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Schweinepest

Afrikanische und Klassische Schweinepest als Gefahr für deutsche Landwirte

Afrikanische (ASP) und Klassische Schweinepest (KSP) sind jeweils hoch ansteckende virale Infektionskrankheiten der Schweine mit seuchenhaftem Verlauf. Sie sind in Deutschland und Europa anzeigepflichtig. Der letzte Ausbruch der Klassischen Schweinepest in der Europäischen Union ist bereits drei Jahre her.

Eine aktuelle Bedrohung stellt die Afrikanische Schweinepest dar, die bisher in den baltischen Ländern, der Ukraine, Polen, Tschechien und Rumänien bei Wildschweinen, in einigen dieser Länder aber auch bereits bei Hausschweinen nachgewiesen werden konnte. Seit der Einschleppung des Virus über eine weite Strecke an die östliche Grenze der Tschechischen Republik, stuft das Friedrich- Loeffler-Institut das Risiko einer Einschleppung nach Deutschland
mittlerweile als hoch ein (Stand: 17. Juli 2017).

Wie bei der klassischen Schweinepest müssen in Folge einer Infektion bei Hausschweinen in der Regel Tausende Tiere getötet werden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche sowie größere Handelsbeschränkungen zu verhindern. Somit gilt es, eine Einschleppung nach Deutschland in jedem Fall zu verhindern.

Was Verbraucher dazu beitragen können, lesen Sie in diesem Fokusthema. Hier finden Sie außerdem Informationen über das Virus, die Ätiologie, die Klinik und die Pathologie sowie die vorgeschriebenen Bekämpfungsmaßnahmen beider Tierseuchen.

Aktuell: 

Der Bundesrat hat am 2. März 2018 einer Änderung der Schweinepest-Verodnung zugestimmt. Mit dieser wird unter anderem die von 1. Februar bis 15. Juni geltende Jagdruhe für Wildschweine außér Kraft gesetzt. Damit soll die Population der Wildschweine weiter eingedämmt und somit ein Eintrag des ASP-Virus nach Deutschland verhindert werden. Tierschutzrechtlich ist die Maßnahme umstritten.

Aktuelle Verbreitungszahlen

Polen (2014) Tschechien (2017) Rumänien (2017) Ukraine (2012) Weißrussland (2007) Litauen (2014) Lettland (2014) Estland (2014) Ungarn (2018) Bulgarien (2018) Belgien (2018) Serbien (2019) Slowakei (2019)
Die Anzahl der 2019 gemeldeten ASP-Fälle lässt sich mit Klick auf die hervorgehobenen Länder anzeigen.
Zeige Fallzahlen des Jahres 2018
Die Anzahl der 2018 gemeldeten ASP-Fälle lässt sich mit Klick auf die hervorgehobenen Länder anzeigen.
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Ätiologie & Pathologie

Sowohl die KSP als auch die ASP sind für den Menschen ungefährlich. Bei Schweinen rufen beide Viren jedoch schwere, häufig tödliche Erkrankungen hervor. Beide Infektionskrankheiten sind hochansteckend und haben eine relativ kurze Inkubationszeit.

Europäische Schweinepest

Die Klassische (Europäische) Schweinepest (KSP) wird durch das Schweinepestvirus verursacht. Bei diesem großen, behüllten RNA-Virus handelt sich um ein Pestivirus aus der Familie der Flaviviridae. Die Infektion erfolgt oral über kontaminierte Speiseabfälle, als Tröpfcheninfektion, direkt von Tier zu Tier oder indirekt über unbelebte Vektoren wie Kot, Gülle oder Jauche. Eventuell spielen auch Vögel eine Rolle. In jedem Fall geht aber von dem Kontakt mit Wildschweinen ein Infektionsrisiko für Hausschweine aus. Außerdem ist eine intrauterine Infektion der Feten möglich, wodurch es zu einer Immuntoleranz gegenüber dem Schweinepestvirus kommen kann und somit zur Geburt von Schweinepest-Virämikern (Dauerausscheider). Das Virus wird mit allen Körpersekreten und -exkreten ausgeschieden und ist sehr widerstandsfähig in der Umwelt. 

