Wasserhygiene für Impferfolg bei ND wesentlich
Die Newcastle Disease (ND) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die aktuell nach 30 Jahren ohne Ausbrüche wieder in den Bundesländern Brandenburg und Bayern grassiert. Das Virus ist hochansteckend und ein Ausbruch hat drastische wirtschaftliche Folgen. Deshalb ist die Impfung gegen die Erkrankung, die in der Regel über das Trinkwasser erfolgt, eine Pflichtimpfung, die regelmäßig bei Hühnern und Puten durchzuführen ist. Geflügelhalter sind angehalten, den Impfschutz zu prüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Für einen erfolgreichen Impfschutz ist aber nicht allein die Impfstoffgabe, sondern auch das begleitende Hygienemanagement maßgeblich, weiß Carola Basmer, Fachberaterin Geflügel. „Wir sehen in Blutuntersuchungen immer wieder unzureichende Impftiter, trotz korrekt durchgeführter Impfmaßnahmen.“
Ein zentraler Schwachpunkt ist laut Basmer die Trinkwasserhygiene, genauer gesagt der Umgang mit Desinfektionsmitteln, da die meisten der erhältlichen Impfstoffe Lebendimpfstoffe sind, also lebende, wenn auch abgeschwächte Viren enthalten. Diese wiederum sind sehr empfindlich.
Viele Betriebe setzen zur Kontrolle von Biofilmen in den Tränkwassersystemen noch immer auf herkömmliche Chlorprodukte. Verbleiben vor der Impfung Chlorreste im Leitungssystem, kann dies zu einer Inaktivierung des Impfstoffes noch im Rohr führen. „Das Tier nimmt zwar Wasser auf, aber keinen wirksamen Impfstoff mehr. Im schlimmsten Fall bleibt der Impfschutz komplett aus“, weiß Basmer.
Um diesen ungewollten Effekt zu vermeiden, müssen die Desinfektionsmaßnahmen rechtzeitig vor der Impfung gestoppt und die Leitungen gründlich gespült werden. „Es reicht nicht, einfach nur den Dosierer abzustellen“, betont Basmer. „Das System muss wirklich frei von Rückständen sein.“ Neben der regelmäßigen und fachgerecht angewendeten Impfung spielen aber auch weitere Biosicherheitsmaßnahmen eine wichtige Rolle. „Biosicherheit ist kein bürokratischer Aufwand, sondern ein wirtschaftlicher Schutzschild für den Betrieb“, fasst Basmer zusammen. Gerade bei der Newcastle Disease zeigt sich, dass nicht die Impfung allein über den Erfolg entscheidet, sondern die Bedingungen, unter denen sie stattfindet.
DGS
Erst Parasitenbehandlung, dann Weideaustrieb
Im Frühjahr heißt es für viele Rinder endlich wieder hinaus auf die Weide. Vor dem Weideaustrieb sollten die Tiere aber noch gegen Parasiten behandelt werden, rät der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT). Eine betriebsindividuelle, gezielte und verantwortungsbewusste Strategie gegen Parasiten sei ein unverzichtbarer Baustein für dauerhaften Erfolg und gesunde Rinder.
Denn Tiergesundheit ist die Voraussetzung für das Wohlbefinden der Tiere, für die Erzeugung sicherer Lebensmittel und für eine ökonomische, nachhaltige und effiziente Produktion. Parasiten wie Würmer, Einzeller und Leberegel schwächen jedoch das Immunsystem, stressen die Tiere und führen oftmals zu langanhaltenden Leistungseinbußen.
Die Parasitenbehandlung zum Frühjahrsaustrieb ist – in Ergänzung zu einem angepassten Weidemanagement – eine der erfolgreichsten Maßnahmen in Rinder haltenden Betrieben. Der Fokus liegt in erster Linie auf Jungrindern sowie trächtigen Färsen. Die Parasitenbelastung lässt sich dadurch dauerhaft senken. Dabei richtet sich die Notwendigkeit von Bekämpfungsmaßnahmen auf der Weide nach der Besatzdichte, dem Jahresverlauf und der Beschaffenheit der Weide. Auch regionale Unterschiede sind zu beachten, wie zum Beispiel beim großen Leberegel. Regelmäßige Untersuchungen von Kotproben der Jungtiere, aber auch Tankmilchuntersuchungen, geben darüber Aufschluss und erleichtern die Wahl der richtigen Behandlungsstrategie.
