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Rotfüchse werden intensiv gejagt

02.02.2026

Nach Informationen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) wurden im vergangenen Jahr rund 467.000 Jägerinnen und Jäger gezählt. Das entspricht einer Zunahme von mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 1996. An der Spitze liegt Nordrhein-Westfalen mit 100.000 Jäger:innen, gefolgt von Bayern und Niedersachsen. Auch Schleswig-Holstein vermeldet einen Zuwachs, hier sind mehr als 22.600 Menschen Inhaber eines Jagdscheines.

Um die Population der Raubtiere in Deutschland zu kontrollieren, finden einmal im Jahr die Raubwildwochen statt, bei denen unter anderem invasive Arten wie Marderhund oder Waschbär verstärkt gejagt werden. Außerdem steht der Rotfuchs im Fokus der Jäger:innen. Die sogenannten Fuchswochen sollen den Bestand regulieren sowie Krankheiten bekämpfen, heißt es von Seiten des Landwirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein. Durch das Töten von tausenden Raubtieren soll die Biodiversität geschützt werden. Nagetiere, Vögel und Jungtiere stehen auf dem Speiseplan der Füchse, die so gut wie keine natürlichen Feinde haben.

Zudem sei der Fuchs Überträger zahlreicher Krankheiten, wie Staupe, Räude und des Fuchsbandwurmes. Nach Einschätzung des Ministeriums tragen die Fuchswochen dazu bei, das Risiko solcher Erkrankungen zu reduzieren. Kritik an der Intensivjagd gibt es vom Naturschutzbund NABU, der argumentiert, dass die Bestände auf diese Art nicht reduziert würden.

„Selbst in den 1960er- bis 1980er-Jahren, als zur Tollwutbekämpfung Füchse bis zum Geht-nicht-mehr bejagt und die Bauten begast wurden, hat man zwar die Population herunterdrücken, aber doch nicht so weit wie gewünscht minimieren können“, erklärt Fritz Heydemann, stellv. Landesvorsitzender des NABU. Würden dominante Füchse getötet, rückten oft revierlose Jungtiere nach, was zu einer höheren Fuchsdichte führen könnte. Während auch die Tierrechtsorganisation PETA speziell das Argument der Krankheitsübertragung als nicht relevant ansieht, bewerten Umweltverbände die intensive Fuchsbejagung differenziert.

So befürworten diese die Jagd zumindest in ausgewiesenen Küsten- und Wiesenvogelschutzgebieten, da Füchse und andere Prädatoren in diesen Regionen ein massives Problem für Bodenbrüter darstellen, so der BUND: „Sylt ist durch den Fuchs inzwischen praktisch frei von Bodenbrütern, während Amrum noch über 10.000 Paare Küstenvögel beherbergt.“

NDR