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Bewegungsbedürfnis von Welpen keinesfalls einschränken

17.02.2026

Um das Risiko für erblich bedingte Gelenkerkrankungen wie zum Beispiel Ellbogen (ED)- und Hüftdysplasie (HD) sowie Osteochondrose zu reduzieren, geben Hundezüchter:innen häufiger den Rat, Welpen und Junghunde unter Berücksichtigung eines limitierten Bewegungsplanes aufzuziehen. Ein Zusammenhang zwischen restriktiver Bewegung in den ersten Lebensmonaten eines Hundes und dem Auftreten von Gelenkerkrankungen wurde jedoch aus wissenschaftlicher Sicht bislang nicht nachgewiesen.

Die Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Verhaltensmedizin (STVV) und der Schweizerische Verband für Tierphysiotherapie (SVTPT) haben in Kooperation mit dem Kleintierchirurgie-Spezialisten Dr. Daniel Koch eine neue Faktenlage zur Pathogenese von Wachstumserkrankungen veröffentlicht. Das Positionspapier basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Publikationen.

So zeigen Studien finnischer Forschenden mit jungen Beagles, dass die höchsten Glykosaminglykangehalte, die härtesten Gelenkoberflächen und damit die beste Knorpelzusammensetzung bei moderater Laufleistung erreicht wurde, während die schlechtesten Werte bei Nichtaktivität entstanden. Die Untersuchungen ergaben auch, dass sogar extrem lange Laufbandzeiten zu überraschend wenig Knorpelabbau und kaum Arthrose führten.

Neben der wichtigen Mineralisierung des Skeletts und der Belastung der Wachstumsfugen für die korrekte Entwicklung der Gelenke, sei eine vielfältige und abwechslungsreiche Bewegung auch nötig für die Hirnentwicklung, heißt es weiter im Positionspapier. Zudem würden motorische Fähigkeiten und die emotionale Belastbarkeit, aber auch Sozialkompetenz und Frustrationstoleranz gefördert. Expert:innen raten daher, das Bewegungsbedürfnis von Welpen und Junghunden keinesfalls einzuschränken. Restriktive Empfehlungen für die Bewegung hätten keine wissenschaftliche Basis und seien überholt.

STVV