Im Austausch mit der Tierärztin bzw. dem Tierarzt sollten Rinderhalter:innen prüfen, eine Parasitenbekämpfung zum Weideaustrieb in das betriebsindividuelle Konzept einzubeziehen, zumal wirksame Mittel und Behandlungskonzepte in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.
Zusätzlich sind weidehygienische Maßnahmen als Unterstützung der medikamentösen Bekämpfung aber unverzichtbar, ebenso wie die regelmäßige Reinigung und Desinfektion im Stall. Unter dem Begriff Biosicherheit sind alle Maßnahmen zusammengefasst, die dazu beitragen, die Kontamination der Tierbestände mit Krankheitserregern bzw. die Ausbreitung der Erreger, ausgehend von infizierten Tieren, zu verhindern.
Die Initiativplattform GesundesKalbGesundeKuh.de bietet in kompakter Form einen Startpunkt, um tiefer in fachliche Empfehlungen unterschiedlicher Quellen einzutauchen. Neben dem Modul zur Parasitenkontrolle stehen Module zur Euter-, Kälber-, Stoffwechsel- und Klauengesundheit für Landwirte zur Verfügung.
Mehr zum Thema Biosicherheit in Rinderbeständen finden bestandsbetreuende Tierärzt:innen in Form von Online-Fortbildungen bei Myvetlearn.de
ASP bleibt globale Bedrohung für Schweinehaltung
Seit 2022 sind rund 2,44 Mio. Hausschweine aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) weltweit verendet oder wurden gekeult. Entsprechend bleibt die ASP ein zentrales Risiko für die globale Schweinehaltung.
Wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) angibt, sei Europa mit rund 1,63 Mio. Tieren, gefolgt von Asien (661.000), Afrika (136.000) und Amerika (Dominikanische Republik und Haiti) mit 9.400 Tieren am stärksten betroffen. Asien habe dabei mit 7.500 die meisten Ausbrüche, Europa mit 689.000 die höchsten Fallzahlen. Die Zahl der Ausbrüche bei Hausschweinen beträgt hier 5.360. Neben Hausschweinen waren und sind vor allem Wildschweine betroffen. Insgesamt wurden rund 46.600 Fälle registriert – nahezu vollständig in Europa.
Die WOAH empfiehlt konsequente Maßnahmen wie verbesserte Biosicherheit, funktionierende Frühwarn- und Meldesysteme sowie mehr Sensibilisierung entlang der Wertschöpfungskette.
Agrarheute
Niedersachsen fordert ab 2026 Biosicherheitsmanagementplan
Mit dem Stichtag 1. Januar 2026 müssen Schweine und Geflügel haltende Betriebe – auch Kleinstbetriebe mit wirtschaftlicher Ausrichtung- in Niedersachsen einen Biosicherheitsmanagementplan gemäß dem EU-Tiergesundheitsrechtsakt vorweisen können. Ziel ist es, den Seucheneintrag auf dem Betrieb wirksam zu verhindern und klare betriebsinterne Verfahren zur Seuchenprävention zu dokumentieren.
Entsprechend enthält der Biosicherheitsmanagementplan Regelungen zum Tier-, Personen- und Fahrzeugverkehr, zur Stallhygiene und zum Umgang mit betriebseigener Ausrüstung. Für eine leichtere Aufstellung des Plans haben die Niedersächsische Tierseuchenkasse und das Landvolk Niedersachsen gemeinsam mit weiteren Partnern eine umfassende Arbeitshilfe entwickelt, die u. a. einen Leitfaden, Checklisten sowie ein ausfüllbares Formular beinhaltet. Die zugrunde liegenden Inhalte wurden von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einem offiziellen Konzept zusammengestellt. Die Arbeitshilfe basiert auf den Vorgaben des Niedersächsisches Biosicherheitskonzept für Geflügel haltende Betriebe nach dem EU-Tiergesundheitsrechtsakt“, Stand: 16.07.2025).
Es wird empfohlen, den Biosicherheitsmanagementplan gemeinsam mit einem Tierarzt oder Fachberater aufzustellen. Die Kosten dafür trägt die Tierseuchenkasse.
Kommt es hingegen nach dem 1. Januar 2026 zu einem Ausbruch eines Tierseuche und es liegt kein solcher Biosicherheitsmanagementplan vor, kann es zu Kürzungen bei Entschädigungsleistungen um bis zu 25% kommen. Der Biosicherheitsplan muss außerdem jährlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.
