein Mikroorganismus, der vor allem in der Veterinärmedizin seit Langem bekannt ist, da er Rinder, Pferde, Schafe und andere Tiere befällt. Beim Menschen galten Infektionen hingegen stets als recht selten“, erklärt Fabrizio Pregliasco, Virologe und Leiter der Schule für Hygiene und Präventivmedizin an der Universität Mailand. 

Zunächst bleibt die Regenfäule eine Tierkrankheit. Bei engem Kontakt mit erkrankten Tieren sollten Tierhaltende die Hautveränderungen ernst nehmen und konsequent auf Hygiene und Hautschutz achten. Forschende wollen insbesondere klären, welche Übertragungswege bei den neuen Fällen eine Rolle spielen und warum sich das Infektionsgeschehen in Europa verändert. Die europäischen Behörden beobachten die humanen Dermatophilose-Fälle genau, um zu verstehen, wie ein Bakterium, das bis vor Kurzem fast ausschließlich im Veterinärbereich vorkam, neue Übertragungswege auf den Menschen gefunden hat. 

Topagrar

Agrarheute

Kampagne soll Tierhaltende zur Registrierung bewegen 

Die meisten Tierheime in Deutschland platzen aus allen Nähten, unter anderem weil zahlreiche Fundtiere ihren Haltenden nicht eindeutig zugeordnet werden können. Die aufgegriffenen Hunde und Katzen sind zwar häufig mit einem Mikrochip versehen, jedoch haben die Halter:innen ihre Vierbeiner nicht registrieren lassen. Eine eindeutige Zuordnung kann aber nur erfolgen, wenn die entsprechenden Kontaktdaten in einem Haustierregister hinterlegt sind.

„Viele Tierhalter gehen fälschlicherweise davon aus, dass der Mikrochip allein ausreicht oder sie wissen nicht, dass sie sich selbst um die Registrierung kümmern müssen“, sagt Kerstin Eck, Leiterin von FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes.

FINDEFIX hat daher eine Aufklärungskampagne gestartet, die Tierhaltende über die Folgen einer fehlenden Registrierung für Tiere und Tierheime sowie über den einfachen Weg zur Registrierung informiert. Wenn mehr Tierhaltende ihre Haustiere registrieren lassen, könnte das die Tierheime enorm entlasten, so Eck abschließend. 

Deutscher Tierschutzbund

WNV in Deutschland weiter rückläufig

Nach 2025 sind auch in diesem Jahr nur wenige Infektionen mit dem  West-Nil-Virus (WNV) registriert worden, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilt. Anders als in verschiedenen südeuropäischen Ländern habe es bis zum 3. September 2026 lediglich zwei Fälle bei Pferden und fünf Fälle bei Wild- und Zoovögel gegeben. Zudem wurde bei zwei Personen in Rheinland-Pfalz und Berlin West-Nil-Fieber-Infektionen nachgewiesen.  

Das Institut weist allerdings darauf hin, dass im Laufe der nächsten Monate mit weiteren Erkrankungsfällen zu rechnen sei. Weiterhin sollten Halter:innen von klinisch neurologisch erkrankten Pferden auch die Möglichkeit einer Infektion mit dem neu eingeschleppten europäischen Shamonda-Virus (SHAV) abklären lassen, wie das FLI betont. Aktuelle Untersuchungen weisen auf zwei unabhängige Eintragsereignisse nach Deutschland hin, die sich in manchen Bundesländern bereits überschneiden.

Derzeit arbeitet das FLI gemeinsam mit Landesuntersuchungsämtern, den Veterinärbehörden, den Privatlaboren und einzelnen Pferdekliniken intensiv daran, die Auswirkungen des neuen Virus und die Krankheitsentstehung beim Pferd besser zu verstehen.

FLI

Shamonda-Virus bei zwei Rinderbetrieben in Niedersachsen nachgewiesen

Von Südosten her breitet sich das im August 2026 neu in Deutschland entdeckte Shamonda-Virus (SHAV) weiter Richtung Nordwesten aus. Einen ersten Nachweis des Erregers aus der Gattung der Orthobunyaviren gab es nun auch in Niedersachsen. In zwei rinderhaltenden Betriebe im Landkreis Holzminden wurde jedoch eine andere Variante (SHAV-EU2) des bisher in Süddeutschland aufgetretenen Erregers (SHAV-EU1) nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) geht daher von zwei unabhängigen Ereignissen bei dem derzeitigen Seuchengeschehen aus.

Das Virus, das von Gnitzen auf Rinder und andere Wiederkäuer übertragen wird, verursacht bei erkrankten Tieren Fieber, Milchleistungsrückgang und Durchfall.

Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium ruft Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen zu Achtsamkeit in Bezug auf Symptome, die auf eine Infektion mit dem Shamonda-Virus hinweisen können, auf. 

Ministerium Niedersachsen

Antibiotikaverbrauch in der Schweiz erneut gesunken

Seit 2008 sinkt die Menge der in der Veterinärmedizin eingesetzten Antibiotika in der Schweiz. So auch im Jahr 2025, allerdings zeigen sich je nach Tierart unterschiedliche Entwicklungen.

Wie aus den Vertriebs- und Verschreibungsdaten 2025 hervorgeht, wurde bei Rinderns erstmals über alle Kategorien und Kennzahlen hinweg ein leichter Rückgang verzeichnet. Das Verbrauchsniveau liegt bei Rindern jedoch weiterhin deutlich höher als bei Schweinen und Geflügel. Die Behandlungszahlen bleiben insbesondere bei Milchvieh und in der Kälbermast hoch.

Bei Schweinen nahmen die Gesamtwirkstoffmenge und die Behandlungszahlen leicht zu. Gleichzeitig ging die Zahl der Behandlungen mit kritischen Wirkstoffen weiter zurück. Dies deutet auf einen vermehrten Ersatz durch Penicilline hin.

Beim Geflügel stiegen 2025 sowohl die Gesamtwirkstoffmenge als auch die Menge kritischer Antibiotika leicht an. Im mehrjährigen Trend geht der Einsatz kritischer Wirkstoffe jedoch zurück. Bei Hunden und Pferden blieben die Werte stabil bis leicht rückläufig. Bei Katzen nahm die Wirkstoffmenge zu, während weniger kritische Wirkstoffe eingesetzt wurden.

Die Ergebnisse zeigen Fortschritte beim sachgemässen Einsatz von Antibiotika. Weitere Verbesserungen sind vor allem bei Milchvieh und in der Kälbermast erforderlich. Bei Schweinen und Geflügel gilt es, das erreichte Niveau zu halten, da der Einsatz von Antibiotika grundsätzlich die Entstehung von Resistenzen begünstigt.

BVL Schweiz

Wild- und Honigbienen stecken sich leichter gegenseitig an 

Pestizide, Krankheiten, Lebensraumverlust und letztendlich der Klimawandel setzen Bienen auf der ganzen Welt zu. Dabei sind Wildbienenarten stärker gefährdet als Honigbienen. 

Eine unterschiedliche Spezialisierung auf Pflanzen sorgt in der Regel auf natürliche Weise dafür, dass sich die verschiedenen Bienenarten nicht gegenseitig mit gefährlichen Erregern anstecken. Das ändert sich jedoch nach und nach angesichts steigender Temperaturen und daraus resultierenden Gletscherschmelzen. Das hat zur Folge, dass sich ganz neue Pflanzenwelten bilden und alte „Regeln“ außer Kraft gesetzt werden. 

In welchem Ausmaß sich Wild- und Honigbienen nun bei gemeinsam genutzten Nahrungsquellen mit Krankheitserregern anstecken, haben Forschende der Universitäten Lausanne und Mailand sowie der italienischen Forschungseinrichtung Crea am Mont-Miné-Gletscher im Val d’Hérens VS in der Nähe von Evolène analysiert. Dabei lag der Fokus der Wissenschaftler:innen auf drei Viren und zwei Parasiten.

Die in der neuen Pflanzenwelt gemeinsam von den Bienen genutzten Blüten fungieren als Infektionsherde. Eine kranke Biene kann dort infektiöse Partikel hinterlassen, die von der nächsten Blütenbesucherin aufgenommen werden. In ihrer Studie konnten die Forschenden belegen, dass in den erst kürzlich eisfrei gewordenen Zonen alle fünf untersuchten Erreger bei Honigbienen identifiziert werden konnten, während bei Wildbienen nur zwei Pathogene auftraten. In älteren eisfreien Zonen jedoch stieg die Präsenz des Flügeldeformationsvirus – ein typischer Erreger der Honigbiene – bei den Wildbienen deutlich an. Den Grund dafür sehen die Wissenschaftler:innen in der bereits stark gewandelten Vegetation.

Die Studie hat deutlich gemacht, dass die Gletscherschmelze neben dem Verlust von Eis und Wasserressourcen auch das gesamte nachfolgende Ökosystem und das komplexe Zusammenspiel der Organismen verändern kann. „Das Verständnis dieser Prozesse ist entscheidend, um wirksame Strategien für den Schutz der Bestäuber und der von ihnen erbrachten Ökosystemleistungen zu entwickeln“, erklärt Mitautor Gianalberto Losapio von der Universität Mailand.

Auch die Universität Ulm beschäftigt sich mit der Gesundheit von Wildbienen. Dafür haben Forschende bereits vor 5 Jahren im Rahmen eines Verbundprojekts die App „Wildbienen Id BienABest“ entwickelt. Seit kurzem existiert ebenfalls eine Web-basierte Version. Das Tool kann inzwischen 300 Wildbienenarten in Deutschland bestimmen. Die App ist so konzipiert, dass sie interessierte Laien für die Vielfalt der in Deutschland vorkommenden Wildbienen begeistert, aber auch für Wildbienen-Expert:innen eine wertvolle Bestimmungshilfe ist. Die Smartphone-App, wie auch die neue PC-Version, zeichnet sich durch eine einfache Handhabung und den verständlichen Aufbau aus.

Voraussichtlich zum Ende des Jahres können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de wieder zum Thema Bienenerkrankungen fortbilden.

Schweizerbauer

Universität Lausanne

Forschungsprojekt untersucht mikrobielle Vielfalt im Tränkesystem

Die ersten Wochen sind in der Ferkelzucht eine große Herausforderung. Gerade kurz nach der Umstellung auf feste Nahrung leiden die Ferkel häufig unter parasitären und bakteriellen Durchfallerkrankungen. In der Anpassungsphase des Magen-Darm-Systems sind daher eine bedarfsgerechte Fütterung sowie eine hohe Qualität des Tränkewassers elementar. 

Im einem Forschungsprojekt untersucht ein Team des Diagnostik- und Forschungsinstituts für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Med Uni Graz, der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit klassischen mikrobiologischen Methoden sowie modernen metagenomischen Verfahren, welche Rolle die natürliche mikrobielle Vielfalt im Tränkesystem spielt. Das Projekt „MikroWaSta“ soll Wissenslücken schließen, die die Rolle von Biofilmen in landwirtschaftlichen Tränkesystemen und deren Einfluss auf die Verbreitung gesundheitsrelevanter Mikroorganismen angehen.

Die Untersuchungen sollen zudem die Entwicklung von Mikroorganismen in Wasserleitungen aufzeigen und neue Erkenntnisse für gezielte Hygienemaßnahmen und eine nachhaltige Reduktion des Antibiotikaeinsatzes bringen.  „Wir wollen besser verstehen, welche mikrobiellen Prozesse in Tränkesystemen ablaufen und ob bestimmte Strukturen wie Biofilme eine Rolle bei der Verbreitung von Durchfallerregern spielen können. Nur wenn wir diese Zusammenhänge kennen, lassen sich gezielte Hygienemaßnahmen entwickeln“, erklärt Doris Haas vom Diagnostik- und Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Med Uni Graz. 

Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, ob sich bestimmte Bakterienstämme in unterschiedlichen Proben wiederfinden. Dadurch können mögliche Zusammenhänge zwischen Wasserleitungen, Tierumgebung und Tiergesundheit besser verstanden werden. Die Ergebnisse des Projekts sollen zeigen, welche Bedeutung Biofilme als mögliche Reservoirs für Mikroorganismen in landwirtschaftlichen Wassersystemen haben und wie sich mikrobielle Gemeinschaften über die Zeit verändern. Daraus können langfristig neue, zielgerichtete Hygienekonzepte und Managementmaßnahmen entstehen.

Vetmeduni Wien

ArtificialVet unterstützt Amtstierärzt:innen bei der Fleischuntersuchung

Seit Ende 2025 läuft am Standort Oer-Erkenschwick des Unternehmens Westfleisch das von Künstlicher Intelligenz (KI) unterstützte Projekt ArtificialVet. Das innovative System soll Tierärzt:innen  durch digitale Vorbefunde bei der amtlichen Fleischuntersuchung unterstützen. 

Im Zentrum des Pilotprojektes stehen sechs Hochleistungskameras, die den geschlossenen Schweineschlachtkörper erfassen. Eine KI analysiert auf Basis von tausenden Beispielbildern die Aufnahmen und erkennt unter anderem Veränderungen an Ohren und Schwanz sowie Umfangsvermehrungen. Abschließende Befundentscheidungen ergehen jedoch immer durch die amtlichen Tierärzt:innen.

„Unser Ziel ist es, mit dem Einsatz von KI, einen zusätzlichen Baustein für die amtliche Fleischuntersuchung zu entwickeln. Die enge Zusammenarbeit mit Behörden und Wissenschaft ist dafür eine wesentliche Voraussetzung“, sagt Dr. Anne Hiller, Leiterin Konzernqualitätsmanagement bei Westfleisch.

Das bundesweit einmalige Projekt ist eine gemeinsame Entwicklung von Westfleisch, der CIMT AG, einem international tätigen IT Consulting-Spezialisten für digitale Transformationsprojekte mit Hauptsitz in Hamburg, und dem Veterinäramt des Kreises Recklinghausen. 

Mit dem Pilotbetrieb in Oer-Erkenschwick sammelt Westfleisch gemeinsam mit Wirtschaft, Behörden und Wissenschaft wichtige Erkenntnisse für die Bewertung der Chancen und Grenzen KI-gestützter Verfahren in der Fleischuntersuchung für die gesamte Branche. Diese Erfahrungen sollen die weitere Entwicklung und Einordnung der Technologie unterstützen.

Westfleisch

Shamonda-Virus für neurologische Störungen bei Pferden verantwortlich?

Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) der Schweiz hat am 31. Juli 2026 erstmals das europäische Shamonda-Virus (SHAV) in Proben von Rindern nachgewiesen. Die Tiere hatten zuvor Fieber, Durchfall und Milchrückgang gezeigt. Seitdem wurde das Virus auch in abortierten Rinderfoeten und im Hirnmaterial von Pferden mit zentralnervösen Störungen nachgewiesen. Anschließend konnten auch Antikörper, welche im Schmallenberg-Antikörper-Test kreuzreagieren, in mehreren Pferden und zwei Alpakas nachgewiesen werden.

Der Nachweis der Antikörper weist auf eine vorausgegangene Exposition gegenüber dem Virus hin, erlaubt jedoch keinen Rückschluss auf einen kausalen Zusammenhang zwischen einer möglichen Shamondavirus-Infektion und den beobachteten neurologischen Symptomen.

Aus der Literatur geht hervor, dass Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe, zu der das Shamondavirus ebenso wie das Schmallenberg-Virus gehören, zwar vor allem Wiederkäuer, aber selten auch Pferde infizieren können. Der Virusnachweis wurde aber in Europa bei Pferden noch nie erbracht.

Seit einigen Wochen werden in der Schweiz vermehrt Fälle von ungeklärten zentralnervösen Erkrankungen bei Pferden in verschiedenen Regionen der Schweiz gemeldet; ein Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und dem Orthobunyavirus gilt als sehr wahrscheinlich.

Virus auch bei erkranktem Pferd in Baden-Württemberg nachgewiesen

Auch in Deutschland werden unterdessen auffällige Fälle bei Pferden untersucht. Dr. med. vet. Bianca C. Schwarz, DipECEIM, European Veterinary Specialist in Equine Internal Medicine, berichtet gegenüber dem Bayerischen Wochenblatt von Beobachtungen im Saarland und in der Rheinebene. 

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat inzwischen eine Infektion bei einem Pferd mit zentralnervösen Störungen aus Rheinland-Pfalz sowie einem Alpaka aus Hessen bestätigt. In Proben von Schafen und Ziegen aus Baden-Württemberg, die dem FLI freundlicherweise zu Monitoringzwecken zur Verfügung gestellt wurden, ist ebenfalls SHAV nachgewiesen worden. Die Ausbreitung bei empfänglichen Tieren in Deutschland hält an, wobei eine exakte und einheitliche Erfassung der Fälle in Deutschland aufgrund fehlender Meldepflichten bisher nicht erfolgt. Daher kann das FLI nicht wie sonst bei meldepflichtigen Tierseuchen üblich Verbreitungskarten auf Basis der von den Landesveterinärbehörden ins Tierseuchennachrichtensystem eingetragenen bestätigten Fälle erstellen.

Betroffene Pferde sind häufig teilnahmslos und matt. Im weiteren Verlauf können Schläfrigkeit und Koordinationsprobleme auftreten, die mit einem unsicheren oder schwankenden Gang einhergehen. Auch Muskelzuckungen und eine ungewöhnlich starke Reaktion auf Berührungen oder andere Reize können auftreten. Eine schiefe Kopfhaltung, unwillkürliche Augenbewegungen oder Schielen können ebenfalls auf Gleichgewichtsstörungen hinweisen.

