ASP erfordert dauerhaftes und pragmatisches Seuchenmanagement
Auch wenn sich das Seuchengeschehen bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland etwas beruhigt hat, bleibt die ASP eine langfristige Herausforderung. Das verdeutlichen neben mehr als 500 positiv getesteten Wildschweinen in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen auch neue Funde in Brandenburg. Ende Juli 2026 wurde die ASP bei einem tot aufgefundenen Wildschwein in der Uckermark bestätigt. Bei weiteren fünf Tieren besteht ebenfalls der Verdacht auf eine Infektion.
Aufgrund der aktuellen Funde hat die Kreisverwaltung Uckermark die Tierseuchenallgemeinverfügung geändert. Demnach gelten nun für weitere Teilgebiete der bisherigen Sperrzone II verschärfte Maßnahmen. So gilt für die landwirtschaftlichen Flächen innerhalb des Bereiches ein Bewirtschaftungsverbot und das Jagdverbot wird auf das neue Gesamtgebiet ausgedehnt. Hunde sind unbedingt an der Leine zu führen und die Tore des Schutzzauns zu schließen, teilt der Landkreis auf seiner Internetseite mit.
Weiterhin appellieren die Behörden an die landwirtschaftlichen Betriebe, Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten. Bis zu der möglichen Einführung eines Impfstoffs blieben Prävention und ein schnelles Eingreifen die wirksamsten Mittel. Wie der Umgang mit der Geflügelpest zeigt, wird auch bei der ASP ein dauerhaftes und pragmatisches Seuchenmanagement erforderlich sein.
Auf Myvetlearn.de können sich Tierärztinnen und Tierärztinnen in der neunteiligen E-Learningreihe „Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung“ online fortbilden. Kurs 4 befasst sich mit der Betreuung von Schweinebeständen.
Landkreis Uckermark
BRS
Baden-Württemberg erhöht Zuschuss für Nestentfernungen der Asiatischen Hornisse
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich seit mehreren Jahren in Deutschland aus. Inzwischen hat sich die invasive Art in mehreren Bundesländer angesiedelt und gilt dort bereits als etablierte Art. Problematisch sind die Hornissen für Bienenvölker, da diese besonders im Spätsommer gezielt Honigbienen jagen und dadurch komplette Bienenvölker schwächen können.
Baden-Württemberg plant, stärker gegen die Ausbreitung vorzugehen und hat die Erhöhung der Förderung bei Nestentfernungen beschlossen. Damit möchte das Land auch im Herbst den Anreiz für die Nestentfernung hoch halten. Während der Zuschuss bis einschließlich August 60 Euro je entferntem Nest beträgt, wird die Pauschale ab September auf 200 Euro erhöht. So sollen auch die sogenannten Sekundärnester, die meist schwer zugänglich sind, entfernt werden.
„Die Asiatische Hornisse ist eine invasive Art, die für die Imkerei, den Obst- und Weinbau zunehmend zur Gefahr wird. Die weitere Verbreitung müssen wir deshalb so weit wie möglich eindämmen. Entscheidend dafür ist die konsequente und möglichst frühzeitige Entfernung ihrer Nester. Deshalb passen wir die Förderpauschale für die Nestentfernung an und weiten die Förderung jetzt auch auf die Sekundärnester aus“, erklärt Sarah Schweizer, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat. Die Bezuschussung der Entnahme von Nestern richtet sich an qualifizierte und bei der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim registrierte Nestentferner:innen oder Schädlingsbekämpfer:innen.
Ministerium Baden-Württemberg
Erster Tollwutnachweis bei Fledermaus seit 2010
Erstmals seit 16 Jahren ist bei einer Fledermaus in Rheinland-Pfalz die Tollwut nachgewiesen worden. Wie das Landesuntersuchungsamt mitteilt, gibt es aber lediglich ein sehr geringes Infektionsrisiko, da in der Regel kein Kontakt zu den scheuen und nachtaktiven Fledermäusen besteht. Nur bei einem direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, wie etwa durch Kratz- oder Bissverletzungen, sei eine Ansteckung möglich.
Wer Fledermäuse nicht anfasst und gebotenen Abstand hält, habe praktisch kein Ansteckungsrisiko, so das Landesuntersuchungsamt. Grundsätzlich sei der aktuelle Tollwut-Nachweis nicht außergewöhnlich, da eine Infektion immer wieder in Deutschland beobachtet werde.
So wird empfohlen, geschwächte, verletzte, scheinbar tote oder sich auffällig verhaltende Fledermäuse niemals ungeschützt angefasst und aufgenommen werden sollten. Da das Risko einer Einschleppung durch illegale Tiertransporte bestehe, sollten Halter:innen ihre Hunde und Katzen gegen Tollwut impfen lassen. Eine Infektion mit dem Virus endet immer letal.
Proplanta
Keine Einschleppung neuer Tierseuchen in die Schweiz
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in der Schweiz (BLV) hat den Bericht zur Überwachung und Früherkennung von Tierseuchen 2025 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass im vergangenen Jahr keine neuen Tierseuchen in die Alpenrepublik eingeschleppt worden sind. Grundsätzlich sei der Gesundheitszustand der Schweizer Nutztiere gut, heißt es von Seiten der Bundesbehörde weiter.
Um Tierbestände und die öffentliche Gesundheit im Land zu schützen, überwacht die Schweiz Tierseuchen nicht erst bei Krankheitsfällen oder konkretem Verdacht. Ergänzt wird die laufende Überwachung durch die Früherkennung. „Nur wenn Daten und Informationen rasch erfasst, untersucht und weitergegeben werden, können Tierseuchen früh erkannt und wirksam bekämpft werden“, betont das BLV.
Rund 377.000 Untersuchungen zu insgesamt 70 meldepflichtigen Tierseuchen und Zoonosen sind nach Angaben des BLV in 2025 im Rahmen der Überwachung in der ganzen Schweiz durchgeführt worden. Neben den im Land bereits auftretenden Tierseuchen, wie der Blauzungenkrankheit und der Moderhinke, wurde besonders die Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) überwacht. Alle 456 untersuchten Proben waren jedoch negativ. Auch die nationalen Früherkennungsprogramme zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen, zum Kleinen Beutenkäfer und zur Tuberkulose bei Rotwild haben keine Hinweise auf eine Einschleppung ins Land ergeben.
Da sich das reglement zum Melden von Tierseuchen geändert hat, finden Tierärzt:innen bei Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung zur neuen Meldeverordnung. Am 14.9.2026 findet um 19:00 Uhr ein entsprechendes Live-Seminar kostenfrei statt, das aufgezeichnet wird, so dass die Fortbildung auch langfristig zur Verfügung steht.
BLV
Schweizerbauer
Campylobacter immer häufiger resistent
Campylobacter-Bakterien entwickeln sich zunehmend zu einem Problem für Geflügelhaltende auf der ganzen Welt. Stämme des Erreger, die ursprünglich in Wildvogelpopulationen zirkulierten, konnten sich in den vergangenen Jahren in kommerziellen Geflügelbeständen ausbreiten. Das geht aus einer neuen Studie des Ineos Oxford Institute for Antimicrobial Research hervor. Demnach nehmen auch die Resistenzen der Campylobacter-Bakterien gegen Antibiotika zu. Wie die Forschenden erklären, können sich die Stämme an das Leben im Geflügel anpassen und dabei Eigenschaften entwickeln, die ihr Überleben unter widrigen Bedingungen sichern.
Nach Meinung der beteiligten Wissenschaftler:innen haben die ursprünglich von Wildvögeln stammenden Bakterienstämme dauerhaft in den weltweit massiv zugenommenen Geflügelbeständen ideale Bedingungen für die Ausbreitung und Vermischung des Bakteriums sowie für die Entwicklung neuer, das Überleben begünstigender Eigenschaften gefunden haben. Dabei können riesige, dicht gedrängte Hühnerbestände als ökologische „Erreger-Schwämme“ fungieren, die Bakterienstämme aus verschiedensten Quellen aufnehmen und vermehren.
Campylobacter ist weltweit die häufigste bakterielle Ursache für Durchfallerkrankungen. Die Behandlung solcher Infektionen wird durch die Zunahme der antimikrobiellen Resistenzen (AMR) erschwert.
„Die industrielle Tierhaltung hat einen der größten Lebensräume für Tiere auf unserem Planeten geschaffen. Unsere Ergebnisse liefern neue Belege dafür, dass vom Menschen verursachte Umweltveränderungen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten begünstigen können“, erklären die Studienautor:innen. „Mit dem Wachstum der Hühnerbestände haben Bakterien, die zuvor weitgehend auf Wildvögel beschränkt waren, weitaus mehr Gelegenheiten erhalten, in Geflügelbestände einzudringen, sich dort auszubreiten und dauerhaft zu etablieren. Das Verständnis dieser evolutionären Folgen ist entscheidend, wenn wir künftige Risiken durch Zoonosen und antimikrobielle Resistenzen verringern wollen.“
Agrarheute
Pflanzenfresser sollen Landschaften widerstandfähiger gegen Waldbrände machen
Verheerende Waldbrände haben in zahlreichen europäischen Ländern für enorme Verwüstung gesorgt. Besonders schwere und teilweise unkontrollierbare Feuer haben in diesem Jahr in Frankreich und Spanien zu massenhaften Evakuierungen geführt. Aber auch Portugal, Griechenland, Zypern, Süditalien, die Türkei, die Ukraine und Teile Großbritanniens waren oder sind betroffen.
Nach Informationen des französischen Innenministers Laurent Nuñez haben die Brände seit Beginn des Jahres 119.000 Hektar Wald in seinem Land verwüstet. Weitgehend eingedämmt sind die Brände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo, wie auf dem Portal „Incendios España“ zu lesen ist. Demnach seien die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen in Spanien inzwischen aufgehoben.
Insgesamt haben die Waldbrände in Europa ein dramatisches Ausmaß erlangt. Die EU verfolgt daher einen neuen Ansatz gegen zukünftige Waldbrände. Neben einer feuerresistenten Vegetation und grünen Brandschneisen sollen Rinder, Pferde und Wisente als Brandschützer eingesetzt werden. Durch ihr Fressverhalten könnte neben der Reduzierung des Brandrisikos so auch die Artenvielfalt gefördert werden. Die Weidetiere halten die Vegetation kurz und verringern damit die Menge an leicht brennbarem Material, wodurch sich Brände langsamer ausbreiten können.
Während die Europäische Umweltagentur davon überzeugt ist, dass Wälder auf diesem Weg langfristig widerstandsfähiger gegen Feuer sein könnten, kritisieren Gegner, dass große Renaturierungsprojekte häufig ohne ausreichende Beteiligung der betroffenen ländlichen Bevölkerung umgesetzt würden.
Agrarheute
Handelsblatt
ASP erreicht Finnland
Finnland hat erstmals einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gemeldet. Das Virus wurde bei drei tot aufgefundenen Frischlingen nahe der Grenzstadt Vaalimaa im Osten des Landes festgestellt. Nach Informationen der finnischen Lebensmittelbehörde Ruokavirasto stehe eine Bestätigung des Ergebnisses durch das EU-Referenzlabor in Spanien derzeit noch aus. Um das Ausmaß des Seuchengeschehens im Schwarzwildbestand zu bestimmen und eine weitere Ausbreitung des Virus in andere Regionen Finnlands zu verhindern, sei eine Infektionszone um den Fundort eingerichtet worden.
Agrarheute
Forschende entdecken übertragbare Krebsart bei Welsen
Im Lake Memphremagog, einem ca. 95–102 km² großen See, der sich über Vermont (USA) und Quebec (Kanada) erstreckt, sind annähernd ein Drittel der dort lebenden Katzenwelse (Ameiurus nebulosus) an schwarzem Hautkrebs erkrankt. Forschende der University of Vermont sind in einer Studie der Ursache nachgegangen und haben Genom der Katzenwelse und ihrer Tumore analysiert. Sie konnten belegen, dass der Krebs von Fisch zu Fisch übertragen wird und nicht aus den körpereigenen Zellen der jeweiligen Fische entstanden sind. Die Melanome scheinen sich wie ein Parasit auszubreiten. „Hunderttausende genetischer Varianten kommen in den Tumorproben gemeinsam vor, fehlen jedoch bei den Wirtsfischen, was das bei herkömmlichen Krebsarten beobachtete Ausmaß bei weitem übersteigt“, berichtet das Team.
Da vor allem größere, ältere Welse im Laichalter von den Tumoren betroffen sind, könnte ein möglicher Ansteckungsweg durch gegenseitiges Berührungen beim Laichen sein, so die Forschenden. Auch könnten sich Krebszellen im Sediment des Sees befinden und so die am Grund lebenden Welse bei Kontakt infizieren. Die Wissenschaftler:innen vermuten ebenfalls einen Zusammenhang zwischen hohen Arsenkonzentrationen im Boden rings um den Lake Memphremagog sowie benachbarten Seen und den erkrankten Fischen. Denn auch in den Tumorzellen fanden die Forschenden erhöhte Arsenwerte. Untersuchungen zu dem genauen Ursprung laufen noch.
„Es könnte sein, dass übertragbare Krebserkrankungen gar nicht so selten sind wie gedacht. Möglicherweise sehen wir viele Fälle einfach nicht, weil wir nicht danach suchen“, erklärt die an der Studie beteiligte US-Wissenschaftlerin Julie Dragon. Diese Forschungslücke möchte die Forscherin mit ihrem Team in Zukunft füllen – und damit auch Einblicke in die Krebsbiologie gewinnen. „Indem wir untersuchen, wie Krebserkrankungen außerhalb ihres ursprünglichen Wirts überleben und sich ausbreiten, können wir viel darüber lernen, was Krebserkrankungen in Schach hält – und was passiert, wenn diese Grenzen zusammenbrechen“, so Dragon. „Diese Fische bieten die Gelegenheit, die Evolution von Krebs zu erforschen.“
Wissenschaft.de
Erster HPAI-Nachweis in Neuseeland
Die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) des Typs H5N1 sorgt weiterhin in zahlreichen Regionen der Welt für massive Tierverluste. Das sich seit sechs Jahren ausbreitende Virus wurde nun erstmals in Neuseeland nachgewiesen. Ein an einem Strand nahe Wellington tot aufgefundener Braunen Skua wurde positiv auf H5N1 getestet. Auch wenn bislang kein Nutzgeflügel von der Seuche betroffen ist, ruft Andrew Hoggard, Minister für Biosicherheit, Geflügelhaltende zur besonderen Wachsamkeit auf und mahnt dringend zur Einhaltung der Biosicherheitsstandards. Auch in Anbetracht dessen, dass sich das H5N1-Virus nach dem ersten Auftreten im Juni 2026 in Australien weiter unter Wildvögeln ausbreitet. Insgesamt registrierten die Behörden bisher sieben Ausbrüche an sechs Standorten.
In Nepal und Vietnam hat das Seuchengeschehen stark angezogen. Seit März dieses Jahres ist die Zahl der infizierten Geflügelbestände in Nepal auf rund 90 gestiegen, während in Vietnam sich die Zahl der HPAI-Ausbrüche in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres in den Geflügelbeständen annähernd vervierfacht hat. Nach offiziellen Informationen sind 50 Ausbrüche in 15 Provinzen und Städten registriert worden. Die Gesamtzahl des Geflügels, das infolge der Ausbrüche verendete oder gekeult wurde, stieg im Jahresvergleich um das 7,7-Fache auf fast 240.000 Tiere an. Sowohl in Kambodscha als auch auf dem chinesischen Festland meldeten die Behörden weitere Infektionen bei Menschen. Hingegen hat sich die HPAI-Lage in Japan und Südkorea entspannt.
Topagrar
Artenvielfalt und Ernährungssicherheit in der EU in Gefahr
135 führende Forschende aus Ökologie, Ökonomie, Politikwissenschaft und Umweltrecht sehen Biodiversität and Ernährungssicherheit in Europa gefährdet. Der Hauptgrund liegt nach Meinung der Wissenschaftler:innen in politischen, sich widersprechenden Regelungen: die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und die Biodiversitätsstrategie 2030. Einige EU-Bestimmungen zielen darauf ab, die Natur zu erhalten, andere jedoch fördern die intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden.
In einem Strategiepapier fordern die Expert:innen nun eine einheitliche Linie von der Politik, um den Rückgang von Bienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern aufzuhalten und das Management von Bestäubern zu fördern. Laut der Autor:innen, unter ihnen Professor Ingolf Steffan-Dewenter und Jie Zhang vom Lehrstuhl für Zoologie III (Tierökologie und Tropenbiologie) am Biozentrum der Universität Würzburg, wäre ein fortlaufender Insektenschwund folgenschwer, sowohl in gesundheitlicher als auch finanzieller Hinsicht.„Wir müssen uns klar machen, dass Insektenschutz eine notwendige Investition in unsere eigene Zukunft ist“, erklärt Steffan-Dewenter. „Es geht um den Erhalt grundlegender Voraussetzungen für eine stabile Gesellschaft, gesunde Ernährung und intakte Ökosysteme. Untätigkeit können wir uns nicht erlauben.“
80 bis 90 Prozent aller Wildpflanzen und 75 Prozent der wichtigsten Nutzpflanzen brauchen für die Bestäubung die Hilfe von Insekten. Ohne sie gäbe es kaum Obst, Gemüse und Nüsse. Schon heute fehlen weltweit drei bis fünf Prozent der Nahrungspflanzen, weil es in vielen Regionen nicht mehr genug Bestäuber gibt.
Die Verfasser:innen des Strategiepapiers plädieren daher für einen zeitnahen Systemwechsel. Die Politik müsse sich weiter in die Richtung entwickeln, dass sie Biodiversität als integralen Bestandteil gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Resilienz begreift. Zudem sei es dringend notwendig, dass die Lücke zwischen wissenschaftlichem Wissen und politischem Handeln geschlossen werde.
