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Antibiotika-Resistenzgene von Nutztieren in Wildtieren nachweisbar 

Eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Max Delbrück Centers zu Antibiotikaresistenzen hat gezeigt, dass Gewässer in Städten und im Agrarland stark mit antibiotika-resistenten Bakterien belastet sind und auch ein Großteil der auf Bauernhöfen lebenden Mäuse Antibiotika-Resistenzgene (ARG) von gehaltenen Nutztieren in sich tragen.

In ihren Untersuchungen analysierten Forschenden die Genome von Darm-Mikroorganismen aus einer großen Population von 875 wildlebenden Hausmäusen (Mus musculus) in der Nähe zu größeren viehwirtschaftlichen Betrieben in ganz Deutschland. In der Hälfte der untersuchten Mäuse fanden die Wissenschaftler:innen ARG von Rindern, Schweinen oder Geflügel. „Wir haben eine gewisse Überschneidung erwartet, aber dass rund 50 Prozent der Resistenzgene aus den Kühen, Schweinen und Hühnern auch in unseren wildlebenden Mäusen wiederzufinden war, hat uns überrascht“, erklärt Dr. Víctor Hugo Jarquín-Díaz vom Max Delbrück Center.  

Die Ergebnisse legen viele ökologische Brücken zwischen Menschen, Nutztieren und Wildtieren dar und zeigen, dass räumliche Nähe immer auch funktionale, ökologische Verflechtung bedeuten kann.

„Unsere statistischen Modelle zeigten auf, dass sich einzelne Faktoren sehr stark auf das Vorhandensein von einzelnen Resistenzgenen auswirken“, sagt Prof. Emanuel Heitlinger vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA). „So steht die Besatzdichte von Schweinen in starkem Zusammenhang mit Resistenzgenen, die mit von Tierärzten und Viehzüchtern häufig eingesetzten Breitbandantibiotika im Zusammenhang stehen, wie beispielweise Sulfonamide, Tetracyclin oder Beta-Laktame.“ Es gebe also direkte, nachweisbare Auswirkungen von intensiver Nutztierhaltung auf spezifische Antibiotikaresistenzen in Wildtieren.

Die erkennbaren Zusammenhänge zwischen Wirten, Mikrobiomen, Resistenzgenen und räumlichen Umweltfaktoren erfordern ein erweitertes Monitoring von Resistenzen, erklären die Wissenschaftler:innen abschließend. Wildtiere und natürliche Ökosysteme könnten eine große Unbekannte in dieser Gleichung sein und ungeahnte Reservoire für Antibiotikaresistenzen darstellen.

IZW Berlin

Antibiotikaverbrauch in der Schweiz erneut gesunken

Seit 2008 sinkt die Menge der in der Veterinärmedizin eingesetzten Antibiotika in der Schweiz. So auch im Jahr 2025, allerdings zeigen sich je nach Tierart unterschiedliche Entwicklungen.

Wie aus den Vertriebs- und Verschreibungsdaten 2025 hervorgeht, wurde bei Rinderns erstmals über alle Kategorien und Kennzahlen hinweg ein leichter Rückgang verzeichnet. Das Verbrauchsniveau liegt bei Rindern jedoch weiterhin deutlich höher als bei Schweinen und Geflügel. Die Behandlungszahlen bleiben insbesondere bei Milchvieh und in der Kälbermast hoch.

Bei Schweinen nahmen die Gesamtwirkstoffmenge und die Behandlungszahlen leicht zu. Gleichzeitig ging die Zahl der Behandlungen mit kritischen Wirkstoffen weiter zurück. Dies deutet auf einen vermehrten Ersatz durch Penicilline hin.

Beim Geflügel stiegen 2025 sowohl die Gesamtwirkstoffmenge als auch die Menge kritischer Antibiotika leicht an. Im mehrjährigen Trend geht der Einsatz kritischer Wirkstoffe jedoch zurück. Bei Hunden und Pferden blieben die Werte stabil bis leicht rückläufig. Bei Katzen nahm die Wirkstoffmenge zu, während weniger kritische Wirkstoffe eingesetzt wurden.

Die Ergebnisse zeigen Fortschritte beim sachgemässen Einsatz von Antibiotika. Weitere Verbesserungen sind vor allem bei Milchvieh und in der Kälbermast erforderlich. Bei Schweinen und Geflügel gilt es, das erreichte Niveau zu halten, da der Einsatz von Antibiotika grundsätzlich die Entstehung von Resistenzen begünstigt.

BVL Schweiz

EU verhängt Importstopp für tierische Produkte aus Brasilien

Die EU setzt ab heute (3.9.2026) die Einfuhr von Fleisch und anderer tierischer Produkte aus Brasilien aus. Der Grund: Brasilien kann nicht nachweisen, auf den Einsatz sogenannter Wachstumsförderer wie Reserveantibiotika bei Export-Rindern während der Mastperiode von etwa 24 Monaten zu verzichten. Dafür hatte das Land drei Jahre Zeit. Desweiteren wurde ein Importverbot für Honig und Geflügelfleisch aus Brasilien verhängt. Wie lange der Importstopp gilt, ist unklar und aktuell nicht absehbar.

In der EU ist der Einsatz von Antibiotika bei der Vieh- und Geflügelzucht zur Wachstumsförderung und zur reinen Ertragssteigerung bereits seit vielen Jahren verboten; ebenso der Einsatz von antimikrobiell wirksamen Arzneimitteln, die der Behandlung von Menschen vorbehalten sind.

Agrarheute

Steigende Anzahl an Hühnern hat Auswirkungen auf Campylobacter-Stämme

Die Entwicklung von Campylobacter jejuni wird offenbar eng von der zunehmenden weltweiten Hühnerhaltung beeinflusst. Forschende der Universitäten Oxford und Sheffield analysierten knapp 2.800 Campylobacter-Genome aus Proben von Hühnern und Wildvögeln, die zwischen 1979 bis 2024 in unterschiedlichen Ländern genommen wurden.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Erreger heute wesentlich häufiger zwischen Hühnern und Wildvögeln wechselt als in der Vergangenheit. Gleichzeitig haben sich bestimmte Linien dauerhaft an Hühner angepasst. Die stark gewachsene Hühnerpopulation könnte dabei die Etablierung entsprechender Stämme begünstigt haben. Je mehr mögliche Wirte vorhanden sind, desto größer ist die Chance, dass ein ursprünglich bei Wildvögeln vorkommender Stamm auf Hühner überspringt und sich dort dauerhaft hält. Umgekehrt können auch an Hühner angepasste Stämme wieder Wildvögel erreichen.

Für die Geflügelwirtschaft bleibt die konsequente Kontrolle entlang der gesamten Produktionskette entscheidend. Im Mastbetrieb stehen Biosicherheitsmaßnahmen im Vordergrund, um einen Eintrag möglichst zu verhindern oder hinauszuzögern. Dazu gehören Hygieneschleusen, betriebseigene Kleidung und Schuhe, gereinigte Geräte sowie die Bekämpfung von Fliegen und Schadnagern. Am Schlachthof soll die Prozesshygiene die Keimbelastung reduzieren. Seit Januar 2025 dürfen nach dem EU-Prozesshygienekriterium höchstens 10 von 50 untersuchten Halshautproben den Wert von 1.000 KBE/g überschreiten. Für lebende Masthähnchen besteht dagegen kein gesetzlicher Grenzwert.

Parallel wird an neuen Möglichkeiten zur Reduktion der Campylobacter-Besiedlung geforscht. Dazu zählen Bakteriophagen, die gezielt Campylobacter-Stämme angreifen können, sowie Impfstoffe. Für Campylobacter sind entsprechende Präparate in der EU bislang jedoch nicht zugelassen. Dass Phagen grundsätzlich für die Geflügelhaltung nutzbar gemacht werden können, zeigt die seit 2025 bestehende EU-Zulassung eines Phagen-Futtermittelzusatzstoffes gegen Salmonella Enteritidis. Auch experimentelle Impfstoffe gegen C. jejuni liefern erste Ansätze. Bis zu einem praxistauglichen Impfstoff für Hühner besteht jedoch noch weiterer Forschungsbedarf.

DGS

Wurmbefall hat keinen Einfluss auf Impfschutz bei Hühnern

Ein Befall mit Spulwürmern kann das Immunsystem von Hühnern beeinflussen – doch beeinträchtigt er auch den Impfschutz? Eine bereits 2021 veröffentlichte Untersuchung des damaligen Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) und weiterer Forschungseinrichtungen liefert für die Infektiöse Bronchitis (IB) zunächst beruhigende Ergebnisse. Hennen der Linien Lohmann Brown Plus und Lohmann Dual waren nach einem üblichen Impfprogramm unter anderem gegen IB, Newcastle-Krankheit und aviäres Metapneumovirus immunisiert worden. Erst im Alter von 24 Wochen wurden sie experimentell mit Ascaridia galli und Heterakis gallinarum infiziert. In den folgenden 18 Wochen zeigte sich keine Abschwächung der Antikörperantwort gegen IB oder die anderen untersuchten Impfungen. Ein nach der Impfung auftretender Wurmbefall scheint demnach eine bereits aufgebaute humorale Immunantwort nicht wesentlich zu beeinträchtigen.

Offen bleibt jedoch, wie sich ein bereits bestehender Wurmbefall auf eine nachfolgende Impfung auswirkt. Dieser Frage geht derzeit auch die Freie Universität Berlin in einem Dissertationsprojekt unter Leitung von Prof. Isabelle Ruhnke nach.

DGS Magazin

Projekt macht Dimensionen von Animal Hoarding deutlich

Das Animal Hoarding hat in Deutschland problematische Ausmaße angenommen. Das machen die Ergebnisse eine aktuellen Forschungsprojekts deutlich. Gemeinsam mit dem Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung der TU Dresden und dem Verein TierSucht hat der Deutsche Tierschutzbund dieses interdisziplinäre Projekt durchgeführt und damit erstmals verlässliche, bundesweite Zahlen veröffentlicht. 

Gemäß aktueller Informationen der beteiligten Veterinärbehörden wurde im Jahr 2023 durchschnittlich ein Fall von Animal Hoarding pro Tag mit 47,5 Tieren pro Fall gemeldet. Dabei waren drei Viertel der Hoarder den Behörden bereits bekannt, davon über ein Viertel durch frühere Fälle von Tiersammelsucht.

„Das Forschungsprojekt macht die tatsächlichen Dimensionen von Animal Hoarding deutlich und zeigt, dass wir das Problem an der Wurzel angehen müssen. Auch, wenn die Beschlagnahmung der Tiere akutes Tierleid beendet, beginnt der Kreislauf immer wieder von vorn, wenn betroffene Menschen keine passende Unterstützung erhalten. Genau deshalb brauchen wir jetzt ein Umdenken in Politik und Praxis“, sagt Nina Brakebusch, Leiterin des Forschungsprojekts beim Deutschen Tierschutzbund.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Animal Hoarding weiterhin ein gravierendes Tierschutzproblem bleibt, und dass von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. So sollen im Rahmen des Forschungsprojekts auch die psychologischen und biografischen Ursachen untersucht werden. Ziel ist es, Präventionsmaßnahmen und Leitlinien für Veterinärbehörden, Sozialarbeit und weitere beteiligte Berufsgruppen zu entwickeln. 

Deutscher Tierschutzbund

Verbot von Lebendtiertransporten gefordert

Der Sommer hält ganz Deutschland mit Extremtemperaturen und einem dramatischen Mangel an Niederschlägen in Atem. Die wichtigsten Flüsse hierzulande weisen ein fast historisches Niedrigwasser auf, sodass der Transport zunehmende auf die Straße verlagert werden muss.

Der Deutsche Tierschutzbund macht in diesem Zusammenhang die drohenden Gefahren für Tiere auf Transporten deutlich und fordert Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger deshalb auf, während der Hitzeperiode umgehend ein bundesweites Verbot von Lebendtiertransporten zu verhängen.

„Tiertransporte sind insbesondere bei Hitze für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel purer Stress. Kommt durch die Verlagerung des Güterverkehrs von den Wasserwegen auf die Straße noch mehr Verkehr hinzu, drohen zunehmende Staus. Für die Tiere auf Transportern kann das zu einer Tortur werden, die mit dem Tod endet. An den Autobahnen gibt es keine ausreichende Versorgung, wenn beladene Tiertransporter stundenlang feststecken. Minister Rainer und Minister Bilger sind deshalb gefordert, sofort zu handeln und Lebendtiertransporte während der extremen Hitze zu untersagen“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

In dem Fall, dass Transporte nicht vermeidbar seien, müssten diese gut geplant und so kurz wie möglich gehalten werden, so der Tierschutzbund weiter. Neben einer Verlagerung der Fahrten auf Morgen- oder Abendstunden fordern die Tierschützer:innen eine Reduzierung der Ladedichte sowie den Einsatz von Fahrzeugen mit aktiver Kühlung. Zudem sei eine ausreichende Wasserversorgung der Tiere jederzeit sicherzustellen. 

„Die aktuellen Regelungen sind unzureichend und können Tiere auf Transporten nicht sicher schützen. Hitzestress kann bei landwirtschaftlich genutzten Tieren bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen und auch auf kürzeren Strecken zum ernsten Problem werden – insbesondere, wenn die Fahrt durch einen Stau deutlich länger dauert als geplant. Direkte Sonneneinstrahlung und mangelnde Luftbewegung können die Belastung zusätzlich enorm verstärken“, kritisiert Schröder.

Der Tierschutzverein Vier Pfoten ermuntert zudem auch Passanten dazu, bei beobachteten Missständen auf Tiertransporten oder bei Pannenfahrzeugen sowie verlassenen Tiertransportern die Polizei oder ggf. auch die Autobahnpolizei zu benachrichtigen. Sie sind verpflichtet, dem nachzugehen. Außerdem sollten die beobachteten Missstände per Foto und Video dokumentiert und an das zuständige Veterinäramt weitergeleitet werden.

Deutscher Tierschutzbund

BTK und bpt nehmen Stellung zum Eckpunktepapier des BMELH

Im vergangenen Monat hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMELH) ein Eckpunktepapier zur Vereinfachung des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes vorgelegt.

Dieses hat das Ziel, das nationale Antibiotikaminimierungskonzept durch das Tierarzneimittelgesetz (TAMG) zu entschlacken. Demnach sollen Nutztierhaltende von Bürokratie entlastet und die Zahl behördlicher Maßnahmenpläne landesweit um mehr als die Hälfte verringert werden.  

In einer gemeinsamen Stellungnahme begrüßten die Bundestierärztekammer (BTK) und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) Anpassungen, die zu einer sachgerechteren Differenzierung von Tierhaltungs- und Produktionssystemen beitragen. Diese bringen aus ihrer Sicht eine Reduzierung des teils unnötigen Dokumentations- und Verwaltungsaufwands mit sich.

Des Weiteren gehen die Verbände in ihrem Schreiben detailliert auf einzelne Punkte des Eckpunktepapiers ein. Die Stellungnahme kann hier nachgelesen werden.

Campylobacter immer häufiger resistent

Campylobacter-Bakterien entwickeln sich zunehmend zu einem Problem für Geflügelhaltende auf der ganzen Welt. Stämme des Erreger, die ursprünglich in Wildvogelpopulationen zirkulierten, konnten sich in den vergangenen Jahren in kommerziellen Geflügelbeständen ausbreiten. Das geht aus einer neuen Studie des Ineos Oxford Institute for Antimicrobial Research hervor. Demnach nehmen auch die Resistenzen der Campylobacter-Bakterien gegen Antibiotika zu. Wie die Forschenden erklären, können sich die Stämme an das Leben im Geflügel anpassen und dabei Eigenschaften entwickeln, die ihr Überleben unter widrigen Bedingungen sichern.

Nach Meinung der beteiligten Wissenschaftler:innen haben die ursprünglich von Wildvögeln stammenden Bakterienstämme dauerhaft in den weltweit massiv zugenommenen Geflügelbeständen ideale Bedingungen für die Ausbreitung und Vermischung des Bakteriums sowie für die Entwicklung neuer, das Überleben begünstigender Eigenschaften gefunden haben. Dabei können riesige, dicht gedrängte Hühnerbestände als ökologische „Erreger-Schwämme“ fungieren, die Bakterienstämme aus verschiedensten Quellen aufnehmen und vermehren. 

Campylobacter ist weltweit die häufigste bakterielle Ursache für Durchfallerkrankungen. Die Behandlung solcher Infektionen wird durch die Zunahme der antimikrobiellen Resistenzen (AMR) erschwert.  