Die Prognose ist sehr unterschiedlich. Es scheint leichte Fälle zu geben, so dass sich die Pferde wieder erholen, aber auch so schwere, dass die Pferde von ihrem Leiden erlöst werden müssen. Grundsätzlich ist aktuell nur eine symptomatische Behandlung möglich.

Der Virusnachweis gelang bislang nur im Hirnmaterial, während Blut und Liquor negativ blieben, wodurch es aktuell keine Möglichkeit der Diagnostik für lebende Pferde gibt. Es werde aber mit Hochdruck daran gearbeitet, heißt es aus dem IVI.

Es wird vermutet, dass das Virus durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen wird, weshalb einem konsequenten Insektenschutz eine große Bedeutung zukommt.

IVI

BfR: Antibiotikaverbrauchsmengen in 2025 leicht rückläufig – Resistenzentwicklung unerfreulich

Die Antibiotikaverbrauchsmengen bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten sind für das Jahr 2025 um 3% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Insgesamt wurde im Jahr 2025 in allen Nutzungsarten ein Antibiotikaverbrauch von etwa 494 Tonnen erfasst. Das geht aus dem Jahresbericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor.

Die bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten erfassten Verbrauchsmengen von für die Humanmedizin besonders wichtigen Wirkstoffen konnte seit Bestehen des Antibiotika-Minimierungskonzeptes deutlich von über 66 Tonnen im Jahr 2014 nur bei Masttieren auf 29 Tonnen im Jahr 2025 bei allen Nutztieren reduziert werden. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Reduktion des Antibiotikums Colistin zurückzuführen. 

Auch die Therapiehäufigkeiten war bei zugekauften Kälbern, Milchkühen sowie Lege- und Junghennen rückläufig; besonders stark bei Legehennen (−55 %) und Milchkühen (−7 %). Bei Mastferkeln und ‑schweinen, Masthühnern sowie Mastputen stieg die Therapiehäufigkeiten dagegen zumeist an.

„Seit der Einführung des Antibiotika-Minimierungskonzepts ist der Einsatz von für die Humanmedizin wichtigen Wirkstoffen deutlich reduziert worden”, sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. „Zudem sind in vielen neu in das System aufgenommenen Nutzungsarten bereits leichte Rückgänge des Antibiotika-Einsatzes zu verzeichnen. Bei den Masttieren sollte allerdings eine weitere Reduktion angestrebt werden.“ 

Dagegen ist die Resistenzentwicklung bei E. coli von Mastschweinen sowie Mastkälbern und Jungrindern weniger positiv als noch vor zwei Jahren. Kurzfristig, im Vergleich von 2025 zu 2023, stiegen die Resistenzraten bei E. coli von Mastschweinen bei der Schlachtung gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim signifikant an. Die langfristigen Trends für den Zeitraum von 2015 bis 2025 zeigen bei Mastschweinen lediglich gegenüber einer einzigen Substanz eine statistisch signifikante Abnahme der Resistenz, nämlich gegenüber Tetracyclin. Gleichzeitig gab es eine statistisch signifikante Zunahme der Resistenz gegenüber dem Makrolid Azithromycin. 

Auch bei Mastkälbern und Jungrindern wurde eine kurzfristige signifikante Zunahme der Resistenzraten gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim festgestellt. Langfristig stehen zwei statistisch signifikanten Rückgängen von Resistenzraten (gegen Nalidixinsäure und Azithromycin) sogar drei Zunahmen gegenüber (gegen Ampicillin, Chloramphenicol und Tetracyclin). Angesichts des ansteigenden Antibiotika-Einsatzes bei Masthühnern und ‑puten ist auch in diesen Nutzungsarten mit weiteren Zunahmen der Resistenzen von E. coli zu rechnen.

Weitere Informationen zum Thema Antibiotikaeinsatz bei Lebensmittel liefernden Tieren finden sich auf der BfR-Website. Online-Fortbildungen zur Antibiotikaminimierung im Stall finden Landwirt:innen und Tierärzt:innen auf VetMAB.de

BfR

Tierschutzbeirat Niedersachsen feiert 35-jähriges Jubiläum

Seit 35 Jahren steht der Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen der Landesregierung beratend zur Seite. Während seiner langjährigen Tätigkeit hat der Beirat den Tierschutz in dem Bundesland maßgeblich verbessert, unter anderem bei der Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere oder bei grundsätzlichen Fragen im Tierschutzrecht. Viele Empfehlungen und Positionen des Gremiums sind dabei über die Jahre zu wichtigen Impulsen für die tierschutzpolitische Arbeit in Niedersachsen geworden.

„35 Jahre Tierschutzbeirat stehen für 35 Jahre fachliche Kompetenz, ehrenamtliches Engagement und den gemeinsamen Einsatz für das Wohl der Tiere. Der Beirat ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Praxis, unterschiedlichsten Verbänden, Wissenschaft und Politik. Heute sind Dialogformate ein beliebtes Instrument der niedersächsischen Landesregierung, aber vor 35 Jahren war es etwas Besonderes, ein solches Gremium einzurichten. Seine Arbeit zeigt: Guter Tierschutz braucht den Dialog, aber auch den Mut, Veränderungen anzustoßen. Dafür danke ich allen Mitgliedern, die sich über viele Jahre mit großer Sachkenntnis und Leidenschaft eingebracht haben“, betonte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten.

„Jahrzehnte-andauernden Tätigkeit des Tierschutzbeirats werden gleichzeitig auch konstruktive Auseinandersetzungen darüber geführt, wie wir das Leben von Tieren besser schützen und verbessern können. Besonders wertvoll ist, dass im Beirat unterschiedliche Sichtweisen zusammenkommen. Tierschutz lebt vom fachlichen Austausch und davon, dass auch schwierige Fragen offen diskutiert werden“, erklärt die Landestierschutzbeauftragte Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting. 

Am 3. und 4. September 2026 findet die traditionelle Hybrid-Tagung Aktuelle Probleme des Tierschutzes statt. Eine Anmeldung für das zweitägige Online-Seminar auf Myvetlearn.de ist auch jetzt noch möglich.

Ministerium Niedersachsen

Wurmbefall hat keinen Einfluss auf Impfschutz bei Hühnern

Ein Befall mit Spulwürmern kann das Immunsystem von Hühnern beeinflussen – doch beeinträchtigt er auch den Impfschutz? Eine bereits 2021 veröffentlichte Untersuchung des damaligen Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) und weiterer Forschungseinrichtungen liefert für die Infektiöse Bronchitis (IB) zunächst beruhigende Ergebnisse. Hennen der Linien Lohmann Brown Plus und Lohmann Dual waren nach einem üblichen Impfprogramm unter anderem gegen IB, Newcastle-Krankheit und aviäres Metapneumovirus immunisiert worden. Erst im Alter von 24 Wochen wurden sie experimentell mit Ascaridia galli und Heterakis gallinarum infiziert. In den folgenden 18 Wochen zeigte sich keine Abschwächung der Antikörperantwort gegen IB oder die anderen untersuchten Impfungen. Ein nach der Impfung auftretender Wurmbefall scheint demnach eine bereits aufgebaute humorale Immunantwort nicht wesentlich zu beeinträchtigen.

Offen bleibt jedoch, wie sich ein bereits bestehender Wurmbefall auf eine nachfolgende Impfung auswirkt. Dieser Frage geht derzeit auch die Freie Universität Berlin in einem Dissertationsprojekt unter Leitung von Prof. Isabelle Ruhnke nach.

DGS Magazin

ASP in mehreren Hausschweinebeständen in Ungarn

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Ungarn in mehreren Hausschweinebeständen im Süden des Landes nachgewiesen worden. Die Behörden haben umgehend Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehört die Keulung der Tiere sowie die Sperrung der Betriebe und das Einrichten von Sperr- und Überwachungszonen.

Erstmals war die ASP im Juni 2026 in Ungarn bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Nun meldete die Nationale Behörde für Lebensmittelsicherheit (Nébih) den Ausbruch der Tierseuche in drei weiteren Hausschweinebeständen im Komitat Baranya in unmittelbarer Nähe zur ungarisch-kroatischen Grenze. Demnach sind insgesamt rund 80 Schweine betroffen. Die Tiere zeigten klinische Symptome wie Fieber, Schwäche und Durchfall, zudem häuften sich die Verluste.

Die Behörden appellieren eindringlich an alle Schweinehalter in der Region, die Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten, um eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern.

Bei Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen entsprechende Online-Fortbildungen zum Thema Biosicherheit und auch einen Grundkurs für Tierärzte zur Erlangung des besonderen Fachwissens gemäß § 7 (2) SchHaltHygV sowie viele weitere Online-Fortbildungen für Groß- und Kleintierpraktiker. Am 14.9.2026 wird ein kostenfreies Seminar zur neuen Tierseuchenmeldeverordnung angeboten.

ISN

Erster Tollwutnachweis bei Fledermaus seit 2010

Erstmals seit 16 Jahren ist bei einer Fledermaus in Rheinland-Pfalz die Tollwut nachgewiesen worden. Wie das Landesuntersuchungsamt mitteilt, gibt es aber lediglich ein sehr geringes Infektionsrisiko, da in der Regel kein Kontakt zu den scheuen und nachtaktiven Fledermäusen besteht. Nur bei einem direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, wie etwa durch Kratz- oder Bissverletzungen, sei eine Ansteckung möglich.

Wer Fledermäuse nicht anfasst und gebotenen Abstand hält, habe praktisch kein Ansteckungsrisiko, so das Landesuntersuchungsamt. Grundsätzlich sei der aktuelle Tollwut-Nachweis nicht außergewöhnlich, da eine Infektion immer wieder in Deutschland beobachtet werde.

So wird empfohlen, geschwächte, verletzte, scheinbar tote oder sich auffällig verhaltende Fledermäuse niemals ungeschützt angefasst und aufgenommen werden sollten. Da das Risko einer Einschleppung durch illegale Tiertransporte bestehe, sollten Halter:innen ihre Hunde und Katzen gegen Tollwut impfen lassen. Eine Infektion mit dem Virus endet immer letal.

Proplanta

Umfrage zur tiermedizinischen Ausbildung mit Schwerpunkt One Health  

Mit einer globalen Online-Umfrage zu One Health und Planetary Health möchte die Weltvereinigung für Veterinärmedizin (World Veterinary Association, WVA) herausfinden, wie weltweit die Konzepte in Studium und Ausbildung der Gesundheitsberufe verankert sind und wie die notwendigen Kompetenzen vermittelt werden. Denn noch fehlen messbare Belege dafür, wie effektiv diese in die Aus- und Weiterbildung verschiedener Disziplinen und Länder integriert werden. Ziel dieser Umfrage ist ein besseres Verständnis, wie One Health und Planetary Health gelehrt, verstanden und in der Praxis angewendet werden.

Studierende und Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens sind eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen. Die Ergebnisse der Studie tragen dazu bei, evidenzbasierte Empfehlungen zu entwickeln, die mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen übereinstimmen. Ziel ist es, die interdisziplinäre Ausbildung zu stärken, die Qualifizierung der Fachkräfte im Gesundheitswesen zu verbessern, die Widerstandsfähigkeit von Klima und Ökosystemen zu fördern und die globale Gesundheitssicherheit weltweit zu verbessern. Jede Antwort hilft dabei, die erste globale Basiserhebung zur Integration von „One Health“ und „Planetary Health“ in den Gesundheitsberufen zu erstellen.

Die Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 10 Minuten. Machen Sie mit und unterstützen Sie so die Weiterentwicklung der Ausbildung und des Studiums im Sinne des One Health-Gedankens!

Hier geht es zur Umfrage

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Warnsignale für Schmerzen bei Kühen erkennen

Ob Kühe Schmerzen haben, ist für Tierhalter:innen nicht leicht erkennbar. Die Tiere verändern meist trotz Beschwerden ihr Fressverhalten nicht oder machen sich durch Lautäußerungen bemerkbar. Rinerhalter:innen können jedoch anhand von Veränderungen an Beinen, Rücken, Gesicht oder im Verhalten erkennen, dass eine Kuh Beschwerden hat. Bei solchen Anzeichen sollten die Tiere genauer beobachtet werden, ein gesundheitliches Problem könnte bestehen, insbesondere wenn mehrere Auffälligkeiten zusammenkommen.

Belastet etwa eine Kuh ihre Gliedmaßen ungleichmäßig, könnte eine Lahmheit vorliegen. Dies zeigt sich dann in der Bewegung. Probleme an den Klauen äußern sich häufig in dem Versuch, die schmerzenden Bereiche zu entlasten. Ein gewölbter Rücken kann auf Schmerzen im Bauch- oder Beckenbereich bzw. an den Klauen oder Gliedmaßen hinweisen. Ein Hinweis auf starke Schmerzen ist ein hörbares Zähneknirschen. Ein solches Verhalten sollte deshalb zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.

Kühe mit Schmerzen zeigen teilweise auch ein „Schmerzgesicht“. Die Augen können verengt oder eingesunken wirken, am Oberlid kann es zu Falten kommen. Hängende oder nach hinten gerichtete Ohren sowie eine Anspannung rund um Maul und Nüstern kann ebenfalls ein Zeichen für Schmerzen sein.

Weitere durch Schmerzen getriggerte Verhaltensauffälligkeiten sind eine Kopftiefhaltung, Unaufmerksamkeit, Apathie und ein leerer Blick. Manche Tiere ziehen sich außerdem von der Herde zurück. Auch ein verändertes Fress- und Trinkverhalten sowie ein gedämpftes Brunstverhalten kann ein Hinweis sein.

Agrarheute

Trennungsbedingte Verhaltensauffälligkeiten bei Katzen

Katzen können Verhaltensstörungen entwickeln, wenn sie zu lange allein gelassen werden. Das zeigen neuere Studien, wie auch die Auswertung einer Fragenbogenstudie mit 130 Katzenbesitzer:innen im brasilianischen Juiz de Fora deutlich. Demnach leiden besonders Wohnungskatzen unter Einsamkeit, wenn sie regelmäßig längere Zeit allein zu Hause sind. Die Untersuchungen ergaben, dass mehr als jede zehnte Katze Auffälligkeiten zeigt, die auf Einsamkeit oder Trennungsangst zurückzuführen sein können. Zu den Verhaltensweisen gehören Aggressivität gegenüber Menschen und anderen Tieren im Haushalt, Unsauberkeit und Zerstörungswut. Besonders häufig treten diese Probleme auf, wenn Katzen zwischen fünf und sieben Tagen pro Woche jeweils mehr als sechs Stunden allein gelassen werden.

Brasilianische Forschenden konnten mit Hilfe eines Fragebogens die Verhaltensweisen und den psychischen Zustand im Zusammenhang mit Trennungsangst bei Katzen identifizieren. Obwohl der Fragebogen eine detaillierte Untersuchung jedes einzelnen Falls nicht ersetzen kann, könnte dieser als Ausgangspunkt für zukünftige Forschung zu Trennungsangst bei Katzen dienen und ein praktisches sowie effizientes Instrument darstellen, das Etholog:innen und Tierärzt:innen hilft, eine sicherere Erstdiagnose von Trennungsangst zu stellen.

Tierärzt:innen können sich mit den Online-Kursen Verhaltenstherapie auf Myvetlearn.de zu diesem Thema weiterbilden. Der Einstieg ist jederzeit möglich!
Das 10-teilige Modulreihe ist in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie und der DVG-Fachgruppe Verhaltensmedizin und Bissprävention entstanden.

Stern

Neue Impfung gegen Mastitis Erreger

Mastitis gehört zu den Gesundheitsproblemen in Milchviehbetrieben, die am häufigsten auftreten. E. coli und coliforme Keime sind Umwelterreger, deren Bedeutung in Deutschland stetig zunimmt und die häufig zu schweren, akut verlaufenden Euterentzündungen führen, mit teilweise tödlichem Ausgang. Zudem verursacht eine Infektion hohe Kosten durch sinkende Milchleistung und tierärztliche Behandlungen sowie den potenziellen Verlust von Tieren. Weiterhin bedeuten Euterentzündungen einen erhöhten Arbeitsaufwand und ein beeinträchtigtes Tierwohl.

Das Unternehmen Boehringer Ingelheim Vetmedica hat nun die Zulassung für einen Impfstoff erhalten, der ein bestehendes Mastitis-Management ergänzt und dazu beitragen kann, Häufigkeit und Schwere von Mastitiden bei Kühen und Färsen durch E. coli und Staphylococcus aureus zu reduzieren.

Der neue inaktivierte Impfstoff erhöht die spezifischen Antikörperspiegel und konnte unter Feldbedingungen die somatische Zellzahl (SCC) bei geimpften Kühen senken. Durch die gezielte Stärkung der Immunabwehr in der Hochrisikophase der Laktation unterstützt der Impfstoff eine bessere Eutergesundheit, reduziert den Antibiotikaeinsatz und fördert Tierwohl sowie Leistungsstabilität.

Das Unternehmen weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass eine Impfung in ein strategisches Mastitis-Kontrollprogramm integriert werden muss. Die Impfung stärkt die Kuh in ihrer Abwehr gegen die genannten Mastitiserreger. Allerdings muss der Erreger, um die Immunantwort in Gang zu setzen, erst in das Euter eindringen – die Infektion kann also, wie bei vielen anderen Impfungen auch, nicht verhindert werden. Die meisten klinischen Mastitisfälle treten am Anfang der Laktation bis in die Hochlaktation hinein auf. Um diese Zeitspanne bestmöglich abzusichern, hat sich die gut planbare Impfung der Trockensteher etabliert. Die rechtzeitige Impfung in der Trockenstehzeit stellt sicher, dass zum Laktationsstart schützende Antikörper gebildet worden sind.

