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Shamonda-Virus für neurologische Störungen bei Pferden verantwortlich?

Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) der Schweiz hat am 31. Juli 2026 erstmals das europäische Shamonda-Virus (SHAV) in Proben von Rindern nachgewiesen. Die Tiere hatten zuvor Fieber, Durchfall und Milchrückgang gezeigt. Seitdem wurde das Virus auch in abortierten Rinderfoeten und im Hirnmaterial von Pferden mit zentralnervösen Störungen nachgewiesen. Anschließend konnten auch Antikörper, welche im Schmallenberg-Antikörper-Test kreuzreagieren, in mehreren Pferden und zwei Alpakas nachgewiesen werden.

Der Nachweis der Antikörper weist auf eine vorausgegangene Exposition gegenüber dem Virus hin, erlaubt jedoch keinen Rückschluss auf einen kausalen Zusammenhang zwischen einer möglichen Shamondavirus-Infektion und den beobachteten neurologischen Symptomen.

Aus der Literatur geht hervor, dass Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe, zu der das Shamondavirus ebenso wie das Schmallenberg-Virus gehören, zwar vor allem Wiederkäuer, aber selten auch Pferde infizieren können. Der Virusnachweis wurde aber in Europa bei Pferden noch nie erbracht.

Seit einigen Wochen werden in der Schweiz vermehrt Fälle von ungeklärten zentralnervösen Erkrankungen bei Pferden in verschiedenen Regionen der Schweiz gemeldet; ein Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und dem Orthobunyavirus gilt als sehr wahrscheinlich.

Virus auch bei erkranktem Pferd in Baden-Württemberg nachgewiesen

Auch in Deutschland werden unterdessen auffällige Fälle bei Pferden untersucht. Dr. med. vet. Bianca C. Schwarz, DipECEIM, European Veterinary Specialist in Equine Internal Medicine, berichtet gegenüber dem Bayerischen Wochenblatt von Beobachtungen im Saarland und in der Rheinebene. 

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat inzwischen eine Infektion bei einem Pferd mit zentralnervösen Störungen aus Rheinland-Pfalz sowie einem Alpaka aus Hessen bestätigt. In Proben von Schafen und Ziegen aus Baden-Württemberg, die dem FLI freundlicherweise zu Monitoringzwecken zur Verfügung gestellt wurden, ist ebenfalls SHAV nachgewiesen worden. Die Ausbreitung bei empfänglichen Tieren in Deutschland hält an, wobei eine exakte und einheitliche Erfassung der Fälle in Deutschland aufgrund fehlender Meldepflichten bisher nicht erfolgt. Daher kann das FLI nicht wie sonst bei meldepflichtigen Tierseuchen üblich Verbreitungskarten auf Basis der von den Landesveterinärbehörden ins Tierseuchennachrichtensystem eingetragenen bestätigten Fälle erstellen.

Betroffene Pferde sind häufig teilnahmslos und matt. Im weiteren Verlauf können Schläfrigkeit und Koordinationsprobleme auftreten, die mit einem unsicheren oder schwankenden Gang einhergehen. Auch Muskelzuckungen und eine ungewöhnlich starke Reaktion auf Berührungen oder andere Reize können auftreten. Eine schiefe Kopfhaltung, unwillkürliche Augenbewegungen oder Schielen können ebenfalls auf Gleichgewichtsstörungen hinweisen.

Die Prognose ist sehr unterschiedlich. Es scheint leichte Fälle zu geben, so dass sich die Pferde wieder erholen, aber auch so schwere, dass die Pferde von ihrem Leiden erlöst werden müssen. Grundsätzlich ist aktuell nur eine symptomatische Behandlung möglich.

Der Virusnachweis gelang bislang nur im Hirnmaterial, während Blut und Liquor negativ blieben, wodurch es aktuell keine Möglichkeit der Diagnostik für lebende Pferde gibt. Es werde aber mit Hochdruck daran gearbeitet, heißt es aus dem IVI.

Es wird vermutet, dass das Virus durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen wird, weshalb einem konsequenten Insektenschutz eine große Bedeutung zukommt.

IVI

BfR: Antibiotikaverbrauchsmengen in 2025 leicht rückläufig – Resistenzentwicklung unerfreulich

Die Antibiotikaverbrauchsmengen bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten sind für das Jahr 2025 um 3% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Insgesamt wurde im Jahr 2025 in allen Nutzungsarten ein Antibiotikaverbrauch von etwa 494 Tonnen erfasst. Das geht aus dem Jahresbericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor.

Die bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten erfassten Verbrauchsmengen von für die Humanmedizin besonders wichtigen Wirkstoffen konnte seit Bestehen des Antibiotika-Minimierungskonzeptes deutlich von über 66 Tonnen im Jahr 2014 nur bei Masttieren auf 29 Tonnen im Jahr 2025 bei allen Nutztieren reduziert werden. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Reduktion des Antibiotikums Colistin zurückzuführen. 

Auch die Therapiehäufigkeiten war bei zugekauften Kälbern, Milchkühen sowie Lege- und Junghennen rückläufig; besonders stark bei Legehennen (−55 %) und Milchkühen (−7 %). Bei Mastferkeln und ‑schweinen, Masthühnern sowie Mastputen stieg die Therapiehäufigkeiten dagegen zumeist an.

„Seit der Einführung des Antibiotika-Minimierungskonzepts ist der Einsatz von für die Humanmedizin wichtigen Wirkstoffen deutlich reduziert worden”, sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. „Zudem sind in vielen neu in das System aufgenommenen Nutzungsarten bereits leichte Rückgänge des Antibiotika-Einsatzes zu verzeichnen. Bei den Masttieren sollte allerdings eine weitere Reduktion angestrebt werden.“ 

Dagegen ist die Resistenzentwicklung bei E. coli von Mastschweinen sowie Mastkälbern und Jungrindern weniger positiv als noch vor zwei Jahren. Kurzfristig, im Vergleich von 2025 zu 2023, stiegen die Resistenzraten bei E. coli von Mastschweinen bei der Schlachtung gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim signifikant an. Die langfristigen Trends für den Zeitraum von 2015 bis 2025 zeigen bei Mastschweinen lediglich gegenüber einer einzigen Substanz eine statistisch signifikante Abnahme der Resistenz, nämlich gegenüber Tetracyclin. Gleichzeitig gab es eine statistisch signifikante Zunahme der Resistenz gegenüber dem Makrolid Azithromycin. 

Auch bei Mastkälbern und Jungrindern wurde eine kurzfristige signifikante Zunahme der Resistenzraten gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim festgestellt. Langfristig stehen zwei statistisch signifikanten Rückgängen von Resistenzraten (gegen Nalidixinsäure und Azithromycin) sogar drei Zunahmen gegenüber (gegen Ampicillin, Chloramphenicol und Tetracyclin). Angesichts des ansteigenden Antibiotika-Einsatzes bei Masthühnern und ‑puten ist auch in diesen Nutzungsarten mit weiteren Zunahmen der Resistenzen von E. coli zu rechnen.

Weitere Informationen zum Thema Antibiotikaeinsatz bei Lebensmittel liefernden Tieren finden sich auf der BfR-Website. Online-Fortbildungen zur Antibiotikaminimierung im Stall finden Landwirt:innen und Tierärzt:innen auf VetMAB.de

BfR

Umfrage zur tiermedizinischen Ausbildung mit Schwerpunkt One Health  

Mit einer globalen Online-Umfrage zu One Health und Planetary Health möchte die Weltvereinigung für Veterinärmedizin (World Veterinary Association, WVA) herausfinden, wie weltweit die Konzepte in Studium und Ausbildung der Gesundheitsberufe verankert sind und wie die notwendigen Kompetenzen vermittelt werden. Denn noch fehlen messbare Belege dafür, wie effektiv diese in die Aus- und Weiterbildung verschiedener Disziplinen und Länder integriert werden. Ziel dieser Umfrage ist ein besseres Verständnis, wie One Health und Planetary Health gelehrt, verstanden und in der Praxis angewendet werden.

Studierende und Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens sind eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen. Die Ergebnisse der Studie tragen dazu bei, evidenzbasierte Empfehlungen zu entwickeln, die mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen übereinstimmen. Ziel ist es, die interdisziplinäre Ausbildung zu stärken, die Qualifizierung der Fachkräfte im Gesundheitswesen zu verbessern, die Widerstandsfähigkeit von Klima und Ökosystemen zu fördern und die globale Gesundheitssicherheit weltweit zu verbessern. Jede Antwort hilft dabei, die erste globale Basiserhebung zur Integration von „One Health“ und „Planetary Health“ in den Gesundheitsberufen zu erstellen.

Die Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 10 Minuten. Machen Sie mit und unterstützen Sie so die Weiterentwicklung der Ausbildung und des Studiums im Sinne des One Health-Gedankens!

Hier geht es zur Umfrage

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Neues Virus bei Rindern in Deutschland nachgewiesen

In Deutschland ist erstmals das Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe bei Rindern festgestellt worden. Der Nachweis erfolgte durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), nachdem mehrere Tiere in Süddeutschland klinische Symptome zeigten, die auf das Schmallenberg-Virus hinwiesen. Die Untersuchungen auf das Schmallenberg-Virus verliefen in der Folge jedoch negativ. Auch Infektionen mit dem Blauzungenvirus (BT) konnten ausgeschlossen werden.

Das neu nachgewiesene Orthobunyavirus wird durch blutsaugende Gnitzen übertragen und kommt vor allem in Afrika, Asien und Australien bei Wiederkäuern vor. Nach dem erstmals vor rund 15 Jahren nachgewiesenen Schmallenberg-Virus gibt es damit erneut gesicherte Hinweise auf die Einschleppung eines neuen Virus dieser Gruppe nach Deutschland.

Die vollständige Charakterisierung des Erregers soll in den kommenden Wochen erfolgen. Zudem arbeitet das FLI an der Anpassung und Entwicklung spezifischer diagnostischer Verfahren. Die Untersuchungen der kommenden Wochen werden zeigen, wie rasch sich das Virus ausbreitet, welche Tierarten besonders betroffen sind und mit welchen klinischen Folgen zu rechnen ist.

Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Orthobunyaviren erfordere einen entsprechenden zeitlichen Vorlauf und setze umfangreiche Informationen über die klinische und insbesondere reproduktionsmedizinische Bedeutung des Erregers voraus, so Prof. Dr. Martin Beer, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts. Noch ließe sich auch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Infektionen trächtiger Tiere zu Schädigungen der Feten führen können. 

Da die Gnitzensaison in Deutschland noch bis Ende November andauern kann, müsse mit einer weiteren und möglicherweise schnellen Ausbreitung des Virus in empfänglichen Tierbeständen gerechnet werden, so das FLI abschließend.

FLI

Globale Umfrage zum Stand der Kleintiermedizin

Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) bittet Tierärzt:innen und andere tiermedizinische Fachkräfte, an einer globalen Umfrage teilzunehmen. Das Ziel dieser Umfrage ist die Stärkung und Förderung der tierärztlichen Kleintierpraxen auf der ganzen Welt. Die Antworten der Teilnehmenden sollen dazu beitragen, Realitäten, Herausforderungen und Chancen der Kleintiermedizin besser zu verstehen.

Diese wegweisende Initiative bildet die Grundlage für den kommenden globalen Bericht zum Stand der Kleintiermedizin – eine wichtige neue Publikation der WSAVA, die entscheidende Erkenntnisse für Tierärzte und andere tiermedizinische Fachkräfte liefert, nationale Verbände stärkt und globale Interessenvertretung und Maßnahmen unterstützt. Die Bearbeitung der Umfrage dauert etwa 20 bis 25 Minuten, alle Antworten sind vertraulich und werden nicht mit dem Namen oder der Organisation verknüpft.

Alle Teilnehmenden haben zudem die Chance, eine kostenlose Anmeldung für den WSAVA-Kongress und/oder WSAVA Academy Credits zu gewinnen. 

Hier gehts direkt zur Umfrage

WSAVA

Österreich plant Außenstelle für Nutztiermedizin

Besonders in ländlichen Regionen siedeln sich immer weniger Tierärzt:innen an, was die tierärztliche Versorgung von Nutztieren gefährdet. Um Studierenden der Veterinärmedizin die Nutztiermedizin näherzubringen, plant die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) gemeinsam mit dem Land Oberösterreich eine neue Außenstelle für Nutztiermedizin. Hier sollen künftig zehn bis zwanzig Studierende pro Semester sowie wissenschaftliches Personal, Ausbildende und Tierärzt:innen in die Arbeit der Außenstelle eingebunden werden.

Die gemeinsame Ausbildungsinitiative soll dem wachsenden Nutztierärztemangel entgegenwirken. Geplant ist die Einrichtung einer Außenstelle im Zentralraum, die künftig als Ausbildungs- und Forschungsstandort für Wiederkäuer-, Schweine- und Geflügelmedizin dienen soll. Neben klinischen Ausbildungsmodulen in Kooperation mit regionalen Tierarztpraxen sind Bereiche der angewandten Forschung sowie Weiterbildungsangebote geplant. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Höheren landwirtschaftlichen Schulen intensiviert werden, um frühzeitig Interesse an der Nutztiermedizin zu wecken.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen eine verlässliche tierärztliche Versorgung direkt in den Regionen. Die neue Außenstelle ist ein Meilenstein für unsere heimische Landwirtschaft“, erklärt Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger. „Wir investieren gezielt in die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte und stärken damit unseren ländlichen Raum“, ergänzt Landeshauptmann Thomas Stelzer.

„Mit der neuen Außenstelle in Oberösterreich schaffen wir einen wichtigen Ausbildungsstandort für die Nutztiermedizin und stärken gleichzeitig die Praxisnähe im Studium. Unser Ziel ist es, Studierende frühzeitig mit den vielfältigen beruflichen Perspektiven in der Großtierpraxis und den Chancen des ländlichen Raums vertraut zu machen. Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit dem Land Oberösterreich, den Schulen sowie allen Partnern, um gemeinsam die tierärztliche Versorgung der Zukunft zu sichern“, sagt Vetmeduni-Rektor Matthias Gauly abschließend.

Vetmeduni Wien

Maßnahmen zur Sicherung des tierärztlichen Nachwuchses dringend notwendig

Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) hat eine aktuelle Zukunftsprognose zur Entwicklung der tierärztlichen Versorgung in Österreich veröffentlicht. Demnach bereitet die derzeitige Altersstruktur große Sorgen. Denn zum Ende des vergangenen Jahres waren rund 360 versorgungsrelevante Tierärzt:innen über dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter angesiedelt. Entsprechend werden in den nächsten Jahren ein Großteil erfahrener Praktiker:innen aus dem Berufsleben ausscheiden, so die ÖTK.

Die Studie hat gezeigt, dass in den kommenden 14 Jahren durchschnittlich rund 84 Pensionierungen pro Jahr stattfinden werden. Besonders im Nutztierbereich würden diese Stellen nicht mehr adäquat besetzt werden können. So prognostiziert die Studie ein Defizit zwischen 43 und minus 65 Vollzeitäquivalenten, je nachdem, wie sich das tatsächliche Pensionsverhalten der Tierärzt:innen entwickeln wird. Dies entspricht etwa 70 bis 100 Tierärzt:innen, die für eine ausreichende Versorgung im Nutztierbereich fehlen würden.

Die ÖTK zeigt sich aber zufrieden, dass die Zukunftsprognose bei verschiedenen Medien auf großes Interesse gestoßen ist und das Thema aufgegriffen haben. So werde vermehrt auf die Notwendigkeit, frühzeitig Maßnahmen zur Sicherung des tierärztlichen Nachwuchses und zur langfristigen Aufrechterhaltung der tierärztlichen Versorgung in Österreich zu ergreifen, aufmerksam gemacht.

ÖTK

Verbot der Anbindehaltung in Niedersachsen in Kraft getreten

Als erstes deutsches Bundesland steigt Niedersachsen aus der Anbindehaltung für Rinder aus.  Am gestrigen Dienstag (02.06.2026) sind die niedersächsischen Veterinärbehörden über das Inkrafttreten des Runderlasses informiert worden und haben nun vier Wochen Zeit, die Untersagung der Anbindehaltung mittels Allgemeinverfügung öffentlich bekanntzugeben.

„In Zukunft wird in Niedersachsen kein Rind mehr sein Leben im Stall angebunden verbringen. Ich bin froh und dankbar, dass die unterschiedlichsten Interessengruppen aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Tierschutz beim ‚Niedersächsischen Tierschutzplan für nachhaltige Nutztierhaltung‘ gemeinsam einen Ausstiegsplan erarbeitet haben, sich vereint hinter dieses Ziel stellen und an einem Strang ziehen. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes und kann Vorbild für ganz Deutschland sein. Auf diesen gemeinsamen Ausstiegsplan können alle Beteiligten stolz sein“, erklärt Landwirtschafts- und Tierschutzministerin Miriam Staudte.

Für die Landwirt:innen sind Übergangsfristen vorgesehen. Abhängig von der Haltungsform sind diese nun aufgerufen, binnen einer bestimmten Frist mitzuteilen, ob sie beabsichtigen, die Anbindehaltung auf ein anderes Haltungssystem umzustellen oder die betroffene Rinderhaltung aufzugeben.

Betriebe mit saisonaler, kombinierter oder Anbindehaltung von männlichen Mastrindern, die ihrer Meldepflicht nicht nachkommen oder beabsichtigen, die betroffene Rinderhaltung aufzugeben, müssen diese mit Ablauf von fünf Jahren ab Bekanntgabe der Allgemeinverfügung beenden.

„Wer die Bilder sieht, wenn Rinder nach dem Winter wieder auf die Weide gelassen werden, weiß, dass sie Bewegung lieben. Viele landwirtschaftliche Betriebe haben bereits in den vergangenen Jahren in mehr Tierwohl investiert und halten ihre Rinder in Laufställen oder bieten ihnen darüber hinaus noch Hof- und Weidegang. Es ist nur fair, wenn künftig alle Betriebe die Anforderungen nach artgerechter Bewegungsmöglichkeit erfüllen müssen. Dank angemessener Umstellungsfristen haben alle anderen Tierhalterinnen und Tierhalter ausreichend Zeit, nachzuziehen. Über das Agrarinvestitionsförderprogramm können entsprechende Zuschüsse beantragt werden. Und über unsere Diversifizierungsrichtlinie ermöglichen wir den Umstieg auf andere Einkommensquellen. Die Landwirtschaftskammer unterstützt die Betriebe mit einer fachlichen Beratung“, so die Ministerin abschließend.

Ministerium Niedersachsen

BTK-Stellungnahme zur SWR-Doku über Tierarztkosten

Die Bundestierärztekammer hat zu dem am 19. Mai 2025 ausgestrahlten SWR-Beitrag „Tierisch
teuer – Was hinter den hohen Tierarztkosten steckt
“ Stellung bezogen. Man nehme den Beitrag mit großer Sorge zur Kenntnis, da er ein einseitiges und tendenziöses Bild der tierärztlichen Versorgung in Deutschland aufzeichnet und der komplexen Realität in den Praxen und Kliniken nicht gerecht wird, heißt es darin:

Zwar wird im Beitrag der Eindruck erweckt, unterschiedliche Perspektiven – von Tierhaltenden,
Tierärzt:innen sowie aus der Politik – seien gleichermaßen berücksichtigt worden. In der
Gesamtschau entsteht jedoch kein ausgewogenes Bild. Vielmehr werden v. a. Einzelfälle mit
besonders hohen Rechnungen, emotionale Härtefälle und zugespitzte Aussagen in den
Mittelpunkt gestellt. Dadurch wird der Eindruck verstärkt, hohe Tierarztkosten seien Ausdruck
mangelnder Fairness oder unangemessener Abrechnung durch die Tierärzteschaft. Dies
weisen wir entschieden zurück.

