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Tierschutzbeirat Niedersachsen feiert 35-jähriges Jubiläum

Seit 35 Jahren steht der Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen der Landesregierung beratend zur Seite. Während seiner langjährigen Tätigkeit hat der Beirat den Tierschutz in dem Bundesland maßgeblich verbessert, unter anderem bei der Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere oder bei grundsätzlichen Fragen im Tierschutzrecht. Viele Empfehlungen und Positionen des Gremiums sind dabei über die Jahre zu wichtigen Impulsen für die tierschutzpolitische Arbeit in Niedersachsen geworden.

„35 Jahre Tierschutzbeirat stehen für 35 Jahre fachliche Kompetenz, ehrenamtliches Engagement und den gemeinsamen Einsatz für das Wohl der Tiere. Der Beirat ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Praxis, unterschiedlichsten Verbänden, Wissenschaft und Politik. Heute sind Dialogformate ein beliebtes Instrument der niedersächsischen Landesregierung, aber vor 35 Jahren war es etwas Besonderes, ein solches Gremium einzurichten. Seine Arbeit zeigt: Guter Tierschutz braucht den Dialog, aber auch den Mut, Veränderungen anzustoßen. Dafür danke ich allen Mitgliedern, die sich über viele Jahre mit großer Sachkenntnis und Leidenschaft eingebracht haben“, betonte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten.

„Jahrzehnte-andauernden Tätigkeit des Tierschutzbeirats werden gleichzeitig auch konstruktive Auseinandersetzungen darüber geführt, wie wir das Leben von Tieren besser schützen und verbessern können. Besonders wertvoll ist, dass im Beirat unterschiedliche Sichtweisen zusammenkommen. Tierschutz lebt vom fachlichen Austausch und davon, dass auch schwierige Fragen offen diskutiert werden“, erklärt die Landestierschutzbeauftragte Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting. 

Am 3. und 4. September 2026 findet die traditionelle Hybrid-Tagung Aktuelle Probleme des Tierschutzes statt. Eine Anmeldung für das zweitägige Online-Seminar auf Myvetlearn.de ist auch jetzt noch möglich.

Ministerium Niedersachsen

Projekt macht Dimensionen von Animal Hoarding deutlich

Das Animal Hoarding hat in Deutschland problematische Ausmaße angenommen. Das machen die Ergebnisse eine aktuellen Forschungsprojekts deutlich. Gemeinsam mit dem Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der TU Dresden und dem Verein TierSucht hat der Deutsche Tierschutzbund dieses interdisziplinäre Projekt durchgeführt und damit erstmals verlässliche, bundesweite Zahlen veröffentlicht. 

Gemäß aktueller Informationen der beteiligten Veterinärbehörden wurde im Jahr 2023 durchschnittlich ein Fall von Animal Hoarding pro Tag mit 47,5 Tieren pro Fall gemeldet. Dabei waren drei Viertel der Hoarder den Behörden bereits bekannt, davon über ein Viertel durch frühere Fälle von Tiersammelsucht.

„Das Forschungsprojekt macht die tatsächlichen Dimensionen von Animal Hoarding deutlich und zeigt, dass wir das Problem an der Wurzel angehen müssen. Auch, wenn die Beschlagnahmung der Tiere akutes Tierleid beendet, beginnt der Kreislauf immer wieder von vorn, wenn betroffene Menschen keine passende Unterstützung erhalten. Genau deshalb brauchen wir jetzt ein Umdenken in Politik und Praxis“, sagt Nina Brakebusch, Leiterin des Forschungsprojekts beim Deutschen Tierschutzbund.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Animal Hoarding weiterhin ein gravierendes Tierschutzproblem bleibt, und dass von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. So sollen im Rahmen des Forschungsprojekts auch die psychologischen und biografischen Ursachen untersucht werden. Ziel ist es, Präventionsmaßnahmen und Leitlinien für Veterinärbehörden, Sozialarbeit und weitere beteiligte Berufsgruppen zu entwickeln. 

Deutscher Tierschutzbund

Erster Tollwutnachweis bei Fledermaus seit 2010

Erstmals seit 16 Jahren ist bei einer Fledermaus in Rheinland-Pfalz die Tollwut nachgewiesen worden. Wie das Landesuntersuchungsamt mitteilt, gibt es aber lediglich ein sehr geringes Infektionsrisiko, da in der Regel kein Kontakt zu den scheuen und nachtaktiven Fledermäusen besteht. Nur bei einem direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, wie etwa durch Kratz- oder Bissverletzungen, sei eine Ansteckung möglich.

Wer Fledermäuse nicht anfasst und gebotenen Abstand hält, habe praktisch kein Ansteckungsrisiko, so das Landesuntersuchungsamt. Grundsätzlich sei der aktuelle Tollwut-Nachweis nicht außergewöhnlich, da eine Infektion immer wieder in Deutschland beobachtet werde.

So wird empfohlen, geschwächte, verletzte, scheinbar tote oder sich auffällig verhaltende Fledermäuse niemals ungeschützt angefasst und aufgenommen werden sollten. Da das Risko einer Einschleppung durch illegale Tiertransporte bestehe, sollten Halter:innen ihre Hunde und Katzen gegen Tollwut impfen lassen. Eine Infektion mit dem Virus endet immer letal.

Proplanta

Tollwutfall: Papiere und Impfungen waren manipuliert

Jedes Jahr sterben weltweit etwa 60.000 Menschen an Tollwut. Annähernd 99 Prozent dieser Fälle gehen auf Bisse von streunenden oder infizierten Hunden zurück. Während in West-, Mittel- und Südwesteuropa die klassische Tollwut bei Füchsen oder Hunden ausgerottet ist, kommt das Rabiesvirus weiterhin weltweit in mehr als 150 Ländern vor. Aufgrund von konsequenten Impfprogrammen und strenger Überwachung gilt Deutschland seit 2008 als tollwutfrei.

Das Risiko der Tollwuteinschleppung ist jedoch weiterhin hoch, besonders durch illegale Einschleusung von Hunden meist aus osteuropäischen Ländern. So auch im Fall des im Januar 2026 an Tollwut gestorbenen Hundes. Der Vierbeiner soll nach offiziellem Impfpass gechipt und ordnungsgemäß gegen Tollwut geimpft gewesen sein. Wie das Unternehmen MSD Tiergesundheit aktuell mitteilt, waren sowohl die Papiere als auch die eingetragenen Impfungen manipuliert, um die illegalen Transporte zu tarnen. Das belegen Untersuchungen des forensischen Labors von MSD im schweizerischen Schachen, die eine eindeutige Fälschung nachweisen können.

„Gefälschte Impfnachweise stellen ein erhebliches Risiko für die Tiergesundheit und den Schutz der Bevölkerung dar“, erklärt Dr. F. Koithan, Amtstierarzt der Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis, Verbraucherschutz- und Veterinärwesen. „Der aktuelle Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass Impfungen korrekt durchgeführt und lückenlos dokumentiert werden. Nur so lassen sich Tiere wirksam schützen und eine mögliche Einschleppung der Tollwut verhindern.“

MSD

Vorsicht beim Verbringen von Tieren aus dem Urlaubsland

Der August ist die Hauptreisezeit der Deutschen. Viele Menschen verbringen ihre Ferien in südeuropäischen Ländern. Das Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen in Düsseldorf warnt aktuell vor der Einfuhr von Tieren aus diesen Ländern, denn Katzen und Hunde aus vielen europäischen Regionen können gefährliche Krankheiten einschleppen.

Das Mitleid mit den auf der Straße lebenden Vierbeinern führt nicht selten dazu, dass Urlauber:innen die Tiere über Organisationen vor Ort adoptieren oder diese als Flugpaten mit ins Heimatland nehmen. Nicht bedacht wird dabei jedoch in vielen Fällen, dass jedes nach Deutschland eingeführte Tier einen EU-Heimtierausweis benötigt, in dem neben Name und Anschrift der Tierhalterin bzw. des Tierhalters auch die individuelle Chip-Nummer und der Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung vermerkt sein müssen. Fehlen diese Papiere, droht den Tieren eine langwierige Quarantäne, für die teils hohe Kosten entstehen, die die/der „Retter:in“ tragen muss. Zusätzlich wird in diesen Fällen ein Bußgeld fällig.  

„Wer trotz der damit verbundenen Risiken unbedingt ein Tier aus dem Ausland mitbringen möchte, sollte sich vorher ausführlich informieren, ob alle Einreisebestimmungen definitiv erfüllt sind“, betont Klaus Meyer, Leiter des Düsseldorfer Instituts.

Diesen Rat sollten Urlauber auch beherzigen, wenn sie sich vor Ort als Flugpate für einen Vierbeiner anwerben lassen. Besonders diesen Tieren fehlen häufig die notwendigen Impfungen oder die dazugehörigen Papiere. Der Flugpate ist während des Transportes für das Tier verantwortlich und muss alle geltenden Einreisebestimmungen beachten. 

Vor der Mitnahme eines Tieres sollten Reisende sich in jedem Fall – auch vom Urlaubsort aus – in Deutschland bei den zuständigen Veterinärämtern über die Organisation und die geltenden Einreisebestimmungen erkundigen. Meyer weist darauf hin, dass Hunde und Katzen hierzulande in zahlreichen Tierheimen und Auffangstationen dringend auf neue Besitzer:innen warten. „Sie sind bereits geimpft und gekennzeichnet und in der Regel auch kastriert“, betont der Institutsleiter. Weitere Fragen zum Thema Einreisebestimmungen beantwortet das Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen unter der Telefonnummer 0211-8993242.

Institut für Verbraucherschutz und Veterinärwesen

Sachkundenachweis für künftige Tierhaltende nun Pflicht in Österreich

Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Österreich die bundeseinheitliche Pflicht des Sachkundenachweises für Tierhaltende. Künftig müssen Personen, die erstmals die Haltung bestimmter Tierarten anstreben, einen Nachweis über eine allgemeine Sachkunde erbringen. So sollen Fehler in der Heimtierhaltung und Tierleid sowie Überforderung und die spätere Abgabe von Tieren im Tierheim vermieden werden. 

Die Bundes-Novelle rund um die Sachkunde für angehende Tierhalter:innen verfehle die ursprünglich ambitionierten Ziele und stößt die Bundesländer vor den Kopf, die schon vor Einführung eines bundesweiten Sachkundenachweises hochqualitative ländereigene Regelungen getroffen haben, kritisiert die Stadt Wien.

„Mit der Bundes-Novelle dürfen ab jetzt auch Personen mit zu hinterfragenden Einstellungen zum Hundetraining als Ausbildner für unbedarfte Bürger:innen fungieren, denn die von Bundesseite nun als geeignet anerkannten Hunde(sport)vereinsqualifikationen basieren lediglich auf Eigenlegitimation“, erklärt der Wiener Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Anders als in Österreich gelten in Deutschland keine einheitliche Regelung, was der Deutsche Tierschutzbund seit längerem kritisiert. Mit Nachdruck fordert der Verband einen verpflichtenden, theoretischen Sachkundenachweis, bevor sich Tierhaltende ein Tier zulegen. Grundlegende Kenntnisse zu Haltung, Ernährung, Verhalten und Kommunikation der jeweiligen Tierart sollten Voraussetzung für den Kauf oder die Adoption eines Tieres sein, so der Tierschutzbund.

„Tierhalter sollten sich bereits vor der Anschaffung mit den Bedürfnissen und dem Verhalten eines Tieres sowie den anfallenden Kosten auseinandersetzen“, erklärt Lisa Hoth-Zimak, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. 

Bereits seit 2023 sind zukünftige Hundehalter:innen in Niedersachsen verpflichtet, einen sogenannten Hundeführerschein zu absolvieren. Seit dem 1. Juli 2026 ist dieser auch in Bremen Pflicht. „Die Sachkundepflicht würde Leid verhindern und die Tierheime entlasten, weil weniger Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden“, so Hoth-Zimak.

Deutscher Tierschutzbund

GOT-Evaluation: Online-Befragung von Tierhaltenden und Tierärzten läuft

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ist im Jahr 2022 umfassend novelliert worden und wird nun, wie vorgesehen, nach vier Jahren evaluiert. Im Rahmen dieses Evaluierungsprozesses führt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auch eine deutschlandweite Befragung von Tierärzten und Tierhaltenden durch.

Unter anderem hatte auch der Pferdesport Deutschland eine solche Umfrage gefordert. Seitdem die Evaluation der GOT durch das BMLEH angestoßen worden ist, hat sich der Verband nachdrücklich dafür eingesetzt, dass neben der Tierärzteschaft auch die Tierhaltenden zu den Auswirkungen der GOT-Novelle im Jahr 2022 direkt befragt werden.

„Auskömmlich für den Tierarzt und leistbar für den Tierhalter – das ist unser erklärtes Ziel“, erklärt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht. „Dass die ursprünglich nicht geplante Befragung stattfindet, werten wir als einen ersten Erfolg auf dem Weg zur Gestaltung fairer Tierarztkosten“, ergänzt Miesner, der immense Auswirkungen der GOT Novelle auf den Pferdesektor sieht.   

Für die Beantwortung der Fragen ist eine Dauer von etwa 10 Minuten einzuplanen. Die Befragung läuft bis zum 26. Juli 2026.

Zur Tierärzte-Umfrage

Pferdesport Deutschland inkl. Umfrage für Tierhalter

Einfache Maßnahmen können Mensch, Tier und Wald schützen

Die aktuell herrschenden Temperaturen stellen eine hohe Belastung für Mensch und Tier dar. Gleichzeitig steigt auch das Waldbrandrisiko in vielen deutschen Regionen wieder gefährlich an.

„Heiße Tage und tropische Nächte können für Mensch und Tier herausfordernd sein. Übermäßige Hitze kann gesundheitliche Folgen haben. Daher müssen wir insbesondere bei der erwarteten Hitze der kommenden Tage uns und unsere Tiere vor den hochsommerlichen Temperaturen schützen. Zudem steigt die Waldbrandgefahr im Land“, erklärt Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat des Landes.

Viel Flüssigkeit und nur leichte Kost können der Bevölkerung helfen, durch diese Hitzewelle zu kommen. Auch für Hunde und Katzen stellen die jetzigen Temperaturen eine Herausforderung dar, denn die Tiere schwitzen nicht und können hohe Außentemperaturen nur in begrenztem Maße kompensieren. Um einen Hitzschlag zu vermeiden, benötigen Haustiere ausreichend kühles Wasser und einen möglichen Rückzug in kühle und schattige Plätze. Ein Hitzestress zeigt sich durch Symptome wir schnelles Atmen oder Verwirrung. In diesen Fällen sollten umgehend Gegenmaßnahmen in Absprache mit dem Tierarzt eingeleitet werden.

Nutztiere müssen ebenfalls vor Hitze geschützt werden. Hitzestress kann zu Kreislaufproblemen, Leistungseinbußen, erhöhter Krankheitsanfälligkeit und im Extremfall auch zum Tod führen. „Auf der Weide würden den Tieren Zugänge zu Schattenplätzen, idealerweise natürlich durch Bäume oder Sträucher, helfen. Ställe sollten gut durchlüftet, durch Ventilatoren oder Luftströme gekühlt und vor direkter Sonne geschützt sein. Frisches, sauberes Wasser müsse immer verfügbar sein“, erklärt die Ministerin. Der Wasserbedarf steige bei Hitze stark an, daher sollten Tränken regelmäßig kontrolliert und nachgefüllt werden. Garten- oder Balkonbesitzer:innen helfen den heimischen Wildtieren durch das Bereitstellen von Tränken. „Diese sollten regelmäßig gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt werden“, so Gentges.

Die Waldbrandgefahr steigt aktuell in den deutschen Wäldern, besonders im Osten und Süden des Landes. In einigen Regionen wie in Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg, gilt Stufe 4 von 5. „Daher gilt sich umsichtig zu verhalten, denn ein heißer Katalysator von einem unachtsam abgestellten Fahrzeug oder die Hitze eines Einweggrills kann ausreichen, um einen Waldbrand zu entfachen“, warnt Ministerin Gentges.

Sollten Waldbesucher bei ihrem Aufenthalt im Wald Rauch oder Feuer feststellen, bittet die Forstverwaltung darum, sofort den Notruf 112 zu wählen und die Feuerwehr zu verständigen. Eine schnelle Entdeckung und Meldung von Waldbränden hilft, das Ökosystem Wald aktiv zu schützen.

Ministerium Baden-Württemberg

Aktionstag wirbt für mehr Akzeptanz von Hunden am Arbeitsplatz

Bereits zum 19. Mal lädt der Deutsche Tierschutzbund am heutigen Donnerstag (11.06.2026) zur Teilnahme am Aktionstag „Kollege Hund“ ein. Die Initiative wurde ins Leben gerufen, um Unternehmen zu überzeugen, Hunde am Arbeitsplatz willkommen zu heißen. Mit Hilfe von umfassenden Informationen und praktischen Hilfestellungen für die Arbeitgeber sowie Leitfäden für die Hundehalter:innen, begleitet der Deutsche Tierschutzbund die erfolgreiche Umsetzung der Idee.

Denn letztendlich könnten beide Seiten davon profitieren, so der Organisator. Hunde müssten weniger Zeit allein verbringen und Beschäftigte würden häufig ein entspannteres und kommunikativeres Arbeitsumfeld erleben. 

„Für viele Hunde bedeutet der Arbeitstag ihrer Bezugspersonen stundenlanges Alleinsein oder Fremdbetreuung. Dabei sind sie auf soziale Kontakte und die Nähe ihrer Menschen angewiesen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wenn Hunde am Arbeitsplatz willkommen sind, verbessert das die Lebensqualität von Mensch und Tier gleichermaßen. Gleichzeitig fördern hundefreundliche Unternehmen eine moderne Arbeitskultur.“

So erhalten alle teilnehmenden Unternehmen eine Urkunde, die sie als hundefreundlichen Arbeitgeber auszeichnet. Vor der Teilnahme am Aktionstag „Kollege Hund“ sollten Mitarbeitende und Unternehmen jedoch eventuelle Allergien oder Ängste innerhalb der Mitarbeiterschaft abklären. Neben einem ruhigen Rückzugsort sowie Zugang zu frischem Wasser tragen ausreichende Bewegung und Beschäftigung vor Arbeitsbeginn sowie gemeinsame Spaziergänge in den Pausen zusätzlich dazu bei, dass sich der tierische Kollege wohlfühlt. Gleichzeitig profitiert auch der Zweibeiner von der zusätzlichen Bewegung.

Deutscher Tierschutzbund

Gut informiert mit dem Vierbeiner in den Urlaub

Spätestens, wenn in vier Wochen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland die Sommerferien beginnen, werden sich auch viele Tierhalter:innen mit ihrem Hund in den Urlaub begeben. Um diese besondere Zeit entspannt und sicher genießen zu können, bedarf es einer guten und frühzeitigen Planung, teilt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT).