Um Biosicherheitsmaßnahmen in der tierärztlichen Bestandsbetreuung geht es auch in der 9-teiligen Fortbildungsreihe von Myvetlearn.de.
Tierseuchenkasse Niedersachsen
Broschüre zur Biosicherheit in verschiedenen Sprachen
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich seit September 2020 auch in Deutschland aus. Seitdem wurde das Virus bei mehr als 7.300 Wildschweinen nachgewiesen. Zwischen 2021 und 2024 wurden zahlreiche ASP-Ausbrüche in Schweinebetrieben gemeldet. Auch angesichts des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) im Januar 2025 und der Mehrung von Fällen der Newcastle-Disease im benachbarten Polen ist eine konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen und Hygieneregeln für schweinehaltende Betriebe wichtiger denn je. Nur so kann ein Eintrag von Tierseuchen in die Schweinebestände und damit Massentötungen und wirtschaftliche Verluste vermieden werden.
Um Landwirt:innen bei der Schulung ihrer Mitarbeiter:innen zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Broschüre mit dem Titel „Schutz vor Tierseuchen – was Landwirte tun können“ herausgegeben. Das Merkblatt fasst alles Wichtige zur Biosicherheit einfach und anschaulich mit vielen Piktogrammen auf wenigen Seiten verständlich zusammen.
Das Netzwerk Fokus Tierwohl hat die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen in vier Sprachen – Englisch, Rumänisch, Polnisch und Ukrainisch – übersetzt, sodass die Biosicherheitsanforderungen auch für fremdsprachige Mitarbeiter leicht verständlich sind. Die Broschüren können kostenlos heruntergeladen werden.
Tierärzt:innen steht die 8-teilige Online-Fortbildungsreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de zur Verfügung. In allgemeinen und tierartspezifischen Kursen wird fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten (Rind, Schwein, Geflügel, Pferd und Neuweltkameliden) vermittelt. Kurs 4 befasst sich mit der Biosicherheit für Schweinebetriebe. Ein kostenfreies Impulsreferat zur Bedeutung der Maßnahmen dient als Einführung.
Topagrar
ASP-Bekämpfung ist Daueraufgabe
Am vergangenen Mittwoch (15.1.2025) sind die Amtschefinnen und Amtschefs der Agrarressorts für ihre zweitägige Konferenz (ACK) in Berlin zusammengekommen. Ein zentrales Thema der ACK ist die Afrikanische Schweinepest (ASP), die inzwischen in sechs Bundesländern aufgetreten ist. Hessen setzt sich weiterhin bundesweit für eine umfassende und langfristige Strategie zur Bekämpfung der ASP ein. „Wir konnten in den vergangenen Monaten bereits erste Erfolge bei der Eindämmung der Seuche erreichen“, erklärt Staatssekretär Daniel Köfer. „Das Wiederauftreten neuer Fälle zeigt jedoch, dass die ASP-Bekämpfung eine Daueraufgabe ist“, so Köfer weiter.
Sein Land fordert vom Bund daher eine langfristige Strategie zur Bekämpfung der ASP, die eine klare finanzielle Unterstützung durch den Bund beinhaltet, um den Fortbestand der Schweinehaltung in Deutschland zu sichern. Zudem müsse die logistische Unterstützung der Länder verbessert sowie Schutzmaßnahmen und Wartung von Zäunen entlang von Autobahnen und Raststätten regelmäßig durchgeführt werden. Betriebe in den Quarantänezonen benötigen eine besondere Unterstützung, um Existenzverluste und wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Zudem fordert Hessen im Rahmen der ACK die Stärkung der Impfstoffforschung, denn nur so könne eine langfristige Bekämpfung der ASP Erfolge haben.
Mit der regelmäßigen Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben befasst sich auch die 8-teilige Online-Fortbildungsreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de. Diese bietet Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen verschiedener Tierarten. In Kurs 4 der Reihe geht es um Maßnahmen und Hinweise zur Biosicherheit für Schweinebestände.