Boehringer Ingelheim Vetmedica

Kostenfreies Kennenlern-Treffen bei Support4vetmed.de

Am kommenden Montag (10.08.2026) um 12.30 Uhr findet erneut ein Kennenlerntreffen für internationale Tierärzt:innen auf Support4vetmed.de (s4vm) statt.

Bei dem Online-Meeting stellen sich das Unternehmen Purina PetCare Deutschland und der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) als potentielle Arbeitgeber vor. Außerdem wird das Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ) über die verschiedenen Möglichkeiten als „Nicht-EU-Tierarzt/Tierärztin“ in Deutschland zu arbeiten referieren. Die Teilnehmenden erfahren bei dem Treffen, welche Voraussetzungen Tierärzt:innen aus dem Ausland erfüllen müssen, um auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, und wie sie am besten ans Ziel gelangen. Neben den Voraussetzungen wird auch auf die unterschiedlichen Visa eingegangen. Weiterhin gibt es Informationen über die Nutzung der Lernplattform Support4vetmed.de, die internationalen Tierärzt:innen bei der Anerkennung der Approbation helfen soll.

Um an dem Treffen teilnehmen zu können, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Die Teilnahme an dem Zoom-Meeting ist kostenfrei.

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EIA bei Pferd in Niedersachsen 

Die Equine Infektiöse Anämie (EIA) oder auch ansteckende Blutarmut der Einhufer (ABE) genannt, ist eine weltweit vorkommende Viruserkrankung, die vor allem in Asien, Osteuropa und Südamerika vorkommt. In Deutschland tritt sie eher selten auf. Am vergangenen Donnerstag (30.07.2026) ist die EIA jedoch bei einem Pferd im niedersächsischen Landkreis Northeim nachgewiesen worden. Wie der Landkreis mitteilt, sei das betroffene Tier eingeschläfert und ein entsprechender Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet worden. Pferde, Esel, Maultiere und Maulesel müssen dort nun im Stall bleiben. Zudem werden empfängliche Tiere im Umkreis von einem Kilometer untersucht.

EIA ist eine unverzüglich meldepflichtige Tierseuche nach der Tierseuchenmeldeverordnung und gemäß der Einteilung des neuen Tiergesundheitsrechts der EU eine Seuche der Kategorie D+E. Impfungen und Heilversuche seuchenkranker oder -verdächtiger Einhufer sind gesetzlich verboten. Nachweislich infizierte Tiere müssen getötet werden, da sie lebenslange Virusträger sind, wodurch sich immer weitere Einhufer anstecken können.

In erster Linie übertragen blutsaugende Insekten das Virus, in Einzelfällen finden Infektionen über gemeinsam genutztes Pflegezubehör statt. Hierzulande wurden vereinzelte Ausbrüche der EIA gemeldet, zuletzt trat die Ansteckende Blutarmut in Thüringen auf.

Halter:innen sind nun aufgerufen, unverzüglich dem Landkreis Anzahl ihrer gehaltenen Einhufer sowie deren Standort mitzuteilen. Gleiches gilt für die Zahl erkrankter oder verendeter Tiere. Dies ist per Mail an veterinaeramt@landkreis-northeim.de möglich.

Tierseucheninfo Niedersachsen

NDR

Bpt bietet Fortbildung für Ausbildungspraxen an

Unter dem Titel „Rechtliche Voraussetzungen für Praktika oder professionelle Begleitung von Studierenden während des Praktikums“ bietet der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) für seine Mitglieder eine Fortbildung an. Diese Online-Fortbildung besteht aus der Aufzeichnung einer Präsenz-Veranstaltung im Rahmen der bpt-INTENSIV Kleintierfortbildung in Bielefeld am 01. März 2024 und enthält zudem einen Vortrag zu Voraussetzungen für Ausbildungspraxen aus dem Jahr 2026, der den Vorgaben der EAEVE entspricht.

bpt-Mitglieder können diese Fortbildung, die noch bis Ende 2026 buchbar ist, für ihre Registrierung als bpt-Ausbildungspraxis nutzen. Es werden jedoch auch andere Fortbildungen mit adäquaten Inhalten nach Vorlage eines Zertifikats akzeptiert.

bpt

App vermittelt umfassendes Wissen zu Wildtieren  

Viele junge Wildtiere landen als vermeintliche Notfälle in Tierkliniken und -praxen. Doch in den meisten Fällen sind die Jungtiere gar nicht hilfsbedürftig, erklärt Prof. Dr. Michael Pees von der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Sie wären besser in ihrer natürlichen Umgebung aufgehoben gewesen.

Damit hilfsbereite Menschen besser erkennen, welche Tiere wirklich tierärztliche Hilfe benötigen, hat ein Team der TiHo die App „Wildtier SOS“ entwickelt. Die KI-gestützte App bietet Finder:innen eine schnelle und fundierte Entscheidungshilfe. Mit Hilfe von Beispiel-Bildern und -Videos sowie einer hilfreichen SOS-Funktion, lassen sich unnötige Eingriffe in die Natur vermeiden.

„Jetzt geht das ganz praktisch mit der neuen KI-Integration. Per Foto kann die App in kürzester Zeit die Tierart erkennen, was Laien besonders bei Jungtieren schwer fallen kann“, so der Klinikleiter. Zudem finden die User:innen wichtige Hinweise zu gesetzlichen Vorgaben, Zoonosen und dem Schutzstatus des Tieres.

„Die App Wildtier SOS ist ein digitaler Meilenstein für den Tier- und Artenschutz in Deutschland“, fasst Professor Dr. Michael Pees zusammen. „Sie vermittelt wertvolles Wissen über die Wildtiere in unserer Umgebung, erkennt, ob ein Tier Hilfe benötigt, leitet Finderinnen und Finder bei der Erstversorgung an und unterstützt dabei, die richtigen Anlaufstellen in der Nähe zu finden.“ 

Um besser auf Wildtierpatienten vorbereitet zu sein, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de mit einer vierteiligen Wildtierreihe online fortbilden. Für Tiermedizinische Fachangestellte steht eine separate Reihe zur Verfügung.

TiHo

EFSA legt Überwachungsbericht zur Geflügelpest vor

In der EU sind die Nachweise der hochpathogenen Geflügelpest (HPAI) im Frühjahr 2026 zurückgegangen. Laut dem vierteljährlichen Überwachungsbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL) wird dies auch während der Sommermonate so bleiben. Insgesamt wurden zwischen dem 28. Februar und dem 4. Juni 2026 aus den EU-Mitgliedstaaten 186 HPAI-Ausbrüche bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemeldet. Weitere 763 Nachweise gab es bei Wildvögeln. Während die Zahl der Ausbrüche bei Hausvögeln ähnlich hoch ist wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, waren die Nachweise bei Wildvögeln in diesem Jahr mindestens dreimal so hoch, was auf eine sehr hohe Viruszirkulation bei Wasservögeln hindeutet.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass es in Ungarn erstmals Fälle von niedrigpathogener Vogelgrippe vom Typ H9N2 in sieben Geflügelbetrieben gegeben hat. Zwar wurden H9N2-Nachweise bereits zuvor in der EU gemeldet, doch handelt es sich hierbei um den ersten Nachweis des spezifischen Clades H9N2 G5.5, das auch für vereinzelte Fälle beim Menschen im Nahen Osten und in Westafrika verantwortlich war. Die EFSA und das ECDC raten den Mitgliedstaaten, diese Situation genau zu überwachen.

EFSA

BfT spricht sich für elektronische Packungsbeilagen aus

Der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT) spricht sich dafür aus, die Einführung elektronischer Packungsbeilagen für Tierarzneimittel gesetzlich zu ermöglichen. Die EU-Tierarzneimittel-Verordnung sieht bereits vor, dass Mitgliedstaaten Packungsbeilagen für Tierarzneimittel auf Papier, elektronisch oder in beiden Formen zulassen können. Das deutsche Tierarzneimittelgesetz (TAMG) schreibt bislang jedoch weiterhin die Papierform vor.

Der BfT spricht sich daher für eine zügige Öffnung des TAMG aus. Ziel ist eine praxistaugliche, sichere und bürokratiearme Lösung, die digitale Möglichkeiten nutzt und dauerhafte Doppelstrukturen vermeidet, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

„Die elektronische Packungsbeilage ist kein Zukunftsthema, sondern eine konkrete Möglichkeit, die jetzt umgesetzt werden kann. Nach unseren Gesprächen mit Behörden, Ministerien und weiteren Stakeholdern sehen wir dafür eine grundsätzlich positive Haltung. Entscheidend ist nun, diesen Rückenwind für eine pragmatische, rechtssichere und bürokratiearme Lösung zu nutzen“, erklärt Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT.

Elektronische Packungsbeilagen, sogenannte eLeaflets, können über QR-Codes auf der Verpackung einfach zugänglich gemacht werden. Sie ermöglichen es, Informationen effizienter zu aktualisieren und Tierärztinnen und Tierärzten sowie Tierhalterinnen und Tierhaltern in aktueller Form bereitzustellen. Damit leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur sicheren Anwendung von Tierarzneimitteln, zur Versorgungssicherheit und zum Tierschutz.

Zugleich reduzieren eLeaflets unnötige Kosten, Ressourcenverbrauch und Verwaltungsaufwand. Papiergebundene Packungsbeilagen verursachen bei Änderungen Übersetzungs-, Druck-, Lager- und Logistikaufwand. Eine dauerhafte Pflicht zu parallelen Papier- und Digitalfassungen würde diese Belastungen nicht abbauen, sondern verstetigen.

Der BfT schlägt deshalb eine kurze Einführungsphase vor: Für zwei Jahre sollte die Papierversion weiterhin verpflichtend bleiben, während die elektronische Packungsbeilage zusätzlich eingeführt werden kann. Danach sollte produktbezogene Wahlfreiheit gelten – elektronische Form oder Papierform, ohne verpflichtenden Parallelbetrieb.

Gleichzeitig betont der BfT: Die elektronische Packungsbeilage ersetzt nicht die tierärztliche Beratung. Da Tierarzneimittel im Regelfall über die tierärztliche Praxis abgegeben werden, bleiben Beratung und sichere Anwendung gewährleistet. eLeaflets ergänzen diese Beratung durch aktuelle, leicht zugängliche und ressourcenschonende Informationen.

BfT

Ergebnisse des Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel für 2025 liegen vor

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ für das Jahr 2025 veröffentlicht. Darin werden unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln erfasst. Demnach wurden im Jahr 2025 insgesamt 4.858 Meldungen erfasst. Die meisten davon betrafen die Tierarten Hund und Katze. Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen. Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen.

„Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszenten und Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von Tierarzneimitteln bei.“

Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier. Die mit Abstand häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze, Rind und Pferd. Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen.

Circa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurden von Hormonpräparaten ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück. An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der Verdacht auf eine mangelnde Wirksamkeit. Mit deutlichem Abstand folgten die klinischen Anzeichen Erbrechen, Juckreiz und Lethargie.

BVL

Giftige Substanzen können Verbrennungen bei Rindern verursachen

Starke Sonneneinstrahlung in Kombination mit der Aufnahme giftiger Substanzen können bei Rindern zu extremen Verbrennungen der Haut führen. Diese Photosensibilitätsreaktion kann besonders bei hellen Rinderrassen wie Galloway auftreten.  

Die ersten Symptome dieser Reaktion sind Hautveränderungen, die zunächst wie ein starker Sonnenbrand aussehen. Nach Informationen von betroffenen Rinderhalter:innen folgen weitere Hautveränderungen, wie Rötungen und Verdickungen der weniger pigmentierten Hautflächen. Diese Stellen verfärben sich nach zwei oder drei Tagen dunkel und lösen sich von der Hautunterlage. Der ganze Prozess dauert rund zwei Wochen.

Analysen der Rinderklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) zufolge sind größere Mengen giftiger Substanzen wie Johanniskraut  und Buchweizen Verursacher der Verbrennungen. Zudem können Leberegel schwere Symptome hervorrufen. Ein sofortiges Aufstallen und eine symptomatische Behandlung in Zusammenarbeit mit der/dem Tierärzt:in sind hier dringend angeraten.

Agrarheute

Globale Umfrage zum Stand der Kleintiermedizin

Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) bittet Tierärzt:innen und andere tiermedizinische Fachkräfte, an einer globalen Umfrage teilzunehmen. Das Ziel dieser Umfrage ist die Stärkung und Förderung der tierärztlichen Kleintierpraxen auf der ganzen Welt. Die Antworten der Teilnehmenden sollen dazu beitragen, Realitäten, Herausforderungen und Chancen der Kleintiermedizin besser zu verstehen.

Diese wegweisende Initiative bildet die Grundlage für den kommenden globalen Bericht zum Stand der Kleintiermedizin – eine wichtige neue Publikation der WSAVA, die entscheidende Erkenntnisse für Tierärzte und andere tiermedizinische Fachkräfte liefert, nationale Verbände stärkt und globale Interessenvertretung und Maßnahmen unterstützt. Die Bearbeitung der Umfrage dauert etwa 20 bis 25 Minuten, alle Antworten sind vertraulich und werden nicht mit dem Namen oder der Organisation verknüpft.

Alle Teilnehmenden haben zudem die Chance, eine kostenlose Anmeldung für den WSAVA-Kongress und/oder WSAVA Academy Credits zu gewinnen. 

Hier gehts direkt zur Umfrage

WSAVA

Sommerhitze sorgt für viele Wildtiere in der tierärztlichen Praxis

Der Sommer hat Deutschland fest im Griff. Laut Wetterprognosen kündigt sich bereits die dritte Hitzewelle in diesem Jahr mit Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke an.

Auch für Wildtiere bedeuten diese Extremtemperaturen eine große Herausforderung. Schon während der letzten Hitzeperiode im Juni wurden Hunderte Tiere in der Wildtierklinik der Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen abgegeben, die damit an ihre Grenzen kommt. Wie aus einem Instagram-Post zu entnehmen ist, wurden dort allein an einem Tag 180 Tiere aufgenommen und 508 Telefonate geführt.

Besonders häufige Patienten sind Mauersegler und Schwalben. Die Jungvögel springen nicht selten aus Panik in die Tiefe und können sich dabei schwer verletzen. Ein zusätzliches Problem sind Aufnahmestopps von Wildtierstationen und Pflegestellen, die sich im Normalfall um die weitere Versorgung der Tiere kümmern. Nur dem außergewöhnlichen Einsatz von Mitarbeitenden, Studierenden, Praktikanten sowie Freiwilligen ist zu verdanken, dass bislang alle Wildtiere behandelt werden konnten. Sollte aber das Aufkommen weiter auf diesem Niveau bleiben, sehe man sich gezwungen, ernsthaft zu prüfen, wie lange eine weitere Aufnahme von Tieren noch möglich sei, so die JLU.

Um auch auf Wildtierpatienten vorbereitet zu sein, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de mit einer vierteiligen Wildtierreihe online weiterbilden. Für Tiermedizinische Fachangestellte steht eine separate Reihe zur Verfügung.

Gießener Allgemeine

Risiko für ASP-Eintrag in Schweinehaltungen steigt im Sommer

In den kommenden drei Monaten steigt das Risko für Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das haben retrospektive Untersuchungen in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten ergeben. Demnach könnte das Risiko der ASP-Einträge in den Sommermonaten um bis zu 50% steigen. Das hessische Landwirtschaftsministerium mahnt daher die weiterhin konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen an.

Neben der Virusübertragung von Tier zu Tier sowie über kontaminierte Materialien wird unter Expert:innen zunehmend eine mögliche Rolle blutsaugender Insekten wie Fliegen, Gnitzen oder Bremsen im Sommerinfektionsgeschehen diskutiert. Unter natürlichen Bedingungen konnte die epidemiologische Bedeutung dieses Übertragungsweges zwar bislang nicht nachgewiesen werden, jedoch haben Studien gezeigt, dass die orale Aufnahme von ASP-Virus tragenden Wadenstechern (Stomoxys calcitrans) oder Bremsen (Tabanidae) bei Hausschweinen eine Infektion auslösen könnte. Da Bremsen größere Flugdistanzen zurücklegen können, werden die Insekten als potenzielle Eintragsquelle für das ASP-Virus in Schweinehaltungen diskutiert. Das könnte auch den Anstieg von ASP-Ausbrüchen in den Sommermonaten erklären.

Das Hessische Landwirtschaftsministerium appelliert daher an alle Schweinehalter:innen in ASP-Restriktionsgebieten, ihre Bestände insbesondere während der Sommermonate vorsorglich auch vor stechenden und blutsaugenden Insekten zu schützen. Daher ist im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten ein besonderes Augenmerk auf die Reduzierung der Brutstätten, die Minimierung der Eintragsquellen sowie die konsequente Bekämpfung mit geeigneten Maßnahmen zu legen.

Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die neunteilige Online-Seminarreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 4 befasst sich mit der Biosicherheit in Schweinebeständen.

Landwirtschaftsministerium Hessen

Neue Katzenschutzverordnung ab 1. Juli rechtskräftig

Mit Beginn der 2. Jahreshälfte tritt in Schleswig-Holstein eine landesweite Katzenschutzverordnung in Kraft, die sowohl die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen als auch die landesweiten Kastrationsaktionen für Straßenkatzen einheitlich regelt.

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Schleswig-Holstein zeigen sich zufrieden über die neue Verordnung. „Diese Maßnahmen können nicht nur das Leid unzähliger Straßenkatzen nachhaltig reduzieren, sondern auch die Tierheime spürbar entlasten“, sagt Ellen Kloth, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein.

„Wir hoffen, dass andere Bundesländer und insbesondere der Bund die Signalwirkung erkennen und diesem Beispiel folgen“, betont Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und verweist ausdrücklich auf die dramatische Situation vieler Tierheime.