So sollten Hundebesitzer:innen vor Reiseeintritt prüfen, ob der Impfstatus ihres Vierbeiners ausreichend ist, der in dem für Reisen in andere EU-Länder vorgeschriebenen EU-Heimtierausweis dokumentiert ist. Außerdem muss der Hund mittels eines Mikrochips gekennzeichnet sein. Ohne diese Voraussetzungen kann es bei Grenzübertritten zu Problemen kommen, so der Verband.

Neben dem vollständigen Impfschutz gegen die Tollwut empfiehlt sich bei Reisen in südliche Länder auch die Impfung gegen die Leishmaniose. Die Tierärztin bzw. der Tierarzt berät in diesem Fall und erstellt einen entsprechenden Impfplan. Auch erhalten Tierbesitzer:innen in der Tierarztpraxis eine umfassende Beratung hinsichtlich des notwendigen Schutzes gegen Ekto- und Endoparasiten.

Der BfT weist zudem auf eine sichere Unterbringung des Tieres während der Reise hin, beispielsweise in einer Transportbox oder durch andere geeignete Sicherungssysteme im Fahrzeug. Und genau wie die Halter:innen benötigen auch die Vierbeiner regelmäßige Pausen sowie ausreichend Wasser und Schutz vor Hitze. Für den Fall einer Erkrankung am Urlaubsort sollte eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitgeführt werden, in die unter anderem Mittel gegen Übelkeit und Durchfall, Verbandsmaterial für kleinere Verletzungen sowie Augenpflegeprodukte gehören. Bei bekannten Allergien und chronischen Erkrankungen sollten entsprechende Medikamente ebenfalls mitgeführt werden.

Grundsätzlich empfiehlt der BfT Hundehalter:innen, sich frühzeitig über Einreisebestimmungen oder Einschränkungen für bestimmte Hunderassen sowie regionale Gesundheitsrisiken und tierärztliche Versorgungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. Dann steht einer Reise mit Hund nichts mehr im Weg.

Schönen Urlaub!

BfT

AK bei Hausschweinen in den USA

Erstmals seit 22 Jahren ist die Aujeszkysche Krankheit (AK), auch Pseudowut genannt, in den USA bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Am 22. April 2026 ist das Virus bei fünf Ebern in einem Betrieb in der Nähe von Eldora im Hardin County (Iowa) festgestellt worden. Nach Angaben des Animal and Plant Health Inspection Service (APHIS) des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) stammten alle betroffenen Tiere aus einer Freilandhaltung. Auch innerhalb des Herkunftsbetriebes wurden laut APHIS weitere Schweine positiv auf Pseudowut getestet. Die infizierten Schweine wurden gekeult. Gemäß einer Erklärung der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH), sei kein Sperma von betroffenen Tieren ins In- oder Ausland versandt worden.

Die Aujezsky-Krankheit wird durch das SchweineHerpesvirus 1 verursacht. Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie Atemwegsbeschwerden und Fortpflanzungsstörungen wie Fehlgeburten und Totgeburten. Bei Ferkeln können die Symptome Koordinationsstörungen, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall umfassen. Ältere Schweine können unter Niesen, Husten, Lungenentzündung und in einigen Fällen unter Erblindung leiden.

Während Hausschweinebestände hierzulande offiziell als frei von der Aujezsky-Krankheit gelten, zirkuliert das Virus in der Wildschweinepopulation. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2.000 Wildschweine positiv auf AK getestet. Die Krankheit kann auch für andere Säugetiere fatal sein, insbesondere für (Jagd)Hunde. Deswegen sollte jeglicher Kontakt zu Wildschweinen vermieden und niemals rohes Wildschweinfleisch verfüttert werden. Das Virus ist extrem widerstandsfähig und überlebt selbst in tiefgekühltem Fleisch viele Wochen.

Pig Progress

EU beschließt Registrierpflicht für Hunde und Katzen

Am 28. April 2026 ist die „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über das Wohlergehen von Hunden und Katzen und ihre Rückverfolgbarkeit“ final im EU-Parlament verabschiedet worden. Eine formale Bestätigung der Verordnung durch den Rat der Europäischen Union wird innerhalb der nächsten Wochen erwartet, wodurch die Verordnung voraussichtlich im Juni 2026 in Kraft treten würde. 

Dies würde zu einem stark verbesserten Schutz von Millionen Hunden und Katzen in der EU führen, so die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN. „Innerhalb von vier Jahren müssen Anbieter:innen von Hunden und Katzen diese mit einem Transponder kennzeichnen und in einem Heimtierregister registrieren lassen. Nach einer Übergangsfrist von zehn Jahren gilt die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch für privat gehaltene Hunde, nach 15 Jahren auch für privat gehaltene Katzen. Eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht macht es für illegale Züchter:innen und Verkäufer:innen sehr schwer, ihrem perfiden Geschäft anonym nachzugehen.“

Darüber hinaus erleichtert es die verpflichtende Kennzeichnung, entlaufene Tiere schnell wieder mit ihren Halter:innen zusammenzubringen, weshalb bereits heute alle Tiere gechippt und registriert sein sollten. „Von der Bunderegierung fordern wir, dass im Online-Handel die Registrierung der Hunde und Katzen verifiziert wird, noch bevor eine Verkaufsanzeige veröffentlicht wird. Nur so können Tierleid wirklich verhindert und Verbraucher:innen wirklich geschützt werden“, sagt Gerald Neubauer von VIER PFOTEN.

Die Verordnung sieht ab Mitte 2030 EU-weit vor, dass alle Anbieter:innen von Hunden und Katzen die Tiere mit einem Mikrochip kennzeichnen und in einer nationalen Datenbank registriert werden. Ab Mitte 2036 gilt diese Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch für alle privat gehaltenen Hunde, ab Mitte 2041 auch für privat gehaltene Katzen. Diese Regeln zur obligatorischen Kennzeichnung und Registrierung werden nach Ansicht von VIER PFOTEN den illegalen Heimtierhandel deutlich erschweren. 

Um den illegalen Handel auf Online-Plattformen zu bekämpfen, sieht die Verordnung außerdem ein Verifizierungssystem für auf Online-Plattformen angebotene Hunde und Katzen vor. Zudem werden europaweite Mindeststandards für die Zucht von Hunden und Katzen eingeführt, wie beispielsweise eine artgerechte Ernährung, tierärztliche Versorgung und Schutz vor Misshandlung. Die beschlossenen Mindestanforderungen tragen außerdem dazu bei, unregulierten Hinterhofzuchten und Tierquälerei in Vermehrerstationen Einhalt zu gebieten, so VIER PFOTEN.

VIER PFOTEN

BVL warnt vor Permethrin als Zeckenschutz für Katzen

Aufgrund des immer milder werdenden Klimas wird ein ganzjähriger Zeckenschutz für Hund und Katze immer wichtiger. Allerdings müssen für die Katze andere Zeckenschutzmittel angewendet werden als für Hunde. So ist beispielsweise der Wirkstoff Permethrin von Hunden gut verträglich, bei Katzen kann die Anwendung des Wirkstoffs zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

„Katzen fehlt in der Leber das Enzym Glucuronyltransferase, um den Wirkstoff Permethrin im Körper abbauen zu können“, erklärt Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL. „Auch ein unbeabsichtigter Kontakt mit dem Wirkstoff sollte deshalb vermieden werden. Das Risiko besteht insbesondere, wenn Hunde und Katzen im selben Haushalt leben.“ Wachsamkeit sei ebenso bei der Anwendung permethrinhaltiger Insektenschutzmittel zur Imprägnierung von Kleidung oder anderen Textilien geboten. Das BVL rät deshalb dazu, vor der Anwendung eines Antiparasitikums stets die Gebrauchsinformation und die Warnhinweise zu lesen. Es stehen für Katzen zahlreiche sichere Tierarzneimittel für einen wirksamen Zeckenschutz zur Verfügung. Die Tierarztpraxis berät hier gern.

Bei einer Permethrinvergiftung zeigen Katzen typischerweise Symptome wie Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhten Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Atembeschwerden. Treten diese Anzeichen nach einem unbeabsichtigten Kontakt mit Permethrin auf, sollte das Tier umgehend in eine Tierarztpraxis gebracht werden. Hilfreich ist die Vorlage des Präparats oder der Packungsbeilage.

Wird versehentlich ein permethrinhaltiges Tierarzneimittel bei einer Katze angewendet, sollte die aufgetragene Lösung sofort mit Wasser und einem milden Shampoo abgewaschen werden. Vergiftungssymptome können je nach Art der Aufnahme wenige Minuten bis zu drei Tage nach Kontakt mit dem Wirkstoff auftreten. Je früher eine tierärztliche Behandlung erfolgt, desto größer sind die Überlebenschancen der Katze.

Tierhaltende oder behandelnde Tierärztin bzw. Tierarzt sollten die aufgetretene Reaktion zusätzlich als unerwünschtes Ereignis an das BVL melden. Formulare und weitere Informationen stellt das BVL unter www.bvl.bund.de/uaw bereit.

BVL

StIKo Vet gegen Impfung von Hunden gegen Aujeszky‘sche Krankheit

Ende November 2025 ist bei zwei Jagdhunden nach einer  Drückjagd im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) die Aujeszky‘sche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Die betroffenen Tiere mussten eingeschläfert werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten sich die beiden Hunde durch den Kontakt mit Wildschweinen infiziert.

Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, verläuft bei Hunden fast immer tödlich und ist nicht heilbar. Infizierte Tiere zeigen Symptome wie starken Juckreiz und Speichelfluss sowie eine große Unruhe und Erregbarkeit. Neben Hunden können sich auch Katzen und in seltenen Fällen auch Wiederkäuer infizieren.

Der Fall hat nun eine erneute Diskussion um die Impfung von Hunden gegen die Krankheit entfacht, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf seiner Internetseite mitteilt.

Während die AK in den 1990er Jahren durch die konsequente Impfung mit einem Markerimpfstoff und die Keulung der mit dem Feldvirus-infizierten Bestände in der Hausschweinpopulation getilgt werden konnte, tritt die Krankheit nach wie vor bei Wildschweinen in Deutschland auf. Besonders für Jagdhunde besteht die Gefahr einer Infektion, wenn die Tiere Zugang zum Aufbruch oder rohem Fleisch erhalten oder nach oronasalem Kontakt mit Sekreten an Gebräch, Pinsel und Rauschknospe.

Das FLI warnt ausdrücklich davor, Hunde mit einem für Schweine zugelassenen Lebendimpfstoff gegen AK zu vakzinieren, da die Impfung bei Schweinen einen zuverlässigen Impfschutz bewirkt, beim Hund hingegen eine vollständige Ausprägung des Krankheitsbildes verursachen kann. Diese Gefahr besteht bei der Anwendung von Inaktivatimpfstoffen nicht, vermittelt aber auch keinen sicheren Impfschutz, wie Impfversuche in der Vergangenheit gezeigt haben.

Gemäß der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gibt es in Europa keinen für Hunde zugelassenen AK-Impfstoff. Grundsätzlich könne aber nach Artikel 112 der Europäischen Tierarzneimittelverordnung in Eigenverantwortung jeder beliebige, in der EU zugelassene AK-Inaktivatimpfstoff für den Hund umgewidmet werden. 

Die Impfung von Hunden gegen AK mit einem der verfügbaren, inaktivierten Vollvirusimpfstoffe wird von der StIKo Vet jedoch nicht empfohlen, da diese allenfalls eine marginale Schutzwirkung entfaltet. So weist das Institut darauf hin, der einzige Schutz gegen eine Infektion von Jagdhunden ist, die Tiere nach Jagd oder Ausbildung vom Streckenplatz und von potentiell infektiösem Material (Aufbruch und Pirschzeichen) fernzuhalten.

FLI

Hunde vor Fuchsräude schützen

Mit den warmen Temperaturen, die der Frühling voraussichtlich in den kommenden Tagen mitbringt, steigt auch das Risiko, dass sich die Fuchsräude (Sarcoptes-Räude) verbreitet. Die hochansteckende Krankheit, die durch Grabmilben (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird, befällt in erster Linie Füchse, Waschbären und Steinmarder. Aber auch für Hunde und Katzen besteht ein großes Risiko, sich durch den Kontakt mit befallenen Füchsen, deren Bauen oder Kadavern anzustecken.  

In Deutschland ist die Fuchsräude weit verbreitet, in einigen Regionen mit einer sehr dichten Fuchspopulation, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, gibt es eine Häufung von Fällen. Die Behörden im Landkreis Konstanz bekommen immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchsen, insbesondere in der Nähe von Siedlungen, sagt das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. Auch innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, so ein Sprecher des dortigen Landratsamtes.

Erkrankte Füchse können Symptome wie Fellverlust (besonders an Rute und Rücken), blutig gekratzter Haut, Apathie sowie Verlust der Scheu zeigen. Befallene Hunde leiden ebenfalls unter massivem Juckreiz und Hautentzündungen. Um zu verhindern, dass sich Hunde anstecken, sollten Halter:innen ihre Vierbeiner möglichst von Fuchsbauten fernhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anleinen. Bei Verdacht sollte sofort ein:e Tierärzt:in aufgesucht werden, da die Krankheit unbehandelt schwer verläuft.

Gerade in der Paarungszeit der Füchse besteht laut Ministerium ein besonders hohes Risiko, dass sich die Krankheit ausbreitet. Jedoch sei keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten.

Proplanta

NABU ruft zur Meldung von Zecken auf

Mit den steigenden Frühlingstemperaturen nimmt auch die Aktivität der Zecken zu. Neben den heimischen Blutsaugern verbreiten sich in Deutschland zunehmend auch neue Zeckenarten immer weiter aus, so auch die Wiesenzecken (auch als Auwaldzecke bekannt) und Schafzecke. Diese stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen, fühlen sich hierzulande mehr und mehr heimisch.

Um gemeinsam die Verbreitung dieser Zeckenarten zu erforschen, ruft der Naturschutzbund NABU zu einer Mitmachaktion auf, bei der gefundene Zecken fotografiert und gemeldet werden sollen. Jede Meldung liefert Information zur Aktivität dieser Arten, ihrer Herkunft und welche Tiere sie befallen. Die gesammelten Daten können helfen, mehr über die Verbreitung und das Verhalten der Zeckenarten zu erfahren. „Wir möchten wissen, wie sich im Zuge des Klimawandels die geografische Verbreitung von Buntzecken und anderen Arten bundesweit und in Baden-Württemberg entwickelt“, erklärt Dr. Stefan Bosch, Mediziner und NABU-Aktiver.

Gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover rufen die Naturschützer:innen daher alle Bürger:innen aktuell zur Unterstützung auf. Nach einem Fund sollten Interessierte sowohl die Ober- als auch die Unterseite der Zecke fotografieren und anschließend den Fund über das entsprechende Meldeportal melden. Die Zeckenart kann dort mithilfe von Informationen oder der Bestimmungshilfe zum Durchklicken bestimmt werden. Anschließend ist noch ein entsprechendes Meldeformular auszufüllen.

NABU

Ruhr24

Parasitenprophylaxe: Bessere Aufklärung von Tierhaltenden notwendig

Am heutigen Freitag (20.3.2026) wird der World Parasite Awareness Day gefeiert. Die von verschiedenen Tiergesundheitsorganisationen und der Veterinärindustrie im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Initiative soll das Bewusstsein für die Gesundheitsrisiken schärfen, die Parasiten für Haustiere und Menschen darstellen. Dabei können die Risiken durch konsequenten Schutz einfach verhindert werden. 

Eine aktuelle Umfrage unter 6.500 Besitzer:innen von Katzen und Hunden auf der ganzen Welt ergab jedoch, dass mehr als ein Viertel der Befragten wenig oder gar nicht mit Parasitenrisiken vertraut ist. Hier scheint es einen erheblichen Bedarf für bessere Aufklärung und konsequentere Präventionsgewohnheiten zu geben. Drei Viertel der befragten Tierhaltenden wünschen sich klarere Empfehlungen zur Prävention.

Denn Flöhe, Zecken, Würmer und andere Parasiten können im schlimmsten Fall zu schweren und sogar lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Zecken gehören weltweit zu den am weitesten verbreiteten Ektoparasiten. Die Blutsauger können unter anderem Lyme-Borreliose, Babesiose oder Ehrlichiose übertragen.

Gemäß einer aktuellen Feldstudie von Boehringer Ingelheim wurden in 73 % der untersuchten Parks in deutschen Städten Zecken nachgewiesen, wobei im Frühjahr/Frühsommer deutlich mehr Zecken gefunden wurden als im Herbst. Der Gemeine Holzbock war die dominierende Art unter den identifizierten Zecken, die besonders häufig in Bereichen mit Büschen und Laubstreu gefunden wurden. Tierärzt:innen sind bei einem Großteil der Tierhaltenden die erste Anlaufstelle bei der Risikobewertung sowie der Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen. Da Parasitenrisiken je nach Region, Saison und Lebensstil variieren, gewinnen individuelle Beratung, regelmäßige Kontrollen und der verantwortungsvolle Einsatz präventiver Lösungen durch Tierärzt:innen an Bedeutung.

ESCCAP

Parasiteawarenessday

Jetzt für Tierschutzpreise bewerben!

Auch in diesem Jahr werden wieder Tierschutzpreise in zahlreichen Bundesländern vergeben. Wir haben einige für Sie aufgelistet:

Im Zentrum des Tierschutzpreises des Landes Sachsen-Anhalt stehen nachahmungswerte Schulprojekte, die Kindern und Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren vermitteln. Schulen in Sachsen-Anhalt mit Arbeitsgemeinschaften oder Projekten, die sich intensiv mit dem Schutz von Nutz- oder Heimtieren befassen, können sich noch bis Ende März 2026 bewerben.

Ab April 2026 (Termin wird noch bekanntgegeben) können sich Menschen, Initiativen und Vereine, die sich mit voller Leidenschaft und Engagement für den Tierschutz einsetzen und gleichzeitig den Tieren helfen, für den Deutschen Tierschutzpreis 2026 bewerben. Im vergangenen Jahr gab es erstmals eine eigene Kategorie für ein Kinder- oder Jugendtierschutzprojekt, um der Nachwuchsarbeit im Tierschutz eine besondere Gewichtung zu geben.

Das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie verleiht seinen Tierschutzpreis in 2026 bereits zum 32. Mal. Einzelpersonen, Gruppen oder landwirtschaftliche Betriebe, die sich durch außergewöhnliches Engagement und innovative Projekte im Bereich Tierschutz hervorgetan haben, können für die Kategorien Karitativer Tierschutz oder Artgerechte Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere vorgeschlagen werden oder sich selber bewerben. Eine Bewerbung ist bis zum 31. Mai 2026 möglich.

Auch die Bayerische Staatsregierung zeichnet jedes Jahr Personen und Institutionen mit Sitz bzw. Wohnort in Bayern aus, die sich um den Tierschutz besonders verdient gemacht haben. Über die Vergabe des mit 12.000 Euro dotierten Tierschutzpreises entscheidet eine Fachjury. Zusätzlich wird der Tierschutz-Sonderpreis des Staatsministers verliehen. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2026.

