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Raben im Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest

24.04.2026

Die Nahrung von Kolkraben, den größten Singvögeln weltweit, besteht neben Früchten, Insekten und Schnecken hauptsächlich aus Aas. Diese Tatsache hat Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin auf die Idee gebracht, die Raben für die Suche von verendeten Wildschweinen einzusetzen. Mit Hilfe von Sendern, die an dem Rücken der Vögel befestigt werden, können so schnell mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Kadaver aufgespürt und geborgen werden.

Eine schnelle Bergung toter Tiere sei entscheidend im Kampf gegen die ASP-Ausbreitung, betont Jörg Melzheimer, Projektleiter am Leibniz-IZW. „Wenn infizierte Schweine, das passiert immer wieder mal, diese Schutzzäune überwinden, ist es wichtig, dass, wenn sie dann verenden, ganz schnell aus dem System entfernt werden, damit sich nicht neue anstecken können”, so der Wildtierbiologe.

„Die Sender haben GPS und einen Beschleunigungssensor verbaut und sind solarbetrieben. Die Sonne lädt sie wieder auf, das heißt, die sind autark betriebsfähig“, ergänzt Wissenschaftler Alexander von Canal forscht. Sie seien außerdem so konstruiert, dass die Kolkraben durch das Mitführen nicht beeinträchtigt werden, so der KI-Spezialist.

Damit die Sender den Tieren umgeschnallt werden können, müssen sie zunächst in einer großen Falle aus Holz und Maschendraht gefangen werden. Um die Tiere anzulocken, kommt ein Fleischköder zum Einsatz. Eine Wildtierkamera meldet schließlich, wenn ein Vogel in die Falle geht.

Die Forschenden erhoffen sich neben dem Auffinden von Wildschweinkadavern auch viele Daten über das Leben der Raben.

RBB