Die nun zügige Umsetzung des einstimmigen Landtagsbeschlusses aus 2025 bewerten die Tierschützer:innen als positiv. Die Bearbeitungszeit zwischen parlamentarischem Beschluss und Erlass der Verordnung betrug nur etwas mehr als ein Jahr.

Deutscher Tierschutzbund

GOT-Evaluation: Online-Befragung von Tierhaltenden und Tierärzten läuft

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ist im Jahr 2022 umfassend novelliert worden und wird nun, wie vorgesehen, nach vier Jahren evaluiert. Im Rahmen dieses Evaluierungsprozesses führt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auch eine deutschlandweite Befragung von Tierärzten und Tierhaltenden durch.

Unter anderem hatte auch der Pferdesport Deutschland eine solche Umfrage gefordert. Seitdem die Evaluation der GOT durch das BMLEH angestoßen worden ist, hat sich der Verband nachdrücklich dafür eingesetzt, dass neben der Tierärzteschaft auch die Tierhaltenden zu den Auswirkungen der GOT-Novelle im Jahr 2022 direkt befragt werden.

„Auskömmlich für den Tierarzt und leistbar für den Tierhalter – das ist unser erklärtes Ziel“, erklärt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht. „Dass die ursprünglich nicht geplante Befragung stattfindet, werten wir als einen ersten Erfolg auf dem Weg zur Gestaltung fairer Tierarztkosten“, ergänzt Miesner, der immense Auswirkungen der GOT Novelle auf den Pferdesektor sieht.   

Für die Beantwortung der Fragen ist eine Dauer von etwa 10 Minuten einzuplanen. Die Befragung läuft bis zum 26. Juli 2026.

Zur Tierärzte-Umfrage

Pferdesport Deutschland inkl. Umfrage für Tierhalter

Österreich plant Außenstelle für Nutztiermedizin

Besonders in ländlichen Regionen siedeln sich immer weniger Tierärzt:innen an, was die tierärztliche Versorgung von Nutztieren gefährdet. Um Studierenden der Veterinärmedizin die Nutztiermedizin näherzubringen, plant die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) gemeinsam mit dem Land Oberösterreich eine neue Außenstelle für Nutztiermedizin. Hier sollen künftig zehn bis zwanzig Studierende pro Semester sowie wissenschaftliches Personal, Ausbildende und Tierärzt:innen in die Arbeit der Außenstelle eingebunden werden.

Die gemeinsame Ausbildungsinitiative soll dem wachsenden Nutztierärztemangel entgegenwirken. Geplant ist die Einrichtung einer Außenstelle im Zentralraum, die künftig als Ausbildungs- und Forschungsstandort für Wiederkäuer-, Schweine- und Geflügelmedizin dienen soll. Neben klinischen Ausbildungsmodulen in Kooperation mit regionalen Tierarztpraxen sind Bereiche der angewandten Forschung sowie Weiterbildungsangebote geplant. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Höheren landwirtschaftlichen Schulen intensiviert werden, um frühzeitig Interesse an der Nutztiermedizin zu wecken.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen eine verlässliche tierärztliche Versorgung direkt in den Regionen. Die neue Außenstelle ist ein Meilenstein für unsere heimische Landwirtschaft“, erklärt Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger. „Wir investieren gezielt in die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte und stärken damit unseren ländlichen Raum“, ergänzt Landeshauptmann Thomas Stelzer.

„Mit der neuen Außenstelle in Oberösterreich schaffen wir einen wichtigen Ausbildungsstandort für die Nutztiermedizin und stärken gleichzeitig die Praxisnähe im Studium. Unser Ziel ist es, Studierende frühzeitig mit den vielfältigen beruflichen Perspektiven in der Großtierpraxis und den Chancen des ländlichen Raums vertraut zu machen. Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit dem Land Oberösterreich, den Schulen sowie allen Partnern, um gemeinsam die tierärztliche Versorgung der Zukunft zu sichern“, sagt Vetmeduni-Rektor Matthias Gauly abschließend.

Vetmeduni Wien

BaT feiert zehnjähriges Bestehen

Der Bund angestellter Tierärzte e.V. (BaT) ist am 13. Juni 2026 10 Jahre alt geworden. Seit einer Dekade macht sich der berufspolitische Verband für die angestellten Tierärzt:innen stark und vertritt die Interessen seiner Mitglieder sowohl bei Arbeitgeber:innen und Kammern als auch in der Politik und Öffentlichkeit. Die Basis für Gespräche und Diskussionen bilden einerseits die fachliche Orientierung und andererseits wissenschaftliche Datengrundlagen, die unter anderem aus zwei wichtigen Studien zu Arbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit angestellter Tierärzt:innen stammen.

„Unser Antrieb ist derselbe wie vor zehn Jahren: angestellten Tierärztinnen und Tierärzten eine Stimme zu geben, nachzuhaken und kritisch zu hinterfragen, wenn behauptet wird, es habe sich doch schon genug verbessert“, sagte die 1. Vorsitzende Dr. Elisabeth Brandebusemeyer in ihrer Rede. „Ja, vieles hat sich verbessert – oftmals auch infolge des Engagements des BaT. Gleichzeitig gibt es weiterhin alte Herausforderungen und neue Aufgaben.“

So sei die Satzungsänderung zur Tariffähigkeit im Jahr 2019 ein besonderer Meilenstein gewesen, sagte Brandebusemeyer. Damit sei der BaT nicht nur Interessenvertretung, sondern auch tariffähiger Verband geworden. Am 1. Juni 2024 trat schließlich der erste Tarifvertrag des BaT mit dem Tiergesundheitszentrum Lichtenau in Kraft.

„Das ist nicht das Ende der Arbeit, sondern ein starkes Signal“, betonte Dr. Christian Wunderlich, 2. Vorsitzender des BaT und Gründungsmitglied. „Faire und verlässliche Arbeitsbedingungen sind verhandelbar. Gute Standards schaffen Sicherheit – für Angestellte, aber auch für Arbeitgeber, die im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen wollen.“

Das Jubiläum wurde mit Mitgliedern, Vertreter:innen aus Arbeitgeberkreisen, Kammern, Kooperationspartner:innen, Wegbegleiter:innen und Gäste ausgiebig in Hamburg gefeiert.

Vetion.de gratuliert herzlich zu 10 Jahren BaT und wünschen weiterhin viel Erfolg für die Umsetzung der Ziele im Sinne der Tiermedizin!

Maßnahmen zur Sicherung des tierärztlichen Nachwuchses dringend notwendig

Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) hat eine aktuelle Zukunftsprognose zur Entwicklung der tierärztlichen Versorgung in Österreich veröffentlicht. Demnach bereitet die derzeitige Altersstruktur große Sorgen. Denn zum Ende des vergangenen Jahres waren rund 360 versorgungsrelevante Tierärzt:innen über dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter angesiedelt. Entsprechend werden in den nächsten Jahren ein Großteil erfahrener Praktiker:innen aus dem Berufsleben ausscheiden, so die ÖTK.

Die Studie hat gezeigt, dass in den kommenden 14 Jahren durchschnittlich rund 84 Pensionierungen pro Jahr stattfinden werden. Besonders im Nutztierbereich würden diese Stellen nicht mehr adäquat besetzt werden können. So prognostiziert die Studie ein Defizit zwischen 43 und minus 65 Vollzeitäquivalenten, je nachdem, wie sich das tatsächliche Pensionsverhalten der Tierärzt:innen entwickeln wird. Dies entspricht etwa 70 bis 100 Tierärzt:innen, die für eine ausreichende Versorgung im Nutztierbereich fehlen würden.

Die ÖTK zeigt sich aber zufrieden, dass die Zukunftsprognose bei verschiedenen Medien auf großes Interesse gestoßen ist und das Thema aufgegriffen haben. So werde vermehrt auf die Notwendigkeit, frühzeitig Maßnahmen zur Sicherung des tierärztlichen Nachwuchses und zur langfristigen Aufrechterhaltung der tierärztlichen Versorgung in Österreich zu ergreifen, aufmerksam gemacht.

ÖTK

Forschungsnetzwerk mit ersten vielversprechenden Ergebnissen

Vor etwas mehr als einem Jahr hat das European Vaccines Hub (EVH) seine Arbeit aufgenommen. Das europäische Forschungsnetzwerk, an dem auch neun deutsche Forschungseinrichtungen -darunter die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)- beteiligt sind, soll Europa optimal auf künftige großflächige Infektionsgeschehen wie Epidemien oder Pandemien vorbereiten. Im Fokus steht dabei der Aufbau eines nachhaltigen, proaktiven Impfstoffentwicklungsökosystems.

Die ersten Ergebnisse, die der EVH bei seiner Jahrestagung im Mai 2026 präsentiert hat, sind vielversprechend. Neben Industriepartnerschaften zur Entwicklung eines mukosalen Impfstoffs gegen die Vogelgrippe H5N1 und fortgeschrittene Gespräche mit BioNTech zur klinischen Entwicklung eines mRNA-basierten Impfstoffkandidaten gegen Mpox konnten die Forschenden bereits neutralisierende humane monoklonale Antikörper gegen Mpox isolieren und mithilfe künstlicher Intelligenz neue Impfstoffantigene identifizieren. Zudem wurden Studien begonnen, um langfristige, kreuzreaktive Immunantworten bei Personen zu untersuchen, die zuvor gegen H5N1 geimpft wurden. Multizentrische, länderübergreifende Studien für H5N8-Impfstoffe zur Pandemievorsorge sind in Vorbereitung.

Auch seinen ersten Pandemie-Bereitschaftsplan legte der EVH vor. Außerdem hat der EVH die europäischen Produktionskapazitäten für Impfstoffe und monoklonale Antikörper erfasst, die Arbeitsgruppen zu Influenza und vorrangigen Krankheitserregern eingerichtet, eine Pilotplattform für Interessensbekundungen ins Leben gerufen, um die europaweite Zusammenarbeit auszuweiten und seine Zusammenarbeit mit der Behörde für Gesundheitsnotfallvorsorge und -reaktion (GD HERA) verstärkt. 

TiHo

Hessen schreibt Tierwohlpreis aus

Tierwohl in der Nutztierhaltungwird in Hessen ernst genommen. So hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt, das Leben und Wohlbefinden, die Unversehrtheit sowie die Würde von Tieren besonders zu schützen. Verschiedene Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, um diesem Ziel näher zu kommen. So hat die Regierung unter anderem Tierschutzindikatoren entwickelt sowie die Qualifizierung und Fortbildung Nutztierhalter:innen und Weiterentwicklung der rechtlichen Anforderungen vorangetrieben.

Zudem haben die hessischen Veterinärbehörden Kontrollen in den landwirtschaftlichen Betrieben, bei Tiertransporten und der Schlachtung oder Tötung von Tieren intensiviert. Mittels einer Informationsplattform, die das Hessische Umweltministerium und die hessische Landestierschutzbeauftragte gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ins Leben gerufen haben, soll die Umsetzung von mehr Tierwohl in den Ställen unterstützt werden. Hier können sich Tierhaltende über kritische Haltungsbedingungen als auch charakteristisches Tierverhalten bei nicht artgerechter Haltung informieren.

Und auch in diesem Jahr hat das Landwirtschaftsministerium den Hessischen Preis „Tierwohl in der Landwirtschaft“ 2026 ausgeschrieben. Für den mit 17.000 Euro dotierten Preis sucht das Ministerium beispielhafte und innovative Projekte für eine zukunftsfähige Tierhaltung. Bis zum 1. September 2026 können Vorschläge von Bewerber:innen selbst eingereicht oder auch von Dritten benannt werden.

Um aktuelle Probleme des Tierschutzes geht es auch in der gleichnamigen Hybrid-Veranstaltung am 3. und 4. September 2026. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort in Hannover oder online im Live-Stream möglich. Eine Anmeldung ist bis zum 31. August 2026 um 16 Uhr möglich

Ministerium Hessen

Alongshan-Virus in Österreich nachgewiesen

Das Alongshan-Virus (ALSV) wird von Zecken übertragen und gehört zu den jüngeren Krankheitserregern. Erstmals wurde das ALSV im Jahr 2017 in China identifiziert. Nachdem das Virus in 2021 und 2022 in der Schweiz nachgewiesen werden konnte, dokumentierten Forschende der Tierärztlichen Hochschule Hannover in einer Studie den Erreger im Jahr 2023 auch in Zecken sowie bei Wild- und Nutztieren. Demnach hatten die Wissenschaftler:innen auch Antikörper in Haustieren an verschiedenen Orten in Niedersachsen gefunden.

Jetzt ist das ALSV auch in Österreich angekommen. Ein Forschungsteam des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) hat rund 3.000 im Jahr 2024 in Österreich gesammelte Zecken, 2.000 archivierte Zeckenproben aus den Jahren 2005 bis 2018 sowie rund 2.000 Blutproben von Patient:innen mithilfe molekularbiologischer und serologischer Methoden analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Alongshan-Virus (ALSV) bereits seit mindestens 20 Jahren in heimischen Zecken zirkuliert.

„Die Ergebnisse belegen eine weite geografische Verbreitung des ALSV in Österreich, mit Nachweisen in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Vorarlberg“ sagt Studienleiterin Judith Aberle vom Zentrum für Virologie der Wiener Uni. Nach Angaben der Virologin wurden zudem bei zwei Personen hohe ALSV-spezifische Antikörperspiegel festgestellt, was auf überstandene Infektionen hinweist. Noch sei jedoch unklar, ob die in Europa zirkulierenden Virusvarianten beim Menschen überhaupt Erkrankungen auslösen, so Aberle weiter. Die ursprünglich 2017 in China entdeckte Variante wird mit Fieber und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-ähnlichen Symptomen in Verbindung gebracht. So seien weitere, großangelegte Studien notwendig, um die gesundheitliche Relevanz und die Verbreitung des ALSV zu klären.

MedUni Wien

Tierseuchen: Schweiz beschließt Gesetzesänderung

Der Bundesrat der Schweiz hat in der vergangenen Woche einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Tierseuchengesetzes verabschiedet. Mit der Reform soll eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, damit Behörden schnell und rechtssicher auf Tierseuchen reagieren können. Demnach sollen Nutztiere im Fall von Tierseuchen unter bestimmten Bedingungen schneller auch mit nicht zugelassenen Impfstoffen geimpft werden können.  

Voraussetzung ist, dass in der Schweiz kein alternativ anwendbares und gleichwertiges Tierarzneimittel zugelassen und verfügbar ist und auch kein entsprechendes im Ausland zugelassenes Präparat eingeführt werden kann. Der Bundesrat verweist auf den Ausbruch des Blauzungenkrankheit (BTV) im Spätsommer 2024. Mangels Impfstoffs mit entsprechender Zulassung hatte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine Allgemeinverfügung erlassen müssen, um den Import und die Verteilung eines nicht zugelassenen Impfstoffs zu ermöglichen.

Die Gesetzesänderung könne in Krisensituationen von entscheidender Bedeutung sein, so der Bundesrat. Die Bewilligung sei befristet und diene ausschließlich dazu, eine Versorgungslücke im Tierseuchenfall zu überbrücken, teilt der Bundesrat weiter mit. Der ordentliche Zulassungsprozess werde dadurch nicht ersetzt.

Die Europäische Union verfügt bereits über eine entsprechende gesetzliche Grundlage. Mit der vorgeschlagenen Regelung schafft die Schweiz vergleichbare gesetzliche Möglichkeiten, eine Benachteiligung des Alpenstaates bei der Bekämpfung zu vermeiden.

Bundesrat Schweiz

Tool bewertet Papageiengesundheit

Die Privathaltung von Papageien ist für Betreuende nicht selten eine Herausforderung, denn die Vögel haben komplexe Bedürfnisse. Zahlreiche Verhaltens- und Gesundheitsprobleme können auftreten, sofern diese von den Haltenden nicht erfüllt werden.

Um das Wohlergehen von Papageienvögel in Privathaltung besser bewerten zu können, haben Forschende der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Utrecht das Tool PsittaWel entwickelt. Mit Hilfe eines umfassenden Fragenkatalogs rund um Themen wie körperliche Verfassung, Haltungsumgebung, soziale Interaktionen, Verhalten, Ernährung und tägliches Management, können Papageienhaltende lernen, das Wohlbefinden ihrer Papageien fundiert einzuschätzen und besser zu verstehen.

Ein internationales Expertengremium hat das Tool über einen Zeitraum von vier Jahren entwickelt. An dem Projekt, das im Rahmen der Dissertation von Andrea Piseddu (Vetmeduni Wien) gestartet wurde, waren auch Tierärzt:innen und zertifizierte Verhaltensberater:innen beteiligt.

„PsittaWel wurde entwickelt, um eine wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Ressource bereitzustellen, die Betreuenden hilft, das Wohlergehen der mit ihnen lebenden Papageien zu überwachen und zu verstehen – und um das Bewusstsein für deren Bedürfnisse zu schärfen“, erklärt Jean-Loup Rault von der Vetmeduni Wien. „Fachliche Begleitung bleibt für Gesundheit und Wohlergehen von Papageien unerlässlich, insbesondere bei Sorgen oder Problemen“, ergänzt Yvonne van Zeeland (Universität Utrecht). „Das Instrument soll die Arbeit von Tierärztinnen und Tierärzten sowie zertifizierten Verhaltensberaterinnen und -beratern ergänzen, nicht ersetzen.“

„PsittaWel soll die Haltung von Papageien als Heimtiere weder fördern noch rechtfertigen. Ethische Fragen zur Gefangenschaft sind und bleiben wichtig, und weitere Forschung zum Wohl von Papageien ist unerlässlich. Solange Papageien – langlebige Arten – jedoch in häuslichen Umgebungen leben, besteht ein klarer Bedarf, ihr Wohlergehen zu beurteilen und ihre Haltungsbedingungen zu verbessern, um ihnen das bestmögliche Leben zu ermöglichen“, sagt Doktorandin Andrea Piseddu abschließend. 