Der Tierschutzforschungspreis 2026 wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ausgeschrieben. Nominierungsschluss ist der 31. März 2026. Nominierungsberechtigt sind die nationalen 3R-Zentren sowie die Leitungen nationaler Forschungseinrichtungen im Bereich der Lebens- und Naturwissenschaften. Die Preisträger:innen erhalten ein Preisgeld von bis zu 100.000 Euro.

Außerdem wird der Erwin-Becker-Preis – Pferd 2026 im Rahmen des DVG-Vet-Congresses im Oktober 2026 in Berlin verliehen. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung der DVG-Fachgruppe Pferdekrankheiten würdigt alle zwei Jahre herausragende wissenschaftliche Arbeiten (Originalarbeiten) zu Pferden oder Equiden, die innerhalb der letzten zwei Jahre publiziert wurden. Bewerbungsschluss ist der 31.5.2026. Mehr Informationen dazu im DTBL 2/2026, S. 230.

Bereits am 15.5.2026 endet die Ausschreibungsfrist für den mit 20.000 Euro dotierten Stockmeyer Wissenschaftspreis 2026. Dieser Preis zeichnet herausragende lebensmittelwissenschaftliche Forschungsarbeiten aus. Die prämierten Arbeiten bestechen durch praktikable Lösungsansätze und anwendungsorientierte Forschung, die im Sinne des Stiftungszwecks zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes sowie zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln beitragen.

Regulierung des Tierhandels dringend erforderlich

Anfang Februar 2026 ist bei einem aus Russland nach Deutschland importierten Hund die Tollwut nachgewiesen worden. Der Deutsche Tierschutzbund hat seine Besorgnis über den aktuellen Fall und die Gefahr von illegalen und unseriösen Tierimporten zum Ausdruck gebracht. In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) fordert der Bund Maßnahmen zur Regulierung des Tierhandels.

Neben einer strikten Regulierung des Onlinehandels mit Tieren und einer Sachkundepflicht für private Tierhalter:innen mahnt der Tierschutzbund weitere Importregelungen und eine sofortige Bereitstellung von zusätzlichen Geldern für die Tierheime an.

„Der aktuelle Tollwutfall ist ein dringender Weckruf“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Gefahr durch illegale und unseriöse Tierimporte ist keine theoretische, sondern eine sehr reale Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier.“

Tierheime sind meist die einzigen Anlaufstellen für Tiere, die wegen fehlender Papiere oder Impfungen von Behörden beschlagnahmt wurden. Die meist kranken und viel zu früh von ihrer Mutter getrennten Welpen verstärken die ohnehin belastende Situation der Tierheime. Der Deutsche Tierschutzbund bezeichnet den aktuellen Tollwutfall als einen Weckruf und fordert die Politik zu einem schnellen Handeln auf.

Deutscher Tierschutzbund

TiHo startet mit verhaltensmedizinischer Sprechstunde

Nicht nur Menschen, auch Tiere zeigen immer öfter Verhaltensauffälligkeiten. Neben dem Jagen von Licht, Schatten oder des eigenen Schwanzes zeigen die betroffenen Tiere unter anderem auch kognitive Dysfunktionen (Demenz), sowie Angst- und Aggressionsverhalten – etwa im Zusammenhang mit Tierarztbesuchen, Geräuschen oder sozialen Situationen. Entsprechende Verhaltensveränderungen können sowohl durch körperliche Erkrankungen als auch durch psychische Belastungen ausgelöst oder verschlimmert werden.

Ab sofort können Hunde, Katzen und weitere Tierarten mit Verhaltensauffälligkeiten in  der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) vorgestellt werden, die ihr Behandlungsspektrum um eine spezialisierte Sprechstunde für Verhaltensmedizin für Haustiere erweitert hat. Claudia Richter, die bereits viele Jahre lang eine eigene Praxis für Verhaltensmedizin im kanadischen Vancouver geführt hat, übernimmt die Leitung der neuen Abteilung für Verhaltensmedizin.

„Unser Ziel ist es, die körperliche und emotionale Gesundheit unserer Patienten ganzheitlich zu betrachten und so für jedes Tier und seine Familie einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen“, erklärt Richter. „Dabei profitieren wir von den anderen Fachabteilungen der TiHo, nutzen modernste Technik und können so eine umfassende Diagnostik sicherstellen.“

Besitzer:innen von Hunden und Katzen mit Verhaltensauffälligkeiten werden zunächst gebeten, einen Online-Fragebogen auszufüllen. Ein dann stattfindendes telemedizinische Erstgespräch dient der Vorbereitung und Planung weiteren Therapie, der einem individuellen Pan folgt, der medizinische Maßnahmen, verhaltenstherapeutische Ansätze und – falls erforderlich – eine medikamentöse Unterstützung einschließt. „Wir arbeiten in der Verhaltensmedizin zudem eng mit qualifizierten Trainerinnen und Trainern zusammen, die die Tierbesitzerinnen und -besitzer anleiten und mit positiver Verstärkung arbeiten“, erklärt Richter. „Das ist vergleichbar mit der Zusammenarbeit eines Chirurgen mit einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten.“

Klinikleiter Professor Holger Volk sieht in der neuen verhaltensmedizinischen Sprechstunde eine große Bereicherung für die TiHo: „Die Verhaltensmedizin weist zahlreiche Schnittstellen zu unseren anderen Fachbereichen auf – sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung“, so Volk. „Wir sind sehr stolz und dankbar, mit Claudia Richter eine so erfahrene Expertin für die Klinik für Kleintiere gewonnen zu haben.“ 

Bei Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärzte mit Hilfe einer 10-teiligen Kursreihe, die aus 6 Online-Seminaren und 4 Präsenz-Fortbildungen in Baunatal besteht, zum Thema Verhaltenstherapie fortbilden. Die Fortbildungsreihe ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie und der DVG-Fachgruppe Verhaltensmedizin und Bissprävention.

bpt-INTENSIV Kleintier Gastroenterologie in Bielefeld

Vom 26. Februar bis 01. März 2026 findet in der Stadthalle Bielefeld die bpt-INTENSIV Kleintier 2026 zum Spezialthema Gastroenterologie statt. Die Fortbildungsveranstaltung kommt mit einem hochkarätigen Programm inkl. Seminaren der Industrie und mit einer Fachmesse Veterinärmedizin daher.

Das Hauptprogramm besteht aus

  • Vortragszyklus (aktuelle, praxisrelevante Referate)
  • Falldarstellungen (Anamnese – Diagnose – Therapie – Verlauf)
  • Seminarverbund (drei Vertiefungsseminare zu ausgewählten Problemstellungen mit Rotation der Teilnehmer durch alle drei Seminare)

Ergänzt wird das Hauptprogramm durch Beratungsangebote zur Praxisführung und eine Fortbildung für Tiermedizinische Fachangestellte.

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BTK warnt vor gefälschten Impfnachweisen

Die Bundestierärztekammer (BTK) appelliert an alle Halter:innen, vor der Aufnahme eines Hundes aus dem Auslandstierschutz, Vorsicht walten zu lassen. Der aktuelle Tollwutfall bei einem Welpen, der von Russland nach Rheinland-Pfalz transportiert wurde, weist darauf hin, dass kriminelle Händler:innen die Käufer:innen mit gefälschten Impfnachweisen versorgen.

Der betroffene Welpe war laut Impfpass gegen Tollwut geimpft, doch aktuell bestehe der starke Verdacht, dass entweder keine wirksame Impfung erfolgt ist oder der Impfeintrag gefälscht wurde, so die BTK.

Diese skrupellosen Machenschaften der Welpenhändler:innen gefährden die Gesundheit von Tieren und Menschen. So mahnt die BTK dringend, Hunde und Katzen konsequent und routinemäßig gegen Tollwut impfen lassen. Nur so könnten die Vierbeiner verlässlich gegen die lebensbedrohende Viruserkrankung geschützt werden, sagt BTK-Präsident Dr. Holger Vogel.

Auch wenn Deutschland seit rund 18 Jahren als tollwutfrei gilt, könne die Erkrankung jederzeit eingeschleppt werden, so Vogel weiter. Das zeige der aktuelle Fall eindrücklich. „Gerade bei Hunden aus Ländern mit endemischem Tollwutvorkommen besteht ein reales Risiko – insbesondere dann, wenn Impfdokumente nicht verlässlich sind“, warnt der Präsident.

Tollwut ist nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen gefährlich. Die Viruserkrankung verläuft immer tödlich, sobald die klinischen Symptome ausgebrochen sind. Während ungeimpfte Tiere nicht mehr behandelt werden können, besteht bei Menschen nach einem Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier immerhin noch die Chance, mit einer unverzüglich eingeleiteten Postexpositionsprophylaxe (PEP) behandelt und geheilt zu werden.

Die BTK appelliert an alle Tierhalter:innen, ausschließlich mit seriösen Organisationen zusammenzuarbeiten, die transparente Gesundheitsnachweise und ordnungsgemäße tierärztliche Betreuung gewährleisten.

BTK

Tollwut bei Hund in Rheinland-Pfalz nachgewiesen

Im Rhein-Pfalz-Kreis ist bei einem Hund die Tollwut festgestellt worden. Das betroffene Tier stammt ursprünglich aus Russland und habe Verhaltensauffälligkeiten gezeigt. Daraufhin wurde der Hund aus Dannstadt-Schauernheim in Quarantäne untergebracht, wo er verstarb, wie die Verwaltung in Ludwigshafen mitteilte. Die zuständige Veterinärbehörde habe sämtliche Kontakte ermittelt und diese informiert. Eine Gefahr für weitere Tiere im Rhein-Pfalz-Kreis bestehe nicht.

Der Hund sei über eine Internetplattform von einer russischen Organisation erworben worden, teilte die Kreisverwaltung mit. Er wurde demnach mit anderen Hunden und Katzen transportiert, die neben Deutschland für Österreich, Schweiz, Belgien und Frankreich bestimmt waren. In das Zuständigkeitsgebiet der Kreis-Veterinärbehörde kamen keine weiteren Tiere.

Allerdings ermittelt die Kriminalpolizei wegen Verdacht des Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz, da angenommen wird, dass die Angaben in den für die Überführung erforderlichen Papieren – laut denen der Hund gegen Tollwut geimpft war – sowie der implantierte Chip nicht der Wahrheit entsprechen. So bestehe der Verdacht, dass das Alter des Tieres nicht korrekt angegeben wurde sowie dem Tier andere Papiere zugeordnet wurden und es demnach nicht gegen Tollwut geimpft war.

Rheinland-Pfalz Kreis

Bewegungsbedürfnis von Welpen keinesfalls einschränken

Um das Risiko für erblich bedingte Gelenkerkrankungen wie zum Beispiel Ellbogen (ED)- und Hüftdysplasie (HD) sowie Osteochondrose zu reduzieren, geben Hundezüchter:innen häufiger den Rat, Welpen und Junghunde unter Berücksichtigung eines limitierten Bewegungsplanes aufzuziehen. Ein Zusammenhang zwischen restriktiver Bewegung in den ersten Lebensmonaten eines Hundes und dem Auftreten von Gelenkerkrankungen wurde jedoch aus wissenschaftlicher Sicht bislang nicht nachgewiesen.

Die Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Verhaltensmedizin (STVV) und der Schweizerische Verband für Tierphysiotherapie (SVTPT) haben in Kooperation mit dem Kleintierchirurgie-Spezialisten Dr. Daniel Koch eine neue Faktenlage zur Pathogenese von Wachstumserkrankungen veröffentlicht. Das Positionspapier basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Publikationen.

So zeigen Studien finnischer Forschenden mit jungen Beagles, dass die höchsten Glykosaminglykangehalte, die härtesten Gelenkoberflächen und damit die beste Knorpelzusammensetzung bei moderater Laufleistung erreicht wurde, während die schlechtesten Werte bei Nichtaktivität entstanden. Die Untersuchungen ergaben auch, dass sogar extrem lange Laufbandzeiten zu überraschend wenig Knorpelabbau und kaum Arthrose führten.

Neben der wichtigen Mineralisierung des Skeletts und der Belastung der Wachstumsfugen für die korrekte Entwicklung der Gelenke, sei eine vielfältige und abwechslungsreiche Bewegung auch nötig für die Hirnentwicklung, heißt es weiter im Positionspapier. Zudem würden motorische Fähigkeiten und die emotionale Belastbarkeit, aber auch Sozialkompetenz und Frustrationstoleranz gefördert. Expert:innen raten daher, das Bewegungsbedürfnis von Welpen und Junghunden keinesfalls einzuschränken. Restriktive Empfehlungen für die Bewegung hätten keine wissenschaftliche Basis und seien überholt.

STVV

Kostenübernahme bei Fundtieren klar geregelt

Verwilderte Haustiere, so auch freilebende Katzen, gelten seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. April 2018 zweifelsfrei als Fundtiere und sind nicht als herrenlose Tiere zu behandeln. Durch dieses Urteil besteht jetzt bezüglich der Rechtssicherheit für Tierärzt:innen, Tierheime, Tierschutzorganisationen sowie für die kommunalen Behörden Klarheit.

„In der täglichen Praxis kommt es immer wieder zu Diskussionen über Zuständigkeiten und Kostenfragen, vor allem bei verletzten oder erkrankten Fundtieren. Die nun vorliegende Klarstellung hilft, diese Konflikte zu vermeiden und das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt zu stellen“, betont der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Dr. Holger Vogel.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher hat dazu in ihrer Funktion als Bundestierschutzbeauftragte in einem Schreiben an die kommunalen Spitzenverbände den Begriff der sogenannten „Fundtiere“ noch einmal rechtlich klargestellt. Tiere sind nach den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) als Fundsachen einzuordnen, für die die Kommune des Fundortes zur Verwahrung verpflichtet ist. In dem Fall, dass die zuständigen Behörde eine tierärztliche Versorgung sowie eine Unterbringung in einem Tierheim veranlasst, sind die Kommunen auch für die Übernahme der entstandenen Kosten verantwortlich.

Besonders wichtig ist der Hinweis, dass diese Kostenübernahmepflicht auch dann fortbesteht, wenn der Finder auf den später möglichen Eigentumserwerb verzichtet. Die Klarstellung macht deutlich, dass sich Kommunen ihrer Verantwortung für Fundtiere nicht entziehen können, betont die BTK in einer Pressemeldung.

BTK

Verlust an genetischer Vielfalt beim Deutschen Schäferhund

Wissenschaftler:innen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der Universität Oxford sowie des National Institutes of Health (NIH) konnten in ihrer aktuellen Forschungsarbeit belegen, dass die genetische Vielfalt des Deutschen Schäferhundes bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert abgenommen hat. Die stark geschrumpften Bestände als Folge des 2. Weltkriegs und der vermehrte Einsatz weniger, besonders gefragter Deckrüden, ein sogenannter Flaschenhals der Rasse, hat die Biodiversität weiter reduziert.   

„Unsere Daten zeigen einen massiven Verlust an genetischer Vielfalt bei Schäferhunden, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Dieser Rückgang, teilweise durch den Zweiten Weltkrieg ausgelöst, hat die Gesundheit der Rasse mit ziemlicher Sicherheit erheblich beeinträchtigt“, erklärt der LMU-Paläogenetiker Professor Laurent Frantz, einer der Studienleiter. 

Der übermäßige Einsatz ‚populärer Deckrüden‘ habe zu weiteren genetischen Engpässen geführt, so Erstautor Dr. Lachie Scarsbrook (LMU und Universität Oxford). Die Konsequenz sei neben der Veränderung des Erscheinungsbildes auch die Verengung des Genpools der Rasse.

Die Sequenzierung der Genome von neun Deutschen Schäferhunden aus dem Zeitraum 1906 bis 1993 und dem Vergleich mit Genomen von mittelalterlichen europäischen Hunden, hatte zum Ergebnis, dass der jüngste Engpass auf das Jahr 1967 zurückzuverfolgen ist, das mit dem Geburtsjahr des populären Deckrüden Quanto von der Wienerau zusammenfällt. 

Ein Symptom für diesen Verlust an Vielfalt sind lange Abschnitte im Erbgut, in denen beide Chromosomen identisch sind, also homozygot. Solche Abschnitte begünstigten das Auftreten rezessiver Erbkrankheiten, die nur sichtbar werden, wenn das defekte Gen auf beiden Chromosomen liegt.

Mit Blick auf die Zukunft sind die Forschenden überzeugt, dass die effektivste Strategie zur Verbesserung der genetischen Gesundheit des Deutschen Schäferhundes darin besteht, Hunde aus Ländern oder Linien einzubeziehen, die nicht denselben genetischen Engpässen unterlagen. Auf diese Weise könne der „reinrassige“ Status der Hunde erhalten bleiben und gleichzeitig die Gesundheit und Langlebigkeit der Rasse maximiert werden.

Professionelle und Hobby-Züchter:innen von Hunden finden auf Tierhalter-Wissen.de verschiedene E-Learningkurse für die Hundezucht.

LMU München

Neuer Veterinärkongress ab 2027 in Stuttgart

Am 15. Januar 2026 geht der 13. Leipziger Tierärztekongress (LTK), die größte Fortbildungsveranstaltung für Tierärzt:innen im deutschsprachigen Raum, an den Start. Die rund 7.000 Teilnehmenden erwarten neben 500 Vorträgen und Kursen auch ca. 350 Ausstellerfirmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen auf der Fachmesse vetexpo präsentieren werden.  

Um den Tierärzt:innen die lange Wartezeit bis zum nächsten LTK im Jahr 2028 zu verkürzen, startet die Leipziger Messe mit den VetMed – Tiermedizintagen Baden-Württemberg eine neue veterinärmedizinische Veranstaltung im Süden Deutschlands. Erstmals findet der Kongress am 5. und 6. Februar 2027 in der Schwabenlandhalle Fellbach in Stuttgart statt und soll künftig immer im Zwischenjahr des Leipziger Tierärztekongresses durchgeführt werden.