Landwirtschaft Hessen
ASP-Bekämpfungsmaßnahmen in Italien nicht ausreichend
Im Januar 2022 wurden die ersten Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf dem italienischen Festland nachgewiesen. Mangelhafte Bekämpfungsmaßnahmen haben die Seuche jedoch nicht aufhalten können, kritisiert der Verband der landwirtschaftlichen Erzeuger (Copagri). Die Schweinehalter:innen zeigen sich äußerst unzufrieden mit den bisherigen Bemühungen der Regierung und fordern dringend eine massive Verringerung der Wildschweinpopulation, die Copagri mit mehr als 2 Mio. Tieren beziffert.
Besonders im Norden Italiens kam es in der Vergangenheit immer wieder zu ASP-Ausbrüchen in Schweinehaltungen. Wie der Verband mitteilt, mussten allein in der Provinz Pavia, unweit von Mailand, rund 14.000 Schweine aufgrund der ASP gekeult werden. Der Großteil der 30.000 italienischen Schweinebetriebe befindet sich im Nordosten des Landes. Copagri mahnt, dass die wichtige ökologische Rolle der Wildschweine jedoch auf jeden Fall erhalten bleiben müsse. Es sei aber auch wichtig, den Bestand kompatibel mit der Landwirtschaft zu regulieren. Auch müssten die betroffenen Schweinehalter:innen schneller und unbürokratischer vom Staat entschädigt werden.
„In Erwartung der Einrichtung eines ständigen Arbeitskreises, der das Problem auf synergetische und strukturierte Weise angehen soll, besteht die Priorität darin, die zahlreichen betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe zu entschädigen, aber auch und vor allem die Infektion einzudämmen, und zwar durch die Verstärkung der Biosicherheitsmaßnahmen und die unvermeidliche Keulung der Wildschweine“, fordert der Verband abschließend.
Zur Seuchenprävention gehört auch die regelmäßige Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben. Die 7-teilige Online-Fortbildungsreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen verschiedener Tierarten (Rind, Schwein, Geflügel, Pferd). In Kurs 4 der Reihe geht es um Maßnahmen und Hinweise zur Biosicherheit für Schweinebestände. Ein kostenfreies Impulsreferat zur Bedeutung der Maßnahmen dient als Einführung.
Schweine.Net
ASP-Lage bleibt angespannt
Auch wenn die Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Mecklenburg-Vorpommern zurückgegangen sind und es dort derzeit keine Sperrzonen gibt, ist die Seuchenlage nach wie vor angespannt. Grund dafür ist der weiterhin hohe Seuchendruck im Nachbarland Polen. „Es gibt zahlreiche ASP-Nachweise, die nur wenige hundert Meter von der Landesgrenze entfernt gefunden wurden. Und auch in Brandenburg und Sachsen ist die Seuche nicht getilgt. Im Gegenteil; in Sachsen wurden in den vergangenen 12 Monaten 326 Fälle von ASP – alle beim Schwarzwild – festgestellt, in Brandenburg waren es im selben Zeitraum 432 Fälle. Ein Fall betraf ein Hausschwein“, teilte Agrarstaatssekretärin Elisabeth Aßmann im Rahmen des Forums zur ASP des Landesjagdverbandes in Güstrow mit.
Die Staatssekretärin betonte auch, dass frühzeitige Maßnahmen zur Seuchenprävention Mecklenburg-Vorpommern vor weiteren Ausbrüchen der Tierseuche geschützt haben. Darunter fallen neben dem Bau von insgesamt 120 Kilometer Zaun an der Landesgrenze zu Polen die sogenannte Pürzelprämie und das Zahlen weiterer Aufwandsentschädigungen an die Jägerinnen und Jäger des Landes. „Um all diese und weitere erfolgreiche Maßnahmen im Rahmen der ASP-Prävention und -Bekämpfung nicht zu gefährden, ist es wichtig, in der Aufmerksamkeit nicht nachzulassen. Punkteinträge der Krankheit, wie wir sie in den Landkreisen LUP und LRO hatten, sind auch weiterhin möglich. Und mit Blick auf die Landesaußengrenze bahnt sich weiterhin ein Geschehen über migrierende Wildschweine an. Die Sensibilisierung für „ASP“ mit allen dazugehörigen Facetten einschließlich der Früherkennung darf nicht nachlassen,“ mahnte Aßmann.
Zur Seuchenprävention gehört auch die regelmäßige Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben. Die 7-teilige Online-Fortbildungsreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzten in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen verschiedener Tierarten (Rind, Schwein, Geflügel, Pferd). Im Kurs 4 der Reihe geht es um Maßnahmen und Hinweise zur Biosicherheit für Schweinebestände, die von Dr. Harlizius (u.a. FTA für Schweine, Mitglied im BTK-Ausschuss für Schweine) vorgestellt werden. Ein kostenfreies Impulsreferat zur Bedeutung der Maßnahmen dient als Einführung.