Vetmeduni Wien

Bundes­gesundheits­blatt thematisiert Antibiotikaresistenzen

Antibiotikaresistenzen (AMR) werden als eine der größten Bedrohungen für die globale Gesundheit betrachtet. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit pro Jahr schätzungsweise mehr als 5 Millionen Menschen an resistenten Infektionen.

Auch in Deutschland führen Resistenzen zu einer erheblichen Krankheits­last, Sterblichkeit und wirtschaftlicher Belastung. Um für diese Thematik mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, hat sich das Bundesgesundheits­blatt in seiner Mai-Ausgabe mit der Frage „Antibiotika­resistenz – eine unendliche Geschichte?“ intensiv beschäftigt.

In der monatlich erscheinenden Fachzeitschrift widmen sich elf Beiträgen dem Thema AMR. So werden unter anderem Ursachen, Einfluss­faktoren und Interventions­möglichkeiten entlang der gesamten One-Health-Kette beleuchtet. Die Redaktion geht zudem auf die Entstehungs­mechanismen von Resistenzen in der Umwelt und den Antibiotika­einsatz bei Geflügel sowie die Bedeutung von Antibiotic Stewardship und auf den Einsatz von Impf­stoffen zur Prävention bakterieller Resistenz­entwicklung ein.

Ein Beitrag aus dem Robert Koch Institut (RKI) als einer der Herausgeber befasst sich mit der Entwicklung der Epidemiologie antibiotikaresistenter Erreger in der Humanmedizin und deren Bedeutung für das Gesundheits­system

„Antibiotika­resistenzen stellen nicht allein ein mikrobiologisches oder klinisches Problem dar, sondern sind durch ein komplexes Zusammen­spiel biologischer, epidemiologischer, ökologischer und gesellschaftlicher Faktoren geprägt. Ein wirksamer Umgang mit antimikrobiellen Resistenzen erfordert daher ein integriertes Verständnis dieser Zusammen­hänge sowie koordinierte Maßnahmen“, schreiben die Heft-Koordinatoren Sebastian Günther (Universität Greifs­wald) und Peter Heisig (emeritiert) von der Universität Hamburg in ihrem Editorial.  

RKI

Um Antibiotikaminimierung im Stall und somit ebenfalls un Resistenzminimierung geht es auch bei der Lernplattform VetMAB, die sich an Landwirt:innen sowie bestandsbetreuende Tierärzt:innen richtet.

Tierärztestatistik 2025 veröffentlicht

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat die Tierärztestatistik 2025 veröffentlicht. Aus den von den Landestierärztekammern gesammelten Mitgliederdaten 2025 geht hervor, dass die Zahl der Tierärzt:innen weiter angestiegen ist (+ 444). Insgesamt waren zum Jahresende 46.089 Tierärzt:innen Mitglied in einer Landes-/Tierärztekammer, davon waren 66,8 Prozent Frauen. Die Zahl der berufstätigen Tierärzt:innen wird mit 34.476 (davon 24.707 Frauen). Davon waren wiederum 23.546 kurativ tätig. Wie bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war, hat sich die Zahl der niedergelassenen Tierärzt:innen weiter auf 11.216 verringert, während die der angestellten Tierärzt:innen um 135 leicht gewachsen ist (12.125).

„Die Zahlen zeigen, dass die Tiermedizin ein attraktiver Beruf bleibt. Gleichzeitig bestätigen sie die seit einigen Jahren zu beobachtende Veränderung der Berufsstruktur. Immer weniger Tierärzt:innen entscheiden sich für die eigene Niederlassung, während angestellte Tätigkeiten weiter zunehmen“, erklärt Ltd. VD Dr. Holger Vogel, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK).

Auch bei den Praxisstrukturen zeige sich Handlungsbedarf, denn in der Mehrzahl der Kammerbereiche war die Zahl der Tierarztpraxen 2025 rückläufig. Die Zahl der tierärztlichen Kliniken blieb hingegen weitgehend stabil. Diese Entwicklung ist v. a. mit Blick auf die Alterung der Berufsgruppe – die Zahl der Kammermitglieder ab 60 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr erneut – und der damit einhergehenden Nachfolgefrage, Notdienststrukturen und die flächendeckende tierärztliche Versorgung relevant. „Ein reiner Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt:innen reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und in welchen Arbeitsformen Tierärzt:innen tätig sind. Wenn Praxen keine Nachfolge finden oder immer weniger Kolleg:innen eine eigene Niederlassung übernehmen möchten, kann das regional zu Versorgungsengpässen führen – insbesondere in ländlichen Räumen und in der Nutztierpraxis“, erläutert der BTK-Präsident.

„Wir brauchen Rahmenbedingungen, die tierärztliche Tätigkeit in allen Bereichen attraktiv halten – in der Praxis, im öffentlichen Veterinärdienst, in der Wissenschaft und in der Industrie. Dazu gehören planbare Arbeitszeiten, eine verlässliche Finanzierung tierärztlicher Leistungen und moderne Praxis- und Kooperationsmodelle“, verdeutlicht der BTK-Präsident.

BTK

Wer tiefer in die Tierärztestatistik einsteigen möchte und sich auch für die Entwicklungen über die Zeit interessiert, kann einen Blick in den Tierärzte Atlas Deutschland (2024) werfen. Hier finden sich neben Zahlen auch viele Erklärungen und Interpretationen, was die Entwicklungen für die Zukunft bedeuten.

Der Tierärzte Atlas Deutschland 2026 wird Ende September 2026 erscheinen.

BTK-Stellungnahme zur SWR-Doku über Tierarztkosten

Die Bundestierärztekammer hat zu dem am 19. Mai 2025 ausgestrahlten SWR-Beitrag „Tierisch
teuer – Was hinter den hohen Tierarztkosten steckt
“ Stellung bezogen. Man nehme den Beitrag mit großer Sorge zur Kenntnis, da er ein einseitiges und tendenziöses Bild der tierärztlichen Versorgung in Deutschland aufzeichnet und der komplexen Realität in den Praxen und Kliniken nicht gerecht wird, heißt es darin:

Zwar wird im Beitrag der Eindruck erweckt, unterschiedliche Perspektiven – von Tierhaltenden,
Tierärzt:innen sowie aus der Politik – seien gleichermaßen berücksichtigt worden. In der
Gesamtschau entsteht jedoch kein ausgewogenes Bild. Vielmehr werden v. a. Einzelfälle mit
besonders hohen Rechnungen, emotionale Härtefälle und zugespitzte Aussagen in den
Mittelpunkt gestellt. Dadurch wird der Eindruck verstärkt, hohe Tierarztkosten seien Ausdruck
mangelnder Fairness oder unangemessener Abrechnung durch die Tierärzteschaft. Dies
weisen wir entschieden zurück.

Auch hinken die dort ausgestrahlten Vergleiche einzelner Praxisbeispiele. Durch einzelne Aussagen im Beitrag entsteht zudem der Eindruck, eine „faire“ Abrechnung bestehe darin, bestimmte Leistungen nicht oder nur teilweise zu berechnen. Das ist aus Sicht der Bundestierärztekammer irreführend und entspricht nicht den Vorgaben der Gebührenordnung (GOT).

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden. Im Gegenteil: Sie schafft Transparenz, setzt verbindliche Unter- und Obergrenzen und schützt damit sowohl Tierhaltende als auch die Qualität der tierärztlichen Versorgung. Ohne eine verbindliche Gebührenordnung drohten unübersichtlichere Preise, wachsender wirtschaftlicher Druck auf Praxen und Kliniken, eine Verschlechterung der Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig möglicherweise sogar höhere Kosten für Tierhaltende.

Gleichzeitig ist eine angemessene Vergütung die Voraussetzung dafür, dass Tierärzt:innen qualifiziertes
Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das dient unmittelbar dem Tierwohl.

Schon heute ist es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden. Gerade die Notfallversorgung bedeutet erhebliche Personalvorhaltung zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagszeiten, hohe organisatorische Belastungen und zusätzliche Kosten. Trotz der in der GOT vorgesehenen Zuschläge ist dieser Bereich für viele Praxen wirtschaftlich kaum rentabel.

Der Beitrag stellt hingegen v. a. Extremfälle mit sehr hohen Rechnungsbeträgen in den Vordergrund. Diese Fälle sind für die betroffenen Tierhaltenden zweifellos belastend. Sie bilden jedoch nicht den Alltag tierärztlicher Abrechnung ab. Der Großteil tierärztlicher Rechnungen bewegt sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau und liegt in der Regel nicht im Bereich besonders hoher Sätze. Gerade deshalb wäre es aus unserer Sicht journalistisch geboten gewesen, die gezeigten Einzelfälle stärker einzuordnen und nicht als repräsentativen Eindruck tierärztlicher Versorgung stehen zu lassen.

Zur ungekürzten Stellungnahme >>>

Auch die Darstellung, Tierhaltende müssten künftig stärker selbst entscheiden, welche Behandlungen „Sinn machen“ und ob es immer die neueste Untersuchung sein müsse, greift zu kurz. Selbstverständlich gehört eine sorgfältige Beratung über Diagnostik- und Therapieoptionen, Prognosen, Kosten und Alternativen zum tierärztlichen Alltag. Gleichzeitig darf nicht der Eindruck entstehen, moderne Diagnostik oder fachlich sinnvolle Untersuchungen seien bloße Zusatzleistungen, auf die ohne weiteres verzichtet werden könne. Tierärzt:innen sind dem Tierwohl verpflichtet. Ihre Empfehlungen beruhen auf fachlicher Einschätzung, medizinischer Verantwortung und dem Ziel, Leiden zu vermeiden oder zu lindern.

Kritisch sehen wir zudem, dass im Beitrag Aussagen zur Rechtmäßigkeit der GOT unwidersprochen stehen bleiben. Die Gebührenordnung ist geltendes Recht. Sie wurde auf Grundlage einer fachlichen und wissenschaftlichen Bewertung novelliert und dient ausdrücklich der Sicherstellung einer transparenten, qualitätsgesicherten und flächendeckenden tierärztlichen Versorgung. Eine Debatte über Weiterentwicklung und Evaluation der GOT ist legitim und notwendig. Sie sollte jedoch sachlich geführt werden und darf nicht auf die Erzählung vermeintlich überhöhter Tierarztrechnungen reduziert werden.

Die Bundestierärztekammer spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch eine regelmäßige, planbare Anpassung der Gebührenhöhe. Solche schrittweisen Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen, weil Kosten dadurch berechenbarer bleiben.

Wir halten es daher für erforderlich, die einseitige Darstellung des Beitrags journalistisch nachzuarbeiten. Aus Sicht der Bundestierärztekammer sollte der SWR die Berichterstattung um einen Folgebeitrag ergänzen, in dem die tierärztliche Perspektive angemessen zu Wort kommt. Dazu gehören insbesondere die wirtschaftliche Realität von Praxen und Kliniken, die weiterhin im Vergleich zu anderen akademischen Heilberufen häufig nicht angemessene Vergütung tierärztlicher Arbeit, die Herausforderungen im Notdienst, der Fachkräftemangel sowie die zentrale Bedeutung der GOT für Transparenz, Qualität und Versorgungssicherheit.

Tierhaltende brauchen eine sachliche und nachvollziehbare Einordnung tierärztlicher Kosten.
Sie brauchen keine Verunsicherung und keine pauschale Gegenüberstellung von „fairen“ und
vermeintlich überteuerten Tierärzt:innen. Die große Mehrheit der Tierärzteschaft arbeitet verantwortungsvoll, transparent und unter erheblichem wirtschaftlichem und personellem Druck. Dieses Bild kam in dem Beitrag aus unserer Sicht nicht ausreichend zur Geltung.

Wir stehen dem SWR für eine sachliche Einordnung und für weitere Gespräche gern zur Verfügung.

Praxisnetzwerk SwissVets soll tiermedizinische Versorgung von Nutztieren sichern

Das Schweizer Praxisnetzwerk SwissVets betreibt in der Deutschschweiz aktuell sechs Tierarztpraxen mit Schwerpunkt Nutztiermedizin. Der Eintritt der Agrargenossenschaft fenaco im Juni 2026 soll dem Netzwerk eine langfristige Entwicklungsperspektive geben, erklärt Ulrich Witschi, Präsident des Verwaltungsrats von SwissVets.

Als neue Mehrheitsaktionärin von SwissVets wird die fenaco Genossenschaft gemeinsam mit Swissgenetics, der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) und weiteren Kleinaktionären daran arbeiten, die tiermedizinische Versorgung in ländlichen Regionen der Schweiz langfristig zu sichern. Dafür soll das Netzwerk in der nahen Zukunft um weitere Nutztierpraxen erweitert werden.  

„Mit der Beteiligung an SwissVets will die fenaco einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der medizinischen Versorgung für Nutztiere in der Schweiz leisten. Das entspricht unserem genossenschaftlichen Zweckauftrag. Gleichzeitig stärken wir unsere Position als Nahversorgerin für essenzielle Bedürfnisse der Bevölkerung auf dem Land“, betont Michael Feitknecht, Vorsitzender der Geschäftsleitung der fenaco.

Aktuell stehen viele selbstständige Großtierärzt:innen vor der Pensionierung, haben aber Probleme, Nachfolger:innen für ihre Praxis zu finden. Jüngere Veterinärmediziner:innen lehnen meist jedoch die Übernahme einer Einzelpraxis mit 24-Stunden-Notfalldienst ab und entscheiden sich stattdessen für die Mitarbeit in einer bestehenden Praxisstruktur. Das Konzept von SwissVets  soll dieser Entwicklung entgegenwirken.

fenaco

Gut informiert mit dem Vierbeiner in den Urlaub

Spätestens, wenn in vier Wochen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland die Sommerferien beginnen, werden sich auch viele Tierhalter:innen mit ihrem Hund in den Urlaub begeben. Um diese besondere Zeit entspannt und sicher genießen zu können, bedarf es einer guten und frühzeitigen Planung, teilt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT).

So sollten Hundebesitzer:innen vor Reiseeintritt prüfen, ob der Impfstatus ihres Vierbeiners ausreichend ist, der in dem für Reisen in andere EU-Länder vorgeschriebenen EU-Heimtierausweis dokumentiert ist. Außerdem muss der Hund mittels eines Mikrochips gekennzeichnet sein. Ohne diese Voraussetzungen kann es bei Grenzübertritten zu Problemen kommen, so der Verband.

Neben dem vollständigen Impfschutz gegen die Tollwut empfiehlt sich bei Reisen in südliche Länder auch die Impfung gegen die Leishmaniose. Die Tierärztin bzw. der Tierarzt berät in diesem Fall und erstellt einen entsprechenden Impfplan. Auch erhalten Tierbesitzer:innen in der Tierarztpraxis eine umfassende Beratung hinsichtlich des notwendigen Schutzes gegen Ekto- und Endoparasiten.

Der BfT weist zudem auf eine sichere Unterbringung des Tieres während der Reise hin, beispielsweise in einer Transportbox oder durch andere geeignete Sicherungssysteme im Fahrzeug. Und genau wie die Halter:innen benötigen auch die Vierbeiner regelmäßige Pausen sowie ausreichend Wasser und Schutz vor Hitze. Für den Fall einer Erkrankung am Urlaubsort sollte eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitgeführt werden, in die unter anderem Mittel gegen Übelkeit und Durchfall, Verbandsmaterial für kleinere Verletzungen sowie Augenpflegeprodukte gehören. Bei bekannten Allergien und chronischen Erkrankungen sollten entsprechende Medikamente ebenfalls mitgeführt werden.

Grundsätzlich empfiehlt der BfT Hundehalter:innen, sich frühzeitig über Einreisebestimmungen oder Einschränkungen für bestimmte Hunderassen sowie regionale Gesundheitsrisiken und tierärztliche Versorgungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. Dann steht einer Reise mit Hund nichts mehr im Weg.

Schönen Urlaub!

BfT

Arbeitszufriedenheit unter angestellten Tierärzt:innen nur bedingt besser

Im letzten Jahresdrittel 2025 hat der Bund angestellter Tierärzte (BaT) eine bundesweite Umfrage zu den aktuellen Arbeitsbedingungen von Veterinärmediziner:innen durchgeführt. Die nun veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass unter den Befragten eine nur mäßige Arbeitszufriedenheit herrscht, die jedoch dem Niveau der Gesamtbevölkerung gleicht. Während ein überwiegender Teil der Teilnehmenden zufrieden mit dem Team und den körperlichen Arbeitsbedingungen war, zeigten sich viele äußerst unzufrieden mit den Karriereperspektiven und der Vergütung sowie mit dem Management und der Art und Weise, wie ihre Fähigkeiten genutzt bzw. gewertschätzt werden.

Grundsätzlich spiegeln die Umfrageergebnisse im Vergleich zu den Vorjahren jedoch eine verbesserte Situation wider. Der BaT als reine Arbeitnehmendenvertretung sieht jedoch noch immer einen deutlichen Handlungsbedarf. So fällt weiterhin der Vergleich zwischen tiermedizinischen Berufsanfänger:innen und anderen akademische Berufsgruppen hinsichtlich der Einstiegsgehälter schlecht aus. Die Ergebnisse legen zudem dar, dass das Lohnniveau trotz Erhöhung der GOT nicht stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Auch zeigen die Ergebnisse häufige Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, denn mehr als zwei Drittel der Befragten leisten regelmäßig Überstunden. Fehlende Pausen, unzureichende Ruhezeiten und eine problematische Arbeitszeiterfassung wurden von etwa der Hälfte der Teilnehmenden kritisiert.

