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Hersteller von Fleisch- und Milchersatzprodukten unter Druck

Immer mehr Menschen in Europa verzichten auf den Verzehr tierischer Produkte. Dadurch hat sich das Angebot von Fleisch- und Milchersatzprodukten in den letzten Jahren stetig vergrößert. Laut Medieninformationen macht Oatly seit seinem Börsengang im Jahr 2021 allerdings große Verluste. In der vergangenen Woche lag der Wert der Aktie des weltweit agierenden schwedischen Hafermilchherstellers gerade noch bei knapp 2 Dollar. Das sind fast 90 Prozent weniger als zum Börsenstart. Auch wenn der Nettoumsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres gestiegen ist, ging die verkaufte Menge um -3,7 % zurück. „Wir glauben, dass der Markt für das haferbasierte Segment weiter von Bedeutung ist“, erklärt Brian Holland, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters TD Cowen. „Laut unserer Analyse wird Oatly vor allem durch Kapazitätsbeschränkungen in Mitleidenschaft gezogen. Da in den nächsten Monaten mehr Produktionsmengen online gehen, dürfte sich das auf Umsatz, Marktanteil und Gewinn entsprechend auswirken.“

Auch der Hersteller von Fleischersatzprodukten, Beyond Meat, kämpft aktuell ums Überleben. Im Jahr 2019 startete das Unternehmen seinen Börsengang mit 25 US-Dollar pro Aktie. Nach einer zeitweisen Steigerung auf 235 US-Dollar, notiert die Aktie aktuell nur noch bei 13 USD. Die Aussichten für Beyond Meat und andere Hersteller von Ersatzprodukten scheinen im Moment alles andere als gut zu sein. Gründe für den Börsenabsturz sehen Analysten unter anderem an dem, vergleichbar zu echtem Fleisch, sehr hohen Preis. Nach den Recherchen des „Good Food Institute“ ist sein Rindfleischersatz in den USA doppelt so teuer wie echtes Rindfleisch, während Schweine- und Hühnerersatzprodukte dreimal bzw. viermal so teuer sind wie ihre Äquivalente, berichten die Analysten von Motley Fool. „Die schlechten Margen sind ein schwer zu behebendes Problem, da die Produkte von Beyond Meat bereits mit einem erheblichen Aufschlag gegenüber echtem Rindfleisch gehandelt werden“, sagen die Analysten. Es besteht also weniger Spielraum für Preiserhöhungen zur Steigerung der Margen. Um ein Scheitern zu vermeiden, versucht das Unternehmen, die hohen Kosten durch Kostensenkungsmaßnahmen, einschließlich Entlassungen, wieder in Einklang zu bringen. Als Folge wurden in 2022 hunderte Mitarbeiter entlassen.

Prof. Nick Lin-Hi (Universität Vechta) vertritt die Meinung, dass Hybridprodukte wie Fleisch aus Pflanzen langfristig nicht funktionieren werden. Stattdessen sagt der Wirtschaftsethiker voraus, dass In-Vitro-Fleisch unausweichlich bei der zukünftigen Ernährung ist und das klassisch erzeugte Fleisch schon bald ablösen könnte.

Agrarheute

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