Nach der Infektion erfolgt die erste Virusvermehrung im lymphoretikulären Gewebe der Eintrittspforte (Tonsillen und regionäre Lymphknoten). Nach einer lymphogenen und hämatogenen Ausbreitung, erfolgt die Virusvermehrung in allen Zellen des retikulo-histiozytären Systems. Nach einer Inkubationszeit von 2-5 Tagen kommt es bei einer Infektion mit virulenten Stämmen zu einer degenerativen Gefäßschädigung mit lokalen und allgemeinen Zirkulationsstörungen. Die dadurch ausgelöste Blutungsneigung wird noch durch eine Verbrauchskogulopathie verstärkt.

Die Gefäßschäden begünstigen vor allem in Darm und Lunge bakterielle Sekundärinfektion durch Salmonellen und Pasteurellen. Außerdem kommt es durch Schäden in der Gefäßwand zu punkt- bis knopfgroßen Blutungen sowie zu Entzündungen der Maulschleimhaut und der Konjunktiven.

Als pathognomonisch für die KSP gelten Petechien auf der Harnblasenschleimhaut und der Nierenkapsel, Infarzierungen der Milz sowie blutig marmorierte Lymphknoten mit markiger Schwellung. Ebenso charakteristisch sind Anämie und Leukopenie in Verbindung mit einer relativen Lymphozytose. Jedoch sind die Befunde nicht immer klar ausgeprägt und können bei einem perakuten Verlauf sogar fehlen.

 

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hingegen wird durch ein völlig anderes Virus, ein DNA-Virus, verursacht. Dieses Virus ist der bisher einzige Vertreter der Gattung Asfivirus in der Virusfamilie der Asfarvirida. Übertragen werden kann das Virus über direkten Tierkontakt (Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen unterbinden!) und besonders effizient über Blut, da das Virus recht widerstandsfähig ist.

Chronisch infizierte Tiere gelten als Virusreservoir und scheiden das Virus in allen Ex- und Sekreten aus.

In Blut hält sich das ASP-Virus wie in gepökelten und geräucherten Fleischwaren monatelang. Eine indirekte Übertragung über Gerätschaften, Stiefel, Hände, Jagdutensilien, Transportfahrzeuge, Stalleinrichtung, Futtermittel, aber auch Gülle und Jauche ist somit möglich. In Afrika, wo das Virus endemisch ist, spielen Lederzecken eine große Rolle in der Übertragung von Schwein zu Schwein. In Mitteleuropa ist dies jedoch weniger relevant.

Eine orale Übertragung durch Speiseabfälle ist hier wie bei der klassischen Schweinepest besonders bedeutungsvoll. Unter anderem deshalb ist die Einfuhr von Fleisch- und Milchprodukten in die europäische Union verboten, genauso wie die Verfütterung von Speiseabfällen an Schweine per se.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium warnt mit Blick auf die aktuelle Bedrohung vor allem davor, Speisereste, besonders solche aus nicht gegartem Schweinefleisch (Salami, Schinken etc.), achtlos wegzuwerfen und startete dazu jüngst eine Aufklärungskampagne unter anderem an deutschen Autobahnraststätten. (Stand: Juli 2017) Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sagt dazu: "Alle sind aufgerufen, sich mit der Afrikanischen Schweinepest vertraut zu machen und durch vorsorgendes Verhalten ihren Teil dazu beizutragen, eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern."

Im akuten und subakuten Verlauf der ASP können nach Sektion punkt- oder flächenhafte Blutungen in der Haut und den inneren Organen auffallen, zudem eine vergrößerte Milz. Bei der Sektion von Schwarzwild wird zudem von diffusen Blutungen in Lymphknoten, Petechien in der Niere und schaumigem Inhalt in der Lunge berichtet, die auffallen können.

Klinik & Diagnose

Die Klassische Schweinepest (KSP) kann perakut, subakut-chronisch oder selten sogar inapparent verlaufen. Der Verlauf ist bei der Klassischen Schweinepest zum einen von der Konstitution des Tieres und zum anderen von der Virulenz des Erregers und der jeweiligen Infektionsdosis abhängig. Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) spielt die Konstitution, etwa das Alter des Tieres, hingegen keine Rolle für den Krankheitsverlauf. In der Regel ist die Morbidität hoch und die Mortalitätsrate empfänglicher Schweine beträgt bis zu 100 Prozent.