„Die Studie zeigt deutlich, dass gute Arbeitsbedingungen entscheidend für die Zukunft der tierärztlichen Versorgung sind“, erklärt Dr. Elisabeth Brandebusemeyer, 1. Vorsitzende des BaT. „Höhere Gehälter, mehr Personal und eine verlässlichere Dienstplanung sind zentrale Voraussetzungen, um den Beruf langfristig attraktiv zu halten“, ergänzt der 2. Vorsitzende Dr. Christian Wunderlich. 

BaT

Großer ASP-Ausbruch in Polen in Grenznähe

Auch wenn die Afrikanische Schweinepest (ASP) gerade wenig in den Medien präsent ist, grassiert das Virus weiterhin in Deutschland und anderen europäischen Staaten. So auch in Polen. Dort ist das hoch ansteckende Virus am 18. Mai 2026 in einem Schweine haltenden Betrieb mit 21.390 Tieren in der Woiwodschaft Westpommern nachgewiesen worden. Dies ist der bislang zweitgrößte Ausbruch der ASP in Polen seit dem Nachweis des Virus im Land.

Der betroffene Betrieb liegt nur rund 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, weshalb die Behörden in Deutschland alamiert sind. In Polen gibt es damit seit 2014 insgesamt 571 Ausbrüche bei Hausschweinen. Auch bei den Wildschweinen bleibt die Lage angespannt. In 2026 lag die Zahl der bestätigten infizierten Wildschweinkadaver landesweit bei 1.241 Tieren (Stand: 20.5.2026).

Agrarheute

Niederlande plant verpflichtende Impfung von Legehennen gegen HPAI

Die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) hat niederländische Geflügelhaltende in den Niederlanden in den vergangenen sieben Monaten stark gebeutelt. Aufgrund von HPAI-Ausbrüchen mussten allein in diesem Zeitraum rund 2,25 Millionen Tiere gekeult werden.

Nachdem ein groß angelegter Impfversuch auf einem Legehennenbetrieb bislang ohne Probleme verlaufen ist und die befürchtenden Handelsbeschränkungen ausgeblieben sind, plant Deutschlands Nachbarland nun in Abstimmung mit der Geflügelbranche eine Impfstrategie. Geplant ist laut Angaben der Regierung eine verpflichtende Impfung für Legehennen.

Im Vorfeld hat Wageningen Bioveterinary Research (WBVR) im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums bereits mehrere Feldversuche mit unterschiedlichen Impfstoffen durchgeführt. Die Studienergebnisse fallen durchweg positiv aus. Nach Aussagen der Forschenden erkrankten geimpfte Bestände seltener an der Geflügelpest. Zudem breite sich das Virus langsamer aus, falls es dennoch in einen Betrieb gelangt. 

Mit den wichtigsten Handelspartnern USA, Kanada, Japan und Großbritannien hat die Regierung bereits Gespräche über den Strategieplan, der noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll, geführt. Die Partner akzeptierten den Versuch unter der Bedingung, dass die Eier ausschließlich in den Niederlanden vermarktet werden.

Als weitere Bekämpfungsmaßnahme will die Regierung eine Verschärfung der Biosicherheitsmaßnahmen als Schutz vor Erregereinträgen in die Ställe weiter vorantreiben. So muss seit März 2025 jeder kommerzielle Geflügelbetrieb einen verbindlichen Biosicherheitsplan vorweisen.

Tierärzt:innen können sich auf Myvetlearn.de zum Thema Biosicherheit online fortbilden. Kurs 5 beschäftigt sich mit der Biosicherheit in Geflügelbeständen.

Geflügelnews

WOAH: Tiergesundheit als Schlüssel für globale Gesundheits- und Ernährungssicherheit

Im Rahmen der 93. Generalversammlung der World Organisation for Animal Health (WOAH) im Mai 2026 in Paris haben die teilnehmenden Minister:innen und hochrangige Vertreter:innen aus den Bereichen Tiergesundheit, Landwirtschaft und Ernährung eine gemeinsame Erklärung zur globalen Stärkung der Tiergesundheit und des Tierwohls verabschiedet. Darin wird betont, dass Tiergesundheit längst kein rein veterinärmedizinisches Thema mehr ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für Ernährungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität, sichere Handelsbeziehungen sowie die Prävention von Gesundheitskrisen im Sinne des One-Health-Ansatzes darstellt.

Es wird betont, dass die Welt zunehmend mit biologischen Risiken, klimabedingten Veränderungen, neuen Handelsdynamiken und einer steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln tierischer Herkunft konfrontiert ist. Vor diesem Hintergrund werden leistungsfähige Veterinärdienste als essenziell für resiliente Gesundheitssysteme angesehen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf der Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR), der Verbesserung von Tierwohlstandards sowie der Prävention grenzüberschreitender Tierseuchen.

Daher sollten Investitionen in Tiergesundheit und Tierwohl als strategische Zukunftsinvestitionen betrachtet werden. Die Verfasser fordern nationale Regierungen, internationale Organisationen, Finanzinstitutionen und den privaten Sektor dazu auf, Tiergesundheit stärker in politische und finanzielle Prioritäten einzubinden. Dabei wird darauf verwiesen, dass Tierseuchen erhebliche volkswirtschaftliche Schäden verursachen und direkte Auswirkungen auf menschliche Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und soziale Stabilität haben können.

Ein weiterer Schwerpunkt der Erklärung ist die Modernisierung des öffentlichen Veterinärwesens. Digitale Technologien, verbesserte Surveillance-Systeme, Datenaustausch und innovative Diagnostik sollen zukünftig eine noch wichtigere Rolle spielen. Gleichzeitig wird die Bedeutung von gut ausgebildetem veterinärmedizinischem Fachpersonal hervorgehoben, einschließlich der stärkeren Einbindung junger Fachkräfte und Frauen in das Veterinärwesen.

Die WOAH-Mitgliedstaaten sprechen sich zudem für eine intensivere internationale Zusammenarbeit aus. Insbesondere bei zoonotischen Erkrankungen, der hochpathogenen aviären Influenza, der Afrikanischen Schweinepest sowie anderen grenzüberschreitenden Tierseuchen sollten Kooperation, Transparenz und harmonisierte Standards weiter ausgebaut werden. Die WOAH wird in diesem Zusammenhang als zentrale wissenschaftliche und koordinierende Instanz bestätigt.

Für praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte ist die WOAH-Erklärung vor allem deshalb relevant, weil sie die zentrale Rolle des Berufsstandes in der globalen Gesundheitsvorsorge ausdrücklich anerkennt. Die Veterinärmedizin wird als unverzichtbarer Bestandteil der internationalen Gesundheitsarchitektur beschrieben – nicht nur im Hinblick auf Tierseuchenbekämpfung, sondern auch für Pandemievorsorge, Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Tierhaltung und die Sicherstellung des internationalen Handels.

WOAH

Wasserhygiene für Impferfolg bei ND wesentlich

Die Newcastle Disease (ND) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die aktuell nach 30 Jahren ohne Ausbrüche wieder in den Bundesländern Brandenburg und Bayern grassiert. Das Virus ist hochansteckend und ein Ausbruch hat drastische wirtschaftliche Folgen. Deshalb ist die Impfung gegen die Erkrankung, die in der Regel über das Trinkwasser erfolgt, eine Pflichtimpfung, die regelmäßig bei Hühnern und Puten durchzuführen ist. Geflügelhalter sind angehalten, den Impfschutz zu prüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Für einen erfolgreichen Impfschutz ist aber nicht allein die Impfstoffgabe, sondern auch das begleitende Hygienemanagement maßgeblich, weiß Carola Basmer, Fachberaterin Geflügel. „Wir sehen in Blutuntersuchungen immer wieder unzureichende Impftiter, trotz korrekt durchgeführter Impfmaßnahmen.“

Ein zentraler Schwachpunkt ist laut Basmer die Trinkwasserhygiene, genauer gesagt der Umgang mit Desinfektionsmitteln, da die meisten der erhältlichen Impfstoffe Lebendimpfstoffe sind, also lebende, wenn auch abgeschwächte Viren enthalten. Diese wiederum sind sehr empfindlich.

Viele Betriebe setzen zur Kontrolle von Biofilmen in den Tränkwassersystemen noch immer auf herkömmliche Chlorprodukte. Verbleiben vor der Impfung Chlorreste im Leitungssystem, kann dies zu einer Inaktivierung des Impfstoffes noch im Rohr führen. „Das Tier nimmt zwar Wasser auf, aber keinen wirksamen Impfstoff mehr. Im schlimmsten Fall bleibt der Impfschutz komplett aus“, weiß Basmer.

Um diesen ungewollten Effekt zu vermeiden, müssen die Desinfektionsmaßnahmen rechtzeitig vor der Impfung gestoppt und die Leitungen gründlich gespült werden. „Es reicht nicht, einfach nur den Dosierer abzustellen“, betont Basmer. „Das System muss wirklich frei von Rückständen sein.“ Neben der regelmäßigen und fachgerecht angewendeten Impfung spielen aber auch weitere Biosicherheitsmaßnahmen eine wichtige Rolle. „Biosicherheit ist kein bürokratischer Aufwand, sondern ein wirtschaftlicher Schutzschild für den Betrieb“, fasst Basmer zusammen. Gerade bei der Newcastle Disease zeigt sich, dass nicht die Impfung allein über den Erfolg entscheidet, sondern die Bedingungen, unter denen sie stattfindet.

DGS

Umfrage zur Zukunft der Selbstständigkeit

Der Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte (WFG), der verbund unabhängiger Kleintierkliniken (VUK) und der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) wollen durch eine kurze Online-Umfrage (ca. 3 Minuten) herausfinden, wie Tierärzt:innen über das Thema Selbstständigkeit denken.
Durch die Umfrage sollen die größten Herausforderungen, Wünsche oder auch Hindernisse analysiert werden. Anschließend sollen passende Angebote zur Verwirklichung der Selbstständigkeit entwickelt werden.
Unter allen Teilnehmenden wird ein Ticket (inkl. Rahmenprogramm) für das DACH-Wirtschaftsforum am 15. und 16. September in Freiburg verlost.

Die Umfrage steht bis 31. Mai zur Verfügung.

Zur Umfrage >>>

Datenbank für Falltiere gefordert

In Deutschland versterben jedes Jahr Millionen Nutztiere auf landwirtschaftlichen Betrieben schon vor der Schlachtung. Die Hauptgründe sind Krankheiten oder Verletzungen, die sich Geflügel und Schweine sowie andere Tiere aufgrund von schlechten Haltungsbedingungen zuziehen. Wie hoch die Zahl der sogenannten Falltiere genau ist, steht nicht fest. Lediglich für Rinder wird jährlich eine Zahl ermittelt, die bei ca. 500.000 Tieren pro Jahr liegt.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher von der Bundesregierung, eine Datenbank über die Sterblichkeitsraten von Nutztieren zu erstellen, um einen grundlegenden Überblick über die tatsächliche Zahl der Tiere, die die Schlachtung gar nicht erst erreichen, sondern verenden oder notgetötet werden müssen, zu erhalten.

 „Die Bundesregierung hat offensichtlich kein Interesse daran zu wissen, wie viele Tiere in Deutschland “für die Tonne” gezüchtet werden“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Trotz bestehender Strukturen zur Entsorgung der Tiere werden diese Daten nicht systematisch gesammelt oder ausgewertet. Dadurch bleibt unsichtbar, wie groß das tatsächliche Ausmaß von Tierverlusten in der Landwirtschaft ist und wo die größten tierschutzrelevanten Probleme liegen.“

Gemäß Koalitionsvertrag sollte „eine praxistaugliche Rechtsgrundlage für Kontrolle und Kennzeichnung von toten Tieren in Verarbeitungsbetrieben tierischer Nebenprodukte“ geschaffen werden, was bisher nicht umgesetzt wurde, so der Verband. Die Tierschützer:innen fordern daher eine verpflichtende bundesweite Erfassung aller „Falltiere“ und ihrer Todesursachen in einer Datenbank.

Deutscher Tierschutzbund

Hessen stellt Broschüre rund um die Schaf- und Ziegenhaltung vor

Schafe und Ziegen tragen seit Jahrtausenden durch ihre Beweidung wesentlich zur Förderung der biologischen Vielfalt bei und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt und zur Pflege der Kulturlandschaft in Deutschland. Mit einer überarbeiteten Broschüre möchte das Land Hessen die Situation von Halter:innen dieser kleinen Wiederkäuer verbessern und neue Perspektiven aufzeigen.

Die Broschüre „Schaf- und Ziegenhaltung in Hessen“ bietet den Halter:innen und politischen Entscheidungsträger:innen umfassende Informationen zum Herdenschutz und beleuchtet unter anderem Tiergesundheit, Tierwohl und Wirtschaftlichkeit in der Haltung. Gleichzeitig möchte das hessische Landwirtschaftsministerium die gesellschaftliche Wahrnehmung und Wertschätzung dieser Haltungsformen stärken. Interessierten steht die Broschüre auf der Internetseite des Ministeriums zum Download zur Verfügung.

Darüber hinaus informiert die Broschüre über Bildungs- und Beratungsangebote des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH), Fördermöglichkeiten des Landes und stellt ausgewählte Projekte vor.

Da Ziegen sich auch als Haustiere zunehmender Beliebtheit erfreuen und nicht nur als Nutztiere gehalten werden, bietet Myvetlearn.de zwei Online-Seminare zu den kleinen Wiederkäuern für die tierärztliche Fortbildung an. Die beiden Kurse wurden in Zusammenarbeit mit der Tierklinik für Reproduktionsmedizin und Neugeborenenerkrankungen der Justus-Liebig-Universität durchgeführt.

Ministerium Hessen

Wettbewerbsfähigkeit der Industrie muss gestärkt werden

Für den Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) steht im nächsten Monat der Umzug nach Berlin an. Sein 40-jähriges Bestehen hat der Verband noch einmal in Bonn mit rund 200 Mitgliedern und Gästen gefeiert. In verschiedenen, unterschiedlich besetzten Podiumsdiskussionen zum Thema Perspektiven für die Tiergesundheit von morgen – Chancen und Herausforderungen zwischen Innovationen, Regulierung und Verantwortung wurde ein Fazit des vergangenen Jahres gezogen.

So war das nationale politische Umfeld durch die Regierungsneubildung mit komplexen Koalitionsverhandlungen und einem Reformwillen mit angezogener Handbremse geprägt. Gesetzesinitiativen wie die Änderungen am Tierarzneimittelgesetz (TAMG), das bereits in der vorherigen Legislatur begonnen worden waren, wurden beschlossen.

Die Rahmenbedingungen für die Tiergesundheitsbranche und die für sie in vielen Facetten bedeutende chemische Industrie wurden durch die US-Präsidentschaft, die Unsicherheiten auf Handelspolitik und internationale Konflikte schuf, weiterhin maßgeblich beeinflusst. Der BfT weist in einer aktuellen Presseaussendung darauf hin, dass die Branche daher gefordert ist, internationale Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Zu den weiterhin elementaren Aufgaben der Politik und der Gesellschaft gehören die überbordende Bürokratie, steigende Kosten, Ausbrüche von neuen und alten Tierseuchen sowie steigende gesellschaftliche Erwartungen mit Blick auf Tierwohl, Klima- und Umweltschutz.

Der Tiergesundheitsmarkt könne auf eine stetig positive Entwicklung in vier Jahrzehnten der Marktbeobachtung blicken. Um die regelmäßige Versorgung der Tiere und die notwendigen Innovationen sicherzustellen, bleibe es für die veterinärpharmazeutische Industrie wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland und Europa deutlich zu stärken, lautet die abschließende Forderung des Verbandes.

BfT

Garten-Vignette für den Igelschutz

Igel finden immer weniger Lebensraum, denn versiegelte Flächen sowie Zäune und Mauern nehmen den Wildsäugern den Platz für Rückzugsmöglichkeiten. Damit wird auch Suche nach Nahrung und Paarungspartnern massiv erschwert.

Um den bedrohten Tieren das Leben zu erleichtern und (über)lebenswichtige Wege für Igel wieder zu öffnen, hat Tierschutz Austria die Garten-Vignette ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist, Gärten in sichere Zufluchtsorte für Igel und andere Wildtiere umzuwandeln. Die Garten-Vignette zeigt: Hier sind Igel willkommen. Schon mit einem kleinen Durchgang von 13 x 13 Zentimetern im Gartenzaun könne dem Igel „freie Durchfahrt“ ermöglicht werden, sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria.

Teilnehmende Personen müssen lediglich ihren Garten mit nur kleinen Veränderungen igelfreundlich und wildtierfreundlich gestalten, damit wichtige Rückzugsorte geschaffen werden und sichere Wege erhalten bleiben. Nach dem Registrieren ihres Gartens erhalten die Besitzer:innen ihre Garten-Vignette und unterstützen damit den Tier- und Artenschutz.

Nur kurze Zeit nach dem Start der Initiative sind bereits 275 Gärten registriert, 150 Vignetten verkauft und mehr als 100.000 Quadratmeter Gartenfläche naturnah gesichert worden. Durch die Vernetzung dieser Flächen ist schon jetzt eine über 10 Kilometer lange „Igel-Straße“ entstanden – ein wachsendes Netzwerk an Lebensräumen für Wildtiere im Siedlungsraum.