IDW
App vermittelt umfassendes Wissen zu Wildtieren
Viele junge Wildtiere landen als vermeintliche Notfälle in Tierkliniken und -praxen. Doch in den meisten Fällen sind die Jungtiere gar nicht hilfsbedürftig, erklärt Prof. Dr. Michael Pees von der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Sie wären besser in ihrer natürlichen Umgebung aufgehoben gewesen.
Damit hilfsbereite Menschen besser erkennen, welche Tiere wirklich tierärztliche Hilfe benötigen, hat ein Team der TiHo die App „Wildtier SOS“ entwickelt. Die KI-gestützte App bietet Finder:innen eine schnelle und fundierte Entscheidungshilfe. Mit Hilfe von Beispiel-Bildern und -Videos sowie einer hilfreichen SOS-Funktion, lassen sich unnötige Eingriffe in die Natur vermeiden.
„Jetzt geht das ganz praktisch mit der neuen KI-Integration. Per Foto kann die App in kürzester Zeit die Tierart erkennen, was Laien besonders bei Jungtieren schwer fallen kann“, so der Klinikleiter. Zudem finden die User:innen wichtige Hinweise zu gesetzlichen Vorgaben, Zoonosen und dem Schutzstatus des Tieres.
„Die App Wildtier SOS ist ein digitaler Meilenstein für den Tier- und Artenschutz in Deutschland“, fasst Professor Dr. Michael Pees zusammen. „Sie vermittelt wertvolles Wissen über die Wildtiere in unserer Umgebung, erkennt, ob ein Tier Hilfe benötigt, leitet Finderinnen und Finder bei der Erstversorgung an und unterstützt dabei, die richtigen Anlaufstellen in der Nähe zu finden.“
Um besser auf Wildtierpatienten vorbereitet zu sein, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de mit einer vierteiligen Wildtierreihe online fortbilden. Für Tiermedizinische Fachangestellte steht eine separate Reihe zur Verfügung.
TiHo
Sommerhitze sorgt für viele Wildtiere in der tierärztlichen Praxis
Der Sommer hat Deutschland fest im Griff. Laut Wetterprognosen kündigt sich bereits die dritte Hitzewelle in diesem Jahr mit Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke an.
Auch für Wildtiere bedeuten diese Extremtemperaturen eine große Herausforderung. Schon während der letzten Hitzeperiode im Juni wurden Hunderte Tiere in der Wildtierklinik der Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen abgegeben, die damit an ihre Grenzen kommt. Wie aus einem Instagram-Post zu entnehmen ist, wurden dort allein an einem Tag 180 Tiere aufgenommen und 508 Telefonate geführt.
Besonders häufige Patienten sind Mauersegler und Schwalben. Die Jungvögel springen nicht selten aus Panik in die Tiefe und können sich dabei schwer verletzen. Ein zusätzliches Problem sind Aufnahmestopps von Wildtierstationen und Pflegestellen, die sich im Normalfall um die weitere Versorgung der Tiere kümmern. Nur dem außergewöhnlichen Einsatz von Mitarbeitenden, Studierenden, Praktikanten sowie Freiwilligen ist zu verdanken, dass bislang alle Wildtiere behandelt werden konnten. Sollte aber das Aufkommen weiter auf diesem Niveau bleiben, sehe man sich gezwungen, ernsthaft zu prüfen, wie lange eine weitere Aufnahme von Tieren noch möglich sei, so die JLU.
Um auch auf Wildtierpatienten vorbereitet zu sein, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de mit einer vierteiligen Wildtierreihe online weiterbilden. Für Tiermedizinische Fachangestellte steht eine separate Reihe zur Verfügung.
Gießener Allgemeine
Meerestiere reagieren mit Größenveränderung auf Erderwärmung
Die Erderwärmung führt dazu, dass Meerestiere stetig schrumpfen. Bereits seit Hunderten Millionen Jahren ist der sogenannte „Lilliput-Effekt“ eine Reaktion auf Umweltkrisen. Laut einer Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) nimmt die Körpergröße der Meeresbewohner in starken globalen Erwärmungsphasen jedoch besonders ab.
Gemeinsam mit Forschenden der Universitäten Warschau und Lille haben die FAU-Wissenschaftler:innen annähernd 9.000 Größenänderungen aus fossilen, historischen und modernen Untersuchungen analysiert und die Größenveränderungen der Tiere über einen Zeitraum von rund 450 Millionen Jahren verglichen.
„Unsere Daten belegen, dass die Abnahme der Körpergröße eine allgemeine Reaktion von Meerestieren auf Umweltkrisen ist“, sagt Dr. Paulina Nätscher, frühere Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Paläoumwelt an der FAU und Erstautorin der Studie. „Wir beobachten dieses Phänomen in sehr unterschiedlichen Tiergruppen, von Zwergwuchs in einzelnen Arten bis hin zu einer Dominanz kleinerer Arten in ganzen Lebensgemeinschaften. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Ökosysteme unter Stress stehen.“
Ein Zusammenhang mit der Temperaturentwicklung sei klar erkennbar, wie auch Professor Wolfgang Kießling, Leiter des Lehrstuhls für Paläoumwelt an der FAU, ausführt: „Je stärker die Temperatur steigt, desto ausgeprägter ist der Rückgang der Körpergröße. Die Erdgeschichte liefert damit ein deutliches Warnsignal für die Zukunft der Ozeane.“ Das Schrumpfen der Meerestiere sei keineswegs ein kurzfristiges Phänomen, sondern folge einem langfristigen Muster, lautet das Fazit der Studie. Setzt sich die globale Erwärmung fort, könnten kleinere Körpergrößen in den Weltmeeren zunehmend zur Regel werden – mit weitreichenden Folgen für Nahrungsketten und Fischerei.
FAU
Risiko für ASP-Eintrag in Schweinehaltungen steigt im Sommer
In den kommenden drei Monaten steigt das Risko für Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das haben retrospektive Untersuchungen in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten ergeben. Demnach könnte das Risiko der ASP-Einträge in den Sommermonaten um bis zu 50% steigen. Das hessische Landwirtschaftsministerium mahnt daher die weiterhin konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen an.
Neben der Virusübertragung von Tier zu Tier sowie über kontaminierte Materialien wird unter Expert:innen zunehmend eine mögliche Rolle blutsaugender Insekten wie Fliegen, Gnitzen oder Bremsen im Sommerinfektionsgeschehen diskutiert. Unter natürlichen Bedingungen konnte die epidemiologische Bedeutung dieses Übertragungsweges zwar bislang nicht nachgewiesen werden, jedoch haben Studien gezeigt, dass die orale Aufnahme von ASP-Virus tragenden Wadenstechern (Stomoxys calcitrans) oder Bremsen (Tabanidae) bei Hausschweinen eine Infektion auslösen könnte. Da Bremsen größere Flugdistanzen zurücklegen können, werden die Insekten als potenzielle Eintragsquelle für das ASP-Virus in Schweinehaltungen diskutiert. Das könnte auch den Anstieg von ASP-Ausbrüchen in den Sommermonaten erklären.
Das Hessische Landwirtschaftsministerium appelliert daher an alle Schweinehalter:innen in ASP-Restriktionsgebieten, ihre Bestände insbesondere während der Sommermonate vorsorglich auch vor stechenden und blutsaugenden Insekten zu schützen. Daher ist im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten ein besonderes Augenmerk auf die Reduzierung der Brutstätten, die Minimierung der Eintragsquellen sowie die konsequente Bekämpfung mit geeigneten Maßnahmen zu legen.
Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die neunteilige Online-Seminarreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 4 befasst sich mit der Biosicherheit in Schweinebeständen.
Landwirtschaftsministerium Hessen
HPAI erstmals in Honduras
In Honduras ist erstmals die hochpathogener Aviärer Influenza (HPAI) in einem Nutzgeflügelbetrieb aufgetreten. Betroffen ist ein Zuchtbetrieb in Santa Bárbara mit mehr als 42.000 Tieren, von denen 2.800 Tiere an dem Virus verstarben. Die verbliebenen Tiere wurden nach Anordnung der Tiergesundheitsbehörden gekeult. Als weitere Maßnahme wurden 89.900 Küken sowie annähernd 316.000 Bruteier in einer angeschlossenen Brüterei vernichtet.
Der Nationale Dienst für Agrar- und Lebensmittelsicherheit Honduras (SENASA) verstärkte die Überwachung von Geflügelbetrieben, Hinterhofhaltungen und Wildvogelpopulationen. Zudem verschärfte die Behörde die Meldepflichten für Verdachtsfälle.
Nach Angaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) wurde das HPAI-Virus auch bei Schwarzgeiern in dem mittelamerikanischen Staat nachgewiesen. In der Region Comayagua starben 156 Tiere, in Copán weitere 126 Tiere infolge der Infektion.
Geflügelnews
Menschgemachte Faktoren lassen wandernde Tiere vom Weg abkommen
Laut einem aktuellen UN-Bericht ist gut jede vierte wandernde Tierart bedroht, bei fast 50% der Arten sind Bestandrückgänge zu beobachten. Über Wochen machte der Buckelwal Timmy Schlagzeilen, der in der Ostsee gestrandet war und nach einer umstrittenen Rettungsaktion letztendlich tot vor der dänischen Insel Anholt aufgefunden wurde.
Einem Bericht der RiffReporter ist zu entnehmen, dass die Wahrscheinlichkeit solcher tierischen Irrwege steigt, wenn sich Lebensräume verändern, Beute verschwindet, Barrieren entstehen oder technische Reize natürliche Signale überlagern. Denn die wandernden Tiere orientieren sich unter anderem an ökologischen Gesetzmäßigkeiten wie Jahreszeiten und Nahrung sowie offenen Korridoren und Rastplätzen. Einige dieser Gesetze verlieren gerade ihre Gültigkeit. Denn der Mensch bringt die Tiere zunehmend vom Kurs ab.
Durch die steigende Erderwärmung, veränderte Meeresströmungen und Fischerei verlagern sich die Verbreitungsgebiete der Fischschwärme, denen die Tiere folgen. So landen unter anderem Wale in Gebieten wie der Ostsee, die kein offenes Jagdrevier, sondern eine Sackgasse aus Untiefen, Küsten, Schiffsrouten und begrenzten Ausweichmöglichkeiten bildet.
Erst am vergangenen Samstag war ein weiterer Buckelwal gefilmt worden, der sich in Richtung Ostsee bewegte. Einem Meeresbiologen zufolge deutet die helle Färbung des Rückens darauf hin, dass das Tier „massive Hautprobleme“ hat. Der Experte stellte außerdem fest: „Wenn sich das Tier wie berichtet immer sehr nah an der Oberfläche aufhält, deutet das auf jeden Fall auf Schwäche hin.“ Der Meeresbiologe Carl Kinze vom Dänischen Naturhistorischen Museum erklärte nach Sichtung des Videomaterials, dass die helle Hautoberfläche des mutmaßlichen Buckelwals seltsam aussehe: „Das kann an einem Pilzbefall liegen, aber auch an einem ganz natürlichen Bewuchs mit Seepocken.“
Neben Walen sind auch Meeresschildkröten und Zugvögel bei ihren Wanderungen durch menschgemachte Einflüsse gefährdet, ihre Orientierung zu verlieren. So krabbeln frisch geschlüpfte Jungtiere krabbeln statt ins schützende Meer häufig landeinwärts, da sie von hell erleuchteten Hotels, Straßen oder Strandbars angezogen werden. In der Nacht leuchtende Städte beispielsweise stören massiv die instinktive Navigation von Zugvögeln. Künstliches Licht kann Vögel anziehen, ihre Flughöhe verändern, sie kreisen lassen oder in gefährliche Räume lenken.
Tagesspiegel
NRW schreibt Tierschutzpreis 2026 aus
Das Land Nordrhein-Westfalen hat den Tierschutzpreis 2026 ausgerufen. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis wird durch die Landestierschutzbeauftragte Dr. Gerlinde von Dehn und Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen beriets zum sechsten Mal an Menschen verliehen, die sich in den Bereichen des Tierschutzes und Tierwohles besonders engagieren. Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern des Tierschutzbeirates des Landes sowie Mitarbeiter:innen des Landwirtschaftsministeriums, wählt aus den Bewerbungen aus.
„Wer sich im Tierschutz engagiert, zeigt Herz und Haltung. Mit dem Tierschutzpreis NRW sollen Menschen gewürdigt werden, die Verantwortung übernehmen und denen eine Stimme verleihen, die keine eigene Stimme haben. Die jährliche Auslobung und Verleihung des Preises zeigt die Wertschätzung für das Engagement sowie die ehrenamtliche Arbeit und soll die vielen verschiedene Tierschutzinitiativen in Nordrhein-Westfalen sichtbar machen. Ich möchte alle, die sich für Tiere einsetzten, ermuntern, sich zu bewerben“, betont von Dehn.
In NRW ansässige Bürger:innen, Verbände, Vereine, Betriebe sowie sonstige Einrichtungen und Organisationen können sich bis einschließlich 4. September 2026 bewerben bzw. Tierschutzinitiativen in ihrem Umfeld vorschlagen.
Ministerium NRW
Tool sagt Hitzestress bei Flussfischen voraus
Intensive Hitzeperioden mit Extremtemperaturen bis zu 40 Grad haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen und könnten in Europa zur Normalität werden. Die hohen Temperaturen führen immer häufiger auch bei Flussfischen zu Hitzestress. Um die Fischpopulationen entsprechend zu schützen, haben Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) gemeinsam mit Expert:innen aus der ganzen Schweiz ein Frühwarnsystem entwickelt. Das Prognosetool kann bis zu drei Wochen im Voraus vor einer Gefährdung der Fische in Schweizer Flüssen durch Hitzestress warnen.
„Wenn die Wassertemperatur steigt, verändern sich die chemischen Reaktionen in den Zellen der Fische – das bezeichnen wir als Hitzestress“, erklärt Camille Albouy, die Teil einer gemeinsamen Forschungsgruppe von WSL und der ETH Zürich ist. Das Tool basiert auf den Faktoren Wassertemperaturen, Fischphysiologie und Artenverteilung. Die Fischarten in der Schweiz sind allerdings sehr ungleichmäßig verteilt. Daher macht der Einbezug ihrer Verbreitung die Prognosen ortsspezifisch. „Es ist ein ständiger Kompromiss zwischen der Komplexität und der Qualität des Modells“, erklärt die Foerscherin. „Da unsere Idee war, eine Risikokarte für die gesamte Schweiz anhand der besten Klimaprognosen zu entwickeln, mussten wir sie einfach halten und uns auf das konzentrieren, was für das Management wichtig ist.“
Um die Prognosen zu prüfen, wandten die Forschenden ihr Tool auf Daten aus dem Sommer 2018 an, als in der Schweiz rund drei Tonnen Flussfische starben. Von den drei gemeldeten Fällen von Fischsterben im Jahr 2018 hat das Tool zwei korrekt vorhergesagt. „Es ist ein vielversprechender Anfang“, so Albouy. „Jetzt müssen wir sehen, ob daraus eine langfristige Lösung für die Schweizer Flüsse wird.“
WSL
Mecklenburg-Vorpommern stellt Weichen für rechtssicheres Wolfsmanagement
Am 2. April 2026 ist das geänderte Bundesjagdgesetz in Kraft getreten. So haben Behörden nun die Möglichkeit, schneller und zielgerichteter auf Wolfsrisse reagieren zu können. Unter der Voraussetzung, dass Nachweise sowohl über einen Nutztierriss durch einen Wolf als auch über ausreichende Maßnahmen zum Herdenschutz vorliegen, können Maßnahmen unmittelbar nach der Begutachtung eingeleitet werden. Über die Umsetzung der neuen Regelungen sind die zuständigen Behörden und beteiligten Institutionen in Kenntnis gesetzt worden.
„Der Wolf gehört inzwischen dauerhaft zur Natur in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig tragen unsere Weidetierhalter täglich Verantwortung für ihre Tiere und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaften. Artenschutz und Weidetierhaltung dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden“, erklärt Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.
Der Minister betont, dass sowohl Nutztiere wirksam zu schützen seien als auch der günstige Erhaltungszustand des Wolfes gesichert werden müsse. Vor dem Einleiten einer Maßnahme müsse fachkundlich begutachtet werden, dass nachweislich ein Wolf trotz ausreichender Schutzmaßnahmen Schäden in Nutztierbeständen verursacht hat. Herdenschutzmaßnahmen seien weiterhin die beste Maßnahme, um eine nachhaltige Koexistenz von Weidetierhaltung und Wölfen in dem Bundesland zu gewährleisten, so der SPD-Politiker.
„Wer seine Tiere schützt und dennoch von Wolfsschäden betroffen ist, erwartet zu Recht, dass der Staat handlungsfähig ist. Die neuen Regelungen schaffen dafür zusätzliche Möglichkeiten und mehr Rechtssicherheit für alle Beteiligten“, so Backhaus.
Ein landesweiter Wolfsmanagementplan zur Schaffung eines einheitlichen Rahmens für den Umgang mit dem Wolf in Mecklenburg-Vorpommern ist derzeit in Arbeit.
Ministerium Mecklenburg-Vorpommern
Strategie zur Vereinbarung von Windrädern und Vogelschutz
Die Installation von Windrädern sorgt seit langem für viele Diskussionen. Einerseits entstehen bei dieser Art von Stromerzeugung weder Treibhausgase noch andere Schadstoffe, andererseits sorgen beispielsweise das Recycling ausgedienter Anlagen, Lärmbelästigung oder Optik für einen heftigen Diskurs. Hauptkritikpunkte sind jedoch Kollisionen von (Zug)Vögeln mit den Rotorblättern.