Klinik
Nach einer Inkubationszeit von etwa 2-5 Tagen (ASP: 2-7 Tagen) kommt es bei einer Infektion mit einem virulenten Erreger zu einer akuten Störung des Allgemeinbefindens mit einer Temperaturerhöhung von bis zu 42°C und plötzlichen Todesfällen.

Symptome der KSP sind zudem: Konjunktivitis, Ataxie, Durchfall bzw. Verstopfungen. Es können blaurote bis blauschwarze Exantheme auftreten sowie linsen- bis zwanzigcentstückgroße Unterhautblutungen im Bereich von Ohren, Schulter, Nacken und Leiste.
Der Tod tritt in der Regel nach 5-20 Stunden durch allgemeines Kreislaufversagen auf. Die Morbidität kann bis zu 100 Prozent betragen.

Weitere Symptome der ASP sind ähnlich denen der KSP und neben hohem Fieber: Futterverweigerung, Atemprobleme, (blutige) Diarrhoe, Rot- oder Blaufärbung der Haut, insbesondere im Bereich der Ohren, des Schwanzes, der unteren Extremitäten sowie im Unterbauchbereich, und Festliegen.

Bei subakutem bis chronischem (bei der ASP sind chronische Verläufe selten) Verlauf sind die klinischen Symptome wesentlich untypischer. Hier sind nur mäßige Anzeichen einer Störung des Allgemeinbefindens sowie eine Temperaturerhöhung von bis zu 40,5°C zu beobachten. Bei der ASP spricht man davon, dass in Gebieten, in denen die Krankheit endemisch auftaucht ein subakuter Verlauf durch wellenförmiges Fieber gekennzeichnet sein kann. Bei der KSP kommt es beim subakuten Verluf gelegentlich zur Nachhandparese und zu Blutungsneigungen. Bedingt durch bakterielle Sekundärinfektionen, wo besonders Infektionen mit Pasteurella multocida und Salmonella choleraesuis zu nennen sind, kann es zu Enteritiden, Pneumonien und Hautnekrosen kommen. Bei längerem Krankheitsverlauf magern die Tiere stark ab.

Der atypische Verlauf ist durch Fruchtbarkeitsstörungen, Umrauschen, Aborte, Totgeburten, kongenitalen Tremor, Kümmern, Koordinationsstörungen sowie erhöhte Ferkelsterblichkeit charakterisiert.

Tiere, die eine Infektion überleben, bilden in der Regel einen lebenslangen Immunschutz aus.

Die ASP ist rein von der Klinik nicht von der KSP oder anderen schweren Allgemeinerkrankungen zu unterscheiden. Erst eine Probennahme bringt Gewissheit.

Dr. Sandra Blome vom Friedrich-Loeffler-Institut erklärt in einem Interview, woran Jäger die ASP beim Wildschwein erkennen können: „Wir gehen davon aus, dass das auffälligste Anzeichen eines Eintrages der ASP eine erhöhte Sterblichkeit ist“. Sie sagt auch: „Vermutlich ist es eher eine Frage, wann die Seuche uns erreicht – weniger ob.“

Diagnose
KSP: Der Virusnachweis kann mittels Immunfluoreszenz (IF), Antigen-ELISA und PCR geführt werden.

ASP: Nukleinsäurenachweis mittels RT-PCR oder Virusanzucht auf Makrophagen- oder Leukozytenkultur. Ein ELISA für Antigen und Antikörpernachweis ist zudem vorhanden.

Bekämpfungsmaßnahmen

Die Klassische Schweinepest (KSP) sowie die Afrikanische Schweinepest (ASP) sind in Deutschland und Europa anzeigepflichtige Krankheiten, d.h., dass ein Verdacht eines Ausbruchs unverzüglich der zuständigen Veterinärbehörde gemeldet werden muss.

Bricht eine Schweinepest in einem Stall aus, ist die Keulung des gesamten Schweinebestandes durch die EU vorgeschrieben. In Deutschland sowie in den übrigen EU-Mitgliedsstaaten wird die Bekämpfung der KSP durch Richtlinie 2001/89/EG des Rates vom 23. Oktober 2001 über Maßnahmen zur Bekämpfung der klassischen Schweinepest (ABl. EG Nr. L 316, S. 5) geregelt. Die Richtlinie wird in Deutschland durch die Verordnung zum Schutz gegen die klassische und die afrikanische Schweinepest (Schweinepest-Schutzverordnung) in nationales Recht umgesetzt. Die Maßnahmen wie Keulung oder die Errichtungen von Sperrbezirken in Verbindung mit strengen Handelsrestriktionen sollen dazu beitragen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern und die wirtschaftlichen Schäden zu begrenzen.

