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Praktikumsberichte

Schnupperpraktikum in der Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Nordenham (03/2015)

Durch eine Initiative von vets4vieh.de habe ich die Möglichkeit bekommen, ein Schnupperpraktikum im Groß- und Nutztierbereich zu absolvieren. Meine Praktikumsstelle sollte die Tierärztliche Gemeinschaftspraxis in Nordenham sein.

Wie mit meinem Ansprechpartner Herrn Dr. Timm abgesprochen, reiste ich bereits am Tag vor meinem ersten Praktikumstag an, unterkommen sollte ich freundlicherweise bei Herrn Dr. Timm und seiner Frau.

Nach einem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen fuhr ich etwas später als Herr Timm zur Praxis, da ich bei der morgendlichen Besprechung, in welcher die anstehenden Termine auf die 5 TierärztInnen verteilt werden, nicht anwesend sein musste.

Los geht der erste Tag mit mehreren kleineren Einsätzen: auf dem Plan steht das Impfen mehrerer Ponys, die Untersuchung einer Stute, die vor kurzem ein Fohlen bekommen hatte sowie das Festnähen eines sogenannten Geburtsmelders bei einer weiteren Stute. Zwischendurch müssen wir spontan zu einem Landwirt, der bei einer seiner Kühe eine relativ stark blutende Wunde über dem Fesselgelenk festgestellt hat, welche genäht und verbunden wurde.

Statt der geplanten Mittagspause steht wenig später schon an meinem  ersten Tag ein größerer Eingriff an: Eine Kuh kann auf Grund einer Gebärmutterverdrehung nicht kalben. Nachdem durch drehen der Kuh über den Rücken nichts zu machen ist, entscheiden sich Tierarzt und Landwirt gemeinsam für einen Kaiserschnitt. Herr Dr. Timm erklärt mir von der Vorbereitung bis zur Operation was er tut und wie das weitere Vorgehen aussieht. Entgegen der Erwartungen kann das Kalb sogar lebend geboren werde, was das Ganze natürlich zu einem umso schöneren Erlebnis macht.

Nachmittags geht es erneut zu ein paar Kühen und Pferden, wovon eines ein dickes Bein hat, welches behandelt wird.

Zum Abschluss des Tages bittet eine Assistenztierärztin aus der Praxis Herrn Timm um Hilfe bei der Geburt eines Kalbes. Als wir jedoch im Stall ankommen, ist das Fohlen bereits auf der Welt.

Am nächsten Vormittag stehen erneut mehrere kleine Fälle an, unter anderem ein Kalb mit einem Darmverschluss, welches trotz recht schlechter Prognose zunächst medikamentös behandelt wurde. Außerdem fahren wir zu einem neugeborenen Fohlen, welches untersucht und versorgt werden soll.
Nach der Mittagspause fahren wir zu einem Pony, das seit längerer Zeit sein ohnehin recht langes Fell nicht wechselt und deshalb Hautprobleme hat. Schnell besteht der Verdacht auf eine Fehlfunktion der

Nebenniere, was nach einem Nachweis durch eine Blutprobe aber medikamentös behandelt werden kann. Außerdem  nehmen wir (ich darf mich auch mal versuchen) Blutproben bei ein paar Kühen eines Landwirts. Der letzte Patient an diesem Tag ist ein Jährlingshengst, bei dem ein Hoden nicht absteigt, weshalb ihm ein Hormonchip unter die Haut gesetzt wird.

Ähnlich geht es auch an meinem dritten Tag weiter: Blutproben nehmen, Trächtigkeitsuntersuchungen bei einigen Kühen sowie Nachkontrollen von in den vorherigen Tagen behandelten Tiere, u.a. eine Kuh, bei der eine Labmagen-OP durchgeführt wurde. Außerdem soll der Verband einer Kuh gewechselt werden, der vor Kurzem eine Klaue amputiert wurde. Mir wird genau erklärt, wie und in welchen Fällen bei Klauenbehandlungen vorgegangen wird.

Der folgende Tag beginnt mit Follikelkontrollen bei drei Stuten, welche besamt werden sollen.  Außerdem besuchen wir eine festliegende Kuh, welche vermutlich von anderen Kühen gestoßen wurde und seitdem nicht mehr aufstehen kann. Ihr wird Kalzium verabreicht, was zunächst wenigstens etwas Besserung hervorruft.
Nachmittags begleite ich eine andere Tierärztin der Praxis zu einigen Terminen. Unter anderem untersuchen wir zwei kranke Kälber: das erste hat Atemprobleme und ist kurzatmig, es soll mit Antibiotika behandelt werden. Ein zweites hat ein dickes Bein, welches allerdings schon von einem anderen Tierarzt behandelt wurde und sich gebessert hat, weshalb nur eine erneute Kontrolle gemacht werden soll und keine weitere Behandlung erfolgt. Außerdem soll ebenfalls eine Nachbehandlung bei einem Pferd mit einem dicken Fuß und verkrusteten Stellen an diesem erfolgen, welchem bereits vor einigen Tagen ein Angussverband angelegt wurde.

Der nächste und leider schon letzte Tag soll noch einmal ganz im Zeichen der Rinderpraxis stehen. Ich begleite erneut einen anderen Tierarzt der Praxis. Vormittags steht zunächst eine für mich sehr interessante Operation  an: ein nach links verlagerter Labmagen soll lediglich durch zwei kleine Einschnitte wieder an der richtigen Stelle festgenäht werden. Außerdem muss bei zwei Geburten geholfen werden, die Kälber können aber in beiden Fällen leider nur tot geboren werden. Ich habe hier trotzdem zum ersten Mal die Möglichkeit, selbst zu versuchen, die Lage des Kalbs in der Mutter zu bestimmen. Außerdem stehen erneut einige Trächtigkeitsuntersuchungen sowie Impfungen bei einigen Kühen an.

Nachmittags fällt neben einer bereits geplanten Labmagen-OP spontan noch eine weitere an. Später soll der Verband bei einem Kalb gewechselt werden, das sich den Fuß gebrochen hat, wobei ich assistieren darf.

Leider werden wir später zu einer Kuh gerufen, die bereits seit einigen Tagen nicht mehr aufstehen kann und deshalb nur noch eingeschläfert werden kann.

Zum Abschluss fahren wir noch zu einem Kalb, das kurzatmig ist und nicht richtig trinkt. Es besteht der Verdacht einer Kehlkopfentzündung.
Und so ist mein Praktikum in Nordenham dann auch in Windeseile vorbeigegangen.

Fazit

Alles in allem eine richtig tolle Woche mit vielen neuen Erfahrungen und Erkenntnissen, für die ich mich bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken möchte!

Jil Dohrmann



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Praktikant:

Jil Dohrmann

aus 3. Semester

Praxis:

Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Nordenham
Fröbelstr. 1
26954 Nordenham
Tel.: 04731 / 23332

Pate:


Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH
Binger Str. 173
D-55216 Ingelheim am Rhein
Telefon: 06132 77 0

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