Auch hinken die dort ausgestrahlten Vergleiche einzelner Praxisbeispiele. Durch einzelne Aussagen im Beitrag entsteht zudem der Eindruck, eine „faire“ Abrechnung bestehe darin, bestimmte Leistungen nicht oder nur teilweise zu berechnen. Das ist aus Sicht der Bundestierärztekammer irreführend und entspricht nicht den Vorgaben der Gebührenordnung (GOT).

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden. Im Gegenteil: Sie schafft Transparenz, setzt verbindliche Unter- und Obergrenzen und schützt damit sowohl Tierhaltende als auch die Qualität der tierärztlichen Versorgung. Ohne eine verbindliche Gebührenordnung drohten unübersichtlichere Preise, wachsender wirtschaftlicher Druck auf Praxen und Kliniken, eine Verschlechterung der Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig möglicherweise sogar höhere Kosten für Tierhaltende.

Gleichzeitig ist eine angemessene Vergütung die Voraussetzung dafür, dass Tierärzt:innen qualifiziertes
Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das dient unmittelbar dem Tierwohl.

Schon heute ist es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden. Gerade die Notfallversorgung bedeutet erhebliche Personalvorhaltung zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagszeiten, hohe organisatorische Belastungen und zusätzliche Kosten. Trotz der in der GOT vorgesehenen Zuschläge ist dieser Bereich für viele Praxen wirtschaftlich kaum rentabel.

Der Beitrag stellt hingegen v. a. Extremfälle mit sehr hohen Rechnungsbeträgen in den Vordergrund. Diese Fälle sind für die betroffenen Tierhaltenden zweifellos belastend. Sie bilden jedoch nicht den Alltag tierärztlicher Abrechnung ab. Der Großteil tierärztlicher Rechnungen bewegt sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau und liegt in der Regel nicht im Bereich besonders hoher Sätze. Gerade deshalb wäre es aus unserer Sicht journalistisch geboten gewesen, die gezeigten Einzelfälle stärker einzuordnen und nicht als repräsentativen Eindruck tierärztlicher Versorgung stehen zu lassen.

Zur ungekürzten Stellungnahme >>>

Auch die Darstellung, Tierhaltende müssten künftig stärker selbst entscheiden, welche Behandlungen „Sinn machen“ und ob es immer die neueste Untersuchung sein müsse, greift zu kurz. Selbstverständlich gehört eine sorgfältige Beratung über Diagnostik- und Therapieoptionen, Prognosen, Kosten und Alternativen zum tierärztlichen Alltag. Gleichzeitig darf nicht der Eindruck entstehen, moderne Diagnostik oder fachlich sinnvolle Untersuchungen seien bloße Zusatzleistungen, auf die ohne weiteres verzichtet werden könne. Tierärzt:innen sind dem Tierwohl verpflichtet. Ihre Empfehlungen beruhen auf fachlicher Einschätzung, medizinischer Verantwortung und dem Ziel, Leiden zu vermeiden oder zu lindern.

Kritisch sehen wir zudem, dass im Beitrag Aussagen zur Rechtmäßigkeit der GOT unwidersprochen stehen bleiben. Die Gebührenordnung ist geltendes Recht. Sie wurde auf Grundlage einer fachlichen und wissenschaftlichen Bewertung novelliert und dient ausdrücklich der Sicherstellung einer transparenten, qualitätsgesicherten und flächendeckenden tierärztlichen Versorgung. Eine Debatte über Weiterentwicklung und Evaluation der GOT ist legitim und notwendig. Sie sollte jedoch sachlich geführt werden und darf nicht auf die Erzählung vermeintlich überhöhter Tierarztrechnungen reduziert werden.

Die Bundestierärztekammer spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch eine regelmäßige, planbare Anpassung der Gebührenhöhe. Solche schrittweisen Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen, weil Kosten dadurch berechenbarer bleiben.

Wir halten es daher für erforderlich, die einseitige Darstellung des Beitrags journalistisch nachzuarbeiten. Aus Sicht der Bundestierärztekammer sollte der SWR die Berichterstattung um einen Folgebeitrag ergänzen, in dem die tierärztliche Perspektive angemessen zu Wort kommt. Dazu gehören insbesondere die wirtschaftliche Realität von Praxen und Kliniken, die weiterhin im Vergleich zu anderen akademischen Heilberufen häufig nicht angemessene Vergütung tierärztlicher Arbeit, die Herausforderungen im Notdienst, der Fachkräftemangel sowie die zentrale Bedeutung der GOT für Transparenz, Qualität und Versorgungssicherheit.

Tierhaltende brauchen eine sachliche und nachvollziehbare Einordnung tierärztlicher Kosten.
Sie brauchen keine Verunsicherung und keine pauschale Gegenüberstellung von „fairen“ und
vermeintlich überteuerten Tierärzt:innen. Die große Mehrheit der Tierärzteschaft arbeitet verantwortungsvoll, transparent und unter erheblichem wirtschaftlichem und personellem Druck. Dieses Bild kam in dem Beitrag aus unserer Sicht nicht ausreichend zur Geltung.

Wir stehen dem SWR für eine sachliche Einordnung und für weitere Gespräche gern zur Verfügung.

Arbeitszufriedenheit unter angestellten Tierärzt:innen nur bedingt besser

Im letzten Jahresdrittel 2025 hat der Bund angestellter Tierärzte (BaT) eine bundesweite Umfrage zu den aktuellen Arbeitsbedingungen von Veterinärmediziner:innen durchgeführt. Die nun veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass unter den Befragten eine nur mäßige Arbeitszufriedenheit herrscht, die jedoch dem Niveau der Gesamtbevölkerung gleicht. Während ein überwiegender Teil der Teilnehmenden zufrieden mit dem Team und den körperlichen Arbeitsbedingungen war, zeigten sich viele äußerst unzufrieden mit den Karriereperspektiven und der Vergütung sowie mit dem Management und der Art und Weise, wie ihre Fähigkeiten genutzt bzw. gewertschätzt werden.

Grundsätzlich spiegeln die Umfrageergebnisse im Vergleich zu den Vorjahren jedoch eine verbesserte Situation wider. Der BaT als reine Arbeitnehmendenvertretung sieht jedoch noch immer einen deutlichen Handlungsbedarf. So fällt weiterhin der Vergleich zwischen tiermedizinischen Berufsanfänger:innen und anderen akademische Berufsgruppen hinsichtlich der Einstiegsgehälter schlecht aus. Die Ergebnisse legen zudem dar, dass das Lohnniveau trotz Erhöhung der GOT nicht stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Auch zeigen die Ergebnisse häufige Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, denn mehr als zwei Drittel der Befragten leisten regelmäßig Überstunden. Fehlende Pausen, unzureichende Ruhezeiten und eine problematische Arbeitszeiterfassung wurden von etwa der Hälfte der Teilnehmenden kritisiert.

„Die Studie zeigt deutlich, dass gute Arbeitsbedingungen entscheidend für die Zukunft der tierärztlichen Versorgung sind“, erklärt Dr. Elisabeth Brandebusemeyer, 1. Vorsitzende des BaT. „Höhere Gehälter, mehr Personal und eine verlässlichere Dienstplanung sind zentrale Voraussetzungen, um den Beruf langfristig attraktiv zu halten“, ergänzt der 2. Vorsitzende Dr. Christian Wunderlich. 

BaT

Warnung vor tierischen Lebensmitteln als Urlaubsmitbringsel

Mit den anstehenden Pfingstferien beginnt auch die Reisezeit in Deutschland. Aus diesem Anlass weist das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg erneut auf die Gefahren von tierischen Lebensmitteln als Urlaubsmitbringsel hin. Landwirtschaftsministerin Marion Gentges warnt vor der Einschleppungsgefahr von Tierseuchen, wie der Afrikanischen Schweinepest (ASP) oder der Maul- und Klauenseuche (MKS).

„Lebensmittel tierischen Ursprungs im Reisegepäck können Tierseuchen wie die Maul- und Klauenseuche, Afrikanische Schweinepest oder die Schafpocken unbemerkt mit nach Deutschland bringen. Solche schmackhaften Erinnerungen an den Urlaub oder nett gemeinte Mitbringsel an Freunde können für die Tierbestände unserer heimischen Landwirtschaft verheerende Folgen haben. Zum Schutz unserer Tiere ist dringend davon abzuraten Fleisch- und Wurstwaren oder Milch und Milchprodukte aus dem Urlaub mit nach Deutschland zu bringen. Der Ausbruch von Tierseuchen muss unbedingt mit Achtsamkeit, Rücksicht und Sorgfalt vermieden werden“, so die Ministerin.

Der Aufruf richtet sich besonders an Rückkehrende aus Zypern und Griechenland, da in Teilen dieser Länder derzeit ein aktives Infektionsgeschehen der Maul- und Klauenseuche (MKS) herrsche. Zudem seien in Griechenland bereits 600.000 Schafe nach Infektionen mit dem Schafpocken-Virus gestorben, so Gentges. „Ich rufe alle Reisenden in diesen Regionen zu erhöhter Vorsicht und Achtsamkeit auf. Verzichten Sie auf das Mitbringen von Lebensmitteln tierischen Ursprungs und achten Sie auf eine gründliche Reinigung von Kleidung und Schuhwerk nach dem Aufenthalt in ländlichen Regionen betroffener Länder“, betont die Ministerin.

Sowohl Schafpocken als auch die MKS seien zwar für den Menschen ungefährlich, hätten jedoch im Falle eines Tierseuchenausbruches verheerende Auswirkungen auf die Tierbestände und die Wirtschaftsbeteiligten. Das Gleiche gilt für die ASP.

Ministerium Baden-Württemberg

Zahl der Heimtiere bei stabilen Umsätzen gesunken

Die deutsche Heimtierbranche hat trotz anhaltender wirtschaftlicher Belastungen der Tierhalter:innen im Jahr 2025 den Umsatz auf einem hohen Niveau halten können. Der stationäre Fach- und Lebensmitteleinzelhandel erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 5,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kamen gut 1,5 Milliarden Euro über den Online-Handel sowie 134 Millionen Euro für Wildvogelfutter. Somit belief sich der Gesamtumsatz der deutschen Heimtierbranche in 2025 auf knapp 7 Milliarden Euro.

Der Umsatz mit Heimtier-Fertignahrung blieb im Vergleich zu 2024 mit rund 4,3 Milliarden Euro fast unverändert (plus 0,3 Prozent). Das Segment Bedarfsartikel und Zubehör hingegen entwickelte sich rückläufig, mit einem Umsatz von nicht ganz 1,1 Milliarden Euro und einem Minus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Der deutsche Heimtiermarkt ist ein stabiler, gesellschaftlich verankerter Markt mit einer verlässlichen Nachfrage. Dennoch nehmen die wirtschaftlichen Belastungen zu – für Hersteller, Händler als auch für Tierhalterinnen und Tierhalter“, kommentiert Norbert Holthenrich, Präsident des ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche e.V. „Das Wohl der Heimtiere bleibt für Tierfreunde jedoch nach wie vor zentral, weshalb sie in eine gesunde Ernährung und Pflege ihrer Heimtiere investieren.“

„Die gesamtwirtschaftliche Lage ist derzeit für alle herausfordernd, für die Hersteller von Heimtierprodukten ebenso wie für Tierhalterinnen und Tierhalter“, so Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V.

„Katzen, Hunde, Nager und Co. können das Leben ihrer Halterinnen und Halter auf vielfältige Weise bereichern und gerade auch in wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten großen Halt geben. Das spiegelt sich in der anhaltend hohen Gesamtzahl der Mitbewohner mit Fell, Federn, Flossen oder Schuppen wider. Wichtig ist dabei eine verantwortungsvolle Haltung, die das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt stellt“, so Müller weiter.

Allerdings hat sich die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Heimtiere verringert, und zwar von 33,9 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger, Ziervögel und Co. im Jahr 2024 auf 33,4 Millionen im Jahr 2025. Vor allem die Zahl der Katzen (0,2 Millionen) und Hunde (0,5 Millionen) ist rückläufig.

ZZF

Mehr Gehalt für TFA ab Mai

Nach drei Verhandlungsrunden über den neuen Gehaltstarifvertrag für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) konnten sich der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) auf einen Tarifkompromiss einigen.

Die Tarifpartner legten für die kommenden 18 Monate einen neuen Tarifvertrag fest, der zum 1. Mai 2026 in Kraft treten wird. Die erste Erhöhung der Gehälter startet im kommenden Monat, ab dem 1. Januar 2027 wird dann die nächste Stufe wirksam. Im Durchschnitt steigen die Gehälter über den gesamten Tarifzeitraum um etwas mehr als 3 Prozent.

Außerdem werden die TFAs der Tarifgruppen I bis IV mit dem Junigehalt eine Einmalzahlung in Höhe von 230 Euro brutto erhalten.

Auch die Auszubildenden dürfen sich freuen: ihre Vergütung steigt mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2026/2027 im ersten Ausbildungsjahr auf 1.000 Euro, im zweiten auf 1.100 Euro und im dritten auf 1.200 Euro. „Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland und die Evaluierung der GOT haben die Tarifpartner einen tragfähigen Kompromiss gefunden, der den Tierarztpraxen und -kliniken Planungssicherheit gibt“, zeigt sich TFA-Referatsleiterin Katrin Hammermann des vmf zufrieden.

vmf

Pferdesportverbände fordern umgehende Aufhebung der GOT

Angesichts der weiterhin hohen Belastungen der Pferdehalter durch die stark gestiegenen Tierarztkosten seit des Inkrafttretens der neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 werden die Rufe nach umgehenden Entlastung der Pferdehalter:innen lauter und der Ton gegenüber den Tierärzt:innen rauer.

Vor dem Hintergrund der laufenden Evaluierung der GOT haben Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband für Traberzucht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer einen gemeinsamen Brief übermittelt, der einen sofortigen Handlungsbedarf betont. Darin wird auf die wachsende finanzielle Überforderung vieler Halter:innen hingewiesen, die sich bereits in rückläufigen Zahlen in Zucht und Sport niederschlägt.

Entsprechend greife die derzeitige Evaluierung der GOT in den Augen der Verbände zu kurz: sie untersucht die Folgen für Tierhalterinnen und Tierhalter nicht und sie beantwortet nicht die zentrale Frage, wie eine wirtschaftlich tragfähige tierärztliche Versorgung für alle Beteiligten langfristig gesichert werden kann. Außerdem führe der steigende Anteil von Praxen in Fremdbesitz dazu, dass ein großer Teil der finanziellen Last nicht der veterinärmedizinischen Versorgung, sondern Kapitalgesellschaften zugutekommt. Die Folgen dieser Entwicklung würden in der laufenden Evaluierung ebenfalls bislang nicht untersucht werden.

Die drei Verbände fordern deshalb eine Erweiterung des Evaluationsauftrags, auch um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Pferdehaltung zu sichern und negative Folgen für Tiergesundheit, Zucht und den gesamten Pferdesektor abzuwenden.

Bis dahin sollte die GOT umgehend aufgehoben werden: „Wir fordern die umgehende Aufhebung der Verbindlichkeit der Gebührenordnung, um eine sofortige Entlastung der Verbraucher zu erreichen. Unserer Auffassung nach sollte die Vergütung tierärztlicher Leistungen Abstimmungssache zwischen Pferdehalter und Tierarzt sein.“  

FN

Asiatische Hornisse im Blick behalten – Sichtungen melden

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat sich seit dem ersten Fund im Jahr 2014 in verschiedenen deutschen Bundesländern ausgebreitet. stammt aus Südostasien. Das ursprünglich aus Südostasien eingeschleppte invasive Insekt ist inzwischen in Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen heimisch geworden. Auch in Hamburg, Bremen und Berlin wurden schon Einzelfunde gemeldet.

Die Asiatische Hornisse stellt besonders für Bienenvölker in Deutschland eine große Gefahr dar, da die großen Staaten von bis zu 2.000 Tieren im Vergleich zu heimischen Hornissen (bis zu 700 Individuen) entsprechend viel Nahrung in Form von Insekten benötigen.

Der Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, weist eindrücklich auf di Notwendigkeit der Imker:innen hin, besonders jetzt aufmerksam auf mögliche Nester der Asiatischen Hornisse zu achten, und ruft dazu auf, Sichtungen umgehend zu melden.

„Auch wenn die Art in Mecklenburg-Vorpommern bislang noch nicht nachgewiesen wurde, müssen wir vorbereitet sein. Solange die Bäume noch nicht belaubt sind, sind mögliche Nester leichter sichtbar. Daher ist erhöhte Aufmerksamkeit sinnvoll, solange Blätter fehlen und die Tiere besser zu beobachten sind“, betont Backhaus.

Auch der Naturschutzbund NABU appelliert an die Behörden der noch nicht betroffenen Länder, die Maßnahmen zur Eindämmung konsequent umzusetzen, weist jedoch darauf hin, dass die von der Regierung vorgegebenen Maßnahmen zu kurz greifen und eher kontraproduktiv sind. Vor allem eine Erlaubnis zum Aufstellen von Fallen für Jungköniginnen könne dazu führen, dass viele heimische Hornissen- und Wespenjungköniginnen mit vernichtet werden.

Sichtungen können über verschiedene Online-Portale gemeldet werden.

Ministerium Mecklenburg-Vorpommern

NABU

StIKo Vet gegen Impfung von Hunden gegen Aujeszky‘sche Krankheit

Ende November 2025 ist bei zwei Jagdhunden nach einer  Drückjagd im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) die Aujeszky‘sche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Die betroffenen Tiere mussten eingeschläfert werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten sich die beiden Hunde durch den Kontakt mit Wildschweinen infiziert.

Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, verläuft bei Hunden fast immer tödlich und ist nicht heilbar. Infizierte Tiere zeigen Symptome wie starken Juckreiz und Speichelfluss sowie eine große Unruhe und Erregbarkeit. Neben Hunden können sich auch Katzen und in seltenen Fällen auch Wiederkäuer infizieren.

Der Fall hat nun eine erneute Diskussion um die Impfung von Hunden gegen die Krankheit entfacht, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf seiner Internetseite mitteilt.

Während die AK in den 1990er Jahren durch die konsequente Impfung mit einem Markerimpfstoff und die Keulung der mit dem Feldvirus-infizierten Bestände in der Hausschweinpopulation getilgt werden konnte, tritt die Krankheit nach wie vor bei Wildschweinen in Deutschland auf. Besonders für Jagdhunde besteht die Gefahr einer Infektion, wenn die Tiere Zugang zum Aufbruch oder rohem Fleisch erhalten oder nach oronasalem Kontakt mit Sekreten an Gebräch, Pinsel und Rauschknospe.