Regierung MVP
Frankreich intensiviert Kampf gegen die ASP
Mit einem überarbeiteten Aktionsplan wird Frankreich den Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) verstärken. Zu den Schutzmaßnahmen gehören verbindliche Audits, mehr staatliche Kontrollen und eine Kommunikationskampagne sowie die Sensibilisierung der Zollverwaltung und die Reduzierung des Schwarzwildbestandes. Ziel des Landwirtschaftsministeriums ist es auch, die Biosicherheit in schweinehaltenden Betrieben zu erhöhen, um einer weiteren Ausbreitung der Tierseuche entgegenzuwirken, wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtet.
Seit 2024 sind Audits verpflichtend, denen eine entsprechende Branchenvereinbarung zu Grunde liegt. Die Schweinehalter:innen sollen im Rahmen einer Kommunikationskampagne über die genauen Details informiert werden. Die Ergebnisse der Audits sollen unter anderem den zuständigen Tierärzt:innen zugänglich gemacht werden.
Um das Risiko der ASP-Ausbreitung zu verringern, sollen auch die staatlichen Kontrollen in den Betrieben intensiviert werden. Zudem ist geplant, die Schweinehalter:innen in Frankreich durch landesweite Anlaufstellen bei der Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen zu unterstützen.
Auch in 2024 bietet Myvetlearn.de Tierärztinnen und Tierärzten die E-Learningreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung als Online-Fortbildung an. In Kurs 4 geht Dr. Harlizius (u.a. FTA für Schweine, Mitglied im BTK-Ausschuss für Schweine) auf Maßnahmen und Hinweise zur Biosicherheit in Schweinebeständen ein.
ISN
Erster ASP-Ausbruch in Schweden
In Schweden ist es erstmals zu einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gekommen. Wie das Nationale Veterinärinstitut des Landes (SVA) mitteilte, seien seit dem 25. August 2023 sieben verendete Wildschweine südöstlich der mittelschwedischen Stadt Fagersta, rund 145 Kilometer von Stockholm entfernt, aufgefunden worden. Nachdem das ASP-Virus bei einem der Wildschweinkadaver nachgewiesen wurde, sollen nun weitere Proben untersucht werden.
Entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen seien eingeleitet worden, unter anderen die intensive Suche nach weiteren Wildschweinkadavern. Schweinehalter:innen sind aufgerufen, ihre Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten und eine auffallend hohe Mortalität unter ihren Tieren mitzuteilen. Noch sei die Eintragsursache unklar, heißt es von Seiten des SVA. Karl Ståhl, Epidemiologe des Instituts, geht jedoch davon aus, dass die Seuche über menschliche Aktivitäten in das betroffene Gebiet eingeschleppt wurde.
Um die Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung geht es auch in der 7-teiligen E-Learning-Kursreihe auf Myvetlearn.de.
SVA
ISN
Mortellarosche Krankheit konsequent behandeln
Die Digitale Dermatitis (DD), auch als Mortellarosche Krankheit bekannt, ist eine infektiöse Erkrankung der Klaue und kommt in vielen Beständen vor. Bakterien dringen in die Haut ein, wenn die Hautbarriere geschwächt ist, vermehren sich dort und verursachen Läsionen von wenigen Millimeter bis hin zu Geschwüren in Münz- bis Kinderfaustgröße. In einem einjährigen Praxisversuch haben Tierärzt:innen auf zwei Betrieben die Schäden einerseits mit einer zweimaligen wöchentlichen Waschung der Klauen behandelt. In der anderen Versuchsgruppe wurden die Klauen zusätzlich mit einem Klauenpflegeprodukt eingesprüht, das hautpflegend wirken, einen Schutzfilm auf der Haut ausbilden und zudem auf die Haut treffendes Ammoniak binden soll. Zudem untersuchten Tierärzt:innen einmal monatlich alle Gliedmaßen im Melkstand bzw. am Fressgitter und dokumentierten die Ergebnisse.
