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Massenkeulungen in Sibirien deuten auf MKS-Ausbruch hin – Behörden dementieren

20.03.2026

Die russischen Behörden haben die Massenkeulung von Vieh angeordnet im sibirischen Nowosibirsk angeordnet. Der vermeintliche Grund: Fälle von Tollwut und Pasteurellose. Die fünf Bezirke Bagansky, Kupinsky, Cherepanovsky, Ordynsky und Karasuksky wurden unter Quarantäne gestellt.

Nach Informationen von Anwohner:innen erfolgten die Tötungen auch von gesunden Tieren ohne tierärztliche Untersuchungen und ohne ordnungsgemäße Genehmigungen. Offiziell werde lediglich von einer angeblich besonders gefährlichen Krankheit gewarnt. Die Landwirt:innen, die an der offiziellen Darstellung der Behörden zweifeln,  fürchten um ihre Existenz.

Zur Eindämmung dieser nicht weiter benannten Krankheit hat die Regionalregierung nun den Notstand ausgerufen, um auch eine „effektive Koordination der Maßnahmen“ zu ermöglichen und die Bewegung von Tieren einzuschränken, wie Landwirtschaftsminister Andrej Schindelow erklärt.

Der Widerstand gegen die drastischen Maßnahmen und die mangelnde Kommunikation unter den Tierhaltenden wächst täglich und lässt die Menschen auf die Straße gehen. So sollen Bewohner:innen Fahrzeuge blockiert haben, die zur Tötung der Tiere eingesetzt wurden. Auch soll es zu Konfrontationen mit Polizei und Behörden gekommen sein. Die Bäuer:innen zweifeln an der Darstellung von Behördenseite, denn sowohl Tollwut als auch Pasteurellose erfordern keine flächendeckende Tötung ganzer Tierbestände.

Die durchgeführten Maßnahmen haben eher den Anschein, dass es sich um Ausbrüche der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche (MKS) handelt. Diese würde tatsächlich eine Tötung aller Tiere im Umkreis eines Ausbruchs erfordern. Hinweise darauf sehen Kritiker:innen unter anderem auch darin, dass auch Kamele getötet wurden – Tiere, die als Paarhufer ebenfalls für die MKS empfänglich sind. Die Behörden bestreiten jedoch einen MKS-Ausbruch. Ein möglicher Vertuschungsgrund könnten jedoch Handelsbeschränkungen sein. Kasachstan und Belarus sollen allerdings schon Importstopps aus Teilen Sibiriens verhängt haben.

Die Behörden reagieren bislang vor allem mit Druck: Neben Festnahmen wird laut dem Nachrichtenportal auch von Einschüchterungsversuchen der Landwirt:innen berichtet.

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