In Brasilien soll es massive Missstände beim Einsatz von Antibiotika und Hormonen in der Rindermast geben. Das berichtet das Irish Farmers Journal. Woraufhin der Irische Bauernverband (IFA) einen sofortigen Stopp des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten fordert mit der Begründung, dass europäische Standards offenbar nicht eingehalten werden.
Demnach würde die Abgabe von Antibiotika und Hormonpräparaten für die Rindfleischerzeugung in Brasilien weitgehend unkontrolliert erfolgen. Wie aus dem Bericht hervorgeht, war es den Journalisten vor Ort jederzeit und an unterschiedlichen Orten möglich, sich im Landhandel mit verschreibungspflichtigen Antibiotika zu versorgen – das alles ohne irgendeine Art von Dokument oder Identitätsnachweis. Die Abgabe der Präparate erfolgte zudem ohne Barcodes auf der Flasche oder der Verpackung, also ohne Mengenerfassung. Die Journalisten weisen in ihrer Recherche darauf hin, dass eigentlich sämtliche bei den Testkäufen erworbene Tierarzneimittel ein Rezept und veterinärmedizinische Begleitung erforderten. Stattdessen seien ihnen mehrfach sogar größere Mengen als gefordert vom Landhandel angeboten worden.
Das alles erkläre auch das erschreckende Ausmaß, mit dem Antibiotika in vor Ort besuchten Rinderbetrieben eingesetzt wurden. Wie die Journalisten schreiben, waren auf allen besuchten Betrieben spezielle Futterautomaten im Einsatz, mit denen den Tieren eine Mischung von Mineralstoffen und dem Antibiotikum Monensin angeboten wurde. In der EU ist der Einsatz des Wirkstoffs als Leistungssteigerer seit 2006 verboten!
Beschaffungsversuche von Hormonen wie beisspielsweise Östradiol durch die Journalisten vor Ort waren ebenfalls erfolgreich.




