Deutschland gilt zwar seit mehr als 22 Jahren offiziell als frei von der Aujeszkyschen Krankheit (AK) bei Hausschweinen, jedoch zirkuliert das Virus weiterhin in der Wildschweinpopulation. Die infizierten Tiere zeigen in der Regel jedoch keine Krankheitsanzeichen, bleiben aber lebenslang Virusträger. Das Virus verbleibt in den Nervenzellen und kann unter Stessbedingungen reaktiviert und ausgeschieden werden.
Insbesondere Jagdhunde können sich durch direkten Kontakt mit dem Virus anstecken. Eine Infektion verläuft qualvoll und endet immer tödlich. Auch das Verfüttern von rohem Wildschweinfleisch oder Aufbruchmaterial kann zu einer Ansteckung führen. Da es keine Impfung gibt, sollten Jäger:innen ihre Hunde konsequent vor dem Kontakt mit Schwarzwild schützen, erklärte Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, anlässlich des AK-Nachweises bei vier Jagdhunden in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Norwestmecklenburg kurz vor Weihnachten.
Bei insgesamt 230 Blutproben von Wildschweinen aus dem betroffenen Landkreis Ludwigslust-Parchim konnte das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) bei 26 Tieren Antikörper gegen die AK im Blut nachweisen, was einem Anteil von 11,3 Prozent entspricht. Auch wenn der festgestellte Anteil im Bereich früherer Untersuchungen liegt, bittet das Ministerium Jagdausübungsberechtigte und Hundehalter:innen um erhöhte Aufmerksamkeit und die konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen.
„Die aktuellen Untersuchungsergebnisse zeigen, dass wir es mit einer bekannten und seit Jahren beobachteten Situation zu tun haben. Dennoch nehmen wir jeden Nachweis sehr ernst“, so der Minister.




