Die Regierung Großbritanniens verstärkt die Bekämpfung von Fettleibigkeit bei Kindern. So ist zu Anfang vergangener Woche (05.01.2026) ein Erlass in Kraft getreten, der TV-Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke zwischen 5.30 und 21 Uhr verbietet. Im Internet ist Werbung für Produkte wie beispielweise zuckerhaltige Frühstückscerealien, Energydrinks, Süßigkeiten, Chips, Muffins und gezuckerte Joghurts komplett untersagt worden.
„Wir wollen so die gesunde Wahl für Eltern und Kinder zur einfachen Wahl machen“, betonte Gesundheitsstaatssekretärin Ashley Dalton. Das britische Gesundheitsministerium beruft sich auf Studien, die den Zusammenhang zwischen Werbung und Kalorienzufuhr belegen konnten. Demnach seien rund 22 % der Kinder zu Beginn der Grundschulzeit von Übergewicht oder Fettleibigkeit betroffen. Der Anteil der Kinder steige bis zum Ende der Grundschule sogar auf über 35 %. Zu den häufigsten Gründen für einen Krankenhausaufenthalt der 5- bis 9-Jährigen zählt das Ministerium indes Karies.
Die im Jahr 2018 eingeführte Zuckersteuer auf gesüßte Softdrinks sowie die Erweiterung auf Milchshakes und fertige Kaffeegetränke hätten bereits dazu geführt, dass die Ernährungsindustrie mittlerweile gesündere Produkte designt.
Vor allem Kinder sollen dadurch weniger beeinflusst werden, erklärte Gesundheitsminister Wes Streeting im Parlament. Fettleibigkeit raube Kindern den bestmöglichen Start, treffe die Ärmsten am härtesten und setze sie einem Leben voller Gesundheitsprobleme aus. Das Ministerium erhofft sich durch das neue Werbeverbot 20.000 weniger Fälle von Fettleibigkeit, was wiederum eine Ersparnis in Höhe von umgerechnet zwei Milliarden Euro Behandlungskosten bedeuten würde.