„Baden-Württemberg ist eine der stärksten Tierarztregionen in Deutschland – mit einer hohen Praxisdichte und einer großen fachlichen Bandbreite“, erklärt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. „Mit der VetMed schaffen wir in Kooperation mit der Landestierärztekammer Baden-Württemberg eine Fortbildungsplattform, die Austausch, Praxisnähe, Wissenstransfer und Teamfortbildung in den Mittelpunkt stellt. Wir freuen uns auf diese ganz sicher gewinnbringende Kooperation.“

„Als drittgrößte Tierärztekammer Deutschlands ist es uns wichtig, moderne und regionale Fortbildungsangebote zu etablieren, die den Kolleginnen und Kollegen im Südwesten praxisnahen und hochqualitativen Input bieten“, ergänzt Tim Bogs, Vizepräsident der Landestierärztekammer Baden-Württemberg. „Mit unserem Wissen um die Bedürfnisse der Region werden wir gemeinsam mit den Veranstaltungsprofis der Leipziger Messe ein Format entwickeln, das Tierärztinnen, Tierärzten und Tiermedizinischen Fachangestellten eine zukunftsorientierte Plattform bietet. Wir laden schon jetzt die Tierärzteschaft und Praxisteams der gesamten Region herzlich ein, diese Veranstaltung zu besuchen.“

Entsprechend der regionalen Bedürfnisse werden im Kongressprogramm sowohl Themen für die Praxis als auch für die Klinik abgebildet. Zu den fachlichen Schwerpunkten zählen Kleintier, Pferd und Veterinary Public Health (VPH). Eine eigene Fortbildungssäule richtet sich zudem an Tiermedizinische Fachangestellte (TFA), sodass das gesamte Praxisteam neue Impulse erhält. In einer begleitenden Fachausstellung werden innovative Exponate und Technologien aus den Bereichen Pharma, Medizintechnik und Praxisbedarf gezeigt. Die Zahl der Aussteller:innen zur Veranstaltungspremiere wird bewusst auf 50 begrenzt, um einen fokussierten Einblick zu ermöglichen.

Vetmed

Expertengremium veröffentlicht erste internationalen Leitlinien zu CCDS

Das Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) ist eine chronische, altersbedingte Hirnerkrankung bei älteren Hunden. Von dieser Demenzerkrankung betroffene Tiere zeigen ein desorientiertes und ängstliches Verhalten, die sozialen Interaktionen sowie das Schlafmuster verändern sich zunehmend und die erkrankten Hunde werden unsauber. Diese Verhaltensmuster gehen über normale altersbedingte Veränderungen hinaus. Da Studien belegen konnten, dass etwa jeder dritte Hund mit 12 Jahren und sogar jeder zweite Hund mit 15 Jahren an CCDS erkrankt, ist eine Früherkennung von großer Bedeutung.

Für eine bessere Diagnose und zum Monitoring des CCDS hat ein internationales Expertengremium unter der Leitung von Prof. Natasha J. Olby (North Carolina State University) nun die ersten internationalen Leitlinien veröffentlicht.

„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, erklärt Professor Holger Volk von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), der Teil des Expertengremiums war. „Sie sind bewusst praxisnah gestaltet – für Tierärztinnen und Tierärzte in der Primärversorgung und für Tierhalterinnen und Tierhalter – und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen.“

„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, erklärt Professor Holger Volk, PhD, Leiter der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). „Sie sind bewusst praxisnah gestaltet – für Tierärztinnen und Tierärzte in der Primärversorgung und für Tierhalterinnen und Tierhalter – und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen.“

Die Leitlinien, die im Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA) veröffentlicht wurden, liefern einen wichtigen Beitrag, um CCDS frühestmöglich zu erkennen:

„Für die Praxis ist entscheidend, dass wir jetzt standardisierte Kriterien haben, die frühere und konsistentere Diagnosen ermöglichen – mit direktem Nutzen für das Tierwohl und die Beratung der Halterinnen und Halter“, betont Volk. „Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für robuste Studien, inklusive künftiger Blut-Biomarker und kognitiver Testbatterien. So stärken wir auch die translationale Brücke zur Humanmedizin.“

TiHo Hannover

Spezielles Ergänzungsfuttermittel kann Symptome von CAD lindern

Zehn bis fünfzehn Prozent aller Hunde in Deutschland leiden unter atopischer Dermatitis (CAD). Die Hauterkrankung verursacht bei den Vierbeinern teils starken Juckreiz (Pruritus), einhergehend mit Entzündungen und Haarausfall (Alopezie) durch vermehrtes Kratzen, Lecken oder Beißen. In den meisten Fällen sind Pollen oder Hausstaubmilben die Auslöser für die CAD. 

Ein speziell entwickeltes Ergänzungsfuttermittel könnte die Hautgesundheit der betroffenen Hunden deutlich verbessern, wie eine aktuelle Studie von Forschenden der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) gezeigt hat. Die Wissenschaftler:innen verabreichten das von ihnen entwickelte aktive Lymphfutter oder ein hypoallergenes, hydrolysiertes Placebo-Ergänzungsfuttermittel an 38 Hunde mit CAD. Bei den Hunden, die das aktive Ergänzungsfutter erhalten haben, nahmen der Juckreiz und die Hautläsionen ab, die Tiere benötigten weniger Medikamente und zeigten bessere Blutwerte, insbesondere beim Eisenstatus. Insgesamt erreichten dreimal so viele Hunde der Lymphfutter-Gruppe einen definierten Behandlungserfolg als in der Placebogruppe.  

„Chronische Entzündungen beeinflussen die Verfügbarkeit vieler Mikronährstoffe im Körper. Durch die Aufnahme über das lymphatische System können wir dieses Ungleichgewicht korrigieren und die Hautgesundheit deutlich verbessern“, erklärt Studienleiterin Franziska Roth-Walter (Department für Biologische Wissenschaften und Pathobiologie, Vetmeduni).

Vetmeduni Wien

4. VetSurvey-Umfrage der FVE

Zum 4. Mal nach 2015, 2018 und 2023 hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachverband für tierärztliche Organisationen aus Europa, ihre nächste Umfrage gestartet, um die aktuelle Lage des Tierarztberufs bewerten zu können.

Die 4. FVE VetSurvey beleuchtet sowohl Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden als auch Karrieretrends und zukünftige Herausforderungen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Erhebung zu einer aussagekräftigen Evidenzbasis für den Berufsstand entwickelt und konnte bislang wertvolle Erkenntnisse zu der Stimmungslage der Tierärzteschaft in Europa liefern. Das nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene, sodass Länder ihre Situation mit anderen vergleichen können und die FVE und ihre Mitglieder Maßnahmen für einen widerstandsfähigen, zukunftssicheren Berufsstand priorisieren können.

Für die nun vierte Umfrage bittet der Dachverband um die umfassende Unterstützung seitens der Tierärzteschaft, damit robuste und statistisch aussagekräftige Ergebnisse gewährleistet werden können. Die Beantwortung dauert lediglich10 bis 15 Minuten. Je mehr Tierärzt:innen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Daten sein, um mit politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und Interessengruppen in Kontakt zu treten.

Bitte helfen Sie mit, indem Sie die Umfrage so weit wie möglich verbreiten.

Zur Umfrage

Schutz von Jagdhunden vor Aujeszkyscher Krankheit

Deutschland gilt zwar seit mehr als 22 Jahren offiziell als frei von der Aujeszkyschen Krankheit (AK) bei Hausschweinen, jedoch zirkuliert das Virus weiterhin in der Wildschweinpopulation. Die infizierten Tiere zeigen in der Regel jedoch keine Krankheitsanzeichen, bleiben aber lebenslang Virusträger. Das Virus verbleibt in den Nervenzellen und kann unter Stessbedingungen reaktiviert und ausgeschieden werden.

Insbesondere Jagdhunde können sich durch direkten Kontakt mit dem Virus anstecken. Eine Infektion verläuft qualvoll und endet immer tödlich. Auch das Verfüttern von rohem Wildschweinfleisch oder Aufbruchmaterial kann zu einer Ansteckung führen. Da es keine Impfung gibt, sollten Jäger:innen ihre Hunde konsequent vor dem Kontakt mit Schwarzwild schützen, erklärte Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, anlässlich des AK-Nachweises bei vier Jagdhunden in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Norwestmecklenburg kurz vor Weihnachten.

Bei insgesamt 230 Blutproben von Wildschweinen aus dem betroffenen Landkreis Ludwigslust-Parchim konnte das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) bei 26 Tieren Antikörper gegen die AK im Blut nachweisen, was einem Anteil von 11,3 Prozent entspricht. Auch wenn der festgestellte Anteil im Bereich früherer Untersuchungen liegt, bittet das Ministerium Jagdausübungsberechtigte und Hundehalter:innen um erhöhte Aufmerksamkeit und die konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen.

„Die aktuellen Untersuchungsergebnisse zeigen, dass wir es mit einer bekannten und seit Jahren beobachteten Situation zu tun haben. Dennoch nehmen wir jeden Nachweis sehr ernst“, so der Minister.

Regierung MVP

Umfrage zu chronischen gastrointestinalen und Verhaltensproblemen beim Hund

Die drei Forscherinnen Dr. Kathrin Busch-Hahn, Dr. Constanze Pape und Mariella Boenigk von der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) beschäftigen sich in einer aktuellen Studie mit dem Zusammenhang zwischen anhaltenden Verdauungsproblemen und Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden.

In diesem Rahmen werden Hundbesitzer:innen gebeten, an einer kurzen Umfrage teilzunehmen. Mit ihrer Teilnahme können Halter:innen dabei helfen, wertvolle wissenschaftliche Daten und Erkenntnisse zu sammeln. In der etwa 10-20minütigen Umfrage werden neben Fragen zum Verhalten zunächst Fragen zur allgemeinen Gesundheit des Hundes gestellt. Dies sei notwendig, um ein umfassendes Bild der Teilnehmenden zu erhalten, wie Doktorandin und Projektkoordinatorin Boenigk erklärt. Die Teilnahme an der Umfrage ist unabhängig davon, ob Verhaltensprobleme und/oder chronische Enteropathien bestehen.

Die Doktorandin steht per Mail unter M.Boenigk@medizinische-kleintierklinik.de für Fragen zur Verfügung.

Zur Umfrage

Um Verhaltensprobleme geht es auch in der mehrteiligen Fortbildungsreihe Verhaltenstherapie auf Myvetlearn.de. Die Reihe besteht aus 6 Online-Kursen und 4 Präsenzfortbildungen. Alle Kurse sind auch einzeln buchbar. Die Kursreihe vermittelt in 120 Stunden den Wissensstoff, der in der BTK-
Musterweiterbildungsordnung „Tierverhaltenstherapie beim Kleintier/Pferd“ gefordert wird. Die
Zusatzbezeichnung (Tier-)Verhaltenstherapie ist inzwischen in allen Tierärztekammern eingeführt.

Geflügelpest: Katzen und Hunde vor Ansteckungen schützen

Freigängerkatzen und Hunde sind in Gebieten, in denen es eine hohe Zahl an Wildvögeln gibt, die an der Geflügelpest (Aviäre Influenza, AI) verendet sind, gefährdet, sich ebenfalls mit dem Virus zu infizieren. Bereits am 3.12.2025 hatte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mitgeteilt, dass bei einer tot aufgefundenen Katze in einem Waldgebiet bei Neuruppin das hochpathogene Geflügelpest-Virus H5N1 nachgewiesen worden war. Im gleichen Gebiet waren zudem positiv auf das Virus getestete Wildvögel gefunden worden. Weitere infizierte Katzen wurden in die Obhut des Amtes für Verbraucherschutz und Landwirtschaft genommen, wie der Landkreis weiter mitteilt.

Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass sich die verendete Katze durch direkten Kontakt mit infizierten Vögeln bzw. deren Ausscheidungen angesteckt habe, so der Landkreis. So sollten Hundehalter:innen in Gebieten mit gehäuftem Wildvogelsterben ihre Tiere an der Leine führen. Der Landkreis rät Halter:innen von Freigängerkatzen zudem, den Freilauf für die nächsten Wochen einzuschränken, um die Tiere nicht zu gefährden.

In seltenen Fällen können sich Katzen und Hunde mit dem Geflügelpest-Virus anstecken, doch dafür sei eine große Virusmenge notwendig, heißt es weiter. Infizierte Tiere können Symptome wie Augen- und Nasenausfluss, Husten, Niesen, Atemprobleme, Teilnahmslosigkeit und Appetitlosigkeit zeigen. Aber es können auch Anzeichen wie Zittern, Krampfanfälle sowie eine gestörte Koordination auftreten. Hunde infizieren sich seltener als Katzen. Eine Übertragung des Virus von Säugetieren auf den Menschen ist unwahrscheinlich.

Tierhaltende sollten ungewöhnliche Verhaltensänderungen oder gesundheitliche Beschwerden bei ihren Tieren ernst nehmen und tierärztlich abklären lassen, rät das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Nicht jede Infektion müsse jedoch tödlich verlaufen, Heilmöglichkeiten außer der Behandlung der Symptome gebe es aber auch nicht.

Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Proplanta

EU legt neue Regeln zum Schutz von Heimtieren fest

Die Europäische Union will den Tierschutz in Europa stärken. Dazu haben das EU-Parlament und der EU-Rat nun eine vorläufige Einigung in verschiedenen Punkten erzielt. Damit würden erstmals EU-weit geltende Mindestvorschriften festgelegt. Neben einem fairen Wettbewerb unter Hunde- und Katzenzüchter:innen haben neue Gesetze das Ziel, den Verbraucherschutz zu stärken und den illegalen Handel mit Tieren zu bekämpfen.

„Ich bin wirklich stolz darauf, dass wir ein Abkommen ausgehandelt haben – und zwar das erste seiner Art –, das strengere Regeln für den Handel mit Hunden und Katzen festlegt und es uns ermöglicht, die Probleme der Welpenfabriken und des illegalen Handels mit Tieren anzugehen. Wir führen Mindeststandards für den Tierschutz ein, legen Regeln für die Rückverfolgbarkeit fest und harmonisieren die Rechtsvorschriften. Dies ist ein großer Erfolg für Europa und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für den Tierschutz in Europa“, erklärt Jacob Jensen, dänischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei.

Alle Katzen und Hunde müssen vor dem Verkauf oder der Abgabe mit einem Mikrochip versehen und in einer nationalen Datenbank registriert werden. Zudem fordert die EU, dass alle Datenbanken mit den Datenbanken anderer EU-Länder kompatibel und online zugänglich sein müssen.

Der Deutsche Tierschutzbund sieht in der Einigung eine große Chance, den Tierschutz in Europa nachhaltig zu verbessern, kritisiert aber das Zulassen zu vieler Ausnahmen. „Dass alle in der EU gehaltenen Hunde und Katzen zukünftig durch einen Transponder mit Mikrochip gekennzeichnet und in einem Haustierregister registriert sein müssen, ist ein entscheidender Schritt, um den illegalen Tierhandel wirksam einzudämmen und den Schutz der Tiere nachhaltig zu stärken“, erklärt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Zeller rät zu einer schnellen Umsetzung in Deutschland.


Der Verband zeigt sich auch zufrieden mit der angepeilten EU-weiten Regelung hinsichtlich der Zucht von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen. Die Reform erntet jedoch auch Kritik, da die Vorgaben meist nur für Züchter:innen und Händler:innen ab einer bestimmten Tier- und Wurfzahl gelten sollen. Viele unseriöse Zuchten könnten so weiter unter dem Radar laufen, so der Tierschutzbund. „Diese Ausnahmen sind bedauerlich. Alle Hunde und Katzen haben ein Recht auf Schutz“, so Zeller abschließend.

Deutscher Tierschutzbund

European Council

Jagdhunde müssen wegen der Aujeszkyschen Krankheit getötet werden

In Mecklenburg-Vorpommern haben sich zwei Jagdhunde mit der Aujeszkyschen Krankheit angesteckt und mussten eingeschläfert werden. Nach Informationen der Hundebesitzerin Anja Blank sind bei der Drückerjagd auch vereinzelte Sauen bejagt worden, von denen zwei abgefangen werden mussten. Die beiden Deutsch Drahthaar der Jägerin hatten hier direkten Kontakt zum Wild.

Sechs Tage nach der Jagd traten die ersten auffälligen Symptome bei einem der Hunde auf, wie anhaltender Juckreiz und starkes Fieber. Der Juckreiz intensivierte sich so sehr, dass die betroffene Hündin sich die Hälfte ihres Gesichts aufkratzte, sodass eine Überweisung in die nächste Tierklinik in Rostock unumgänglich wurde. Dort bestätigte die Untersuchung des Hirnwassers in der Pathologie den Verdacht auf Aujeszkysche Krankheit (AK). Da diese Krankheit bei Hunden immer tödlich verläuft, wurde die Hündin eingeschläfert.

Am nächsten Morgen traten auch bei dem anderen Hund typische Symptome auf. Der Drahthaar Rüde erbrach und hatte eine schwache Atmung. Bei Untersuchungen in der Tierklinik zeigte der Rüde Fieber, Schmerzen im Bauchraum und erbrach Blut, woraufhin auch er von seinen Schmerzen erlöst wurde.

Der pathologische Erstbefund zeigte, dass er sich ebenfalls mit AK angesteckt hatte. „Bei dem Rüden waren die Entzündungswerte extrem hoch, sodass wir zuerst mit einer Pankreatitis an die Tierklinik überwiesen wurden. Die Tierärzte hatten bisher mit der Aujeszykyschen Krankheit nichts zu tun und auch in der Tierklinik Rostock gab es bisher erst einen Fall“, so Blank. Da die unterschiedliche Symptomatik eine Diagnose zusätzlich erschwert, sei es von großer Bedeutung, dass in der Tierarztpraxis auch immer auf diese Erkrankung hingewiesen werden sollte, wenn betroffene Hunde an Sauen gearbeitet hätten, so Blank.

Die Aujeszkysche Krankheit wird durch ein Schweine-Herpesvirus verursacht. Ähnlich einer Herpesvirus-Erkrankung beim Menschen kann es unter Stressbedingungen zu einer Reaktivierung und Ausscheidung des Virus kommen, ohne dass sich Symptome zeigen. Im Blut können Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden, auch wenn das Blut selber nicht infektiös ist. Ein positiver Antikörpernachweis im Blut heißt also nicht, dass das Tier das Virus ausscheidet. Die Viren können sich bis zu 30 Tage halten. Daher sollte nach der Jagd neben der Ausrüstung der Hunde auch die Box gereinigt werden.

Agrarheute

Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes verabschiedet

Der Bundestag hat in der vergangenen Woche ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes und des Apothekengesetzes verabschiedet. Dadurch müssen Nutztierhalter:innen ab 2027 nur noch einmal im Jahr Angaben zu den Arzneimittelanwendungen machen. Bislang musste diese sogenannte TAM-Meldung im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes halbjährlich erfolgen.

Ab 2026 soll die Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten gemäß den EU-rechtlichen Vorgaben auf weitere Tierarten wie Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, Füchse und Nerze in Pelztierhaltungen, bestimmte Fischarten, Pferde und der Lebensmittelgewinnung dienende Kaninchen ausgeweitet werden.

Die Erhebung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen soll hingegen von ursprünglich Ende 2025 auf Anfang 2029 verschoben werden. Das solle Bürokratieaufwand und Geld sparen, heißt es als Begründung vom BMLEH.

Da allerdings der Tagesordnungspunkt auf 00:30 angesetzt war und die Ränge des Parlamentes zur späten Stunde entsprechend leer wirkten, zweifelte die AfD-Fraktion die Beschlussfähigkeit des Bundestages an. Denn für diese müssen mindestens die Hälfte der Abgeordneten anwesend sein.