„Dass so viele Menschen in so kurzer Zeit mitmachen, freut uns enorm, damit hatten wir nicht gerechnet“, erklärt Aschauer. „Jeder Garten, der dazukommt, macht die Igel-Straße länger und den Lebensraum für Wildtiere größer.

Da verletzte oder kranke Igel auch immer häufiger in der Tierarztpraxis landen, bietet Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung für Tierärzt:innen an. TFAs können sich mit der vierteiligen Reihe zu Wildtieren online fortbilden.

OTS

Mehr Geld für Rinderhaltende bei TBC-Ausbrüchen

Offiziell gilt Frankreich als frei von der Rindertuberkulose. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde ANSES wurden besonders im Südwesten des Landes sowie in der Normandie immer wieder TBC-Ausbrüche nachgewiesen. Trotz umfangreicher Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen hatten diese Ausbrüche lokal teils erhebliche Auswirkungen. Zu einer der möglichen Ursachen zählt die lange Überlebensdauer des Erregers in der Umwelt, wodurch auch indirekte Infektionen möglich sind.

Um die Rinderhalter:innen im Fall eines Tuberkulose-Ausbruchs besser zu entschädigen, hat die französische Regierung nun die Entschädigungszahlungen deutlich erhöht. Demnach erhalten die Landwirt:innen über zwei Jahre eine pauschale Zahlung in Höhe 3.350 Euro für jedes gekeulte Tier. Wie Landwirtschaftsministerin Annie Genevard mitteilt, gilt die Regelung rückwirkend ab Beginn des Wirtschaftsjahres 2025/26. Weiterhin können sich künftig die Tierhaltenden auch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen vollständig staatlich finanzieren lassen, die Kosten für den Abtransport der gekeulten Tiere werden ab sofort ebenfalls erstattet. Im Rahmen des Programms zur vorübergehenden Produktionsausfallkompensation können Beihilfen für Milchbetriebe künftig erhöht werden.

Mit der Erhöhung der Zahlungen beugt sich die Regierung den Forderungen verschiedener Agrarverbände. Die begrüßen den Beschluss und erwarten, dass dadurch Maßnahmen zur Bekämpfung der Rindertuberkulose konsequenter umgesetzt werden. Gleichzeitig fordern sie die vollständige Umsetzung des Tuberkulose-Maßnahmenplans für den Zeitraum 2024 bis 2029.

Landwirt-Media

Schweizerbauer

Bewerbungsfrist für den Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz gestartet

Bereits seit über 30 Jahren schreibt das Land Rheinland-Pfalz den Tierschutzpreis aus. Die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis ist gerade gestartet. Bis zum 30. September 2026 können einzelne Personen oder Gruppen, die im Bereich Tierschutz tätig sind, von Behörden, dem Tierschutzbeirat des Landes sowie Organisationen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden.

Der Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in vier Kategorien vergeben: für den besonderen ehrenamtlichen Einsatz und vorbildliche Einzelbeiträge für den Tierschutz sowie den vorbildlichen beruflichen Umgang mit Tieren und Projekte im Jugendtierschutz.

„Der Preis verhilft einzelnen Projekten und damit der Bedeutung des Tierschutzes zu Sichtbarkeit und soll zur Nachahmung anregen“, betont Umweltministerin Katrin Eder. Vorschläge, die Personen oder Institutionen in Rheinland-Pfalz betreffen, werden vorrangig berücksichtigt.

Ministerium Rheinland-Pfalz

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen soll beschleunigt werden

Der Deutsche Bundestag hat am 26. März 2026 beschlossen, die Anerkennung in Heilberufen zu beschleunigen. Demnach gilt für Ärzt:innen aus Drittstaaten ab dem 1. November 2026 eine schnellere sowie einheitliche und digitale Anerkennung.

Nach Zustimmung durch den Bundesrat sollen sich einerseits die Kenntnisprüfungen um eine Berufszulassungsprüfung im ärztlichen Bereich nicht auf etwaige Defizite konzentrieren, sondern gleiche Standards für alle anlegen. Andererseits haben die Bundesländer ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, sprachliche Kompetenzen von Antragstellenden aus Drittstaaten bereits vor der Berufsqualifikation zu prüfen. 

„Anerkennungsverfahren von Berufsqualifikationen dürfen nicht länger der Flaschenhals bei der schnellen Integration von qualifizierten Fachkräften in unseren Arbeitsmarkt sein, die unser Land dringend benötigt. Die direkte Kenntnisprüfung soll zum Regelfall werden und den Zugang in den Arbeitsmarkt deutlich beschleunigen. Einheitliche Standards und digitale Verfahren entlasten alle Seiten von überflüssiger Bürokratie. Schnelligkeit bei Verwaltungsakten ohne Abstriche bei unseren hohen Standards an die Versorgungsqualität und Patientensicherheit – genau das wird dieses Gesetz leisten“, erklärt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.

Dem neuen Gesetz zufolge soll eine elektronische Übermittlung (z.B. Datenaustausch zwischen Behörden) sowie als Alternative zur Schriftform auch die elektronische Form (z.B. Verzicht auf die Approbation) zulässig sein.

Für die Tiermedizin gilt dies nicht automatisch, da die Veterinärmedizin dem Bundeslandwirtschaftministerium und nicht dem Gesundheitsministerium unterstellt ist.

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Tierärzt:innen leisten wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit

Veterinärmediziner:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft. Darauf weist die österreichische Tierärztekammer anlässlich des am vergangenen Samstag begangenen World Veterinary Day hin.

Der Welttierärztetag hat das Ziel, die zentrale Rolle der Tierärzt:innen für Gesellschaft und öffentliche Gesundheit sichtbar zu machen. „Unsere Arbeit als Tierärzt:innen reicht weit über die medizinische Versorgung von Tieren hinaus: Wir sind Frühwarnsystem, Seuchenbekämpfer:innen und wirtschaftliche Stabilitätsfaktoren zugleich“, erklärt ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.

So leisten Tierärzt:innen einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten Landwirtschaft, unter anderem durch die Betreuung von Betrieben im Bereich Biosicherheitsmaßnahmen, was in Anbetracht grassierender Tierseuchen besonders bedeutsam sei, so Frühwirth.

„Wir Tierärzt:innen erkennen Entwicklungen frühzeitig und tragen entscheidend dazu bei, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten – zum Schutz von Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und letztlich auch der menschlichen Gesundheit“, betonte der ÖTK-Präsident. „Tierärzt:innen sichern nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch wirtschaftliche Existenzen. Tierärztliche Arbeit wirkt sich direkt auf Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion aus.“

ÖTK

ND-Impfung für alle Geflügelhaltungen verpflichtend

Brandenburg und Bayern verzeichnen immer wieder neue Ausbrüche der Newcastle Disease (ND). Von Polen und Tschechien hatte sich die Tierseuche bis über die deutsche Grenze hinweg ausgebreitet. Bislang mussten mehr als zwei Millionen Tiere allein in Brandenburg gekeult werden.

Neben großen Geflügelbetrieben sind auch Hobbyhaltungen von Ausbrüchen betroffen. Umso wichtiger sei die Impfung der Bestände, das beträfe sowohl gewerbliche als auch private Haltungen, sagt Thorsten Arnold, Fachtierarzt für Geflügel aus Ankum. Er appelliert dringend an alle Geflügelhalter:innen, den aktuellen Impfstatus umgehend zu prüfen und fehlende Impfungen schnellstmöglich nachholen. Arnold weist zudem darauf hin, dass die Impfung alle sechs Wochen wiederholt werden muss.

Da Impfstoffe meist nur in großen Mengen abgegeben wird, organisieren einige Tierarztpraxen und Geflügelvereine aktuell sogenannte Impftage, um den Impfstoff gemeinsam zu nutzen und in kleineren Mengen an mehrere Halter:innen verteilen zu können.

Sofern eine Anzeige beim zuständigen Veterinäramt und eine Dokumentation der Anwendung erfolgt sowie ein Impfplan erstellt wurde, dürfen Hobbyhalter:innen ihre Tiere selbst impfen – etwa über das Trinkwasser, als Spray oder per Augentropfen. Jedoch müsse der Bestand vor der Impfung klinisch untersucht werden, betont der Fachtierarzt. Denn nur gesunde Tiere dürften geimpft werden.

Neben der Impfung gewinne aber gerade jetzt auch die Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen an Bedeutung. Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.

Agrarheute

Südafrika geht mit umfangreichen Impfungen gegen MKS vor

In Südafrika grassiert seit August vergangenen Jahres die Maul- und Klauenseuche (MKS). Schwerste Ausbrüche verzeichnete das Land besonders im Februar 2026. Inzwischen hat sich die Seuche in fast allen Provinzen ausgebreitet. Als Konsequenz unterliegen viele landwirtschaftliche Betriebe der Quarantäne. Zudem wurden Viehauktionen eingestellt sowie Tiertransporte gestoppt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. 

Angesichts der sich verschärfenden Lage hat sich Südafrika Impfstoffe gesichert. Nach den Angaben der südafrikanischen Regierung hat das türkische Unternehmen Dollvet zwei Millionen Dosen Maul- und Klauenseuche-Impfstoff geliefert, die in den kommenden Tagen je nach Tierbestand und Risiko an die Provinzen verteilt werden sollen. Das Landwirtschaftsministerium teilte zudem mit, dass weitere vier Millionen Dosen bestellt worden seien. Fünf Millionen Impfstoffdosen hat das Ministerium außerdem in Argentinien bestellt. Die Lieferung soll in zwei Tranchen erfolgen, sobald die südafrikanische Arzneimittelbehörde die Importgenehmigung erteilt hat, hieß es in der Erklärung

Nach Meinung zahlreicher Viehhalter:innen hat die Regierung Südafrikas jedoch viel zu spät auf das Seuchengeschehen reagiert, was daher zu massiven Verluste geführt habe. So drohen der Regierung einige Klagen seitens der Tierhalter:innen..

Nach Plänen der Regierung sollen 80 % der etwa 14 Millionen Rinder in dem Land geimpft werden. Das Landwirtschaftsministerium gab bekannt, dass es einen Teil der Impfstoffdosen für die Schweinehaltung bereitstellen werde, da auch Schweine von Maul- und Klauenseuche betroffen sein können.

The Pig Site

Weltweit größter Schweinemarkt in der Krise

Auch in China machen sich die aktuellen Konflikte in verschiedenen Branchen bemerkbar. So kämpfen unter anderem die Schweinehalter:innen des weltweit drittgrößten Landes mit steigenden Kosten für Öl, Getreide und Futtermittel. Gleichzeitig fallen die Preise für Schweine weiter in den Keller und haben inzwischen ein Acht-Jahres-Tief erreicht. Der Hauptgrund dafür liegt in der sinkenden Nachfrage, die auf massive Überkapazitäten trifft. Diese basiere nach Meinung von Expert:innen auf der rasanten Industrialisierung der Branche, was sich auch nagativ auf die Fleischqualität und damit auf die nachfrage auswirke.

Die Vorgaben der Regierung, die Bestände zu regulieren und das Schlachtgewicht auf etwa 120 kg zu begrenzen, wurden von der Branche nicht befolgt. Chinas Landwirtschaftsminister Han Jun hat die großen Agrarkonzerne des Landes daher aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen, die Reduzierungsanforderungen umzusetzen und von einer rücksichtslosen Expansion abzusehen. 

Die angestrebten Maßnahmen sind im ersten Quartal 2026 ins Gegenteilige gerutscht. So ist die Produktion um 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 16,69 Millionen Tonnen gestiegen. Allein in den ersten drei Monaten wurden rund 200,26 Millionen Schweine geschlachtet, was einem Zuwachs von 2,8 % entspricht. Die Regierung wird sich nun intensiver bemühen, die Bestandsverkleinerung voranzutreiben.

Agrarheute

Wirtschaftlicher Druck für Tierheime wächst

Die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), die Ende 2022 in Kraft getreten ist, bringt vermeintlich auch immer mehr Tierheime in eine finanzielle Schieflage. Dies erklärt der Deutsche Tierschutzbund damit, dass einerseits die Institutionen mehr Geld für eigene Tierarztbesuche aufbringen müssen, andererseits sind Tierhaltende immer häufiger gezwungen, sich von ihren Tieren zu trennen, da sie sich die tiermedizinische Behandlungen nicht mehr leisten könnten.

Das ist dasErgebnis einer aktuellen Umfrage, die der Deutsche Tierschutzbund unter Tierschutzvereinen durchgeführt hat. Demnach haben 80 Prozent der Befragten erklärt, dass die Zahl der abgegebenen Tiere gestiegen ist. Zudem geben 60 Prozent der Tierheime an, dass sie seit der Anpassung der GOT in wachsendem Maße Fundtiere aufnehmen müssen, die sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurden. Nicht selten sind die betroffenen Tiere alt oder krank, was ihre Weitervermittlung erschwert.

Angesichts dieser angespannten Lage fordert der Deutsche Tierschutzbund von den Kommunen, dass sie die Kosten für die Betreuung von Fundtieren vollumfänglich übernehmen. „Ohne Spenden wäre in vielen Tierheimen längst das Licht aus“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Die Erhöhung der GOT sei zwar dringend notwendig gewesen, jedoch hätte diese die ohnehin schon sehr belasteten Tierheime und  Tierschutzvereine sehr hart getroffen, so Schröder. Daher setzt sich der Deutsche Tierschutzbund bei der für 2026 geplanten Evaluierung der GOT für eine Entlastung von Tierschutzeinrichtungen ein. Tierhaltenden wird dringend geraten, sich frühzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren bzw. eine solche abzuschließen. Je jünger und gesünder das Tier, um so niederiger sind die Beitragskosten.

Deutscher Tierschutzbund

World Veterinary Day: mehr Wertschätzung für die tierärztliche Arbeit

Am 25. April 2026 wird der World Veterinary Day begangen. Der internationale Ehrentag der Tiermediziner:innen wird seit inzwischen 26 Jahren immer am letzten Aprilsamstag gefeiert.

Mit diesem Feiertag soll die Arbeit der Veterinärmediziner:innen gewürdigt werden. Denn Tierärztinnen und Tierärzte leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Tiergesundheit, die Lebensmittelsicherheit und den Schutz der öffentlichen Gesundheit, betont der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT), der sich mehr Wertschätzung für den Berufsstand wünscht.

Neben der Behandlung der tierischen Patienten kümmern sich Tierärzt:innen auch um wichtige präventive Gesundheitsmaßnahmen sowie die Beratung von Tierhaltenden. Die Arbeitsbelastung ist regelmäßig auf einem hohen Niveau, hinzu kommen psychische Belastungen wie das Einschläfern von Tieren oder aggressives Verhalten von Patientenbesitzer:innen. Aber auch der wachsende organisatorische Aufwand und das mangelnde Verständnis können zu chronischem Stress und emotionaler Erschöpfung, bis hin zu gesundheitlichen Folgen, führen.

Um das zu vermeiden, sei ein respektvoller Umgang miteinander von zentraler Bedeutung, heißt es auf der Internetseite des BfT. Dieser beginnt bereits beim Besuch in der Praxis, durch Verständnis für auftretende Wartezeiten, Akzeptanz medizinischer Entscheidungen, realistische Erwartungen und eine offene, konstruktive Kommunikation.

Der World Veterinary Day bietet die Gelegenheit, die Arbeit der Tierärztinnen und Tierärzte bewusst zu würdigen.

BfT

Nomos-Verlag bringt Zeitschrift für das gesamte Tierschutzrecht heraus

Der Baden-Badener Verlag Nomos hat mit der TieR – Zeitschrift für das gesamte Tierschutzrecht ein neues Fachmedium auf den Markt gebracht, das für sowohl für Tierärzt:innen im amtlichen Dienst als auch Jurist:innen in Kanzleien, Behörden und Justiz hilfreich sein wird. Die Fachpublikation wird sechsmal pro Jahr erscheinen und soll eine bislang spürbare Lücke im juristischen Zeitschriftenwesen schließen.

Jede Ausgabe soll rechtssichere Orientierung, interdisziplinäre Perspektiven und konkrete Arbeitshilfen bieten. Dabei soll in den Ausgaben ein breites Themenspektrum abgedeckt werden, angefangen vom Artenschutzrecht über das Jagdrecht bis hin zum Recht der Tierversuche, Verbände und Vereine sowie Zirkus- und Zoohaltung.

Wissenschaft, NGOs und Verbände, die belastbare Antworten zu Tierschutz- oder Artenschutzfragen benötigen, werden in der neuen Publikation sicher fündig. Gerade für die amtstierärztliche Praxis dürfte die Zeitschrift eine wertvolle Ergänzung darstellen, da sie die rechtlichen Rahmenbedingungen des täglichen Vollzugsgeschehens systematisch aufbereitet.

Vet-Magazin

Mehr Gehalt für TFA ab Mai

Nach drei Verhandlungsrunden über den neuen Gehaltstarifvertrag für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) konnten sich der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) auf einen Tarifkompromiss einigen.

Die Tarifpartner legten für die kommenden 18 Monate einen neuen Tarifvertrag fest, der zum 1. Mai 2026 in Kraft treten wird. Die erste Erhöhung der Gehälter startet im kommenden Monat, ab dem 1. Januar 2027 wird dann die nächste Stufe wirksam. Im Durchschnitt steigen die Gehälter über den gesamten Tarifzeitraum um etwas mehr als 3 Prozent.

Außerdem werden die TFAs der Tarifgruppen I bis IV mit dem Junigehalt eine Einmalzahlung in Höhe von 230 Euro brutto erhalten.