Das FLI warnt ausdrücklich davor, Hunde mit einem für Schweine zugelassenen Lebendimpfstoff gegen AK zu vakzinieren, da die Impfung bei Schweinen einen zuverlässigen Impfschutz bewirkt, beim Hund hingegen eine vollständige Ausprägung des Krankheitsbildes verursachen kann. Diese Gefahr besteht bei der Anwendung von Inaktivatimpfstoffen nicht, vermittelt aber auch keinen sicheren Impfschutz, wie Impfversuche in der Vergangenheit gezeigt haben.

Gemäß der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gibt es in Europa keinen für Hunde zugelassenen AK-Impfstoff. Grundsätzlich könne aber nach Artikel 112 der Europäischen Tierarzneimittelverordnung in Eigenverantwortung jeder beliebige, in der EU zugelassene AK-Inaktivatimpfstoff für den Hund umgewidmet werden. 

Die Impfung von Hunden gegen AK mit einem der verfügbaren, inaktivierten Vollvirusimpfstoffe wird von der StIKo Vet jedoch nicht empfohlen, da diese allenfalls eine marginale Schutzwirkung entfaltet. So weist das Institut darauf hin, der einzige Schutz gegen eine Infektion von Jagdhunden ist, die Tiere nach Jagd oder Ausbildung vom Streckenplatz und von potentiell infektiösem Material (Aufbruch und Pirschzeichen) fernzuhalten.

FLI

ND: Weiterer Ausbruch in Brandenburg – neuer Verdachtsfall in Bayern

Als wären die Geflügelhalter mit der Aviären Influenza sowie steigenden Energiekosten nicht schon genug geplagt, breitet sich nun auch die Newcastle Disease (ND) immer weiter aus. Trotz einer bundesweiten Impfpflicht, ist das Virus nun bereits im dritten Betrieb aufgetreten – und zum zweiten Mal in Brandenburg. Betroffen ist ein großer Legehennenbetrieb im Landkreis Dahme-Spreewald mit rund 375.000 Tieren. Außerdem besteht  in demselben Betriebsgelände ein weiteren Verdachtsfall in angrenzenden Stallungen mit etwa 300.000 Tieren. Hier steht die amtliche Bestätigung aber noch aus.

Darüber hinaus gibt es auch in Bayern einen weiteren ND-Verdachtsfall. Hier ist ein Hähnchenmastbetrieb im Landkreis Mühldorf a. Inn betroffen. Die 30.000 Hähnchen wurden vorsorglich gekeult. Nun wenige Tage zuvor war das Virus in einem Legehennenbetrieb im Landkreis Erding (Bayern) festgestellt worden.

Agrarheute

Petition sucht Unterstützer für Nachtfahrverbot von Mährobotern

Mehr als 160.000 Menschen aus ganz Deutschland haben bereits Petitionen für ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter zum Schutz heimischer Igel unterschrieben. Der Einsatz der Mähroboter soll demnach mindestens von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang verboten werden, fordert die vor einer Woche von der Igelschützerin Bianca Dirigl aus Regensburg ins Leben gerufene Petition, die bereits 51.000 Unterschriften sammeln konnte (Stand: 24.2.2026).

„Ich engagiere mich ehrenamtlich in einer Pflegestelle für Igel, die ich gegründet habe. Was wir in den letzten Jahren erleben, erschüttert mich zutiefst: Igel mit tiefen Schnittverletzungen im Gesicht, mit abgetrennten Beinen, mit schweren Infektionen, sind alles keine Seltenheit mehr“, so Drigil. Die verletzten Tiere würden tagelang leiden, viele verenden an ihren Verletzungen.

Drigil ist mit ihrer Forderung nicht allein: derzeit gibt es 23 Petitionsaufrufe für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern, da sie die Tiere nicht erkennen und Igel bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich einrollen.

Seit Oktober 2024 gilt der westeuropäische Igel erstmals laut der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“. Die Bestände sind in mehr als der Hälfte der Länder, in denen die Tiere leben, zurückgegangen – darunter auch Deutschland.

Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen und TFA Online-Fortbildungen zur Behandlung und Pflege von Igeln.

Zur Petition >>>

Positive Trends in der tierärztlichen Lohnstruktur

Der TVD Gehaltsreport 2026 gibt einen aktuellen Überblick über die Arbeitsrealität angestellter Tierärzt:innen in Deutschland. Rund 2.300 Teilnehmende haben an der Umfrage mitgewirkt und fundierte Einblicke in Gehälter, Arbeitszeiten, Motivation und Zukunftsperspektiven gegeben.

Wie die Befragung ergeben hat, liegt das mittleres Bruttomonatsgehalt bei 40 h/Woche bei 4.650 Euro. Mehr als die Hälfte der angestellten Tierärzte leistet regelmäßig Überstunden, insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste werden als körperlich und mental fordernd erlebt.

Der TVD-Gehaltsreport 2026 zeigt zwar eine kontinuierliche, aber moderate Steigerung der Einkommen auf, es bestehen jedoch weiterhin deutliche Unterschiede je nach Tätigkeitsfeld, Zusatzqualifikation, Region und Geschlecht.

Für angestellte Kolleg:innen in Vollzeit (40 h/Woche) liegt das Median-Bruttogehalt aktuell bei ca. 4 650 € pro Monat. Das entspricht einem Plus von 8,5 % im Vergleich zu 2024. Besonders Berufseinsteiger profitieren von höheren Einstiegsgehältern (rd. 3 700 €), auch wenn der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr eher moderat ausfällt.

Zusatzqualifikationen zahlen sich aus: Tierärzt:innen mit Promotion, Fachtierarzttitel oder Diplomate-Status verdienen deutlich mehr als der Durchschnitt. Trotz positiver Trends bleibt die Lohnzufriedenheit kritisch: Rund zwei Drittel der Befragten wünschen sich eine bessere Bezahlung, und viele geben an, für ihren Lebensstandard ein höheres Netto zu benötigen. Darüber hinaus bestehen weiterhin ein signifikanter Gender-Pay-Gap zugunsten männlicher Kolleg:innen sowie regionale Unterschiede zwischen Bundesländern.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vergütung von Überstunden und Notdiensten: Etwa 72 % arbeiten regelmäßig über die vertragliche Wochenarbeitszeit hinaus, doch nur ein kleiner Teil erhält dafür eine finanzielle Vergütung – bei vielen erfolgt lediglich ein Freizeitausgleich oder gar keine Kompensation. Dies zählt zu den Hauptgründen beruflicher Unzufriedenheit. Zudem werden insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste als körperlich und mental fordernd erlebt.

Neben dem reinen Gehalt sind aber auch das Arbeitsklima, die Weiterbildungsmöglichkeiten und die Wertschätzung von entscheidender Bedeutung für die langfristige Attraktivität des Berufs und die Arbeitszufriedenheit.

Dennoch können sich nur 32% der befragten Angestellten überhaupt vorstellen, sich selbstständig zu machen, obwohl dadurch jeder seine Arbeitsbedingungen nach dem eigenen Gusto gestalten kann. Eine viel zu wenig beachtete Chance?

Dieser Frage geht der Dessauer Zukunftskreis auf seiner Tagung Ende April 2026 nach.

Kostenfreie Kastrationsaktion soll Katzenleid in Schleswig-Holstein verringern

In Schleswig-Holstein werden noch bis Mitte März 2025 vielerorts wieder wild lebende Katzen kostenfrei von Tierärzt:innen kastriert. Damit soll laut Landesregierung die weitere, unkontrollierte Fortpflanzung der schätzungsweise 75.000 Streunerkatzen im Land verhindert werden.

Bis Mitte März können in vielen Gemeinden vor allem Tierschutzvereine, aber auch Privatpersonen, wild lebende Katzen einfangen und in der teilnehmenden Tierarztpraxis kostenfrei kastrieren lassen. Dafür verzichten die Tierärzt:innen auf ihr Honorar von 30 Euro. Die übrigen Kosten, die sich für die Kastration von Katern auf 125 Euro und für Katzen auf 156 Euro belaufen, werden über einen Fonds der Landestierärztekammer abgerechnet.

Der Fonds setzt sich aus Geldern des Landes (€ 10.000), des Tierschutzbundes auf Landes- und auf Bundesebene (€ 10.000) sowie Spenden (€ 15.000) zusammen. Zudem übernehmen die teilnehmenden Gemeinden 50 Prozent der Kosten für Kastrationen, die in ihren Gebieten anfallen. Voraussetzung für eine kostenfreie Kastration ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums, dass das Tier in einer der teilnehmenden Gemeinden gefangen wurde. Der Fänger muss außerdem einen Vordruck ausfüllen und damit bestätigen, dass es sich tatsächlich um eine frei lebende Katze handelt. Nach der Kastration müssen die Tiere an der Stelle wieder ausgesetzt werden, an der sie gefangen wurden.

Laut Tierschutzbund werden seit 2014 frei lebende Katzen in Schleswig-Holstein in bestimmten Zeiträumen kostenlos kastriert – in der Regel einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Die Aktion sei ein Erfolgsmodell, um das Elend der Tiere zu vermindern, erklärt Ellen Kloth, Vorsitzende des Tierschutzbundes im Land.

Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bei der Frühjahrs- und Herbstaktion insgesamt knapp 3.700 Katzen kastriert. Im 2. Quartal dieses Jahres soll neben den kostenfreien Kastrationen außerdem die neue Katzenschutzverordnung in Kraft treten. Darin wird u.a. eine Kastrationspflicht für Hauskatzen mit Freigang vorgeschrieben.

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein fordert darüber hinaus einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Katzenhalter. Der Verband sieht durch Katzen den Artenschutz bedroht. „Jede Katze frisst etwa 200 Kleintiere, also Kleinsäuger, Vögel, Reptilien pro Jahr, was einen erheblichen Einfluss auf die Vielfalt in der Landschaft haben kann. Wir reden immerhin von 15 Millionen Kleintieren“, sagt Marcus Börner, Geschäftsführer beim Landesjagdverband. Deshalb sollten Katzen während der Brut- und Setzzeit keinen Freigang haben. Der „Führerschein“ würde dafür sorgen, dass sich künftige Katzenhalter mit dem Thema Hauskatze auseinandersetzen, ihrer Gesundheit, der Ernährung, dem Sozialverhalten, dem Thema Krankheiten und dem Einfluss auf Natur und Umwelt, so Börner.

Auch die Tierärzteschaft hat beim Deutschen Tierärztetag in Dortmund im Oktober 2025 Forderungen nach mehr Sachkunde von Tierhaltern formuliert.

Landesportal Schleswig-Holstein

Praxistipp für Tierärzt:innen: Das Digitale OP-Buch Kleintier von Vetion.de umfasst aktuell rund 70 OP-Videos zur Knochen- und Weichteilchirurgie, die auf 20 Kapitel übersichtlich aufgeteilt sind.

Bakterien aus Permafrost verschärfen Antibiotikaresistenzen

Resistenzen gegen antimikrobielle Mittel sind eine zunehmende gesundheitliche Bedrohung, doch sind diese keine ausschließliche Folge der modernen Medizin. Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass resistente Erreger schon vor vielen tausend Jahren existierten. Ein Forscherteam hat nämlich ein Bakterium in einer Eishöhle in Rumänien entdeckt, das bereits seit 5.000 Jahren eingefroren war und trotzdem gegen viele moderne Antibiotika resistent ist.

Das Team um Cristina Purcarea von der rumänischen Akademie der Wissenschaften in Bukarest hat im Rahmen der neuen Studie Bakterien aus einem der größten unterirdischen Eisreservoire Europas isoliert und deren Empfindlichkeit gegenüber 28 heute gebräuchlichen Antibiotika aus zehn Wirkstoffklassen getestet. Unter anderem wirkten weder Vancomycin, das bei lebensbedrohlichen Infektionen mit multiresistenten Keimen eingesetzt wird, noch Ciprofloxacin, ein Fluorchinolon-Reserveantibiotikum gegen schwere systemische Infektionen.

„Der aus der Scarisoara-Eishöhle isolierte Bakterienstamm zeigt trotz seines uralten Ursprungs eine Resistenz gegenüber zahlreichen modernen Antibiotika“, berichtet Purcarea. Eine zentrale Annahme der Mikrobiologie, dass Antibiotika-Resistenzen kein ausschließliches Produkt der modernen Medizin sind, wurde damit bestätigt.

Die hohe Zahl der verschiedenen Resistenzgene, die die Wissenschaftler:innen im Erbgut des Mikroorganismus fanden, unterstreicht die Gefahr, die von Gletscher, Permafrost oder unterirdischen Eisreservoiren ausgeht. Sollten diese wegen der steigenden Temperaturen auftauen,  könnten solche Gene wieder in die Biosphäre gelangen. „Diese Resistenzgene könnten auf heutige Krankheitserreger übertragen werden und so das globale Problem der Antibiotikaresistenz verschärfen“, warnt Purcarea.

Neben der nicht klar zu beziffernden Gefahr, bergen die uralten Mikroben aber auch Chancen. So konnten die Forschenden elf Gene identifizieren, die das Wachstum anderer Bakterien, Pilze oder Viren hemmen können, darunter auch antibiotikaresistente Keime. Zudem wurden knapp 600 Gene mit bislang unbekannter Funktion identifiziert.

NTV

Die letzten Veti-Kalender 2025/2026 zum Sonderpreis

Ab sofort gibt es die letzten Veti-Kalender 2025/2026 zum Sonderpreis von nur € 2,99 brutto zzgl. Versandkosten. Der Veti-Kalender ist der Taschenkalender für Studierende und junge TierärztInnen. Er erscheint pünktlich zum Beginn des Wintersemesters 2025/2026 und enthält viele wertvolle Fachinformationen, wie beispielsweise die physiologischen Daten und Laborwerte der Tierarten sowie Impfempfehlungen, ein Fachwörterlexikon, interessante Termine und Adressen zu den Fachbereichen der Veterinärmedizin in Deutschland. Durch sein praktisches Kalendarium, in das bereits alle wichtigen Termine für „Vetis“ an den Fachbereichen sowie die bedeutenden Kongresse/Tagungen in Deutschland eingetragen sind, wird er zum perfekten Begleiter für das Veti-Studium.

Im Fokus dieser Ausgabe steht die Tierarztpraxis der Zukunft mit vielen Beispielen an digitalen Tools. Außerdem haben wir die Tierärztin und Gründerin der filu-Tierarztpraxen, Dr. Magdalena Naderer, über ihre Motivationen und Ziele interviewt.

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Verlust an genetischer Vielfalt beim Deutschen Schäferhund

Wissenschaftler:innen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der Universität Oxford sowie des National Institutes of Health (NIH) konnten in ihrer aktuellen Forschungsarbeit belegen, dass die genetische Vielfalt des Deutschen Schäferhundes bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert abgenommen hat. Die stark geschrumpften Bestände als Folge des 2. Weltkriegs und der vermehrte Einsatz weniger, besonders gefragter Deckrüden, ein sogenannter Flaschenhals der Rasse, hat die Biodiversität weiter reduziert.   

„Unsere Daten zeigen einen massiven Verlust an genetischer Vielfalt bei Schäferhunden, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Dieser Rückgang, teilweise durch den Zweiten Weltkrieg ausgelöst, hat die Gesundheit der Rasse mit ziemlicher Sicherheit erheblich beeinträchtigt“, erklärt der LMU-Paläogenetiker Professor Laurent Frantz, einer der Studienleiter. 

Der übermäßige Einsatz ‚populärer Deckrüden‘ habe zu weiteren genetischen Engpässen geführt, so Erstautor Dr. Lachie Scarsbrook (LMU und Universität Oxford). Die Konsequenz sei neben der Veränderung des Erscheinungsbildes auch die Verengung des Genpools der Rasse.

Die Sequenzierung der Genome von neun Deutschen Schäferhunden aus dem Zeitraum 1906 bis 1993 und dem Vergleich mit Genomen von mittelalterlichen europäischen Hunden, hatte zum Ergebnis, dass der jüngste Engpass auf das Jahr 1967 zurückzuverfolgen ist, das mit dem Geburtsjahr des populären Deckrüden Quanto von der Wienerau zusammenfällt. 

Ein Symptom für diesen Verlust an Vielfalt sind lange Abschnitte im Erbgut, in denen beide Chromosomen identisch sind, also homozygot. Solche Abschnitte begünstigten das Auftreten rezessiver Erbkrankheiten, die nur sichtbar werden, wenn das defekte Gen auf beiden Chromosomen liegt.

Mit Blick auf die Zukunft sind die Forschenden überzeugt, dass die effektivste Strategie zur Verbesserung der genetischen Gesundheit des Deutschen Schäferhundes darin besteht, Hunde aus Ländern oder Linien einzubeziehen, die nicht denselben genetischen Engpässen unterlagen. Auf diese Weise könne der „reinrassige“ Status der Hunde erhalten bleiben und gleichzeitig die Gesundheit und Langlebigkeit der Rasse maximiert werden.

Professionelle und Hobby-Züchter:innen von Hunden finden auf Tierhalter-Wissen.de verschiedene E-Learningkurse für die Hundezucht.

LMU München

Private Ausgaben für Heimtiere weiter gestiegen

Nach 2014 und 2019 zeigt auch die aktuelle Heimtierstudie 2025 die große Bereitschaft der Menschen in Deutschland, für ihre Haus- und Heimtiere zu sorgen und Geld auszugeben. Die von Prof. Dr. Renate Ohr (Universität Göttingen) durchgeführte Studie beziffert die mit der Heimtierhaltung verbundenen Ausgaben deutscher Haushalte für das Jahr 2024 auf mehr als 18 Milliarden Euro.

„Diese Zahlen unterstreichen die dauerhafte gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland“, so Ohr. „Heimtiere wie Hunde, Katzen, aber auch Kleintiere, Vögel, Fische und Reptilien werden als Sozialpartner und Familienmitglieder gesehen und unterstützen nachweislich die physische und psychische Gesundheit ihrer Besitzer – und mit dieser Wertschätzung ist auch eine zunehmende Bereitschaft verbunden, Geld für sie auszugeben.“

Die Ausgaben der Heimtierhalter:innen abzüglich der darin enthaltenen Importe entspricht einem Anteil von ungefähr 0,35 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zudem sicherte die Branche in 2024 bis zu 165.000 Arbeitsplätze.

Nach den Berechnungen der Ökonomin gaben die Tierhalter:innen für Heimtiernahrung, inklusive zu Hause frisch zubereitetem Futter, am meisten Geld aus (7,5 bis 9,5 Milliarden Euro). Das entspricht einer Steigerung um rund 50 Prozent im Vergleich zu 2018. Geschätzt 4 und 4,2 Milliarden Euro wurden von den Halter:innen für den Wirtschaftszweig Gesundheit, also Veterinärwesen, Tierheilpraktiker und verwandte Berufe, aufgebracht. Allerdings seien alle aktuellen Ergebnisse mit den Studien von 2019 und 2014 nur bedingt vergleichbar, da sich die Berechnungsmethodik geändert habe, so Ohr. „Ein deutlicher Sprung in den Umsätzen ist auf die neue Gebührenordnung für Tierärzte seit 2022 zurückzuführen – aber auch mittelfristig ist mit weiter steigenden Ausgaben von fünf bis zehn Prozent zu rechnen“, sagt die Studienautorin. Das läge einerseits an der Bereitschaft, sich für den tierischen Partner teure Diagnose- und Behandlungsformen aus der Humanmedizin zu leisten, andererseits an der vermehrten Nutzung von Tierkrankenversicherungen, die die Ausgabenbereitschaft der Tierhalter für tierärztliche Behandlungen erhöht.