Um die Antibiotikaminimierung im Stall geht es auch auf der Lernplattform VetMAB.de, die zahlreiche Fortbildungen zu dem Thema für Landwirte und Tierärzte anbietet.

Abgeordnetenwatch
Schweizerbauer

Antibiotikagaben in der Schweiz weiter rückläufig

Nach aktuellen Zählungen des Informationssystems Antibiotika in der Veterinärmedizin (IS ABV) hat der Einsatz von Antibiotika bei Tieren in der Schweiz auch im vergangenen Jahr abgenommen. Während in der Rindermast und in der Milchkuhhaltung ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, zeigte sich ein Rückgang an Wirkstoffen, darunter auch kritischer Antibiotika, sowohl bei Schweinen als auch bei Geflügel. Die Zahl der Verabreichungen bei Hunden, Katzen und Pferden ist in 2024 stabil geblieben. So setzt sich ein mehrjähriger Trend fort. Der Bericht steht auf der Seite des BLV zum Download zur Verfügung.

Die Datenbank ist Bestandteil der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR), die das Ziel hat, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig sicherzustellen. Zudem ermöglicht das System, regionale, nationale und internationale Vergleiche des Antibiotikaverbrauchs bzw. der Behandlungsintensität zu machen. Somit sind Zusammenhänge zur Resistenzlage besser ersichtlich.

Auch die Lernplattform VetMAB setzt sich für Antibiotikaminimierung im Stall ein. Hier finden Tierärzte und Landwirte ausgewählte Online-Kurse, die zeigen, wie sich der Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren weiter verringern lässt.

BLV

Hunde vor Babesiose wirksam schützen

Die Auwaldzecke Dermacentor reticulatus hat bei den jetzigen Temperaturen immer noch Hochsaison. Das kann gefährlich werden für Hunde, da die Zecke Babesien übertragen kann. Diese Blutparasiten zerstören die roten Blutkörperchen, weshalb die Erkrankung auch häufig als Hundemalaria bezeichnet wird. Sowohl die Zecke, als auch die Babesien, sind in Berlin und Brandenburg sowie in Sachsen und Sachsen-Anhalt weit verbreitet. Hier werden die Parasiten bereits in jeder 3. Zecke nachgewiesen.

Die Symptome einer Babesiose variieren je nach Virulenz der Babesien-Art. Neben Mattigkeit, Appetitlosigkeit und Fieber können unter anderem Anzeichen wie Blutarmut (Anämie) und Gelbsucht sowie Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe oder im Bauchraum auftreten. Zusätzlich zu den genannten Symptomen kann die Babesiose zu Blutungen in Haut und Schleimhäuten oder Entzündungen führen, etwa der Mund- oder Magenschleimhäute. Am häufigsten wird bei der Blutuntersuchung von an Babesiose erkrankten Hunden die Thrombozytopenie nachgewiesen.

Die Erkrankung kann sowohl sehr plötzlich auftreten als auch ohne erkennbare Symptome verlaufen. Genau wie bei anderen vektorübertragenen Erkrankungen, z.B. Anaplasmose, Borreliose oder Ehrlichiose, ist eine schnelle und genaue Diagnose essentiell. Um eine Übertragung zu vermeiden, rät ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) dringend zu einem ganzjährigen Schutz der Hunde vor Zecken. Dazu gehört, Hunde mit sicher wirksamen Präparaten nach Empfehlung der tierärztlichen Praxis zu behandeln.

Auf den neuen ESCCAP-Karten kann man sich ansehen, in welchen Regionen die Erkrankung besonders häufig auftritt.

ESCCAP

Tierhalter in Europa betreiben mehrheitlich Vorsorge

Wie aus einer aktuellen EU-weite Umfrage im Auftrag von AnimalhealthEurope hervorgeht, lässt die Mehrheit der befragten Tierhalter:innen ihr Tier regelmäßig Impfen, gegen einen Parasitenbefall schützen und vorsorglich untersuchen.

„Gesundheit beginnt mit Prävention, das gilt insbesondere für Haustiere“, so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbands für Tiergesundheit (BfT). „Die Umfrage bestätigt: Haustierhaltende sind bereit, für das Wohl ihrer Tiere und die Sicherheit ihrer Familien aktiv vorzubeugen.“

Zentrale Umfrageergebnisse rund um Haustiere:

  • 87% der Befragten sprechen sich für mindestens einen Tierarztbesuch pro Jahr aus
  • 78% stimmen zu, dass Haustiere regelmäßig geimpft werden sollten
  • 84% wissen, dass der Befall mit Parasiten wie Zecken, Flöhe und Würmer abgewehrt und behandelt werden kann
  • 82% betonen die Bedeutung von Parasitenkontrolle, 81% halten regelmäßige Entwurmung für wichtig
  • 87% beziehen Informationen zur Parasitenkontrolle direkt von ihrer Tierärztin oder ihrem Tierarzt

Prävention schützt aber nicht nur das Tier, sondern auch das Umfeld. Impfungen und Parasitenkontrolle senken das Risiko, auch von auf den Menschen übertragbaren Erkrankungen (Zoonosen) und unterstützen das Tierwohl langfristig. Damit unterstreicht die Umfrage die zentrale Rolle der Tiergesundheit im One-Health-Kontext. Die Tiergesundheitsunternehmen ermöglichen durch Forschung, Entwicklung und Versorgung mit modernen Präparaten diesen präventiven Schutz – als verlässlicher Partner an der Schnittstelle zwischen Tiermedizin, Gesundheitsvorsorge und Gesellschaft.

BfT

Bereitschaft für Adoption von Tierheimtieren ist groß

Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober präsentieren Tierschutz Austria und Mars Austria den ersten österreichischen Haustierreport. Die repräsentative Umfrage unter 790 Österreicher:innen im Alter von 18 bis 79 macht deutlich: Immer mehr Österreicher:innen denken bei der Anschaffung eines Haustiers an die Adoption eines Tieres aus dem Tierheim. So würden sich 55 Prozent der Befragten für ein Tier aus dem Tierheim entscheiden. Ausschlaggebend ist dabei vor allem der Tierschutzgedanke (70 %) sowie positive Erfahrungen mit bereits adoptierten Tieren. Dennoch bestehen auch Vorbehalte: Fast die Hälfte (45 %) wünscht sich eine „Rückgabemöglichkeit“, jeder Zweite scheut die Adoption eines alten oder kranken Tieres.

Bereits heute lebt in beinahe jedem zweiten österreichischen Haushalt ein Tier. Am beliebtesten sind hierzulande Katzen, gefolgt von Hunden. Rund ein Fünftel denkt aktuell über eine Anschaffung nach, auch befeuert durch emotionale Tierposts in den sozialen Medien. 38 Prozent der von Mars in Österreich Befragten geben an, dass herzige Social-Media-Posts ihren Wunsch nach einem tierischen Begleiter verstärken, besonders Frauen und jüngere Menschen. 53 Prozent möchten mit einem Haustier vor allem das Bedürfnis nach emotionalem Rückhalt stillen – sei es gegen Einsamkeit oder zur Stressbewältigung.

Mars.com

Heute Abend: Qualzuchtdoku in der ARD

Heute Abend strahlt die ARD um 22:50 Uhr eine Dokumentation zur Qualzucht von Haustieren aus. Unter dem Titel „Leiden auf vier Pfoten“ berichten verschiedene Expert:innen, u.a. auch Prof. Dr. Achim Gruber von der FU Berlin, über das Leiden von Millionen Haustieren in Deutschland, die durch sogenannte Zuchtdefekte verursacht werden. Diese sogenannten Qualzuchten leiden beispielsweise aufgrund des Zuchtziels unter Atemnot, Schmerzen, Bewegungsstörungen, Haarlosigkeit, Taub- und Blindheit. Für das rassetypische Aussehen nehmen Züchter:innen und Tierhaltende die Leiden hin – manche bewusst, andere aus Unkenntnis.

Die ARD Story deckt Verstöße auf Hundeausstellungen auf, zeigt, wie Züchter:innen Profit auf Kosten kranker Tiere machen und vergleicht die Rechtslage mit anderen Ländern. Fachleute fordern: „Schluss mit Schönheit vor Gesundheit.“ Ein Thema, das alle betrifft.

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Mehr Aufklärung zu Tierarzneimitteln notwendig

Das allgemeine Bewusstsein für Tierwohl, Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit hat in den vergangen Jahren zugenommen. So scheint auch das Vertrauen in die tierärztliche Versorgung sowie Prävention der Bevölkerung gewachsen zu sein. Das zumindest geht aus einer internationalen Umfrage hervor, die AnimalHealthEurope im März und April 2025 unter 6.300 Personen in verschiedenen europäischen Ländern beauftragt hat.

Diese ergab, dass 78 % der Befragten die Krankheitsvorbeugung bei Nutztieren für besser als eine Behandlung erachten, bei Heimtieren waren es sogar 80 %. Knapp drei Viertel der Menschen befürworten regelmäßige Impfungen bei Nutztieren. Die Auswertung ergab aber auch, dass in Hinsicht auf Antibiotika noch gravierende Wissenslücken vorhanden sind. So wissen knapp 60 % der Befragten nicht, dass Antibiotika als Wachstumsförderer verboten sind. 39 % sind davon überzeugt, dass Antibiotika routinemäßig ohne Erkrankung verabreicht werden.

„Dass rund 80 Prozent der Befragten Impfungen bei Tieren befürworten, ist ein starkes Signal“, betont Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT). „Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Menschen nicht wissen, dass der Einsatz von Antibiotika und Hormonen zur Wachstumsförderung in der EU bereits seit Jahren verboten ist – oder wie anspruchsvoll die Entwicklung moderner Tierarzneimittel tatsächlich ist.“

Der BfT rät daher zu mehr Dialog und faktenbasierter Aufklärung rund um Tierarzneimittel. Tiergesundheit ist ein zentrales Thema für unsere Gesellschaft – sie steht für Tierwohl, Lebensmittelsicherheit und Gesundheitsschutz, so der Verband. „Deshalb setzen wir uns für eine faktenbasierte Kommunikation ein – transparent, verständlich und im Dialog mit der Öffentlichkeit“, sagt Dr. Schüller abschließend.

BfT

Deutscher Tierschutzbund erinnert an Regierungsversprechen

Am 4. Oktober ist Welttierschutztag. Dies haben der Deutsche Tierschutzbund und seine Mitgliedsvereine zum Anlass genommen, die amtierende Bundesregierung an ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag zu erinnern und entsprechend das diesjährige Motto „Tierschutz ist Regierungspflicht“ ausgerufen.

„Als Staatsziel ist der Tierschutz verfassungsrechtlich geschützt und alle staatlichen Organe – auch die Bundesregierung – sind verpflichtet, dieses zentrale Gebot zu verwirklichen. Es ist bitter, dass wir nach über zwei Jahrzehnten mehr denn je daran erinnern müssen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und fordert eine umgehende Umsetzung der versprochenen Tierschutzziele.

„Wir zählen auf das klare Bekenntnis, die Tierheime bei Investitionen unterstützen zu wollen! Ebenso erwarten wir, dass die angekündigten Weichen für den überfälligen Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung gestellt werden. Dazu braucht es Geld und den Willen, die Lage für Tiere zu verbessern. Das gilt auch für das Leid der Tiere im Versuch, das beendet werden muss!“, so Schröder.

Schon vor dem Welttierschutztag findet die schon traditionelle Tierschutztagung statt. Am 11. und 12. September 2025 wird sich die Tagung, die sowohl als Präsenzveranstaltung in Hannover als auch als Online-Veranstaltung auf Myvetlearn.de stattfinden wird, mit den aktuellen Problemen des Tierschutzes befassen. Die Veranstaltung richtet sich an Amtstierärzt:innen und kurativ tätige Tierärzt:innen, sowie an Studierende der Veterinärmedizin und Veterinärreferendar:innen. Nur noch bis zum 9. September um 16 Uhr ist eine Anmeldung möglich.

Deutscher Tierschutzbund

Bei der Verhinderung von Qualzuchten ist die Politik in der Pflicht

Bei der Zucht von Klein- und Heimtieren sollte grundsätzlich die Gesundheit der Tiere im Vordergrund stehen. Leider lassen sich Züchtende von Trends und besonderen Vorlieben der Menschen beeinflussen und selektieren in ihrer Zucht nach Merkmalen, die besonders oder außergewöhnlich aussehen oder gerade in Mode sind. Zuchtmerkmale wie große, rundliche Köpfe und kurze Kiefer- und Nasenknochen bzw. Faltohren oder das Fehlen von Fell bei Katzen schränken aber die Gesundheit und das Wohlbefinden dieser Tiere massiv ein. Diese sogenannten Qualzuchten oder Defektzuchten führen bei Hunden zu extremer Atemnot, Schluckbeschwerden und Schlafproblemen sowie bei Katzen zu schweren Knorpel- und Knochenschäden im ganzen Körper.

Aber es werden auch Fische ohne Rückenflossen oder mit extrem umgebildeten Schwanzflossen gezüchtet, sodass diese sich nicht mehr artgemäß bewegen können. Bestimmte Farbmorphen von Reptilien zeigen zudem ein stark erhöhtes Risiko für Krebs oder weisen neurologische Schäden auf.

Gegen diese Form der Extremzuchten gibt es zwar rechtliche Vorgaben im Gesetz zu dem Europäischen Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren und im Deutschen Tierschutzgesetz. „Aber die Definition von Qualzuchtmerkmalen einzelner Rassen und Arten ist zu unkonkret und führt daher immer wieder zu Abgrenzungsproblemen“, sagt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe. „Wir brauchen eine bundeseinheitliche, auf wissenschaftlichen Grundlagen erstellte Kriterienliste, die es Tierärzten, Behörden, Züchtenden und Tierhaltenden ermöglicht, Qualzuchtmerkmale anhand ihrer Ausprägung objektiv einzuschätzen“, mahnt der ZZF-Präsident. 

Wie eine Züchtung verhindert werden kann, die zu Schmerzen, Leiden oder Schäden bei Heimtieren oder ihren Nachkommen führt, erklärt der ZZF auf seiner neuen deutsch- und englischsprachigen Kampagnenseite. In Videos erläutert Dr. Stefan Hetz, Diplom-Biologe und wissenschaftlicher Fachreferent für Heimtiere beim ZZF, auf welche Zuchtmerkmale Züchter und Tierfreunde achten sollten. „Die Vielfalt an Heimtieren ist faszinierend. Tierfreunde können auch ohne extreme Zuchtauslese spannende Heimtiere entdecken”, betont Holthenrich abschließend.

ZZF

Hunde in Ruanda weisen Antibiotika-Resistenzen auf

Bei Hunden im afrikanischen Ruanda haben Forschende Staphylococcus-aureus-Stämme isoliert, die Resistenzen aufwiesen. Das internationale Forschungsteam unter der Leitung der Veterinärmedizinschen Universität Wien und der University of Rwanda konnte auch nachweisen, dass die Erreger menschliche Ursprünge haben.

Antibiotika-Resistenzen sind auch aufgrund der Nähe zwischen Menschen und Tieren eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit, was ein gemeinsames und sektorübergreifendes Vorgehen von Human- und Veterinärmedizin an den Schnittstellen zwischen Mensch, Tier und Umwelt erfordert. So lautet das Fazit der beteiligten Wissenschaftler:innen. Die Studien konnte auch belegen, dass selbst ohne große Nähe ein Transfer der Resistenzen gegen Antibiotika möglich ist.

Denn die Hunde in Ruanda, die die potenziell pathogenen und resistenten Keime aufwiesen, lebten nicht auf engem Raum mit den Besitzer:innen, sondern wurden als Wachhunde gehalten. Bei 65 Prozent der analysierten Proben, die den Hunden aus Nasen und Ohren entnommen wurden, konnten Staphylococcus (S.) aureus nachgewiesen werden. Dieser weit verbreitete Erreger, der meist als harmloser Begleiter auf der Haut und der Schleimhaut von Menschen lebt, kann Krankheiten wie Lungen- und Hirnhautentzündung oder auch Sepsis verursachen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, wobei es zunehmend resistente Stämme gibt.

„Wir stellten in 31 Isolaten des Erregers eine Resistenz gegen Penicillin fest, bei sechs Proben waren die Keime gegen Penicillin/Erythromycin/Clindamycin resistent, vier gegen Penicillin/Tetracyclin und eine gegen Tetracyclin“, erklärt Igor Loncaric vom Zentrum für Pathobiologie der Vetmeduni. Der Studienleiter weist dabei auf die besorgniserregend hohe Anzahl der Bakterien mit vorwiegend mit Menschen assoziierten klonalen Linien hin.

Die Forschenden fanden zudem bei Wiederkäuern resistente Bakterien, was im Zusammenhang mit dem engen Kontakt zwischen Menschen und  Kühen, Ziegen sowie Schafen steht. Die Menschen schlafen häufig in einem Raum mit ihren Tieren. „Es zeigte sich etwa eine hohe Diversität und Prävalenz von Enterobakterien, die gegen Cephalosporine resistent waren“, so Loncaric.

„Angesichts der großen Nähe von Wiederkäuern und Menschen in Ruanda, ist dieses Ergebnis vor allem deshalb wichtig, da antimikrobielle Resistenzen (AMR) bei Enterobacterales eine erhebliche Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier und ein sozioökonomisches Problem darstellen. In diesem Zusammenhang sind Enterobacterales, vor allem Escherichia coli, zu einem der wichtigsten Indikatoren für die Abschätzung der Belastung durch AMR bei Tieren im Rahmen des ‚One Health‘-Ansatzes geworden“, so der Wissenschaftler.

Eine vergleichbare, prospektive Studie wie in Ruanda haben die Forscherinnen und Forscher in Österreich bisher nur mit Methicillin-resistenten Staphylokokken bei Haustieren (Hunde, Katzen, Kaninchen) durchgeführt (2019). Auch dabei wurden resistente Keime nachgewiesen. Eine vergleichbare Studie mit S. aureus ist laut Loncaric in Vorbereitung.

Vetmeduni Wien

Novelle des Tierarzneimittelgesetzes soll Bürokratieabbau voranbringen

Tierärzt:innen, Tierhaltende und landwirtschaftliche Betriebe sollen hinsichtlich der Bürokratie spürbar entlastet werden. Das sieht unter anderem der Gesetzentwurf des Tierarzneimittelgesetzes vor, den das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) vorgelegt hat und bereits vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

„Wir bauen Bürokratie mit System ab und räumen dort auf, wo Vorschriften zu viel Aufwand bedeuten, ohne dass es einen Mehrwert bringt. Mit diesen Gesetzesänderungen setzen wir europäisches Recht 1:1 um, entlasten Tierärzte, Betriebe und Behörden – und machen damit weiter Tempo beim Bürokratieabbau“, erklärt Bundesminister Alois Rainer.

