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GOT-Evaluierung sorgt für heftige Diskussionen

06.03.2026

Im November 2022 ist die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) angepasst worden. Die bis dahin gültige Fassung aus dem Jahr 1999 war in den vergangenen 23 Jahren lediglich einmal minimal geändert worden. Neben den gestiegenen Kosten für das Personal ist unter anderem auch die starke Weiterentwicklung mit samt der technischen Ausstattung in die Novellierung eingeflossen. Die Behandlungskosten sind dadurch um durchschnittlich 20–30 Prozent angestiegen.

Im Oktober 2025 hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMELH) die Evaluation der GOT-Novelle beschlossen. Dafür wird der strukturelle und finanzielle Reformbedarf geprüft. Diese anstehende Evaluierung war auch Thema einer berufspolitischen Podiumsdiskussion unter Leitung des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), an der rund 150 Tierärztinnen und Tierärzte in der Stadthalle in Bielefeld teilnahmen.

Nach den Statements der Podiums-Sprecher Dr. Siegfried Moder (bpt-Präsident), Dr. Bodo Kröll (Mitglied im GOT-Ausschuss der BTK) und Nicolas Heinrich (Geschäftsführer der mit Evaluierung beauftragten AFC Public Services GmbH) brachten sich zahlreiche Tierärzt:innen in die anschließende Diskussion ein, besonders in Hinblick auf einen möglichen Wegfall der GOT, den bpt-Präsident Moder ansprach, und den beim BMLEH eingegangen kritischen Eingaben von Bürger:innen. Mit der Teilnahme an einer Online-Umfrage, die im 2. Quartal diesen Jahres erfolgen soll, habe die Tierärzteschaft die Chance, aktiv Einfluss auf die Entwicklung der GOT zu nehmen, so Moder.

In der Diskussion wurde das „Unternehmen Tierarztpraxis“ in den Fokus gesetzt, das, ähnlich einem handwerklichen Betrieb, ein entsprechendes Preisniveau einfordern müsse, um wirtschaftlich zu sein. Einstimmiger Konsens war zudem, dass eine Absenkung der aktuell in der GOT festgeschriebenen Gebührensätze nicht in Frage komme. Das hätte einerseits katastrophale Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen angestellter Tierärzt:innen sowie TFA. Andererseits würde der Schritt in eine mögliche Selbstständigkeit dadurch noch unattraktiver für junge Tierärzt:innen. Einigkeit bestand auch bei den Teilnehmenden, dass statt einer umfassenden Anpassung alle 20 Jahre eine regelmäßige Anpassung der Leistungshonorare für die Tierhaltenden deutlich besser nachzuvollziehen wäre.

Abschließend appellierte der bpt an alle Tierärzt:innen, unbedingt an der Online-Befragung teilzunehmen. Das sind gut investierte 30 Minuten, so Moder zum Abschluss der rund einstündigen Diskussionsrunde. Eine große Beteiligung könne auch zeigen, wie wichtig der Tierärzteschaft der Erhalt der GOT ist.

bpt