Die „Heimtierstudie 2025: Update und Trends zur wirtschaftlichen Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland“ wurde mit Unterstützung des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) e.V. durchgeführt. „Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass verantwortungsvolle Heimtierhaltung längst kein Nischenthema mehr ist. Sie verbindet emotionale Bindung mit wirtschaftlicher Relevanz – und schafft Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistung“, erklärt Dr. Katrin Langner, Geschäftsführerin des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) e.V.

IVH

Expertengremium veröffentlicht erste internationalen Leitlinien zu CCDS

Das Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) ist eine chronische, altersbedingte Hirnerkrankung bei älteren Hunden. Von dieser Demenzerkrankung betroffene Tiere zeigen ein desorientiertes und ängstliches Verhalten, die sozialen Interaktionen sowie das Schlafmuster verändern sich zunehmend und die erkrankten Hunde werden unsauber. Diese Verhaltensmuster gehen über normale altersbedingte Veränderungen hinaus. Da Studien belegen konnten, dass etwa jeder dritte Hund mit 12 Jahren und sogar jeder zweite Hund mit 15 Jahren an CCDS erkrankt, ist eine Früherkennung von großer Bedeutung.

Für eine bessere Diagnose und zum Monitoring des CCDS hat ein internationales Expertengremium unter der Leitung von Prof. Natasha J. Olby (North Carolina State University) nun die ersten internationalen Leitlinien veröffentlicht.

„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, erklärt Professor Holger Volk von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), der Teil des Expertengremiums war. „Sie sind bewusst praxisnah gestaltet – für Tierärztinnen und Tierärzte in der Primärversorgung und für Tierhalterinnen und Tierhalter – und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen.“

„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, erklärt Professor Holger Volk, PhD, Leiter der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). „Sie sind bewusst praxisnah gestaltet – für Tierärztinnen und Tierärzte in der Primärversorgung und für Tierhalterinnen und Tierhalter – und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen.“

Die Leitlinien, die im Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA) veröffentlicht wurden, liefern einen wichtigen Beitrag, um CCDS frühestmöglich zu erkennen:

„Für die Praxis ist entscheidend, dass wir jetzt standardisierte Kriterien haben, die frühere und konsistentere Diagnosen ermöglichen – mit direktem Nutzen für das Tierwohl und die Beratung der Halterinnen und Halter“, betont Volk. „Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für robuste Studien, inklusive künftiger Blut-Biomarker und kognitiver Testbatterien. So stärken wir auch die translationale Brücke zur Humanmedizin.“

TiHo Hannover

4. VetSurvey-Umfrage der FVE

Zum 4. Mal nach 2015, 2018 und 2023 hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachverband für tierärztliche Organisationen aus Europa, ihre nächste Umfrage gestartet, um die aktuelle Lage des Tierarztberufs bewerten zu können.

Die 4. FVE VetSurvey beleuchtet sowohl Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden als auch Karrieretrends und zukünftige Herausforderungen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Erhebung zu einer aussagekräftigen Evidenzbasis für den Berufsstand entwickelt und konnte bislang wertvolle Erkenntnisse zu der Stimmungslage der Tierärzteschaft in Europa liefern. Das nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene, sodass Länder ihre Situation mit anderen vergleichen können und die FVE und ihre Mitglieder Maßnahmen für einen widerstandsfähigen, zukunftssicheren Berufsstand priorisieren können.

Für die nun vierte Umfrage bittet der Dachverband um die umfassende Unterstützung seitens der Tierärzteschaft, damit robuste und statistisch aussagekräftige Ergebnisse gewährleistet werden können. Die Beantwortung dauert lediglich10 bis 15 Minuten. Je mehr Tierärzt:innen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Daten sein, um mit politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und Interessengruppen in Kontakt zu treten.

Bitte helfen Sie mit, indem Sie die Umfrage so weit wie möglich verbreiten.

Zur Umfrage

Frohes neues Jahr!

Vetion.de und all seine Mitarbeiter:innen wünschen Ihnen ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Bleiben Sie zuversichtlich.

Auch in 2026 finden Sie bei uns wieder viel Interessantes und Wissenswertes sowie eine große Auswahl an spannenden Online-Fortbildungen für Tierärztinnen, Tierärzte und TFA. Außerdem steht Ihnen unser digitales OP-Buch im praktischen Jahresabo sowie unseren internationalen Kolleg:innen unsere Lernplattform Support4vetmed und der Deutschkurs für Tierärzte wie gewohnt zur Verfügung.

Einen guten Start wünscht Ihnen Ihr Team von Vetion.de

WNV-Fallzahlen im Vergleich zu 2024 stark zurückgegangen

Das sehr intensive Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit dem West-Nil-Virus (WNV) in 2024 hat sich im laufenden Jahr nicht wiederholt. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilt, könnte die Ursache für den Rückgang der Fallzahlen in den für Mücken ungünstigen Wetterverhältnissen liegen. Die kalten und trockenen Monate im Frühling 2025 haben dazu geführt, dass es deutlich weniger Stechmücken als im Vorjahr gegeben hat. Zudem seien viele Pferdebesitzer:innen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) gefolgt und hätten ihre Tiere gegen WNV impfen lassen, so das FLI weiter. Nach Angaben des Nationalen Referenzlabors waren alle bisher in Deutschland an WNV verstorbenen Pferde nicht gegen das Virus geimpft.

Das Institut weist allerdings darauf hin, dass das WNV bereits in etlichen Regionen in Deutschland etabliert und in der Vogel- und Stechmückenpopulation endemisch zirkuliert. Weiterhin prognostiziert das FLI, dass die Fallzahlen unter günstigeren Wetterbedingungen als 2025 sprunghaft ansteigen könnten. Mit einem jährlichen Auftreten sei zu rechnen, ebenso mit einer sehr wahrscheinlichen weiteren Ausbreitung über die bislang betroffenen Gebiete hinaus.

FLI

ASP in Spanien

In Spanien sind zwei tot aufgefundene Wildschweine positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet worden. Gefunden wurden die Tiere am vergangenen Mittwoch (26. November 2025) in der Gemeinde Bellaterra (Region Barcelona). Das Ergebnis der Untersuchung lag am vergangenen Freitag vor: beide Tiere waren positiv auf das Virus. Wie das Spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung mitteilte, wurde ein Ausschuss einberufen, um über entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweinebetrieben zu beraten.

Dies ist der erste Ausbruch der ASP in Spanien seit November 1994. Somit hat die ASP in Europa das 14. Land erreicht. Noch betroffen neben Spanien sind Italien, Deutschland, Polen, Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Kroatien. Punktuell ausgerottet werden konnte das Virus in Belgien, Schweden und Tschechien.

Agrarheute.com

Mutation für das Überwinden der Speziesbarriere von H5N1 identifiziert

Seit vielen Jahren grassiert die Geflügelpest in den USA. Dort konnte sie sich nahezu unbeachtet von Politik und Behörden ungehindert ausbreiten und das Virus weiter mutieren. Wie Wissenschaftler:innen des südkoreanischen Instituts für Grundlagenforschung und des St. Jude Children’s Research Hospitals jetzt herausfanden, haben sich die Mutationen, die mit den schweren H5N1-Ausbrüchen der Jahre 2022 und 2024 in Verbindung stehen, in Nordamerika bereits lange vor dem Auftreten des Virus bei Kühen und anderen Säugetieren ausgebreitet. Inzwischen findet sich die Mutation in nahezu allen nordamerikanischen Geflügelpeststämmen des Subtyps H5N1.

Die Molekularstruktur der mit den Ausbrüchen von 2022 in Verbindung gebrachten Stämme weist zwei Mutationen auf, die für die Fähigkeit des Virus verantwortlich sind, schwere Erkrankungen bei verschiedenen Säugetieren auszulösen, wie aus einer in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlichten Studie hervorgeht.

Diese Stämme unterscheiden sich von früheren H5N1-Stämmen durch ihre Fähigkeit, sich schnell in Geweben außerhalb der Atemwege zu vermehren. Weiterhin scheinen die identifizierten Mutationen die Virusreplikation in Immunzellen von Säugetieren zu verstärken.

Angesichts der erneut steigenden H5N1-Ausbrüche sei es notwendig herauszufinden, ob diese Virusmutationen auch andere Grippeviren, einschließlich Schweine- und menschliche Grippeviren, befallen können, so der Appell der Wissenschaftler:innen.

Topagrar

Geflügelpestvirus hat pandemisches Potenzial

H9N2 ist derzeit der zweithäufigste Subtyp des Geflügelpestvirus A, der Menschen infiziert. Das Virus kann zu schweren Erkrankungen bei Infizierten führen. Die Zahl der Fälle hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Bis zum 6. Juni 2025 wurden H9N2-Infektionen bei 168 Menschen registriert.

Wissenschaftler:innen in Hongkong warnen vor der wachsenden Gefahr für die öffentlichen Gesundheit, die von H9N2 ausgeht. In menschlichen Nasen- und Lungenzell-Modellen vermehrt sich das Virus inzwischen effizienter als ältere Stämme, schreiben sie in einer aktuellen Studie. Das liegt daran, dass das Virus im Laufe der vergangenen Jahre zahlreiche Mutationen erworben habe. Diese erleichtern den Erregern die Anpassung an den Menschen, heißt es in einer aktuellen Studie.

In der Studie konnten die Forschenden die verbesserte Fitness des aktuellen H9N2-Isolats in menschlichen Nasenorganoiden nachweisen und das Auftreten von Mutationen identifizieren, die eine Anpassung an den Menschen ermöglichen und erst spät während der Infektion auftreten.

Die zahlreichen Mutationen von H9N2 bergen ein hohes Risiko für ein endemisches oder sogar pandemisches Virus. Vor allem, weil H9N2 mehr genetische Veränderungen für eine mögliche Mensch-zu-Mensch-Übertragung gesammelt hat, fordern die Wissenschaftler:innen nun eine ständige Überwachung. Am Beispiel dieses Virus zeige sich, wie sich Stämme der Aviären Influenza immer weiter dem Menschen annähern und eines Tages pandemisch werden könnten.

Topagrar

Leichter Anstieg bei abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin

In Deutschland ist die Menge der in der Veterinärmedizin abgegebenen Antibiotika im Jahr 2024 leicht gestiegen. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden insgesamt 562 Tonnen (t) Antibiotika an Tierärzte und weitere Empfänger abgegeben. Das ist ein Plus von 34 Tonnen (6,4 %) gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu 2011, dem ersten Jahr der Erfassung der Abgabemengen, beträgt der Rückgang 67 Prozent.

Von den 562 t Antibiotika, die 2024 abgegeben wurden, entfallen wie in den Vorjahren die größten Mengen auf Penicilline (222 t) und Tetrazykline (113 t). Es folgen Sulfonamide (62 t), Makrolide (53 t), Aminoglykoside (37 t) und Polypeptidantibiotika (31 t). Von den Antibiotika, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen eingestuft werden (Highest Priority Critically Important Antimicrobials for Human Medicine), sind für Polypeptidantibiotika erneut geringere Mengen abgegeben worden als im Vorjahr (Colistin; 31 t; -7,4 %). Damit erreichten diese ihren bisher niedrigsten Wert seit dem Jahr 2011. Für die Fluorchinolone wurde ein leichter Anstieg der Abgabemengen um 0,2 t verzeichnet (+3,5 %). Auch die Abgabemenge von Cephalosporinen der 3. und 4. Generation stieg leicht um 0,1 t im Vergleich zum Vorjahr (+4,4 %).

„Trotz des geringen Anstiegs bewegen sich die Antibiotikaabgabemengen auf einem im Vergleich zum Jahr 2011 sehr niedrigen Niveau und haben sich stabilisiert. Die in Deutschland getroffenen Maßnahmen zum verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz sind wirksam und für die Human- und Veterinärmedizin von Bedeutung“, erklärt Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL. Die gemeldeten Wirkstoffmengen lassen sich nicht einzelnen Tierarten zuordnen, da die Mehrzahl der Tierarzneimittel, welche diese Wirkstoffe enthalten, für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist.

Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden seit dem Jahr 2023 nicht nur Antibiotika erfasst, die von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte abgegeben werden, sondern zum Beispiel auch an Apotheken, Veterinärbehörden und Hochschulen. Bedingt durch die Änderungen sind die erfassten Zahlen deshalb nur eingeschränkt mit denen der vorherigen Jahre (2011-2022) vergleichbar. Ein zuverlässiger Trend ist erst wieder in zukünftigen Jahren ableitbar.

BVL

Jetzt an BaT-Umfrage zur Arbeitszufriedenheit teilnehmen

Durch die erfolgreiche, gemeinsam durchgeführte Umfrage vom Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) und dem Bund angestellter Tierärzte (BaT) im Jahr 2020 konnte ein genaueres Bild der Arbeitsbedingungen und der Arbeitszufriedenheit angestellter Tierärztinnen und Tierärzte erlangt werden.

Jetzt, also 5 Jahre später, soll mittels einer Umfrage untersucht werden, wie es aktuell um die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit von Kolleg:innen in Anstellung bestellt ist. 

Die Teilnahme an der Umfrage erfolgt anonym und kann jederzeit ohne Konsequenzen beendet werden. Die Teilnahme dauert etwa knapp 15 Minuten.

Zur Umfrage >>>

Förderer für Deutschlandstipendien gesucht

Der Freundeskreis Tiermedizin Leipzig sucht als aktivster Unterstützer des Deutschlandstipendiums an der Veterinärmedizinischen Fakultät (VMF) der Universität Leipzig noch weitere Fördernde! Das Deutschlandstipendium fördert Studierende mit herausragenden Leistungen, besonderem Engagement oder hohem Förderbedarf mit 300 Euro im Monat – zur Hälfte finanziert von privaten Fördernden, Unternehmen oder Vereinen, zur Hälfte vom Bund. Im aktuellen Studienjahr profitieren 18 Studierende der VMF von einem Deutschlandstipendium.

Bereits mit 1.800 Euro jährlich wird ein Stipendium finanziert. Es ist auch möglich, dass sich beispielsweise zwei Praxen/Kolleg:innen ein Stipendium „teilen“ und entsprechend hälftig finanzieren. Fördernde erhalten eine Urkunde der Universitätsrektorin, werden als Partner genannt und können den vollen Betrag steuerlich absetzen. Zusätzlich werden Einblicke in die Fakultät und direkten Kontakt zu engagierten Nachwuchskräften gewonnen.

Werden Sie jetzt Teil dieses Netzwerks!
Weitere Fragen beantwortet Frau Dr. Friederike Rohland von der Universtät Leipzig.

Mehr Informationen >>>

Kostenfreie FVE-Veranstaltung zur Antibiotikaminimierung

Den Einsatz von Antibiotika weltweit bei Mensch und Tier zu reduzieren ist eine wesentliche Maßnahme zum Vorbeugen von Resistenzen. So auch bei Nutztieren, weshalb die Europäischen Kommission die Schulung AMRFV (Antimicrobial resistance hands-on training for farmers and veterinarians) für Landwirte und Tierärzte in Frankfurt finanziert, die von der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) und der spanischen Agentur für Arzneimittel und Medizinprodukte (AEMPS) organisiert und umgesetzt wird. Die Schulung findet am 8. Oktober 2025 in Frankfurt statt. Wer sich bis zum 15.9.2025 anmeldet, kann nicht nur kostenfrei teilnehmen, sondern es werden auch die Kosten für die Anreise, Unterkunft und Verpflegung während der Veranstaltung übernommen.

In der Schulung wird über den Inhalt und die Auswirkungen der Verordnungen (EU) 2019/4 (Fütterungsarzneimittel) und 2019/6 (Tierarzneimittel) aufgeklärt. Die damit verbundenen Verpflichtungen in Bezug auf die Verschreibung und Verwendung von Antibiotika bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, werden dargelegt.

Es soll ein dynamischer Austausch stattfinden zu bewährten Verfahren aus der praktischen Arbeit von Tierärzten und Landwirten im Hinblick auf mögliche Ansätze für einen geringeren Bedarf an Antibiotika in der Praxis. In Kleingruppen wird diskutiert und die Schlussfolgerungen werden abschließend vorgestellt.

Für eine Vernetzung der Teilnehmenden ist ausreichende Zeit während des Mittag- und Abendessens sowie in den Kaffeepausen eingeplant.

Detaillierte Konditionen finden sich hier >>>

Heute Abend: Qualzuchtdoku in der ARD

Heute Abend strahlt die ARD um 22:50 Uhr eine Dokumentation zur Qualzucht von Haustieren aus. Unter dem Titel „Leiden auf vier Pfoten“ berichten verschiedene Expert:innen, u.a. auch Prof. Dr. Achim Gruber von der FU Berlin, über das Leiden von Millionen Haustieren in Deutschland, die durch sogenannte Zuchtdefekte verursacht werden. Diese sogenannten Qualzuchten leiden beispielsweise aufgrund des Zuchtziels unter Atemnot, Schmerzen, Bewegungsstörungen, Haarlosigkeit, Taub- und Blindheit. Für das rassetypische Aussehen nehmen Züchter:innen und Tierhaltende die Leiden hin – manche bewusst, andere aus Unkenntnis.

Die ARD Story deckt Verstöße auf Hundeausstellungen auf, zeigt, wie Züchter:innen Profit auf Kosten kranker Tiere machen und vergleicht die Rechtslage mit anderen Ländern. Fachleute fordern: „Schluss mit Schönheit vor Gesundheit.“ Ein Thema, das alle betrifft.

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Bei der Verhinderung von Qualzuchten ist die Politik in der Pflicht

Bei der Zucht von Klein- und Heimtieren sollte grundsätzlich die Gesundheit der Tiere im Vordergrund stehen. Leider lassen sich Züchtende von Trends und besonderen Vorlieben der Menschen beeinflussen und selektieren in ihrer Zucht nach Merkmalen, die besonders oder außergewöhnlich aussehen oder gerade in Mode sind. Zuchtmerkmale wie große, rundliche Köpfe und kurze Kiefer- und Nasenknochen bzw. Faltohren oder das Fehlen von Fell bei Katzen schränken aber die Gesundheit und das Wohlbefinden dieser Tiere massiv ein. Diese sogenannten Qualzuchten oder Defektzuchten führen bei Hunden zu extremer Atemnot, Schluckbeschwerden und Schlafproblemen sowie bei Katzen zu schweren Knorpel- und Knochenschäden im ganzen Körper.

Aber es werden auch Fische ohne Rückenflossen oder mit extrem umgebildeten Schwanzflossen gezüchtet, sodass diese sich nicht mehr artgemäß bewegen können. Bestimmte Farbmorphen von Reptilien zeigen zudem ein stark erhöhtes Risiko für Krebs oder weisen neurologische Schäden auf.