Es zeigte sich, dass sich lediglich durch die konsequente Behandlung zu Versuchsbeginn die Anzahl der akuten, offenen Läsionen in beiden Betrieben reduzierte. In dem Betrieb, in dem zusätzlich das Klauenpflegeprodukt eingesetzt wurde, kam es jedoch zu weniger Reinfektionen. Die Tierärzt:innen fanden auch immer weniger chronisch verbleibende leichte Hyperkeratosen. Die Kontrollfüße der gleichen Kühe zeigten dagegen deutliche Läsionen, die immer wieder bei den Klauenpflegemaßnahmen behandelt werden mussten.
Der Praxisversuch konnte belegen, dass eine Kombination aus Klauenpflege, Nachkontrolle, regelmäßiger Anwendung eines Klauenpflegeproduktes und Stallhygiene den größten Erfolg im Kampf gegen die DD bringen kann. Um sich gegen die Mortellarosche Krankheit zu schützen, werden zudem neben einem ansprechenden Kuhkomfort und einer verbesserten Stallhygiene auch Biosicherheitsmaßnahmen wie den zeitweiligen Verzicht auf Tierzukauf und das Tragen von Schutzkleidung empfohlen.
Die 7-teilige Online-Fortbildungsreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de bietet Nutztierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen verschiedener Tierarten (Rind, Schwein, Geflügel, Pferd). Ein kostenfreies Impulsreferat zur Bedeutung der Maßnahmen dient als Einführung.
Topagrar
E-Learningreihe Biosicherheit auf Myvetlearn.de
Geflügelpestimpfungen mit Überwachungsstrategien erfolgversprechend
Die Geflügelpest hat sich innerhalb der letzten Jahre zu einer Panzootie bei Wildvögeln entwickelt. Fast weltweit kommt es inzwischen im Laufe des gesamten Jahres zu Infektionen mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus (HPAIV) des Subtyps H5. Um Infektionen in Nutztierbeständen zu vermeiden, scheint eine Impfung das Mittel der Wahl zu sein. Jedoch weisen Wissenschaftler:innen auf die Notwendigkeit hin, dass Impfungen nur in Verbindung mit Überwachungsstrategien einen wirklichen Erfolg aufweisen können. Diese Strategien sollten auf die epidemiologische Situation eines Landes und die Art des verwendeten Impfstoffs zugeschnitten sein sowie sorgfältig geplant und durchgeführt werden, wie in der aktuellen Ausgabe von „Biologicals“ nachzulesen ist.
Nach Untersuchungen des internationalen Forscherteams sollten dabei mehrere Ebenen geeigneter Überwachungsmethoden sinnvoll kombiniert werden, um eine Impfung mit Nulltoleranz für Infektionen zu erreichen. Diese beinhalten neben Biosicherheitsmaßnahmen und einer kontinuierlichen Bewertung der Impfschutzes auch eine angemessene Überwachung geimpfter Bestände sowie die Typisierung nachgewiesener Feldvirusstämme. Die passive Überwachung (d. h. virologische Analysen von erkranktem oder verendetem Geflügel) bleibt zur Früherkennung eines Impfversagens von Bedeutung, da unzureichend geschützte, infizierte Impfbestände klinische Anzeichen einer Infektion zeigen.
Nutztierpraktiker:innen finden auf Myvetlearn.de die siebenteilige E-Learning-Kursreihe „Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung“. Bei Buchung eines der Kurse 2 bis 7 ist zusätzlich Kurs 1 (Definition und Eintragswege in Bestände) kostenfrei in der Buchung enthalten.
FLI
E-Learning Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung
Risiko der ASP-Einschleppung wächst während der Reisezeit
Hessen ist bislang von Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben. Doch das Risiko einer Viruseinschleppung ist während der Hauptreisezeit im Sommer besonders hoch. Aus diesem Grund weist das Landwirtschaftsministerium Hessen erneut eindringlich auf die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen hin.
Reiserückkehrer:innen aus ASP-Hochrisikogebieten wie Italien, Griechenland, Kroatien, Polen, Rumänien und Ungarn sind angehalten, mitgebrachte Lebensmittelreste sicher zu entsorgen. In der Natur achtlos entsorgte Speisereste, beispielsweise bei Pausen an Autobahnen, Landstraßen oder Wanderwegen, können von Wildschweinen gefressen werden und so die ASP-Verbreitung fördern. Das Ministerium bittet daher alle Bürger:innen, Speisereste nur in verschließbaren Müllbehältern zu entsorgen und diese auf keinen Fall in der Natur zurückzulassen. Zudem sollten Schweinehalter:innen die gesetzlich vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt einhalten, um ihre Tiere vor einer Infektion mit dem Virus der ASP zu schützen. So dürfen keine Fleisch- oder Wurstwaren in die Betrieb gelangen bzw. an die Schweine verfüttert werden.