Während in den USA schätzungsweise jedes Jahr 140.000 bis 330.000 Tiere mit Windrädern kollidieren, gibt es für Europa in dieser Hinsicht keine Zahlen. Da aber mehr als 25.000 neue Windturbinen in den kommenden Jahren geplant sind, hat sich ein Team von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in der Schweiz mit Maßnahmen zum Schutz von Zugvögeln beschäftigt. Die Forschenden konnten belegen, dass sich mit Hilfe von Wetterradar-Daten das Risiko für Kollisionen bei nur geringen Einbußen bei der Stromproduktion mindern ließe. Da der Großteil des Vogelzugs in einem relativ engen Zeitfenster stattfindet und die Spitzen dieser Bewegungen auf relativ kurze Phasen konzentriert sind, könnten gezielte Abschaltungen Kollisionen vermeiden.
Mit Hilfe von Wetterradaren, die über den Kontinent verteilt sind, können auch die Bewegungen von Vogelschwärmen erfasst werden. Das Team hat Daten von 37 Wetterradaren und aufwendigen statistischen Analysen ausgewertet und die Anzahl Vögel abgeschätzt, die 2018 potenziell mit den Rotorblättern hätten kollidieren können. Im Durchschnitt galten knapp 800 Vögel pro Turbine als gefährdet. In drei Abschaltszenarien konnten die Wissenschaftler:innen die Zahl der Kollisionen im Kontext mit der Menge der jeweiligen Stromeinbußen grob berechnen.
„Viele Menschen lehnen Windturbinen ab, weil sie glauben, dass diese eine enorme Menge an Vögeln töten“, sagt Silke Bauer vom WSL. „Ich möchte nachhaltige Energieproduktion und Vogelschutz vereinbaren und aufzeigen, dass es Strategien gibt, um die Zahl gefährdeter Vögel zu reduzieren.“ Effiziente Kompromisse seien jedoch möglich, bei denen nur wenig Energieproduktion verloren gehe, konstatiert die Biodiversitätsforscherin, die nun die Berechnungen auf ganz Europa und auf längere Zeiträume ausweiten möchte.
WSL
Alongshan-Virus in Österreich nachgewiesen
Das Alongshan-Virus (ALSV) wird von Zecken übertragen und gehört zu den jüngeren Krankheitserregern. Erstmals wurde das ALSV im Jahr 2017 in China identifiziert. Nachdem das Virus in 2021 und 2022 in der Schweiz nachgewiesen werden konnte, dokumentierten Forschende der Tierärztlichen Hochschule Hannover in einer Studie den Erreger im Jahr 2023 auch in Zecken sowie bei Wild- und Nutztieren. Demnach hatten die Wissenschaftler:innen auch Antikörper in Haustieren an verschiedenen Orten in Niedersachsen gefunden.
Jetzt ist das ALSV auch in Österreich angekommen. Ein Forschungsteam des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) hat rund 3.000 im Jahr 2024 in Österreich gesammelte Zecken, 2.000 archivierte Zeckenproben aus den Jahren 2005 bis 2018 sowie rund 2.000 Blutproben von Patient:innen mithilfe molekularbiologischer und serologischer Methoden analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Alongshan-Virus (ALSV) bereits seit mindestens 20 Jahren in heimischen Zecken zirkuliert.
„Die Ergebnisse belegen eine weite geografische Verbreitung des ALSV in Österreich, mit Nachweisen in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Vorarlberg“ sagt Studienleiterin Judith Aberle vom Zentrum für Virologie der Wiener Uni. Nach Angaben der Virologin wurden zudem bei zwei Personen hohe ALSV-spezifische Antikörperspiegel festgestellt, was auf überstandene Infektionen hinweist. Noch sei jedoch unklar, ob die in Europa zirkulierenden Virusvarianten beim Menschen überhaupt Erkrankungen auslösen, so Aberle weiter. Die ursprünglich 2017 in China entdeckte Variante wird mit Fieber und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-ähnlichen Symptomen in Verbindung gebracht. So seien weitere, großangelegte Studien notwendig, um die gesundheitliche Relevanz und die Verbreitung des ALSV zu klären.
MedUni Wien
Immer mehr gebietsfremde Schildkröten in deutschen Gewässern
Neben Waschbären, Asiatischen Hornissen und Nutrias siedeln sich auch immer mehr gebietsfremde Reptilienarten in Teilen Deutschlands an. Besonders Wasserschildkrötenarten scheinen sich in den Gewässern hierzulande wohl zu fühlen. So konnte ein Team aus Forschenden der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und des Museums für Naturkunde Berlin 14 gebietsfremde Schildkrötenarten, die mittlerweile in der Natur zu finden sind, nachweisen. Drei dieser Arten haben sich bereits so etabliert, dass sie sich selbstständig fortpflanzen.
Das ist das Ergebnis einer Analyse von 1.770 Schildkröten-Nachweisen, die aus Citizen Science-Projekten stammen. Als einzige ursprünglich heimische Schildkrötenart konnte die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) nachgewiesen werden. Die Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta), die bislang als einzige invasive Art gilt, trat mit rund 70 Prozent aller Beobachtungen am häufigsten auf. Die Forschenden mutmaßen, dass deren Verbreitung hauptsächlich auf Aussetzungen zurückzuführen ist, da diese vor allem in der Nähe von Städten sowie in westdeutschen Ballungsräumen zu finden waren. „2016 wurde Trachemys scripta in die ‚EU-Liste der unerwünschten Spezies‘ aufgenommen. Auch in Deutschland hat sich die eingeschleppte Schildkröte mit einer Panzerlänge von etwa 13 bis 25 Zentimetern etabliert und kommt in zahlreichen Gewässern vor“, erläutert Dr. Melita Vamberger von den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden.
„Durch den Klimawandel könnten sich jedoch künftig mehr Arten erfolgreich vermehren, eventuell ausbreiten und stärkere Auswirkungen auf heimische Ökosysteme verursachen. Deshalb fordern wir einen Dialog mit allen beteiligten Stakeholdern, um effiziente Lösungen für Tiere und Haltende zu finden sowie eine stärkere Aufklärung der Öffentlichkeit. Dafür haben wir bei Senckenberg ‚AquaSchild‘ ins Leben gerufen – in diesem Senckenberg Solutions Lab entwickeln wir mit Akteur:innen aus Verwaltung, Natur- und Tierschutz, Forschung, Bildung, Tierhandel und Öffentlichkeit praxisnahe Lösungen für den Umgang mit gebietsfremden Arten“, so Vamberger.
Die Studie zeigt, dass die Artenvielfalt und Anzahl der Schildkröten besonders hoch in Städten und stadtnahen Gebieten sind, also Regionen mit einer hohen Urbanisierung. „Das Muster bestätigt einen engen Zusammenhang zwischen der Verbreitung der Tiere und menschlicher Präsenz. Es deutet stark darauf hin, dass menschliche Aktivitäten – insbesondere das Aussetzen von Haustieren – eine entscheidende Rolle spielen“, betont Studentin und Erstautorin Hedi Schloddarick.
SGN
NABU warnt vor fortschreitendem Verlust mariner Ökosysteme
Der Welttag der Ozeane wird seit 2009 jedes Jahr am 8. Juni begangen. Der Naturschutzbund NABU weist im Rahmen dieses Gedenktages besonders auf den besorgniserregenden Zustand der Meere in der Europäischen Union hin und fordert einen konsequenteren Schutz. Mehr als 90 Prozent der europäischen Meeresgebiete seien massiv geschädigt.
„Europas Meere stehen unter massivem Druck: Fischerei, Verschmutzung und Klimakrise wirken gleichzeitig. Mit der Offshore-Windenergie, Wasserstoffnutzung und der unterirdischen Speicherung von Kohlenstoffdioxid (CCS) drängen weitere Belastungen in das kränkelnde Ökosystem Meer. Deshalb muss die EU-Wiederherstellungsverordnung jetzt genutzt werden, um Schutzgebiete wirksam zu machen und marine Lebensräume, wo immer möglich, aktiv zu regenerieren“, kritisiert Kim Detloff, Teamleiter Meeresschutz im NABU-Bundesverband. Nach Angaben der Naturschützer:innen müssen die Meere und Küsten auch im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz zukünftig eine größere Bedeutung einnehmen, die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur zusammen mit der europäischen Biodiversitätsstrategie sei eine historische Chance, den fortschreitenden Verlust mariner Ökosysteme zu stoppen und umzukehren, heißt es in einer Pressemeldung. Nun komme es darauf an, die Vorgaben ambitioniert umzusetzen und den Meeresschutz in Deutschland und Europa zur politischen Priorität zu machen.
„Die Wiederherstellung von Salz- und Seegraswiesen sowie Riffen ist kein Luxusprojekt des Naturschutzes“, so Detloff. „Sie ist eine Investition in den Klima- und Küstenschutz und in kommende Generationen. Deshalb müssen die Meere und Küsten auch im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz zukünftig eine größere Bedeutung einnehmen.“
NABU
Rindertuberkulose: Baden-Württemberg trifft Vorbereitungen
Das seit Jahren durchgeführte Monitoring der Rotwild-Tuberkulose in Tirol hat eine erneute Zunahme der Infektionen in einzelnen Regionen gezeigt. Damit steigt auch das Risiko einer Übertragung auf Rinder, die während der Alpung Weideflächen gemeinsam mit Rotwild nutzen. Das haben Ausbrüche von Rindertuberkulose (M. bovis, TBC) in den vergangenen Monaten, zuletzt im April 2026 im österreichischen Vorarlberg, belegt.
Die aktuelle Entwicklung wird von dem baden-württembergischen Agrarministerium intensiv beobachtet. In dem Land gab es zuletzt im Jahr 2024 Fälle der TBC. Zwar gäbe es keinen Grund zur Beunruhigung, aber Vorbereitungen für das Übergehen der Krankheit auf Rinder aus dem Südwesten seien getroffen worden, so das Ministerium. Bereits seit dem Jahr 2013 werden alle
zurückkehrenden Weidetiere, die auf bayerischen und österreichischen Almen aufgetrieben worden sind, getestet.
„Die Untersuchung der rückkehrenden Weidetiere von bayerischen und österreichischen Almen hat sich bewährt und wird fortgesetzt“, teilte ein Sprecher mit.
Die anzeigepflichtige Tierseuche kann unter Umständen vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Bei einem positiven TBC-Nachweis in einem Betrieb müssen laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium alle Rinder des Bestands getestet sowie erkrankte Tiere gekeult werden.
Proplanta
Bewusstsein für den Schutz der Artenvielfalt schärfen
Seit dem Jahr 2000 wird weltweit jedes Jahr am 22. Mai der Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Der Gedenktag wurde vor 26 Jahren von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung und den Schutz von Tier- und Pflanzenarten, Genen und Lebensräumen aufmerksam zu machen.
Dank moderner Technologien wie DNA-Analysen werden jedes Jahr Tausende neue Arten identifiziert. Gleichzeitig wächst aber auch das Wissen über den massiven Verlust der globalen Biodiversität durch Klimawandel, Umweltverschmutzung, Überfischung sowie eingeschleppte invasive Arten. Zudem schwinden immer mehr Lebensräume.
„Der Kampf gegen das weltweite Artensterben ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern hat für uns Priorität. Dort, wo wir gezielt mit Schutzprogrammen helfen, können wir messbare Erfolge erzielen. Dadurch siedeln sich längst verschwundene Arten wie die Wildkatze oder der Fischotter wieder bei uns an. Wir setzen auch in Zukunft auf die enge Zusammenarbeit mit allen Partnern vor Ort“, betont Oliver Krischer, Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen. So wird das Land in diesem Jahr mehr Fördermittel für Projekte im Artenschutz bereitstellen: Rund 8,8 Millionen Euro fließen zusätzlich in Maßnahmen für mehr Biodiversität.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nimmt den internationalen Tag der biologischen Vielfalt zum Anlass, die Bevölkerung einzuladen, die Wildnis in Deutschland zu entdecken. Ob in Naturwäldern, an Küsten, in den Bergen oder in Moor- und Auenlandschaften – die 85 Wildnisgebiete Deutschlands sind bedeutende Rückzugsräume für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz.
Wer sich bewusst in diese Gebiete begibt, könne besondere Naturerlebnisse in vielen Facetten erleben, so der BUND. Oftmals ließen sich Wildtiere hier besser beobachten, weil nicht gejagt wird. Für die bessere Planung hat der BUND eine Karte mit allen 85 Wildnis- und Wildnisentwicklungs-Gebieten erstellt, die auf seiner Internetseite zu sehen ist.Auf der Karte sind neben der geografischen Lage der Flächen jeweils Steckbriefe, Links zu Angeboten wie Führungen oder Erlebnis-Camps sowie zur umweltverträglichen Anreise abrufbar.
Spektrum
BUND
Erster Geflügelpestnachweis bei Eisbär in Norwegen
Saisonbedingt hat sich das Seuchengeschehen der Geflügelpest in Europa weitestgehend beruhigt. Nach einer starken Infektionswelle im vergangenen Winter ist die Zahl der Ausbrüche nach offiziellen Angaben stark zurückgegangen.
Nun ist das Virus des Subtyps H5N5 erstmals bei einem tot aufgefundenen Eisbären auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen nachgewiesen worden. Wie das norwegische Veterinärinstitut mitteilt, sei der Erreger auch bei einem ausgewachsenen toten Walross entdeckt worden. Bereits vor drei Jahren hatten die Behörden das Virus bei einem jungen Eisbären in Alaska nachgewiesen.
„Die Funde sind Teil einer Entwicklung, bei der das Vogelgrippe-Virus vermehrt bei Säugetieren in Europa nachgewiesen wird“, erklärt Ragnhild Tønnessen vom Veterinärinstitut. Nach Angaben der Veterinärin habe sich das Virus demnach in den vergangenen Jahren in neue Gebiete ausgebreitet, unter anderem in die Arktis, wo es Auswirkungen auf gefährdete Populationen und Ökosysteme haben könne.
Spiegel.de
Weltbienentag: gesunde Bienenvölker für Ökosysteme unverzichtbar
Am 20. Mai ist Weltbienentag. Im Jahr 2018 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen diesen besonderen Tag eingeführt, um einerseits auf die immense Bedeutung von Bienen hinzuweisen und andererseits auf den starken Rückgang der Bienenpopulation und den erforderlichen Schutz dieser Insekten aufmerksam zu machen.
Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) nimmt den Weltbienentag zum Anlass, die Bedeutung von Honigbienen als eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere aufzuzeigen. „Der Weltbienentag erinnert uns daran, wie unverzichtbar gesunde Bienenvölker für unsere Ernährung und unsere Ökosysteme sind. Bienengesundheit ist daher auch ein veterinärmedizinisches Thema“, betont ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth. Höhere Bestandsdichten sowie eingeschleppte Parasiten und Krankheitserreger, die das Risiko für Krankheitsausbrüche erheblich erhöhen, hätten die Anforderungen an die Bienenhaltung in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, so Frühwirth weiter. Um so wichtiger sei die veterinärmedizinische Expertise. So fordert die ÖTK eine stärkere Einbindung der Veterinärmedizin in die Betreuung von Bienenvölkern. Wie bei anderen Nutztieren müsse auch bei Bienen die Gesunderhaltung, Prävention und Behandlung veterinärmedizinisch begleitet werden.
„Seuchenhafte Erkrankungen gefährden nicht nur die Bienen, sondern auch die gesamte Lebensmittelkette. Mit wissenschaftlich fundierter Expertise und gesetzlicher Grundlagen setzen wir uns gezielt für die Gesunderhaltung der Bienenvölker ein. Denn gesunde Bienen bedeuten nicht nur sichere Honigprodukte, sondern auch eine funktionierende Landwirtschaft und Biodiversität. Die Biene verdient unsere volle Aufmerksamkeit – heute und jeden Tag“, sagt Frühwirth abschließend.
„Wir Menschen sind auf Bienen angewiesen“, betont auch Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus und verweist auf die Rolle der Landwirt:innen. „Auch sie sind wichtig bei der Erhaltung der Bienen. Schließlich werden 58 Prozent der Fläche unseres Landes landwirtschaftlich genutzt.“
Um die Nahrungssituation der Bienen auch in den Städten und Gemeinden zu verbessern, seien öffentliches Grün und private Gärten von großer Bedeutung. „Und da zählt jede noch so kleine Wiese oder jedes begrünte Dach. Denn jeder kann selbst zum Bienenschutz und damit zur Artenvielfalt beitragen. Neben der Schaffung von Lebensräumen, in denen Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten für Insekten vorkommen, sollte man darauf achten, gezielt Gehölze oder Wildpflanzen aus der Region zu kaufen und anzupflanzen. Beliebt bei Wildbienen sind etwa Glockenblumen, Korbblütler wie Färberkamille und Rainfarn sowie der Natternkopf“, sagt der Minister abschließend.
Hinweis: Im Herbst startet auf Myvetlearn.de zum Thema Bienengesundheit eine mehrteilige Fortbildungsreihe für Tierärztinnen und Tierärzte.
ÖTK
Ministerium Mecklenburg-Vorpommern
Peptide in Ameisengift schützen Brut vor Krankheitserregern
Wissenschaftler:innen der Freien Universität (FU) Berlin und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg konnten zwei völlig neue Peptid-Familien in den Giften von Schuppenameisen nachweisen. Die in dem untersuchten Ameisengift erstmals identifizierten Peptide erfüllen scheinbar die Funktion, die Brut vor Infektionen zu schützen.