Gegen diese Form der Extremzuchten gibt es zwar rechtliche Vorgaben im Gesetz zu dem Europäischen Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren und im Deutschen Tierschutzgesetz. „Aber die Definition von Qualzuchtmerkmalen einzelner Rassen und Arten ist zu unkonkret und führt daher immer wieder zu Abgrenzungsproblemen“, sagt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe. „Wir brauchen eine bundeseinheitliche, auf wissenschaftlichen Grundlagen erstellte Kriterienliste, die es Tierärzten, Behörden, Züchtenden und Tierhaltenden ermöglicht, Qualzuchtmerkmale anhand ihrer Ausprägung objektiv einzuschätzen“, mahnt der ZZF-Präsident. 

Wie eine Züchtung verhindert werden kann, die zu Schmerzen, Leiden oder Schäden bei Heimtieren oder ihren Nachkommen führt, erklärt der ZZF auf seiner neuen deutsch- und englischsprachigen Kampagnenseite. In Videos erläutert Dr. Stefan Hetz, Diplom-Biologe und wissenschaftlicher Fachreferent für Heimtiere beim ZZF, auf welche Zuchtmerkmale Züchter und Tierfreunde achten sollten. „Die Vielfalt an Heimtieren ist faszinierend. Tierfreunde können auch ohne extreme Zuchtauslese spannende Heimtiere entdecken”, betont Holthenrich abschließend.

ZZF

Japankäfer: BMELH bittet Reisende um erhöhte Achtsamkeit

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) warnt vor der Einschleppung des invasiven Japankäfers (Popillia japonica) als Urlaubssouvenir. Denn das kleine Insekt mit goldgrünem Halsschild ist kaum größer als eine Kaffeebohne, kann aber riesige Schäden anrichten. Daher ruft das BMLEH Reisende zum Start der Ferienzeit zur Achtsamkeit auf. Es sollten zudem tunlichst keine Pflanzen, keine Erde, keine Samen oder Rollrasen aus dem Urlaub mitgebracht werden, vor allem nicht aus Norditalien oder der Südschweiz.

Der Japankäfer stellt eine große Bedrohung für die heimische Landwirtschaft, Gärten und Wälder dar. Wer Koffer, Auto oder Campingausrüstung kontrolliert, hilft mit, hiesige Pflanzen, Natur und Ernten zu schützen, so das BMLEH.

Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Ostasien. Im Jahr 2014 wurde er erstmals auf dem europäischen Festland entdeckt. Seither breitet er sich in Süd- und Mitteleuropa aus, wie auch jüngste Funde nahe der deutsch-schweizerischen Grenze zeigen. 2024 ist der Japankäfer erstmals in Bayern gefunden worden. Auch im Juli 2025 meldet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in der Nähe von Lindau wieder fünf männliche Japankäfer.

Die Larven des Käfers leben im Boden und schädigen dort die Wurzeln der Pflanzen, während die erwachsenen Käfer Blätter, Blüten und Früchte von über 400 Pflanzenarten fressen. Gefährdet sind u.a. Apfelbaum, Kischlorbeer und Weinreben.

Umfangreiche Materialien zum Japankäfer wie einen Flyer, ein Plakat, eine Postkarte sowie Informationen zur Meldung eines Verdachts finden sich auf der BMLEH-Webseite. Ein Befall oder Verdacht kann dem Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes gemeldet werden – am besten mit Foto oder mit einem sicher verpackten Exemplar des Käfers.

Frankreich startet Impfkampagne gegen BTV

Frankreich hat mit der Impfkampagne gegen die Blauzungenkrankheit der Serotypen 1 und 8 (BTV-1 und BTV-8) begonnen. Laut Angaben des französischen Agrarministeriums von Anfang Juli 2025 werden dafür 22 Mio. Euro bereitgestellt. Durch die Impfung von Rindern und Schafen in den an Spanien angrenzenden Departements soll ein Impfgürtel entstehen, der als Schutzgürtel die Einschleppung von BTV-1 aus dem Nachbarland verhindern soll, da das Virus durch Stechmücken verbreitet wird, die bis zu 100km „fliegen“ können bei Rückenwind. Die Impfung ist allerdings als freiwillige Maßnahme geplant, wird jedoch staatlich finanziert.

Es stehen Impfdosen für eine Million Schafe und 700.000 Rinder zur Verfügung. Die Dosen sollen in zwei Tranchen geliefert werden, die erste Hälfte Mitte Juli 2025 und die andere einen Monat später.

Im Falle von BTV-8 ist eine freiwillige Impfung aller Schafe im französischen Mutterland vorgesehen. Ziel sei es, vorrangig die Herden in den Departements nördlich der Loire zu schützen, die in den beiden vorangegangenen Saisons noch nicht mit diesem Serotyp in Berührung gekommen seien. Entsprechend besitzen diese Tiere keine Immunität gegen das Virus. Hier soll eine Impfung von sieben Millionen Schafen ermöglicht werden.

Neben BTV bedroht aber auch die Lumpy Skin Disease (LSD) die Gesundheit der Nutztiere, vor allem der Milchkühe. Daher soll auch hier zeitnah mit einer Impfkampagne begonnen werden, da auch dieses Virus durch Gnitzen übertragen wird.

Auch gegen die Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD) wurde bereits mit dem Einrichten eines Impfgürtels in Zentralfrankreich begonnen, da auch hier Stechmücken für die weitere Ausbreitung sorgen.

Es ist also nicht zu übersehen, das sogenannte Vektor-Krankheiten auch im Zuge des Klimawandels immer mehr an Bedeutung gewinnen. Neben den Impfungen sind parallel daher auch weitere Maßnahmen zur Mückenbekämpfung und -abwehr zu ergreifen.

Schweizerbauer

BTK veröffentlicht neue Tierärztestatistik

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat anhand der Meldedaten der Landes-/Tierärztekammern die Tierärztestatistik für das Jahr 2024 veröffentlicht. Aus dem Vergleich der Zahlen von 2023 und 2024 geht erneut hervor, was schon der Tierärzte Atlas Deutschland aufgezeigt hat: der tierärztliche Berufsstand befindet sich in einem strukturellen Wandel, der sowohl Herausforderungen als auch positive Entwicklungen mit sich bringt. So ist die Gesamtzahl der tierärztlich Tätigen im Jahr 2024 auf 34.364 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 519 Personen gegenüber 2023. Gleichzeitig ist aber ein weiterer Rückgang bei der Zahl der niedergelassenen Tierärzt:innen zu verzeichnen, nämlich ein Minus von 173, während die Zahl der angestellten Tierärzt:innen deutlich angestiegen ist. Diese Verschiebung unterstreicht den anhaltenden Trend hin zum Angestelltenverhältnis. Die BTK hebt in der Pressemitteilung auch hervor, dass es einen deutlichen Anstieg junger Tierärzt:innen unter 30 Jahren gibt. Diese Entwicklung zeige, dass der Beruf weiterhin attraktiv und der Nachwuchs weiblich sei. Der Frauenanteil insgesamt stieg auf 66 Prozent.

Aus der Statistik geht auch hervor, dass immer mehr Tierärzt:innen im Ausland arbeiten. Der Anteil stieg demnach um 18 Prozent. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, die Arbeitsbedingungen in Deutschland kritisch zu hinterfragen und gezielt zu verbessern, um die Attraktivität des Berufs langfristig zu sichern, so die BTK. Gleichzeitig sei ein deutliches Wachstum im Bereich der Spezialisierung durch Gebiets- und Zusatzbezeichnungen zu beobachten.

Betrachtet man die regionale tierärztliche Versorgung, zeigt sich ein differenziertes Bild: In einigen Bundesländern ist die Zahl tierärztlicher Praxen leicht zurückgegangen – ein Umstand, der die Frage nach der zukünftigen Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung erneut in den Fokus rückt.

Entsprechende Grafiken zu den Aussagen finden Sie auf der Webseite der BTK.

Fazit der BTK

Die Tierärztestatistik 2024 zeigt, dass der Wandel in vollem Gange ist. Mehr angestellte Tierärzt:innen, mehr Spezialisierung, mehr Frauen und mehr internationale Mobilität. Diese Entwicklungen gilt es aktiv zu begleiten, um die tiermedizinische Versorgung in Deutschland auch künftig qualitativ hochwertig und flächendeckend sicherzustellen.

Tierärzt:innen immer häufiger Opfer von Aggressionen

Aggressionen und Gewalt haben in den vergangenen Jahren in Deutschland in vielen Bereichen zugenommen. Immer häufiger werden auch bestimmte Berufsgruppen Opfer von aggressivem Verhalten. Dazu gehören inzwischen auch Tierärzt:innen und Tiermedizinische Fachangestellte. Nach Informationen der Landestierärztekammer (LTK) ist das inzwischen als bundesweites Problem zu betrachten.

Tierärzt:innen werden von Patientenbesitzer:innen bedroht, auch Autoreifen wurden schon aufgeschlitzt. Da Gewalttaten gegenüber tiermedizinischem Personal in der Kriminalstatistik nicht gesondert erfasst werden, sei die genaue Zahl der Fälle nicht bekannt, so Heidi Kübler, die Präsidentin der Landestierärztekammer (LTK) Baden-Württemberg. „Es ist zunehmend so, dass wir Erfahrungen machen, bei denen vor allem die jüngeren Kollegen und Kolleginnen sehr bedrängt werden, dass sie emotional unter Druck gesetzt werden“, erklärt auch Joachim Fritz, Tierarzt im Kleintierzentrum AniCura in Heilbronn.

Ramona Maier, Tierärztin im Ruhestand, sieht auch in dem hohen Stresslevel der Tierhaltenden einen Grund für die Zunahme der Aggressionen. „Die Leute haben häufig weite Wege hinter sich, mehrere Tierärzte oder Praxen schon angefahren und finden immer weniger Praxen, wo sie aufgenommen werden“, so Maier. Trotz besonderer Sicherheitsstandards, wie Videoüberwachung, abschließbaren Bereichen und Fluchtwegen, seien aggressive Vorfälle in der Klinik nicht zu verhindern. Die Klinikleiterin Katharina Möhler musste innerhalb der vergangenen sechs Monate bereits zweimal die Polizei hinzuziehen. Neben enttäuschten Erwartungen seien auch die mitunter hohen Behandlungskosten für das eigene Tier Grund für die Frustration der Tierhaltenden, sagt Möhler.

In Einzelgesprächen und Teambesprechungen werden Gewaltsituationen gemeinsam aufgearbeitet und analysiert. Im Umgang mit den Klienten versucht die Klinikleitung, ihre 20 Tierärzt:innen anzuleiten, auf Deeskalation zu setzen. Heidi Kübler fordert von der Politik, dass entsprechende Gewaltpräventionsprogramme auch für Tierärzt:innen gefördert werden. Denn wenn Tierärztinnen, die ohnehin für Burnout und psychische Erkrankungen als besonders gefährdet gelten, sich nach einem Übergriff dafür entscheiden, den Beruf zu wechseln, wiegt das in Anbetracht des schon bestehenden Fachkräftemangels sehr schwer. 

LTK Baden-Württemberg

SWR

ASP-Viren in NRW unterscheiden sich von anderen „deutschen“ Varianten

In Nordrhein-Westfalen ist erstmals die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen nachgewiesen worden. Bislang konnte das Virus bei acht verendeten Wildschweinen festgestellt werden. Alle Tiere scheinen zu einer Rotte gehört zu haben, da die Kadaver im nahen Umfeld der bisher tot aufgefundenen fünf Tiere gefunden wurden.

Nach Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) unterscheiden sich die Viren aus dem aktuellen Fundort signifikant von bisher bekannten westdeutschen Fällen sowie von den Varianten aus den östlichen Bundesländern, in denen die ASP aufgetreten ist. Die komplette Genomsequenz, die das Institut mit Hilfe von virologischen Untersuchungen von Blut- und Gewebeproben ermitteln konnte, stimmt demnach mit ASP-Viren aus der italienischen Region Kalabrien überein. Spezielle Veränderungen zeichnen sowohl die italienischen als auch die in NRW gefundenen Varianten aus.

FLI

Ministerium NRW

Parlament legt erste EU-Mindeststandards für Hunde und Katzen fest

Alle in der Europäischen Union gehaltenen Hunde und Katzen sollen zukünftig durch einem Mikrochip identifizierbar sein. Das geht aus einem Gesetzesentwurf hervor, den das EU-Parlament in der vergangenen Woche angenommen hat. So wird auch gefordert, dass die Haustiere in interoperablen nationalen Datenbanken registriert werden. Damit haben die Parlamentarier erstmals Regeln für das Wohlergehen und die Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen verabschiedet sowie die ersten EU-Mindeststandards festgelegt.

Einer der Gründe für das neu geplante Gesetz ist die stetige Zunahme der in der EU gehaltenen Vierbeiner. Mehr als 44 Prozent aller EU-Bürger*innen sind Besitzer*innen eines Haustieres. Zudem hat der Handel in den vergangenen Jahren erheblich zugelegt, rund 60% der Tiere werden über den Online-Handel verkauft. Weiterhin werden zu viele Tiere auf illegalem Weg aus Drittstaaten in die EU verbracht. Auf Grund der bislang fehlenden einheitlichen Tierschutzmindeststandards für Hunde und Katzen hatte die Kommission bereits Ende 2023 neue Vorschriften vorgeschlagen.

Demnach sollen sowohl Haltung als auch Verkauf von Hunden und Katzen in Tierhandlungen verboten werden. Die Abgeordneten fordern zudem ein Verbot der Zucht von Hunden oder Katzen, die Qualzuchtmerkmale aufweisen.

Um zu verhindern, dass Hunde und Katzen als nicht-kommerzielle Heimtiere in die EU kommen und anschließend verkauft werden, wollen die Parlamentarier die Vorschriften nicht nur auf Einfuhren zu kommerziellen Zwecken, sondern auch auf Verbringungen der Tiere zu anderen als Handelszwecken ausweiten. Die Abgeordneten werden nun Verhandlungen mit dem Rat über die endgültige Form des Gesetzes aufnehmen.

EU-Parlament

VETHiLFE startet kostenlose deutschlandweite Telefonseelsorge

Seit dem 1. Juni 2025 haben Menschen, die im Bereich der Tiermedizin tätig sind, die Möglichkeit, mentale Unterstützung über eine telefonische Seelsorge zu erhalten. Das Sorgentelefon des Vereins VETHiLFE ist täglich von 20-22 Uhr erreichbar. Der zusätzliche Service soll dem tierärztlichen Personal bei der Bewältigung von psychischen Belastungen in Beruf und Alltag helfen.

Die Telefonhotline wird ausschließlich von ausgebildeten Freiwilligen aus dem tiermedizinischen Bereich (Peer-Prinzip) betrieben. Alle Anrufe werden streng vertraulich behandelt. Neben der emotionalen Unterstützung bieten die Telefonseelsorger:innen einen Raum, in dem Jede:r ohne Vorurteile über ihre/seine Situation und Sorgen sprechen kann. Denn manchmal reicht einfach nur ein offenes Ohr, um Zweifel und Ängste zu bewältigen. In anderen Fällen helfen sie ihren Kolleg:innen auch, entsprechende Ansprechpartner für weitergehende Hilfe zu finden.

Der gemeinnützige Verein VETHiLFE e.V. ist vor gut einem Jahr gegründet worden, um die mentale Gesundheit von Menschen in der Tiermedizin zu fördern, da die Belastungen in dem Bereich immer mehr zunehmen. Die Gründe liegen an dem noch immer herrschenden Fachkräftemangel, aber auch an Tierbesitzer:innen, die sich aggressiv oder übergriffig verhalten.

Der Verein ist unabhängig von Kammern, Verbänden und Institutionen. Die Mitglieder kommen aus allen Bereichen wie Kliniken, Praxen, Universitäten oder Industrie. Es ist möglich und wünschenswert, den Verein finanziell zu unterstützen. Jede auch noch so kleine Spende kann helfen und unter Umständen Leben retten.

VETHiLFE

TFA-Gehälter steigen zum 1. Juni 2025

Nachdem sich der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) als Tarifpartner in der dritten Runde geeinigt haben, werden zum 1. Juni 2025 die Gehälter der Tiermedizinischen Fachangestellte (TFA) sowie der Auszubildenden steigen.

Mit Beginn des nächsten Monats werden sowohl ein neuer Gehaltstarifvertrag als auch ein neuer Manteltarifvertrag in Kraft treten. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertragesendet am 31. Januar 2026.

Demnach steigen die Tarifgehälter für TFA in der ersten Tätigkeitsgruppe (TG I) einheitlich um 300 Euro brutto, in der TG II um rund 336 Euro und in der TG III um rund 366 Euro. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich im ersten Jahr auf 900, im zweiten auf 1.000 und im dritten Jahr auf 1.100 Euro. Neu hinzu kommt eine Tarifgruppe IV für TFA, die leitungsbezogene Tätigkeiten ausführen.

Auch im Manteltarifvertrag haben sich Änderungen ergeben. Ab dem 1. Juni 2025 sind Überstunden, auch für Teilzeitbeschäftigte, über die regelmäßige vertragliche wöchentliche Arbeitszeit hinaus künftig zuschlagspflichtig, soweit innerhalb von 18 Wochen keine entsprechende Freizeit gewährt wird. Bereitschaftsdienst wird mit 50 Prozent des aktuellen Stundenlohns, mindestens aber mit dem jeweiligen gesetzlichen Mindestlohn vergütet.

Rückwirkende Zahlungen werde es nicht geben, damit unter anderem der bürokratische Aufwand der Praxen so gering wie möglich gehalten werden könne, erklärt bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. „Gleichzeitig sehen wir damit auch einer möglichen Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro pro Stunde gelassen entgegen und werden im Januar auf Basis der dann tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung wieder verhandeln.“

„Es war uns wichtig, insbesondere die Gehälter und Ausbildungsvergütungen der TFA nachhaltig zu verbessern. Wir schauen zuversichtlich nach vorne, auch wenn uns der Verzicht auf die Nachzahlungen nicht leichtgefallen ist“, betont vmf-Verhandlungsführerin Hannelore König.  

vmf

Beliebt und vernachlässigt – Katzenleid in Deutschland nimmt zu

Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen. In den Haushalten leben rund 15,9 Millionen Katzen. Gleichzeitig sind die Samtpfoten aber auch die am meisten vernachlässigten Haustiere. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die der Deutsche Tierschutzbund unter Tierärzt:innen durchgeführt hat. Nach Informationen von Tierschutzvereinen hat außerdem die Tierquälerei an Katzen zugenommen und die Tiere sind vermehrt vom sogenannten Animal Hoarding betroffen.

Rund 25 Prozent der befragten Tierärzt:innen haben erklärt, dass sie seit dem Beginn der Corona-Pandemie vermehrt mit Katzenleid konfrontiert werden. Die Hauptgründe für diese Entwicklung sehen die Veterinär:innen im Mangel an Sachkunde und Geld der Neuhalter:innen. Nach Aussage der Tierärzt:innen wissen zu viele Tierbesitzer:innen zu wenig über die Bedürfnisse der Tiere, deren Haltung und den richtigen Umgang. Hinzu kommen die Kosten für notwendige tiermedizinische Behandlungen, für die häufig das Geld fehlt.

