In vielen Regionen der Welt wird Gentechnik bei Zierfischen eingesetzt, um beispielsweise die Farbe so zu verändern, damit die Fische auffälliger und bunter leuchten. In Europa sind sowohl Haltung als auch Zucht und Vertrieb von gentechnisch veränderten (gv) Fischen lediglich in gentechnischen Anlagen zugelassen.
Bislang wurden in der EU keine Genehmigungen für das Inverkehrbringen von gv Zierfischen wegen der potenziellen ökologischen Risiken ausgestellt. Allerdings ist es nach Informationen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu einer Häufung von gv Aquarienzierfischen in privaten Haltungen gekommen. Mit Hilfe von DNA-Analysen (PCR-Technik) konnte die gentechnische Veränderung belegt werden. Zudem gibt es immer wieder begründete Verdachtsfälle, dass Tiere mit einer bunt leuchtenden Färbung gentechnisch verändert wurden.
Der BVL warnt eindringlich vor dem Kauf von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten (gv) Aquarienzierfischen, wie Zebrabärblinge oder verschiedene Salmlerarten, die auffällig leuchtend gefärbt sind. Das Bundesamt versichert, dass auffällige Aquarienfische ausschließlich auf einer privaten Handelsplattform beziehungsweise im Privatbereich entdeckt wurden, nicht im kommerziellen (Fach-)Tierhandel. Aquarienzierfische können weiterhin unbedenklich im Fachhandel zu gekauft werden.
BVL
Durch den weltweiten Warenverkehr und den globalen Handel sowie das uneingeschränkte Reisen wurden und werden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten absichtlich oder unabsichtlich in neue Länder und Regionen verbracht. Dort siedeln sie sich als gebietsfremde, invasive Arten an, was nicht selten negative Auswirkungen auf andere heimische Arten und Ökosysteme hat. Bekannte Beispiele sind Waschbären, die bodenbrütende Vogelarten und heimische Amphibien gefährden, oder auch Wasserpflanzen aus Gartenteichen, die unter Umständen in einigen Flüssen und Seen Schaden anrichten.
Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, Lebensräume, heimische Arten und Ökosysteme zu schützen (Verordnung (EU) 1143/2014). Unter anderem sollen alle EU-Mitgliedstaaten im Rahmen von Aktionsplänen über die Prävention von invasiven Tieren und Pflanzen aufklären. Der Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V. (BNA) und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) beteiligen sich mit ihrer Expertise zum Heimtiersektor und unterstützen den Aktionsplan der Bundesregierung insbesondere mit Informationsmaterial für Tierhalter, denn viele Heimtiere wie Meerschweinchen, Goldhamster, Prachtfinken, Bartagamen, Leopardgeckos, Rote Neons oder Guppys stammen ursprünglich nicht aus Europa und sind somit gebietsfremde Arten. Allerdings kommen viele aus tropischen und subtropischen Ländern und könnten in den natürlichen klimatischen Verhältnissen Deutschlands nicht überleben. Dennoch sollte auch ein unbeabsichtigtes Einbringen gebietsfremder Arten in die Natur durch vorbeugende geeignete Haltungsstandards vermieden werden.
Daher haben BNA und ZZF umfangreiches Informationsmaterial für beliebte Heimtiergruppen wie Amphibien und Reptilien, Säugetiere, Vögel, Wirbellose und Zierfische sowie für Aquarienpflanzen erstellt. Darin werden einfache Maßnahmen und Verhaltensweisen genannt, um ein Eindringen fremder Heimtierarten in die Natur zu verhindern. So sollte beispeilsweise das Aquarienwasser in der Kanalisation und nicht in offenen Gewässern entsorgt werden. Gartenteiche mit bestimmten Fischen oder Wasserpflanzen können mit Netzen überspannt, Außenvolieren für Vögel oder Kleinsäuger mit Schleusen oder Vorhängen gesichert werden. Zudem helfen beispielsweise Fliegenschutzgitter an Fenstern und Türen, damit Amphibien, Reptilien und Heimvögel nicht aus der Wohnung entweichen.
Die Informationsmaterialien des BNA und ZZF stehen kostenlos auf den Webseiten von BNA und ZZF für den Download zur Verfügung.
ZZF