„Einige der Peptide zeigen eine ausgeprägte Wirkung gegen Pilze. Das ist interessant vor dem Hintergrund einer Bedrohung sozialer Gemeinschaften durch Umweltmikroben und Krankheitserreger sowie zunehmender Resistenzen dieser Mikroben gegen antimikrobielle Wirkstoffe“, betont Dr. Simon Tragust, Projektleiter am Institut für Biologie der Universität Halle. „Mit über 3.700 Arten eröffnet die Unterfamilie Formicinae (Schuppenameisen) ein enormes Potenzial für die Entdeckung weiterer bioaktiver Substanzen.“
Bislang stand die Annahme im Raum, dass Ameisensäure zentraler und nahezu alleiniger Inhaltsstoff von Ameisengiften ist. „Wir sind in unserem Projekt einer jahrzehntealten und weitgehend unbeachteten Publikation nachgegangen, in der erwähnt wurde, dass diese Gifte vielleicht auch eiweißartige Stoffe enthalten“, sagt der Projektleiter und Professor für Pharmazeutische Biologie am Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin, Timo Niedermeyer. Er ergänzt: „Wir haben nun zwei völlig neue Peptid-Familien in den Giften von Schuppenameisen nachgewiesen. Diese Peptide sind einzigartig in diesen Ameisen, kommen dort aber weit verbreitet vor. Ihr Gift ist wesentlich komplexer als bisher angenommen.“
Mit ihren Studienergebnissen schließen die Forschenden eine jahrhundertalte Wissenslücke. Die Entdeckung der neuen Peptide hat Bedeutung für die medizinische Wirkstoffforschung und eröffnet neue Perspektiven auf die Immunabwehr und den Umgang mit Mikroben in sozialen Insektengemeinschaften. Die Studie ist im Fachmagazin Science Advances erschienen.
FU Berlin
Bekämpfung von Nagetieren schützt vor Infektionen mit Hantaviren
In den vergangenen Tagen haben Hantavirus-Fälle für viel Aufregung gesorgt. Auf dem unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiff „Hondius“ hatten sich einige Passagiere mit dem in Südamerika vorkommenden Andesvirus angesteckt. Drei Personen, darunter eine Deutsche, starben an der Infektion. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich das Virus mit großer Wahrscheinlichkeit von Mensch zu Mensch übertragen, was bei diesem Erreger nur in seltenen Fällen und bei engem Kontakt stattfindet. Nach aktueller Einschätzung der WHO handelt es sich jedoch um ein sehr seltenes und lokal begrenztes Ereignis.
Auch wenn Infektionen auch in Deutschland verbreitet seien, gäbe es bislang keine Informationen über Übertragungen von Mensch zu Mensch für die in Europa vorkommenden Hantaviren, stellt auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) klar. Das Risiko einer Infektion bestehe hierzulande etwa durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Kleinsäuger, also mit Urin, Kot oder Speichel, z.B. wenn erregerhaltiger Staub eingeatmet wird.
Eine besondere Relevanz in Deutschland hat das Puumala-Virus, dessen natürlicher Reservoirwirt die Rötelmaus ist. Zu den hierzulande vorkommenden Hantaviren gehören zudem das Dobrava-Belgrad-, Tula- und das Seoul-Virus. Die natürlichen Reservoirwirte des Andesvirus, bestimmte Zwergreisratten, sind hingegen auf Südamerika beschränkt. Da es keinen Impfstoff oder eine spezifische antivirale Therapie gegen Infektionen mit Hantaviren gibt, sollte unbedingt der Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Reservoirwirte vermieden werden. Weiterhin ist eine konsequente Bekämpfung von Nagetieren im Wohnumfeld sowie die Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere beim Umgang mit möglicherweise kontaminiertem Staub, von Bedeutung. Neben Mäusen und Ratten als natürliche Wirte wurden in den vergangenen Jahren auch neue Hantavirus-Typen bei bislang unbekannten Reservoirwirten wie Spitzmäusen, Maulwürfen und Fledermäusen nachgewiesen.
Die Viren bleiben außerhalb des Wirts – selbst im getrockneten Zustand – bis zu zwei Wochen infektiös. Infektionen können ganzjährig auftreten. Ein erhöhtes Risiko für eine Infektion besteht insbesondere zwischen April und September, jedoch sind Übertragungen ganzjährig möglich. Bei einer Erkrankung zeigen sich Symptome wie plötzliches hohes Fieber über mehrere Tage sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Schwere Verläufe mit inneren Blutungen oder akutem Nierenversagen sind selten und treten in weniger als einem Prozent der Fälle auf.
Proplanta
Garten-Vignette für den Igelschutz
Igel finden immer weniger Lebensraum, denn versiegelte Flächen sowie Zäune und Mauern nehmen den Wildsäugern den Platz für Rückzugsmöglichkeiten. Damit wird auch Suche nach Nahrung und Paarungspartnern massiv erschwert.
Um den bedrohten Tieren das Leben zu erleichtern und (über)lebenswichtige Wege für Igel wieder zu öffnen, hat Tierschutz Austria die Garten-Vignette ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist, Gärten in sichere Zufluchtsorte für Igel und andere Wildtiere umzuwandeln. Die Garten-Vignette zeigt: Hier sind Igel willkommen. Schon mit einem kleinen Durchgang von 13 x 13 Zentimetern im Gartenzaun könne dem Igel „freie Durchfahrt“ ermöglicht werden, sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria.
Teilnehmende Personen müssen lediglich ihren Garten mit nur kleinen Veränderungen igelfreundlich und wildtierfreundlich gestalten, damit wichtige Rückzugsorte geschaffen werden und sichere Wege erhalten bleiben. Nach dem Registrieren ihres Gartens erhalten die Besitzer:innen ihre Garten-Vignette und unterstützen damit den Tier- und Artenschutz.
Nur kurze Zeit nach dem Start der Initiative sind bereits 275 Gärten registriert, 150 Vignetten verkauft und mehr als 100.000 Quadratmeter Gartenfläche naturnah gesichert worden. Durch die Vernetzung dieser Flächen ist schon jetzt eine über 10 Kilometer lange „Igel-Straße“ entstanden – ein wachsendes Netzwerk an Lebensräumen für Wildtiere im Siedlungsraum.
„Dass so viele Menschen in so kurzer Zeit mitmachen, freut uns enorm, damit hatten wir nicht gerechnet“, erklärt Aschauer. „Jeder Garten, der dazukommt, macht die Igel-Straße länger und den Lebensraum für Wildtiere größer.
“
Da verletzte oder kranke Igel auch immer häufiger in der Tierarztpraxis landen, bietet Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung für Tierärzt:innen an. TFAs können sich mit der vierteiligen Reihe zu Wildtieren online fortbilden.
OTS
AK bei Hausschweinen in den USA
Erstmals seit 22 Jahren ist die Aujeszkysche Krankheit (AK), auch Pseudowut genannt, in den USA bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Am 22. April 2026 ist das Virus bei fünf Ebern in einem Betrieb in der Nähe von Eldora im Hardin County (Iowa) festgestellt worden. Nach Angaben des Animal and Plant Health Inspection Service (APHIS) des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) stammten alle betroffenen Tiere aus einer Freilandhaltung. Auch innerhalb des Herkunftsbetriebes wurden laut APHIS weitere Schweine positiv auf Pseudowut getestet. Die infizierten Schweine wurden gekeult. Gemäß einer Erklärung der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH), sei kein Sperma von betroffenen Tieren ins In- oder Ausland versandt worden.
Die Aujezsky-Krankheit wird durch das SchweineHerpesvirus 1 verursacht. Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie Atemwegsbeschwerden und Fortpflanzungsstörungen wie Fehlgeburten und Totgeburten. Bei Ferkeln können die Symptome Koordinationsstörungen, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall umfassen. Ältere Schweine können unter Niesen, Husten, Lungenentzündung und in einigen Fällen unter Erblindung leiden.
Während Hausschweinebestände hierzulande offiziell als frei von der Aujezsky-Krankheit gelten, zirkuliert das Virus in der Wildschweinepopulation. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2.000 Wildschweine positiv auf AK getestet. Die Krankheit kann auch für andere Säugetiere fatal sein, insbesondere für (Jagd)Hunde. Deswegen sollte jeglicher Kontakt zu Wildschweinen vermieden und niemals rohes Wildschweinfleisch verfüttert werden. Das Virus ist extrem widerstandsfähig und überlebt selbst in tiefgekühltem Fleisch viele Wochen.
Pig Progress
Bewerbungsfrist für den Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz gestartet
Bereits seit über 30 Jahren schreibt das Land Rheinland-Pfalz den Tierschutzpreis aus. Die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis ist gerade gestartet. Bis zum 30. September 2026 können einzelne Personen oder Gruppen, die im Bereich Tierschutz tätig sind, von Behörden, dem Tierschutzbeirat des Landes sowie Organisationen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden.
Der Tierschutzpreis Rheinland-Pfalz ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in vier Kategorien vergeben: für den besonderen ehrenamtlichen Einsatz und vorbildliche Einzelbeiträge für den Tierschutz sowie den vorbildlichen beruflichen Umgang mit Tieren und Projekte im Jugendtierschutz.
„Der Preis verhilft einzelnen Projekten und damit der Bedeutung des Tierschutzes zu Sichtbarkeit und soll zur Nachahmung anregen“, betont Umweltministerin Katrin Eder. Vorschläge, die Personen oder Institutionen in Rheinland-Pfalz betreffen, werden vorrangig berücksichtigt.
Ministerium Rheinland-Pfalz
Neues Förderkonzept zum Schutz der Honigbienen in NRW
In zahlreichen deutschen Bundesländern hat sich die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ausgebreitet, so auch in Nordrhein-Westfalen. Die als invasive Art eingestuften Insekten haben sich dank der gestiegenen Temperaturen im vergangenen Jahrzehnt so stark vermehrt, dass eine Ausrottung nicht mehr als realistisch gilt.
Die Asiatische Hornisse ist als große Bedrohung der heimischen Bienenvölker anzusehen. Zum Schutz der Honigbienen hat das Land Nordrhein-Westfalen nun ein neues Förderkonzept entwickelt. Das neue Maßnahmenpaket gegen die invasive Art basiert auf drei zentralen Säulen: Stärkung der Qualifizierung für sachkundige Bekämpfung, die finanzielle Unterstützung für Bekämpfungstechnik sowie bei der besseren Schutzausstattung von Imker:innen und eine Prämienauszahlung für die fachkundige Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse.
Nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen ist das neue Förderkonzept ein starkes Signal für den Artenschutz und die Imkerei. Die Umsetzung erfolgt durch die Landesimkerverbände Westfalen-Lippe und Rheinland sowie die NRW-Landesgruppe des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes.
Ministerium NRW
Mecklenburg-Vorpommern bündelt Wolfsmanagement im Ministerium
Am 30. April wird jedes Jahr der internationale Tag des Wolfes begangen. Diesen Tag sowie die veränderten rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen hat das Land Mecklenburg-Vorpommern (MV) zum Anlass genommen, wichtige Weichen für die Zukunft des Wolfsmonitorings im Land zu stellen. So soll das bisher in Jasnitz angesiedelte Wolfskompetenzzentrum künftig organisatorisch in das Agrarministerium integriert werden. Zudem arbeitet das Land derzeit an einem eigenen Wolfsmanagementplan.
„Wir reagieren damit auf neue Anforderungen im Umgang mit dem Wolf. Mit der Bündelung im Ministerium stellen wir sicher, dass fachliche Expertise, rechtliche Bewertung und politische Steuerung noch enger verzahnt sind“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
In MV leben aktuell 26 Wolfsrudel und zwei Paare (2024/25: 28 Rudel, 5 Paare, ein Einzeltier). Trotzdem die Population stabil geblieben ist, wurden mehr Nutztierrisse verzeichnet. In den vergangenen 19 Jahren hat das Land mehr als 270.000 Euro an Kompensationszahlungen beglichen.
„Diese Entwicklung zeigt, dass wir den Schutz des Wolfs und die berechtigten Interessen der Weidetierhalter gemeinsam denken müssen. Unser Ziel ist ein funktionierendes Wolfsmanagement, das beides in den Blick nimmt“, so Backhaus.
Mit der neuen Bündelung sollen sowohl Entscheidungswege verkürzt als auch Abläufe verbessert sowie die Handlungsfähigkeit im Wolfsmanagement weiter gestärkt werden. Das Kompetenzzentrum bleibt dabei eine zentrale Schnittstelle zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Verwaltung.
Abschließend warb der Minister für einen sachlichen Umgang mit dem Thema: „Der Wolf polarisiert. Umso wichtiger ist es, dass wir faktenbasiert diskutieren und praktikable Lösungen entwickeln. Unser Anspruch ist es, sowohl dem Artenschutz als auch den Interessen der Menschen im ländlichen Raum gerecht zu werden.“
Ministerium Mecklenburg-Vorpommern
Erneut Borna-Virus-Opfer in Bayern
In Bayern ist erneut ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Borna-Virus (BoDV-1) gestorben. Die Infektion sei im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. Das Virus wird überwiegend von der Feldspitzmaus übertragen. Aktuell sei jedoch nicht bekannt, wo und wie sich die Person infiziert habe. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken.
Jährlich werden bundesweit weniger als zehn Infektions-Fälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern.
Erst im März wurde ein Infektions-Fall im Landkreis Erding gemeldet. Im Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth eine 57 Jahre alte Person. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es damals keine Erklärung.
Landratsamt Unterallgäu
Sperrgebiet nach weiterem ASP-Fund in Katalonien ausgeweitet
Nach 30 Jahren ist im November 2025 erstmals auch in Spanien die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Zwei infizierte Wildschweine waren im Raum Barcelona (Katalonien) aufgefunden worden. Seitdem breitet sich die Tierseuche weiter aus. Mittlerweile sind zwölf Gemeinden in der Provinz Katalonien von Ausbrüchen betroffen. Zuletzt war ein infiziertes Wildschwein in einer bislang unbetroffenen Region entdeckt worden, was zu einer Neuausrichtung der Gebietsgrenzen der ASP-Sperrzone geführt hat.
Insgesamt wurden in den vergangenen fünf Monaten 248 infizierte Tiere gefunden. Rund 3.740 weitere Tiere wurden nach Angaben des spanischen Landwirtschaftsministerium untersucht und negativ auf das Virus getestet.
ISN
Mahd und Wildtierschutz gehören zusammen!
Die Frühjahrsmahd steht an. Jedes Jahr sterben dadurch viele junge Wildtiere, da sie sich in den Wiesen verstecken. Häufig verhindert ihr angeborenes Schutzverhalten, dass sie nicht vor der Mähwerk davon laufen. Landwirt:innen sind daher verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren vor und während des Mähens zu ergreifen. Dazu gehören die Absprache mit dem Jagdpächter, damit vorher die Flächen abgesucht oder andere Maßnahmen zur Vergrämung der Tiere ergriffen werden können. Auch Wärmebilddrohnen können zum Einsatz kommen, deren Anschaffung gefördert wird. Auch technische Lösungen wie Infrarotsensoren gewinnen an Bedeutung.
Wichtig ist aber auch, zusätzlich die Mähstrategie zu optimieren. Das bedeutet, es sollte zwingend von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen gemäht werden. Dies ermöglicht es zumindest erwachsenen Wildtieren, in sichere Randbereiche zu flüchten.
DJV
Tierärzt:innen leisten wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit
Veterinärmediziner:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft. Darauf weist die österreichische Tierärztekammer anlässlich des am vergangenen Samstag begangenen World Veterinary Day hin.
Der Welttierärztetag hat das Ziel, die zentrale Rolle der Tierärzt:innen für Gesellschaft und öffentliche Gesundheit sichtbar zu machen. „Unsere Arbeit als Tierärzt:innen reicht weit über die medizinische Versorgung von Tieren hinaus: Wir sind Frühwarnsystem, Seuchenbekämpfer:innen und wirtschaftliche Stabilitätsfaktoren zugleich“, erklärt ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.
So leisten Tierärzt:innen einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten Landwirtschaft, unter anderem durch die Betreuung von Betrieben im Bereich Biosicherheitsmaßnahmen, was in Anbetracht grassierender Tierseuchen besonders bedeutsam sei, so Frühwirth.
„Wir Tierärzt:innen erkennen Entwicklungen frühzeitig und tragen entscheidend dazu bei, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten – zum Schutz von Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und letztlich auch der menschlichen Gesundheit“, betonte der ÖTK-Präsident. „Tierärzt:innen sichern nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch wirtschaftliche Existenzen. Tierärztliche Arbeit wirkt sich direkt auf Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion aus.“
ÖTK
Raben im Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest
Die Nahrung von Kolkraben, den größten Singvögeln weltweit, besteht neben Früchten, Insekten und Schnecken hauptsächlich aus Aas. Diese Tatsache hat Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin auf die Idee gebracht, die Raben für die Suche von verendeten Wildschweinen einzusetzen. Mit Hilfe von Sendern, die an dem Rücken der Vögel befestigt werden, können so schnell mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Kadaver aufgespürt und geborgen werden.
Eine schnelle Bergung toter Tiere sei entscheidend im Kampf gegen die ASP-Ausbreitung, betont Jörg Melzheimer, Projektleiter am Leibniz-IZW. „Wenn infizierte Schweine, das passiert immer wieder mal, diese Schutzzäune überwinden, ist es wichtig, dass, wenn sie dann verenden, ganz schnell aus dem System entfernt werden, damit sich nicht neue anstecken können”, so der Wildtierbiologe.
„Die Sender haben GPS und einen Beschleunigungssensor verbaut und sind solarbetrieben. Die Sonne lädt sie wieder auf, das heißt, die sind autark betriebsfähig“, ergänzt Wissenschaftler Alexander von Canal forscht. Sie seien außerdem so konstruiert, dass die Kolkraben durch das Mitführen nicht beeinträchtigt werden, so der KI-Spezialist.