Allein in der Zeit zwischen 2019 und 2021 ist die Zahl der gehaltenen Katzen in Deutschland um 2 Mio. Tiere angestiegen. Aus den bereits genannten Gründen sind allerdings auch Tausende Katzen ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben worden, was zu Überfüllungen und Aufnahmestopps in vielen der Heime geführt hat.

Der Deutsche Tierschutzbund rät dazu, sich bereits vor der Anschaffung einer Katze detailliert mit den Bedürfnissen der Tiere auseinanderzusetzen und sicherzustellen, dass anfallende Kosten für die Kastration, regelmäßige Impfungen und Parasitenbehandlungen, andere tiermedizinische Behandlungen, Futter und Zubehör auch gestemmt werden können. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung, wie ihn der Verband fordert, würde sicherstellen, dass zukünftige Halter die erforderlichen Kenntnisse mitbringen.

Zudem erneuert der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einer bundesweiten Kastrationspflicht für Katzen mit Freigang, um ein unkontrolliertes Vermehren der Tiere zu unterbinden und so das Leid von Straßenkatzen zu verringern.

Deutscher Tierschutzbund

Umfrage

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Geflügelpest-Pandemie in den USA rückt näher

In den USA grassiert bereits seit längerer Zeit das Geflügelpestvirus vom Typ H5N1. Nun aber scheint die Situation außer Kontrolle geraten zu sein, zahlreiche Betriebe im ganzen Land sind inzwischen betroffen und rund 168 Mio. Stück Geflügel mussten bereits getötet werden. Auch ist das Virus bereits in mehr als 1.000 Milchviehherden nachgewiesen worden.

Experten befürchten zudem, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Virus auch von Mensch-zu-Mensch übertragen werden kann. Dies wäre der Beginn einer Geflügelpest-Pandemie, wie das „Global Virus Network“ (GVN) befürchtet. Mehr als 70 Menschen hätten sich bereits infiziert, allerdings kam es noch nicht zu einer Übertragung von Mensch zu Mensch. Doch habe es bei Schweinen erste Infektionen gegeben, wodurch die Artenbarriere wieder ein Stück aufgeweicht wurde. Zudem sind Schweine dem Menschen genetisch recht ähnlich, weshalb das GVN die Staaten weltweit aufruft, sich auf solch ein Szenario vorzubereiten.

Die Überwachungsmaßnahmen müssten verstärkt und die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent eingehalten bzw. verschärft werden. Ziel müsse es sein, eine chaotische Kettenreaktion wie zu Beginn der COVID-19-Pandemie zu vermeiden. Dies gestaltet sich mit der amtierenden US-Regierung jedoch extrem schwierig, die die Überwachung sowie die Bekämpfungsmaßnahmen in der Vergangenheit eher gelockert als verschärft hat und so maßgeblich für die aktuelle Situation verantwortlich ist.

GVN

Wildtiere vor dem Verdursten retten

Der Klimawandel macht auch den heimischen Wildtieren zu schaffen. Die milden Temperaturen während der Wintermonate führen dazu, dass immer mehr Igel und Eichhörnchen keinen wirklichen Winterschlaf oder -ruhe mehr halten, in dem der Stoffwechsel extrem runtergefahren wird, sodass die Tiere kaum Nahrung benötigen. Zudem ist das Nahrungsangebot für die Tiere bereits im Herbst häufig zu gering, da es immer weniger Insekten gibt und Bäume wie die Hasel weniger Früchte produzieren. Hinzu kommt die in diesem Jahr schon früh eingetretene, extreme Trockenheit, die vor allem im Osten Deutschlands weiter anhält.

Vögel, Igel, Eichhörnchen und Co. finden entsprechend nicht genügend Wasser, was die Tiere zusätzlich schwächt. Immer häufiger werden entkräftete Eichhörnchen gefunden und in den Aufzuchtstationen abgegeben. Viele Wildtiere werden allerdings nicht entdeckt und verenden unbemerkt in ihren Nestern.

Gerade jetzt sei es wichtig, dass Bürger:innen in ihren Gärten bzw. in Grünflächen und Parks flache Wasserschalen aufstellen, um die Tiere vor dem Verdursten zu retten, erklärt eine Sprecherin der Stadt Berlin. Diese sollten aber täglich gereinigt werden. Regentonnen oder andere tiefe Gefäße mit Wasser sollten jedoch immer abgedeckt werden, damit Eichhörnchen nicht darin ertrinken.

Die Berliner Senatsverwaltung appelliert dringend an die Bevölkerung, die Augen offenzuhalten und offensichtlich geschwächte und hilfsbedürftige Tiere tiermedizinisch versorgen zu lassen. Es könne durchaus vorkommen, dass geschwächte und dehydrierte Tiere sprichwörtlich aus den Bäumen fallen. In ihrer Not suchten die Tiere manchmal sogar die Nähe zu Menschen.

Um Wildtiere in der Praxis geht es auch in der gleichnamigen, ATF-anerkannten E-Learningreihe auf Myvetlearn.de, bei der sich Tierärzt:innen online fortbilden können. In einer separaten Reihe können sich auch Tiermedizinische Fachangestellte zum Thema Aufzucht, Pflege und Behandlung von Wildtieren online fortbilden. Beide Kursreihen enthalten zudem zahlreiche interaktive Elemente, die einerseits den Spaß steigern und andererseits die Bearbeitung der Inhalte intensivieren.

N-TV

MKS breitet sich in Ungarn und der Slowakei aus

Nach dem Bekanntwerden erster Fälle von Maul- und Klauenseuche (MKS) in Ungarn und der Slowakei sind inzwischen in beiden Ländern weitere Ausbrüche gemeldet worden. In der Slovakei ist inzwischen der 5. Ausbruch, in Ungarn der 2. Fall bestätigt worden. Entsprechend groß ist die Sorge in den Nachbarländern, vor allem in Österreich, da alle Ausbrüche sich in der Nähe der Grenze befinden. „Mit großer Besorgnis beobachten wir die jüngste Entwicklung der Maul- und Klauenseuche (MKS) in unseren Nachbarländern. Aktuellen Berichten zufolge gibt es erneut zwei Verdachtsfälle in Ungarn, die derzeit untersucht werden. Diese Meldungen verdeutlichen einmal mehr, wie schwierig es ist, die Ausbreitung der Seuche unter Kontrolle zu bringen“, kommentiert Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der österreichischen Tierärztekammer (ÖTK), die aktuelle Lage. „Das ist eine dramatische Gefahr für unsere Tierbestände, vor allem aufgrund der extremen Ansteckungsfähigkeit des Virus. Wir fordern daher sofortige und konsequente Maßnahmen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Die Situation erfordert entschlossenes Handeln!“

Die ÖTK fordert angesichts der aktuellen Entwicklungen neben dem Einfuhrstopp von Tieren und Fleischprodukten strengere Einreisekontrollen, insbesondere im Personenverkehr. Mobile Grenzkontrollen sollten durch stationäre Kontrollpunkte direkt an der Grenze ersetzt werden. Aber auch der Transit von Tiertransporten müsse dringend gestoppt werden, um das Risiko einer Einschleppung zu eliminieren. Ein weiteres Problem stelle die potenzielle Einschleppung des Virus durch Reisende und Arbeitskräfte aus den betroffenen Regionen dar. „Nur durch schnelles, entschlossenes Handeln auf nationaler und internationaler Ebene kann eine weitere Verbreitung der Maul- und Klauenseuche verhindert und die Sicherheit der landwirtschaftlichen Tierbestände gesichert werden“, betont Frühwirth.

In den Überwachungszonen in Österreich wurden inzwischen mehr als 1.000 Tiere auf das Virus untersucht. Bislang blieben alle Ergebnisse neagtiv auf MKS. Aber auch in Deutschland beobachtet man die Situation mit wachsender Sorge. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) rief dringend dazu auf, bei klinisch auffälligen Klauentieren in Deutschland immer auch MKS labordiagnostisch ausschließen zu lassen. Auf den Betrieben MUSS hohe Wachsamkeit herrschen, denn je eher ein MKS-Ausbruch erkannt und Maßnahmen getroffen werden können, desto besser die Chance, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Außerdem müssen die Biosicherheitsmaßnahmen strikt eingehalten werden. Zu diesem Thema bietet Myvetlearn.de Tierärzt:innen entsprechende Online-Fortbildungen an.

ÖTK

StIKo Vet rät zu Impfung gegen EHV und BTV

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) hat sich erneut für die flächendeckende Impfung von Pferden gegen equine Herpesviren (EHV) ausgesprochen. In einer umfassenden Stellungnahme begründet die StIKo Vet, warum an der EHV-Immunisierung als Core-Impfung beim Pferd festgehalten wird.

In dieser hat die Kommission Bezug genommen auf zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit der EHV-Impfstoffe untersucht hatten. Ein Großteil dieser Studien hatten hochsignifikante Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Tieren gezeigt: Die Impfung reduziert die Schwere der Erkrankung und vor allem die Dauer und Höhe der Virusausscheidung. Durch die konsequente Impfung ganzer Bestände kann die Viruslast gesenkt, und es können so mögliche Infektionsketten unterbrochen werden. 

Zudem hat die StIKo Vet in ihrer Stellungnahme auch auf gesichtete Ausbruchsuntersuchungen verwiesen, die keinen gesicherten Zusammenhang zwischen einer EHV-Impfung und dem Auftreten neurologischer Symptome nach EHV-Infektion darlegen. Die Analysen deuten eher darauf hin, dass eine hohe Impfquote im Bestand das Risiko schwerer Verlaufsformen signifikant senken kann.

Die Impfstoffkommission rät dringend zu einem ausreichenden Schutz der Pferde gegen EHV-1, weist aber darauf hin, dass es trotz Impfung zu Ausbrüchen kommen kann. Daher sollten andere Maßnahmen der Seuchenprävention nicht vernachlässigt werden, wie die transparente Ausbruchskommunikation, allgemeine Hygienemaßnahmen sowie die Vermeidung gemeinsamer Aufstallung in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen. Soweit möglich, sollten Tiere aus verschiedenen Beständen und bereits erkrankte oder besonders infektionsgefährdete Pferde separiert werden.

Anlässlich des bevorstehenden Frühjahrs und der beginnenden Gnitzensaison wiederholt die StIKo Vet die dringende Empfehlung, empfängliche Wiederkäuer im kommenden Frühjahr gegen BTV-3 impfen zu lassen. Ein besonderes Augenmerk sollte demnach auf Regionen liegen, die im letzten Jahr wenig betroffen waren und in denen die Impfabdeckung gering ist.

Empfängliche Wiederkäuer, die im vergangenen Jahr grundimmunisiert wurden, sollten noch vor der Gnitzensaison eine einfache Wiederholungsimpfung erhalten. Wie die StIKo Vet betont, ist die Impfung auch in Beständen wichtig, in denen im vergangenen Jahr bereits Fälle von Blauzungenkrankheit festgestellt wurden. Die Impfung mit einem serotypspezifischen Impfstoff ist die einzige Möglichkeit, um Schäden durch Tierverluste, Aborte und Leistungsrückgang nachhaltig vorzubeugen.

FLI

Bayern vergibt Tiermedizinstudienplätze im Rahmen der Landtierarztquote

Der Mangel an Tierärzt:innen zeigt sich besonders stark in ländlichen Regionen. Immer weniger Tierärzt:innen sind bereit, die langen Arbeitszeiten und weiten Wege im Praxisalltag in Kauf zu nehmen und ziehen Jobs in der Stadt, auf dem Amt oder in der Wirtschaft vor. Als Konsequenz schließen immer mehr Praxen auf dem Land.

Um dem entgegenzuwirken und gleichzeitig die Versorgung von Nutztieren in Bayern zu sichern, vergibt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erstmals im Rahmen der Landtierarztquote bis zu 10 % der an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) pro Jahr zur Verfügung stehenden Tiermedizinstudienplätze an Studienbewerber:innen, die ein besonderes Interesse an der nutztierärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum aufweisen.

„Wir brauchen mehr Tierärzte auf dem Land. Wir brauchen Landtierärzte für die Nutztierhaltung in allen bayerischen Regionen. Sie bedeuten mehr Tierschutz in der Fläche und mehr Lebensmittelsicherheit“, erklärte der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber nach der Billigung der Landtierarztquote durch den Bayerischen Landtag im Dezember vergangenen Jahres. 

Noch bis zum 28. Februar 2025 können sich Interessierte für das Tiermedizinstudium an der LMU bewerben. Mit Hilfe eines zweistufigen Auswahlverfahrens erfolgt die Vergabe der Plätze. Das Studium ist auch ohne Numerus Clausus (NC) möglich. Auswahlkriterien sind beispielsweise ein Studieneignungstest, eine Ausbildung in einem Beruf mit Bezug zur Nutztierhaltung oder -medizin, sowie Berufserfahrung und Praktika. Die Bewerber:innen verpflichten sich, nach Abschluss ihrer Ausbildung für zehn Jahre in einem bayerischen Bedarfsgebiet als Nutztierarzt mit Schwerpunkt Rind oder Schwein zu arbeiten. Die Bewerbung erfolgt online über das Bewerberportal.

LGL

Neuer H5N1-Virusstamm bei Milchkühen in den USA festgestellt

In den USA ist erstmals eine Infektion mit einer zweiten H5N1-Variante bei Kühen festgestellt worden. Auch dieses Virus hat somit die Artenbarriere vom Vogel auf das Rind überwunden. Das besonders Beunruhigende daran: diese Virusvariante ist für den Menschen gefährlicher und die Sorge vor einer neuen Pandemie wächst. Bislang war der Virustyp B3.13 des H5N1-Virus auch bei Milchkühen in inzwischen mindestens 959 Herden in 16 US-Bundesstaaten festgestellt worden. Der neue Typ D1.1 wurde zuerst in der Milch von Kühen auf einer Farm in Nevada entdeckt. Bislang kam dieser Typ ausschließlich bei Vögeln vor. Weitere Nachforschungen der Behörden konnten das Virus bei Tieren weiterer acht Betriebe nachweisen. Zudem sind mindestens drei Infektionen beim Menschen mit D1.1 bekannt, eine davon endete tödlich.

Ob der neue Virustyp insgesamt leichter auf Menschen übertragen wird, ist noch unklar, es verursacht beim Menschen aber offenbar schwerere Symptome. Große Sorgen bereitet das Szenario, wenn das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Um so mehr beunruhigt es, dass die US-Regierung unter Donald Trump sowie dem neuen Gesundheitsminister Robert F. Kennedy der Seuchenschutzbehörde CDC und anderen staatlichen Gesundheitsbehörden eine weitreichende Kommunikationssperre auferlegt hat, anstatt das Monitoring zu intensivieren und für Transparenz zu sorgen.

FLI

Tierärztliche Versorgung in Österreich vor Kollaps – sofortiges Handeln erforderlich

Die tierärztliche Versorgung in einigen ländlichen Regionen Österreichs steht vor dem Kollaps. Daher ruft die Österreichische Tierärztekammer die neue Regierung zur sofortigen Unterstützung der tierärztlichen Versorgung auf. Es bestehe enormer Handlungsbedarf, betont Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK).

„Jeden Monat erreichen uns alarmierende Hilferufe aus verschiedenen Regionen Österreichs. Besonders in der Nutztiermedizin droht ein massiver Versorgungsengpass“, betont Frühwirth und warnt: „Ohne sofortige Maßnahmen riskieren wir einen Kollaps der tierärztlichen Versorgung in einigen ländlichen Regionen. Es muss dringend gehandelt werden! Eine klare Strategie, von der Studienaufnahme bis zum Berufseinstieg, ist längst überfällig.“

Ohne sofortige Unterstützung drohe die tierärztliche Versorgung in einigen Regionen des Nutztierbereichs bereits jetzt zu kollabieren. Daher bedarf es kurzfristiger Zuschüsse, um die tierärztliche Versorgung zumindest wirtschaftlich attraktiver zu gestalten und die letzten engagierten Tierärzt:innen im Beruf zu halten, betont der ÖTK-Präsident. „Langfristig muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden, dafür braucht es aber auch zweifellos mehr Tierärzt:innen und Fachkräfte.“
Die ÖTK fordert:

  • Kurzfristige finanzielle Anreize zur wirtschaftlichen Absicherung der bestehenden Tierärzteschaft.
  • Bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  • Attraktivierung des Berufs von der Studienwahl bis zum Berufseinstieg.
  • Verpflichtende Praxiseinbindung von Absolvent:innen zur Sicherstellung der Versorgungsqualität.

„Verzögerungen bei der Umsetzung der genannten notwendigen Maßnahmen gefährden die tierärztliche Versorgung und sind unverantwortlich. Die Zeit drängt – wir brauchen jetzt entschlossenes Handeln von Bund, Ländern und Gemeinden!“, appelliert Frühwirth.

ÖTK

Neues Zeckenvirus in Gämsen nachgewiesen

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat ein neues, bislang unbekanntes Zeckenvirus entdeckt. Der Nachweis des neuen Flavivirus-Subtyps erfolgte nach Analyse von erkrankten Gämsen und anhaftenden Zecken, die aus Österreich und Italien stammten.

„Die von den Gämsen stammenden Virusstämme, die wir vorläufig als „Alpine chamois encephalitis virus“ (ACEV) bezeichnen, bilden mit dem Spanischen Ziegenenzephalitis-Virus eine unabhängige genetische Gruppe, die sich deutlich von den anderen Louping Ill-Viren unterscheidet“, erklärt Norbert Nowotny vom Zentrum für Pathobiologie der Vetmeduni.

Die Wissenschaftler:innen entdeckten den neu identifizierten Flavivirus-Subtyp an drei unterschiedlichen Orten in Österreich und Norditalien in einem Abstand von bis zu 390 Kilometern Luftlinie und in einem Zeitraum von mehr als sechs Jahren. Noch ist unklar, welche Folgen das Virus für Mensch und Tier haben wird. Für weiterführende Forschungsarbeiten wurde das Zellkulturisolat des neuen Virus (Alpine chamois encephalitis virus; ACEV) auf der Plattform des Europäischen Virusarchivs hinterlegt.

„Das zoonotische Potenzial dieses neu identifizierten Virus-Subtyps sowie sein Wirtsspektrum bei anderen Tierarten, einschließlich Nutztieren, muss unbedingt weiter untersucht werden. Sollten etwa auch Ziegen oder Schafe für dieses neu entdeckte Virus empfänglich sein, bestünde auch die Gefahr von Infektionen des Menschen durch den Genuss von Rohmilch-Produkten dieser Tierarten“, betont Nowotny.

Vetmeduni Wien

Positiver Tierschutz lässt Tiere gedeihen

Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus 330 Wissenschaftler:innen aus 23 Institutionen in 15 Ländern, hat eine erste Definition des positiven Tierschutzes („PAW“/Positive Animal Welfare) erstellt. In dem erzielten wegweisenden Konsens legen die Wissenschaftler:innen dar, dass Tiere durch die Erfahrung überwiegend positiver Geisteszustände und die Entwicklung von Kompetenz und Resilienz gedeihen.

