Menü ≡

Steigende Anzahl an Hühnern hat Auswirkungen auf Campylobacter-Stämme

26.08.2026

Die Entwicklung von Campylobacter jejuni wird offenbar eng von der zunehmenden weltweiten Hühnerhaltung beeinflusst. Forschende der Universitäten Oxford und Sheffield analysierten knapp 2.800 Campylobacter-Genome aus Proben von Hühnern und Wildvögeln, die zwischen 1979 bis 2024 in unterschiedlichen Ländern genommen wurden.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Erreger heute wesentlich häufiger zwischen Hühnern und Wildvögeln wechselt als in der Vergangenheit. Gleichzeitig haben sich bestimmte Linien dauerhaft an Hühner angepasst. Die stark gewachsene Hühnerpopulation könnte dabei die Etablierung entsprechender Stämme begünstigt haben. Je mehr mögliche Wirte vorhanden sind, desto größer ist die Chance, dass ein ursprünglich bei Wildvögeln vorkommender Stamm auf Hühner überspringt und sich dort dauerhaft hält. Umgekehrt können auch an Hühner angepasste Stämme wieder Wildvögel erreichen.

Für die Geflügelwirtschaft bleibt die konsequente Kontrolle entlang der gesamten Produktionskette entscheidend. Im Mastbetrieb stehen Biosicherheitsmaßnahmen im Vordergrund, um einen Eintrag möglichst zu verhindern oder hinauszuzögern. Dazu gehören Hygieneschleusen, betriebseigene Kleidung und Schuhe, gereinigte Geräte sowie die Bekämpfung von Fliegen und Schadnagern. Am Schlachthof soll die Prozesshygiene die Keimbelastung reduzieren. Seit Januar 2025 dürfen nach dem EU-Prozesshygienekriterium höchstens 10 von 50 untersuchten Halshautproben den Wert von 1.000 KBE/g überschreiten. Für lebende Masthähnchen besteht dagegen kein gesetzlicher Grenzwert.

Parallel wird an neuen Möglichkeiten zur Reduktion der Campylobacter-Besiedlung geforscht. Dazu zählen Bakteriophagen, die gezielt Campylobacter-Stämme angreifen können, sowie Impfstoffe. Für Campylobacter sind entsprechende Präparate in der EU bislang jedoch nicht zugelassen. Dass Phagen grundsätzlich für die Geflügelhaltung nutzbar gemacht werden können, zeigt die seit 2025 bestehende EU-Zulassung eines Phagen-Futtermittelzusatzstoffes gegen Salmonella Enteritidis. Auch experimentelle Impfstoffe gegen C. jejuni liefern erste Ansätze. Bis zu einem praxistauglichen Impfstoff für Hühner besteht jedoch noch weiterer Forschungsbedarf.

DGS