Damit die Sender den Tieren umgeschnallt werden können, müssen sie zunächst in einer großen Falle aus Holz und Maschendraht gefangen werden. Um die Tiere anzulocken, kommt ein Fleischköder zum Einsatz. Eine Wildtierkamera meldet schließlich, wenn ein Vogel in die Falle geht.
Die Forschenden erhoffen sich neben dem Auffinden von Wildschweinkadavern auch viele Daten über das Leben der Raben.
RBB
Jagdsaison auf Ochsenfrösche beginnt
Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus), seit den 1990er Jahren besonders in Baden-Württemberg eine invasive Froschart, ist mit einer Größe von bis zu 25cm heimischen Fröschen deutlich überlegen. Neben diesen gehören auch Fische bis hin zu kleinen Vögeln zum Speiseplan der Ochsenfrösche. Da den Amphibien hierzulande natürliche Feinde wie Krokodile, Alligatoren und Schlangen fehlen, kann sich die Art schnell ausbreiten.
Um das zu verhindern und auch die heimische Tierwelt zu schützen, lässt das baden-württembergische Regierungspräsidium die Tiere töten. Die Zahl der Tötungen ist im vergangenen Jahr explosionsartig in die Höhe geschnellt. So seien nach offiziellen Angaben in 2025 in der Region um Karlsruhe nahezu 7.000 Ochsenfrösche erschossen worden. Darunter waren mehr als 600 ausgewachsene Tiere sowie rund 6.350 Jungtiere. Damit seien im Vergleich zum Vorjahr fast neunmal so viele der Frösche erlegt worden, so eine Sprecherin der Landesregierung. „2025 waren die (Witterungs-)Bedingungen für die Bejagung deutlich besser als 2024, sodass mit vergleichbarem Aufwand diese deutlich höhere Zahl von Tieren entnommen werden konnte.“
Zudem wurden im letzten Jahr mehr als 16.000 Kaulquappen aus den betroffenen Gewässern geholt worden. Während die offizielle Jagdsaison auf die Frösche in wenigen Tagen startet, werden die Kaulquappen ganzjährig bejagt.
Außerdem werden die Randbereiche des Verbreitungsgebietes regelmäßig kartiert, um eine Ausbreitung in bisher unbesiedelte Gebiete umgehend zu erkennen und unterbinden zu können. Da in der jüngsten Vergangenheit auch schon Exemplare in Gartenteichen gesichtet wurde, ist die Bevölkerung aufgerufen, eventuelle Funde von ungewöhnlich großen Kaulquappen oder Fröschen umgehend zu melden.
Proplanta
Nationale Impfstrategie für Zootiere gefordert
Neben den Schutzimpfungen von Menschen gerät auch die Vakzination von Tieren immer mehr in den Fokus. Impfungen helfen, Nutz- und Hobbytiere gesund zu erhalten und sichere Lebensmittel zu produzieren sowie Tierseuchen wirksam zu bekämpfen und dadurch auch die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. So gibt es nach Informationen des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) aktuell Impfstoffe, die zur Vorbeugung von mehr als 100 verschiedenen Tierkrankheiten eingesetzt werden können. Darüber hinaus tragen sie wesentlich zur Reduktion des Arzneimitteleinsatzes bei und fördern eine nachhaltige, verantwortungsvolle Tierhaltung. Sie sind damit ein zentraler Baustein moderner veterinärmedizinischer Präventionskonzepte, betont die Österreichische Tierärztekammer.
Den Welttag der Tierimpfung, der am 20. April 2026 in diesem Jahr bereits zum 11. Mal gefeiert wird, nimmt der Verband der zoologischen Gärten (VdZ) zum Anlass, vor den Seuchenrisiken für ganze Tierarten hinzuweisen und eine nationale Impfstrategie für Zootiere zu fordern. Denn zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Tierarten, leben in Zoos und Tierparks. Unter anderem haben Lebensraumverlust und Wilderei dazu geführt, dass viele dieser Tierarten nur noch selten in der freien Natur anzutreffen sind.
Tierseuchen wie die Aviäre Influenza, Afrikanische Schweinepest oder die Blauzungenkrankheit haben sich in den letzten Jahren dramatisch in nahezu allen Weltregionen ausgebreitet und zu massiven Tierverlusten geführt. Für sehr minimierte Tierarten besteht im Fall eines Seuchenausbruchs ein enorm hohes Risiko des Aussterbens.
Der VdZ fordert daher Zulassungsverfahren für Zoo- und Wildtierimpfstoffe, nationale Impfstoffreserven für gefährdete Arten und eine gezielten Forschungsförderung.
„Krankheitserreger machen nicht Halt vor Zäunen oder Stalltüren. Tierimpfung ist keine Nischenfrage – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Investition in Gesundheit und biologische Vielfalt. Daher fordern wir aktuell eine nationale Impfstrategie für Zoovögel gegen die Geflügelpest“, betont Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer. „Dies muss einhergehen mit der Zulassung von Impfstoffen auch für Zoovögel und Auflagen, die auf die gelebte Praxis in Zoos angepasst sind.“
Um auch weiterhin den Austausch der Tiere zwischen den Zoos untereinander zu gewährleisten, müssten zudem verlässliche, praktikable Leitlinien in der EU und in Deutschland aufgestellt werden. Nur so könne die Durchführung der Europäischen Zuchtprogramme und einer genetisch gesunden Reservepopulation sichergestellt werden, so der VdZ abschließend.
VdZ
Erster Mückenfund auf Island zeigt tiefgreifende ökologische Veränderungen
Die Vulkan- und Eisinsel Island galt bislang als das einzige Land in der Arktis, in welchem keine Stechmücken zu finden waren. In anderen arktischen Regionen jedoch treten jedes Jahr Mücken in Riesenschwärmen auf und sind sowohl für die Menschen und Wildtiere eine große Plage. Im Oktober vergangenen Jahres wurden drei Ringelmücken (Culiseta annulata) erstmals auch auf der Insel entdeckt. Der Fund reiht sich in eine wachsende Zahl neuer Insektenarten ein, die jüngst im Land identifiziert wurden.
Forschende sehen in diesem Fund ein Zeichen dafür, dass sich die Arktis in einem massiven ökologischen Wandel befindet. Wie die beiden Wissenschaftlerinnen Amanda Koltz (University of Texas/Austin) und Lauren Culler (Dartmouth College im US-amerikanischen Hanover) in einem aktuellen Bericht im Journal Science schreiben, sind die zunehmende Reisetätigkeit in die Region und die Erwärmung die beiden Hauptgründe für die Veränderung. Neben Stechmücken bewegen sich auch Spinnen, Tausendfüßer und Krebse in der Region auf eine Weise und in neuen Ausmaßen, die große Konsequenzen für die gesamte Umwelt in der Arktis bedeuten.
Zudem erwärme die Arktis sich viermal schneller als der globale Durchschnitt, was mit einer früheren Schneeschmelze, längeren Sommern und häufigeren Naturkatastrophen wie Waldbrände einhergehe, so die Autorinnen.
Die extrem schnelle Erwärmung der Arktis hat Folgen für Tiere, wie in der Region lebende Vögel und Rentiere. Letztere haben unter den massiven Insektenstichen zu leiden, was nach Meinung der Autorinnen ihren Energieverbrauch erhöhe und somit unter anderem ihre Fortpflanzung beeinträchtige. Zudem gäbe es für die Küken der dort brütenden Vögel nicht genügend Nahrung, wenn die Hauptzeit der Insekten aufgrund der klimatischen Veränderungen zur Zeit des Schlüpfens schon vorüber ist. Rentiere litten unter den vermehrten Insektenstichen, was ihren
Die Autorinnen plädieren daher dafür, die Beobachtung von Stechmücken und anderen Gliederfüßern in der Arktis besser zu koordinieren.
Wetter.com
EU-Kommission veröffentlicht Leitlinien für mehr Vogelschutz
Die Europäische Kommission hat neue Leitlinien für die praktische Umsetzung von mehr Schutz von Wildvögeln veröffentlicht. Sie enthalten praktische Ratschläge zur Unterstützung der Mitgliedstaaten und Interessenträger bei der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinien und der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union zum Schutz wild lebender Vogelarten. Gleichzeitig sollen sie helfen, den Verwaltungsaufwand zu verringern.
Denn Vögel spielen eine wesentliche Rolle für die biologische Vielfalt in Europa und tragen zu gesunden Ökosystemen bei. Seit 1979 schützt die Vogelschutzrichtlinie wild lebende Vogelarten und ihre Lebensräume in ganz Europa. Gleichzeitig werden diese Vorschriften mit den sozioökonomischen Bedürfnissen und Herausforderungen vor Ort, z. B. von Land- und Forstwirten sowie Fischern, in Einklang gebracht.
So enthalten die neuen Leitlinien von 2026 auch zwei Anhänge, die sich auf die Nonnengans und den Kormoran beziehen. Die Populationen dieser Arten haben sich in den letzten Jahren erheblich vergrößert, was zu Konflikten mit wirtschaftlichen Tätigkeiten wie Landwirtschaft und Fischerei geführt hat.
Die vorgelegten Leitlinien selbst sind allerdings rechtlich nicht bindend.
Massive Bejagung von Wildtieren ist ineffizient
Das massive Bejagen heimischer Wildtiere wie Füchse, Marder oder Rabenvögel ist als Mittel der Bestandsregulierung und zur Vermeidung von Schäden wirkungslos und ökonomisch ineffizient. Nicht zuletzt, weil solch eine intensive Bajagung meist sehr kostspielig ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Pariser Universität Sorbonne. Demnach scheinen die Tötungen sogar zerstörerisch in wichtige Öko-Prozesse einzugreifen.
Der Deutsche Tierschutzbund bewertet die französische Studie als wegweisende Analyse, die der Argumentation der Jägerschaft auch hierzulande ihre Grundlage entzieht. Der Verband ruft zum Umdenken im Umgang mit Wildtieren auf: Statt pauschaler Bejagung brauche es ein umfassendes evidenzbasiertes Wildtiermanagement unter Einbezug ökologischer, finanzieller und ethischer Aspekte, das auf Prävention und Vergrämung setze.
„Wer Tier- und Naturschutz ernst meint, muss bei diesen Ergebnissen aufhorchen. Statt weiter Geld für veraltete Jagdtraditionen und das Vergnügen einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe zu verschwenden, brauchen wir endlich einen tierschutzgerechten Umgang mit Wildtieren, der den komplexen Vorgängen in Ökosystemen angemessen ist”, kommentiert James Brückner, Leiter des Fachreferats für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund.
Für ihre Untersuchung werteten die französischen Wissenschaftler Daten aus sieben Jahren aus ganz Frankreich aus. Bei den meisten Tierarten hatten die Tötungen längerfristig keine Verringerung der Populationszahlen zur Folge. Auch die gemeldeten Wildtierschäden – unter anderem Ernteausfälle, gerissenes Geflügel, – verringerten sich demzufolge nicht – selbst dann nicht, wenn in einer Region die Bejagung gestoppt oder reduziert wurde.
Gleichzeitig weist der Tierschutzbund darauf hin, dass die Jagd auf Fuchs und Co. durch den Aufwand für Zeit, Transport, Material und Munition geschätzt über hundert Millionen Euro jährlich koste. Das entspräche knapp 64 Euro pro getötetem Tier. Die Kosten für Schäden hingegen beliefen sich nur auf 8-23 Millionen Euro.
In Deutschland würden jedes Jahr rund 450.000 Füchse, mehr als 70.000 Marder und mehrere Hunderttausend Rabenvögel durch Jäger getötet. Die aktuelle Studie legt nahe, dass dadurch wichtige Prozesse im Ökosystem gestört werden würden.
Deutscher Tierschutzbund
Forderung nach Nachtfahrverbot für Mähroboter erneuert
Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen auf smarte Garten-Technologien. So wächst auch die Zahl der Mähroboter stetig. Der steigende Einsatz dieser Gartenhelfer in privaten Gärten führt allerdings auch immer häufiger zu schlimmsten Verletzungen von Igeln, sowie anderen Reptilien und Amphibien. Nicht selten werden den ohnehin schon geplagten Wildsäugern ganze Gliedmaßen und andere Körperteile abgetrennt. Denn trotz der ausgefeilten Technologie erkennen die Geräte die Tiere nur unzureichend.
Den dämmerungs- und nachtaktiven Igeln wäre schon damit geholfen, wenn die Mähroboter lediglich tagsüber zum Einsatz kämen. So fordern nun zwölf Organisationen mit einem offenen Brief an den zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter .
„Dass Igel Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste stehen, ist ein Warnsignal, welches nicht überhört werden darf und dringenden Handlungsbedarf erfordert. Durch ein bundesweites Verbot des Einsatzes von Mährobotern von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, könnte das Risiko für den Tod zahlreicher Igel deutlich gesenkt werden”, so die unterzeichnenden Organisationen.
So erneuern sie ihre Forderung, das Nachtfahrverbot für Mähroboter als Schutzmaßnahme gesetzlich zu verankern. Eine bundesweite Regelung wurde zwar bei der in der letzten Legislatur geplanten Reform des Tierschutzgesetzes diskutiert und in Gesetzentwürfen festgehalten, scheiterte jedoch durch das Ampel-Aus. Zuletzt hatte auch der Städtetag ein bundesweites Verbot gefordert.
Immer häufiger werden verletzte Igel in Tierarztpraxen vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de Tierärzt:innen eine entsprechende Online-Fortbildung zu dem Wildsäuger an. Übrigens: noch bis zum 12. April 2026 gewähren wir 15% Osterrabatt auf nahezu alle Kurse des E-Learningportals.
Deutscher Tierschutzbund
Leitfaden klärt über Zuständigkeiten bei der Wildtierrettung auf
Frühlingszeit ist Jungtierzeit. Die engagierten Tierretter:innen haben aktuell viel zu tun. Über die Zuständigkeiten bei einer Wildtierrettung auf fremdem Grund und Boden klärt der aktuelle „Leitfaden Jungtierrettung“ des Tierparks Nordhorn auf.
Dieser beantwortet im Speziellen die wichtigsten Fragen rund um die Rettung von Gelegen von nicht jagdbaren Arten. Dazu gehören unter anderem Fasan, Stockente oder Rebhuhn. Bei den auf den zu mähenden Wiesen und Feldern gefundenen Gelegen, deren Anzahl nach Informationen des Tierparks in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, haben Jäger:innen ein Aneignungsrecht. Bei allen Nichtwildarten (z.B. Brachvogel, Kiebitz, etc.) ist die Aneignung verboten!
Es ist verboten, die Gelege dieser Arten zu zerstören oder zu entfernen. Die Jäger:innen bzw. andere Helfer:innen sind somit verpflichtet, diese zu kennzeichnen, so dass sie bei der Feldbearbeitung gesehen werden können. Bei der Feldbewirtschaftung müssen diese Areale dann von den Landwirt:innen ausgespart und geschützt werden. Diese Einschränkung müssen die Bewirtschafter:innen hinnehmen.
Diese und weitere Fragen werden im „Leitfaden Jungtierrettung“ beleuchtet, in der Hoffnung, mehr für Mensch und Tier zu erreichen.
Da gerade jetzt viele verletzte oder verwaiste Wildtiere in die Tierarztpraxis gebracht werden, bietet Myvetlearn.de eine vierteilige Kursreihe zu Wildtieren in der Praxis für Tierärzt:innen sowie eine separate Reihe für Tiermedizinische Fachangestellte an. Bei Buchung bis zum 12. April 2026 gilt auch auf diese Reihen ein Osterrabatt in Höhe von 15%.
Tierpark Nordhorn
ASP ist zurück in Sachsen
Seit dem 5. Februar 2026 galt Sachsen als frei von der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Da hier seit genau einem Jahr kein weiterer ASP-Ausbruch mehr verzeichnet worden war, entsprach die EU dem Antrag des Freistaates auf Aufhebung der Restriktionszonen. Keine zwei Monate später ist die Tierseuche erneut in Sachsen bei einem Wildschwein nachgewiesen worden.
Ende März 2026 war ein Wildschwein in den Königshainer Bergen verendet aufgefunden worden, das mit dem das Virus infiziert war. Nach Informationen der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen werde aktuell geprüft, ob es sich um einen Neueintrag handelt. Speziell ausgebildete Hunde und Drohnen haben mit der Suche nach weiterem Fallwild begonnen. Zudem ist der bereits gestartete Rückbau der Zäune im Umkreis von 10 Kilometern um den Fundort im Landkreis Görlitz unterbrochen worden.
„Der erneute Fall trifft uns hart, aber nicht unvorbereitet. Wir wollten eigentlich gerade allen an der erfolgreichen ASP-Bekämpfung Beteiligten unseren Dank aussprechen. Doch wir beginnen nun nicht bei Null. In den letzten fünfeinhalb Jahren haben wir viel Erfahrung im Umgang mit dieser Tierseuche gewonnen. Gemeinsam mit den regionalen Veterinärbehörden, den Jägern und Landwirten sind wir ein eingespieltes Team. Auf dieses enge Miteinander vertrauen wir erneut, um eine Ausbreitung dieser Tierseuche von dem neuen Fundort aus zu verhindern“, erklärte die für Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerin Petra Köpping.
Ministerium Sachsen
Hunde vor Fuchsräude schützen
Mit den warmen Temperaturen, die der Frühling voraussichtlich in den kommenden Tagen mitbringt, steigt auch das Risiko, dass sich die Fuchsräude (Sarcoptes-Räude) verbreitet. Die hochansteckende Krankheit, die durch Grabmilben (Sarcoptes scabiei) hervorgerufen wird, befällt in erster Linie Füchse, Waschbären und Steinmarder. Aber auch für Hunde und Katzen besteht ein großes Risiko, sich durch den Kontakt mit befallenen Füchsen, deren Bauen oder Kadavern anzustecken.