Die Afrikanische Schweinepest wurde wahrscheinlich durch den Menschen (Reiseverkehr) und nicht durch Tiere über 400 Kilometer aus der Ukraine nach Tschechien gebracht und sorgte so für die zuletzt bekannt gewordenen verendeten Wildschweine nahe der Slowakischen Grenze Ende Juni 2017. Damit ist das Virus nur noch 300 Kilometer von Deutschland entfernt. (Stand: 18. Juli 2017)

Die Afrikanische Schweinepest stellt damit eine akute Gefahr für Schweine haltende Betriebe in Deutschland dar. Christian Meyer, Landwirtschaftsminister von Niedersachsen, sagt in einem Beitrag des NDR: „Dann hätten wir schlimme Zustände sowohl für die Schweine als auch wirtschaftlich, wenn dann ganz viele Schweine getötet werden müssten, wenn sie von dieser hochinfektiösen Krankheit betroffen wären.“ Denn heilbar ist die Krankheit nicht. Norbert Meyer vom Kreislandvolk Vechta ergänzt, dass man das Virus, wenn es einmal in der deutschen Wildschweinpoulation angekommen ist, sehr schwer wieder herausbekommen würde. 

Besonders wichtig, um den Eintrag des Schweinepestvirus zu verhindern, sind daher korrelierend mit dem Niedersächsichen Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz folgende Verhaltensregeln und Maßnahmen:

  • Keine Küchenabfälle oder Essensreste an Schweine verfüttern! (Ausnahme: Speisereste, die in zugelassenen und amtstierärztlich kontrollierten Anla­gen erhitzt werden)
  • Keine Essensreste im Wald oder an Raststätten liegen lassen!
  • Keine aus dem Ausland eingeführten Wurst- oder Fleischwaren auf einen Schweine haltenden Betrieb bringen
  • Betriebsfremde Fahrzeuge und Fahrzeuge, die auch außerhalb des Betriebes eingesetzt werden, sind vom Betriebsgelände fernzuhalten
  • Tiertransporte auf ein Minimum beschränken
  • Tiere nur aus wenigen, bekannten und gesunden Beständen zukaufen
  • Viehtransporter nach jeder Fahrt reinigen und desinfizieren
  • Jeglichen Kontakt zwischen Haus- und Wildschweinen vermeiden
  • Wildschweine intensiv bejagen. Keine Tierkörper bzw. Tierkörperteile im Revier zurücklassen
  • Vermehrtes Fallwild sofort den zuständigen Behörden melden, die eine unschädliche Beseitigung des Kadavers und eine Beprobung anordnen
  • Jäger (die im Ausland aktiv sind) sollten auf eine gründliche Reinigung und Desinfektion von Messern, Stiefeln etc. achten. Auch das Einführen von nicht vollständig behandelten Trophäen aus dem Ausland kann eine Gefahr für die hiesige Schweinepopulation darstellen
  • Schadnager, wie Mäuse und Ratten, bekämpfen
  • Betriebsfremde Personen dürfen den Betrieb nur mit Schutzkleidung betreten
  • Die allgemeine Hygiene im Betrieb verbessern: Sauberkeit und Desinfektions­mittel in allen Bereichen
Für den Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in der deutschen Wildschweinpopulation, hat das FLI am 14.8. einen Maßnahmenkatalog erstellt.

Obwohl es entsprechende Impfstoffe gibt, ist eine prophylaktische Impfung gegen die KSP in der EU seit 1991 verboten. Ausnahmeregelungen sind jedoch im Einzelfall möglich.

Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es bis dato keinen Impfstoff.

Der Bundesrat hat am 2. März einer Änderung der Schweinepest-Verodnung zugestimmt. Mit dieser wird unter anderem die von 1. Februar bis 15. Juni geltende Jagdruhe für Wildschweine außér Kraft gesetzt. Damit soll die Population der Wildschweine weiter eingedämmt und damit ein Eintrag des ASP-Virus nach Deutschland verhindert werden. Tierschutzrechtlich ist die Maßnahme umstritten.

