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Deutliche Hinweise für pathogenes Potenzial von T. abortisuis gefunden

30.09.2026

Trueperella abortisuis, ein grampositives, anaerob wachsendes Bakterium, gewinnt als potenzieller Erreger von Fortpflanzungsstörungen und Aborten bei Schweinen mehr und mehr an Bedeutung. Wissenschaftler:innen der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnten nun belegen, dass T. abortisuis für Fehlgeburten bei Schweinen verantwortlich sein kann. 

Nach der intensiven Analyse einer Sau, die am 100. Trächtigkeitstag elf Föten abortiert hat, und der Auswertung von routinemäßig an der Vetmeduni erhobenen, österreichischen Diagnosedaten der vergangenen 6 Jahre, konnten die Forschenden deutliche Hinweise auf das pathogene Potenzial des Bakteriums finden.

„Das Zusammenspiel aus fetaler Infektion, charakteristischen Veränderungen an Lunge und Plazenta und dem Nachweis hoher Mengen von T. abortisuis ist ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche ursächliche Beteiligung dieses Erregers am Abort“, betont Studien-Erstautor Lukas Schwarz vom Klinischen Zentrum für Populationsmedizin bei Fisch, Schwein und Geflügel. 

Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass das bislang wenig erforschte Bakterium bei Fortpflanzungsstörungen von Schweinen stärker berücksichtigt werden sollte, so die Wissenschaftler:innen. Sie empfehlen, das Bakterium künftig in die Differentialdiagnostik von Aborten bei Sauen aufzunehmen.

„Unsere retrospektiven Daten zeigen, dass T. abortisuis nicht nur in einem Einzelfall vorkommt. Der wiederholte Nachweis im Zusammenhang mit Abortmaterial und Proben aus dem Genitaltrakt macht den Erreger für die Differentialdiagnostik relevant“, erklärt Lukas Schwarz.

Weitere Studien sollen klären, unter welchen Bedingungen T. abortisuis Erkrankungen verursacht, welche Wechselwirkungen mit der bakteriellen Flora des Genitaltraktes bestehen und welche Bedeutung der Erreger für die Reproduktionsgesundheit von Schweinebeständen hat.

Vetmeduni Wien