In Deutschland erfreuen sich Alpakas immer größer werdender Beliebtheit. Gemäß Schätzungen des Alpakazuchtverband Deutschland (AZVD) leben hierzulande mehr als 25.000 dieser Neuweltkameliden. Die ursprünglich in Südamerika beheimateten Alpakas sind anspruchsvolle Herdentiere mit besonderen Bedürfnissen. Für eine artgerechte Haltung bedarf es genauer Kenntnisse.
Alpakas sind keine Kuschel-, sondern Distanztiere und mögen grundsätzlich keinen Körperkontakt. Bei den sensiblen Tieren kann ein zu enger Kontakt zum Menschen zu Fehlprägungen und Verhaltensstörungen führen, wie beispielsweise dem Berserk-Male-Syndrom (BMS), das sich durch aggressives Verhalten einiger junger Tiere gegenüber Menschen äußert. Tiere mit diesen Störungen sind nicht heilbar und müssen in vielen Fällen eingeschläfert werden.
Grundsätzlich sei die Haltung von Alpakas erlaubt, unterliege aber einigen Regeln, wie Neuweltkameliden-Expertin Michaela Maluche erklärt. Halter:innen müssen eine gewisse Sachkenntnis über die Tiere nachweisen, die räumlichen Gegebenheiten vorweisen sowie Buch führen über Herdengröße und Medikamentengabe, so Maluche. „Neuweltkameliden sind Herdentiere, also mindestens zwei, aber besser mindestens vier Tiere pro Herde“, klärt Maluche auf. Eine Haltung der Tiere im eigenen Garten sei nicht artgerecht.
Auch gelten für die Haltung der Alpakas als Nutztiere andere Regeln als für die Haltung als Haustier. Für die Nutztierhaltung ist eine Gewerbeanmeldung sowie eine Prüfung durch den Amtstierarzt notwendig. Zudem empfiehlt es sich, die Tiere chippen und registrieren zu lassen. Um den Parasitendruck zu verringern und Verdichtung zu vermeiden, werden Wechselweiden benötigt. „Wenn man bestimmte Dinge beachtet, können Neuweltkameliden (sprich: Alpakas und Lamas) hier gut gehalten werden“, betont die Alpaka-Expertin. Dazu gehöre unter anderem das regelmäßige Scheren der Tiere.
Da Alpakas und Lamas auch immer häufiger in der Tierarztpraxis vorgestellt werden, können sich Tierärzt:innen aktuell auf Myvetlearn.de spezifisches Wissen über diese besonderen Tierarten aneignen. Die dreiteilige E-Learningreihe „Das Neuweltkamel im Notdienst“ bietet neben praxisrelevantem Grundlagenwissen auch einen strukturierten Leitfaden für häufige Notfälle bei Neuweltkamelen.