„Die industrielle Tierhaltung hat einen der größten Lebensräume für Tiere auf unserem Planeten geschaffen. Unsere Ergebnisse liefern neue Belege dafür, dass vom Menschen verursachte Umweltveränderungen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten begünstigen können“, erklären die Studienautor:innen. „Mit dem Wachstum der Hühnerbestände haben Bakterien, die zuvor weitgehend auf Wildvögel beschränkt waren, weitaus mehr Gelegenheiten erhalten, in Geflügelbestände einzudringen, sich dort auszubreiten und dauerhaft zu etablieren. Das Verständnis dieser evolutionären Folgen ist entscheidend, wenn wir künftige Risiken durch Zoonosen und antimikrobielle Resistenzen verringern wollen.“

Agrarheute

Erster HPAI-Nachweis in Neuseeland

Die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) des Typs H5N1 sorgt weiterhin in zahlreichen Regionen der Welt für massive Tierverluste. Das sich seit sechs Jahren ausbreitende Virus wurde nun erstmals in Neuseeland nachgewiesen. Ein an einem Strand nahe Wellington tot aufgefundener Braunen Skua wurde positiv auf H5N1 getestet. Auch wenn bislang kein Nutzgeflügel von der Seuche betroffen ist, ruft Andrew Hoggard, Minister für Biosicherheit, Geflügelhaltende zur besonderen Wachsamkeit auf und mahnt dringend zur Einhaltung der Biosicherheitsstandards. Auch in Anbetracht dessen, dass sich das H5N1-Virus nach dem ersten Auftreten im Juni 2026 in Australien weiter unter Wildvögeln ausbreitet. Insgesamt registrierten die Behörden bisher sieben Ausbrüche an sechs Standorten. 

In Nepal und Vietnam hat das Seuchengeschehen stark angezogen. Seit März dieses Jahres ist die Zahl der infizierten Geflügelbestände in Nepal auf rund 90 gestiegen, während in Vietnam sich die Zahl der HPAI-Ausbrüche in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres in den Geflügelbeständen annähernd vervierfacht hat. Nach offiziellen Informationen sind 50 Ausbrüche in 15 Provinzen und Städten registriert worden. Die Gesamtzahl des Geflügels, das infolge der Ausbrüche verendete oder gekeult wurde, stieg im Jahresvergleich um das 7,7-Fache auf fast 240.000 Tiere an. Sowohl in Kambodscha als auch auf dem chinesischen Festland meldeten die Behörden weitere Infektionen bei Menschen. Hingegen hat sich die HPAI-Lage in Japan und Südkorea entspannt. 

Topagrar

Schweinepreise weiter unter Druck

Während in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres die Erzeugerpreise für Rinder und Geflügel teilweise deutlich gestiegen sind, fielen die Preise für Schweine und Ferkel weiter.  Die Preise für Kälber nahmen im Vorjahresvergleich von rund 259 € auf 310 € pro Tier zu, was einem Plus von 21 % entspricht. Gründe für die Preissteigerungen waren unter anderem eine anhaltend gute Nachfrage und ein geringeres Tieraufkommen. Auch die Erlöse für Geflügelfleisch konnte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 zulegen.

Auf der anderen Seite ist der Schweine- und Ferkelmarkt weiter massiv unter Druck. Die rückläufigen Erzeugerpreise sind das Ergebnis eines zunehmend schwierigen Fleischabsatzes, der die Nachfrage nach Schlachtschweinen erheblich gedrosselt hat. Auf dem an die Entwicklung gebundenen Ferkelmarkt kam es im Verlauf des Halbjahres zu einem spürbaren Angebotsüberhang. Mit durchschnittlich 53,40 € pro Tier lagen die Ferkelpreise um rund 22 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Topagrar

Tierhaltung: Hitzetage erfordern Änderungen im Haltungsmanagement 

Der Sommer in Deutschland bleibt weiterhin heiß und trocken. Menschen sowie Haus- und Nutztiere leiden unter den anhaltend hohen Temperaturen. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) ruft daher Tierhaltende ausdrücklich auf, eventuell nötige Änderungen im Haltungsmanagement schnellstmöglich vorzunehmen.

Insbesondere Geflügelbetriebe stünden vor Herausforderungen durch die anhaltenden Extremtemperaturen, die in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit zu erhöhten Tierverlusten führen können, so das Ministerium. Demnach mussten nach dem letzten Juni-Wochenende eine rund dreimal größere Menge an Kadavern aus den niedersächsischen Geflügelhaltungen abgeholt werden.

Für Rinder, Schafe und Pferde, die auf der Weide gehalten werden, sollte immer ausreichender Witterungsschutz, Schatten und Zugang zu Wasser sichergestellt werden. Aufgrund der aktuell schwindenden Futtergrundlage müsse unter Umständen zugefüttert werden. 

Das Ministerium rät zudem, dass bei Hütehaltung keine großen Distanzen zurückgelegt und Aktivitäten wie Umtreiben, Tierbehandlungen, Tiertransporte etc. auf die kühleren Morgenstunden verschoben werden sollten.

Ministerium Niedersachsen

Tierhaltungsstrategie der EU wird unterschiedlich bewertet

Am 7. Juli 2026 hat die Europäische Kommission die Strategie für die Nutztierhaltung (Livestock Strategy) angenommen. Ziel der Strategie ist die Sicherstellung eines nachhaltigen und widerstandfähigen Tierhaltung in Europa.

„In der heute angenommenen Strategie wird ein zukunftsorientierter Ansatz für die Tierhaltung vorgeschlagen, bei dem die Tiergesundheit und der Tierschutz im Mittelpunkt stehen. Es ist das Ergebnis unseres umfassenden Konsultationsprozesses mit Interessenträgern in der gesamten Branche, insbesondere Landwirten, deren Ansichten sorgfältig berücksichtigt wurden. Durch Investitionen in Prävention, Innovation und Vorsorge helfen wir Tieren und Landwirten gleichermaßen“, erklärte Olivér Várhelyi, Mitglied der EU-Kommission für Gesundheit und Tierwohl in der vergangenen Woche.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den nun festgelegten Zeitplan für Tierschutzverbesserungen, kritisiert jedoch das Festhalten der Kommission an einer auf den Erhalt und Ausbau der Tierhaltung ausgerichteten Agrarpolitik. Stattdessen fordern die Tierschützer:innen den dringend notwendigen Wandel des Ernährungssystems.

„Mit dieser Strategie zementiert die Europäische Kommission ein System der Tierhaltung, das erhebliches Tierleid verursacht und zugleich Klima, Umwelt und Ressourcen belastet“, sagt Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Board Member des europäischen Tierschutzdachverbands Eurogroup for Animals. „Wer Europas Landwirtschaft zukunftsfähig machen will, muss den Mut haben, den Umfang der Tierhaltung zu reduzieren und pflanzliche Proteine deutlich stärker zu fördern. Diese Chance lässt die Kommission ungenutzt.“

Europa brauche weniger Tiere in besseren Haltungssystemen – nicht eine Strategie, die den Tierschutz ausbremst, statt ihn voranzubringen, so Plinz weiter. Der Verband kritisiert besonders, dass die Strategie die Ursachen vieler Probleme der intensiven Tierhaltung ausblende. Zwar würden Maßnahmen zur Krankheitsprävention und Biosicherheit angekündigt, die Risiken hoher Tierbestände und Besatzdichten seien aber weitgehend unberücksichtigt geblieben.

Ganz anders das Urteil des Bundesverbandes Rind und Schwein e. V. (BRS). Er bewertet die EU-Tierhaltungsstrategie grundsätzlich positiv. Besonders begrüßt der Verband, dass die Nutztierhaltung ausdrücklich als strategisch wichtiger Sektor für Ernährungssicherheit, ländliche Räume, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft anerkannt wird; ebenso den Ansatz, Tiergesundheit, Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit künftig stärker zusammenzudenken. Auch die angekündigte Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Unterstützung von Innovationen sowie der Abbau bürokratischer Hürden werden ausdrücklich begrüßt.

Positiv bewertet der BRS zudem den europäischen Ansatz im Bereich der Tiergesundheit. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention, Biosicherheit, Früherkennung und Krisenmanagement sei der richtige Weg. Auch die angekündigte Überprüfung der Kategorisierung von Tierseuchen im EU-Tiergesundheitsrecht wird als sinnvoll angesehen. Da Tierseuchen keine Landesgrenzen kennen, brauche es europaweit einheitliche Maßstäbe, klare Zuständigkeiten sowie verlässliche Bekämpfungs- und Finanzierungsmechanismen. Einen vergleichbar präventiven und strategischen Ansatz wünsche sich der Verband auch auf nationaler Ebene.

Ob die Strategie tatsächlich zu Verbesserungen für die Tierhaltung in Deutschland führe, hänge jedoch maßgeblich von ihrer konkreten Ausgestaltung ab, mahnt der BRS.

Deutscher Tierschutzbund

BRS

EFSA legt Überwachungsbericht zur Geflügelpest vor

In der EU sind die Nachweise der hochpathogenen Geflügelpest (HPAI) im Frühjahr 2026 zurückgegangen. Laut dem vierteljährlichen Überwachungsbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL) wird dies auch während der Sommermonate so bleiben. Insgesamt wurden zwischen dem 28. Februar und dem 4. Juni 2026 aus den EU-Mitgliedstaaten 186 HPAI-Ausbrüche bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemeldet. Weitere 763 Nachweise gab es bei Wildvögeln. Während die Zahl der Ausbrüche bei Hausvögeln ähnlich hoch ist wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, waren die Nachweise bei Wildvögeln in diesem Jahr mindestens dreimal so hoch, was auf eine sehr hohe Viruszirkulation bei Wasservögeln hindeutet.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass es in Ungarn erstmals Fälle von niedrigpathogener Vogelgrippe vom Typ H9N2 in sieben Geflügelbetrieben gegeben hat. Zwar wurden H9N2-Nachweise bereits zuvor in der EU gemeldet, doch handelt es sich hierbei um den ersten Nachweis des spezifischen Clades H9N2 G5.5, das auch für vereinzelte Fälle beim Menschen im Nahen Osten und in Westafrika verantwortlich war. Die EFSA und das ECDC raten den Mitgliedstaaten, diese Situation genau zu überwachen.

EFSA

Niederlande reduziert Emissionen aus Tierhaltung

Die Stickstoffemissionen aus der niederländischen Tierhaltung sind 2025 leicht gesunken. Das Ziel der Regierung, durch den Abbau des landesweiten Viehbestandes durch die Zahlung von Ausstiegsprämien, den Stickstoffeintrag der Landwirtschafts zu reduzieren, wurde somit erreicht. Die Emissionen blieben unter dem geltenden Grenzwert. Bei Phosphat verringerten sich die Emissionen zwar ebenfalls (- 3 Prozent), allerdings wurde der Grenzwert dennoch um 5 Prozent überschritten.

Laut den Angaben des Nationalen Statistikamtes wurden 2025 insgesamt 439,5 Mio. kg Stickstoffverbindungen aus Viehmist ausgestoßen und damit gegenüber dem Vorjahr 2,1 Prozent weniger. Die geltende Stickstoffemissionsgrenze liegt bei 440 Mio. kg.

Der auf die Rinderhaltung zurückzuführende Stickstoffausstoß ging im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 292 Mio. kg zurück. Davon entfielen 260 Mio. kg auf Milchkühe einschließlich Jungtiere. Im Schweinesektor wurden 2025 insgesamt 77,7 Mio. kg Stickstoffverbindungen freigesetzt (- 3 Prozent), bei Geflügel waren es 48,1 Mio. kg (- 1,2 Prozent).

Schweizerbauer

Tierseuchenkasse Brandenburg reduziert Beihilfe für Geflügelhaltende

Aufgrund von Ausbrüchen der Newcastle Disease mussten in Brandenburg rund 3,9 Millionen Millionen Stück Geflügel gekeult werden. Die finanziellen Belastungen der Tierseuchenkasse sind dadurch massiv gestiegen, weshalb die Tierseuchenkasse des Landes Brandenburg nun einen strikten Sparkurs fahren muss. Als erster Schritt wurde die Beihilfe für Reinigung, Desinfektion und Entwesung nach einem Seuchenausbruch bereits zum 1. Mai 2026 von 70 auf 50 Prozent gesenkt.

Dadurch fallen für viele landwirtschaftliche Betriebe höhere Eigenkosten im Ernstfall an. An der gesetzlichen Entschädigung für den gemeinen Tierwert sowie die vollständige Übernahme der Kosten für Tötung und Tierkörperbeseitigung ändert sich hingegen nichts. Die Kürzungen betreffen ausschließlich freiwillige Beihilfen, wie agrarheute.com berichtet.

Agrarheute.com

EU mit ambitionierten Zielen für die Nutztierhaltung

Die Nutztierhaltung in der Europäischen Union generiert rund 400 Milliarden Euro Umsatz jedes Jahr und beschäftigt etwa sieben Millionen Arbeitskräfte. Gemäß einem Leak zur EU-Tierhaltungsstrategie soll verhindert werden, dass die Nutztierbestände in den EU-Ländern weiter sinken. Dem Entwurf zufolge soll bis 2040 eine Trendwende erreicht sein.

Damit die Branche in die Lage versetzt werden kann, profitabel zu wirtschaften, möchte die EU-Kommission -im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO)- für gleichwertige Tierwohlauflagen sorgen. Konkrete Maßnahmen, wie die Konkurrenz zwischen tierischen Erzeugnissen aus der EU und Importen aus Drittstaaten entschärfen kann, nennt der Entwurf aber nicht.

Sicher ist, dass die Käfighaltung von Hühnern und die Kastenstandhaltung von Sauen sowie das systematische Töten männlicher Küken aus Legehennenlinien beendet werden soll. Damit würde die EU der Europäischen Bürgerinitiative End the Cage Age (EBI) folgen. Ein konkreter Zeitplan ist aber nicht genannt, so Agra Europe.

Ob die ambitionierten Ziele angesichts fehlender Fristen, unklarer Finanzierung und des politischen Gegenwinds aus den Mitgliedsstaaten mehr als Absichtserklärungen werden, dürfte sich spätestens bei den konkreten Gesetzgebungsvorhaben zeigen. Der Entwurf soll am 1. Juli 2026 zusammen mit dem EU-Proteinplan offiziell in Brüssel präsentiert werden.

Schweizerbauer

Extremhitze in Frankreich verursacht Massensterben von Hühnern

Nicht nur in Deutschland leiden Menschen und Tiere seit Tagen unter Extremtemperaturen, die beinahe überall deutlich über der 30-Grad-Marke liegen. Auch in Frankreich lähmt eine rekordverdächtige Hitzewelle das Land. Am vergangenen Dienstag wurden regional bis zu 44,3 Grad Celsius gemessen. Die Extremhitze hat dort nun zum Tod von Hunderttausenden Stück Geflügel geführt, da es immer wieder auch zu Stromausfällen gekommen ist. Eine endgültige Zahl lässt sich bislang nicht beziffern, zumal die Hitzewelle noch einige Tage anhalten sollen.  

„In unseren beiden größten Geflügelregionen beobachten wir hitzebedingte Übersterblichkeit“, erklärt Yann Nedelec, der Präsident des französischen Geflügelverbandes ANVOL. „Die Kapazitäten der Tierkörperbeseitigung reichen vielerorts nicht mehr aus, um die verendeten Tiere zeitnah abzuholen“, so Nedelec. Da die Kadaversammeldienste komplett überfordert sind, sollten die Behörden in Erwägung ziehen, in den beiden wichtigsten Geflügelregionen des Landes, der Bretagne und im Pays de la Loire, Bestattungen auf den Betrieben zuzulassen.

Durch die gleichzeitig stark gestiegene Luftfeuchtigkeit stoßen aber auch gut belüftete Ställe an ihre Grenzen. Die Tiere können überschüssige Körperwärme nur über die Atmung abgeben.

Agrarheute

HPAI erstmals in Honduras

In Honduras ist erstmals die hochpathogener Aviärer Influenza (HPAI) in einem Nutzgeflügelbetrieb aufgetreten. Betroffen ist ein Zuchtbetrieb in Santa Bárbara mit mehr als 42.000 Tieren, von denen 2.800 Tiere an dem Virus verstarben. Die verbliebenen Tiere wurden nach Anordnung der Tiergesundheitsbehörden gekeult. Als weitere Maßnahme wurden 89.900 Küken sowie annähernd 316.000 Bruteier in einer angeschlossenen Brüterei vernichtet.

Der Nationale Dienst für Agrar- und Lebensmittelsicherheit Honduras (SENASA) verstärkte die Überwachung von Geflügelbetrieben, Hinterhofhaltungen und Wildvogelpopulationen. Zudem verschärfte die Behörde die Meldepflichten für Verdachtsfälle.

Nach Angaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) wurde das HPAI-Virus auch bei Schwarzgeiern in dem mittelamerikanischen Staat nachgewiesen. In der Region Comayagua starben 156 Tiere, in Copán weitere 126 Tiere infolge der Infektion.