Auch die Auszubildenden dürfen sich freuen: ihre Vergütung steigt mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2026/2027 im ersten Ausbildungsjahr auf 1.000 Euro, im zweiten auf 1.100 Euro und im dritten auf 1.200 Euro. „Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland und die Evaluierung der GOT haben die Tarifpartner einen tragfähigen Kompromiss gefunden, der den Tierarztpraxen und -kliniken Planungssicherheit gibt“, zeigt sich TFA-Referatsleiterin Katrin Hammermann des vmf zufrieden.

vmf

EuroTier: DLG-VetCon folgt dem bpt-Jahreskongress

Seit 30 Jahren findet die EuroTier alle zwei Jahre auf dem Messegelände Hannover statt. Der Startschuss für die diesjährige Ausgabe fällt am 10. November. Ab dann werden sich erneut mehr als 100.000 Besucher:innen auf der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management über Neuigkeiten in der Branche umsehen.
 
Von 2008-2024 hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) seinen Jahreskongress im Zweijahresrhythmus parallel zur EuroTier auf dem Messegelände durchgeführt. Ab diesem Jahr wird der bpt-Kongress allerdings von der Weltleitmesse abgekoppelt und neun Tage später beginnen.

Um den Groß- und Bestandstierärzt:innen im Rahmen der EuroTier jedoch weiterhin eine Plattform für den fachlichen Austausch zu bieten, findet am 12. und 13. November 2026 erstmals die DLG-VetCon – powered by EuroTier statt. Die von der Akademie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) organisierte Fachveranstaltung verbindet Weiterbildung, Networking und Innovationsschau. Eine Foyerausstellung begleitet die DLG-VetCon. 
 


Zielgruppe sind Groß- und Bestandstierärzte für die Tierarten Rind, Schwein und Geflügel, die sich auf eine Vielzahl an Vorträgen mit renommierten Expertinnen und Experten aus Veterinärmedizin und Tierhaltung, Workshops mit praxisnahen Inhalten und Lösungsansätzen, Guided Tours über die EuroTier mit exklusiven Einblicken in technische Innovationen sowie einem Networking-Abend freuen können.

DLG

BTK: GOT schützt Tierhaltende

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat anlässlich der bevorstehenden Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) davor gewarnt, die Debatte um vermeintlich „zu hohe Tierarztrechnungen“ im Pferdebereich zu verengen bzw. zu verkennen.

Wer die GOT substanziell schwächen oder gar abschaffen will, verkennt ihre zentrale Funktion: Die GOT schützt v. a. Tierhaltende. Sie schafft Transparenz, setzt verbindliche Ober- und Untergrenzen und trägt dazu bei, eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in Stadt und Land zu sichern. Eine Abschaffung würde daher nicht zu mehr Fairness führen, sondern zu weniger Verlässlichkeit und weniger Schutz.

In vielen europäischen Nachbarländern wird angesichts stark steigender Tierarztkosten, insbesondere im Notdienst, mit großem Interesse auf die Vorteile einer Gebührenordnung mit festgelegter Obergrenze geblickt. Zugleich sorgt die GOT dafür, dass tierärztliche Leistungen wirtschaftlich erbracht werden können. Die Novellierung im Jahr 2022 war nach mehr als zwei Jahrzehnten ohne grundlegende Anpassung überfällig. Grundlage war eine wissenschaftliche Bewertung der tierärztlichen Leistungen im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (heute Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat). Sie zeigte, dass die bis dahin geltenden Gebühren nicht ausreichten, um tierärztliche Leistungen kostendeckend abzubilden. Selbst die damalige Anpassung fiel noch maßvoll aus; steigende Kosten etwa für Personal, Verwaltung und Dokumentation, Energie, Versicherungen, medizinische Geräte und Entsorgung waren dabei noch nicht vollständig berücksichtigt, heißt es von Seiten der BTK.

„Die GOT ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden, sondern ein Schutzmechanismus für Qualität, Transparenz und Versorgungssicherheit“, erklärt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Wer die Gebührenordnung abschaffen will, riskiert am Ende genau das Gegenteil dessen, was Tierhaltende brauchen: unübersichtliche Preise, wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Praxen, eine schlechtere Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig sogar höhere Kosten für die Tierhaltenden selbst.“

Eine angemessene Vergütung sei die Voraussetzung dafür, dass Tierarztpraxen qualifiziertes Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das diene auch unmittelbar dem Tierwohl. Denn bereits heute sei es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden. Gerade im Notdienst zeige sich, wie wichtig ein belastbarer Gebührenrahmen ist.

Die BTK spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln, nicht aber ihren Kern infrage zu stellen. Dazu gehört auch eine regelmäßige, idealerweise jährliche Anpassung der Gebührenhöhe. Denn planbare, schrittweise Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen: Kosten werden dadurch berechenbarer. Tierhaltende brauchen keine Abschaffung der GOT, sondern eine nachvollziehbare, qualitativ hochwertige und auch künftig flächendeckende tierärztliche Versorgung.

Die Pferdebranche mahnt hingegen an, dass sich viele eine Pferdehaltung in Deutschland aufgrund der stark gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr leisten können und der Pferdesport im Niedergang begriffen ist. Gleichwohl hätten die hohen Tierarztkosten, die in der GOT begründet seien, zur Folge, dass Tiere nicht mehr behandelt und aus wirtschaftlichen Gründen bei zu hohen Behandlungskosten euthanasiert würden. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Pferdesportverbände die Politik auf zu handeln. Der Evaluierungsprozess der GOT solle erweitert und die GOT bis dahin ausgesetzt werden.

BTK

Pferdesportverbände fordern umgehende Aufhebung der GOT

Angesichts der weiterhin hohen Belastungen der Pferdehalter durch die stark gestiegenen Tierarztkosten seit des Inkrafttretens der neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 werden die Rufe nach umgehenden Entlastung der Pferdehalter:innen lauter und der Ton gegenüber den Tierärzt:innen rauer.

Vor dem Hintergrund der laufenden Evaluierung der GOT haben Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband für Traberzucht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer einen gemeinsamen Brief übermittelt, der einen sofortigen Handlungsbedarf betont. Darin wird auf die wachsende finanzielle Überforderung vieler Halter:innen hingewiesen, die sich bereits in rückläufigen Zahlen in Zucht und Sport niederschlägt.

Entsprechend greife die derzeitige Evaluierung der GOT in den Augen der Verbände zu kurz: sie untersucht die Folgen für Tierhalterinnen und Tierhalter nicht und sie beantwortet nicht die zentrale Frage, wie eine wirtschaftlich tragfähige tierärztliche Versorgung für alle Beteiligten langfristig gesichert werden kann. Außerdem führe der steigende Anteil von Praxen in Fremdbesitz dazu, dass ein großer Teil der finanziellen Last nicht der veterinärmedizinischen Versorgung, sondern Kapitalgesellschaften zugutekommt. Die Folgen dieser Entwicklung würden in der laufenden Evaluierung ebenfalls bislang nicht untersucht werden.

Die drei Verbände fordern deshalb eine Erweiterung des Evaluationsauftrags, auch um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Pferdehaltung zu sichern und negative Folgen für Tiergesundheit, Zucht und den gesamten Pferdesektor abzuwenden.

Bis dahin sollte die GOT umgehend aufgehoben werden: „Wir fordern die umgehende Aufhebung der Verbindlichkeit der Gebührenordnung, um eine sofortige Entlastung der Verbraucher zu erreichen. Unserer Auffassung nach sollte die Vergütung tierärztlicher Leistungen Abstimmungssache zwischen Pferdehalter und Tierarzt sein.“  

FN

Forderung nach Nachtfahrverbot für Mähroboter erneuert

Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen auf smarte Garten-Technologien. So wächst auch die Zahl der Mähroboter stetig. Der steigende Einsatz dieser Gartenhelfer in privaten Gärten führt allerdings auch immer häufiger zu schlimmsten Verletzungen von Igeln, sowie anderen Reptilien und Amphibien. Nicht selten werden den ohnehin schon geplagten Wildsäugern ganze Gliedmaßen und andere Körperteile abgetrennt. Denn trotz der ausgefeilten Technologie erkennen die Geräte die Tiere nur unzureichend.

Den dämmerungs- und nachtaktiven Igeln wäre schon damit geholfen, wenn die Mähroboter lediglich tagsüber zum Einsatz kämen. So fordern nun zwölf Organisationen mit einem offenen Brief an den zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter .

„Dass Igel Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste stehen, ist ein Warnsignal, welches nicht überhört werden darf und dringenden Handlungsbedarf erfordert. Durch ein bundesweites Verbot des Einsatzes von Mährobotern von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, könnte das Risiko für den Tod zahlreicher Igel deutlich gesenkt werden”, so die unterzeichnenden Organisationen.

So erneuern sie ihre Forderung, das Nachtfahrverbot für Mähroboter als Schutzmaßnahme gesetzlich zu verankern. Eine bundesweite Regelung wurde zwar bei der in der letzten Legislatur geplanten Reform des Tierschutzgesetzes diskutiert und in Gesetzentwürfen festgehalten, scheiterte jedoch durch das Ampel-Aus. Zuletzt hatte auch der Städtetag ein bundesweites Verbot gefordert.

Immer häufiger werden verletzte Igel in Tierarztpraxen vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de Tierärzt:innen eine entsprechende Online-Fortbildung zu dem Wildsäuger an. Übrigens: noch bis zum 12. April 2026 gewähren wir 15% Osterrabatt auf nahezu alle Kurse des E-Learningportals.

Deutscher Tierschutzbund

Leitfaden klärt über Zuständigkeiten bei der Wildtierrettung auf

Frühlingszeit ist Jungtierzeit. Die engagierten Tierretter:innen haben aktuell viel zu tun. Über die Zuständigkeiten bei einer Wildtierrettung auf fremdem Grund und Boden klärt der aktuelle „Leitfaden Jungtierrettung“ des Tierparks Nordhorn auf.

Dieser beantwortet im Speziellen die wichtigsten Fragen rund um die Rettung von Gelegen von nicht jagdbaren Arten. Dazu gehören unter anderem Fasan, Stockente oder Rebhuhn. Bei den auf den zu mähenden Wiesen und Feldern gefundenen Gelegen, deren Anzahl nach Informationen des Tierparks in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, haben Jäger:innen ein Aneignungsrecht. Bei allen Nichtwildarten (z.B. Brachvogel, Kiebitz, etc.) ist die Aneignung verboten!

Es ist verboten, die Gelege dieser Arten zu zerstören oder zu entfernen. Die Jäger:innen bzw. andere Helfer:innen sind somit verpflichtet, diese zu kennzeichnen, so dass sie bei der Feldbearbeitung gesehen werden können. Bei der Feldbewirtschaftung müssen diese Areale dann von den Landwirt:innen ausgespart und geschützt werden. Diese Einschränkung müssen die Bewirtschafter:innen hinnehmen.

Diese und weitere Fragen werden im „Leitfaden Jungtierrettung“ beleuchtet, in der Hoffnung, mehr für Mensch und Tier zu erreichen.

Da gerade jetzt viele verletzte oder verwaiste Wildtiere in die Tierarztpraxis gebracht werden, bietet Myvetlearn.de eine vierteilige Kursreihe zu Wildtieren in der Praxis für Tierärzt:innen sowie eine separate Reihe für Tiermedizinische Fachangestellte an. Bei Buchung bis zum 12. April 2026 gilt auch auf diese Reihen ein Osterrabatt in Höhe von 15%.

Tierpark Nordhorn

StIKo Vet gegen Impfung von Hunden gegen Aujeszky‘sche Krankheit

Ende November 2025 ist bei zwei Jagdhunden nach einer  Drückjagd im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) die Aujeszky‘sche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Die betroffenen Tiere mussten eingeschläfert werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten sich die beiden Hunde durch den Kontakt mit Wildschweinen infiziert.

Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, verläuft bei Hunden fast immer tödlich und ist nicht heilbar. Infizierte Tiere zeigen Symptome wie starken Juckreiz und Speichelfluss sowie eine große Unruhe und Erregbarkeit. Neben Hunden können sich auch Katzen und in seltenen Fällen auch Wiederkäuer infizieren.

Der Fall hat nun eine erneute Diskussion um die Impfung von Hunden gegen die Krankheit entfacht, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf seiner Internetseite mitteilt.

Während die AK in den 1990er Jahren durch die konsequente Impfung mit einem Markerimpfstoff und die Keulung der mit dem Feldvirus-infizierten Bestände in der Hausschweinpopulation getilgt werden konnte, tritt die Krankheit nach wie vor bei Wildschweinen in Deutschland auf. Besonders für Jagdhunde besteht die Gefahr einer Infektion, wenn die Tiere Zugang zum Aufbruch oder rohem Fleisch erhalten oder nach oronasalem Kontakt mit Sekreten an Gebräch, Pinsel und Rauschknospe.

Das FLI warnt ausdrücklich davor, Hunde mit einem für Schweine zugelassenen Lebendimpfstoff gegen AK zu vakzinieren, da die Impfung bei Schweinen einen zuverlässigen Impfschutz bewirkt, beim Hund hingegen eine vollständige Ausprägung des Krankheitsbildes verursachen kann. Diese Gefahr besteht bei der Anwendung von Inaktivatimpfstoffen nicht, vermittelt aber auch keinen sicheren Impfschutz, wie Impfversuche in der Vergangenheit gezeigt haben.

Gemäß der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gibt es in Europa keinen für Hunde zugelassenen AK-Impfstoff. Grundsätzlich könne aber nach Artikel 112 der Europäischen Tierarzneimittelverordnung in Eigenverantwortung jeder beliebige, in der EU zugelassene AK-Inaktivatimpfstoff für den Hund umgewidmet werden. 

Die Impfung von Hunden gegen AK mit einem der verfügbaren, inaktivierten Vollvirusimpfstoffe wird von der StIKo Vet jedoch nicht empfohlen, da diese allenfalls eine marginale Schutzwirkung entfaltet. So weist das Institut darauf hin, der einzige Schutz gegen eine Infektion von Jagdhunden ist, die Tiere nach Jagd oder Ausbildung vom Streckenplatz und von potentiell infektiösem Material (Aufbruch und Pirschzeichen) fernzuhalten.

FLI

Hunde vor Fuchsräude schützen

Mit den warmen Temperaturen, die der Frühling voraussichtlich in den kommenden Tagen mitbringt, steigt auch das Risiko, dass sich die Fuchsräude (Sarcoptes-Räude) verbreitet. Die hochansteckende Krankheit, die durch Grabmilben (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird, befällt in erster Linie Füchse, Waschbären und Steinmarder. Aber auch für Hunde und Katzen besteht ein großes Risiko, sich durch den Kontakt mit befallenen Füchsen, deren Bauen oder Kadavern anzustecken.  

In Deutschland ist die Fuchsräude weit verbreitet, in einigen Regionen mit einer sehr dichten Fuchspopulation, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, gibt es eine Häufung von Fällen. Die Behörden im Landkreis Konstanz bekommen immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchsen, insbesondere in der Nähe von Siedlungen, sagt das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. Auch innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, so ein Sprecher des dortigen Landratsamtes.

Erkrankte Füchse können Symptome wie Fellverlust (besonders an Rute und Rücken), blutig gekratzter Haut, Apathie sowie Verlust der Scheu zeigen. Befallene Hunde leiden ebenfalls unter massivem Juckreiz und Hautentzündungen. Um zu verhindern, dass sich Hunde anstecken, sollten Halter:innen ihre Vierbeiner möglichst von Fuchsbauten fernhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anleinen. Bei Verdacht sollte sofort ein:e Tierärzt:in aufgesucht werden, da die Krankheit unbehandelt schwer verläuft.

Gerade in der Paarungszeit der Füchse besteht laut Ministerium ein besonders hohes Risiko, dass sich die Krankheit ausbreitet. Jedoch sei keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten.

Proplanta

Aufzeichnung des FLI-Webinars zur ND jetzt verfügbar

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat am 24. März 2026 anlässlich des anhaltenden Infektionsgeschehens bei der Newcastle-Krankheit (ND) und der Geflügelpest (HPAI) ein Webinar für Geflügelhaltende und Tierärzt:innen angeboten. Dieses war mit 1.000 Teilnehmenden ausgebucht. Nun steht die Aufzeichnung des Webinars online zur Verfügung.

Einige Fragen blieben trotz intensiver Frage und Antwort-Runde offen, diese werden noch beantwortet und baldmöglichst ebenfalls auf der Themenseite zur Newcastle-Krankheit zur Verfügung gestellt. Dort sind auch Antworten auf häufige, grundlegende Fragen (FAQ) sowie ein Merkblatt zu ND zu finden.

Mitmachaktion gegen das Leid von Straßenkatzen

Der Frühling ist in Deutschland angekommen. So wird es auch bald wieder eine Flut von Katzenkitten geben, die von Straßenkatzen abstammen. Nahezu alle dieser auf der Straße geborenen „Frühjahrskätzchen“ sind krank, mehr als ein Drittel sogar schwer, wie der Deutsche Tierschutzbund mahnt. Unzählige Jungkatzen sterben unbemerkt oder werden in die ohnehin überfüllten Tierheime gebracht.

„Solange die Bundesregierung nicht handelt, werden Leid und Tod weitergehen“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und erneuert mit Nachdruck seine Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Nur so ließe sich das unermessliche Leid verringern, so Schröder. Denn die mehr als zwei Millionen Straßenkatzen in Deutschland stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängerkatzen ab.

„Viele leiden unter Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Unterernährung oder Parasitenbefall“, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Ein Überleben sei nur mit einer tierärztlichen Versorgung möglich, so Zohni weiter. Tierheime und Tierschutzvereine, die sich der Straßenkatzen annehmen, trügen dabei die Hauptlast.

Deutscher Tierschutzbund