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Praktikumsberichte

Schnupperpraktikum in Petershausen (09/2018)

Zuerst einmal zu meiner Person, mein Name ist Giulia Scheffold und ich studiere derzeit im 5. Fachsemster, an der Justus–Liebig–Universität in Gießen. Nach dem 2. Semester hatte ich bereits ein Praktikum in einer Gemischtpraxis absolviert. In dieser Praxis bin ich auch zum ersten Mal mit dem Bereich Großtier in Berührung gekommen und hatte dabei sehr viel Spaß. Als ich die Ausschreibung von Vetion vor einem guten halben Jahr gelesen habe, da war ich sofort begeistert. So bot sich die Möglichkeit, in einer anderen Praxis Erfahrungen im Großtierbereich sammeln zu können und zu schauen, ob denn mein erster Eindruck, dass mir die Großtierpraxis gefällt, stimmt. Weil ich vorher noch nie bei etwas gewonnen hatte, malte ich mir nicht allzu große Chancen aus, umso erfreuter war ich, als ich die Nachricht bekam, dass ich gewonnen hatte

Mir wurde ein Kontakt zur Tierarztpraxis Heermann in Petershausen über eine Mitarbeiterin von Vetion vermittelt, sodass ich den Praktikumsablauf mit Herrn Dr. Heermann klären konnte. Die Praxis besteht aus mehreren Tierärzten, mit einem Standort für Kleintiere und der Fahrpraxis für Großtiere. In der Großtierpraxis sind 3 Tierärztinnen und ein Tierarzt tätig. Am 16.09.18 war es dann endlich soweit, ich fuhr in das idyllische Oberbayern und konnte dort eine Woche lang neue praktische und theoretische Kenntnisse erlangen. Dort angekommen wurde ich herzlich empfangen und mir erstmal die Räumlichkeiten gezeigt. In der Praxis befanden sich ein Klappbett, eine Kochnische und eine Dusche, die ich nutzen konnte.

Der Tag startete in der Regel um 8:30, je nach Bedarf der Landwirte auch mal früher oder später. So ein Tag in der Fahrpraxis gestaltete sich sehr abwechslungsreich, von Impfungen, Euterentzündungen, Klauengeschwüren, Trächtigkeitsuntersuchungen, Lungenentzündungen und Nachgeburtsverhalten war alles dabei. Es wurde geplant, in welcher Reihenfolge die Höfe angefahren wurden und ab und zu durfte uns auf unserer Fahrt der Hund des Tierarztes begleiten, wodurch ich im Fußraum was zum Kuscheln hatte, das gefiel mir, dem Hund weniger. Selbst das Wetter hatte es gut mit uns gemeint, in meiner Praktikumswoche herrschten fast durchweg 30°.

Meine Hoffnung, dass auch ich praktisch etwas machen darf, erfüllte sich. Ich durfte unter Anleitung Medikamente in den Muskel und intravenös verabreichen, wobei mir auch immer erklärt wurde, warum ich welches Medikament verwende. Vor der Gabe der Medikamente versuchte ich, das Gewicht der Tiere zu schätzen, um das Medikament nicht über – oder unterzudosieren. Meist lag ich daneben, hier lohnt sich wirklich das Üben.

Bei einer Nachgeburt konnte ich mich darin versuchen, diese abzulösen, ohne Sicht auf die Hand, da die sich in einer Kuh befand, war das gar nicht so einfach. Doch die Tierärztin, die mich an diesem Tag mitnahm, erklärte es mir mit viel Geduld immer wieder aufs Neue.

Noch in der Uni selbst wurde uns nahe gelegt, dass wir versuchen sollten, so viele Tiere wie möglich abzuhören. In meinem Praktikum bekam ich die Gelegenheit, gesunde Lungen, verschleimte und sogar Lungenentzündungen zu hören.

Auch bei Trächtigkeitsuntersuchungen konnte ich Erfahrungen sammeln. Herr Dr. Heermann fühlte quasi rektal in der Kuh vor und erklärte mir hinter her, was wo zu finden war. Nach einiger Zeit bekam ich dann auch eine grobe Orientierung. Das Highlight für mich war, als ich in einer Kuh das Bein eines Kälbchens zu spüren bekam. Dadurch nahm das ganze wabbelig, warme Innere der Kuh Form an, es war ein faszinierendes Gefühl.

Ein weiteres Highlight waren für mich die Alpakas. In Petershausen befindet sich nämlich eine Alpaka–Ranch und zu meinem Glück aber zum Pech des Alpakas hatte eines einen Überbiss, der korrigiert werden musst. Mit Hilfe der Tierbesitzerin fingen wir es ein, wobei das Alpaka Geräusche machte, die ich vorher noch nicht gehört hatte und ich auch ein wenig Angst hatte, angespuckt zu werden, obwohl dafür ja eigentlich die Lamas Spezialisten sind. Das Alpaka hatte Glück, das Zahnwerkzeug gab den Geist auf, sodass das Alpaka noch einmal eine Schonfrist bekam.

Die 5 Tage vergingen wie im Flug, ich konnte sehr viel lernen und Neues probieren. Meine Vorstellung, dass mir die Großtierpraxis Freude bereitet, hat sich an dieser Stelle bestätigt. Es gefällt mir, im Freien zu arbeiten, bei frischer Landluft, mit den Landwirten zu reden, und die verschiedenen Untersuchungen und Krankheiten bieten Abwechslung. Dadurch, dass ich vieles selbst probieren durfte, konnte ich viel zum Umgang und Verhalten mit diesen Tieren erfahren und auch praktisch erste Gelegenheiten nutzen, mich handwerklich voran zu bringen. Das Team der Tierarztpraxis war super freundlich, mittags aßen wir oft zusammen und unterhielten uns. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei dem netten Team und für die liebe Aufnahme bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich werde auf jeden Fall weitere Praktika im Großtierbereich absolvieren.



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Praktikant:

Giulia Scheffold

JLU Gießen

Praxis:


Tierarztpraxis Heermann
Industriering 8
85238 Petershausen
T: 08254 - 1425
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