Am vergangenen Freitag (16.01.2026) ist die Jubiläumsausgabe der Grünen Woche in Berlin an den Start gegangen. Noch bis zum 25. Januar feiert die in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau führende internationale Veranstaltung ihren 100. Geburtstag.
Traditionell hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) kurz vor der offiziellen Eröffnung zum Neujahrsempfang geladen. In seiner Begrüßungsrede wies bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder auf die große Bedeutung des Schutzes von Lebensmittelketten hin. Sowohl für die nationale Sicherheit als auch für die Volkswirtschaft habe die Tiergesundheit – sowohl in der Lebensmittelproduktion und -sicherheit als auch für Haustiere und ihre Besitzer- eine große Relevanz, so Moder. Der bpt-Präsident appellierte daher an die anwesenden Zuhörer:innen, u.a. Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leiter der Abteilung 3 „Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit“ im BMLEH und den für Tiergesundheit zuständigen Berichterstatter der CDU-Bundestagsfraktion, MdB Dieter Stier, neben der Gesundheit des Menschen auch die Tiergesundheit als kritische Infrastruktur zu betrachten und in die Krisenprävention einzubeziehen.
In seiner Rede wies Moder zudem auf die in diesem Jahr anstehende GOT-Evaluierung hin. Diese könne belegen, dass die angestrebte Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes durch die damalige Ampel-Regierung zur Schaffung günstiger Arbeitsbedingungen und Stabilisierung einer flächendeckenden Notdienstversorgung verbessert wurde. Weiterhin stellte der Präsident sich klar gegen eine Abschaffung der GOT, die aktuell unter einigen politischen Parteien diskutiert wird, da ein fallendes Preisniveau mit diesem Schritt nicht zu erwarten sei. Wie in anderen EU-Ländern zu erkennen ist, wäre die Versorgung gerade auf dem Land dann gefährdet und ließe die Preise eher explodieren lassen, so Moder.
Bürokratieabbau schneller voranbringen
Zum Abschluss seiner Begrüßungsrede erneuerte Moder seine Forderung nach einem Abbau überflüssiger Bürokratie, die nicht schnell genug voranschreite. Er verwies auf die bereits im letzten Sommer an den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer überreichten zehn konkreten bpt-Vorschläge, um kurzfristig mehr Zeit am Tier zu erreichen. Neben der Verlängerung des Kontrollintervalls bei den tierärztlichen Hausapotheken und der Verdopplung des Schulungsintervalls für die Röntgenfortbildung fordert der bpt auch die Veränderung ses Bewertungssystems beim Antibiotikamonitoring. Ohne die passenden Rahmenbedingungen, werde es zunehmend schwierig werden, die tierärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten, so Moder.