Geflügelnews

Bundesrat: Tierschutz muss weiterentwickelt werden

In seiner Sitzung am vergangenen Freitag (12.06.2026) hat sich der Bundesrat für eine Wiederaufnahme der Tierschutzreform ausgesprochen. Das Plenum sieht einen dringenden Handlungsbedarf bei verschiedenen Themen und fordert die Bundesregierung zur Überarbeitung der bestehenden Regelungen auf. Das Verfahren war im Jahr 2024 nach dem Ende der Ampel-Koalition ausgesetzt worden.

So begrüßen die Ländervertreter:innen zwar die geplante Einführung einer verpflichtenden Videoüberwachung in größeren Schlachthöfen, die Maßnahmen sind nach ihrer Sicht aber längst nicht ausreichend. Der Bundesrat fordert daher zusätzliche Maßnahmen bei Tierschutzkontrollen in Verarbeitungsbetrieben für tierische Nebenprodukte (VTN-Betriebe) sowie eine weitere Reduzierung nicht-kurativer Eingriffe.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte sieht in der Kameraüberwachung einen wichtigen Baustein zur Weiterentwicklung einer tierschutzgerechten Schlachtung, betrachtet die Neuregelung jedoch lediglich als einen ersten Schritt. Die Ministerin weist auf weiteren Handlungsbedarf unter anderem bei den Mindestanforderungen für die Putenhaltung hin. Eine Empfehlung des Agrarausschusses zum kürzlich ergangenen Putenhaltungs-Urteil hingegen fand im Plenum keine Mehrheit. Dieser wollte festhalten, dass ein erheblicher Teil der Nutztiere bislang nur unzureichend durch das Tierschutzrecht geschützt sei.

Geflügelnews

Mit 50.000 Unterschriften für Verbot von Tiertransporten

Am 14. Juni findet jedes Jahr der Internationale Tag gegen Tiertransporte  (Ban Live Exports Day) statt. Dieser weltweite Aktionstag macht auf die grausame Realität von Tiertransporten aufmerksam, auf denen jedes Jahr Schweine, Rinder und Geflügel millionenfach großes Leid erfahren. Anlässlich dieses Gedenktages hat die Animal Welfare Foundation gemeinsam mit Partnerorganisationen knapp 50.000 Unterschriften gegen Tiertransporte in Krisen- und Kriegsgebiete an die Europäische Kommission übergeben. Der Verein erneuert damit seine Forderung nach einem Ende des Exports lebender Tiere in Krisengebiete sowie ein generelles Verbot von Langstreckentransporten in Drittstaaten.

Neben dem massiven Stress und Leid für die Tiere über Tage und Wochen auf Lastwagen und Schiffen stellen die Transporte in politisch instabile Regionen ein großes Risiko dar, wie u.a. ein Vorfall im Mai 2026 vor der Küste Omans gezeigt hat. Hier war ein indisches Tiertransportschiff  mit rund 4.000 Schafen und Ziegen auf dem Weg nach Somalia von einer Bombe oder Drohne getroffen worden und gesunken

Trotz der seit Februar 2026 andauernden Eskalation im Nahen Osten sind nach Angaben von Animal Welfare mehr als 50 Schiffstransporte nach Behördengenehmigung in Krisenregionen durchgeführt worden, unter anderem nach Israel, in den Libanon und in weitere Staaten der Region. Bezugnehmend auf das geltende EU-Recht fordert die Tierschutzorganisation einen sofortigen Stopp von Transporten von lebenden Tieren in Krisengebiete, da hier ein ausreichender Schutz keinesfalls gewährleistet werden kann.

Animal Welfare Foundation

Hessen schreibt Tierwohlpreis aus

Tierwohl in der Nutztierhaltungwird in Hessen ernst genommen. So hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt, das Leben und Wohlbefinden, die Unversehrtheit sowie die Würde von Tieren besonders zu schützen. Verschiedene Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, um diesem Ziel näher zu kommen. So hat die Regierung unter anderem Tierschutzindikatoren entwickelt sowie die Qualifizierung und Fortbildung Nutztierhalter:innen und Weiterentwicklung der rechtlichen Anforderungen vorangetrieben.

Zudem haben die hessischen Veterinärbehörden Kontrollen in den landwirtschaftlichen Betrieben, bei Tiertransporten und der Schlachtung oder Tötung von Tieren intensiviert. Mittels einer Informationsplattform, die das Hessische Umweltministerium und die hessische Landestierschutzbeauftragte gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ins Leben gerufen haben, soll die Umsetzung von mehr Tierwohl in den Ställen unterstützt werden. Hier können sich Tierhaltende über kritische Haltungsbedingungen als auch charakteristisches Tierverhalten bei nicht artgerechter Haltung informieren.

Und auch in diesem Jahr hat das Landwirtschaftsministerium den Hessischen Preis „Tierwohl in der Landwirtschaft“ 2026 ausgeschrieben. Für den mit 17.000 Euro dotierten Preis sucht das Ministerium beispielhafte und innovative Projekte für eine zukunftsfähige Tierhaltung. Bis zum 1. September 2026 können Vorschläge von Bewerber:innen selbst eingereicht oder auch von Dritten benannt werden.

Um aktuelle Probleme des Tierschutzes geht es auch in der gleichnamigen Hybrid-Veranstaltung am 3. und 4. September 2026. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort in Hannover oder online im Live-Stream möglich. Eine Anmeldung ist bis zum 31. August 2026 um 16 Uhr möglich

Ministerium Hessen

Praxisnetzwerk SwissVets soll tiermedizinische Versorgung von Nutztieren sichern

Das Schweizer Praxisnetzwerk SwissVets betreibt in der Deutschschweiz aktuell sechs Tierarztpraxen mit Schwerpunkt Nutztiermedizin. Der Eintritt der Agrargenossenschaft fenaco im Juni 2026 soll dem Netzwerk eine langfristige Entwicklungsperspektive geben, erklärt Ulrich Witschi, Präsident des Verwaltungsrats von SwissVets.

Als neue Mehrheitsaktionärin von SwissVets wird die fenaco Genossenschaft gemeinsam mit Swissgenetics, der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) und weiteren Kleinaktionären daran arbeiten, die tiermedizinische Versorgung in ländlichen Regionen der Schweiz langfristig zu sichern. Dafür soll das Netzwerk in der nahen Zukunft um weitere Nutztierpraxen erweitert werden.  

„Mit der Beteiligung an SwissVets will die fenaco einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der medizinischen Versorgung für Nutztiere in der Schweiz leisten. Das entspricht unserem genossenschaftlichen Zweckauftrag. Gleichzeitig stärken wir unsere Position als Nahversorgerin für essenzielle Bedürfnisse der Bevölkerung auf dem Land“, betont Michael Feitknecht, Vorsitzender der Geschäftsleitung der fenaco.

Aktuell stehen viele selbstständige Großtierärzt:innen vor der Pensionierung, haben aber Probleme, Nachfolger:innen für ihre Praxis zu finden. Jüngere Veterinärmediziner:innen lehnen meist jedoch die Übernahme einer Einzelpraxis mit 24-Stunden-Notfalldienst ab und entscheiden sich stattdessen für die Mitarbeit in einer bestehenden Praxisstruktur. Das Konzept von SwissVets  soll dieser Entwicklung entgegenwirken.

fenaco

Niederlande plant verpflichtende Impfung von Legehennen gegen HPAI

Die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) hat niederländische Geflügelhaltende in den Niederlanden in den vergangenen sieben Monaten stark gebeutelt. Aufgrund von HPAI-Ausbrüchen mussten allein in diesem Zeitraum rund 2,25 Millionen Tiere gekeult werden.

Nachdem ein groß angelegter Impfversuch auf einem Legehennenbetrieb bislang ohne Probleme verlaufen ist und die befürchtenden Handelsbeschränkungen ausgeblieben sind, plant Deutschlands Nachbarland nun in Abstimmung mit der Geflügelbranche eine Impfstrategie. Geplant ist laut Angaben der Regierung eine verpflichtende Impfung für Legehennen.

Im Vorfeld hat Wageningen Bioveterinary Research (WBVR) im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums bereits mehrere Feldversuche mit unterschiedlichen Impfstoffen durchgeführt. Die Studienergebnisse fallen durchweg positiv aus. Nach Aussagen der Forschenden erkrankten geimpfte Bestände seltener an der Geflügelpest. Zudem breite sich das Virus langsamer aus, falls es dennoch in einen Betrieb gelangt. 

Mit den wichtigsten Handelspartnern USA, Kanada, Japan und Großbritannien hat die Regierung bereits Gespräche über den Strategieplan, der noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll, geführt. Die Partner akzeptierten den Versuch unter der Bedingung, dass die Eier ausschließlich in den Niederlanden vermarktet werden.

Als weitere Bekämpfungsmaßnahme will die Regierung eine Verschärfung der Biosicherheitsmaßnahmen als Schutz vor Erregereinträgen in die Ställe weiter vorantreiben. So muss seit März 2025 jeder kommerzielle Geflügelbetrieb einen verbindlichen Biosicherheitsplan vorweisen.

Tierärzt:innen können sich auf Myvetlearn.de zum Thema Biosicherheit online fortbilden. Kurs 5 beschäftigt sich mit der Biosicherheit in Geflügelbeständen.

Geflügelnews

Wasserhygiene für Impferfolg bei ND wesentlich

Die Newcastle Disease (ND) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die aktuell nach 30 Jahren ohne Ausbrüche wieder in den Bundesländern Brandenburg und Bayern grassiert. Das Virus ist hochansteckend und ein Ausbruch hat drastische wirtschaftliche Folgen. Deshalb ist die Impfung gegen die Erkrankung, die in der Regel über das Trinkwasser erfolgt, eine Pflichtimpfung, die regelmäßig bei Hühnern und Puten durchzuführen ist. Geflügelhalter sind angehalten, den Impfschutz zu prüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Für einen erfolgreichen Impfschutz ist aber nicht allein die Impfstoffgabe, sondern auch das begleitende Hygienemanagement maßgeblich, weiß Carola Basmer, Fachberaterin Geflügel. „Wir sehen in Blutuntersuchungen immer wieder unzureichende Impftiter, trotz korrekt durchgeführter Impfmaßnahmen.“

Ein zentraler Schwachpunkt ist laut Basmer die Trinkwasserhygiene, genauer gesagt der Umgang mit Desinfektionsmitteln, da die meisten der erhältlichen Impfstoffe Lebendimpfstoffe sind, also lebende, wenn auch abgeschwächte Viren enthalten. Diese wiederum sind sehr empfindlich.

Viele Betriebe setzen zur Kontrolle von Biofilmen in den Tränkwassersystemen noch immer auf herkömmliche Chlorprodukte. Verbleiben vor der Impfung Chlorreste im Leitungssystem, kann dies zu einer Inaktivierung des Impfstoffes noch im Rohr führen. „Das Tier nimmt zwar Wasser auf, aber keinen wirksamen Impfstoff mehr. Im schlimmsten Fall bleibt der Impfschutz komplett aus“, weiß Basmer.

Um diesen ungewollten Effekt zu vermeiden, müssen die Desinfektionsmaßnahmen rechtzeitig vor der Impfung gestoppt und die Leitungen gründlich gespült werden. „Es reicht nicht, einfach nur den Dosierer abzustellen“, betont Basmer. „Das System muss wirklich frei von Rückständen sein.“ Neben der regelmäßigen und fachgerecht angewendeten Impfung spielen aber auch weitere Biosicherheitsmaßnahmen eine wichtige Rolle. „Biosicherheit ist kein bürokratischer Aufwand, sondern ein wirtschaftlicher Schutzschild für den Betrieb“, fasst Basmer zusammen. Gerade bei der Newcastle Disease zeigt sich, dass nicht die Impfung allein über den Erfolg entscheidet, sondern die Bedingungen, unter denen sie stattfindet.

DGS

Datenbank für Falltiere gefordert

In Deutschland versterben jedes Jahr Millionen Nutztiere auf landwirtschaftlichen Betrieben schon vor der Schlachtung. Die Hauptgründe sind Krankheiten oder Verletzungen, die sich Geflügel und Schweine sowie andere Tiere aufgrund von schlechten Haltungsbedingungen zuziehen. Wie hoch die Zahl der sogenannten Falltiere genau ist, steht nicht fest. Lediglich für Rinder wird jährlich eine Zahl ermittelt, die bei ca. 500.000 Tieren pro Jahr liegt.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher von der Bundesregierung, eine Datenbank über die Sterblichkeitsraten von Nutztieren zu erstellen, um einen grundlegenden Überblick über die tatsächliche Zahl der Tiere, die die Schlachtung gar nicht erst erreichen, sondern verenden oder notgetötet werden müssen, zu erhalten.

 „Die Bundesregierung hat offensichtlich kein Interesse daran zu wissen, wie viele Tiere in Deutschland “für die Tonne” gezüchtet werden“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Trotz bestehender Strukturen zur Entsorgung der Tiere werden diese Daten nicht systematisch gesammelt oder ausgewertet. Dadurch bleibt unsichtbar, wie groß das tatsächliche Ausmaß von Tierverlusten in der Landwirtschaft ist und wo die größten tierschutzrelevanten Probleme liegen.“

Gemäß Koalitionsvertrag sollte „eine praxistaugliche Rechtsgrundlage für Kontrolle und Kennzeichnung von toten Tieren in Verarbeitungsbetrieben tierischer Nebenprodukte“ geschaffen werden, was bisher nicht umgesetzt wurde, so der Verband. Die Tierschützer:innen fordern daher eine verpflichtende bundesweite Erfassung aller „Falltiere“ und ihrer Todesursachen in einer Datenbank.

Deutscher Tierschutzbund

EU-Parlament fordert mehr Unterstützung von heimischen Tierhaltenden

Ende April 2026 hat das Europäische Parlament eine Entschließung zur stärkeren Unterstützung der Tierhaltenden in Europa verabschiedet. Darin fordern die Parlamentarier:innen die Europäische Kommission auf, Maßnahmen festzulegen, um die Tierhaltenden vor der Konkurrenz durch Importe aus Drittstaaten zu schützen und eine Verlagerung der Produktion ins außereuropäische Ausland zu verhindern.

Neben Maßnahmen zur Sicherung der Budgets der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), der Berücksichtigung der EU-Standards für Tierschutz, Tiergesundheit und Umweltverträglichkeit in allen Handelsabkommen und einer optimierten Vermarktung von EU-Tierprodukten im Ausland, fordert das Parlament unter anderem auch eine verbesserte EU-Koordinierung bei Impfstrategien, Früherkennungssystemen und Datenaustausch, einschließlich einer zentralen Impfdatenbank sowie Entschädigungsregelungen für von Krankheitsausbrüchen betroffene Landwirt:innen.

Mit diesen Maßnahmen soll der zunehmende ökonomische, ökologische und soziale Druck der Tierhaltenden verringert werden, damit ein weiterer Rückgang der Tierzahlen in Europa verhindert wird.

BRS

Videoüberwachung in Schlachthöfen soll Pflicht werden

Die Einführung einer verpflichtenden Videoüberwachung in größeren Schlachthöfen steht kurz vor der Entscheidung. Mitte der vergangenen Woche hat die Bundesregierung den Entwurf eines 5. Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes beschlossen. Wenn der Bundestag dem Gesetzesentwurf zustimmt, sollen Schlachtbetriebe ab einer festgelegten Größe ab dem 1. Januar 2027 verpflichtet werden, Videoaufzeichnungen von tierschutzsensiblen Vorgängen am Schlachthof anzufertigen und diese der zuständigen Kontrollbehörde zur Verfügung zu stellen.

Das Gesetz soll für Betriebe gelten, die jährlich 150.000 Geflügel-Tiere oder 1.000 sogenannte Großvieheinheiten schlachten, also 1.000 Rinder oder 5.000 Mastschweine. Kleinere Schlachtbetriebe sollen demnach von dieser Verpflichtung ausgenommen sein. Jedoch sieht das Gesetz vor, dass die Landesbehörden eine Videoüberwachung auch für kleinere Betriebe anordnen können, wenn tatsächliche Anhaltspunkte für Verstöße gegen Tierschutzvorschriften bestehen.

„Die Kameras sind wie ein Tierschutz-Assistent“, erklärt  Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. „Wer Tiere auf den letzten Metern ihres Lebens schlecht behandelt, muss dafür geradestehen.“

BMLEH

Proplanta



Gerichtsurteil wird Putenhaltung stark verändern

Am Donnerstag (23.04.2026) hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Urteil gegen einen Putenmastbetrieb ausgesprochen, das eine umfassende Diskussion ausgelöst hat und als ein wegweisendes Signal für den Tierschutz angesehen wird. Der Beklagte ist ein Putenmastbetrieb in Baden-Württemberg, gegen dessen Haltungsbedingungen ein in dem Bundesland ansässiger Tierschutzverband im Jahr 2024 geklagt hatte. Neben fehlender Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere stand auch das umstrittene Schnabelkürzen im Fokus der Klage.

Das Bundesverwaltungsgericht hat nun in dritter Instanz entschieden, dass die Haltungsbedingungen in diesem Betrieb mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar sind.