Aktuelle Meldungen

09.12.2019: Maßnahmen für den Ausbruchsfall der ASP werden verstärkt

Nachdem die Afrikanische Schweinepest (ASP) in der vergangenen Woche bis auf 40 Kilometer an die deutsch-polnische Grenze herangerückt ist, wird die EU-Kommission das in Westpolen eingerichtete Restriktionsgebiet bis zur deutsch-polnischen Grenze ausweiten. Zur Beratung über weitere Maßnahmen und zum Informationsaustausch werden im Laufe der Woche Veterinäre aus Polen und Deutschland zusammenkommen. Weiterhin hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die zuständigen Landesministerien und verschiedene Bundesministerien zur Unterstützung bei der Aufklärung über die ASP aufgerufen. Darunter fällt die Sensibilisierung von Reisenden wie beispielsweise Fernfahrern, Jägern und Landwirten,
aber auch Mitgliedern der Bundeswehr und Pflegekräften, die im betroffenen Gebiet im Einsatz sind. Betriebe werden angemahnt, die Sicherheitsmaßnahmen der Schweinehaltungshygiene-Verordnung strikt einzuhalten. Welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen, werden die Bundesländer in Kürze entscheiden. Neben der umfangreichen Präventions- und Aufklärungsarbeit, ist das BMEL auch auf den Ernstfall vorbereitet. Kontinuierlich werden notwendige Anpassungen im Tiergesundheits- und im Jagdrecht geprüft. Sollte die ASP auch in Deutschland ausbrechen, soll beispielsweise zur Eindämmung der Tierseuche sichergestellt werden, dass die Schwarzwildreduzierung zielgerichtet erfolgen kann.

03.12.2019: ASP nur noch 40 Kilometer entfernt

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt immer weiter an Deutschland heran. Inzwischen ist nahe Nowogrod Bobrzanski, ca. 40 Kilometern von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, ein infiziertes Wildschwein tot aufgefunden worden. Nowogrod Bobrzanski liegt im Westen der Woiwodschaft Lebus, wo bereits vor drei Wochen infizierte und an dem Virus verendete Wildschweine in ca. 80 Kilometer Entfernung von der Grenze zu Deutschland gefunden worden
sind. Außerdem ist das Virus nahe der Kreisstadt Zielona Gora (Grünberg), in rund 60 Kilometer Entfernung zu Deutschland, bei einem Wildschwein nachgewiesen worden. Unterdessen hat Dänemark seinen Wildschweinschutzzaun an der Grenze zu Deutschland fertiggestellt. Damit soll der Eintrag der ASP durch infizierte Wildschweine aus bzw. über Deutschland nach Dänemark verhindert werden.

25.11.2019: ASP: Brandenburg erhöht Zahlungen für Jäger

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt immer näher an Deutschland heran. Um einen Eintrag zu vermeiden, weitet das Land Brandenburg nun die Maßnahmen zur Früherkennung aus. So werden ab Beginn des nächsten Monats die Kosten für eine ASP- Untersuchung bei verendeten oder erlegten Wildschweinen vom Land übernommen. Demnach erhalten Jäger, die verendete Wildschweine melden und ihnen eine Blutprobe entnehmen, 50 Euro statt bisher 30 Euro, wie der rbb berichtet.
Nach dem Fund von 20 mit der Tierseuche infizierten Wildschweinen in der nur 80 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernten Wojwodschaft Lebus suchen 100 Freiwillige und 150 Soldaten nach weiteren verendeten Tieren. Um besondere Wachsamkeit bittet der Deutsche Jagdverband. Tote Wildschweine auf deutscher Seite müssten sofort gemeldet werden. Spaziergänger und Jäger sind derzeit dazu aufgerufen, die Funde toter Tiere an die zuständigen Veterinämter zu melden.

21.11.2019: Weitere Wildschweine im Westen Polens mit ASP infiziert

Im Westen Polens, nur etwa 80 km von der Grenze zu Brandenburg entfernt, sind bereits zwei Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei tot aufgefundenen Wildschweinen nachgewiesen worden. Weitere Kadaver, die in der Nähe der Fundorte in der Wojwodschaft Lebus gefunden worden sind, wurden ebenfalls untersucht. Nun liegen die Ergebnisse vor: es sind 18 weitere Tiere
mit dem ASP-Virus infiziert. Das teilte der polnische Veterinärdienst mit. Damit sind in Lebus bereits 20 Wildschweine an der ASP verendet. Unterdessen geht die Suche nach weiteren toten Tieren in der Gegend weiter. Außerdem wurde in Polen damit begonnen, weitreichende Zäune um die erste Fundstelle zu errichten, um infizierte Tiere am Abwandern und der Weiterverbreitung des Virus zu hindern.

