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CDU fordert Abschussprämie für Waschbären

In Deutschland wird die Waschbärpopulation zunehmend zu einem Problem. Die invasive Art hat hierzulande kaum natürliche Feinde, weshalb sich die Tiere ungestört vermehren. Dies gefährdet auch zunehmend unsere heimische Flora, da die Waschbären als Allesfresser auch Nester plündern oder Amphibien und Reptilien fressen. Außerdem dringen sie häufig in Gebäude ein, beschädigen Dächer oder durchwühlen Mülltonnen.

Die CDU-Fraktion argumentiert deshalb, dass die Jagd auf Waschbären stärker gefördert werden sollte. Als mögliches Vorbild wird eine Prämie für Nutria genannt: Jäger könnten für jedes erlegte Tier Geld bekommen, um die Bejagung effektiver zu machen und die Population zu begrenzen.

Der Vorschlag ist umstritten. Kritiker bezweifeln, dass Abschüsse die Population langfristig verringern, weil sich die Tiere schnell wieder vermehren können. Zudem gibt es auch Ansätze, die ohne Töten auskommen, etwa Programme zum Einfangen und Sterilisieren der Tiere. Die Debatte zeigt mal wieder, wie schwierig der Umgang mit invasiven Arten ist: Auf der einen Seite steht der Schutz der heimischen Ökosysteme, auf der anderen Seite gibt es Bedenken aus Tierschutzsicht gegen eine intensivere Jagd.

Unter anderem um Waschbären und ihre Entnahme aus der Natur geht es auch in dem Kurs Rechtliche Grundlagen zum Umgang mit Wildtieren mit Anwendungsbeispielen (Jagdbares Wild, invasive Arten) auf Myvetlearn.de. Dieser richtet sich an Tierärzt:innen und Tiermedizinische Fachangestellte.

Spiegel

Waschbären nicht unterschätzen

Waschbären gehören zu den nicht-heimischen Wildtieren in Deutschland, die sich in den letzten Jahrzehnten sehr ausgebreitet haben. Immer mehr der sogenannten Neozoen leben inzwischen auch in urbanen Gebieten. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit in Bezug auf die Nahrungssuche konnten sich die Kleinbären in einigen Gebieten stark vermehren. Auch wenn Waschbären von den meisten Menschen als niedlich bezeichnet werden, sind die kleinen Räuber keineswegs zu unterschätzen.

Die bis zu 85 Zentimeter großen Wildtiere greifen Menschen und Haustiere an, wenn sie sich eingeengt oder bedrängt fühlen. Bei einem Biss können die Infektionskrankheit Leptospirose oder der Waschbärenbandwurm übertragen werden, weshalb in dem Fall unbedingt ein:e Ärzt:in aufgesucht werden sollte. Expert:innen appellieren zudem, Waschbären auf keinen Fall zu füttern, und auch Abfälle für die Tiere unzugänglich aufzubewahren, damit sich die Population nicht noch weiter vermehrt. Auch sollten Hausbesitzer:innen geeignete Maßnahmen ergreifen, die verhindern, dass die Kleinbären ins Haus kommen und dort sesshaft werden.

Um Wildtiere in der Tierarztpraxis geht es auch in der gleichnamigen Online-Seminarreihe für Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de. Tiermedizinischen Fachangestellten steht eine separate Online-Reihe zu Wildtieren zur Verfügung.

T-Online

Online-Fortbildungsreihe Wildtiere für Tierärzt:innen

Online-Fortbildungsreihe Wildtiere für TFAs