Das Urteil nimmt Miriam Staudte, Landwirtschaftsministerin des Landes Niedersachsen, zum Anlass, auf die Defizite in der Putenhaltung in Deutschland hinzuweisen und klare und verlässliche gesetzliche Mindestanforderungen im Tierschutz zu fordern. „Zwar zielt das Bundesverwaltungsgericht zunächst auf einen konkreten Einzelfall ab und stellte fest, dass die Haltungsbedingungen eines putenhaltenden Betriebes in Baden-Württemberg nicht mit den Grundsätzen des § 2 des Tierschutzgesetzes im Einklang stehen. Dennoch wird dieses Urteil maßgeblichen Einfluss auf die gesamte Branche haben, weil die kritisierten Bedingungen sehr weit verbreitet sind. Wenn uns das Urteil vorliegt, werden wir als Land mit viel Putenhaltung in bestimmten Regionen sehr schnell prüfen, welche weiteren Schritte wir in Niedersachsen initiieren können“, so die Ministerin. Ihr zufolge könnte nun sogar eine Klagewelle drohen.

Konkret fordert Staudte, dass weniger Puten in einem Stall zusammenleben müssen und dass es Strohballen und Pickblöcke für die Tiere gibt.

„Im Februar hat die Europäische Lebensmittelbehörde wissenschaftliche Empfehlungen zur Putenhaltung vorgelegt, von denen die deutschen Zustände Lichtjahre entfernt sind. Für eine entsprechende Anpassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung existieren seit Jahren konkrete Vorarbeiten der letzten beiden Vorgänger-Regierungen. Anstatt auf eine EU-Putenhaltungsverordnung zu warten, liegt es nun an der amtierenden Bundesregierung, diese Vorlagen aufzugreifen, nachzubessern und zügig umzusetzen“, erklärt der Deutsche Tierschutzbund, der das Urteil begrüßt.

Ministerium Niedersachsen

ND-Impfung für alle Geflügelhaltungen verpflichtend

Brandenburg und Bayern verzeichnen immer wieder neue Ausbrüche der Newcastle Disease (ND). Von Polen und Tschechien hatte sich die Tierseuche bis über die deutsche Grenze hinweg ausgebreitet. Bislang mussten mehr als zwei Millionen Tiere allein in Brandenburg gekeult werden.

Neben großen Geflügelbetrieben sind auch Hobbyhaltungen von Ausbrüchen betroffen. Umso wichtiger sei die Impfung der Bestände, das beträfe sowohl gewerbliche als auch private Haltungen, sagt Thorsten Arnold, Fachtierarzt für Geflügel aus Ankum. Er appelliert dringend an alle Geflügelhalter:innen, den aktuellen Impfstatus umgehend zu prüfen und fehlende Impfungen schnellstmöglich nachholen. Arnold weist zudem darauf hin, dass die Impfung alle sechs Wochen wiederholt werden muss.

Da Impfstoffe meist nur in großen Mengen abgegeben wird, organisieren einige Tierarztpraxen und Geflügelvereine aktuell sogenannte Impftage, um den Impfstoff gemeinsam zu nutzen und in kleineren Mengen an mehrere Halter:innen verteilen zu können.

Sofern eine Anzeige beim zuständigen Veterinäramt und eine Dokumentation der Anwendung erfolgt sowie ein Impfplan erstellt wurde, dürfen Hobbyhalter:innen ihre Tiere selbst impfen – etwa über das Trinkwasser, als Spray oder per Augentropfen. Jedoch müsse der Bestand vor der Impfung klinisch untersucht werden, betont der Fachtierarzt. Denn nur gesunde Tiere dürften geimpft werden.

Neben der Impfung gewinne aber gerade jetzt auch die Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen an Bedeutung. Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.

Agrarheute

Weitere ND-Ausbrüche in Brandenburg und Bayern

Die Newcastle-Krankheit (ND) breitet sich im Süden und Osten Deutschlands weiter aus. Neben einem aktuellen Ausbruch in einem Geflügelbetrieb in Brandenburg ist die Tierseuche auch im bayerischen Gemeindebereich Gangkofen bestätigt worden.

Der neueste Ausbruch der anzeigepflichtigen Tierseuche in Brandenburg ereignete sich am Ende der vergangenen Woche in einem Hähnchenmastbetrieb im Kreis Märkisch-Oderland mit mehr als 126.000 Tieren, die alle gekeult werden mussten. Damit hat sich die Zahl der Ausbrüche in Brandenburg auf 19 erhöht. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat den Virusnachweis am Sonntag bestätigt. Nach Informationen des Ministeriums in Potsdam gehören die nachgewiesenen Viren zu einem Genotyp, der insbesondere in den osteuropäischen Ländern zirkuliert.

Ein weiterer Ausbruch der ND in Bayern ist zudem in Ganghofen bestätigt worden. Betroffen ist hier ein Geflügelbetrieb mit 40.000 Tieren, die bereits alle getötet wurden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Das zuständige Landratsamt Rottal-Inn ordnete alle erforderlichen Schritte nach dem Tierseuchenrecht an.

Für Geflügelhalter:innen in den von der ND betroffenen Gebieten gelten weiterhin strikte Regeln. Darunter fallen unter anderem die deutliche Verstärkung und Überwachung der Biosicherheitsmaßnahmen. Nach Informationen des FLI kann das Virus auch über die Luft und kontaminierte Materialien sowie über Anhaftungen an Schuhwerk, Kleidung oder Maschinen übertragen werden. Nur mit der strengen Einhaltung von Hygienemaßnahmen könne der Eintrag in Bestände verhindert werden, so das Institut.

Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.

Geflügelnews

EuroTier: DLG-VetCon folgt dem bpt-Jahreskongress

Seit 30 Jahren findet die EuroTier alle zwei Jahre auf dem Messegelände Hannover statt. Der Startschuss für die diesjährige Ausgabe fällt am 10. November. Ab dann werden sich erneut mehr als 100.000 Besucher:innen auf der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management über Neuigkeiten in der Branche umsehen.
 
Von 2008-2024 hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) seinen Jahreskongress im Zweijahresrhythmus parallel zur EuroTier auf dem Messegelände durchgeführt. Ab diesem Jahr wird der bpt-Kongress allerdings von der Weltleitmesse abgekoppelt und neun Tage später beginnen.

Um den Groß- und Bestandstierärzt:innen im Rahmen der EuroTier jedoch weiterhin eine Plattform für den fachlichen Austausch zu bieten, findet am 12. und 13. November 2026 erstmals die DLG-VetCon – powered by EuroTier statt. Die von der Akademie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) organisierte Fachveranstaltung verbindet Weiterbildung, Networking und Innovationsschau. Eine Foyerausstellung begleitet die DLG-VetCon. 
 


Zielgruppe sind Groß- und Bestandstierärzte für die Tierarten Rind, Schwein und Geflügel, die sich auf eine Vielzahl an Vorträgen mit renommierten Expertinnen und Experten aus Veterinärmedizin und Tierhaltung, Workshops mit praxisnahen Inhalten und Lösungsansätzen, Guided Tours über die EuroTier mit exklusiven Einblicken in technische Innovationen sowie einem Networking-Abend freuen können.

DLG

Fleisch gewinnt in Deutschland an Beliebtheit

Nachdem viele Jahre lang der Fleischkonsum der Menschen in Deutschland stetig gesunken ist, zeichnet sich seit 2023 ein Aufwärtstrend ab. Im dritten Jahr hintereinander ist der Pro Kopf-Verbrauch gestiegen. Nach dem bislang tiefsten Stand in 2022 mit 52,7 kg pro Person hat sich der Appetit auf Fleisch im vergangen Jahr wieder vergrößert (54,9 kg). Laut Informationen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) sind das 1,4 kg mehr im Vergleich zu 2024.

Die Beliebtheit von Geflügelfleisch hat dabei stark zugenommen und macht inzwischen mehr als ein Viertel des gesamten Fleischkonsums in Deutschland aus (14,7 kg/Person). Neben der zunehmenden Beliebtheit von Hähnchenfleisch könnte auch der niedrigere Anstieg der Verbraucherpreise von Geflügelfleisch im Vergleich zu den anderen Fleischsorten Grund für den Anstieg sein. Aber sowohl Schweine- als auch Rindfleisch haben laut der Statistik leicht zugenommen.

Doch während der Verzehr steigt, ist die Nettofleischproduktion (Schlachtmenge) in Deutschland nach vorläufigen Angaben um 0,3 Prozent auf 7,3 Millionen Tonnen Schlachtgewicht gesunken. Einen großen Anteil daran hatten die rückläufigen Rinderschlachtungen. Die Geflügelpest hatte zudem einen großen Anteil an der rückläufigen Geflügelfleischproduktion und hat einen Rückgang um 1,5 Millionen Tonnen verursacht.

Zur Deckung des gestiegenen Bedarfs mussten höhere Mengen an Fleisch importiert werden. Die Einfuhren legten um knapp 11% auf 3,6 Mio. Tonnen zu.

BMEL-Statistik

Weitere ND-Ausbrüche in Brandenburg

Die hoch ansteckende Newcastle Disease (ND) breitet sich in Brandenburg weiter in den Geflügelbetrieben aus. In den ersten Tagen im April 2026 gab es bereits zwei Ausbrüche. Betroffen waren zunächst zwei Betriebe im Landkreis Dahme-Spreewald mit rund 120.000 Masthähnchen bzw. 30 Tieren in einer Kleinsthaltung. Nach Informationen des Landwirtschaftsministeriums in Potsdam ist das Virus zudem in weiteren Ställen eines bereits betroffenen Betriebs im Landkreis Spree-Neiße festgestellt worden. Hier mussten etwa 76.000 Tiere gekeult werden.

Am 4. April 2026 hat der brandenburgische Landkreis Oder-Spree einen weiteren ND-Ausbruch mit rund 75.000 Masthähnchen gemeldet. Insgesamt sind mit den Ausbrüchen 16 und 17 in Brandenburg bereits rund drei Millionen Geflügeltiere betroffen (Stand 7.4.2026).

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) appelliert angesichts der starken Ausbreitung der Tierseuche an alle Geflügelhalter:innen, die regelmäßig durchzuführenden Pflichtimpfungen gegen ND in ihren Hühner- und Putenbeständen zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Das gelte auch für Halter:innen von Kleinstbeständen, so das FLI.

Darüber hinaus sollten Biosicherheitsmaßnahmen überprüft werden, die das Risiko eines Ein- und Austrags von Virus senken. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Kontrolle von Personenkontakten bzw. den Austausch von Gegenständen gelegt werden. 

Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.

DGS-Magazin

Topagrar

Weitere ND-Ausbrüche in Brandenburg und Bayern

Die Newcastle-Krankheit (ND) greift weiet um sich. Insgesamt gibt es bereits 40 Ausbrüche in Brandenburg, Bayern und Berlin. Von aktuellen Ausbrüchen sind in Brandenburg besonders die Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree betroffen. In zwei großen Geflügelhöfen sowie in kleineren Geflügelhaltungen kam es in den vergangenen Tagen zu weiteren Ausbrüchen. In Brandenburg wurden insgesamt 26 Fälle bestätigt.

Der größte Legehennenbetrieb Deutschlands in Bestensee musste wegen der aktuellen Ausbrüche nun auch die letzten Tiere töten. Nach Angaben des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums sind sechs Stallanlagen mit jeweils etwa 40.000 Tieren von der Newcastle-Krankheit betroffen.

„Die Ereignisse der vergangenen Wochen erschüttern uns alle tief. Nun jetzt auch den letzten Stall des Geflügelbetriebes in Bestensee aufgeben zu müssen und die Tötung der Tiere anzuordnen, ist ein schwerer und schmerzlicher Schritt für uns alle“, erklärt Stefan Wichary, Beigeordneter und Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Dahme-Spreewald.

Allein in seinem Landkreis ist die Zahl der gekeulten Tiere auf 1,36 Mio. gestiegen. Der Landkreis bittet daher weiterhin um erhöhte Wachsamkeit: Auch in geimpften Beständen sollten Auffälligkeiten wie erhöhte Tierverluste oder Leistungseinbrüche unverzüglich untersucht werden, um eine weitere Ausbreitung frühzeitig zu verhindern.

In Bayern ist die Zahl der ND-Ausbrüche ebenfalls auf 14 gestiegen: In Gangkofen (Landkreis Rottal-Inn) wiesen die Behörden ND in einem dritten Geflügelbetrieb mit insgesamt 23.000 Masthähnchen nach, die alle getötet werden mussten.

Agrarheute
LTK Niedersachsen

Frankreich wertet Impfkampagne gegen HPAI als Erfolg

Bis zum Start des umfangreichen Impfprogramms in Frankreich im Oktober 2023 war das Land massiv von der hochpathogene Aviären Influenza (HPAI) betroffen. Nahezu 10 Millionen Stück Geflügel in rund 400 Nutzgeflügelhaltungen mussten wegen HPAI-Ausbrüchen gekeult werden.

Um besonders die hochpreisigen Enten vor der Infektion zu schützen, starteten die französischen Veterinärbehörden Anfang Oktober 2023 eine landesweite, für größere Bestände ab 250 Tieren verpflichtende Impfkampagne, bei der mehr als 95 Prozent der Enten vakziniert wurden. Insgesamt wurden bis Ende März 2024 rund 51 Millionen Impfdosen verabreicht. In der Regel impften die Tierhaltenden zweimal im Abstand drei Wochen.

Wie die aktuelle Auswertung der ersten sechs Monate zeigt, hat die Impfkampagne ihren Zweck erfüllt. Auch wenn nicht jede Infektion vermieden werden konnte, konnte die Impfung die schwersten Folgen mindern. Wie die zuständige Behörde mitteilt, seien zwischen 40 und 45% des Entenbestandes vor den schlimmsten Auswirkungen der Seuche geschützt gewesen. Trotzdem sei das Niveau ausreichend, um die Ausbreitung der Seuche zu bremsen, sofern die Betriebe die Vorgaben konsequent einhalten, heißt es abschließend.

Geflügelnews

Newcastle-Krankheit im Berliner Zoo nachgewiesen

Die Newcastle-Disease (ND) breitet sich weiter in Deutschlands aus. Nachdem der bayerische Landkreis Rottal-Inn einen positiven ND-Nachweis in einem Geflügelbetrieb mit 15.000 Tiere gemeldet hat, ist die Zahl der bestätigten ND-Ausbrüche in Brandenburg inzwischen auf elf gestiegen.

Nun hat der Berliner Zoo ebenfalls einen ersten Fall der Newcastle-Krankheit gemeldet. Bei einem verendeten Wallichfasan ist die Krankheit nachgewiesen worden. Wie der Zoo berichtet, seien umgehend Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Infektionen eingeleitet worden, unter anderem wurden weitere Vögel beprobt sowie Hygieneschleusen eingerichtet.

Geflügelnews

Entwicklung der Newcastle Disease besorgniserregend  

Nachdem seit 1996 erstmals wieder in Deutschland die Newcastle Disease (ND) nachgewiesen worden ist, nimmt die Zahl der Ausbrüche stetig zu. Vor allem in Brandenburg gibt es trotz verpflichtender Impfung immer mehr Ausbrüche. Betroffen sind kommerzielle Geflügelbetriebe und Kleinhaltungen. Auch in Bayern gibt es Ausbrüche. Zuletzt ist die ND am 19.03.2026 in einem Masthähnchenbestand in Storkow (Landkreis Oder-Spree) mit rund 360.000 Tieren bestätigt worden. Insgesamt wurden mehr als 1,2 Millionen Tiere infolge der hochansteckenden Krankheit seit Ende Februar 2026 getötet.

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) betrachtet die aktuelle Entwicklung als besorgniserregend und befürchtet weitere Ausbrüche. So appelliert das Gremium dringend an alle Halter:innen von Geflügel zu überprüfen, wann ihre Vögel das letzte Mal gegen ND geimpft wurden und im Zweifelsfall Wiederholungsimpfungen anzusetzen, bzw. besonders auf die turnusgemäßen Impfungen zu achten. Zudem müssen auch in Kleinbeständen Verdachtsmomente transparent kommuniziert werden, stellt die StIKo Vet fest. Um mögliche Erregereinschleppungen zu vermeiden, müssen geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Neben verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen sei die Impfung eine zentrale Säule der ND-Seuchenkontrolle: In Deutschland gilt eine allgemeine ND-Impfpflicht für gehaltene Puten und Hühner. Dies umfasst alle Haltungsformen -kommerzielle, wie nicht-kommerzielle- vom ersten Huhn bzw. der ersten Pute an.

StIKo Vet

Jetzt für Tierschutzpreise bewerben!

