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Selbstversorgung der Schweiz liegt bei rund 50 Prozent

Statistisch gesehen hat die Schweiz bis zum 9. Juli 2023 bereits alle verfügbaren, selbst produzierten Lebensmittelressourcen aufgebraucht und ist für den Rest des Jahres von Importen aus dem Ausland angewiesen. „Damit belegt die Schweiz Flächen in anderen Ländern und erhöht ihren konsumbedingten ökologischen Fußabdruck“, erklärt der Schweizer Bauernverband (SBV). Der Verband kritisiert besonders den nachlässigen Umgang mit Lebensmitteln, denn rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel enden auf dem Müll.

Die Gründe für die schlechte Selbstversorgung liegen laut dem SBV in der sinkenden Zahl der landwirtschaftlich genutzten Flächen, den klimabedingt steigenden Anbaurisiken und gleichzeitig einer wachsenden Nachfrage infolge Bevölkerungswachstum. Lediglich rund die Hälfte des Lebensmittelbedarfs der Schweizer:innen werde durch die einheimische Landwirtschaft gedeckt, so der SBV weiter. Der Verband fordert daher eine Stärkung der inländischen Lebensmittelproduktion. Gemeinsam mit der IP-SUISSE hat der SBV auf einer Medienkonferenz Vorschläge präsentiert, wie die Schweiz ihre Verantwortung in Bezug auf die nationale und weltweite Ernährungssicherung wahrnehmen kann. Diese beinhaltet neben der Stärkung einer ökologischen, tierfreundlichen Produktion mit Mehrwert bei den Produzentenpreisen auch die Überführung der aktuellen Agrar- in eine umfassende und glaubwürdige Ernährungspolitik. Dabei wiesen sie besonders auf die Notwendigkeit hin, dass alle Stufen der Wertschöpfungskette mitziehen müssten und die Politik auch dem Produktionsaspekt wieder eine höhere Bedeutung beimessen müsste.

„Unter sich verändernden klimatischen Bedingungen und trotz geopolitischen Problemen auf den limitierten Agrarflächen die Produktion so erhöhen, dass die stetig wachsende Nachfrage gedeckt werden kann, ohne dabei die natürlichen Ressourcen zu übernutzen. Kurz gesagt: so umweltfreundlich wie möglich, soviel Essen wie nötig bereitstellen“, betonte SBV-Direktor Martin Rufer. Kühe töten wie in Irland und dann die fehlende Milch und das Fleisch importieren, möge zwar einen kurzfristigen Nutzen bringen, sei aber aus klimatechnischer Sicht keine Lösung. „Um die Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft als Kernstück eines resilienten und nachhaltigen Ernährungssystems zu erhalten, brauchen unsere Bauernfamilien stabile Rahmenbedingungen, längerfristige gesetzliche Planungssicherheit und faire Produzentenpreise“, lautet das Fazit des Direktors.

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