Auch der E-Learning-Kurs 4 der 7-teiligen E-Learningreihe Biosicherheit zeigt Maßnahmen und Hinweise zur Biosicherheit für Schweinebestände auf, die von Dr. Harlizius (u.a. FTA für Schweine, Mitglied im BTK-Ausschuss für Schweine) vorgestellt werden. Bei Buchung dieses Kurses erhalten die Kursteilnehmenden zusätzlich den Kurs 1: Definition und Eintragswege in Bestände kostenfrei dazu.
Umweltministerium Hessen
Vetion-Fokusthema: Afrikanische Schweinepest
E-Learningreihe Biosicherheit auf Myvetlearn.de
Neue Geflügelpest-Fälle bei Wildvögeln in Brandenburg
Trotz der inzwischen hohen Temepraturen und der anhaltenden Trockenheit kommt die Geflügelpestsaison zu keinem Ende. In den vergangenen Tagen ist die Aviäre Influenza (AI) bei toten Flussseeschwalben und Lachmöwen in den Landkreisen Havelland, Potsdam-Mittelmark und Spree-Neiße festgestellt worden, wie das Land Brandenburg mitteilt. Die positiven Proben von insgesamt 37 Tieren hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) jetzt bestätigt. Erst im Mai 2023 hatte das FLI seine Risikoeinschätzung zur Geflügelpest in Brutkolonien von Küstenvögeln und Möwen innerhalb Deutschlands als hoch eingestuft. Ebenso ist das Risiko von Einträgen in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln gestiegen, wie das FLI erklärte.
„Oberste Priorität muss der Schutz der Tiere in Geflügelhaltungen vor Ansteckung haben. Die Krankheit ist hoch ansteckend. Deshalb ist es wichtig, alle Geflügelbestände, auch kleine Haltungen, vor einer Infektion zu schützen. Die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen – allgemeine Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen – müssen von allen Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter konsequent eingehalten werden. Da das Virus deutschland- und europaweit weitflächig in der Wildvogelpopulation auftritt, ist es zur Vermeidung von Ansteckung besonders wichtig, jeden direkten oder indirekten Kontakt von gehaltenem Geflügel mit Wildvögeln soweit wie möglich auszuschließen. Auch der Personenverkehr auf den Höfen sollte möglichst eingeschränkt werden“, lautet der Appell von Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher.
So müsse das zuständige Veterinäramt bei einem Verdacht auf Geflügelpest in einer Geflügelhaltung unmittelbar informiert werden. Die Ministerin warnte zudem vor dem Berühren toter Vögel in freier Wildbahn. Auch wenn bislang keine Erkrankungsfälle beim Menschen in Deutschland aufgetreten seien und ebenso das Risiko für Hunde und Katzensich mit dem Vidus zu infizieren, als sehr gering anzusehen ist, könnten sie Vogelgrippe-Viren durch Verschleppung toter Wildvögel verbreitet werden, so Nonnemacher.
Mehr Wissen und konkrete Maßnahmenempfehlungen zur Umsetzung der geforderten Biosicherheit in den Betrieben finden Tierärzt:innen in der E-Learning-Kursreihe „Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung“ auf Myvetlearn.de. Darin geht es um den Schutz von Nutztierhaltungen vor dem Eintrag von infektiösen Erregern. Da die tierärztliche Bestandsbetreuung auch eine kontinuierliche Beratung und Betreuung hinsichtlich eines planmäßigen und vorbeugenden Tiergesundheits- und Hygienemanagements umfasst, tragen diese Empfehlungen letztlich auch zur tierärztlichen Vorbild- und Sachverständigenfunktion bei. In dem Kurs 5 gibt Dr. Ahlers (u. a. FTÄ für Geflügel und Mitglied im BTK-Ausschuss Geflügel) spezielle Informationen für die tierärztliche Praxis zur Biosicherheit in Geflügelbeständen.
Land Brandenburg
Biosicherheit in Geflügelbeständen auf Myvetlearn.de
Vetion-Fokusthema Aviäre Influenza/Geflügelpest