Auch in diesem Jahr werden wieder Tierschutzpreise in zahlreichen Bundesländern vergeben. Wir haben einige für Sie aufgelistet:

Im Zentrum des Tierschutzpreises des Landes Sachsen-Anhalt stehen nachahmungswerte Schulprojekte, die Kindern und Jugendlichen den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren vermitteln. Schulen in Sachsen-Anhalt mit Arbeitsgemeinschaften oder Projekten, die sich intensiv mit dem Schutz von Nutz- oder Heimtieren befassen, können sich noch bis Ende März 2026 bewerben.

Ab April 2026 (Termin wird noch bekanntgegeben) können sich Menschen, Initiativen und Vereine, die sich mit voller Leidenschaft und Engagement für den Tierschutz einsetzen und gleichzeitig den Tieren helfen, für den Deutschen Tierschutzpreis 2026 bewerben. Im vergangenen Jahr gab es erstmals eine eigene Kategorie für ein Kinder- oder Jugendtierschutzprojekt, um der Nachwuchsarbeit im Tierschutz eine besondere Gewichtung zu geben.

Das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie verleiht seinen Tierschutzpreis in 2026 bereits zum 32. Mal. Einzelpersonen, Gruppen oder landwirtschaftliche Betriebe, die sich durch außergewöhnliches Engagement und innovative Projekte im Bereich Tierschutz hervorgetan haben, können für die Kategorien Karitativer Tierschutz oder Artgerechte Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere vorgeschlagen werden oder sich selber bewerben. Eine Bewerbung ist bis zum 31. Mai 2026 möglich.

Auch die Bayerische Staatsregierung zeichnet jedes Jahr Personen und Institutionen mit Sitz bzw. Wohnort in Bayern aus, die sich um den Tierschutz besonders verdient gemacht haben. Über die Vergabe des mit 12.000 Euro dotierten Tierschutzpreises entscheidet eine Fachjury. Zusätzlich wird der Tierschutz-Sonderpreis des Staatsministers verliehen. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2026.

Der Tierschutzforschungspreis 2026 wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ausgeschrieben. Nominierungsschluss ist der 31. März 2026. Nominierungsberechtigt sind die nationalen 3R-Zentren sowie die Leitungen nationaler Forschungseinrichtungen im Bereich der Lebens- und Naturwissenschaften. Die Preisträger:innen erhalten ein Preisgeld von bis zu 100.000 Euro.

Außerdem wird der Erwin-Becker-Preis – Pferd 2026 im Rahmen des DVG-Vet-Congresses im Oktober 2026 in Berlin verliehen. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung der DVG-Fachgruppe Pferdekrankheiten würdigt alle zwei Jahre herausragende wissenschaftliche Arbeiten (Originalarbeiten) zu Pferden oder Equiden, die innerhalb der letzten zwei Jahre publiziert wurden. Bewerbungsschluss ist der 31.5.2026. Mehr Informationen dazu im DTBL 2/2026, S. 230.

Bereits am 15.5.2026 endet die Ausschreibungsfrist für den mit 20.000 Euro dotierten Stockmeyer Wissenschaftspreis 2026. Dieser Preis zeichnet herausragende lebensmittelwissenschaftliche Forschungsarbeiten aus. Die prämierten Arbeiten bestechen durch praktikable Lösungsansätze und anwendungsorientierte Forschung, die im Sinne des Stiftungszwecks zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes sowie zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln beitragen.

Weniger HPAI-Nachweise bei Vögeln in Europa

Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) hat Europa fest im Griff. Im vergangenen Winter wurden in 32 europäischen Ländern rund 400 Ausbrüche in Geflügelhaltungsbetrieben sowie bei mehr als 2.100 Wildvögeln registriert. Wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mitteilt, hat die HPAI-Zirkulation bei Wasservögeln damit ihren höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht.

Laut dem aktuellen vierteljährlichen Überwachungsbericht der Behörde sowie des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL), ist die Zahl der Nachweise bei Vögeln seit Dezember 2025 aber zurückgegangen.

Erstmals jedoch waren im Januar 2026 in Europa Antikörper gegen H5N1 bei Milchkühen nachgewiesen worden, genauer gesagt in den Niederlanden. Die Serologie in einer scheinbar gesunden Milchviehherde deutete auf eine mögliche Übertragung von Wildvögeln hin. Aktive Erkrankungen bei den getesteten Kühen wurden jedoch nicht festgestellt. Weitere Untersuchungen wurden eingeleitet und dauern noch an.

Die EFSA weist erneut auf die Dringlichkeit der Einhaltung strenger Biosicherheitsmaßnahmen hin, um die Erreger-Einschleppung in die Betriebe und die Ausbreitung zu begrenzen. Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die 9-teilige Online-Reihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 5 beschäftigt sich mit Geflügelbeständen. Zur Biosicherheit in Geflügelbeständen gibt Dr. Christine Ahlers (u. a. FTÄ für Geflügel und Mitglied im BTK-Ausschuss Geflügel) spezielle Informationen für die tierärztliche Praxis.

EFSA

NRW-Ministerin ruft zur Wachsamkeit bezüglich ND auf

Nach Niedersachsen ist Nordrhein-Westfalen das Land mit der höchsten Geflügelproduktion in Deutschland. In NRW werden mehr als 19 Millionen Legehennen, Mastputen und Jungmasthühner gehalten. Eine große Herausforderung für die gesamte Branche stellt die Geflügelpest dar, die dazu geführt hat, dass zahlreiche Betriebe ganze Herden keulen mussten.

Mit der Newcastle-Krankheit (ND) nähert sich dem Bundesland eine weitere Tierseuche. Aus Bayern und Brandenburg wurden im Februar 2026 bereits die ersten Ausbrüche in Hühner- und Putenbeständen gemeldet. Aus diesem Anlass appelliert NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen an alle Halter:innen, die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent in den Betrieben umzusetzen, um einen Eintrag der Erreger zu vermeiden.

„Unsere Betriebe der Geflügelwirtschaft haben in den letzten Monaten mit großen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Auch wenn sich die Aviäre Influenza in Nordrhein-Westfalen langsam auf dem Rückzug befindet, müssen Landwirtinnen und Landwirte weiter wachsam bleiben aufgrund der in einigen europäischen Ländern und nun auch in anderen Teilen Deutschlands auftretende Newcastle-Krankheit. Damit NRW weiterhin frei von dieser Tierseuche bleibt, ist es wichtig, die Biosicherheitsmaßnahmen in den eigenen Betrieben konsequent zu überprüfen und auch den Impfschutz der eigenen Geflügelbestände gegen die ND zu kontrollieren und bei Notwendigkeit zu aktualisieren“, so die Ministerin.

Gorißen weist zudem auf die Pflichtimpfung gegen ND hin, die in Deutschland besteht. Vor dem Hintergrund des ersten Ausbruchs der ND seit 1996 in Deutschland ist es erforderlich zu überprüfen, ob eine Auffrischung der Impfung geboten ist.

Um über die aktuelle Seuchenlage und notwendige Schutzmaßnahmen zu informieren, veranstalten der Geflügelwirtschaftsverband NRW, das Netzwerk Fokus Tierwohl und die Tierseuchenkasse NRW eine kostenfreie Online-Informationsveranstaltung am Dienstag, dem 17. März 2026, um 18:30 Uhr. Gewerbliche und private Geflügelhalter:innen sind eingeladen, sich umfassend über die aktuelle Seuchenlage, die Umsetzung der Impfpflicht, Biosicherheitsmaßnahmen sowie diagnostische Möglichkeiten zu informieren.

Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die 9-teilige Online-Reihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung. Kurs 5 beschäftigt sich mit Geflügelbeständen. Zur Biosicherheit in Geflügelbeständen gibt Dr. Christine Ahlers (u. a. FTÄ für Geflügel und Mitglied im BTK-Ausschuss Geflügel) spezielle Informationen für die tierärztliche Praxis.

Ministerium NRW

Initiativen für mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung in Skandinavien

In Skandinavien kündigt sich ein Kurswechsel in der Nutztierhaltung an. Während die norwegische Geflügelbranche bis Ende 2027 auf die Produktion schnell wachsender Masthühnerlinien verzichten möchte, hat sich in Dänemark ein Bündnis gegründet, das ein Ende der intensiven Schweinemast fordert.

Die dänische Allianz, die aus Umwelt- und Tierschutzorganisationen besteht, stellt die exportorientierte Schweinhaltung grundsätzlich infrage. Die ökologischen und moralischen Folgen der Industrie, die jährlich etwa 30 Mio. Schweine erzeugt, müssen nach Meinung des Bündnisses die dänischen Bürger:innen tragen. Die Allianz fordert von der Politik, dass die dänische Bevölkerung ein Mitspracherecht darüber haben müsse, ob sie die weltweit intensivste Schweineproduktion tatsächlich wolle. Daher müsse den Bürger:innen nun ermöglicht werden, darüber politisch zu entscheiden.

In Norwegen haben die Fleisch- und Eierproduzenten Nortura und der Branchenverband Norwegian Meat & Poultry Industry Association eine Vereinbarung für mehr Tierwohl in der Geflügelhaltung getroffen. Sollte der Plan umgesetzt werden, wäre Norwegen weltweit das erste Land, das vollständig auf schnell wachsende Broilerlinien wie die Linie Ross 308 verzichtet. Zudem soll bis zum 1. Juli 2027 das Töten männlicher Küken in der Legehennenproduktion beendet und stattdessen auf die In-ovo-Geschlechtsbestimmung umgestiegen werden.

Topagrar

Agrarheute

ND: weiterer Betrieb in Brandenburg betroffen

Die Newcastle Disease (ND) breitet sich immer weiter aus. So auch in Brandenburg. Dort sind im Landkreis Dahme-Spreewald weitere Fälle der ansteckenden Tierseuche aufgetreten, wie die Kreisverwaltung in Lübben mitteilte. Zuvor gab es in der ersten Märzwoche 2026 bereits einen Ausbruch in einem Geflügelbetrieb mit rund 84.000 Tieren in Zeesen in Bestensee.

Der betroffene Betrieb im Landkreis Dahme-Spreewald wurde den Angaben zufolge sofort gesperrt. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises habe die tierschutzgerechte Tötung im betroffenen Ausbruchsbestand des gesamten Betriebs angeordnet sowie eine Überwachungs- und Beobachtungszone um den Betrieb eingerichtet.

Weitere ND Ausbrüche gab es auch in verschiedenen bayerischen Landkreisen. Insgesamt mussten bereits rund 1,5 Millionen Stück Geflügel gekeult werden, um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern.

Der wirksamste Schutz für Geflügelbestände besteht in der gesetzlich vorgeschriebenen Schutzimpfung von Hühnern und Puten. Stichprobenartige Untersuchungen in Geflügelbetrieben unterschoiedlicher Bundesländer haben jedoch einen unzureichenden Immunisierungsgrad der Tiere aufgezeigt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausbrüche ist es daher dringend erforderlich, den Impfschutz in allen Hühner- und Putenhaltungen zeitnah zu überprüfen und ggf. entsprechend den Herstellerangaben aufzufrischen. um einen Schutz der Bestände zu gewährleisten.

Alle Halterinnen und Halter von Hühner- und Putenbeständen sollten zudem die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben konsequent umsetzen und bei Bedarf optimieren, um das Risiko einer Einschleppung hochkontagiöser Viruserkrankungen – insbesondere der Geflügelpest und der Newcastles Krankheit – zu minimieren.

Für Tierärzt:innen bietet Myvetlearn.de eine Online-Fortbildung Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung – Geflügelbestände an.

rbb24

ND: Weiterer Ausbruch in Brandenburg – neuer Verdachtsfall in Bayern

Als wären die Geflügelhalter mit der Aviären Influenza sowie steigenden Energiekosten nicht schon genug geplagt, breitet sich nun auch die Newcastle Disease (ND) immer weiter aus. Trotz einer bundesweiten Impfpflicht, ist das Virus nun bereits im dritten Betrieb aufgetreten – und zum zweiten Mal in Brandenburg. Betroffen ist ein großer Legehennenbetrieb im Landkreis Dahme-Spreewald mit rund 375.000 Tieren. Außerdem besteht  in demselben Betriebsgelände ein weiteren Verdachtsfall in angrenzenden Stallungen mit etwa 300.000 Tieren. Hier steht die amtliche Bestätigung aber noch aus.

Darüber hinaus gibt es auch in Bayern einen weiteren ND-Verdachtsfall. Hier ist ein Hähnchenmastbetrieb im Landkreis Mühldorf a. Inn betroffen. Die 30.000 Hähnchen wurden vorsorglich gekeult. Nun wenige Tage zuvor war das Virus in einem Legehennenbetrieb im Landkreis Erding (Bayern) festgestellt worden.

Agrarheute

Ausbruch der Newcastle Disease in Bayern

Nach Brandenburg gibt es nun auch in Bayern einen bestätigten Fall der Newcastle-Krankheit (ND) in einem Legehennenbestand im Landkreis Erding mit rund 40.000 Tieren. Diese müssen jetzt gekeult werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und andere Bestände zu schützen, drängen der Geflügelwirtschaftsverband und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf lückenlosen Impfschutz für Hühner und Puten (es besteht eine Impfpflicht) und verschärfte Biosicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört auch der Schutz der Betriebe vor betriebsfremden Personen sowie vor nicht betriebseigenen Materialien und Gerätschaften.

Geflügelhalter:innen sollten ihre Bestände auf eventuell bestehende Impflücken überprüfen. Die Tiere müssten über die gesamte Nutzungsdauer konsequent und lückenlos immunisiert werden. Außerdem müssten nun die Herden verstärkt auf Todesfälle und Leistungsdepressionen überwacht werden, um sofort handeln zu können. Bei ND handelt es sich um eine anzeigepflichtige und hoch ansteckende Tierseuche.

Bei Myvetlearn.de gibt es eine Online-Fortbildungsreihe für Tierärzt:innen zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung. Kurs 5 der Reihe hat Geflügelbestände im Fokus. Außerdem können Landwirt:innen bei VetMAB.de ein Modul zum Geflügelgesundheitsmanagement belegen.

Geflügelnews

Ausbruch der Newcastle Disease in Brandenburg

Im Landkreis Oder-Spree im Land Brandenburg ist in einem Putenmastbestand mit etwa 23.000 Tieren der Ausbruch der Newcastle-Krankheit (Newcastle Disease, ND) amtlich festgestellt worden. Zuvor war in einer Herde mit sechs Wochen alten Tieren eine erhöhte Sterblichkeit mit unspezifischen klinischen Symptomen beobachtet worden. In zwei älteren, wiederholt gegen ND geimpften Putenherden desselben Betriebs, wurden dagegen keine klinischen Anzeichen festgestellt. Typisch sind bei ND Legeleistungsabfall, Ödeme an Kopf und Kehllappen, respiratorische Störungen, Durchfall und nervöse Störungen. Der gesamte Betrieb mit insgesamt fünf Herden wurde am Folgetag geräumt.

Das Veterinäramt des Landkreises Oder-Spree wurde unverzüglich informiert. Es wurden entsprechende Proben genommen und untersucht. Der positive Befund wurde inzwischen vom nationalen Referenzlabor, dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), bestätigt.

Es wurden alle erforderlichen Maßnahmen mit einer Tierseuchenallgemeinverfügung angeordnet. Dazu gehören die tierschutzgerechte Tötung der Tiere sowie das Einrichten einer Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern und einer Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand.

In Deutschland besteht für Hühner und Truthühner, auch in Hobbyhaltungen, eine Impfpflicht gegen die Newcastle Disease. Entsprechend lange liegt der letzte Ausbruch der ND bei Hausgeflügel in Brandenburg zurück: 1996.

Auch der betroffene Ausbruchsbestand im Landkreis Oder-Spree wurde ordnungsgemäß geimpft. Allerdings war die Grundimmunisierung der Jungtiere noch nicht abgeschlossen, weshalb sich die Tiere mit dem ND-Virus infizieren konnten.

 Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

MLEUV Brandenburg

HPAI: Sachsen meldet nahezu 600.000 tote Vögel

Die Geflügelpest (Hochpathogene Aviäre Influenza, HPAI) hat seit dem Herbst vergangenen Jahres zur Keulung von unzähligen Tieren geführt. Besonders Sachsen ist in dieser Saison von Ausbrüchen der Tierseuche betroffen. Den Ort Ebersbach im Landkreis Meißen hat es bislang am härtesten erwischt, hier mussten allein in einem Legehennenbetrieb 550.000 Tiere getötet werden.

Nach Informationen des sächsischen Gesundheitsministeriums hat die HPAI zum Tod von nahezu 600.000 Vögeln geführt, auch Zoos sind betroffen. So mussten im Leipziger Zoo neun Pelikane getötet werden oder verendeten an der Krankheit, im  Chemnitzer Zoo wurde das Virus bei 67 Enten, Gänsen und Hühnern nachgewiesen.

Das Virus breitet sich auch unter Wildvögeln aus. Seit dem letzten Herbst meldeten die sächsischen Behörden rund 50 bestätigte Fälle. Hier waren besonders häufig Wild- und Graugänse, Schwäne, Kraniche und Möwen betroffen. Aber auch Raubvögel wie Uhu, Rotmilan oder Bussard waren unter den infizierten Tieren.

Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika hat das HPAI-Virus zu massiven Ausbrüchen geführt. Allein in den vergangenen 30 Tagen gab es Meldungen über mehr als 4,7 Mio. tote Legehennen, Puten und Masthähnchen. Neben einem Großbetrieb mit 104.000 Legehennen gab es weitere Fälle in einer kommerziellen Putenhaltung mit 36.000 und einem Geflügelbetrieb mit 25.100 Tieren. Zudem wurde ein Ausbruch in einem Masthähnchengroßbetrieb im kalifornischen Sonoma County mit 86.600 Tieren bekannt.

MDR

HPAI seit 20 Jahren in Deutschland

Vor beinahe genau 20 Jahren hat das hochpathogene aviäre Influenzavirus (HPAIV) vom Typ H5N1 erstmals in Deutschland für Ausbrüche gesorgt. Am 14. Februar 2006 waren auf der Insel Rügen die ersten beiden Singschwäne tot aufgefunden und positiv auf das Virus getestet worden. Danach ist das Virus auf zahlreiche weitere Wildvögel und die ersten Geflügelbestände übergesprungen, auch ein Steinmarder und zwei Freigänger-Katzen waren betroffen.

Die ersten HPAIV-Ausbrüche in Deutschland bedeuteten auch den Start von Real-Time PCR für die schnelle und sichere Diagnostik großer Probenzahlen im Rahmen eines solchen Ausbruchsgeschehens. In den vergangenen Jahren wurde die Diagnostik jedoch perfektioniert und Next-Generation-Sequencing (NGS) erlaubt das schnelle Erfassen ganzer H5N1-Genome in kürzester Zeit – ein enormer Vorteil für die Einschätzung des Zusammenspiels von Umwelt, Wildvogelpopulationen und Biosicherheit in Nutztierhaltungen. Zudem wurde die Kommunikation professionalisiert und Abläufe zwischen Behörden sind heute weitgehend harmonisiert. 

Leider hat sich auch das Virus weiterentwickelt, was zu einer weltweiten Ausbreitung geführt hat. Die Aktualität des Themas Aviäre Influenza (AI) ist keineswegs gebrochen, nicht zuletzt, weil HPAI-Viren Euterentzündungen bei tausenden Milchkühen in den USA und zuletzt in den Niederlanden verursacht haben. Aber das Virus breitet sich nach wie vor unter verschiedenen Wildvogelarten aus: einerseits führte das Virus in Brutkolonien von Küstenvögeln zu erheblichen Verlusten, nur wenige Monate später, im Herbst und Winter 2025/26, verstarben allein in Deutschland und weiteren Teilen Europas tausende Graukraniche.

Der Schutz von Wildvogelpopulationen und Geflügelbeständen, wirtschaftliche Folgen sowie das Monitoring möglicher zoonotischer Risiken der HPAI Viren und der Schutz des Menschen stellen weiterhin große Herausforderungen dar. Zu diesen Themen forscht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in vielen internationalen Verbundprojekten weiter intensiv. Es berät Entscheidungsträgerinnen und -träger in der Seuchenbekämpfung, erarbeitet optimierte diagnostische Konzepte, führt Daten zusammen und analysiert sie. Monatliche aktualisierte Risikoabschätzungen unterstützen Geflügelhaltende, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Vogelschützende in der Bekämpfung und Prävention vor Ort. 

FLI

Franzosen sollen weniger Fleisch konsumieren

In Frankreich wird immer mehr Fleisch konsumiert. So hat die französische Bevölkerung im Jahr 2024 durchschnittlich 85 Kilogramm / pro Kopf verzehrt. Im Vergleich zu Deutschland sind das rund 30 Kilogramm mehr.

Die französische Regierung will das ändern und hat zu einem reduzierten Konsum von Fleisch und Wurstwaren aufgerufen. Im Rahmen der neuen nationalen Strategie werden die französischen Bürger:innen aufgefordert, häufiger auf pflanzliche Nahrungsmittel zurückzugreifen, um einerseits die Gesundheit zu stärken und andererseits den CO2-Fußabdruck Frankreichs zu verringern.   

Umwelt- und Agrarministerium hatten im Vorfeld über die genaue Formulierung der Verzehrempfehlungen für Fleisch gestritten, sodass die Veröffentlichung der nationalen Strategie mehrfach verschoben werden musste.

NTV

Gutachten empfiehlt Überarbeitung der EU-Tierschutzgesetzgebung zur Putenhaltung

In der Europäischen Union konzentriert sich die Putenhaltung auf wenige Hauptländer. Seit dem Jahr 2017 ist Polen das Land mit der höchsten Putenproduktion, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Hierzulande wurden im Jahr 2024 mehr als 30 Millionen Puten geschlachtet.

In der EU existiert bislang für die Putenhaltung keine eigene Regelung. Derzeit gilt lediglich die allgemeine Tierschutzrichtlinie 98/58/EG. So wurde die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beauftragt,  das Wohlergehen von Puten (einschließlich Zuchtputen und Puten zur Fleischproduktion) auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands zu untersuchen.

Das gerade veröffentliche Gutachten belegt, dass es in der europäischen Putenhaltung viele tierschutzrelevante Probleme gibt. Darunter fallen eine zu hohe Besatzdichten und Federpicken. In ihrer Stellungnahme fordert die EFSA deutlich strengere Tierschutzstandards, um gravierende Mängel zu beheben.

Die Behörde identifizierte 19 zentrale Punkte, die das Wohlbefinden von Puten beeinträchtigen können. Dazu zählen Bewegungseinschränkungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Haut- und Gewebeschäden sowie Stress durch Hitze oder Kälte. Neben den genannten Besatzdichten und feuchter Einstreu zählen auch fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten, schlechte Luftqualität und extreme Temperaturen zu den beeinträchtigen Faktoren.

Deutlich positioniert sich die EFSA gegen das Kürzen des Schnabels, das Entfernen des Hautanhangs am Schnabel („Snood“) und das Kürzen der Zehen. Diese Eingriffe sollen nach Empfehlung der Behörde schrittweise auslaufen.

Die Stellungnahme dient der Europäischen Kommission als wissenschaftliche Grundlage für mögliche neue Vorschriften. Nach der umfassenden wissenschaftliche Bewertung formuliert die EFSA deshalb konkrete Empfehlungen für die Überarbeitung der EU-Tierschutzgesetzgebung.

Agrarheute

Geflügelpestgeschehen in Niedersachsen lässt Landwirt:innen verzweifeln

Mehr als die Hälfte der deutschen Masthühner werden in Niedersachsen gehalten, dazu kommt eine hohe Konzentration an Puten haltenden Betrieben. Das Bundesland hat seit vergangenem Herbst massiv unter der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest) zu leiden. Schon die Bilanz des Tierseucheninformationssystems (TSIS) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für 2025 fiel dramatisch aus: seit dem 15. Oktober 2025 wurden bis zum 29.12.2025 93 Geflügelpestausbrüche bei Hausgeflügel nachgewiesen, davon 59 in Putenhaltungen. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr mehr als 1,7 Millionen Tiere aus Seuchenschutzgründen getötet werden.

Auch in 2026 gab es bereits die ersten HPAI-Ausbrüche. Betroffen waren unter anderem 10.500 Mastputen im Landkreis Oldenburg sowie 12.400 Entenküken im geflügelstarken Landkreis Cloppenburg. In dem Entenbetrieb war der hochansteckende Erreger H5N1 nachgewiesen worden.

Die Landwirt:innen sind aufgrund des anhaltenden Seuchengeschehens verzweifelt, denn noch nie mussten in Niedersachsen so viele Tiere auf Grund der Geflügelpest getötet werden, wie im vergangenen Jahr. In dem geflügelstärksten Bundesland werden mehr als 100 Millionen Stück Geflügel gehalten. Als Konsequenz fordert Landvolk Niedersachsen einen raschen Bürokratieabbau sowie den Stallbau in weniger dichten Regionen, um das Ausbruchsgeschehen in Zukunft zu minimieren. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn wir wieder mehr Ställe in Regionen bauen dürften, wo die Nutztierhaltung weniger dicht ist“, erklärt Landvolk-Präsident Holger Hennies. Solche Vorhaben würden derzeit jedoch kaum genehmigt. „Gerade von den Hähnchenmästern weiß ich, dass sie händeringend neue Ställe bauen wollen, und die bekommen sie gerade im Osten Niedersachsens fast nicht genehmigt“, betont Hennies. Das Bau- und Immissionsschutzrecht müsse wieder so „schlank“ werden, dass der Bau von Ställen wieder möglich werde, fordert Hennies.

Einer der Hauptgründe für die dramatische Zahl an Tierverlusten sei die hohe Tierdichte in zahlreichen Regionen, so Hennies. Dort steige die statistische Wahrscheinlichkeit eines Seuchenfalles. Perspektivisch hält Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte es für notwendig, dass es in einigen Regionen eine geringere Besatzdichte bei Geflügelhaltungen gebe. Die Ministerin sieht außerdem bei den Sicherheitsmaßnahmen auf den Betrieben gegen ein Einschleppen des Virus noch Verbesserungsmöglichkeiten. 

Agrarheute

NDR

Geflügelnews

Neuer Höchstwert bei Geflügelfleischerzeugung in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist die Produktion von Schweinefleisch im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach Informationen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW) betrug die Menge des erzeugten Schweinefleisches in 2024 rund 1,6 Mio. Tonnen. Zwar haben die gewerblichen Schlachtunternehmen mehr Fleisch als im Vorjahr produziert, doch lag diese noch immer 14,5 % unter dem Niveau von 2010.

Während die nordrhein-westfälische Geflügelproduktion mit 58.300 t Schlachtgewicht in 2024 einen wahren Boom erlebt hat (+25,4 % im Vergleich zu 2010), setzt sich der seit 2015 anhaltende Rückgang bei der Schlachtmengen bei Rindern weiter fort. Wie IT.NRW mitteilt, wurden im letzten Jahr insgesamt 160.300 t Rindfleisch (Schlachtgewicht) produziert, was einen Rückgang von rund 28 % im Vergleich mit dem Jahr 2010 bedeutet.

Bei den Fleischimporten führt Geflügel (+28,5 %) vor Rindfleisch (+ 6,2 %) die Liste an. Die Importmenge bei Schweinefleisch hingegen hat sich um 17,3 % verringert.

IT.NRW

Topagrar

Boehringer Ingelheim erhält Zulassung für zwei Geflügelpest-Impfstoffe

Die Europäische Kommission hat zwei Impfstoffe gegen die Aviäre Influenza (AI) zugelassen. Die beiden neuen Impfstoffe des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim sind sogenannte DIVA-Impfstoffe („Differentiate Infected from Vaccinated Animals“) und dienen zur aktiven Immunisierung im Zusammenhang mit einer Infektion durch hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) des Subtyps H5. Sie können bei Hühnern und Puten, einer der beiden Vakzine kann zusätzlich bei Enten eingesetzt werden.

Der Virusstamm H5 ist der am weitesten verbreitete Erreger der Geflügelpest und verantwortlich für das derzeitige massive Seuchengeschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Die Folge sind erhebliche wirtschaftliche Schäden entlang der gesamten Produktions- und Lieferketten.

Ein spezieller Biomarker in den neu zugelassenen Impfstoffen ermöglicht es, geimpfte Tiere eindeutig von solchen zu unterscheiden, die trotz Impfung mit einem Feldvirus infiziert sind. Das war eine Voraussetzung für den Einsatz von Impfstoffen in der EU.

Diese Unterscheidbarkeit könnte dazu beitragen, Handelsbeschränkungen zu vermeiden. Das Unternehmen appelliert daher an politische Entscheidungsträger:innen auf nationaler und internationaler Ebene, bestehende Exportregelungen zu überprüfen und anzupassen. Ziel ist es, DIVA-Impfstoffe als wirksames Instrument der Seuchenbekämpfung anzuerkennen, ohne den internationalen Handel unnötig einzuschränken. Nach Angaben des Unternehmens erlaubt die DIVA-Funktion eine verlässliche Überwachung und unterstützt gleichzeitig einen sicheren Handel trotz laufender Impfprogramme.

„Die DIVA-Funktion ermöglicht es unseren Abnehmern, ihre Überwachungsprogramme umzusetzen und den sicheren Handel zu unterstützen, während gleichzeitig geimpft wird“, sagt Taoufik Rawi, Head of Franchise Geflügel. „Die Zulassungen von Impfstoffen gegen Hochpathogene Aviäre Influenza ist von entscheidender Bedeutung, um die Bereitschaft zur Bekämpfung von Vogelgrippeausbrüchen in Europa zu erhöhen.“

„Grenzüberschreitende Tierseuchen wie die Vogelgrippe werden weiterhin eine Bedrohung darstellen, daher sind neue Ansätze zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten bei Tieren, insbesondere bei Nutztieren, zunehmend wichtig. Boehringer Ingelheim investiert weiterhin in Forschung und Innovation und ist bereit, Regierungen, Gesundheitsbehörden und Produzenten mit Impfstoffen und Expertise in der Überwachung sowie beim Aufbau robuster Krankheitsbekämpfungspläne zu unterstützen“, ergänzt Armin Wiesler, Leiter des Geschäftsbereiches Tiergesundheit und Mitglied des Vorstands.

Boehringer Ingelheim

Agrarheute

4. VetSurvey-Umfrage der FVE

Zum 4. Mal nach 2015, 2018 und 2023 hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachverband für tierärztliche Organisationen aus Europa, ihre nächste Umfrage gestartet, um die aktuelle Lage des Tierarztberufs bewerten zu können.

Die 4. FVE VetSurvey beleuchtet sowohl Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden als auch Karrieretrends und zukünftige Herausforderungen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Erhebung zu einer aussagekräftigen Evidenzbasis für den Berufsstand entwickelt und konnte bislang wertvolle Erkenntnisse zu der Stimmungslage der Tierärzteschaft in Europa liefern. Das nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene, sodass Länder ihre Situation mit anderen vergleichen können und die FVE und ihre Mitglieder Maßnahmen für einen widerstandsfähigen, zukunftssicheren Berufsstand priorisieren können.

Für die nun vierte Umfrage bittet der Dachverband um die umfassende Unterstützung seitens der Tierärzteschaft, damit robuste und statistisch aussagekräftige Ergebnisse gewährleistet werden können. Die Beantwortung dauert lediglich10 bis 15 Minuten. Je mehr Tierärzt:innen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Daten sein, um mit politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und Interessengruppen in Kontakt zu treten.

Bitte helfen Sie mit, indem Sie die Umfrage so weit wie möglich verbreiten.

Zur Umfrage

Strukturwandel in der Landwirtschaft wirkt sich negativ auf Selbstversorgungsgrad aus

Der Strukturwandel bei der tierischen Erzeugung hat sich in den vergangenen Jahren in der EU beschleunigt. Die erzeugten Fleischmengen sind in der EU deutlich rückläufig – einzige Ausnahme ist die Erzeugung von Geflügelfleisch (+ 5,6 %). Gleichzeitig stieg der Verbrauch in der EU um 2,6 % an, weshalb der Selbstversorgungsgrad der EU bei Fleisch stark zurückgegangen ist. Bei Milchprodukten ist der EU–Selbstversorgungsgrad ebenfalls kleiner geworden, aber nicht so stark. Der Selbstversorgungsgrad stellt das Verhältnis inländischer Erzeugung zum inländischen Verbrauch dar.

Zwischen 2010 und 2020 verringerte sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU – von 12,1 auf 9,1 Mio., das entspricht einem Rückgang um 25 %. Besonders stark ging die Zahl kleiner Betriebe zurück, die weniger als 5 ha Fläche landwirtschaftlich nutzten. Obgleich sie in diesem Jahrzehnt um knapp ein Drittel zurückging, machen die kleinen Betriebe immer noch 64 % aller landwirtschaftlichen Betriebe der EU aus.  

Aus dem Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) geht hervor, dass vor allem Deutschland überdurchschnittlich stark für den Rückgang der Nahrungsmittelversorgung in der EU verantwortlich ist. Im Zehnjahresvergleich hat Deutschland in allen wichtigen Produktbereichen mit Ausnahme von Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Zucker und Eiern zum Teil erhebliche Anteile an der EU–Agrarerzeugung verloren.

Topagrar

Geschlechtsbestimmung bei Küken anhand der Federn

Das US-amerikanische Unternehmen Targan aus Raleigh (North Carolina) hat ein System entwickelt, das automatisch das Geschlecht von Masthähnchenküken erkennt. Die neue WingScan-Lösung erkennt anhand der Federn das Geschlecht von bis zu 160.000 Tieren pro Stunde.

Unter anderem wegen der Ungenauigkeit und einem erheblichen Arbeitsaufwand hatten sich viele Bereiche der Branche von der manuellen Geschlechtsbestimmung abgewandt, was die Notwendigkeit einer Modernisierung dieser einst lukrativen Praxis deutlich machte.