In Deutschland ist die Fuchsräude weit verbreitet, in einigen Regionen mit einer sehr dichten Fuchspopulation, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, gibt es eine Häufung von Fällen. Die Behörden im Landkreis Konstanz bekommen immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchsen, insbesondere in der Nähe von Siedlungen, sagt das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart. Auch innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, so ein Sprecher des dortigen Landratsamtes.
Erkrankte Füchse können Symptome wie Fellverlust (besonders an Rute und Rücken), blutig gekratzter Haut, Apathie sowie Verlust der Scheu zeigen. Befallene Hunde leiden ebenfalls unter massivem Juckreiz und Hautentzündungen. Um zu verhindern, dass sich Hunde anstecken, sollten Halter:innen ihre Vierbeiner möglichst von Fuchsbauten fernhalten und vor allem in betroffenen Gebieten anleinen. Bei Verdacht sollte sofort ein:e Tierärzt:in aufgesucht werden, da die Krankheit unbehandelt schwer verläuft.
Gerade in der Paarungszeit der Füchse besteht laut Ministerium ein besonders hohes Risiko, dass sich die Krankheit ausbreitet. Jedoch sei keine außergewöhnliche Häufung im Vergleich zu den Vorjahren zu beobachten.
Proplanta
Biozid verantwortlich für massive Bienenverluste in der Schweiz
Wegen einer Häufung von Bienenverlusten in der Schweiz im Jahr 2025 hat der Bienengesundheitsdienst (BGD) sieben Bienenproben analysiert, die auf Vergiftungen hindeuteten. In einer der Proben konnten die Expert:innen eine schwere akute Vergiftung durch ein Biozid nachweisen, die auf dem Wirkstoff Thiamethoxam und dessen Abbauprodukt Clothianidin zurückzuführen ist. Die Vergiftungserscheinungen waren bei drei Bienenvölkern eines Imkers festgestellt worden, die zu einer hohen Sterblichkeit bei den Bienen geführt hat.
Diese Wirkstoffe sind laut Angaben des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) in sechs Biozidprodukten enthalten, die für die professionelle Insektenbekämpfung verwendet werden. Einige dieser Produkte dienen der Abwehr von Fliegen und enthalten Zucker als Lockstoff, der wiederum auch Bienen anlockt.
Auch wenn aktuell aufgrund des Wegfalls zahlreicher Insektizide kaum Vergiftungen bei Bienen nachgewiesen werden, empfiehlt Simon Gisler vom BGD, die Entwicklung dennoch im Auge zu behalten. Denn es gäbe eine hohe Nachfrage nach neuen Insektiziden, für die möglicherweise auch vereinfachte Zulassungen gelten, so Gisler.
Nach Informationen des BGD konnte in vier Proben zudem eine außergewöhnlich hohe Virenbelastung festgestellt werden. Dass in mehreren Fällen auch schwarze, haarlose Bienen festgestellt wurden, lasse auf das Chronische Bienen-Paralyse-Virus (CBPV) schließen, so der BGD. CBPV ist eine ansteckende Viruserkrankung bei adulten Honigbienen, die zu zitternden, flugunfähigen, schwarzen, haarlosen Bienen und massivem Totenfall vor dem Flugloch führt.
Schweizerbauer
Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz beschlossen
Wie schon vorherzusehen war, hat der Bundesrat am vergangenen Freitag (27.03.2026) die Novelle des Bundesjagdgesetzes beschlossen. Das „Gesetz zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes“ sieht vor, dass nicht nur Problemwölfe leichter zu entnehmen sind, sondern auch, dass Jäger:innen Wolfsbestände unter bestimmten Voraussetzungen aktiv regulieren können. Sobald feststeht, dass Wölfe Nutztiere gerissen haben, gelten die Beutegreifer nach dem neuen Bundesjagdgesetz als Problemwölfe und dürfen ganzjährig entnommen werden.
Die Zahl der Wolfspopulationen und der Risse von Nutztieren ist in den vergangenen Jahren gestiegen. So wurden im Jahr 2024 rund 4.300 Nutztiere, überwiegend Schafe und Ziegen, von den Raubtieren getötet.
Für alpine Regionen und an den Deichen gelten jedoch Ausnahmebestimmungen. So können die Länder, in denen kein günstiger Erhaltungszustand gilt, zur Vermeidung von Weidetierrissen nicht schützbare Weidegebiete ausweisen. In Regionen mit einem günstigen Erhaltungszustand sind die zuständigen Behörden künftig verpflichtet, revierübergreifende Managementpläne aufzustellen, die gewährleisten, dass trotz Jagd der günstige Erhaltungszustand des Wolfes erhalten bleibt.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erklärt: „Niemand will den Wolf ausrotten, er hat sich bei uns als Teil der Tierwelt etabliert. Wenn aber Weidehaltung vielerorts schlicht nicht mehr stattfinden kann, haben wir einen klaren Handlungsauftrag. Künftig gibt es klare, praxistaugliche Regeln und Rechtssicherheit im Umgang mit dem Wolf. Ich freue mich, dass der Bundesrat meinem Gesetzentwurf zugestimmt hat – das ist ein guter Tag für alle Betriebe mit Weidehaltung.“ Der Deutsche Bauernverband (DBV) drängt nun auf eine zügige Bundesverordnung mit klaren Vorgaben zu Entnahmequoten, Weidegebietskriterien und Zumutbarkeit der Zäunung.
Nach fünf Jahren muss die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag berichten, inwieweit sich die neuen Regelungen bewährt haben oder ob sie anzupassen sind.
BMELH
Baden-Württemberg startet ASP-Früherkennungsprogramm
Im September 2020 ist erstmals in Deutschland die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein nachgewiesen worden. Seit inzwischen fünfeinhalb Jahren hat sich die für Schweine hochansteckende Tierseuche in vielen Bundesländern ausgebreitet.
Dank umfassender Präventionsmaßnahmen ist das Land Baden-Württemberg bislang von massiven ASP-Ausbrüchen verschont geblieben, wie Landwirtschaftsminister Peter Hauk erklärt. Hier ist jetzt auch ein neues Früherkennungsprogramm gestartet, um unter anderem Erregereinträge in Schweinebestände zu verhindern. Im Fokus des Programms stehen regelmäßige Betriebsinspektionen und eine Verstärkung der Biosicherheitsmaßnahmen.
„Mit der Teilnahme am Früherkennungsprogramm ASP verpflichten sich schweinehaltende Betriebe zur Einhaltung bestimmter Voraussetzungen, wie eine regelmäßige Betriebsinspektion, verstärkter Biosicherheitsmaßnahmen oder regelmäßiger ASP-Erregeruntersuchungen. In der Folge erhalten diese Betriebe einen Status, der sie in die Lage versetzt, auch bei Einrichtung von Sperrzonen ohne Zeitverzug Tiere zu verbringen. Weitere Vorteile, die sich aus der Teilnahme am Programm ergeben, sind auch die Früherkennung eines eventuellen Seuchengeschehens und, durch die verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen, auch die Verhinderung des Eintrags der Seuche in Schweinebestände“, so Hauk.
Das europäische Tiergesundheitsrecht verbietet das Verbringen von Schweinen aus Betrieben, die in einer ASP-Sperrzone liegen, zunächst grundsätzlich. Ausnahmen bestehen für Betriebe, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. „Schweinehaltende Betriebe, die an dem Früherkennungsprogramm ASP teilnehmen, erfüllen die entsprechenden Voraussetzungen und können Schweine ohne zeitliche Verzögerung aus der Sperrzone verbringen. Nur so können Schweinehalter erhebliche wirtschaftliche Verluste wirksam verhindern“, sagt der Minister.
Das Früherkennungsprogramm besteht einerseits aus Betriebsinspektionen, die in dreimonatigem Abstand im schweinehaltenden Betrieb zwecks Überprüfung der Biosicherheit durchgeführt werden. Außerdem werden sogenannte Falltiere regelmäßig an den Untersuchungsämtern des Landes untersucht. Zusätzlich können Schweinehalter:innenn beim Einstieg in das Verfahren die Beratung des Schweinegesundheitsdienstes in Anspruch nehmen. Die Kosten für diese Beratung übernimmt das Land.
Für Tierärzt:innen bietet Myvetlearn.de die Online-Fortbildung Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung – Schweinebestände an.
Baden-Württemberg.de
Forster-Steinberg-Stiftung zeichnet Tierschutzprojekte aus
Alle zwei Jahre zeichnet die 2019 gegründete Forster-Steinberg Stiftung akademische Abschlussarbeiten, besondere Leistungen im Tierschutz sowie Forschungen, die dem ethischen 3R-Prinzip verpflichtet sind, aus.
Bereits im Februar 2026 wurden vier Preisträgerinnen mit dem Forschungspreis 2025/26 ausgezeichnet. Für ihr Universitäres Strategiemodell zur 3R-Implementierung (UNI3R) erhielten Herwig Grimm und Kerstin Auer (beide Vetmeduni Wien) sowie Anna-Caroline Wöhr und Helen Louton (beide LMU München) den diesjährigen Forster-Steinberg-Preis.
Einer der Studierendenpreise der Stiftung ging in diesem Jahr an die Münchener Doktorandin Katja Schmitt für ihre Dissertation „Wildtier gefunden – Was tun?“ – ein interaktives, multimediales Tutorial für die Öffentlichkeit und Polizei, Feuerwehr und sonstige Einsatzkräfte. Ebenfalls wurden Dominik Hajosi und Jennifer Rao (beide Vetmeduni Wien) für ihre Dissertation bzw. Masterarbeit mit dem Forster-Steinberg-Studierendenpreis ausgezeichnet.
Die Forster-Steinberg-Stiftung fördert die ausgezeichneten Projekte in einer Gesamthöhe von über 300.000 Euro.
LMU München
Vetmeduni Wien
Wildbienen sind Hauptwirte für Bienenvirus
Das Akute Bienenlähmungs-Virus befällt Honigbienen. Die infizierten Insekten verlieren innerhalb kürzester Zeit die Fähigkeit zu fliegen, zittern und sterben innerhalb weniger Tage. Ein Befall mit dem Erreger kann zu einem raschen Zusammenbruch eines ganzen Volkes führen.
Das hauptsächliche Wirtsinsekt ist jedoch nicht die Honigbiene selbst, sondern die Steinhummel. Das ist das Ergebnis einer Feldstudie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Georg-August-Universität Göttingen. Demnach können auch Wildbienen Wirte für Viren sein und damit theoretisch zur Infektion von Honigbienen beitragen.
Wahrscheinliche Übertragungsorte des Akuten Bienenlähmungs-Virus sind blühende Wiesen im Sommer, auf denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insektenarten zusammentreffen. „Dort kommen die Insekten auf der Suche nach Nahrung mit eventuell virenbelastetem Material in Kontakt, zum Beispiel Pollen und Nektar“, sagt der Biologe Prof. Dr. Robert Paxton von der MLU.
Die Forschenden haben Daten an 32 Standorten in Niedersachsen und Hessen gesammelt und umfangreich ausgewertet. Mit Hilfe eines Virus-Screenings analysierten die Wissenschaftler:innen mehr als 1.700 Insekten, um herauszufinden, wie stark jede Art zur Verbreitung verschiedener Viren beiträgt. Die Forschenden berechneten für jede Kombination aus Virus und Bienenart punktgenau, wie leicht sich das Virus ausbreiten kann und wie stark jede Bienenart potenziell zur Verbreitung der Viren beiträgt. Unter anderem gelang es ihnen, drei bekannte Bienenviren und die wichtigsten Wirtsinsekten zu identifizieren.
Diese neuen Erkenntnisse könnten einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Viruskrankheiten bei Insekten leisten.
Uni Halle
ASP-Viren in südkoreanischem Schweinefutter entdeckt
Südkorea scheint die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht in den Griff zu bekommen. Seit Anfang 2026 wurde die hoch ansteckende Tierseuche in dem ostasiatischen Land bereits in 22 Betrieben nachgewiesen – in deutlich mehr Betrieben als im Vorjahr.
Die Situation wird aktuell noch durch die Entdeckung von ASP-Viren in Schweinefutter verschärft. Nach Information des Nachrichtenmagazins Korea Times geht die südkoreanische Regierung davon aus, dass Blutplasma eines infizierten Schweines in dem Futter verarbeitet worden ist. Die Regierung hat einen Rückruf und die Entsorgung der gesamten 490 Tonnen Futtermittel des entsprechenden Herstellers angeordnet. Sämtliche Chargen seien vernichtet worden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilt.
Zudem hat die Regierung beschlossen, die Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinezuchtbetrieben, Schlachthöfen und Futtermühlen deutlich zu verschärfen.
Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die 9-teilige Online-Reihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 4 beschäftigt sich mit Schweinebeständen.
Topagrar
Newcastle-Krankheit im Berliner Zoo nachgewiesen
Die Newcastle-Disease (ND) breitet sich weiter in Deutschlands aus. Nachdem der bayerische Landkreis Rottal-Inn einen positiven ND-Nachweis in einem Geflügelbetrieb mit 15.000 Tiere gemeldet hat, ist die Zahl der bestätigten ND-Ausbrüche in Brandenburg inzwischen auf elf gestiegen.
Nun hat der Berliner Zoo ebenfalls einen ersten Fall der Newcastle-Krankheit gemeldet. Bei einem verendeten Wallichfasan ist die Krankheit nachgewiesen worden. Wie der Zoo berichtet, seien umgehend Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Infektionen eingeleitet worden, unter anderem wurden weitere Vögel beprobt sowie Hygieneschleusen eingerichtet.
Geflügelnews
Osterfeuer stellen Gefahr für Wildtiere dar
Am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond wird das Osterfest gefeiert. In diesem Jahr fällt der Karsamstag auf den 4. April 2026. Traditionell werden in der Nacht zu Ostersonntag in vielen Ortschaften auch wieder Osterfeuer brennen. Die schon Wochen vor dem Osterfest aufgehäuften Holzstapel stellen für Wildtiere jedoch eine große Gefahr dar. Auf Kleinsäuger, Vögel, Amphibien und Reptilien nämlich wirken die Haufen wie vermeintlich sichere Verstecke sowie gute Brut- und Nistplätze.
„Sie bieten Schutz vor Wind und Wetter und werden nicht selten als Nist- oder Rückzugsort genutzt“, erklärt der Naturschutzbund NABU. Naturschützer:innen raten daher zu einer besseren Vorbereitung und bewussteren Durchführung der Osterfeuer. „Gerade in einer Zeit, in der wir vielerorts über den Rückgang von Arten sprechen, sollten wir sehr genau überlegen, ob solche Veranstaltungen noch zeitgemäß sind“, erklärt ein Sprecher des NABU Niedersachsen in Hannover.
In jedem Fall sollten die Veranstalter:innen unbedingt darauf achten, dass das Holz erst kurz vor dem Abbrennen aufgeschichtet wird. Bereits vorbereitete Haufen sollten vor dem Anzünden AUF JEDEN FALL sorgfältig umgesetzt werden, damit Tiere noch fliehen können.
Domradio
CDU fordert Abschussprämie für Waschbären
In Deutschland wird die Waschbärpopulation zunehmend zu einem Problem. Die invasive Art hat hierzulande kaum natürliche Feinde, weshalb sich die Tiere ungestört vermehren. Dies gefährdet auch zunehmend unsere heimische Flora, da die Waschbären als Allesfresser auch Nester plündern oder Amphibien und Reptilien fressen. Außerdem dringen sie häufig in Gebäude ein, beschädigen Dächer oder durchwühlen Mülltonnen.
Die CDU-Fraktion argumentiert deshalb, dass die Jagd auf Waschbären stärker gefördert werden sollte. Als mögliches Vorbild wird eine Prämie für Nutria genannt: Jäger könnten für jedes erlegte Tier Geld bekommen, um die Bejagung effektiver zu machen und die Population zu begrenzen.
Der Vorschlag ist umstritten. Kritiker bezweifeln, dass Abschüsse die Population langfristig verringern, weil sich die Tiere schnell wieder vermehren können. Zudem gibt es auch Ansätze, die ohne Töten auskommen, etwa Programme zum Einfangen und Sterilisieren der Tiere. Die Debatte zeigt mal wieder, wie schwierig der Umgang mit invasiven Arten ist: Auf der einen Seite steht der Schutz der heimischen Ökosysteme, auf der anderen Seite gibt es Bedenken aus Tierschutzsicht gegen eine intensivere Jagd.
Unter anderem um Waschbären und ihre Entnahme aus der Natur geht es auch in dem Kurs Rechtliche Grundlagen zum Umgang mit Wildtieren mit Anwendungsbeispielen (Jagdbares Wild, invasive Arten) auf Myvetlearn.de. Dieser richtet sich an Tierärzt:innen und Tiermedizinische Fachangestellte.
Spiegel
TiHo entwickelt Wildtier-App
Mit dem Frühling steigt die Wahrscheinlichkeit, ein vermeintlich hilfsbedürftiges Wildtier zu entdecken, sei es ein hilfloses Jungtier oder ein verletztes Tier. Doch wie kann man sicher sein, eingreifen zu müssen? Um Tierfreund:innen in solchen Situationen zu helfen, hat die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) die kostenlose App „Wildtier-SOS“ entwickelt. Sie unterstützt Menschen dabei, schnell einzuschätzen, ob ein Wildtier tatsächlich Hilfe braucht oder ob sein Verhalten ganz natürlich ist.