20.11.2019: Mehrere Fälle der ASP in Polen nahe der deutschen Grenze

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt in Polen weiter westwärts und es wurden verschiedene Fälle in der Nähe zur deutschen Grenze nachgewiesen. Mittlerweile wurde in einer Entfernung von nur noch rund 80 Kilometern zur deutschen Grenze 20 Wildschweine identifiziert, die an dem Virus gestorben sind, wie Spiegel Online unter Berufung auf die polnischen Behörden berichtet. Unterdessen schickt die EU-Kommission Experten nach Polen, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Auch
ein Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) reist aus diesem Grund in die betroffene Region. Der erste Fall bei einem Wildschwein nahe der deutschen Grenze wurde Ende vergangener Woche veröffentlicht. Betroffen ist die Woiwodschaft Lebus. Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, soll das betroffene Gebiet eingezäunt werden. Damit soll verhindert werden, dass Wildschweine den Erreger aus dem Gebiet verbringen.

19.11.2019: Zweiter ASP-Fall im Westen Polens

Am Wochenende ist in Westpolen ein zweites, mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziertes, totes Wildschwein gefunden worden. Dort, in der Wojwodschaft Lebus, wurde bereits zuvor ein infizierter Wildschweinekadaver gefunden. Das bestätigten die polnischen Veterinärbehörden gestern. Insgesamt wurden
20 tot aufgefundene Wildschweine auf eine Infektion mit dem Virus untersucht, die nach dem ersten Fund in der Nähe gefunden worden sind. Die Untersuchungsergebnisse der übrigen Tiere stehen noch aus. Das Gebiet liegt nur etwa 80 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.

18.11.2019: ASP rückt bis auf 80 Kilometer an Deutschland heran

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist bis auf 80 Kilometer an die deutsch-polnische Grenze herangerückt. Ein mit der Tierseuche infiziertes Wildschwein wurde in der vergangenen Woche im westpolnischen Wojewodschaft Lebus entdeckt. Der Brandenburger Landestierarzt Stephan Nickisch erklärte: „Bislang war das Infektionsgebiet 300 Kilometer weiter entfernt. Wahrscheinlich gab es eine sogenannte Sprunginfektion, etwa über Lebensmittel.“ Die polnischen Behörden hätten am Freitag das Bundesministerium für Landwirtschaft informiert, daraufhin habe es eine Telefonkonferenz mit allen Bundesländern gegeben, so Nickisch weiter. Der Veterinärmediziner warnt vor "enormen wirtschaftlichen Schäden". „Derzeit müssen wir jeden Tag davon ausgehen,
dass die Schweinepest eingeschleppt wird", sagte Nickisch. Brandenburg beginnt daher ab dieser Woche mit ersten Maßnahmen zur Früherkennung von Seuchenfällen. Jäger sind angehalten, in den Wäldern nach toten Wildschweinen Ausschau zu halten und geeignete Proben wie Blut, Lymphknoten, Milz oder Lunge an das Veterinäramt zu schicken. „Für jede Einsendung bekommen Jäger 30 Euro", sagt Nickisch. Das Land hat zudem Schweine haltende Landwirte aufgefordert, ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüfen. „In Panik brauchen wird nun nicht zu verfallen", betont Nickisch abschließend. Reisende sollten jedoch keine Lebensmittel mehr aus dem polnischen Infektionsgebiet nach Deutschland mitbringen, da sich die ASP weiter ausbreiten könnte.