So sollen im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzepts ab dem 1. Januar 2027 die vorgeschriebenen Mitteilungen auf eine jährliche Meldung reduziert werden. Zudem soll laut Novelle die Erfassung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen, die entgegen der EU-Vorgaben in Deutschland bereits ab dem 1. Januar 2025 vorgesehen war, um vier Jahre auf Anfang 2029 verschoben werden.

Der Gesetzesentwurf sieht allerdings auch vor, dass die verpflichtende Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten auf Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, bestimmte Fischarten, Pferde und Kaninchen zur Lebensmittelgewinnung ausgeweitet werden. Weiterhin sollen neue Regelungen zum Versand verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel durch Tierärzt:innen beschlossen werden. Dieser soll dann im Einzelfall bei Einhaltung bestimmter Bedingungen zulässig sein.

Der Gesetzentwurf geht nun in das parlamentarische Verfahren.

BMLEH

Silvia Breher soll neue Bundestierschutzbeauftragte werden

Seit Juni 2023 war Tierärztin Ariane Kari die erste unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz. Die Fachtierärztin für Öffentliches Veterinärwesen wirkte zwei Jahre lang an der Weiterentwicklung des Tierschutzes mit und förderte die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Bund, Ländern und Verbänden im Bereich des Tierschutzes. Mit dem Regierungswechsel wurde ihre Tätigkeit durch den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer für drei Monate verlängert, der Vertrag lief nun aber aus und wurde nicht erneuert, was unter anderem für starke Kritik seitens des Deutschen Tierschutzbundes sorgte.

Auf Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministers soll nun Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin des BMLEH, Karis Amtsnachfolgerin werden. „Mit Silvia Breher gewinnt der Tierschutz in Deutschland eine starke Stimme auf Bundesebene. Als engagierte, fachlich versierte und politisch erfahrene Bundestagsabgeordnete bringt sie genau die Kombination aus Sachverstand, Augenmaß und Gestaltungskraft mit, die es braucht, um den Tierschutz weiter voranzubringen. Mir ist bei der Neubesetzung dieser Funktion besonders wichtig, dass sie sinnvoll in bestehende Strukturen eingebettet ist, ohne neue Bürokratie aufzubauen. Gleichzeitig achten wir auf eine Lösung, die mit der aktuellen Haushaltslage vereinbar ist – ohne zusätzliche Belastung des Bundeshaushaltes. Silvia Breher übernimmt diese Aufgabe mit großem persönlichen Engagement, ich freue mich auch in dieser Funktion auf die enge Zusammenarbeit“, erklärt Rainer.

„Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich sehe es als große Verantwortung und zugleich als Herzensanliegen, mich künftig auch in dieser Funktion für das Wohl der Tiere einzusetzen. Dabei ist mir der Dialog mit den Tierschutzverbänden, der Landwirtschaft, der Wissenschaft und der Gesellschaft besonders wichtig. Ich freue mich auf diese neue Aufgabe“, betont Breher.

Bundesminister Rainer würdigte die Leistung der scheidenden Beauftragten für den Tierschutz und bedankte sich für Ariane Karis Engagement. „Sie hat als erste Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz wertvolle Impulse für den Tierschutz gegeben. Ich wünsche ihr für ihre weitere berufliche Zukunft alles Gute“, so der Minister. Die Personalie soll nun zeitnah im Bundeskabinett beschlossen werden.

Mit den aktuellen Problemen des Tierschutzes befasst sich auch die schon traditionelle Tierschutztagung, die am 11. und 12. September 2025 sowohl als Präsenz- als auch als Online-Veranstaltung stattfinden wird. Die Tagung richtet sich an Amtstierärzt:innen und kurativ tätige Tierärzt:innen, sowie an Studierende der Veterinärmedizin und Veterinärreferendar:innen. Die Anmeldung ist noch bis zum 9. September um 16 Uhr möglich.

BMLEH

Blaualgen-Konzentration in deutschen Gewässern sehr hoch

Die aktuell anhaltend hohen Temperaturen verursachen die rasante Vermehrung von Blaualgen in deutschen Seen und Flüssen. Auch in der Ostsee sind die sogenannten Cyanobakterien zunehmend. zu finden, wie die Auswertung von Satellitenbildern seit dem Jahr 2016 durch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) ergab.

Die Ergebnisse zeigen eine besondere Anhäufung von Blaualgen im Osten von Mecklenburg-Vorpommern, unter anderem in Boddengebieten und Meerengen nahe Usedom, Rügen und dem Darß, Auch in Schleswig-Holstein waren Blaualgen, vor allem in der Lübecker Bucht und vor der Insel Fehmarn, zu beobachten.

Wie das Institut erklärt, stehen die vermehrte Blaualgenvorkommnisse in den Gewässern im direkten Zusammenhang mit der Erwärmung der Ostsee aufgrund des Klimawandel. Zudem tragen Dünger aus der industriellen Landwirtschaft zu dem Wachstum der Algen bei.

Auch im Saarland wird vor einem verstärkten Blaualgenwachstum in  den Gewässern gewarnt. Nach den Angaben des Umweltministeriums seien teilweise ganze Algenteppiche zu erkennen.

„Die Blaualgen können Toxine, also schädliche Stoffe für die menschliche Gesundheit, bilden. Bei direktem Kontakt kann es zum Beispiel zu Haut-, Schleimhaut- oder Augenreizungen kommen“, sagt Umweltministerin Petra Berg. Die Ministerin warnt auch davor, derzeit Hunde in Teiche, Weiher oder Flüsse zu lassen. Sie sollten vor allem auch kein Wasser daraus trinken. Im schlimmsten Fall könne das Trinken des kontaminierten Wassers tödlich für Hunde sein, so Berg.

Hunde zeigen bei einer Blaualgenvergiftung Symptome wie einen vermehrten Speichelfluss, Hecheln, Zittern, Krämpfe, Durchfall und Erbrechen, die meist binnen kurzer Zeit auftreten. Auch Baden kann schon zu einer Gefahr für die Tiere werden, wenn sie sich anschließend das Fell ablecken.

Ministerium Saarland

Deutschlandfunk

Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz: Preisgeld nahezu verdoppelt

In Rheinland-Pfalz wird der Tierschutz sehr groß geschrieben. Um das besondere Engagement der Tierschützer:innen in dem Bundesland zu würdigen, vergibt das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität bereits seit 30 Jahren den Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz.

In diesem Jahr wurde das Preisgeld von 6.000 Euro auf nunmehr 10.000 Euro angehoben. Damit sollen die einzelnen Projekten und damit der Bedeutung des Tierschutzes mehr Sichtbarkeit erhalten, wie Klimaschutzministerin Katrin Eder erklärt. Die Vorschlagsphase zum diesjährigen Tierschutzpreis hat bereits begonnen, noch bis zum 15. Oktober können Kandidatinnen und Kandidaten vorgeschlagen werden.

Der Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz 2025 wird in den vier Kategorien „ehrenamtlicher Einsatz“ sowie „vorbildliche Einzelbeiträge“ für den Tierschutz sowie für den „vorbildlichen beruflichen Umgang mit Tieren“ und „Projekte im Jugendtierschutz“ vergeben. Die Kandidat:innen dürfen sich jedoch  nicht selber bewerben, sondern müssen von entsprechenden Behörden, dem Tierschutzbeirat des Landes sowie Vereinen, Verbänden oder Gruppen, die sich mit Tierschutzthemen befassen, vorgeschlagen werden. Die Jury berücksichtigt vorrangig Vorschläge, die Personen oder Institutionen in Rheinland-Pfalz betreffen.

Mit den aktuellen Problemen des Tierschutzes befasst sich auch die schon traditionelle Tierschutztagung, die am 11. und 12. September 2025 sowohl als Präsenz- als auch als Online-Veranstaltung stattfinden wird. Die Tagung richtet sich an Amtstierärzt:innen und kurativ tätige Tierärzt:innen, sowie an Studierende der Veterinärmedizin und Veterinärreferendar:innen. Die Anmeldung ist noch bis zum 9. September um 16 Uhr möglich.

Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität

Bestimmungen für Reisen mit dem Haustier

Spätestens mit den Sommerferien in allen deutschen Bundesländern gleichzeitig ist auch der Start in die Hauptreisezeit eingeläutet worden. Das  Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Teltow-Fläming nimmt das zum Anlass, um Tierhaltende, die ihre Haustiere mit in den Urlaub nehmen möchte, auf einige rechtliche Bestimmungen rund um das Reisen mit Tieren hinzuweisen.

Grundsätzlich sollte rechtzeitig vor Urlaubsstart geklärt werden, ob das Tier mitreisen kann und welche Vorkehrungen getroffen werden müssen. Hunde, Katze und Frettchen benötigen bei Reisen in andere europäische Länder den blauen EU-Heimtierausweis, der u. a. die Chipnummer des Tieres sowie den Nachweis der regelmäßigen Tollwutimpfung enthalten muss. Zu beachten ist auch das Alter der mitgeführten Tiere, denn mitreisende Welpen müssen mindestens 15 Wochen alt sein. Dies liegt daran, dass die Erstimpfung gegen Tollwut frühestens im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden kann und eine zusätzliche Wartezeit von 21 Tagen für den vollen Impfschutz erforderlich ist.

Für Reisen außerhalb Europas hängt es von dem jeweiligen Zielland ab, welche Bedingungen der Tierhaltende erfüllen muss. Das Veterinäramt verweist hier auf die jeweiligen Botschaften, die verlässliche Informationen erteilen, zum Beispiel welche Formulare ausgefüllt oder ob bestimmte Impfungen, ein Tollwuttiter oder Parasitenbehandlungen nachgewiesen werden müssen.

Die meisten Länder verlangen ein Gesundheitszeugnis, das vom Veterinäramt des Heimatortes ausgestellt wird. Die Türkei verlangt seit kurzem ein Gesundheitszeugnis, das maximal 24 Stunden vor der Einreise ausgestellt worden sein darf. Das Veterinäramt rät, dass Haltende vor allem bei Reisen mit Tieren außerhalb der EU unbedingt frühzeitig Kontakt mit dem zuständigen Veterinäramt aufnehmen sollten.

Landkreis Teltow-Fläming

MDR1-Gendefekt führt zu verstärkter Wirkung von Arzneimitteln

Der MDR1-Transporter ist ein Protein, das eine wichtige Rolle bei der Verteilung und Ausscheidung von Medikamenten und anderen Substanzen im Körper spielt. Neben der Ausscheidung von Arzneistoffen über die Leber und die Nieren verhindert der Transporter unter anderem auch das Eindringen von bestimmten Substanzen in das Gehirn. Darunter fallen einige Wirkstoffe aus Tierarzneimitteln, beispielsweise aus den Wirkstoffgruppen der Antiparasitika, Chemotherapeutika oder Anästhetika.

Ein Defekt im MDR1-Gen (MDR1-Defekt) kann dazu führen, dass bestimmte Medikamente nicht richtig abtransportiert werden, was zu erhöhten Konzentrationen im Blut und toxischen Wirkungen führen kann.  Einige Hunderassen, vor allem Hütehunderassen wie Collies, Australian Shepherds und Shelties, sind besonders häufig von diesem Gendefekt betroffen. Der MDR1-Defekt wurde aber auch schon bei Windhunden, Mischlingshunden und Katzen nachgewiesen.

Daher rät das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt Halter:innen von den genannten Haustieren, im Verdachtsfall tierärztlichen Rat einzuholen. „Wenn der Verdacht besteht, das eigene Tier könnte vom MDR1-Gendefekt betroffen sein, kann dies mit Hilfe einer genetischen Untersuchung festgestellt werden“, sagt BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Bei notwendigen Arzneimittelanwendungen kann dies dann berücksichtigt werden.“ 

Bei betroffenen Tieren kann es trotz einer Behandlung mit der empfohlenen Dosierung zu einer verstärkten Wirkung des verabreichten Arzneimittels und einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen kommen. Abhängig vom verabreichten Wirkstoff können bei bestimmten Wirkstoffen zur Parasitenbehandlung können neurologische Symptome auftreten, wie etwa Koordinationsstörungen, Lethargie, Zittern, Krampfanfälle und Pupillenweitstellung.

Inwiefern sich ein möglicher MDR1-Gendefekt auf die Verträglichkeit eines Tierarzneimittels auswirkt, wird vor ihrer Zulassung überprüft.

BVL

Immer mehr Hunde werden im Internet zum Verkauf angeboten

Trotz zahlreicher Maßnahmen werden vermehrt Haustiere im Internet zum Kauf angeboten. So manche, eigentlich teuren Hunderassen, werden zum vermeintlichen Schnäppchenpreis angepriesen. Versprochen werden Vierbeiner, die geimpft und entwurmt, aber auch ansonsten gesund und sanftmütig sind. Allerdings stimmen diese Informationen nicht immer. Für den Verkauf der scheinbar so geliebten Hunde gibt es vielfältige Gründe, wie Expert:innen erklären.  

Oft seien die Halter:innen mit der Erziehung der Hunde überfordert, aber auch Geldsorgen, ein Umzug oder gesundheitliche Probleme können dazu führen, dass ein:e neue:r Besitzer:in für das geliebte Haustier gefunden werden muss. Gerade die Tierarztkosten sprengen häufig das zur Verfügung stehende Budget der Halter:innen, wie Henriette Stutz vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg erklärt. Wegen hoher Kosten für Behandlungen und Operationen entschließen sich manche Tierhalter:innen dann, das Haustier abzugeben. Dass Tiere angeschafft und dann irgendwann doch nicht mehr gewollt werden, sei ein großes Problem, so Stutz. Besonders wenn der Jahresurlaub ansteht, wollen Halter:innen ihre Hunde nicht selten loswerden.

„Tierheime sollen es dann auffangen“, sagt Stutz. Weil dort aber auch immer mehr Problemhunde landen, mit denen die Besitzer:innen überfordert sind, haben viele Einrichtungen die Neuaufnahmen gestoppt. Wenn die Vierbeiner dann über Kleinanzeigen verkauft werden, gebe es keine Kontrolle, ob sie wirklich in gute Hände kommen, bedauert die Tierschützerin.

Grundsätzlich rät Stutz dringend dazu, die Anschaffung eines neuen tierischen Familienmitglieds im Vorfeld gut zu planen. „Wer acht Stunden täglich außer Haus ist, sollte sich keinen Hund anschaffen“, betont sie. Die Tierschützerin weist auch darauf hin, dass man sich bei der geplanten Aufnahme eines Hundes oder einer Katze gerne an ein Tierheim wenden kann. „Dort wird man gut beraten. Und vielleicht findet man dort gerade das Tier, das auf „einen wartet“.

Süddeutsche

EMA will Umweltrisiken von Heimtierarzneimitteln neu bewerten

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat ein neues Konzeptpapier veröffentlicht, das öffentlich zur Diskussion steht. Darin wird die bisherige Annahme hinterfragt, dass Tierarzneimittel für Heimtiere keine nennenswerten Umweltrisiken mit sich bringen. Das teilt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mit.

In der EU werden Tierarzneimittel in zwei Phasen auf mögliche Umweltauswirkungen geprüft. Diese sogenannte Umweltrisikobewertung (ERA) folgt bestimmten Leitlinien. Wenn in Phase I keine Umweltprobleme erkennbar sind, endet die Bewertung an dieser Stelle – es müssen keine weiteren Daten ausgewertet werden. Das galt bislang auch für Medikamente, die bei Heimtieren angewendet werden, weil man davon ausging, dass es sich um Einzeltierbehandelungen handelt, deren Einfluss auf die Umwelt sehr gering ist.

Neue Erkenntnisse – unter anderem aus einem Papier des Ausschusses für Tierarzneimittel (CVMP) – lassen jedoch vermuten, dass bestimmte Mittel gegen Ektoparasitika doch eine Umweltbelastung darstellen können. Deshalb will die EMA mit dem Konzeptpapier die Grundlage für eine überarbeitete Bewertungsmethode schaffen.

Die Konsultationsphase läuft noch bis zum 31. Oktober 2025. Rückmeldungen können über ein Formblatt der EMA eingereicht werden.

BPI

WHO und FLI Seite an Seite im Kampf gegen die Tollwut  

Vor nahezu 140 Jahren, am 6. Juli 1885, hat Louis Pasteur erstmals einen Menschen mit einer Tollwutimpfung effektiv behandelt. Trotz dieses ganz besonderen Meilensteins in der Medizingeschichte ist es bis heute nicht gelungen, die Tollwut auszurotten. Speziell in ärmeren Regionen sterben noch immer Tausende Menschen trotz der Verfügbarkeit wirksamer Impfstoffe an einer Infektion mit dem Lyssa-Virus.

Seit 1975 steht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Seite und trägt als Kooperationszentrum für Tollwut zur globalen Bekämpfung der Tollwut bei. Während Louis Pasteur Menschen mit einer Tollwutimpfung gegen die Krankheit schützte, liegt der Fokus des FLI bei der Vakzination von für das Tollwutvirus empfänglichen Tieren.  

Seit nun mehr fünf Jahrzehnten hat die stetige Weiterentwicklung der oralen Impfung dazu beigetragen, die Fuchstollwut in Europa nahezu vollständig auszurotten. Neben Asien sorgt die Tollwut in einigen afrikanischen Ländern jedoch noch immer für Zehntausende von Todesopfern jährlich. Daher ist es als einen weiteren Erfolg zu verzeichnen, dass sich auch bei der oralen Impfung von Hunden, die u.a. in Namibia erfolgreich eingesetzt wird, Fortschritte zu verzeichnen sind. Hinzu kommen fortlaufende Verbesserungen der Diagnostik sowie der Aufbau umfassender Überwachungssysteme.

Während der vergangenen 50 Jahre hat das FLI entscheidend mit seiner Forschungs- und Innovationsleistung zur weltweiten Tollwutbekämpfung beigetragen. Die WHO hat das Ziel gesetzt, bis 2030 die Zahl der humanen Todesfälle durch Hunde-vermittelte Tollwut auf Null zu reduzieren.

FLI

Hunde können Menschen nicht sozial bewerten  

Hunde beurteilen Menschen nicht danach, ob sie nett gegenüber den Vierbeinern sind, oder sich gemein verhalten. Das verändert sich auch nicht mit steigendem Alter der Tiere, auch wenn diese im Laufe ihres Lebens mehr Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Im Gegensatz zu Hunden verschaffen sich andere Tierarten, wie beispielsweise Schimpansen, einen Eindruck von Menschen – ein Phänomen, das als „Eavesdropping“ bekannt ist.   

In einem Experiment mit 40 Hunden unterschiedlichen Alters beobachteten die Wiener Forschenden, ob die Tiere, nachdem sie entweder beobachtet hatten, wie Menschen mit einem Artgenossen (einem anderen Hund) interagierten, oder nachdem sie selbst direkt mit den Menschen in einer Fütterungssituation interagierten, auf abweisende und wohlwollende Menschen unterschiedlich reagieren. Unabhängig von ihrem Alter waren die Hunde nicht in der Lage, sich ein Urteil über Menschen zu bilden.

