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Legehennenhaltung

Die Mindestanforderungen für die Haltung von Legehennen definiert in Deutschland die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung auf Basis des Tierschutzgesetzes in Verbindung mit den EU- Vermarktungsnormen für Eier. Bei der Haltung von Legehennen ist generell eine Vielzahl von Kriterien zu berücksichtigen, die in einem komplexen Zusammenhang zueinander stehen. Wichtige Aspekte sind das Wohlbefinden der Tiere, die Eiqualität, der Umweltschutz und die Wirtschaftlichkeit. Damit sich eine Legehenne wohlfühlen kann, sind verschiedene Parameter zum Tierschutz, zum Verhalten, zur Umwelt und zur Tierbetreuung zu beachten.
Alle zugelassenen Haltungsformen genügen diesen Anforderungen in unterschiedlich hohem Maße. Bis vor wenigen Jahren stammte der überwiegende Teil der in Deutschland produzierten Konsumeier aus der konventionellen Käfighaltung. Diese ist seit dem 1. Januar 2010 in Deutschland endgültig verboten. Deutschland setzte die diesbezügliche EU-Richtlinie (1999/74/EG) damit bereits zwei Jahre früher als vorgeschrieben um.

Aktuelle Situation
Dieses Verbot und ein Umdenken im Kaufverhalten der Verbraucher begleitet von einem gesellschaftlichen Trend hin zu mehr Tierschutz haben zu einem massiven Strukturwandel in der Legehennenhaltung in Deutschland geführt. Derzeit bevölkern rund 39,6 Millionen Legehennen die deutschen Eierzeugerbetriebe. Im Jahr 2008 wurden noch ca. 62 Prozent der Legehennen in Käfigen untergebracht. Anstelle des überholten konventionellen Käfigsystems gibt es nun die sogenannte Kleingruppenhaltung, die lediglich ein etwas erhöhtes Platzangebot und bestimmte Einrichtungen wie Nester und Sitzstangen bietet. Diese Haltungsform stellt allerdings längst nicht mehr die Mehrheit der Haltungen. Aktuell (Stand Jun. 2016) beträgt der Anteil der Kleingruppenhaltung nur noch ca. 9 Prozent. Zwei Drittel (64 Prozent) aller Legehennen leben stattdessen in Bodenhaltung. Damit hat sich der Anteil der Bodenhaltung seit 2008 um das Dreifache erhöht. Auch der Anteil der in Freilandhaltung lebenden Legehennen hat sich gesteigert. Hier kam es zu einem Anstieg um etwas mehr als sechs Prozentpunkte auf 18. In der ökologischen Erzeugung leben derzeit 9,0 Prozent der Legehennen. 2008 waren es erst 5,1 Prozent.

Rechtliche Lage
Nachdem zu Beginn des Jahres 2010 die konventionelle Käfighaltung in Deutschland verboten wurde, ist die politische Zukunft der Legehennenhaltung stark umstritten. Schon 2010 erklärte das Bundesverfassungsgericht aufgrund einer Normenkontrollklage, die vom Bundesland Rheinland-Pfalz eingereicht worden war, dass die Kleingruppenkäfighaltung gegen den Tierschutz und damit gegen das Grundgesetz verstoße. Die Einigung über eine Übergangsfrist der Kleingruppenhaltung bis 2025 scheiterte im März 2012, nachdem sich der Bundesrat dafür ausgesprochen hatte und die Bundestagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen mit Nachdruck auf deren Umsetzung gedrängt hatten. Die schwarz-gelben Koalitionsfraktionen stimmten jedoch dagegen und kippten so den Beschluss des Bundesrats. Auf Grund dieser Ereigniskette ist es seit dem 1. April 2012 Ländersache, wie mit der Legehennenhaltung in Zukunft verfahren wird.

Dieses Fokusthema informiert Sie darüber, wie die aktuell zugelassenen Haltungsverfahren genau aussehen, welche Vor- und Nachteile für Hühner und Verbraucher sie bieten und wie man ein glückliches Huhn eigentlich erkennt.

Anforderungen an Haltungseinrichtungen für Legehennen

Allgemeine Haltungsanforderungen
Die Tierschutz-Nutztierverordnung von 2001 mit der aktuellen Version vom 1.10.2009 schreibt die Anforderungen für die Haltungseinrichtungen für Legehennen (Gallus gallus) sowie für die Überwachung der Hennen vor.
Seit dem 1. Januar 2010 ist in Deutschland die Legehennenhaltung in konventionellen Batterie-Käfigen verboten. Eu-weit trat dieses Verbot erst zwei Jahre später, also 2012, in Kraft. Seitdem gibt es für die Legehennenhaltung nur noch vier mögliche Haltungssysteme: Das sind die sogenannte Kleingruppen-, Boden- und Freilandhaltung sowie die ökologische Erzeugung.