13.11.2019: Risiko der ASP-Einschleppung bleibt hoch

Das Risiko der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland bleibt weiterhin hoch. Diese Schlussfolgerung zieht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im aktuellen Radar Bulletin für den Monat Oktober 2019. Die Zahl der Fälle bei Hausschweinen hat im Berichtszeitraum jedoch erfreulicherweise deutlich abgenommen. Dies lag insbesondere an geringeren Fallzahlen in Rumänien. In Rumänien sind bislang mit 102 von insgesamt 112 Fällen die meisten ASP-Fälle bei Hausschweinen in Europa nachgewiesenen worden.
Betroffen waren vor allem Kleinstbetriebe, von wo aus die Tiere oftmals ohne legale Papiere weiter verkauft werden. Die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen ist dagegen gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Insgesamt nimmt die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen in Europa aber eher ab. Das FLI warnt jedoch weiterhin vor einem hohen Risiko der Einschleppung des Virus nach Deutschland. Zur Verhinderung einer Einschleppung sollte weder Schweine- noch Wildschweinefleisch aus den betroffenen Ländern nach Deutschland verbracht werden. Dies betrifft vor allem Produkte aus osteuropäischen Staaten.

07.11.2019: Früherkennung essentiell bei Bekämpfung der ASP

Überwachung, Kommunikation und Zusammenarbeit sind die Schlüssel zur Verhinderung der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), wie aus einer aktuellen Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hervorgeht. Dabei hatte man sich bei der Bewertung auf eine mögliche Ausbreitung des Virus in Südosteuropa fokussiert und die neun aktuell ASP-freien Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nord-Mazedonien, Serbien und Slowenien bewertet. Dabei wird das Risiko, dass das Virus in eines dieser Länder innerhalb des nächsten Jahre gelangt, mit bis zu 100 Prozent bewertet. Dagegen ist das Risiko, dass sich das Virus weiter nach Westen ausbreitet, mit bis zu 15 Prozent eher
gering. Kontrollmechanismen sollten dabei besonders darauf basieren, dass die Früherkennung eines möglichen Ausbruchs besonders wichtig ist. Deshalb sollten verstärkt Überwachungsmaßnahmen, sowohl bei Wildschweinen als auch bei Hausschweinen, durchgeführt werden. Auch sollten die Wildschweinepopulationen mittels Jagd möglichst reduziert werden. Zudem sollten u.a. Jäger, Reisende und auch Landwirte für das Risiko der Ausbreitung des Virus über den Personenverkehr sensibilisiert werden. Außerdem sollten die Veterinärbehörden verschiedene Übungen durchführen, mit dem Ziel, die Möglichkeit der Früherkennung sowie die Effizienz der Kontrollen zu verbessern.

04.11.2019: Weiterer Fall der ASP in Südbelgien

In Belgien ist ein weiterer Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aufgetreten, wie Schweizerbauer berichtet. Der Kadaver des infizierten Wildschweins wurde in der zweiten Oktoberhälfte im Umland der südbelgischen Stadt Arlon, einer bereits abgesteckten Sperrzone von 30'000 ha Wald gefunden.
Wie Umweltministerin Céline Tellier bekannt gab, ändere sich an den bestehenden Maßnahmen und dem Ausmaß der Sperrzone nichts. Doch wird die Seuchenbekämpfung in diesem Bereich verlängert, denn diese gilt erst dann als abgeschlossen, wenn zwölf Monate lang keine neuen ASP-Fälle auftreten.

22.10.2019: Zahl der ASP-Fälle bei Hausschweinen in der EU steigt weiter

Bis Ende September diesen Jahres wurden in Europa mehr als 1600 Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen registriert, wie Agrarheute berichtet. Das sind bereits zum jetzigen Zeitpunkt knapp 250 mehr Fälle als im gesamten letzten Jahr. In den ersten drei Quartalen 2018 wurden laut Informationen des europäischen Tierseuchenmeldesystems
(ADNS: Animal Disease Notification System) über 5300 Fälle der ASP bei Wildschweinen gezählt. Dem gegenüber stehen bisher mehr als 4600 Ausbrüche. Seit dem Jahr 2014 ist die Tierseuche bis jetzt in folgenden Ländern der EU festgestellt worden: Litauen, Lettland, Estland, Polen, Tschechische Republik, Rumänien, Ungarn, Belgien, Bulgarien, Slowakei und Serbien.