Positives Tierwohl sei weit mehr als gute physische Gesundheit und die Linderung von Leiden, erklärt Studienerstautor Jean-Loup Rault vom Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften der Veterinärmedizinischen Universität Wien. „Es geht darum, die Fähigkeit von Tieren zu fördern, sich durch lohnende Erfahrungen, Wahlmöglichkeiten und die aktive Verfolgung von Zielen zu entfalten, betont Rault. Beispiele für die Förderung seien ein größeres Platzangebot für Kälber zum Spielen oder die Haltung von Schweinen auf Stroh.   

Diese neuartige Definition soll die innovative Forschung vorantreiben und die Tierpflegepraktiken besser mit den gesellschaftlichen Erwartungen an die Haltung und Pflege von Tieren in Einklang bringen. „Diese Definition ist ein wichtiger Schritt hin zu einer wesentlichen Verbesserung des Wohlergehens von Tieren in landwirtschaftlichen Betrieben, Heimen und Zoos“, sagt Co-Autorin Margit Bak Jensen.

Vetmeduni Wien

MKS-Verdachtsfall im Landkreis Barnim nicht bestätigt

Der Verdacht auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) im Landkreis Barnim bei Werneuchen hat sich nicht bestätigt. Die im Labor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) untersuchten Proben haben einen negatives Testergebnis erbracht. „Der Stand ist heute, dass es keinen zweiten weiteren positiven Fall gibt“, sagte Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) am Freitagmorgen im Deutschlandfunk.

Der Verdachtsfall war am Donnerstag aufgetreten, nachdem Ziegen MKS-verdächtige Symptome gezeigt hatten. Die Tiere des Bestandes wurden umgehend getötet und der Betrieb gesperrt, um zu verhindern, dass sich das hoch ansteckende Virus weiter ausbreitet.

Wie es zu dem ersten Ausbruch in der vergangenen Woche im Kreis Märkisch Oderland in Brandenburg bei Wasserbüffeln kam, ist immer noch unklar. „Auch diese Information brauchen wir dringend“, so Özdemir, denn die Sorge sei weiterhin groß. Solange Deutschland international noch nicht wieder den Status habe, MKS-frei zu sein, dürfe es bei den Maßnahmen kein Nachlassen geben. Es müsse alles dafür getan werden, damit die Länder, die deutsche Produkte kauften, wieder Vertrauen hätten.

Deutschlandfunk

Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg

Erstmals seit rund 36 Jahren ist in Deutschland die Maul- und Klauenseuche (MKS) ausgebrochen. Betroffen ist eine Wasserbüffelherde in Hönow im brandenburgischen Kreis Märkisch-Oderland. 3 Tiere sind bereits verendet, die restlichen 8 Tiere müssen getötet werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden, wie die Landesregierung mitteilt.

„Wir haben die Lage im Griff und unter Kontrolle“, sagte Landrat Gernot Schmidt der Zeitung. „Die erforderlichen Sperrkreise wurden eingerichtet.“ Der Landkreis gehe mit Spezialisten der Ursache für die Erkrankungen nach. Der Tierbestand werde derzeit getötet und beseitigt, erklärt Landesagrarministerin Hanka Mittelstädt. 

Zuletzt waren Ausbrüche der hochansteckenden Tierseuche, die Klauentiere wie Rinder, Schafe, Ziege und Schweine sowie viele Zoo- und Wildtiere befallen kann, im Jahr 1988 in Deutschland gemeldet worden.

Da es jedoch in Ländern des Nahen Ostens sowie Afrikas, Asiens und Südamerikas regelmäßig zu Ausbrüchen der MKS kommt, besteht ein Risiko, dass durch illegal eingeführte tierische Produkte aus diesen Ländern auch in Europa Infektionen verursacht werden. Für Menschen ist das Virus ungefährlich. 

ntv

Umfrage zur Zufriedenheit von selbstständigen Tierärzt:innen

Zahlreiche größere Studien in der Vergangenheit haben sich mit der Arbeitszufriedenheit angestellter Tierärzt:innen befasst. Wie es um die Lebens- und Arbeitsrealität selbstständiger Tierärzt:innen bestellt ist, wurde bislang noch nicht näher beleuchtet. Ein Grund dafür ist der Mangel an umfassenden Daten, die die berufliche, wirtschaftliche und soziale Situation sowie die Zufriedenheit der selbständigen Praktiker:innen widerspiegeln. Laut Erhebungen des Tierärzte Atlas Deutschland 2024, den der Dessauer Zukunftskreis (DZK) entwickelt hat, nimmt die Zahl der Selbstständigen stetig ab. Zudem ist die Bereitschaft gesunken, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Im vergangenen Jahr haben die angestellten Tierärzt:innen zahlenmäßig die niedergelassen Tierärzt:innen erstmals überholt. Zudem werden in den kommenden 10 Jahren ca. 3.000 Tierarztpraxen eine Nachfolgelösung für ihre Einheit finden müssen, wie dem Tierärzte Atlas zu entnehmen ist.

Klarheit über die Zufriedenheit von selbstständigen Tierärzt:innen im Bereich der kurativen Kleintiermedizin in Deutschland soll eine aktuelle Studie bringen, die das Institut für Veterinärepidemiologie und Biometrie gemeinsam mit dem Doktorand Daron Remien durchführt. Im Rahmen der Studie wird eine Umfrage unter selbstständigen Tierärzt:innen, die als Eigentümer:innen und Besitzer:innen in Führungs- und Verantwortungspositionen ihrer tierärztlichen Einheit stehen und eigene Gewinne erwirtschaften, durchgeführt.

Viele potenzielle Nachfolger:innen, junge Tierärzt:innen und Studierende wissen zu wenig über die Situation und die Zufriedenheit heutiger selbstständiger Tierärzt:innen in der Kleintiermedizin. Daher kann die Auswertung der Studie zukünftigen Generationen von Tierärzt:innen helfen, einen erweiterten Blick auf dieses Thema zu erlangen. Diese neugewonnenen Informationen und Erkenntnisse dienen zukünftigen selbstständigen Tierärzt:innen, handlungsfähig, innovativ, modern und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Alle selbstständigen Tierärztinnen und Tierärzte im Bereich der Kleintiermedizin werden gebeten, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und an dieser Umfrage teilzunehmen.

FU Berlin

Zur Umfrage

Neuer Begriff soll Klarheit bei Tierarztgehältern bringen

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat nicht zuletzt auch aufgrund der gestiegenen Inflation neue Empfehlungen für die Gehaltsuntergrenzen angestellter Tierärzt:innen beschlossen. Damit sind die Gehaltsuntergrenzen nun in moderatem Rahmen endlich auch an die verbesserte Einnahme-Situation in der Tiermedizinbranche durch die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 adaptiert worden. Insbesondere für langzeitangestellte Praktiker:innen soll ein günstigerer Gehaltsverlauf erreicht werden.

Der bpt weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Zahlen, die alle zwei Jahre ausgehandelt werden, lediglich eine Untergrenze darstellen und nicht als Durchschnittswert oder Gehaltsempfehlungen anzusehen sind. Um das Verwechseln von Untergrenzen mit Durchschnittsempfehlungen zu vermeiden, hat die Interessenvertretung die „GehaltsUNTERgrenze“ als Begriff gewählt. Wie der bpt auf seiner Internetseite erklärt, entstehe gerade bei Berufsanfänger:innen durch das hartnäckige Verwechseln von Untergrenzen mit Durchschnittsempfehlungen ein finanzieller Schaden.

Die neuere Wortwahl „Gehaltsuntergrenze“ soll verdeutlichen, was gemeint ist: Nach oben hin sollte ein Gehalt ausgehandelt werden unter Berücksichtigung der (teuren oder günstigen) Lage des Arbeitsorts. Nach unten hin dürfen sie nicht unterschritten werden, sonst droht der Vorwurf der „Sittenwidrigkeit“.

bpt

Guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Wir wünschen Ihnen einen fröhlichen und friedlichen Jahreswechsel!
Für das neue Jahr wünschen wir Ihnen neben Gesundheit, Freude, Glück und persönlichen Erfolg!

Wir freuen uns, Sie auch in 2025 wieder mit unseren Online-Fortbildungen und unseren weiteren Dienstleistungen unterstützen zu dürfen!

Ihr Team von Vetion.de

Gesegnete Weihnacht!

Vetion.de wünscht allen Tierärztinnen und Tierärzten, Tiermedizinischen Fachangestellten, Tierhalterinnen und Tierhaltern sowie allen anderen Nuzerinnen und Nutzern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Genießen Sie die Zeit im Kreis von Familie und Freunden und spannen Sie ein wenig ab!

Bis zum 26.12. haben Sie außerdem noch die Möglichkeit, die restlichen Türchen des Adventskalenders zu öffnen und sich mit etwas Glück noch ein zusäztzliches Weihnachtsgeschenk zu sichern.

Wir wünschen Ihnen viel Glück und ein frohes Fest!

Nur bundesweite Kastrationspflicht kann Elend der Streunerkatzen verringern

Der Deutsche Tierschutzbund schätzt die Anzahl der Straßenkatzen in Deutschland auf mehrere Millionen Tiere. Tendenz aktuell wieder ansteigend. Das „herrenlose“ Dasein geht mit großem Leid für die Tiere einher, die von domestizierten Hauskatzen abstammen. Dem kann nur durch eine bundesweit geltende Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten Einhalt geboten werden, so die eindringliche Forderung der Tierschützer.

Neue Ergebnisse einer Umfrage, die der Deutsche Tierschutzbund unter seinen Mitgliedsvereinen durchgeführt hat, bestätigen, dass 99 Prozent des Straßenkatzen-Nachwuchses krank ist, 69 Prozent sogar ernsthaft krank. „Die Tiere leiden an Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Mangel- oder Unterernährung und Parasiten“, weiß Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Eine Überlebenschance haben die kraftlosen Jungtiere meist nur, wenn Tierfreunde sie rechtzeitig finden und medizinisch versorgen lassen. Laut Schätzung des Deutschen Tierschutzbundes ist die Lebenserwartung von Kitten in menschlicher Obhut circa 40-Mal so hoch wie die von Straßenkatzen.

„Straßenkatzen in Deutschland leiden im Verborgenen; viele sterben einen frühen Tod“, erläutert Zohni. Die hohe Reproduktionsrate von Katzen sorgt dafür, dass immer neue Kitten nachkommen: Zwei bis drei Würfe mit vier bis sechs Jungtieren hat eine weibliche Katze pro Jahr. „Mit der wachsenden Population steigt auch die Zahl der Straßenkatzen, die qualvoll verenden. Um den Teufelskreis der unkontrollierten Vermehrung zu durchbrechen und das Leid der Tiere zu beenden, braucht es eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Solange die Politik nicht handelt, geht das Kittensterben weiter“, so Zohni.

Neben der Forderung eines bundesweiten Kastrationspflicht für Katzen, bittet der Tierschutzbund außerdem um Spenden, um den aufgeriffenen Tieren in den Tierheimen helfen und Kastrationsaktionen durchführen zu können.

Deutscher Tierschutzbund

Toxin als Ursache für Equine Gras Sickness identifiziert

Die Equine Grass Sickness (EGS) ist eine neurodegenerative Erkrankung, die Weidepferde, Ponys und Esel befällt und häufig zum Tode des betroffenen Tieres führt. Die Krankheit führt zu einer gestörten Magen- und Darmfunktion, was schwerwiegende Symptome wie Koliken, Schluckbeschwerden und Muskelschwäche auslösen kann. Während die Krankheit in Deutschland nur sehr selten auftritt, gehört EGS in einigen Gegenden Großbritanniens zu der häufigsten Todesursache von Pferden.

Bislang war die Ursache für eine Erkrankung unbekannt. Die Schädigung des Nervensystems lässt jedoch vermuten, dass eine Art von Toxin beteiligt ist. In einer aktuellen Studie konnten Wissenschaftler:innen der University of Edinburgh, der Newcastle University und der University of Padova nun belegen, dass ein Neurotoxin für EGS verantwortlich sein könnte.

Die Forschenden identifizierten ein neurotoxisches Enzym mit dem Namen Phospholipase A2, das Schäden an den neuromuskulären Verbindungen bei den betroffenen Pferde verursacht. Diese Verbindungen sind entscheidend für Muskelbewegungen und -funktion. Phospholipase A2 sei ein Toxin, welches von Mikroorganismen auf Weiden produziert werde, erklärt Professor Bruce McGorum von der Royal (Dick) School of Veterinary Studies. Die Tatsache, dass das Toxin auch im Gift vieler Giftschlangen vorhanden ist, lässt die Vermutung zu, dass Medikamente, die zur Behandlung von Menschen mit Schlangenbiss eingesetzt werden, möglicherweise auch bei Patienten mit Equine Gras Sickness hilfreich sein könnten. Die Studienergebnisse könnten neue Wege zur Bekämpfung von EGS ebnen.

„Weitere Arbeiten sind im Gange, um die Quelle dieses Neurotoxins zu bestimmen; es wird wahrscheinlich von einer Mikrobe wie einem Bakterium oder Pilz produziert, die auf der Weide des Pferdes während des kalten und trockenen Wetters wächst“, wird McGorum von der British Equine Veterinary Association (BEVA) zitiert.

St. Georg

Kostenfreies Live-Seminar zu Antibiotikameldungen

In weniger als einer Woche findet das kostenfreie Online-Seminar Antibiotikameldungen  – Warum, wann und wie? auf Myvetlearn.de statt. Das Seminar vermittelt Tierärzt:innen einen Überblick über die Strategien zur Reduzierung der Antibiotikaresistenzen und über den aktuellen Sachstand zur Umsetzung der Antibiotikameldungen, insbesondere in der nationalen Rechtsprechung.

PD Dr. Svenja Sander und Dr. Kristina Strecker (beide Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Berlin) gehen auf die Dokumentation und Meldung der Antibiotikamengen ein und zeigen auf, wo Tierärzt:innen Informationen über den aktuellen Stand und die Hintergründe erhalten können. Nach jedem Abschnitt gehen die Referentinnen auf die Fragen der Teilnehmenden ein.

Das Live-Webinar findet statt am 17.12.2024 von 19:30 bis ca. 21:00 Uhr. Das Seminar wird aufgezeichnet und steht registrierten Tierärzt:innen bis 17.12.2025 zur Verfügung. Der mit 2 ATF-Stunden anerkannte Fortbildungskurs wird von der ATF und dem Internetportal Vetion.de in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) durchgeführt.

Myvetlearn.de

Vergiftungsgefahr für Tiere wächst in der Weihnachtszeit

In Haus und Garten lauern einige Gefahren für Hunde und Katzen. Besonders während der Weihnachtszeit treten durch das Fressen weihnachtstypischer Lebensmittel, wie Schokolade, Rosinen oder Zwiebeln, häufiger Vergiftungen bei den Vierbeinern auf. Je nach aufgenommener Menge und Zutaten sowie Größe des Tieres, zeigen sich für Vergiftungen typische Symptome, von Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu neurologischen Ausfällen.

Aber auch die weihnachtliche Dekoration birgt Gefahren für Haustiere. Durch das Fressen oder Belecken von Weihnachtssternen oder anderen Zimmerpflanzen können ebenfalls Vergiftungen bei Hunden und Katzen auftreten. Dekorative Gestecke oder Blumensträuße können für Tiere zudem giftige Pflanzen enthalten.

Besonders bei frostigen Außentemperaturen laufen die Vierbeiner Gefahr, sich zu vergiften. So ist das oft in Frostschutzmitteln enthaltene Ethylenglykol bereits in kleinen Mengen tödlich und erfordert eine spezifische Behandlung, wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) erklärt.

Da Reinigungsmittel sowie Medikamente auch außerhalb der Weihnachtszeit eine häufige Gefahrenquelle darstellen, sollten Tierhalter:innen diese stets unter Verschluss und außerhalb der Reichweite ihrer Vierbeiner halten. Im Verdachtsfall ist schnelles Handeln gefragt. Je schneller und zielgerichteter eine Behandlung erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen.

BfT

Tarifverhandlungen für TFA vorerst gescheitert

Die Verhandlungen zu den in die Jahre gekommenen TFA-Tarifverträgen zwischen dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) und dem Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) sind vorerst gescheitert. Die beiden Tarifpartner konnten zu keiner Anschlusslösung kommen.

Wie der bpt erklärt, sei derzeit nicht klar, ob und wann die Verhandlungen fortgesetzt werden. Die hohen Forderungen seitens des vmf hätten eine Einigung verhindert, so der bpt. „Die TFAs sind ein wesentlicher Faktor für den Praxiserfolg. Sie haben eine qualitativ hochwertige Ausbildung, leisten großartige Arbeit und sollen für ihre Leistung selbstverständlich auch die verdiente Wertschätzung erfahren. Leider können wir uns nicht einigen, wie hoch die Tarifanpassungen sein sollen“, bedauert bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder.

In einigen Positionen seien die Parteien zwar zu einem Konsens gekommen, jedoch lägen die Vorstellungen bei den Gehaltssteigerungen, Ausbildungsvergütungen und einer neuen Tätigkeitsgruppe für TFA, die leitungsbezogene Tätigkeiten ausführen, noch weit auseinander, erklärte der vmf. Der Verband bittet die TFA-Mitglieder nun mittels einer Umfrage um ihr Votum. „Die TFA-Mitglieder im vmf erhalten in den nächsten Tagen Post von uns mit weiteren Informationen und einem Fragebogen. Wir bitten alle TFA-Mitglieder, sich an unserer internen Umfrage zu beteiligen, damit wir die Rückmeldungen als Grundlage für unser weiteres Vorgehen nutzen können“, erklärt Katrin Hammermann, Referatsleiterin TFA im vmf, und ergänzt: „Die Teilnahme an der Umfrage ist auch direkt im internen Mitgliederbereich möglich und sie setzt keine langjährige Mitgliedschaft im vmf voraus. Auch neue Mitglieder können direkt abstimmen.“

bpt

vmf

Weitere WNV-Nachweise in Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein sind in den beiden vergangenen Monaten vermehrt Fälle des West-Nil-Virus (WNV) aufgetreten. Betroffen sind acht Pferde sowie zwei Habichte. Ein Pferd sowie beide Vögel haben die Infektion nicht überlebt.

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) rät Halter:innen von Pferden, mittelfristig ihre Tiere gegen den Erreger impfen zu lassen. Es sei davon auszugehen, dass sich das West-Nil-Virus weiter ausbreiten wird. Das feuchtwarme Wetter in den Sommermonaten 2024 hatte zu einem gehäuften Vorkommen der Stechmückenpopulation geführt, die das Virus übertragen. In Deutschland sind derzeit drei Impfstoffe gegen WNV für Pferde verfügbar. Die Impfstoffe sind gut verträglich und schützen sicher vor schweren Verlaufsformen der Erkrankung.

Infizierte Pferde können Symptome einer Hirnhaut- oder Hirnentzündung mit deutlichen zentralnervösen Ausfallerscheinungen wie Stolpern, Muskelzittern und Lähmungen bis zum Festliegen zeigen. Bei etwa 20 bis 40 Prozent der klinisch erkrankten Tiere kann die Infektion tödlich verlaufen. Überlebende Tiere zeigen häufig bleibende neurologische Schäden. Eine spezifische Therapie gibt es nicht, lediglich eine symptomatische Behandlung ist möglich. 