Mit diesem Verfahren soll die Rentabilität gesteigert werden. Die Lösung erleichtere die Optimierung der Fütterungsstrategien, fördere ein gleichmäßiges Wachstum der Herde und steigere die Effizienz in Brütereien und Verarbeitungsbetrieben, heißt es seitens des Unternehmens.

So wirbt Targan hinsichtlich der WingScan-Lösung mit einer konstanten Genauigkeit von über 97 % . Zudem erfolge die Sortierung danach tierschonend, wie das Unternehmen weiter mitteilt.

Topagrar

Weiterhin hohes Risiko für Geflügelpest

Die Geflügelpest (Aviäre Influenza, HPAI) greift weiter um sich. Zwar sind die Fallzahlen merklich zurückgegangen, aber auf Grund von möglichen Stammveränderungen des Virus sowie der Wetterlage kann nicht von einer Entwarnung gesprochen werden, so das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Das Institut schätzt daher das Risiko für Infektionen bei Wildvögeln und gehaltenen Vögeln weiterhin als hoch ein.

In der vergangenen Woche hat das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen (Bayern) die Empfehlung ausgesprochen, die Schlachtungen der für das Weihnachtsfest gezüchteten Gänse vorzuziehen. Grund dafür sei die aktuell sehr dynamische Seuchenentwicklung. Das Veterinäramt der Region weist erneut auf die strikte Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen hin, um den Eintrag der Geflügelpest in Bestände zu vermeiden. Der Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln müsse nachhaltig unterbunden werden.

Auch Sachsen meldete in der letzten Woche einen HPAI-Ausbruch in einem großen Geflügelbetrieb in der Gemeinde Ebersbach nahe Radeburg (Landkreis Meißen). Hier mussten 80.000 Legehennen gekeult werden. Im Leipziger Zoo mussten nach einem Ausbruch alle Krauskopfpelikane getötet werden, um andere Tiere vor einer Infektion zu schützen. „Der Verlust der Pelikane ist bitter, aber notwendig. Wir werden weiterhin alles tun, um unseren Bestand und den Zoo zu schützen“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold.

Nach dem Tod eines ersten Pelikans vor 10 Tagen waren Proben von rund 350 weiteren Vögeln genommen und untersucht worden. Ein Pelikan war dann trotz der vorübergehenden Entwarnung noch gestorben und ein weiteres Tier der Gruppe erkrankt, wie der Zoo mitteilte. Daraufhin habe das Veterinäramt die Tötung der sieben übrigen Pelikane angeordnet.

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Spiegel

Backhaus fordert offene Diskussion über HPAI-Impfung

Die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) hat im laufenden Jahr in zahlreichen Regionen Deutschlands für hohe Verluste gesorgt. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) kam es zu bislang 175 Ausbrüchen in Geflügelhaltungen. Zudem meldet das Institut mehr als 2.000 Nachweise bei Wildvögeln.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist besonders von Geflügelpestausbrüchen betroffen und hat mit hohen Fallzahlen zu kämpfen. In den vergangenen Wochen wurden allein zwölf HPAI-Ausbrüche in Geflügel haltenden Betrieben mit mehr als 280.000 Tieren registriert. Hinzu kommen etwa 160 Fälle bei Wildvögeln, insbesondere bei Kranichen.

Angesichts des immensen Infektionsdrucks auf die Nutztierhaltungen fordert Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (Mecklenburg-Vorpommern) daher eine offene Diskussion über den möglichen Einsatz von Impfungen gegen die Geflügelpest. „Angesichts der diesjährigen Zahlen müssen wir offen darüber reden, ob Impfungen künftig Teil einer abgestimmten Strategie sein sollten. Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung und unter Abwägung aller Vor- und Nachteile. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Bestände zu schützen, wirtschaftliche Schäden zu begrenzen und die Geflügelwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern möglichst resilient aufzustellen“, so der Minister.

Impfungen könnten perspektivisch eine Ergänzung darstellen, um den Infektionsdruck zu senken und die wirtschaftliche Stabilität der Geflügelbranche zu sichern.

Regierung Mecklenburg-Vorpommern

WING-Academy soll Studierende für Nutzgeflügel begeistern

Die Forschungseinrichtung Wissenschaft für innovative und nachhaltige Geflügelhaltung (WING) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) setzt wissenschaftliche Projekte aus den Fachrichtungen Tierwohl und Tiergesundheit, Tierhaltung und Tierernährung, Nachhaltigkeit sowie Umweltschutz inter- und transdisziplinär um. Seit dem Wintersemester 2025/26 haben die Studierenden erstmals die Möglichkeit, praxisnahe Einblicke in aktuelle Themen der Nutzgeflügelhaltung zu erhalten.

Die WING-Academy erweitert als neues, fortlaufendes Wahlpflichtfach das Lehrangebot im Bereich der Nutztierhaltung und vermittelt den Studierenden in Exkursionen und Seminaren kompaktes Wissen zu Tierschutz sowie Haltung, Nachhaltigkeit, Ernährung und Gesundheit von Geflügel.

„Mit der WING-Academy möchten wir Studierende früh für Nutzgeflügel begeistern und ihnen zeigen, wie abwechslungsreich und verantwortungsvoll dieses Feld aus Sicht einer Tierärztin oder eines Tierarztes ist“, erklären die Leitenden des WING, Professorin Dr. Nicole Kemper und Professor Dr. Christian Visscher. „Gleichzeitig bauen wir so eine Brücke zwischen Forschung, Praxis und der tierärztlichen Ausbildung.“

Aus dem WING-Team bringen Dr. Lisa Jung und Dr. Julia Gickel ihre Expertise ein: Jung forscht zu den Themen Tierwohl, Tiergesundheit und Zucht. Gickels Schwerpunkte sind die Kohlenstoffdioxid-Bilanzierung, Nachhaltigkeit und Fütterung von Nutzgeflügel. 

TiHo Hannover

Geflügelpest: Katzen und Hunde vor Ansteckungen schützen

Freigängerkatzen und Hunde sind in Gebieten, in denen es eine hohe Zahl an Wildvögeln gibt, die an der Geflügelpest (Aviäre Influenza, AI) verendet sind, gefährdet, sich ebenfalls mit dem Virus zu infizieren. Bereits am 3.12.2025 hatte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mitgeteilt, dass bei einer tot aufgefundenen Katze in einem Waldgebiet bei Neuruppin das hochpathogene Geflügelpest-Virus H5N1 nachgewiesen worden war. Im gleichen Gebiet waren zudem positiv auf das Virus getestete Wildvögel gefunden worden. Weitere infizierte Katzen wurden in die Obhut des Amtes für Verbraucherschutz und Landwirtschaft genommen, wie der Landkreis weiter mitteilt.

Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass sich die verendete Katze durch direkten Kontakt mit infizierten Vögeln bzw. deren Ausscheidungen angesteckt habe, so der Landkreis. So sollten Hundehalter:innen in Gebieten mit gehäuftem Wildvogelsterben ihre Tiere an der Leine führen. Der Landkreis rät Halter:innen von Freigängerkatzen zudem, den Freilauf für die nächsten Wochen einzuschränken, um die Tiere nicht zu gefährden.

In seltenen Fällen können sich Katzen und Hunde mit dem Geflügelpest-Virus anstecken, doch dafür sei eine große Virusmenge notwendig, heißt es weiter. Infizierte Tiere können Symptome wie Augen- und Nasenausfluss, Husten, Niesen, Atemprobleme, Teilnahmslosigkeit und Appetitlosigkeit zeigen. Aber es können auch Anzeichen wie Zittern, Krampfanfälle sowie eine gestörte Koordination auftreten. Hunde infizieren sich seltener als Katzen. Eine Übertragung des Virus von Säugetieren auf den Menschen ist unwahrscheinlich.

Tierhaltende sollten ungewöhnliche Verhaltensänderungen oder gesundheitliche Beschwerden bei ihren Tieren ernst nehmen und tierärztlich abklären lassen, rät das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Nicht jede Infektion müsse jedoch tödlich verlaufen, Heilmöglichkeiten außer der Behandlung der Symptome gebe es aber auch nicht.

Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Proplanta

Bundeswettbewerb zeichnet innovative Stallbauprojekte aus

Auch im kommenden Jahr zeichnet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Landwirtschaftliches Bauen“ landwirtschaftliche Betriebe aus, die ihre Ställe hin zu mehr Tierwohl und einer tiergerechten Haltung umgestaltet haben.

Sowohl im gesellschaftspolitischen Diskurs als auch im Lebensmitteleinzelhandel nimmt die Bedeutung des Tierwohls zu. So beschließen auch immer mehr Landwirt:innen, in zukunftsweisende Stallbauten, die das Tierwohl verbessern, zu investieren. Das BMLEH möchte in 2025 Betriebe herausstellen, die ihre Stallanlage in ein schlüssiges Betriebskonzept integriert haben. Aber auch Umweltaspekte, Wirtschaftlichkeit, Biosicherheitskonzepte sowie die innovative Lösung und Nutzung von Digitalisierung fließen in die Gesamtbewertung ein. Dabei stehen innovative Ställe im Fokus, die die ursprünglichen Haltungsbedingungen verbessern, zum Beispiel durch mehr Platz, zusätzliches Beschäftigungsmaterial, bessere Belüftung, mehr Außenklima oder Weidezugang.

Für den Bundeswettbewerb „Landwirtschaftliches Bauen 2026“ können sich Landwirt:innen, die Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe oder Ziegen halten, bewerben. Mit insgesamt 30.000 Euro Preisgeld zeichnet das BMLEH kreative und zukunftsfähige Stallbauprojekte aus. Bewerbungsschluss ist der 27. Februar 2026.

BMLEH

Ende des Geflügelsterbens nicht in Sicht

Die Geflügelbranche scheint in diesem Jahr überhaupt nicht zur Ruhe zu kommen. Einer der Gründe ist die massive Ausbreitung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI). Betroffen sind zahlreiche Ausbrüche in Betrieben mit Puten, Legehennen und Enten.

Innerhalb einer Woche ist die Geflügelpest in drei Betrieben im niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim festgestellt worden. Unter anderem mussten 25.500 Puten und 120.000 Legehennen in der Region getötet werden. Zusätzlich zu weiteren HPAI-Ausbrüchen, von denen besonders Betriebe in Niedersachsen betroffen waren, kam es nun auch noch zu einem massiven Putensterben in einem Betrieb in Veltheim (Sachsen-Anhalt) nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen. Hier verendeten mehr als 1.100 Puten, nachdem sie verunreinigtes Futter gefressen hatten.

Wie der zuständige Amtstierarzt Rainer Miethig erklärt, konnte die Geflügelpest als Ursache für das plötzliche Sterben jedes dritten Tieres des Betriebs ausgeschlossen werden. Die Untersuchungen der Proben zeigten dann, dass das Futtermittel mit einem ungeeigneten Medikament kontaminiert war. Um das Leiden der noch lebenden Puten zu beenden, seien sie in einem abgedichteten Stall mit Kohlendioxid begast worden, so Miethig abschließend.

Tagesschau

NDR

Mutation für das Überwinden der Speziesbarriere von H5N1 identifiziert

Seit vielen Jahren grassiert die Geflügelpest in den USA. Dort konnte sie sich nahezu unbeachtet von Politik und Behörden ungehindert ausbreiten und das Virus weiter mutieren. Wie Wissenschaftler:innen des südkoreanischen Instituts für Grundlagenforschung und des St. Jude Children’s Research Hospitals jetzt herausfanden, haben sich die Mutationen, die mit den schweren H5N1-Ausbrüchen der Jahre 2022 und 2024 in Verbindung stehen, in Nordamerika bereits lange vor dem Auftreten des Virus bei Kühen und anderen Säugetieren ausgebreitet. Inzwischen findet sich die Mutation in nahezu allen nordamerikanischen Geflügelpeststämmen des Subtyps H5N1.

Die Molekularstruktur der mit den Ausbrüchen von 2022 in Verbindung gebrachten Stämme weist zwei Mutationen auf, die für die Fähigkeit des Virus verantwortlich sind, schwere Erkrankungen bei verschiedenen Säugetieren auszulösen, wie aus einer in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlichten Studie hervorgeht.

Diese Stämme unterscheiden sich von früheren H5N1-Stämmen durch ihre Fähigkeit, sich schnell in Geweben außerhalb der Atemwege zu vermehren. Weiterhin scheinen die identifizierten Mutationen die Virusreplikation in Immunzellen von Säugetieren zu verstärken.

Angesichts der erneut steigenden H5N1-Ausbrüche sei es notwendig herauszufinden, ob diese Virusmutationen auch andere Grippeviren, einschließlich Schweine- und menschliche Grippeviren, befallen können, so der Appell der Wissenschaftler:innen.

Topagrar

Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes verabschiedet

Der Bundestag hat in der vergangenen Woche ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes und des Apothekengesetzes verabschiedet. Dadurch müssen Nutztierhalter:innen ab 2027 nur noch einmal im Jahr Angaben zu den Arzneimittelanwendungen machen. Bislang musste diese sogenannte TAM-Meldung im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes halbjährlich erfolgen.

Ab 2026 soll die Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten gemäß den EU-rechtlichen Vorgaben auf weitere Tierarten wie Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, Füchse und Nerze in Pelztierhaltungen, bestimmte Fischarten, Pferde und der Lebensmittelgewinnung dienende Kaninchen ausgeweitet werden.

Die Erhebung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen soll hingegen von ursprünglich Ende 2025 auf Anfang 2029 verschoben werden. Das solle Bürokratieaufwand und Geld sparen, heißt es als Begründung vom BMLEH.

Da allerdings der Tagesordnungspunkt auf 00:30 angesetzt war und die Ränge des Parlamentes zur späten Stunde entsprechend leer wirkten, zweifelte die AfD-Fraktion die Beschlussfähigkeit des Bundestages an. Denn für diese müssen mindestens die Hälfte der Abgeordneten anwesend sein.

Um die Antibiotikaminimierung im Stall geht es auch auf der Lernplattform VetMAB.de, die zahlreiche Fortbildungen zu dem Thema für Landwirte und Tierärzte anbietet.

Abgeordnetenwatch
Schweizerbauer

Erstmals H5N5 bei US-Bürger festgestellt

In den USA hat sich laut Angaben des Gesundheitsministeriums im Bundesstaat Washington erstmals ein Mensch mit dem Geflügelpestvirus vom Typ H5N5 infiziert. Betroffen ist demnach ein älterer Mann mit Kontakt zu Geflügel und anderen Vorerkrankungen, der mit Grippesymptomen ins Krankenhaus gekommen ist. Ein dort durchgeführter Test bestätigte die Infektion mit dem Subtyp.

Es handelt sich damit um den ersten Nachweis dieses Virus-Subtyps beim Menschen. Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) kommt dieser Subtyp seit vielen Monaten in einigen Regionen der Welt vor, u.a. in Nordamerika.

Topagrar

Antibiotikagaben in der Schweiz weiter rückläufig

Nach aktuellen Zählungen des Informationssystems Antibiotika in der Veterinärmedizin (IS ABV) hat der Einsatz von Antibiotika bei Tieren in der Schweiz auch im vergangenen Jahr abgenommen. Während in der Rindermast und in der Milchkuhhaltung ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, zeigte sich ein Rückgang an Wirkstoffen, darunter auch kritischer Antibiotika, sowohl bei Schweinen als auch bei Geflügel. Die Zahl der Verabreichungen bei Hunden, Katzen und Pferden ist in 2024 stabil geblieben. So setzt sich ein mehrjähriger Trend fort. Der Bericht steht auf der Seite des BLV zum Download zur Verfügung.

Die Datenbank ist Bestandteil der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR), die das Ziel hat, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig sicherzustellen. Zudem ermöglicht das System, regionale, nationale und internationale Vergleiche des Antibiotikaverbrauchs bzw. der Behandlungsintensität zu machen. Somit sind Zusammenhänge zur Resistenzlage besser ersichtlich.

Auch die Lernplattform VetMAB setzt sich für Antibiotikaminimierung im Stall ein. Hier finden Tierärzte und Landwirte ausgewählte Online-Kurse, die zeigen, wie sich der Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren weiter verringern lässt.

BLV

Früherkennung von Krankheiten bei Geflügel dank KI

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) können Krankheiten bei Geflügel entdeckt werden, bevor Symptome auftreten. Das britische Unternehmen Optifarm hat ein Frühwarnsystem entwickelt, das Daten zu Wasseraufnahme und Verhaltensmustern der Tiere auswertet und mit Hilfe von KI vor eventuellen Gesundheitsproblemen warnt.

