Mit dem Frühling steigt die Wahrscheinlichkeit, ein vermeintlich hilfsbedürftiges Wildtier zu entdecken, sei es ein hilfloses Jungtier oder ein verletztes Tier. Doch wie kann man sicher sein, eingreifen zu müssen? Um Tierfreunden in solchen Situationen zu helfen, hat die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) die kostenlose App „Wildtier-SOS“ entwickelt. Sie unterstützt Menschen dabei, schnell einzuschätzen, ob ein Wildtier tatsächlich Hilfe braucht oder ob sein Verhalten ganz natürlich ist.
Die App stellt Nutzer:innen wenige einfache Fragen zur Situation und zum gefundenen Tier. Anhand der Antworten hilft sie dabei, die Tierart oder zumindest die Tiergruppe einzugrenzen und erklärt, wie man sich richtig verhält. So lässt sich zum Beispiel klären, ob ein scheinbar allein gelassenes Rehkitz wirklich in Not ist oder ob seine Mutter wahrscheinlich bald zurückkehrt – in vielen Fällen wäre ein Eingreifen sogar schädlich.
Wenn tatsächlich Hilfe nötig ist, zeigt die App passende Anlaufstellen in der Nähe an, etwa Wildtierstationen, Tierkliniken, Behörden oder Notdienste wie Polizei und Feuerwehr. Dadurch können Tiere schneller fachgerecht versorgt werden, und Menschen wissen sofort, an wen sie sich wenden können. Gleichzeitig trägt die App dazu bei, unnötige Eingriffe in die Natur zu vermeiden, denn gut gemeinte Rettungsversuche können Wildtiere stressen oder sogar ganze Populationen beeinträchtigen.
Das Projekt wurde mit rund 250.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und steht kostenlos für Android und iOS zur Verfügung. Ziel ist es, Tierfreunden eine einfache Orientierung zu geben – damit echte Notfälle schneller Hilfe bekommen und Wildtiere möglichst ungestört in ihrer natürlichen Umgebung bleiben können.