„Diese Ergebnisse tragen zur wachsenden Literatur bei, die darauf hindeutet, dass die soziale Bewertung für Tiere eine Herausforderung darstellt“, betont die Letztautorin Sarah Marshall-Pescini vom KLIVV. „Um besser zu verstehen, wie und ob die Ontogenese die soziokognitiven Fähigkeiten von Hunden beeinflusst, sollte zukünftige Forschung systematisch Hunde aus unterschiedlichen Populationen (z. B. freilebende Hunde), Altersgruppen und Lebenserfahrungen (z. B. Hunde mit spezieller Ausbildung wie Polizei- oder Assistenzhunde) vergleichen. Darüber hinaus unterstreicht unsere Studie die Bedeutung der Verfeinerung methodischer Ansätze, da es möglicherweise Einschränkungen in den aktuellen experimentellen Designs gibt, die Hunde daran hindern, diese Fähigkeit zu zeigen“, fügt Marshall-Pescini hinzu. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Animal Cognition“ veröffentlicht.

Um intensivere Einblicke in die Verhaltensweisen von Hunden, aber auch Katzen, Pferden und Heimtieren, zu erhalten, bietet Myvetlearn.de erneut sechs Online-Fortbildungen zur Verhaltenstherapie an. Die Kursreihe ist geeignet für die gleichnamige Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie. Die Kurse 1 und 4 eignen sich außerdem für die Vorbereitung auf die Abnahme des Sachkundenachweis für Hundehalter gemäß Landeshundegesetz NRW.

Vetmeduni Wien

Tierärzte Atlas Deutschland – jetzt auch in englischer Sprache erhältlich

Wie haben sich die tierärztlichen Berufsfelder in den vergangenen 20 Jahren entwickelt, welche Veränderungen gibt es hinsichtlich der demographischen Entwicklung in der tiermedizinischen Praxis und wie viele Veterinär:innen sind nicht tierärztlich tätig? Diesen und vielen anderen Fragen geht der Tierärzte Atlas Deutschland auf den Grund. Die entsprechenden Antworten werden auf knapp 90 Seiten, aufgeteilt in sechs Kapitel, und anhand von 130 Grafiken dargestellt.

Der Dessauer Zukunftskreis (DZK) hat den Tierärzte Atlas Deutschland erstmals im Jahr 2024 in Zusammenarbeit mit zahlreichen Verbänden der Tiergesundheitsbranche als Brancheninitiative herausgegeben. Dazu wurden die aktuelle Statistiken zusammengetragen, verfügbare Zahlen analysiert sowie Lücken durch eigene Recherchen gefüllt. So zeigt der Atlas ein Gesamtbild der Tiergesundheitsbranche in unterschiedlichsten Facetten und beleuchtet die tatsächliche Ursachen für Schieflagen.

Der Tierärzte Atlas Deutschland ist kostenlos in einer Online-Version sowie für 10 Euro als Printausgabe erhältlich. Ab sofort steht der Tierärzteatlas auch in englischer Sprache zur Verfügung. Sowohl die deutsche wie auch die englische Ausgabe können im Vetion.de-Shop erworben werden.

Tierärzteatlas Deutschland

BfT rät dringend zur Leptospirose-Impfung

Die Leptospirose ist eine bakterielle Erkrankung, die Hunde jeden Alters, Rasse oder Geschlecht befallen kann. Im Spätsommer und Herbst ist die Gefahr einer Infektion besonders groß, allerdings können sich die Vierbeiner zu jeder Jahreszeit mit dem Erreger anstecken. Eine besondere Gefahrenquelle sind Pfützen und stehende oder langsam fließende Gewässer. Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) empfiehlt Hundebesitzer:innen daher, ihre Tiere gegen die Leptospirose impfen zu lassen. Denn der Kontakt mit Leptospiren ist kaum zu vermeiden. Da es sich bei der Leptospirose um eine Zoonose handelt, schützt eine Impfung nicht nur den Hund, sondern auch den Menschen.  

Hunde können sich einerseits durch das Fressen von infizierten Kleinnagern, andererseits durch das Trinken von kontaminiertem Pfützenwasser mit dem Erreger infizieren. Hier fühlen sich die Bakterien besonders wohl und können über Wochen infektiös bleiben. Akute Krankheitssymptome zeigen sich etwa fünf bis sieben Tage nach der Infektion. Die ersten Symptome sind meist unspezifische Anzeichen wie Appetitlosigkeit, Erbrechen und Apathie. Im schlimmsten Fall können erkrankte Hunde an der Infektion sterben. Die Krankheit kann auch subklinisch verlaufen, dann entwickeln infizierte Vierbeiner zwar keine Krankheitssymptome, scheiden aber die Leptospiren im Urin aus und sorgen so für die Verbreitung des Erregers.

Aufgrund der schwere der Erkrankungen bei Hunden und des Ansteckungsrisikos für den Menschen zählt die Leptospirose-Impfung zu den wichtigsten Impfungen (Core-Impfung) nach den Impfleitlinien der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet). Jeder Hund sollte unabhängig von den Haltungsbedingungen und seinem Alter gegen die Leptospirose geschützt sein. Die Grundimmunisierung erfolgt in der Regel in der 8. und 12. Lebenswoche. Zur Aufrechterhaltung des Schutzes sind dann jährliche Wiederholungsimpfungen erforderlich.

BfT

Parlament legt erste EU-Mindeststandards für Hunde und Katzen fest

Alle in der Europäischen Union gehaltenen Hunde und Katzen sollen zukünftig durch einem Mikrochip identifizierbar sein. Das geht aus einem Gesetzesentwurf hervor, den das EU-Parlament in der vergangenen Woche angenommen hat. So wird auch gefordert, dass die Haustiere in interoperablen nationalen Datenbanken registriert werden. Damit haben die Parlamentarier erstmals Regeln für das Wohlergehen und die Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen verabschiedet sowie die ersten EU-Mindeststandards festgelegt.

Einer der Gründe für das neu geplante Gesetz ist die stetige Zunahme der in der EU gehaltenen Vierbeiner. Mehr als 44 Prozent aller EU-Bürger*innen sind Besitzer*innen eines Haustieres. Zudem hat der Handel in den vergangenen Jahren erheblich zugelegt, rund 60% der Tiere werden über den Online-Handel verkauft. Weiterhin werden zu viele Tiere auf illegalem Weg aus Drittstaaten in die EU verbracht. Auf Grund der bislang fehlenden einheitlichen Tierschutzmindeststandards für Hunde und Katzen hatte die Kommission bereits Ende 2023 neue Vorschriften vorgeschlagen.

Demnach sollen sowohl Haltung als auch Verkauf von Hunden und Katzen in Tierhandlungen verboten werden. Die Abgeordneten fordern zudem ein Verbot der Zucht von Hunden oder Katzen, die Qualzuchtmerkmale aufweisen.

Um zu verhindern, dass Hunde und Katzen als nicht-kommerzielle Heimtiere in die EU kommen und anschließend verkauft werden, wollen die Parlamentarier die Vorschriften nicht nur auf Einfuhren zu kommerziellen Zwecken, sondern auch auf Verbringungen der Tiere zu anderen als Handelszwecken ausweiten. Die Abgeordneten werden nun Verhandlungen mit dem Rat über die endgültige Form des Gesetzes aufnehmen.

EU-Parlament

Eselgeruch hält Zecken fern

Die in den USA am häufigsten vorkommende Hirschzecke (Ixodes scapularis) kann Lyme-Borreliose, Anaplasmose und Babesiose auslösen – bakterielle Infektionen, die teils schwere und lang anhaltende Krankheiten verursachen können. Forschende der Universität Massachusetts Amherst konnten nun belegen, dass Esel über ihre Haut eine Substanz absondern, die diese Zecken abwehrt.

Die Talgdrüsen von Pferden und Eseln produzieren Sekrete, die ihre Haut feucht halten und Allomone enthalten, also chemische Substanzen, die das Verhalten anderer Pflanzen- und Tierarten beeinflussen. Frühere Studien haben gezeigt, dass Zecken Pferde befallen, Esel aber verschonen. Werden Pferde dagegen mit (E)-2-Octenal eingerieben, einer chemischen Verbindung, die von der Haut von Eseln abgesondert wird, werden auch sie verschont. „Die Zecken mögen diesen Geruch nicht“, erklärt Eric Siegel, Doktorand in Mikrobiologie.

Diese Entdeckung könnte helfen, ein natürliches und wirksames Abwehrmittel zu entwickeln, das auch gegen andere Zeckenarten eingesetzt werden kann. Derzeit enthalten die wirksamsten Präparate zur Zeckenabwehr Inhaltsstoffe wie DEET und Permethrin. Eine nicht sachgemäße Anwendung kann gesundheitliche Risiken bergen, weshalb der Wunsch vieler Menschen nach natürlichen Mitteln wächst. Im Labor habe Octenal eine bessere Wirksamkeit als DEET gezeigt, sagt Siegel. Das Team arbeitet mit Gearjump Technologies zusammen, um auf der Basis ihrer Entdeckung ein Mittel gegen Zecken zu entwickeln.

Pressetext

Zweiter bestätigter Hasenpest-Fall in Heilbronn

Im baden-württembergischen Heilbronn breitet sich die Tularämie weiter aus. Nach dem ersten Nachweis der auch als Hasenpest bekannten Krankheit Anfang Mai 2025 wurde nun bereits der zweite Infektionsfall bei einem Feldhasen nachgewiesen. Die Krankheit befällt hauptsächlich Kleinsäuger wie Hasen, Kaninchen und Mäuse, aber Infektionen wurden auch schon bei Eichhörnchen festgestellt. Infizierte Tiere wirken ungewöhnlich zutraulich, was dazu verleiten kann, sie anzufassen.

Um eine Übertragung auf Hunde zu vermeiden, appellieren die Behörden an Hundebesitzer:innen, ihre Tiere in den Parks der Stadt nicht frei laufen zu lassen. Zudem sollte der Zeckenschutz der Vierbeiner dringend überprüft werden, da auch Zecken und Stechmücken das Bakterium Francisella tularensis übertragen können. Das gilt auch für Freigängerkatzen. Infizierte Tiere zeigen unspezifische Symptome, wie Fieber oder allgemeines Unwohlsein. In diesem Fall sollten Halter:innen ihr Tier in der Tierarztpraxis vorstellen.

Auch wenn Infektionen bei Menschen eher selten vorkommen, warnt die Stadt davor, wilde Hasen zu streicheln oder tote Tiere zu berühren, denn bislang gemeldete Fälle basieren meist auf direktem Kontakt mit infizierten Tieren, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt. Bei Menschen äußert sich Tularämie meist mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Es können auch Lymphknotenschwellungen, Hautgeschwüre oder Augenentzündungen auftreten

Stadt Heilbronn

Hunde bei Hitze nicht im Auto lassen

Die erste Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad Celsius hat Deutschland erreicht. Mit den steigenden Temperaturen wächst auch die Gefahr für Hunde, die im Auto zurückgelassen werden, einen Hitzschlag zu erleiden. Schon Außentemperaturen von 25 Grad können ein geparktes Auto schnell zur Hitzefalle umwandeln und die Gesundheit der Vierbeiner darin stark bedrohen.

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) appelliert aus diesem Anlass erneut an alle Hundehalter:innen, ihre Tiere bei Hitze niemals im Auto zurückzulassen. Schon in wenigen Minuten kann die Temperatur im Auto gefährlich hochschnellen.

„Hunde sind im Auto besonders schnell von Überhitzung bedroht. Sie können ihre Körpertemperatur nur sehr begrenzt regulieren“, erklärt Professorin Dr. Sabine Kästner aus der Klinik für Kleintiere der TiHo. „Anders als der Mensch besitzen sie nur Schweißdrüsen an den Pfoten und regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschließlich durch Hecheln. Die Verdunstungsfläche ist dabei begrenzt, sodass die Kühlung schnell ihr Limit erreicht – besonders wenn die Umgebungsluft nicht zirkuliert, was in einem geschlossenen Raum wie einem Auto der Fall ist“, so die Expertin.

Bei einem milden Hitzestress zeigen die betroffenen Hunde Symptome wie Müdigkeit und starkes Hecheln. Ein rechtzeitiges Abkühlen führt in der Regel zu einer Erholung des Hundes ohne bleibende Schäden. Anders sieht es bei einem voll ausgeprägten Hitzschlag aus, bei dem Körperkerntemperatur auf über 41 Grad Celsius steigt, wie Kästner erklärt. „Die Tiere zeigen Symptome wie blutiges Erbrechen und Durchfall, sie haben neurologische Ausfallserscheinungen wie Krämpfe oder Bewusstlosigkeit.“ Steigt die Körpertemperatur auf mehr als 43 Grad Celsius endet der Hitzschlag meist tödlich.

Ein überhitztes Tier sollte jedoch in jedem Fall in einer Tierarztpraxis vorgestellt werden, so Kästner, auch wenn es sich augenscheinlich erholt hat. Denn ein Hitzschlag kann auch langfristige gesundheitliche Folgen haben, darunter chronische Nierenerkrankungen oder Funktionseinschränkungen der Muskulatur und des Nervensystems. „Findet man einen überhitzten Hund, gilt es das Tier so schnell wie möglich an einen schattigen Ort zu bringen und es zu kühlen. Auch auf dem Weg zum Tierarzt helfen Klimaanlage und Lüftung“, so die Expertin.

TiHo Hannover

TVT feiert 40 Jahre erfolgreiche Tierschutzarbeit

Bereits am 10. Mai 2025 hat die Tierärztliche Vereinigung Tierschutz (TVT) ihr 40. Jubiläum gefeiert. Im Jahr 1985 war die Vereinigung vom Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) ins Leben gerufen worden, um den Tierärzt:innen das Thema Tierschutz näherzubringen und daran mehr Interesse zu wecken. Vor 40 Jahren war der Tierschutz in der Tierärzteschaft längst nicht so verankert wie heute. Dass sich das grundlegend geändert hat, ist ein wesentlicher Verdienst der TVT.

„Nicht zuletzt Ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass das Verständnis für Tierschutzfragen innerhalb der Tierärzteschaft heute ein ganz anderes ist. Das Scheitern der Novelle des Tierschutzgesetzes in der letzten Legislaturperiode zeigt aber auch ganz deutlich, dass in Richtung Politik und Öffentlichkeit noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist“, betonte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder bei den Jubiläums-Feierlichkeiten im Leipziger Zoo.

Damit auch in Zukunft Tiergesundheit und Tierschutz Hand in Hand gehen können, brauche es genügend Tierärztinnen und Tierärzte und möglichst viel von ihrer Arbeitszeit. Der Abbau von Bürokratie sei dafür ein wesentliches Element, so Moder weiter.

Auch in diesem Jahr wird in der zweiten Septemberwoche die schon traditionelle Tagung „Aktuelle Probleme des Tierschutzes“ stattfinden. Sie wird erneut als Hybridveranstaltung (Möglichkeit der Teilnahme vor Ort oder online im Live-Stream) angeboten. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

bpt

Informationsveranstaltung für Halter:innen von Hunde-Senioren

Dank der Möglichkeiten der modernen Medizin werden auch Hunde immer älter. Doch die Ansprüche der betagteren Vierbeiner verändern sich mit zunehmendem Alter und altersbedingte Krankheiten treten auf. Aber auch für Hunde-Senioren gibt es viele Möglichkeiten, die Lebensqualität zu verbessern!

Am morgigen Samstag (24.05.2025) lädt die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) Halter:innen von älteren Hunden von 10 bis 13 Uhr zu einer umfassenden Informationsveranstaltung ein. Neben Informationen zur altersgerechten Förderung und den entsprechenden Hilfsmitteln sowie zum alternden Hunde-Gehirn und einer kognitiven Dysfunktion wird Doktorandin Léonie Straß Einblicke in die objektive Ganganalyse beim Hund geben. Zudem wird Doktorand Lars Hagemann sein Projekt zur Testung des Geruchssinns von Hunde-Senioren vorstellen.

Ein kleiner altersgerechter Geschicklichkeits-Parcours für ältere Hunde und ihre Begleiter:innen rundet die Veranstaltung ab.

Die Informationsveranstaltung der TiHo findet im Bünteweg 8 und der angrenzenden Wiese in Hannover statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

BfT formuliert Forderungen für eine zukunftsfähige Wirtschaft

Im vergangenen Jahr hat der Tierarzneimittelmarkt einen Wachstum von von 8,7% hingelegt und erstmals mehr als 1 Milliarde Euro umgesetzt. Die aktuellen Zahlen hat der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) anlässlich seiner Frühjahrsveranstaltung und Mitgliederversammlung präsentiert. Damit konnte der bedeutsame Beitrag der Branche für die Gesundheitsversorgung von Tieren und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion erneut belegt werden.

Der Marktwachstum konnte den Widrigkeiten des vergangenen Jahres, unter anderem den politischen Unsicherheiten sowie den bürokratischen Hürden, trotzen. Aber auch immer detailliertere regulative Anforderungen, Tierseuchenausbrüche sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten beeinträchtigen die Arbeit der veterinärpharmazeutischen Unternehmen. Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit am Wirtschaftsstandort Deutschland gilt daher als ein Kernanliegen der Tiergesundheitsunternehmen.

Um auch künftig eine regelmäßige Versorgung der Tiere und die notwendigen Innovationen sicherzustellen, ist es aus Sicht der veterinärpharmazeutischen Branche essenziell, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland und Europa zu stärken und deutlich zu verbessern.

„Zentrale Forderungen unseres Verbandes an die neue Bundesregierung sind die Stärkung von Prävention durch Impfungen und Diagnostik, die Straffung und Vereinfachung von Genehmigungs- und Zulassungsverfahren, der Abbau von Bürokratie und die Überwindung nationaler Sonderwege sowie innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Wirtschaft“ unterstreicht Frau Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT.

BfT

Hundekot auf Futterflächen kann für Kälber lebensbedrohlich werden

Hundehalter:innen sind per Gesetz verpflichtet, den Kot ihrer Vierbeiner wie Müll zu entsorgen. Das gilt nicht nur für Haufen, die ihre Hunde auf der Straße und in Privatgärten hinterlassen, sondern auch für die Hinterlassenschaften im Wald sowie auf Wiesen und Weiden.

Doch Halter:innen kommen ihren Pflichten leider nicht immer nach. Das führt dazu, dass Kälber, den auf Weiden und Feldern liegen gelassenen Hundekot über das Gras aufnehmen, schwer erkranken und sogar sterben. Denn Krankheitserreger oder Parasiten in den Hundehaufen können bei Rindern, Schafen und anderen Tieren zu schweren Erkrankungen, Fehlgeburten oder sogar zum Tod führen. 