Schleswig-Holstein

Weltnaturschutzunion stuft Igel erstmals als bedrohte Art ein

Die Population des westeuropäischen Igels (Erinaceus europaeus) ist in zahlreichen europäischen Ländern stark zurückgegangen, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) mitteilt. Je nach Land habe sich die Zahl der Wildsäuger um 16 bis 33 Prozent verringert. In Bayern und Flandern hätten sich die Igelpopulation nahezu halbiert, heißt es in einem aktuellen IUCN-Bericht. Neben dem Insektenschwund und damit das Verschwinden der Nahrungsgrundlage, führe besonders die Zerstörung ländlicher Lebensräume durch Intensivierung der Landwirtschaft, Straßen und Stadtentwicklung zu der Abnahme der Bestände. Die Weltnaturschutzunion hat den Winterschläfer daher in ihrer Roten Liste der bedrohten Arten erstmals als ‚potenziell gefährdet‘ eingestuft.

„Regionale und nationale Maßnahmen zur Unterstützung der Igelpopulationen durch Initiativen wie „Hedgehog Street“ im Vereinigten Königreich und „Danmarks Pindsvin“ in Dänemark sind unerlässlich“, sagte Dr. Abi Gazzard, Programmbeauftragte der IUCN SSC Small Mammal Specialist Group. „Die Bewertung der Roten Liste zeigt auch, wo es Wissenslücken gibt, zum Beispiel in Bezug auf die Verbreitungsgrenzen der Art. Eine verstärkte Überwachung in ganz Europa ist unerlässlich, um mehr über weniger untersuchte Populationen zu erfahren.“

Die Rote Liste gibt es seit 1964. Sie umfasst inzwischen mehr als 166.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen rund 46.000 bedroht sind.

Da Igel auch immer häufiger in den Tierarztpraxen vorgestellt werden, können sich Tierärzt:innen mit dem Einsteigerkurs Igel auf Myvetlearn.de online fortbilden und damit auch einen Beitrag zur Arterhaltung beitragen. In dieser Online-Fortbildung geht es um den Igel als Patienten in der Tierarztpraxis, seine häufigsten Erkrankungen und die richtigen Behandlungen. Andere Wildtierarten werden in der  ATF-anerkannten E-Learningreihe Wildtiere auf Myvetlearn.de ebenfalls behandelt.

In einer separaten Reihe können sich auch Tiermedizinische Fachangestellte zum Thema Aufzucht, Pflege und Behandlung von Wildtieren online fortbilden. Beide Kursreihen enthalten zudem zahlreiche interaktive Elemente, die einerseits den Spaß steigern und andererseits die Bearbeitung der Inhalte intensivieren. 

Aber auch das Personal von Igelstationen und Wildtierauffangstationen muss natürlich die notwendige Fach- und Sachkunde besitzen, um die gesetzlichen Vorschriften einhalten und Auflagen beachten zu können, die es rund um diese unter Naturschutz stehende Art gibt. Dies vermittelt der Kurs Igel auf dem Portal Tierhalter-Wissen.de.

IUCN

Schweizerbauer

Esel ergänzend für den Herdenschutz

Schafe und Ziegen sind unverzichtbar für Beweidung. Durch Knabbern an Büschen und Fressen von Gras sorgen die Tiere dafür, dass Weiden und Naturschutzgebiete nicht von Sträuchern und Bäumen überwuchert werden und somit ein artenreicher Lebensraum bestehen bleibt. In vielen Regionen Deutschlands breitet sich allerdings der Wolf massiv aus. Immer häufiger werden Schafe und Ziegen von den Raubtieren gerissen und dabei getötet. Ein umfangreicher Herdenschutz ist daher unumgänglich.  

Als Ergänzung zu Hütehunden eignen sich auch Esel für den Herdenschutz. Die Langohren zeichnet besonders aus, dass sie weniger aggressiv gegenüber Hunden sind. „Hier im Naherholungsgebiet sind sehr viele Spaziergänger mit Hunden unterwegs“, erklärt Sarah Spies. Die Tierärztin in Elternzeit unterstützt ihren Mann Oliver beim Hüten der rund 300 Schafe und Ziegen. Da ein Herdenschutzhund keinen Unterschied zwischen einem Wolf oder einem Hund macht, können in einigen Gegenden keine Hütehunde eingesetzt werden. Hier können dann die Esel die Aufgabe des Herdenschutzes übernehmen, so Spies weiter.

Auch wenn Esel vor einem einzelnen Wolf keine Angst hätten und diesen wahrscheinlich in die Flucht schlagen würden, könnten die Grautiere wohl gegen ein ganzes Rudel von Wölfen nichts ausrichten, erklärt der Schäfer weiter. Nach Ansicht des hessischen Landwirtschaftsministeriums sind Esel sehr vielseitige Tiere. Die Haltung von Eseln, auch zusammen mit Schafherden, werde daher – sofern die Bedingungen aus Sicht des Tierschutzes erfüllt seien – grundsätzlich befürwortet. Esel bieten einen gewissen Schutz von kleineren Weidetierbeständen gegen Angreifer, da sie „vergleichsweise wehrhaft und in der Lage sind, Alarm zu schlagen“. Im Gegensatz zu ausgebildeten Herdenschutzhunden werde die Anschaffung und Haltung von Eseln für den Herdenschutz allerdings nicht vom Land finanziell unterstützt, heißt es von Seiten des Ministeriums.  

Neben vielen Gemeinsamkeiten mit Pferden weisen Esel jedoch auch einige wesentliche Unterschiede auf. Diese bestehen unter anderem in Anatomie, Physiologie und Verhalten, aber auch in der Pharmakokinetik und -therapie. Auf Myvetlearn.de können sich Tierärzt:innen zum Thema Der Esel als Patient in der tierärztlichen Praxis online fortbilden. Da auch Ziegen zunehmend als Haustiere und nicht mehr nur als Nutztiere zur Milch- oder auch Fleischgewinnung gehalten werden, widmet sich die tierärztliche Fortbildung Die Ziege als Patient in der tierärztlichen Praxis mit einem Live-Webinar am 9. November auf Myvetlearn.de diesen Tieren und ihren Besonderheiten. Das Online-Seminar wird aufgezeichnet und steht den Kursteilnehmer:innen bis zum 8. November 2025 zur Verfügung .

Proplanta

Tierärzte Atlas Deutschland 2024

Am heutigen Freitag ist im Eichenkranz zu Wörlitz im Rahmen des 3. Wörlitzer Treffens des Dessauer Zukunftskreises (DZK) der erste Tierärzte Atlas Deutschland vorgestellt worden. Er enthält in sechs Kapiteln Zahlen, Daten und Fakten der Tiermedizin und zeigt Trends und Entwicklungen dieser Branche auf.

Auf insgesamt 88 Seiten informiert die Branche übersichtlich und mit vielen Grafiken über die Personal- und Marktentwicklung, ordnet Strukturen und erläutert Hintergründe.

Der Tierärzte Atlas Deutschland ist eine Brancheninitiative aller veterinärmedizinischen Verbände und Organisationen, um eine gemeinsame Datenbasis für die deutsche Tierärzteschaft zu schaffen, die es ermöglicht, sich strukturierter mit den richtigen Herausforderungen auseinander zu setzen, um Lösungen und Forderungen faktenbasierter aufzustellen, so dass die veterinärmedizinischen Ausbildungszentren, die dazugehörende Wirtschaft, die veterinärmedizinischen Institutionen und die politischen Entscheider die richtigen Weichen stellen können; außerdem soll der Atlas dazu beitragen, dass keine falschen Zahlen mit entsprechend inkorrekten Interpretationen mehr in die Welt gesetzt werden.

Mehr Informationen zum Tierärzte Atlas Deutschland finden sich auf der Webseite Tierärzteatlas. Dort findet sich auch eine pdf-Version zum Download. Die gedruckte und gebundene Variante kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro bestellt werden.

Myxomatose grassiert unter Feldhasen in NRW

Die Myxomatose, verursacht durch das Myxomavirus, war in Deutschland bislang auf Kaninchen beschränkt. Nun werden in Nordrhein-Westfalen vermehrt schwer erkrankte oder verendete Feldhasen (Lepus europaeus) aufgefunden, die die typischen Anzeichen der Myxomatose wie beim Kaninchen zeigen. Dazu gehören Schwellungen der Augenlider, der Genitalschleimhäute und Entzündungen im Nasen- und Lippenbereich sowie Apathie und Verlust des natürlichen Fluchtinstinkts. Bei den Tieren konnte laut Mitteilung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) mit Hilfe moderner molekularer Untersuchungen wie Genomsequenzierung und real-time PCR eine Variante des Myxomavirus identifiziert werden, die ein erweitertes Wirtsspektrum aufweist und somit auch deutsche Feldhasen identifizieren kann. Diese Variante des Myxomavirus wurde erstmals 2018 in Spanien und Portugal bei Iberischen Hasen (Lepus granatensis) nachgewiesen und stellt eine natürliche Rekombination des klassischen Myxomavirus mit einem bisher unbekannten Pockenvirus dar. Weitere Untersuchungen zur Verbreitung und Charakterisierung dieser Variante sind derzeit im Gange und werden von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung (LANUV) zwischen den Chemischen- und Veterinäruntersuchungsämtern und dem Friedrich-Loeffler-Institut koordiniert.

Für den Menschen ist das Myxomavirus jedoch ungefährlich. 

FLI

Erweiterungsstudium zur Stärkung der praktischen Kompetenzen   

Die Veterinärmedizinische Universität Wien hat das Angebot für ihre Studierenden um eine prä- und postgraduelle Weiterbildung zur Erstkonsultation und -versorgung von Klein- und Heimtieren, aber auch Ziervögeln und Reptilien, erweitert.

Das Ziel dieses Erweiterungsstudiums ist es, die erlangten theoretischen Basiskenntnisse und -fertigkeiten aus dem Grundstudium zu vertiefen und praktisch anzuwenden. Ebenso werden durch direkten Patientenbesitzer:innen-Kontakt sowohl die Kommunikationsfähigkeit, die sozialen Kompetenzen sowie professionelles Verhalten in der Erstkonsultation und -versorgung trainiert.

Weiterhin erlernen die Studierenden die praktischen Kompetenzen, die von der European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) im Bereich Erst- und Notfallversorgung angegeben werden. Die Zulassung setzt den bereits erfolgten Abschluss eines Studiums der Veterinärmedizin oder die aufrechte Zulassung zum Diplomstudium Veterinärmedizin voraus. Eine Zulassung für das zweisemestrige Studium ist bis zum 31. Oktober 2024 möglich.

Vetmeduni Wien

FLI erneuert Impfempfehlung gegen WNV wegen steigender Zahlen

Im laufenden Jahr ist eine vermehrte, regionale Zunahme an Infektionen mit dem West-Nil-Virus (WNV) festzustellen, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilt. Bisher sind bereits 51 Fälle bei Vögeln und 85 Fälle bei Pferden registriert worden. Das FLI möchte daher Pferdehalterinnen und -halter noch einmal ausdrücklich auf die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) zum Schutz ihrer Tiere hinweisen.

Besonders betroffen sind die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Sie stellen derzeit das Haupt-Endemiegebiet von WNV in Deutschland dar. Eine Ausbreitung aus dem Endemiegebiet war zuvor mit wenigen Fällen sichtbar, nimmt dieses Jahr aber größere Ausmaße an, bedingt durch ein anhaltend warmes und feuchtes Klima sowie ein gehäuftes Vorkommen der Stechmückenpopulation. So werden aktuell vermehrt Fälle bei Pferden mit zum Teil sehr schwerem Verlauf auch im östlichen und südöstlichen Niedersachen nachgewiesen.

West-Nil-Virus ist ein von Mücken übertragender Erreger mit weltweiter Bedeutung und einer der am weitesten verbreiteten Flaviviren. Vögel unterschiedlicher Arten sind die Hauptwirte für das Virus, das auch zahlreiche Säugetierarten infizieren kann, die aber häufig keine oder nur schwache Krankheitssymptome entwickeln. Pferde gelten als Fehlwirte, d.h. von ihnen gehen keine weiteren Infektionen aus. Bei ihnen werden in der Regel nach einer Infektion keine oder nur milde klinische Anzeichen beobachtet. Allerdings kann es bei nicht-geimpften Pferden, die zuvor keinen Kontakt mit dem Virus hatten, in ca. 8 % der Fälle auch zu einem schweren Verlauf mit neurologischen Ausfallserscheinungen kommen. Die Sterblichkeit derartiger Fälle liegt bei 30-50 %. Die Fälle ohne tödlichen Ausgang zeigen häufig lebenslang bleibende Schäden. 

In Deutschland sind derzeit drei Impfstoffe gegen WNV für Pferde verfügbar. Sie sind gut verträglich und schützen sicher vor schweren Verlaufsformen der Erkrankung. Laut Empfehlungen der StIKo Vet sollten Pferde im Ausbreitungsgebiet des Virus geimpft werden. Darüber hinaus auch solche, die dorthin, und sei es auch nur für sehr kurze Zeit, verbracht werden sollen. Zum Ausbreitungsgebiet gehören inzwischen allerdings weite Teile Nord- und Ostdeutschlands. Weiterhin ist es möglich, wertvolle Zoo- und Zuchtvögel mittels Impfung vor einer Infektion und klinischen Erkrankung zu schützen, denn gemäß der neuen EU Tierarzneimittel-Verordnung ist es möglich, Pferdeimpfstoffe hierfür umzuwidmen.

Auch der Mensch kann über einen Mückenstich mit dem WNV infiziert werden und dadurch erkranken. Informationen zu aktuellen Infektionszahlen bei Menschen stellt das hierfür zuständige Robert Koch-Institut auf seiner Webseite zur Verfügung.

FLI

Monitoring von Igeln und Maulwürfen startet wieder

Schon in wenigen Tagen beginnt die nächste Runde des bundesweiten Monitorings von Igeln und Maulwürfen. Vom 20. bis 30. September 2024 sind Bürger:innen im ganzen Land aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen und Sichtungen über das Portal Igelsuche zu melden. Da seit dem vergangenen Monat zahlreiche Igel-Jungen unterwegs sind, können mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Igelweibchen mit ihrem Nachwuchs in den Gärten und Parks zu entdecken sein.

Die so gesammelten Daten unterstützen die Wildtierforschung und sollen helfen, ein genaueres Bild über die Verbreitung und den Gefährdungsstatus von Igeln und Maulwürfen zu erhalten. Da besonders die Datenlage zum heimischen Braunbrustigel bei weitem noch nicht ausreichend ist, unterstützt die Aktion die Forschung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hinsichtlich der Risikofaktoren für die Stacheltiere, wie etwa Mähroboter. Seit Beginn der Datensammlung durch Freiwillige von Igelauffangstationen sind mehrere Hundert dieser Fälle belegt.

Ziel des Projektes, an dem verschiedene Naturschutzorganisationen mitwirken, ist es, ein langfristiges Monitoring zu Verbreitung und Vorkommen von Igel und Maulwurf in Deutschland durchzuführen. „Mit aktuellen Informationen über Vorkommen und Bestandsentwicklungen können wir wirksame Schutzmaßnahmen leichter entwickeln und durchsetzen. Unser großes Dankeschön gilt daher all jenen, die bei der Aktion mitmachen und sie unterstützen“, sagt Lea-Carina Mendel, Naturschutzexpertin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Ein Beispiel für wirksame Schutzmaßnahmen der Stiftung sind beispielsweise „Igeltore“ in Zäunen, die Gärten und damit Lebensräume vernetzen. 

Da Igel auch immer häufiger in den Tierarztpraxen vorgestellt werden, können sich Tierärzt:innen mit dem Einsteigerkurs Igel auf Myvetlearn.de online fortbilden. In dieser Online-Fortbildung geht es um den Igel als Patienten in der Tierarztpraxis. Um Wildtiere in der Praxis geht es auch in der gleichnamigen, ATF-anerkannten E-Learningreihe auf Myvetlearn.de, bei der sich Tierärzt:innen online fortbilden können. Denn gerade im Sommer werden immer häufiger verletzte Wildtiere in die Tierarztpraxen gebracht. In einer separaten Reihe können sich auch Tiermedizinische Fachangestellte zum Thema Aufzucht, Pflege und Behandlung von Wildtieren online fortbilden. Beide Kursreihen enthalten zudem zahlreiche interaktive Elemente, die einerseits den Spaß steigern und andererseits die Bearbeitung der Inhalte intensivieren.

Aber auch das Personal von Igelstationen und Wildtierauffangstationen muss natürlich die notwendige Fach- und Sachkunde besitzen, um die gesetzlichen Vorschriften einhalten und Auflagen beachten zu können, die es rund um diese unter Naturschutz stehende Art gibt. Dies vermittelt der Kurs Igel auf dem Portal Tierhalter-Wissen.de.

In diesem Kurs werden die wichtigsten Aspekte für den Betrieb einer Igelstation behandelt. Neben Informationen zum Artenschutz und rechtlichen Aspekten werden Ihnen die Voraussetzung zum Betrieb einer Igelstation als tierheimähnliche Einrichtung vorgestellt. Weiter werden die biologischen Grundlagen und Besonderheiten des Europäischen Braunbrustigels präsentiert und was dies für die ordentliche Unterbringung des Igels bedeutet. Anschließend geht es um die häufigen Fragen: Wann dürfen Igel in Obhut genommen werden? Wie können häufige Erkrankungen, Parasitosen und Zoonosen diagnostiziert werden und was ist als Erste Hilfe vorzunehmen?

Leibniz-IZW

Veti-Kalender 2024/2025 für das kommende Studienjahr jetzt erhältlich

Der Veti-Kalender ist der Taschenkalender für Studierende und junge TierärztInnen. Er erscheint pünktlich zum Beginn des Wintersemesters 2024/2025 und enthält viele wertvolle Fachinformationen wie beispielsweise die physiologischen Daten und Laborwerte der Tierarten sowie Impfempfehlungen, ein Fachwörterlexikon, interessante Termine und Adressen zu den Fachbereichen der Veterinärmedizin in Deutschland.

Durch sein praktisches Kalendarium, in das bereits alle wichtigen Termine für „Vetis“ an den Fachbereichen sowie die bedeutenden Kongresse/Tagungen in Deutschland eingetragen sind wird er zum perfekten Begleiter für das Veti-Studium.

Außerdem enthält der Veti-Kalender viele Lerntipps und Eselsbrücken, die wichtigsten Abkürzungen und anzeigepflichtigen Krankheiten sowie ein veterinärmedizinisches Fachwörterlexikon, dass eine Vielzahl der medizinischen Begriffe erklärt, was insbesondere für die unteren Semester von großem Nutzen ist.

Top-Thema in dieser Ausgabe sind ein Interview mit der „Erfinderin“ der 1st Day Skills Academy Lisi Basler. Was bietet sie und was sind ihre Ziele, Visionen, was treibt sie an? Und zur Inspiration stellen wir die beeindruckende Erfolgsgeschichte der Tierklinik Germersheim vor nach dem Motto: wir müssen groß denken!

Außerdem neu in dieser Ausgabe: das kleine Röntgen-ABC. Ein kleiner Einblick in das Prinzip des Röntgens sowie den Strahlenschutz. 

Der Veti-Kalender kostet Euro 8,99 und ist ab sofort im Vetion.de-Shop erhältlich.