18.10.2019: ASP lässt Schweinebestände in China weiter sinken

Das Landwirtschaftsministerium in Peking hat bekannt gegeben, dass im September diesen Jahres der Schweinebestand in dem Land im Vergleich zum Vorjahresmonat um weitere 41 Prozent gesunken ist. Im August war der Bestand um 39 Prozent niedriger als 2018. Grund dafür ist die Afrikanische Schweinepest (ASP), die bereits in allen chinesischen Provinzen aufgetreten ist, wie Schweizerbauer mitteilt. Experten schätzen, dass der Rückgang
der Bestände noch größer ist. „Im nächsten Jahr, besonders in der ersten Jahreshälfte, wird die Produktion weiter sinken", sagte Pan Chenjun, Senior-Analystin der Rabobank, laut Dow Jones News. Die ASP wurde jüngst auch bei einer Zuchtkooperative in der nordwestlichen Provinz Gansu festgestellt. Der Nachweis erfolgte bei 287 Schweinen, von denen 265 an der Tierseuche verendet sind. Alle verbliebenen lebenden Tiere der Kooperative wurden gekeult.

17.10.2019: ASP sorgt in China für höhere Inflation

Die Afrikanische Schweinepest (ASP), die seit mehreren Monaten in China grassiert, hat die Schweinepreise in dem Land mit der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft um mehr als zwei Drittel im Vergleich zu September 2018 ansteigen lassen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb die Inflation im vergangenen Monat um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angewachsen ist,
wie Proplanta unter Berufung auf Informationen des Statistikamtes in Peking berichtet. Am morgigen Freitag wird China die Wachstumszahlen für das dritte Quartal vorlegen. Das Land verzeichnete im zweiten Quartal diesen Jahres ein Wachstum von nur 6,2 Prozent - so wenig wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.

11.10.2019: Warnung vor Jagdtourismus wegen ASP-Gefahr

Angesichts der weiter bestehenden Gefahr des Eintrags der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland warnt Mecklenburg-Vorpommern insbesondere auch vor Jagdtourismus. Agrarstaatssekretär Dr. Jürgen Buchwald verwies im Rahmen des 6. Schwarzwildsymposiums des Landkreises Vorpommern-Greifswald auf die Gefahr des Eintrags des Virus. Deshalb müsse man sich über die ASP-Situation im Reiseland informieren, bevor man im Ausland auf die Jagd gehen möchte. Es besteht hier das Risiko, dass das Virus durch das illegale
Mitbringen u.a. von Jagdtrophäen oder Kleidung nach Deutschland verbracht wird. Mecklenburg-Vorpommern hat bereits im Jahr 2014 eine Allgemeinverfügung erlassen, mit der das Risiko des Eintrags reduziert werden soll. Darin ist festgehalten, dass ein Jagdschein nicht erteilt werden kann oder die Jagdausübung verboten wird, wenn der Jäger seinen Hauptwohnsitz in einem Gebiet hat, in dem wegen eines ASP-Ausbruchs Maßnahmen ergriffen wurden. Zudem wurde die Einfuhr von Jagdtrophäen aus solchen Gebieten untersagt.

Medien

Lehrbuch der Schweinekrankheiten
von Waldmann/ Wendt (Hrsg.),
Parey, 2004

Das Lehrbuch der Schweinekrankheiten, ein Klassiker unter den veterinärmedizinischen Standardwerken, liegt jetzt in der 4.Auflage vor. Die Neuauflage berücksichtigt die neuen Vorgaben in der Arzneimittelgesetzgebung, die vor allem veterinärmedizinische Belange in der landwirtschaftlichen Nutzviehpraxis betreffen. Aktualisiert wurden deshalb vor allem die Neuerungen zur Arzneimittelanwendung.

Inhalt & Bestellung


A Color Atlas of Swine Diseases
von Sabec, Drago,
Littera Picta, 2002

Der Schwerpunkt des Buches ist die klinische und morphologische Diagnostik von Schweinekrankheiten. Ein Standardwerk.

Inhalt & Bestellung

Literatur

1 Flaviviridae

  G.R. Carter1, D.J. Wise2 and E. F. Flores3
  n: A Concise Review of Veterinary Virology, Carter G.R., Wise D.J. and Flores E.F. (Eds.). International Veterinary Information Service, Ithaca NY (www.ivis.org)
  Website


2 Tierseucheninfo: Schweinepest

  LAVES
  
  Website


3 Schweinepest

  
  BMELV
  Website


4 Neuropathologic study of experimental classical swine fever.

  Gomez-Villamandos JC et al.
  Vet Pathol. 2006 Jul;43(4):530-40.

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