Ganz allgemein schreibt die Tierschutz-Nutztierverordnung vor, dass die Grundfläche einer gewerblichen Legehennenhaltung mindestens 2,5 Quadratmeter betragen muss. Die Tiere müssen sich darauf ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend bewegen können. Des Weiteren müssen Möglichkeiten zum artgemäßen Fressen, Trinken, Ruhen, Staubbaden und zum Aufsuchen eines Nestes vorhanden sein. Die Beleuchtung muss mindestens dazu ausreichen, dass sich die Tiere untereinander erkennen können und durch das beauftragte Pflegepersonal in Augenschein genommen werden können. Anlagen, die nach dem 12.März 2002 gebaut werden, müssen mit Lichtöffnungen versehen sein, die mindestens 3 Prozent der Grundfläche entspricht. Die Beleuchtung ist für mindestens acht Stunden während der Nacht auf weniger als 0,5 Lux zurückzuschalten, damit die Hennen ausreichend ruhen können. Nach Möglichkeit sollte der Dunkelphase eine Dämmerphase vorgeschaltet sein, damit sich die Tiere beim Aufsuchen der Ruheplätze nicht verletzen.

Die Lüftungseinrichtungen müssen Mindestluftraten gewährleisten, wobei der Ammoniakgehalt der Luft einen Wert von 10 cm3 /m3 nicht überschreiten soll und 20 cm3 /m3 dauerhaft nicht überschreiten darf.

Der Stallboden muss den Legehennen einen festen Stand bieten. Alle Hennen in einer Haltungseinrichtung müssen jederzeit gleichermaßen Zugang zu den Fütterungseinrichtungen haben. Das gleiche gilt für den Zugang von Tränkeeinrichtungen (Rinnentränken: 2,5 cm/Tier, Rundtränke: 1 cm/Tier). Für Nippel- oder Bechertränken ist die Anzahl der Tiere entscheidend. Jeder Legehenne steht ein Nest zu, das zumindest in der Legephase uneingeschränkt zur Verfügung steht. Die Henne darf im Nest nicht mit Drahtgitter in Berührung kommen. Außerdem muss ein Einstreubereich zur Verfügung stehen. Dieser soll den Tieren das artgemäße Scharren, Picken und Staubbaden ermöglichen. Es müssen ausreichend Sitzstangen für alle Hennen zur Verfügung stehen, die ihnene das ungestörte Ruhen ermöglichen sollen. Eine Vorrichtung zum Krallenabrieb ist ebenfalls vorgeschrieben.

Spezielle Anforderungen an die Kleingruppenhaltung
Im Gegensatz zur mittlerweile verbotenen konventionellen Käfighaltung bietet die Kleingruppenhaltung den Legehennen mehr Platz und eine strukturiertere Umgebung. Das heißt, es müssen ein Nest, Einstreubereich und Sitzstangen zur Verfügung stehen. Die Tiere werden in der Regel etagenweise in Gruppen von 65 Tieren gehalten. Es muss permanent eine Fläche von mindestens 800 Quadratzentimetern pro Legehenne von einem Gewicht von max. zwei Kilogramm zur Verfügung stehen. Bei der konventionellen Käfighaltung waren nur 550 Quadratzentimeter pro Tier vorgeschrieben. In der Kleingruppenhaltung ist also festgelegt, dass etwa zwölf Tiere auf einem Quadratmeter gehalten werden können. Bei einem Gewicht über zwei Kg erhöht sich der vorgeschriebene Platzbedarf um 100 Quadratzentimeter. Die Höhe der Haltungseinrichtung muss mindestens 50 cm, direkt über dem Futtertrog sogar 60 cm betragen. Für je eine Gruppe von zehn Hennen ist des Weiteren ein Einstreubereich und ein Gruppennest von je mindestens 900 Quadratzentimetern zur Verfügung zu stellen. Bei einer Gruppengröße von mehr als 30 Tieren muss die Fläche pro weiterer Henne um 90 Quadratzentimeter erweitert werden. Pro Henne ist eine Kantenlänge des Futtertroges von mindestens 15 cm vorgeschrieben. Der Gang zwischen den Haltungseinrichtungen hat mindestens 90 cm zu betragen. Den Tieren müssen zwei Reihen von Sitzstangen unterschiedlicher Höhe zur Verfügung gestellt werden. Die Öffnung der Haltungseinheit muss das schmerzfreie Herausnehmen der Tiere gewährleisten.