Die App stellt Nutzer:innen wenige einfache Fragen zur Situation und zum gefundenen Tier. Anhand der Antworten hilft sie dabei, die Tierart oder zumindest die Tiergruppe einzugrenzen und erklärt, wie man sich richtig verhält. So lässt sich zum Beispiel klären, ob ein scheinbar allein gelassenes Rehkitz wirklich in Not ist oder ob seine Mutter wahrscheinlich bald zurückkehrt – in vielen Fällen wäre ein Eingreifen sogar schädlich.
Wenn tatsächlich Hilfe nötig ist, zeigt die App passende Anlaufstellen in der Nähe an, etwa Wildtierstationen, Tierkliniken, Behörden oder Notdienste wie Polizei und Feuerwehr. Dadurch können Tiere schneller fachgerecht versorgt werden, und Menschen wissen sofort, an wen sie sich wenden können. Gleichzeitig trägt die App dazu bei, unnötige Eingriffe in die Natur zu vermeiden, denn gut gemeinte Rettungsversuche können Wildtiere stressen oder sogar ganze Populationen beeinträchtigen.
Das Projekt wurde mit rund 250.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und steht kostenlos für Android und iOS zur Verfügung. Ziel ist es, Tierfreund:innen eine einfache Orientierung zu geben – damit echte Notfälle schneller Hilfe bekommen und Wildtiere möglichst ungestört in ihrer natürlichen Umgebung bleiben können.
TiHo
Tiere wenden Mechanismen zur Anpassungen an den Klimawandel an
Der Klimawandel hat zahlreiche Auswirkungen auf die Tierwelt. So haben sich unter anderem die Brutzeiten teilweise deutlich verschoben. Frühere oder spätere jahreszeitliche Entwicklungsprozesse von verschiedenen Tierarten können durch Temperaturveränderungen teils massiv beeinflusst werden. Das ergab eine aktuelle Metastudie von Forschenden aus mehr als 60 Forschungseinrichtungen unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), der James Cook University sowie des University College Cork. Dabei nutzten die Forschenden Daten aus 15 bis 25 Jahren.
Die internationalen Wissenschaftler:innen haben mehr als 200 wissenschaftliche Untersuchungen an 73 Vogel-, Reptilien- und Säugetierarten durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Phänologie (jahreszeitlichen Entwicklungserscheinungen), der Morphologie sowie der Bestandentwicklungen zu beleuchten. Die Analysen ergaben, dass die Phänologie sehr sensibel auf Temperaturveränderungen reagiert, was für viele Arten einen Mechanismus zur Bewältigung des Klimawandels darstellt.
„Die Mehrzahl der Studien zeigte zudem, dass Temperatur-induzierte Verschiebungen in der Phänologie adaptive Reaktionen sind. Das bedeutet, dass die Anpassungen funktionierende Bewältigungsmechanismen für den Klimawandel sind, indem beispielsweise die Verschiebung des tatsächlichen Zeitpunkts des Eierlegens einer Vogelart mit der Verschiebung des optimalen Zeitpunkts für das Eierlegen einhergeht“, erklärt Dr. Viktoriia Radchuk vom Leibniz-IZW, Erstautorin der Meta-Studie.
Andererseits scheinen die Klimaveränderungen keine eindeutigen Effekte auf die Morphologie der untersuchten Tiere zu haben. Die Forschenden nehmen an, dass sich Veränderungen in Körperbau oder Größe deutlich langsamer einstellen als phänologische Veränderungen.
Die Meta-Studie zeigt jedoch auch eine nennenswerte Zahl an Fehlanpassungen an den Klimawandel auf. „Der Effekt der Erwärmung auf die Phänologie ist sehr klar, die Auswirkungen auf die Tierwelt jedoch heterogen“, sagt Dr. Tom Reed vom University College Cork in Irland, einer der Seniorautoren der Studie. „Wir haben es wohl vorrangig mit sogenannter Plastizität von Merkmalen zu tun und, in den untersuchten Zeiträumen, noch nicht mit evolutionären Prozessen. Phänologische Merkmale können von den Tieren offenkundig ausreichend flexibel angepasst werden“.
Die Meta-Studie sei jedoch lediglich ein Schlaglicht in die hochkomplexe Welt der Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt, betont Dr. Martijn van de Pol von der James Cook University in Australien, der zweite Seniorautor der Studie. Dennoch liefere dieser Datensatz dringend benötigte Informationen, die es ermöglichen, mechanistische Modelle für die Populationsdynamik zu erstellen und die Auswirkungen des Klimawandels vorherzusagen – eine Aufgabe, die heute so wichtig ist wie nie zuvor.
Leibniz-IZW
Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht beschlossen
Der Wolf wird als grundsätzlich jagdbare Tierart ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes hat der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in der vergangenen Woche zugstimmt.
Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf soll das Ziel verfolgt werden, die bestehenden Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren vor Wölfen, insbesondere des präventiven Herdenschutzes, um die Option der Bejagung als Teil eines Bestandsmanagements zu ergänzen und so dem Anliegen einer tragfähigen Balance zwischen den Interessen der Wirtschaftsbeteiligten an der Vermeidung von Schäden sowie dem Interesse der Allgemeinheit am Schutz des Wolfs Rechnung zu tragen.
Mit dem Beschluss könnte das Gesetz noch vor Beginn der diesjährigen Weidesaison in Kraft treten. Die weiteren Termine im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren sind nur noch eine reine Formsache.
Mit der Gesetzesänderung sollen die Regelungen zur Jagd auf den Wolf bundesweit einheitlich vollzogen werden. In einem Entschließungsantrag von Union und SPD zur Änderung des Bundesjagdgesetzes werden die Länder angehalten, mehr Haushaltsmittel für Herdenschutzmaßnahmen zu verwenden. Weiterhin sieht der Antrag einige Klarstellung von Formulierungen im Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Für den Begriff „günstiger Erhaltungszustand“ soll auf die Definition im EU-Recht verwiesen werden. Liegt dieser Zustand bei einer Population nicht vor, soll die zuständige Behörde Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung ergreifen.
Wie Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) in einer Sachverständigenanhörung im Ernährungsausschuss zu Beginn der Woche erklärte, müsse schnell und unbürokratisch gehandelt werden, um Problemwölfe möglichst zu erlegen. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf werde spät, aber nicht zu spät, einer sich veränderten Wirklichkeit Rechnung getragen. Herdenschutz bleibe jedoch weiterhin notwendig und müsse dauerhaft gefördert werden, so der DJV-Präsident.
Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt die Gesetzesnovelle. Die Landwirtschaft brauche beim Wolf endlich Rechtssicherheit statt unverbindlicher Absichtserklärungen, mahnte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Notwendig sei zudem eine generelle Entnahmequote von 40 % des Wolfzuwachses. In Regionen, in denen Herdenschutz technisch oder wirtschaftlich nicht vertretbar sei, müsse sichergestellt werden, dass sich keine Wölfe ansiedelten.
Deutscher Bundestag
Agrarheute
Zehntausende Brillenpinguine in Südafrika verhungert
Hat den Brillenpinguinen in Südafrika die letzte Stunde geschlagen? In jedem Fall sind die Tiere massiv bedroht und das Aussterben der Art innerhalb weniger Jahre durchaus möglich. Rund 62.000 dieser Afrikanischen Pinguine sind bereits verschwunden – vermutlich aufgrund des sich durch den Klimawandel immer weiter verringernden Nahrungsangebotes. Die Pinguine fressen vor allem Sardinen. Doch wird das Laichverhalten der Fische zunehmend durch die steigenden Temperaturen und veränderten Salzgehalte als Folge des Klimawandels negativ beeinflusst, was sich entsprechend auf die Nahrungsgrundlage der Pinguine auswirkt. Hinzu kommt die große Konkurrenz durch den Menschen durch die Überfischung der Bestände, wie der SWR berichtet.
SWR
Mecklenburg-Vorpommern fördert Tierheime weiter
Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern können noch bis zum 31. März einen Antrag auf Förderung stellen. Antragsberechtigt sind alle Einrichtungen, die Fundtiere und sichergestellte Tieren sowie Wildtiere unterbringen.
Die Zuwendungen aus dem Landeshaushalt können für Neu-, Erweiterungs-, Aus- und Umbauten sowie Modernisierungen beantragt werden. Das Land unterstützt zudem die Verbesserung hygienischer und energetischer Funktionalität sowie der Ausstattung, der Ausgestaltung und Ausrüstung von Tierunterbringungsplätzen mit bis zu 90 Prozent der Ausgaben. Die fünfjährige Zweckbindung ab der letzten Auszahlung verbietet eine Veräußerung, Verpachtung oder zweckentfremdete Verwendung der geförderten Investitionen während dieses Zeitraumes.
„Aufgrund regelmäßiger Besuche kenne ich den Zustand der Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern und weiß um die Notwendigkeit von dringenden Investitionen. Daher setze ich mich für eine kontinuierliche Unterstützung aus dem Landeshaushalt ein. Auch für den nächsten Doppelhaushalt wurden entsprechende Mittel angemeldet. Denn Ehrenamt und Tierschutz sind unverzichtbare Säulen einer solidarischen und verantwortungsvollen Gesellschaft“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
Ministerium Mecklenburg-Vorpommern
Spanien: ASP-Nachweise außerhalb der Ausbruchszone
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Spanien weiter aus. Nach dem ersten Ausbruch der Tierseuche Ende November 2025 in der Region Barcelona, wurden innerhalb des Restriktionsgebiets rund 155 mit ASP-infizierte Wildschweine gefunden.
Nun sind erstmals zwei an der ASP verendete Wildscheine außerhalb des ursprünglichen Ausbruchsgebiets entdeckt worden. Die Tiere wurden in der Nähe der westlich gelegenen Städte El Papiol und Molins de Rei im Großraum Barcelona gefunden. Als Reaktion auf die Funde schränkten die katalanischen Behörden Personen- und Viehtransporte weiter ein.
„Es war zu erwarten, dass irgendwann eines der Wildschweine nach Süden ziehen würde“, erklärt der Leiter der katalanischen Landwirtschaftsbehörde, Oscar Ordeig.
Schweizerbauer
Fangprämien für Waschbären und Nutrias sollen Population reduzieren
Nutrias haben in Deutschland keine natürlichen Feinde und können sich daher zahlreich vermehren. So auch in Teilen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens, wo die invasiven Biberarten seit Januar 2024 ganzjährig bejagt werden dürfen. Gleichzeitig wächst auch die Nachfrage nach dem fettarmen Fleisch der einst für ihre Pelze gezüchteten Nutrias stetig, sodass sich die Jagd auf die Nager lohnt.
Da sich die Art in vielen Regionen explosionsartig vermehrt hat, werden die Tiere mit speziellen Lebendfallen gefangen, die in der Regel mit einem Meldesystem versehen sind, und anschließend erschossen. In einigen Regionen haben Gemeinden und Städte das „Kopfgeld“ auf Nutrias erhöht, in Hamburg wurde die Fangprämie sogar von 7 auf 14 Euro verdoppelt. Zudem hat die Stadt das Jagdgebiet ausgeweitet. In Niedersachsen sind im Jagdjahr 2024/2025 rund 19,5 % mehr Nutrias als im vorherigen Jagdjahr erlegt worden (knapp 54.000).
Auch die Waschbärpopulation nimmt in einigen Regionen Deutschlands immer mehr zu und entwickelt sich zu einem größeren Problem, so auch in Hamburg. Hier werden zunehmend Waschbären in der Stadt gesichtet. Die Deutsche Wildtier-Stiftung geht davon aus, dass die invasive Art heimische Tiere wie Singvögel, Amphibien und Reptilien immer mehr zurückdrängt. Zudem übertragen Waschbären Parasiten, plündern Nistplätze und Mülltonnen und beschädigen Dachisolierungen.
Die CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft setzt sich daher in einem Antrag für ein „konsequentes Management“ der invasiven Art ein. Analog zur Fangprämie plädiert die Partei für eine Waschbär-Prämie, um die effektive Bejagung der invasiven Art zu fördern, heißt es in dem Antrag. Das Beispiel Nutria zeige, wie schnell es zu einer schädlichen Überpopulation einer invasiven Art in Hamburg gekommen ist, erklärt Ralf Niedmers, jagdpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.
Kranke oder geschwächte Wildtiere werden auch häufiger in der Tierarztpraxis vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de die ATF-anerkannte E-Learningreihe Wildtiere in der Tierarztpraxis an, bei der sich Tierärzt:innen online fortbilden können. Eine separate Reihe richtet sich an Tiermedizinische Fachangestellte. Beide Kursreihen enthalten zudem zahlreiche interaktive Elemente, die einerseits den Spaß steigern und andererseits die Bearbeitung der Inhalte intensivieren
Westfälischer Anzeiger
Sat1
HPAI seit 20 Jahren in Deutschland
Vor beinahe genau 20 Jahren hat das hochpathogene aviäre Influenzavirus (HPAIV) vom Typ H5N1 erstmals in Deutschland für Ausbrüche gesorgt. Am 14. Februar 2006 waren auf der Insel Rügen die ersten beiden Singschwäne tot aufgefunden und positiv auf das Virus getestet worden. Danach ist das Virus auf zahlreiche weitere Wildvögel und die ersten Geflügelbestände übergesprungen, auch ein Steinmarder und zwei Freigänger-Katzen waren betroffen.
Die ersten HPAIV-Ausbrüche in Deutschland bedeuteten auch den Start von Real-Time PCR für die schnelle und sichere Diagnostik großer Probenzahlen im Rahmen eines solchen Ausbruchsgeschehens. In den vergangenen Jahren wurde die Diagnostik jedoch perfektioniert und Next-Generation-Sequencing (NGS) erlaubt das schnelle Erfassen ganzer H5N1-Genome in kürzester Zeit – ein enormer Vorteil für die Einschätzung des Zusammenspiels von Umwelt, Wildvogelpopulationen und Biosicherheit in Nutztierhaltungen. Zudem wurde die Kommunikation professionalisiert und Abläufe zwischen Behörden sind heute weitgehend harmonisiert.
Leider hat sich auch das Virus weiterentwickelt, was zu einer weltweiten Ausbreitung geführt hat. Die Aktualität des Themas Aviäre Influenza (AI) ist keineswegs gebrochen, nicht zuletzt, weil HPAI-Viren Euterentzündungen bei tausenden Milchkühen in den USA und zuletzt in den Niederlanden verursacht haben. Aber das Virus breitet sich nach wie vor unter verschiedenen Wildvogelarten aus: einerseits führte das Virus in Brutkolonien von Küstenvögeln zu erheblichen Verlusten, nur wenige Monate später, im Herbst und Winter 2025/26, verstarben allein in Deutschland und weiteren Teilen Europas tausende Graukraniche.
Der Schutz von Wildvogelpopulationen und Geflügelbeständen, wirtschaftliche Folgen sowie das Monitoring möglicher zoonotischer Risiken der HPAI Viren und der Schutz des Menschen stellen weiterhin große Herausforderungen dar. Zu diesen Themen forscht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in vielen internationalen Verbundprojekten weiter intensiv. Es berät Entscheidungsträgerinnen und -träger in der Seuchenbekämpfung, erarbeitet optimierte diagnostische Konzepte, führt Daten zusammen und analysiert sie. Monatliche aktualisierte Risikoabschätzungen unterstützen Geflügelhaltende, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Vogelschützende in der Bekämpfung und Prävention vor Ort.
FLI
Sachsen ist offiziell ASP-frei
Seit dem 5. Februar 2026 ist der Freistaat Sachsen offiziell frei von Afrikanischer Schweinepest (ASP). Wie die für Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerin Petra Köpping in der vergangenen Woche erklärte, liege der letzte offiziell bestätigte ASP-Fall genau ein Jahr zurück.
„Von uns fällt eine große Last ab. Fünfeinhalb Jahre ASP-Bekämpfung waren für die Beteiligten ein unglaublicher Kraftakt, den wir erfolgreich gemeistert haben. In den ersten drei Jahren haben wir diese Krise noch parallel zur Corona-Pandemie gemanagt. Ich danke allen Beteiligten bei mir im Haus, in der Landesuntersuchungsanstalt, in der Landesdirektion, den Veterinärämtern vor Ort, der Jägerschaft, den Land- und Forstwirten. Es war eine sehr kollegiale und fachlich fundierte Zusammenarbeit. Dank dieser können wir heute das Ende dieser Tierseuche im Freistaat erklären“, so die Ministerin.
Seit dem ersten Ausbruch der Tierseuche im Herbst 2020 wurden in Sachsen insgesamt rund 2.400 ASP-Fälle nachgewiesen. Neben der Errichtung von mehr als 830 Kilometer Schutzzäune, von denen inzwischen rund 480 Kilometer Zäunung zurückgebaut werden konnten, hat der vielfache Einsatz von Kadaversuchhunden und Drohnen sowie hunderte Ernte- und Drückjagden zu einer massiven Reduzierung der Wildschwein-Bestände geführt, so Köpping weiter. Insgesamt hat der Freistaat rund 60 Millionen Euro für die ASP-Bekämpfung aufgebracht.
„Besonders froh bin ich über die Tatsache, dass ein Eindringen des Virus in Hausschweinbestände erfolgreich verhindert wurde. Die Landwirte haben in ihren Betrieben sehr akkurat auf Biosicherheit und Hygiene geachtet. Das wird auch in Zukunft nötig sein, damit das Virus nicht doch einen Weg in diese Bestände findet. Denn nicht nur in Ost- und Südeuropa, sondern auch in den westlichen Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell ASP-Ausbrüche. Deshalb gilt weiter: Essensreste dürfen nicht wahllos weggeworfen werden, sondern gehören in geschlossene Behälter. Tote Wildschweine sollten sofort dem örtlichen Veterinäramt gemeldet werden“, betonte die Ministerin abschließend.