Das System kann voraussagen, wie sich die Tiere innerhalb von 15 Minuten verhalten werden. Wenn Daten abweichen, etwa ein ungewohntes Ansteigen oder Abfallen der Trinkaktivität, werde geprüft, ob Belüftung, Beleuchtung, Futterumstellungen oder Stress zu Veränderungen bei den Tieren geführt haben, erklärt das Unternehmen auf seiner Internetseite. So können Krankheitsausbrüche deutlich früher erkannt werden.

Das KI-Modell könne mit über 91 % Genauigkeit eine Reaktion des Immunsystems erkennen, erklärt Optifarm-CEO David Speller. Und das zwei bis drei Tage, bevor sichtbare Symptome auftreten. Landwirtschaftliche Betriebe können das System ohne zusätzliche Hardware anwenden, denn dieses nutzt bereits vorhandene Technik im Stall. Die Basisversion der App ist kostenlos, nur für tiefere Analysen und den Zugriff auf die Datenplattform fallen Gebühren an.

Topagrar

Landestierschutzbeauftragte äußert Kritik an Massenkeulungen von Geflügel

Die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) greift in Deutschland weiter um sich. Besonders betroffen ist das Bundesland Niedersachsen. In mehreren Landkreisen meldete der Niedersächsische Geflügelwirtschaftsverband (NGW) am gestrigen Donnerstag (06.11.2025) bei Betrieben mit Putenhaltung, Masthähnchen und Gänsehaltung mehrere bestätigte Fälle der Geflügelpest sowie einige Verdachtsfälle. Die Tiere der betroffenen Betriebe müssen getötet werden. Niedersachsens Landestierschutzbeauftragte Julia Pfeier-Schlichting hat die Massentötungen scharf kritisiert. Die Tierärztin fordert eine Anpassung der EU-Regeln, damit die Pflicht zu präventiven Maßnahmen, vorangetrieben werden könne.

„Ich halte die gesamte Tierseuchenpolitik aus Sicht des Tierschutzes für fragwürdig“, sagte die Tiermedizinerin Julia Pfeier-Schlichting auf eine Frage zu den derzeitigen Keulungen von Puten und Hühnern. Ihrer Meinung nach werde das massenhafte Töten von Tieren von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert. Kritik äußert die Landestierschutzbeauftrage zudem an der Massentierhaltung bei Geflügel. Der Wechsel von weniger ansteckenden zu hochansteckenden Erregern passiere dort – „und nicht in der Natur“, sagte sie mit Verweis auf einen Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts. Der geringe Abstand von Betrieben untereinander in einigen Regionen Niedersachsens erhöhe zudem das Übertragungsrisiko.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) teilt mit, dass die Fallzahlen HPAI Infektionen in Deutschland aktuell deutlich zunehmen. Das verdeutlicht auch die Karte, die das Institut wöchentlich aktualisiert. „Wir sehen weiterhin stetig steigende Zahlen, eine Beruhigung der Lage ist nicht in Sicht. Auf der Europakarte ist anhand der Fälle bei Wildvögeln eindrücklich quasi der Herbstvogelzug Richtung Südwesten abzulesen.“, so FLI-Präsidentin Prof. Dr. Christa Kühn. Die Aufmerksamkeit dürfe nicht nachlassen, weder bei den Biossicherheitsmaßnahmen für Geflügel noch bei der Meldung von toten Wildvögeln. Auch wenn die örtlichen Veterinärbehörden bereits stark ausgelastet seien, bliebe die Bergung toter Wildvögel wichtig. 

Die 9-teilige Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de vermittelt Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten. Kurs 5 behandelt die Biosicherheit in Geflügelbeständen.

Proplanta

DGS

Schweiz intensiviert Maßnahmen gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Entstehung von Resistenzen gegen antimikrobielle Arzneimittel nimmt weltweit zu. Die Schweiz plant daher eine Intensivierung der Maßnahmen, um die Ausbreitung zu verhindern. So sollen auch die Krankenhäuser verstärkt unterstützt werden.

„Die Situation ist dramatisch, es ist sicher etwas, das man ernst nehmen muss“, erklärt die Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Anne Lévy. „Multiresistente Keime und die Tatsache, dass nicht mehr jedes Antibiotikum für jede Infektion nützlich ist, gehören zu den großen Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit.“

Eine der Maßnahmen ist, dass sogenannte „Antimicrobial Stewardship“-Programme, die unter anderem die Überwachung von Antiobiotikaeinsätzen und Resistenzen umfassen, in möglichst vielen Krankenhäusern des Alpenstaates implentiert werden. „Wir spüren in den letzten Jahren eine Zunahme an multiresistenten Keimen“, sagt Nina Khanna, Chefärztin für Infektiologie am Universitätsspital Basel. Das USB ist eines der wenigen Krankenhäuser, das bereits mit dem Programm arbeitet.

Mit einem entsprechenden Aktionsplan und der laufenden Revision des Epidemiegesetzes sollen nach Angaben des Bundes die Grundlagen zur Prävention und Bekämpfung von Resistenzen geschaffen werden. Dabei sollen gemäß des One-Health-Prinzips auch die Veterinärmedizin und Landwirtschaft einbezogen werden, wie Lévy betont.

Um die Resistenzen weiter zu reduzieren, sei es von großer Bedeutung, dass Antiobiotika stets zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge eingesetzt werden. Zudem müsse die Bevölkerung besser aufgeklärt werden, wie zum Beispiel, dass übrig gebliebene Antibiotikamengen nicht in den Hausmüll gehören, sondern zur Apotheke zurückgebracht werden müssen, so die BAG-Direktorin abschließend.

Mehr Informationen zu Antibiotika-Resistenzen bei Nutztieren und wie der Einsatz von Antibitika bei Nutztieren zur Verringerung der Resistenzen minimiert werden kann, gibt es auf der Lernplattform VetMAB.de.

Schweizerbauer

Geflügelpest: BfT fordert ein Umdenken in der Seuchenbekämpfungsstrategie

Angesichts des massiven Ausmaßes der in Deutschland aktuell grassierenden Geflügelpest (HPAI) hat der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) die Bundesregierung aufgefordert, die Seuchenbekämpfungsstrategie zu überdenken und die Türen für eine Impfung gegen die Tierseuche zu öffnen. 

Laut Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist die Zahl der seit Anfang September 2025 erfassten HPAI-Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen bundesweit auf 35 gestiegen. Täglich würden neue Fälle gemeldet, das Infektionsgeschehen sei weiterhin sehr dynamisch, sagte eine Sprecherin des FLI. Die Zahl der vorsorglich getöteten Tiere liege bundesweit inzwischen deutlich über 500.000.

Das aktuelle Seuchengeschehen hat in mehreren Bundesländern zu Zehntausenden getöteten Nutztieren und einem Massensterben bei Wildvögeln geführt. Allein in Niedersachsen mussten bis zum vergangenen Dienstag mehr als 118.500 Tiere wegen der Krankheit getötet werden, wie das Agrarministerium in Hannover bekannt gab.

Betroffen ist demnach insbesondere der Landkreis Cloppenburg mit rund 70.400 Puten und 5.300 Enten. Im Landkreis Vechta wurden 41.500 getötete oder verendete Puten gemeldet, im Landkreis Diepholz 1.300 Junghennen. Hinzu kommen 14 tote Tiere aus der Kleinstgeflügelhaltung im Heidekreis. Nach Angaben des Ministeriums Brandenburg mussten landesweit bereits 155.000 Tiere gekeult werden – so schlimm war das Ausmaß bislang nur im Jahr 2016/2017.

Hamburg, Brandenburg und das Saarland haben daher bereits eine Stallpflicht verhängt, um die Ausbreitung einzudämmen. Ein bundesweites „Aufstallungsgebot“ ist bislang nicht in Sicht. „Wir plädieren für ein einheitliches, risikobasiertes Vorgehen, um die Tiergesundheit und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Abwarten ist keine Option“, teilte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) mit.

Der BfT fordert bereits seit einiger Zeit, Impfungen vermehrt in die Seuchenbekämpfung einzubeziehen und der präventiven Impfung einen höheren Stellenwert einzuräumen, wie es in anderen Ländern der EU bereits durchgeführt werde. Die massiven Ausbrüche der Geflügelpest bereits zu Beginn der Wintersaison zeigen einmal mehr, dass angesichts der weiten Verbreitung des Virus in der Wildvogelpopulation ein Umdenken erforderlich ist. 

Zudem fordert der BfT, die Anforderungen für das Monitoring auf Einträge des Feldvirus laut EU-Recht weiter zu entwickeln und auf ein praktikables Maß zu reduzieren. Auch hier schaffen neue Testverfahren neue Optionen. Handelsbarrieren müssen überwunden werden.

„Besonders gefährdet sind Freilandhaltungen und Wassergeflügel“, so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT, „vor allem in Regionen mit starkem Vogelzug. Auch Putenbetriebe haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Den Betrieben sollte die Impfung als ergänzende Option zu Biosicherheitsmaßnahmen ermöglicht werden.“

„Durch den Einsatz der Impfung kann vielfaches Tierleid verhindert, erhebliche Kosten für Tötung und Beseitigung eingespart und die Versorgung mit Eiern und Geflügelfleisch gesichert werden“, so Schüller. Nicht zuletzt sei die vorbeugende Impfung statt der Tötung von Tieren auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.

BfT

Tagesschau

HPAI-Ausbrüche: BTK erneuert Forderung an Politik

Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) breitet sich in diesem Jahr so rasant aus wie selten zuvor aus. Neben zahlreichen Wildvögeln, darunter erstmals eine hohe Zahl Kraniche, werden H5N1-Ausbrüche aktuell auch bei zahlreichen Geflügelbetrieben festgestellt.

Die Bundestierärztekammer (BTK) nimmt diese dramatische Entwicklung zum Anlass, ihre Forderung an Bund und Länder nach einer personellen und finanziellen Stärkung der Labore und Behörden zu erneuern. Die erforderlichen Mittel müssten dringend bereitgestellt, bürokratische Hürden abgebaut werden, heißt es in der aktuellen Pressemeldung der BTK.

„Die Veterinärverwaltungen sind auf allen Ebenen unverzichtbar für den Schutz der Tiergesundheit und der öffentlichen Gesundheit. Jetzt kommt es darauf an, den Seuchenausbruch konsequent zu beherrschen, die Weiterverbreitung zu minimieren und die Folgen für Handel und Wirtschaft so gering wie möglich zu halten. Zugleich gilt es, unnötiges Tierleid zu verhindern“, sagt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel.

Vogel fordert die unverzügliche Stärkung und verlässliche Finanzierung der Veterinärverwaltungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene sowie der Untersuchungslabore und der nationalen Referenzlabore. Nur durch ausreichende personelle Kapazitäten, moderne Diagnostik und kurzfristig verfügbare Finanzmittel können Seucheneinsätze schnell, koordiniert und fachgerecht durchgeführt werden.  

BTK

Starke Zunahme von HPAI-Ausbrüchen bei Kranichen in Brandenburg

Die Geflügelpest (Aviäre Influenza, HPAI) breitet sich dramatisch unter Wildvögeln in Brandenburg aus. Von Ausbrüchen besonders betroffen sind aktuell Kraniche, von denen inzwischen über 1.000 Tiere an dem Erreger verendet sind.

Immer häufiger verzeichnet die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg im Landesamt für Umwelt (LfU) Nachrichten über geschwächte oder tote Kraniche. Erstmals war am 14. Oktober in Brandenburg ein Kranich tot geborgen worden, bei dem das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das HPAI-Virus nachgewiesen hat. Naturschützer:innen haben danach allein an den überregional bekannten Linumer Teichen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mehrere hundert tote Kraniche eingesammelt.

Besonders dramatisch ist, dass die außergewöhnlichen Zugvögel, von denen bis zu 95.000 Tiere jedes Jahr in Brandenburg Rast machen, bei einer frischen Infektion noch für längere Zeit flugfähig sein können. Aus diesem Grund sei mit einer signifikanten Zunahme weiterer Todesfälle sowie einer raschen Verbreitung in Mitteleuropa und auf dem weiteren Zugweg (Frankreich, Spanien) zu rechnen, wie das brandenburgische Landwirtschaftsministerium mitteilt. Zudem könne sich die Problematik auch auf weitere Vogelarten ausweiten.

Auch wächst das Risiko des Erregereintrags in Geflügelhaltungen entlang der Flugwege, insbesondere Freilandhaltungen. Die Übertragung des Infektionsgeschehens bis hin zu den spanischen Überwinterungsgebieten der Kraniche ist eine mögliche Entwicklung.

Allen Nutztierhaltern im Land empfiehlt das Ministerium, jeden direkten oder indirekten Kontakt von gehaltenem Geflügel mit Wildvögeln zu vermeiden. Wildvögel sollten von Futter und Einstreu ferngehalten werden. Zuchttiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Um Erregereinträge in die Geflügelbestände zu vermeiden, sollte zudem der Personenverkehr eingeschränkt werden.

Die 9-teilige Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de vermittelt Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten. Kurs 5 behandelt die Biosicherheit in Geflügelbeständen.

Ministerium Brandenburg

Tagesspiegel

FLI setzt Risiko für HPAI-Ausbrüche wieder hoch

Mit der saisonal gestiegenen Zugvogelaktivität ist auch die Zahl der Ausbrüche der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest) des Subtyps H5N1 gestiegen. So wurden in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen in den vergangenen Tagen vermehrt tote Kraniche gefunden. Den Verdacht der zuständigen Landesuntersuchungseinrichtungen auf eine Infektion mit dem HPAI-Virus hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nun bestätigt. Damit sind erstmals die auffälligen Zugvögel in diesem Ausmaß von HPAI betroffen. Um die Viren entsprechend näher zu charakterisieren, wird das Institut weitere Untersuchungen vornehmen.

Nach den bisherigen Sequenzanalysen besteht ein hoher Verdacht, dass es sich bei den aktuellen Ausbrüchen um eine Variante des in den letzten Monaten in Europa dominierenden H5N1-Stammes handelt. Da die saisonale Wanderung der Zugvögel in wärmere Gebiete noch einige Wochen andauern wird, geht das FLI von einer weiteren, möglicherweise großflächigen Ausbreitung von HPAIV-Infektionen in der nächsten Zeit aus. So seien auch vermehrt Geflügelhaltungen gefährdet, warnt das Institut, denn die Anzahl der Ausbrüche in Geflügelhaltungen sei in den vergangenen beiden Wochen sprunghaft gestiegen. Aus diesem Grund hat das FLI das Risiko für weitere Ausbrüche wieder auf „hoch“ gesetzt.

Die Bevölkerung bzw. Geflügelbetriebe in den betroffenen Regionen sind aufgerufen, erkrankte und verendete Vögel zu melden, um eine schnelle Beräumung der Kadaver durch Expertenteams zu ermöglichen. Nur so könne eine weitere Ausbreitung, vor allem von Aasfressern, vermieden werden. Weiterhin werden Geflügelhaltende dringend gebeten, strikte Biosicherheitsmaßnahmen umzusetzen, um Kontakte des Geflügels zu Wildvögeln zu minimieren und das Eintragsrisiko von HPAIV zu verringern.

Die 9-teilige Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de vermittelt Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten (Rind, Schwein, Geflügel, Pferd und Neuweltkameliden). Kurs 5 behandelt die Biosicherheit in Geflügelbeständen.

FLI

Impfkampagne gegen HPAI in Frankreich zeigt Wirkung

Die Impfkampagne gegen die Geflügelpest (HPAI) in Frankreich zeigt jetzt Wirkung. Frankreich meldet 96 % weniger Geflügelpestfälle, wie das nationale Agrarforschungsinstitut Inrae bekannt gibt. Laut Inrae wurden in diesem Jahr nur 11 Fälle in kommerziellen Beständen festgestellt – gegenüber 396 Fällen 2023/24 und 1.378 im Jahr davor.

Anfang Oktober 2025 hat in Frankreich die dritte Impfphase begonnen. Geimpft werden erneut Tausende Enten auf Betrieben mit mehr als 250 Tieren. Der Staat beteiligt sich zu 40 % an den Impfkosten. In den Jahren zuvor wurden 70 bzw. 85% der Kosten vom Staat getragen.

Frankreich gilt dank der Impfkampagne seit Februar 2025 offiziell als frei von Aviärer Influenza.

Topagrar

Geflügelpestausbrüche in mehreren Bundesländern

In Deutschland gibt es mehrere Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI), auch Geflügelpest genannt. Betroffen ist ein Betrieb im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Dort mussten rund 2.900 Enten gekeult werden. Im Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern ist ein Gänsebetrieb mit rund 3.000 Tieren betroffen.

Auch in einer privaten Geflügelhaltung mit mehr als 1.000 Gänsen und Enten in Ostthüringen sowie in Merkendorf im Landkreis Greiz in Thüringen ist das Virus nachgewiesen worden.

Anfang Oktober 2025 wurde außerdem aus Nordrhein-Westfalen ein Ausbruch in einem Bestand in Delbrück-Lippling mit gut 10.800 Tieren bestätigt, die alle getötet werden mussten.

Agrarheute.com