Auf der griechischen Insel Lesbos gibt es einen bestätigten Ausbruch der hochansteckenden und anzeigepflichtigen Maul- und Klauenseuche (MKS). Der Ausbruch wurde in einem Rinderzuchtbetrieb im nordöstlichen Teil der Insel, in der Region Pelopi, festgestellt, wie Agrobite berichtet.
Die zuständigen griechischen Behörden haben schnell gehandelt und strenge Kontrollmaßnahmen am und rund um den Ausbruchsort angeordnet. Sämtliche Exporte von Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine sowie von deren Produkten und Verarbeitungsprodukten wurden gestoppt.
Dieser Ausbruch auf Lesbos zeigt, dass die Bedrohung durch die MKS in der Region wächst. Denn zuvor war am 20. Februar 2026 auf Zypern im Bezirk Larnaca ein MKS-Ausbruch festgestellt worden. Dort wurde der Virus-Serotyp SAT1 nachgewiesen, der normalerweise in Nordafrika, Asien und der Türkei vorkommt. Der auf Lesbos nachgewiesene Virus-Serotyp wird derzeit im Labor getestet.
Für Reisende auf Zypern wie lesbos bedeutet das, jeden Kontakt zu Nutz- und Wildtieren zu vermeiden, keine Viehzuchtbetriebe, Märkte oder Ausstellungen zu besuchen und auf keinen Fall tierische Produkte (Fleisch, Milch, Käse usw.) im persönlichen Gepäck auszuführen.
Aber nicht nur in Südeuropa breitet sich das Virus aus. Auch in Deutschland gab es Anfang Januar 2025 einen MKS-Fall bei Wasserbüffeln in Brandenburg. In Deutschland konnte das Virus rasch getilgt werden und es gilt wieder der Status „MKS-frei ohne Impfung“. Anschließend breitete sich das Virus in Ungarn aus. Seit Sommer 2025 gibt es auch in verschiedenen Regionen Südafrikas immer wieder MKS-Ausbrüche.
Deutschland und Südafrika wollen nun gemeinsam den Kampf gegen die MKD angehen. Dafür hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer mit seinem südafrikanischen Amtskollegen John Steenhuisen eine sogenannte Joint Declaration of Intent unterzeichnet. Ziel der gemeinsamen Absichtserklärung ist der fachliche Austausch sowie die Stärkung der Bekämpfung- und Präventionsmöglichkeiten der Tierseuche.
„Die Auswirkungen eines Tierseuchenausbruchs trifft jede Agrar- und Lebensmittelwirtschaft hart. Nur mit sorgfältig geplanten Präventionsmaßnahmen und einer entschlossenen Bekämpfung lassen sich die Auswirkungen begrenzen“, betonte Rainer. „Von einer vertieften Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika profitieren beide Länder. Deutschland kann wertvolle Erfahrungen weitergeben und gleichzeitig zeigen, dass regionale Ausbrüche nicht zwangsläufig zu einem jahrelangen Importstopp führen müssen. Die Vereinbarung ist für unsere exportorientierte Agrar- und Lebensmittelwirtschaft ein wichtiges Signal.“
Die Kooperationspartner wollen einen weiteren Fokus auf die Unterstützung der Betriebe im Bereich der Biosicherheit legen. Auch bei der Diagnostik und praktikable Monitoringsysteme werden die Länder eng zusammen arbeiten.