Medienservice Sachsen
Zusammenarbeit von Biologin und Landwirt soll Brachvogel retten
Der Brachvogel ist ein norddeutsches Wahrzeichen, aber leider auch vom Aussterben bedroht. Um ihn zu retten, haben sich eine Biologin und ein Landwirt in der Eider-Treene-Sorge-Niederung in Schleswig-Holstein zusammengetan. Das Engagement der Beiden für ein Stückchen heile Heimat dokumentiert die NDR Doku in „die nordstory“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) einfühlsam und beeindruckend.
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Zoos unterstützen die Rückkehr bedrohter heimischer Arten
Am 7. Februar wird jedes Jahr der Internationale Reverse the Red Day gefeiert. An diesem Tag machen die Zoos und Naturschutzorganisationen auf die Naturschutzbemühungen aufmerksam, um den Trend des Verlusts der biologischen Vielfalt umzukehren. Ziel der Zoos ist es, dass Arten auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN in weniger bedrohte Kategorien zurückgestuft werden und das Risiko des Aussterbens der gefährdeten Arten verringert wird. Gefährdete Arten sollen wieder eine Zukunft haben.
„Wir wissen, dass Artenschutz wirkt – wenn wir ihn konsequent betreiben und zusammenarbeiten“, sagt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Zoos leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie sichern genetische Vielfalt, ermöglichen Wiederansiedlungen und sensibilisieren Millionen Besucherinnen und Besucher für den Schutz der Natur.“
So zeigen die Bemühungen der Organisationen schon zahlreiche positive Ergebnisse: Nachdem beispielsweise die Przewalski-Pferde in der Natur bereits als ausgestorben galten, konnte das koordinierte Europäische Zuchtprogramm unter Beteiligung einer Vielzahl von Zoos dazu beitragen, dass die Art heute wieder durch die Steppen der Mongolei und Kasachstans streifen.
Auch die Vietnamesische Krokodilschwanzechse, von der es in freier Wildbahn nur noch wenige Exemplare gab, profitiert vom Austausch wissenschaftlich geführter Zoos. Durch ein Erhaltungszuchtprogramm des Kölner Zoos konnten schon annähernd 50 Nachzuchten in zweiter Generation aufgezogen werden. Zwölf Tiere wurden im Herbst 2025 nach Vietnam zurückgeführt und stehen dort für das erste Wiederauswilderungsprogramm bereit.
OTS
Bayern fördert Neubau der Reptilienauffangstation
Das Bayerische Umweltministerium fördert den Neubau der Reptilienauffangstation mit knapp 15 Millionen Euro. Die Auffangstation wurde 2001 gegründet und ist ursprünglich aus dem Institut für Zoologie der tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München hervorgegangen. Mit jährlich rund 1.000 aufgenommenen und weitervermittelten Tieren ist dies Deutschlands größte Auffangstation für exotische Heimtiere. Die Auffangstation engagiert sich neben dem Tierschutz auch für Ökologie und Artenschutz.
„Der Fortbestand der Reptilienauffangstation ist uns ein Herzensanliegen. Klar ist: Die bisherigen Räumlichkeiten stoßen an ihre Grenzen. Mit den Fördermitteln ist der Weg frei für eine moderne Auffangstation, die auf die große Zahl und die besonderen Bedürfnisse der Tiere zugeschnitten ist. Ich danke dem Team der Reptilienauffangstation für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Tiere“, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber am Mittwoch bei der Übergabe des Förderschecks an den Verein Auffangstation für Reptilien München e.V. in der Landeshauptstadt.
Staatskanzleiminister Dr. Florian Herrmann sagte: „Die Einrichtung ist eine unverzichtbare Anlaufstelle für Tier- und Artenschutz: Hier werden aufgefundene, beschlagnahmte oder abgegebene exotische Tiere fachkundig versorgt. Darüber hinaus werden Einsatzkräfte und Behörden seit Jahren geschult.“
Die neue Reptilienauffangstation entsteht in der Gemeinde Neufahrn im Landkreis Freising. Bereits im Vorfeld hat das Bayerische Umweltministerium den Grundstückskauf und die Planungen für den Neubau mit einer Förderung von rund 800.000 Euro ermöglicht. Zudem unterstützt der Freistaat die Reptilienauffangstation jährlich mit 340.000 Euro.
„Dank der großartigen Unterstützung des Freistaats Bayern kann unsere Auffangstation zu einem echten internationalen Vorzeigeprojekt werden“, freut sich Leiter der Station Dr. Markus Baur. „Mit den Fördermitteln kann die Einrichtung ihre umfangreichen Ausbaupläne tiergerecht und gleichzeitig umweltschonend umsetzen.“
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Naturschutzmaßnahmen mit Wildtieren verbessern
Die Naturschutzmedizin (Conservation Medicine) beschäftigt sich unter anderem mit der Gesundheit von Menschen und Tieren im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren und ökologischen Herausforderungen. Friederike Pohlin betreibt am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) Forschung an freilebenden Tieren aller Größenordnungen. Ihr Ziel sind unter anderem die Verbesserung von Naturschutzmaßnahmen mit Wildtieren. „Mein Team setzt sich für wirksame und humane Wildtierschutzmaßnahmen ein“, erklärt die neue FIWI-Assistenzprofessorin. „Zur praktischen Umsetzung und für Empfehlungen an die Politik braucht es wissenschaftliche Grundlagen.“
Im Fokus ihrer Forschungsarbeit stehen vor allem Anästhesieverfahren, Um- und Wiederansiedlungen sowie die Überwachung der Wildtiergesundheit. Ihr Herz schlägt besonders für Nashörner, seit sie deren Leid auf einer Studienreise nach Südafrika miterleben musste. Für ihr Horn werden die vom Aussterben bedrohten Dickhäuter brutal gewildert. „Oft wird es ihnen samt halbem Schädelknochen abgeschnitten“, so Friederike Pohlin. „Nicht selten verenden Tiere, die das überleben, kläglich.“ Die Wissenschaftlerin promovierte zum Nashorn-Transportstress, absolvierte eine europaweite Fachausbildung als Veterinäranästhesistin und kam 2020 als Karenzvertretung an die Vetmeduni Wien. Das Fachtierärztinnendiplom für Zoo- und Wildtiere hat sie ebenfalls in der Tasche. „Die klinischen Skills waren mir immer genauso wichtig wie die wissenschaftlichen“, erklärt die 38-Jährige. Die Anästhesie etwa ist unerlässlich in der Wildtierarbeit. Egal, ob es gilt, Nashörner in Safe Spaces zu verfrachten oder, wie in einem hiesigen Projekt, Rotwild zu Forschungszwecken GPS-Halsbänder umzulegen – freiwillig machen die vierbeinigen Schützlinge da nicht mit. „Das erfordert Spezialwissen und stetige Optimierung der Methoden.“
Aktuell stehen Studien mit heimischen Wildtieren sowie Nashorn-Nachfolgeprojekte auf dem Plan. Für Letztere hat sie Hydrierungsmethoden mitentwickelt und sich wegen deren reisebedingten Magen-Darm-Problemen mit deren Mikrobiom beschäftigt.
Kranke oder geschwächte Wildtiere werden auch häufiger in der Tierarztpraxis vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de die ATF-anerkannte E-Learningreihe Wildtiere in der Tierarztpraxis an, bei der sich Tierärzt:innen online fortbilden können. Eine separate Reihe richtet sich an Tiermedizinische Fachangestellte. Beide Kursreihen enthalten zudem zahlreiche interaktive Elemente, die einerseits den Spaß steigern und andererseits die Bearbeitung der Inhalte intensivieren.
Vetmeduni Wien
Schweden verbietet Bejagung von Wölfen
Das Bejagen von Wölfen ist in vielen Ländern ein Streitthema. Während in Deutschland noch um eine klar umgrenzte Bejagung gestritten wird, wurde in Schweden die sogenannte Lizenzjagd auf Wölfe in den vergangenen Jahren bereits praktiziert. Nun hat das Verwaltungsgericht im schwedischen Luleå die Wolfsjagd auf Drängen von Naturschützer:innen untersagt. Die Lizenzjagd auf 48 Wölfe, die gesetzlich vom 2. Januar bis 15. Februar möglich ist, wurde bereits im Dezember 2024 verboten. Die Berufung, die von den betroffenen Regionen eingelegt worden war, wurde nun vom Berufungsgericht in Sundsvall abgewiesen.
Den Naturschützern war dabei vor allem der niedrige Referenzwert für einen „günstigen Erhaltungszustand“ von 0,8 Wölfe pro 1.000 km² ein Dorn im Auge. Er entbehre „jeglicher wissenschaftlichen Grundlage“ und wurde von der EU-Kommission abgelehnt. In Deutschland liegt die Wolfsdichte bei etwa 4,6 Raubtieren/1.000 km², allein in Niedersachsen bei ca. 8,6 Wölfen/1.000 km².
Der schwedische Bauernverband kritisiert das Verbot und warnt vor Folgen für die Nutztierhalter:innen, die biologische Vielfalt und die Umsetzung der nationalen Lebensmittelstrategie.
Agrarheute
Rotfüchse werden intensiv gejagt
Nach Informationen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) wurden im vergangenen Jahr rund 467.000 Jägerinnen und Jäger gezählt. Das entspricht einer Zunahme von mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 1996. An der Spitze liegt Nordrhein-Westfalen mit 100.000 Jäger:innen, gefolgt von Bayern und Niedersachsen. Auch Schleswig-Holstein vermeldet einen Zuwachs, hier sind mehr als 22.600 Menschen Inhaber eines Jagdscheines.
Um die Population der Raubtiere in Deutschland zu kontrollieren, finden einmal im Jahr die Raubwildwochen statt, bei denen unter anderem invasive Arten wie Marderhund oder Waschbär verstärkt gejagt werden. Außerdem steht der Rotfuchs im Fokus der Jäger:innen. Die sogenannten Fuchswochen sollen den Bestand regulieren sowie Krankheiten bekämpfen, heißt es von Seiten des Landwirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein. Durch das Töten von tausenden Raubtieren soll die Biodiversität geschützt werden. Nagetiere, Vögel und Jungtiere stehen auf dem Speiseplan der Füchse, die so gut wie keine natürlichen Feinde haben.
Zudem sei der Fuchs Überträger zahlreicher Krankheiten, wie Staupe, Räude und des Fuchsbandwurmes. Nach Einschätzung des Ministeriums tragen die Fuchswochen dazu bei, das Risiko solcher Erkrankungen zu reduzieren. Kritik an der Intensivjagd gibt es vom Naturschutzbund NABU, der argumentiert, dass die Bestände auf diese Art nicht reduziert würden.
„Selbst in den 1960er- bis 1980er-Jahren, als zur Tollwutbekämpfung Füchse bis zum Geht-nicht-mehr bejagt und die Bauten begast wurden, hat man zwar die Population herunterdrücken, aber doch nicht so weit wie gewünscht minimieren können“, erklärt Fritz Heydemann, stellv. Landesvorsitzender des NABU. Würden dominante Füchse getötet, rückten oft revierlose Jungtiere nach, was zu einer höheren Fuchsdichte führen könnte. Während auch die Tierrechtsorganisation PETA speziell das Argument der Krankheitsübertragung als nicht relevant ansieht, bewerten Umweltverbände die intensive Fuchsbejagung differenziert.
So befürworten diese die Jagd zumindest in ausgewiesenen Küsten- und Wiesenvogelschutzgebieten, da Füchse und andere Prädatoren in diesen Regionen ein massives Problem für Bodenbrüter darstellen, so der BUND: „Sylt ist durch den Fuchs inzwischen praktisch frei von Bodenbrütern, während Amrum noch über 10.000 Paare Küstenvögel beherbergt.“
NDR
ASP in Katalonien sorgt für hohe Verluste
In der spanischen Provinz Katalonien greift die Afrikanische Schweinepest (ASP) unter Wildschweinen weiter um sich. Nach rund 30 Jahren war die Tierseuche in 2025 erstmals wieder in der Region nachgewiesen worden.
Die Zahl der ASP-Ausbrüche steigt unterdessen weiter, erst in der vergangenen Woche wurden 13 weitere Fälle bekannt. Auch wenn bislang keine Ausbrüche in Schweinebetriebe nachgewiesen wurden, leiden die katalanischen Landwirt:innen bereits massiv unter den bisherigen Folgen der ASP-Ausbrüche in dem schweinestärksten Land der EU. Nach Informationen des katalanischen Bauernverband Unió de Pagesos belaufen sich die Verluste der Schweinehalter:innen bis zum Jahresende 2025 schon auf 63 Mio. Euro.
Der Grund für die dramatischen Umsatzeinbußen sind die strikten Verbringungsbeschränkungen, denen rund 61.500 Tiere (10 Prozent des Bestands der Provinz Barcelona) unterliegen. Der Export wird durch die ASP erheblich belastet, was insbesondere den Handel mit China beeinträchtigt. Zudem wächst mit jedem neuen Fund der Druck auf Biosicherheit und Prävention.
Die 9-teilige Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de vermittelt Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten. Kurs 4 behandelt die Biosicherheit von Schweinen.
Agrarheute
Geflügelpestgeschehen in Niedersachsen lässt Landwirt:innen verzweifeln
Mehr als die Hälfte der deutschen Masthühner werden in Niedersachsen gehalten, dazu kommt eine hohe Konzentration an Puten haltenden Betrieben. Das Bundesland hat seit vergangenem Herbst massiv unter der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest) zu leiden. Schon die Bilanz des Tierseucheninformationssystems (TSIS) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für 2025 fiel dramatisch aus: seit dem 15. Oktober 2025 wurden bis zum 29.12.2025 93 Geflügelpestausbrüche bei Hausgeflügel nachgewiesen, davon 59 in Putenhaltungen. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr mehr als 1,7 Millionen Tiere aus Seuchenschutzgründen getötet werden.
Auch in 2026 gab es bereits die ersten HPAI-Ausbrüche. Betroffen waren unter anderem 10.500 Mastputen im Landkreis Oldenburg sowie 12.400 Entenküken im geflügelstarken Landkreis Cloppenburg. In dem Entenbetrieb war der hochansteckende Erreger H5N1 nachgewiesen worden.
Die Landwirt:innen sind aufgrund des anhaltenden Seuchengeschehens verzweifelt, denn noch nie mussten in Niedersachsen so viele Tiere auf Grund der Geflügelpest getötet werden, wie im vergangenen Jahr. In dem geflügelstärksten Bundesland werden mehr als 100 Millionen Stück Geflügel gehalten. Als Konsequenz fordert Landvolk Niedersachsen einen raschen Bürokratieabbau sowie den Stallbau in weniger dichten Regionen, um das Ausbruchsgeschehen in Zukunft zu minimieren. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir wieder mehr Ställe in Regionen bauen dürften, wo die Nutztierhaltung weniger dicht ist“, erklärt Landvolk-Präsident Holger Hennies. Solche Vorhaben würden derzeit jedoch kaum genehmigt. „Gerade von den Hähnchenmästern weiß ich, dass sie händeringend neue Ställe bauen wollen, und die bekommen sie gerade im Osten Niedersachsens fast nicht genehmigt“, betont Hennies. Das Bau- und Immissionsschutzrecht müsse wieder so „schlank“ werden, dass der Bau von Ställen wieder möglich werde, fordert Hennies.
Einer der Hauptgründe für die dramatische Zahl an Tierverlusten sei die hohe Tierdichte in zahlreichen Regionen, so Hennies. Dort steige die statistische Wahrscheinlichkeit eines Seuchenfalles. Perspektivisch hält Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte es für notwendig, dass es in einigen Regionen eine geringere Besatzdichte bei Geflügelhaltungen gebe. Die Ministerin sieht außerdem bei den Sicherheitsmaßnahmen auf den Betrieben gegen ein Einschleppen des Virus noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Agrarheute
NDR
Geflügelnews
TBC-Testungen in Vorarlberg verstärkt
Im österreichischen Vorarlberg führen die Behörden aktuell eine intensive Testung auf Rinder-Tuberkulose (TBC) durch. Insgesamt wurden 12.500 der 64.000 Rinder auf die Tierseuche getestet. Nach Informationen der Landesveterinärbehörde sollen bis Ende Februar 2025 zahlreiche weitere Betriebe in der Region untersucht werden. Mehrere TBC-Ausbrüche im vergangenen Jahr haben zu der Intensivierung der Überwachung und der Bekämpfungsmaßnahmen geführt.
In Folge von positiven Testergebnissen bei einzelnen Tieren sind inzwischen vier Betriebe gesperrt worden. In einem landwirtschaftlichen Betrieb im Bregenzerwald, der bereits Anfang Dezember 2025 gesperrt wurde, mussten 49 Rinder aufgrund einer Häufung an positiv getesteten Tieren getötet werden. Auf dem Betrieb reagierten beim Hauttest 25 von 55 Tieren positiv. Zur weiteren Abklärung wurden sechs Tiere diagnostisch getötet, davon waren drei positiv.
Die betroffenen Landwirt:innen sollen finanziell unterstützt werden, wie der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) erklärt. „Neben den materiellen Schäden ist vor allem das emotionale Leid nicht zu unterschätzen. Als Land stehen wir an der Seite des betroffenen landwirtschaftlichen Betriebes“, so Gantner. Durch die vorgesehenen Entschädigungszahlungen des Bundes sowie eine zusätzliche Auszahlung aus dem Tiergesundheitsfonds des Landes könnten zumindest die finanziellen Auswirkungen so gut wie möglich abgefedert werden, sagt der Landesrat Gantner.
Wildtiere gelten als Reservoire der Tuberkulose. Eine Übertragung des Erregers zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich. Bis erste Symptome bei einem infizierten Rind auftreten, können Monate bis Jahre vergehen. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrößerten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Die Rindertuberkulose kann zudem vom Tier auf den Menschen übertragen werden.
ORF Vorarlberg
Schweizerbauer