In einem eindringlichen Appell richtet sich die Gemeinde Jungingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg nun an Hundehalter:innen und warnt vor den Gefahren durch Hundekot. „Vorsicht im Wald und auf der Weide! Besonders jetzt im Frühjahr, wenn nicht nur die Pflanzenwelt wieder beginnt auszutreiben und zu blühen, sondern es auch in der Tierwelt wieder zur Sache geht, ist es ganz wichtig, die Hunde an der Leine zu halten“, lautet der Appell im Amtsblatt Jungingen.

Agrarheute

Haustiere vor Kontakt mit Hormonpräparaten schützen

Hormonhaltige Arzneimittel, die Menschen auf ihre Haut auftragen, können Haustiere krank machen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist darauf hin, dass Katzen, Hunde und andere Heimtiere beim Belecken der behandelten Körperstellen Wirkstoffe wie die Hormone Estradiol oder Testosteron aufnehmen können. Zudem können die Hormone durch Streicheln oder Tragen an das Tier weitergegeben werden. Die unbeabsichtigte Aufnahme kann zur Folge haben, dass die Vierbeiner schwere Nebenwirkungen entwickeln.

Haustierbesitzer:innen, die hormonhaltige Arzneimittel in Form von Gels, Cremes oder Sprays verwenden, sollten daher darauf achten, dass sie eine versehentliche Übertragung vermeiden, wie Tierärztin Dr. Ann Neubert, Expertin für Nebenwirkungen von Arzneimitteln im BVL, rät. „Haustiere zeigen nach Kontakt mit Hormonpräparaten mitunter vielfältige Symptome, die sich je nach Tierart und Hormon unterscheiden“, betont Neubert. Kommt es zu einer solchen Reaktion, sollte unbedingt eine Tierarztpraxis aufgesucht und auf einen möglichen Kontakt mit Hormonpräparaten hingewiesen werden.

Die Expertin rät zu gründlichem Händewaschen nach dem Verwenden der Arzneimittel sowie zu einem sorgfältigen Bedecken der behandelten Hautstellen mit Kleidung. So werde das Risiko der unbeabsichtigten Übertragung verringert. Nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt könne es zudem hilfreich sein, eine andere Hautstelle für die Behandlung zu wählen, die Behandlung zu einer anderen Tageszeit durchzuführen oder gar auf ein Medikament mit einem anderen Verabreichungsweg umzustellen, so Neubert.

BVL

Deutscher Heimtiermarkt 2024 – Zurückhaltung bei größeren Investitionen

Im vergangenen Jahr haben annähernd 34 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel in Haushalten in Deutschland gelebt, wie eine haushaltsrepräsentative Umfrage unter 5.000 Personen ergeben hat. Und trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen konnte das hohe Umsatzniveau der Vorjahre auf dem deutschen Heimtiermarkt gehalten werden.

Während die Umsätze bei Hundefutter in 2024 ein wenig zurückgegangen sind (- 0,7 %), entwickelte sich das Katzenfuttersegment weiter positiv und verzeichnete ein Umsatzplus von 3,5 %. Dagegen haben sich die Tierhalter:innen beim Kauf von Bedarfsartikel und Zubehör eher zurückgehalten. Dieses Segment erzielte im Vergleich zu 2023 ein leichtes Minus von 0,6 %.

„Tierhaltern liegt das Wohl ihrer Heimtiere am Herzen, daher investierten sie in ihre Ernährung, Gesundheit und Pflege. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage haben einige jedoch größere Investitionen etwa in Hundezubehör, Kleintiergehege oder Aquarientechnik zurückgestellt“, betont Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF).

Die Umfrage ergab zudem, dass immer mehr Tierhalter:innen ihre Heimtierprodukte im Internet einkaufen (+ 14,9 %). Als Hauptabsatzweg für Heimtier-Fertignahrung behauptete sich weiterhin der Lebensmitteleinzelhandel (einschließlich Drogeriemärkten und Discountern). Hier wurden in 2024 knapp 2,8 Milliarden Euro umgesetzt.

„Ob Katzen oder Hunde, Nager oder Fische – Heimtiere können das Leben ‚ihrer‘ Menschen auf vielfältige Art und Weise bereichern, wenn ihr Wohl und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Das spiegelt sich in der weiterhin hohen Gesamtzahl der Heimtiere wider, die in Haushalten in Deutschland gehalten werden“, fasst Holthenrich zusammen.

ZZF

Tularämiefälle beim Menschen nehmen zu  

Die Tularämie (Hasenpest oder Nagerpest) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem Hasen und Wildkaninchen, aber auch Nagetiere befällt. Zudem können sich Haustiere, besonders Hunde, die kranke Tiere berühren oder fressen, infizieren. Neben Zecken und Stechmücken können auch Vögel und Amphibien Träger des Erregers sein.

Die Hasenpest ist zudem eine Zoonose. Der Erreger kann also vom Tier auch auf den Menschen übertragen werden. In erster Linie sind Jäger:innen gefährdet, an der Tularämie zu erkranken, da sie, zum Beispiel beim Abbalgen getöteter Tiere, Kontakt haben können. Daher wird dringend empfohlen, bei dem Prozess Handschuhe zu tragen und den direkten Kontakt mit den Tieren zu vermeiden.

Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die Zahl der Tularämie-Infektionen bei Menschen zugenommen. Im Jahr 2024 wurden deutschlandweit insgesamt 197 Infektionen nachgewiesen. Die Symptome ähneln denen einer Grippeerkrankung. Die Patienten haben Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Zudem können Durchfall und/oder geschwollene Lymphknoten nach einer Infektion auftreten.

Um das Risiko einer Erregerübertragung zu vermeiden, sollten Hunde an der Leine geführt und das Wildbret immer gut durchgegart werden. Die Erreger werden nur durch Erhitzen zuverlässig abgetötet, während diese in tiefgekühltem Wildbret über Monate hinweg ansteckend bleiben.

Land und Forst

Tierversicherungen für mehr Sicherheit von Patienten und Praxis

Veterinärmedizinische Behandlungen stellen viele Tierhaltende vor große Herausforderungen. Eine passende Tierversicherung kann sowohl für die optimale Versorgung des Patienten als auch für die wirtschaftliche Stabilität einer Praxis sorgen.

Für Pferdehaltende und -züchter:innen hat die Agriaversicherung aktuell ein neues Kombiangebot auf den Markt gebracht, die Lebens- und Krankenvollversicherung ab dem 40. Tag der Trächtigkeit bis einschließlich des ersten Lebensmonats des Fohlens vereint.

„Mit dieser neuen Versicherung wollen wir Pferdezüchtern die Sicherheit geben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die gesunde Geburt und Aufzucht ihrer Fohlen. Die Zucht ist mit vielen emotionalen und finanziellen Risiken verbunden – unsere Kombilösung schützt umfassend und individuell zugeschnitten“, sagt Peter Bornschein, Country Manager Agria. Die neue Versicherung decke insgesamt 11 kritische Monate in dieser sensiblen Phase der Pferdezucht ab, sagt Bornschein.

Um wichtige Einblicke in verschiedene Tierversicherungen, ihre Leistungsunterschiede und wichtige Vertragsdetails zu erhalten, bietet Myvetlearn.de ein kostenfreies Live-Online-Seminar am 30. April 2025 für Tierärzt:innen und TFA an. Hier erfahren die Kursteilnehmenden auch, wie sie Tierhalter:innen kompetent und beratend unterstützen können, die passende Versicherung zu finden. Dies stärkt nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Praktiker:innen und ihren Patientenbesitzer:innen, sondern trägt auch dazu bei, dass medizinische Entscheidungen unabhängig von finanziellen Einschränkungen getroffen werden können.

Das Online-Seminar Tierversicherungen – Ein Schlüssel zu besserer Tiergesundheit gibt einen Überblick über Grundlagen der Tierversicherungsangebote in Deutschland, Auswirkungen auf die tierärztliche Praxis und Möglichkeiten zur Information der Tierhaltenden. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit für eigene Fragen und Diskussion. Der Kurs ist mit einer ATF-Stunde anerkannt und wird als Aufzeichnung bis zum 30.4.2026 zur Verfügung stehen.

Tierärztinnen und Tierärzten steht außerdem auf Myvetlearn.de eine 4-teilige Online-Fortbildung mit ATF-Anerkennung zum Thema Reproduktionsmedizin Pferd zur Verfügung. Diese Kurse sind zusätzlich mit interaktiven Übungsaufgaben für mehr Spaß am Lernen ausgestattet.

Agriaversicherung

Bewerbungsstart für den Deutschen Tierschutzpreis 2025

Bereits zum 21. Mal wird in diesem Jahr der Deutsche Tierschutzpreis vergeben. Mit dieser Auszeichnung ehrt der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit Whiskas und Pedigree erneut Menschen, die sich besonders für den Tierschutz engagieren.

Die Bewerbungsphase hat gerade begonnen und endet am 30. April 2025. Tierschützer:innen können sich mit ihren Vereinen, Initiativen oder Projekten bewerben bzw. vorgeschlagen werden. Die Gewinner:innen erwarten Preisgelder in Höhe von 6.000 bzw. 3.000 Euro. Für den diesjährigen Tierschutzpreis hat der Deutsche Tierschutzbund zudem erstmals eine eigene Kategorie für ein Kinder- oder Jugendtierschutzprojekt geplant, die der Nachwuchsarbeit im Tierschutz eine besondere Gewichtung geben soll. Auch hier liegt das Preisgeld bei 3.000 Euro.   

„Mit dem Deutschen Tierschutzpreis zeichnen wir ehrenamtlich engagierte Menschen aus, die ihre Zeit, ihre Energie, ihr Herz und auch ihr Geld für die geben, die selbst keine Stimme haben. Es sind Persönlichkeiten, die für die Tiere kämpfen, trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben und damit zu Vorbildern werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Deutscher Tierschutzbund

AMK berät über bundesweites Register für Tierschutzverstöße

Am 26. März 2025 hat die Agrarministerkonferenz (AMK) in Baden-Baden begonnen. Hier tauschen sich die Vertreter:innen der Länder drei Tage lang fachlich und politisch zu aktuellen Themen aus. Ein Tagesordnungspunkt wird unter anderem die Einführung eines bundesweiten Registers bei Tierschutzverstößen sein.
 
Die Landesregierung Sachsen-Anhalt setzt sich für einen entsprechenden Beschluss der Länder ein. Es sei erforderlich, Informationen über verhängte Tierhaltungs- und Betreuungsverbote für die Tierschutzbehörden bundesweit verfügbar zu machen, hatte das Landwirtschaftsministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion mitgeteilt.
 
Zu Jahresbeginn war mal wieder ein Tierschutzskandal bekannt geworden, dieses Mal in Magdeburg. Nahe der Stadt waren bei einem Einsatz am 4. Januar 2025 rund 200 tote sowie weitere 500 teils schwer verwahrloste Schafe auf einem Grundstück gefunden worden. Nach Angaben der Stadt mussten 250 Tiere notgetötet werden. Neben 14 Hunden, von denen einer wegen stark aggressiven Verhaltens getötet werden musste, wurden fünf Esel, zwei Ponys und ein Maultier sichergestellt. Die Halterin der Tiere ist untergetaucht.
 
Für ein bundesweites Register hatte sich Brandenburg in einer Bundesratsinitiative bereits im September 2022 ausgesprochen. Im April 2023 war solch ein Register Thema bei der Sitzung der Bund-Länder-Tierschutzreferenten. Seither konnte jedoch kein Ergebnis erzielt werden, obgleich immer wieder erschütternde Fälle von Animal Hoarding ans Tageslicht kommen.

Proplanta

Zeckenzeit hat begonnen

Endlich Frühling – überall erwacht das Leben und das kann, wie im Fall von Zecken, mit gesundheitlichen Risiken für Mensch und Tier einhergehen. Denn mit den steigenden Temperaturen erwachen auch die Blutsauger wieder aus ihrer Winterruhe. Die hungrigen Spinnentiere sind jetzt auf der Suche nach einer Blutmahlzeit, um sich weiter fortzupflanzen. Beim Akt des Blutsaugens können sie jedoch gefährliche Krankheiten übertragen. Dazu gehört im Fall des gemeinen Holzbock vor allem die Borreliose und die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) sowie im Fall der Auwaldzecke auch noch die Babesiose. Außerdem werden auch Anaplasmose, Ehrlichiose, die Hepatozoonose und die Rickettsiose von Zecken übertragen.

Daher sollten Tierhalter ihre Tiere vor Zeckenstichen schützen – am besten ganzjährig, da die milden Temperaturen immer häufiger dafür sorgen, dass die Zecken die Winterruhe ausfallen lassen. Eine ganzjährige Zeckenprophylaxe schützt die Vierbeiner daher am besten vor schweren Erkrankungen, weiß der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT).

Aber nicht alle Zeckenschutzmittel sind gleich. Deshalb ist es wichtig, die Packungsbeilage sorgfältig durchzulesen und die jeweiligen Anwendungsempfehlungen genau zu beachten. Nur so wirken die Mittel so, wie sie sollen. Auch die Einhaltung ergänzender Hinweise ist wichtig – beispielsweise Wartezeiten oder das Abnehmen von Halsbändern vor dem Baden oder Schwimmen.

Auf viele dieser Tick-Borne Diseases geht Prof. Dr. Stephan Neumann in der Online-Fortbildungsreihe für Tierärzt:innen Consensus Statements für die Kleintiermedizin (Modul 6 & 9) ein.

Hohe Zahl an Tierschutzverstößen in Thüringen

Die Zahl der dokumentierten Tierschutzverstöße in Thüringen hat sich auch im vergangenen Jahr nicht deutlich verringert. Insgesamt hat die Polizei rund 350 Fälle erfasst (2023: 369). Neben mit Metallteilen oder Gift gespickten Fressködern und Verstöße gegen die Haltung von Tieren, wurden auch angeschossene Tiere, ein getötetes Pony oder entsorgte Hundewelpen registriert.

Über die Aufklärung der Verstöße gibt es laut Landeskriminalamt Thüringen keine Statistik.
Gemäß Tierschutzgesetz können Verstöße mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafen geahndet werden. Die Strafen betrachtet der Deutsche Tierschutzbund als unzureichend und kritisiert die unvollständigen und teilweise unklar formulierten Gesetze.

Proplanta

Hunde können menschliches Verhalten vorhersehen

Eine aktuelle Forschungsstudie der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnte belegen, dass Hunde weitestgehend zur Perspektivenübernahme fähig sind. Demnach können die Vierbeiner das Verhalten von Menschen vorhersehen, ohne dass sie diese sehen.

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, haben Forschenden um Professor Ludwig Huber vom Messerli Forschungsinstitut für Mensch-Tier-Beziehung der Vetmeduni, insgesamt 73 Hunde – davon 36 in der Test- und 37 in der Kontrollgruppe – vor folgende Aufgabe gestellt: die Tiere konnten entscheiden, ob und von welchem Teller sie Futter stehlen. Dies war ihnen zuvor von der Versuchsleiterin ausdrücklich verboten worden. Die Anwesenheit der Versuchsleiterin konnten die Testhunde lediglich anhand eines Geräuschs (Karottenschneiden) erkennen, visuell zu sehen war die Person nicht. In dieser Phase hatten die Hunde auch die Möglichkeit zu beobachten, von welcher Stelle im Raum der Karotten schneidende Mensch zu sehen war. 

Im Test konnten die Hunde schließlich Futter von zwei im Raum aufgestellten Tellern entwenden. „Die meisten Hunde bedienten sich lieber von jenem Teller, der von der Stelle aus, an welcher der Mensch zuvor Karotten gehackt hatte, nicht zu sehen war – und zwar dann, wenn sie eine Wiedergabe des Hackgeräusches aus einem Lautsprecher hörten. Das taten sie jedoch nicht, wenn sie nur ein Kontrollgeräusch – dabei handelte es sich um Straßenlärm – hörten“, erklärt Huber. Der Studienleiter stellt weiter fest, dass die Hunde das Geräusch des Karottenschneidens mit der Person assoziiert haben, weil sie diese zuvor dabei beobachtet hatten.

28 der 36 Hunde aus der Testgruppe entschieden sich, beim Hören des Schneidegeräusches den nicht einsehbaren Futterteller aufzusuchen, um sich dort unerlaubterweise des Futters zu bemächtigen. Und interessanterweise wählten sie diesen Teller, obwohl er sich näher beim mit der Person assoziierten Schneidegeräusch befand. „Die Hunde mieden also ganz bewusst nicht nur die vermutete Versuchsperson, die sie zu hören glaubten, aber nicht sehen konnten, sondern schienen darüber hinaus zu versuchen, von ihr nicht gesehen zu werden oder sie nicht zu sehen, wenn sie verbotenerweise das Futter fraßen“, konstatiert Huber abschließend.

Um intensivere Einblicke in die Verhaltensweisen von Hunden, aber auch Katzen, Pferden und Heimtieren, zu erhalten, bietet Myvetlearn.de erneut sechs Online-Fortbildungen zur Verhaltenstherapie an. Die Kursreihe ist geeignet für die gleichnamige Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie. Die Kurse 1 und 4 außerdem für die Vorbereitung auf die Abnahme des Sachkundenachweis für Hundehalter gemäß Landeshundegesetz NRW.

Vetmeduni Wien

Video-Challenge zum Thema Reisen mit Hund

Nicht mehr lange und der Frühling hält Einzug in Deutschland. Dann beginnen die meisten Menschen auch mit ihrer Urlaubsplanung. Je nach Reiseziel müssen Hundehalter:innen frühzeitig mit der Vorsorge ihrer Vierbeiner beginnen. Damit der Hund auch im Urlaub gesund bleibt, sollten Impfungen, Parasitenkontrolle, die richtige Reiseapotheke oder Einreisebestimmungen des Ziellandes  bedacht werden.

Um das Bewusstsein für die Gesundheitsvorsorge bei Hunden im Urlaub zu stärken, setzt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) gemeinsam mit dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) seine Video-Challenge fort. Unter dem Motto „Rundum geschützt: Mit dem Hund auf Reisen“ rufen die beiden Verbände Tierhalter:innen und Tierärzt:innen sowie Petfluencer auf, kreative Videos zu erstellen, die die wichtigsten Aspekte einer sicheren Reise mit dem Vierbeiner thematisieren.  

Bereits im vergangenen Jahr haben der BfT und der bpt die Impfung und Gesundheitsvorsorge beim Kleintier mit Hilfe einer Video-Challenge thematisiert. Auch dieses Mal haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, neben der klassischen Videoproduktion moderne KI-Tools zur Unterstützung zu nutzen.

Die besten Videos werden mit attraktiven Preisen belohnt. Für das beste Video wird eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro gezahlt. Die Gewinner-Videos werden über die Webseiten von bpt und BfT sowie auf YouTube veröffentlicht. Einsendungen sind bis zum 05. Mai 2025 möglich. Mehr zur Challenge sowie das Bewerbungsformular finden Sie hier.

BfT