Spezielle Anforderungen an die Bodenhaltung
Für je neun Legehennen muss eine Fläche von einem Quadratmeter zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass eine Fläche von 0,11 qm pro Legehenne zur Verfügug stehen müssen. Befindet sich die nutzbare Fläche in einer Haltung auf mehreren Ebenen, dürfen auf einem Quadratmeter nutzbare Stallgrundfläche maximal 18 Hennen gehalten werden. Eine Gruppe von 6000 Hennen stellt die Höchstzahl für einen Stall ohne räumliche Trennung dar. Je Legehenne muss die Kantenlänge der Futtertröge mindestens zehn Zentimeter, bei Rundtrögen vier Zentimeter betragen. Maximal sieben Legehennen teilen sich ein Nest mit den Maßen 35 mal 25 cm. Maximal 120 Legehennen dürfen sich einen Quadratmeter Gruppennest teilen. Die Einstreufläche muss mindestens 250 Quadratzentimeter pro Legehenne betragen. Diese Fläche muss den Tieren mindestens über zwei Drittel der Hellphase des Tages zur Verfügung stehen. Pro Henne müssen 15 cm Sitzstange zur Verfügung stehen. Die Stangen müssen mindestens 20 cm von der Wand und 30 cm von der nächsten Sitzstange angebracht sein. Eine besondere Form der Bodenhaltung stellt die Volierenhaltung dar. Dabei befindet sich die Haltungseinrichtung in mehreren Ebenen. Diese darf aus maximal vier Ebenen bestehen, die mindesten 45 cm von einander entfernt sein müssen. Außerdem muss sichergestellt sein, dass kein Kot von oberen Ebenen die darunterliegenden Ebenen verschmutzen kann. Ermöglichen die Haltungseinrichtung den Zugang zu einem abgetrennten Scharrraum oder einem Auslauf im Freien, muss es mehrere Zugänge mit den Mindestmaßen von 35 x 40 cm geben. Haltungen, die nach August 2006 in Betrieb gegangen sind, müssen einen Kaltscharrraum aufweisen. Stehen den Tieren Auslaufflächen zur Verfügung, müssen diese mindestens so groß sein, dass sie von allen Tieren gleichzeitig genutzt werden können. Bei Bedarf müssen sie mit Tränken ausgestattet werden.

Spezielle Anforderungen an die Freilandhaltung
Zusätzlich zu den Anforderungen an die Bodenhaltung muss den Legehennen ein Auslauf im Freien mit überwiegendem Bewuchs zur Verfügung stehen. Dieser schließt sich an den Kaltscharrraum an und darf nicht überdacht sein. 4 qm Auslauffläche pro Henne müssen zur Verfügung stehen. Der Auslauf muss überwiegend begrünt sein und beispielsweise durch Bäume, Sträucher oder Unterstände den Tieren Schutz vor natürlichen Feinden bieten. Die Größe der Auslauffläche ist nicht in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, sondern in den Vorschriften der Vermarktungsnormen für Eier vorgeschrieben.

Spezielle Anforderungen an die ökologische Haltung
Auch bei der ökologischen Haltung muss jeder Legehenne 4 qm Auslauf zur Verfügung gestellt werden. Die Stallfläche pro Tier muss etwas größer als in der Freiland- und Bodenhaltung sein und 0,16 qm betragen. Das bedeutet, dass ein Quadratmeter Stallfläche für sechs Tiere zur Verfügung stehen muss. Außerdem gibt es strenge Richtlinien für das Futter der Hennen, das hauptsächlich aus dem ökologischen Landbau sowie möglichst aus eigener Erzeugung stammen muss. Außerdem darf jeder Geflügelstall nur maximal 3000 Legehennen beherbergen. Mindestens ein Drittel des Stalles muss mit Einstreumaterial wie Stroh oder Holzspänen ausgekleidet sein. In den Richtlinien ist außerdem vorgeschrieben, dass phytotherapeutische und homöopathische Medikamente zunächst den konventionellen wie Antibiotika vorzuziehen sind. Erst wenn diese alternativen Heilmethoden fehlschlagen, ist die Anwendung der konventionellen Mittel zulässig. Es gibt eine Höchstgrenze der Behandlungshäufigkeit mit konventionellen Medikamenten. Wird diese überschritten, dürden die Erzeugnisse nicht mehr als ökologisch vermarktet werden.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Haltungssysteme

Hühner im Kaltscharrraum

Für die Erzeugung und Vermarktung von Konsumeiern gibt es in Deutschland für Legehennen seit dem 1. Januar 2010 nur noch vier verschiedene Haltungsformen. Legehennen können entweder in Kleingruppen-, Boden- oder Freilandhaltung oder in der ökologischen Erzeugung gehalten werden. Die konventionelle Käfighaltung ist seit diesem Datum verboten. Aufgrund der veränderten Gesetzeslage und einem Umdenken im Kaufverhalten der Verbaucher ist der Anteil der Legehennen, die in Kleingruppenhaltung untergebracht sind auf einen Anteil von nur noch 9 Prozent gefallen (Stand Jun. 2016). Der Großteil der Legehennen wird mit 64 Prozent in der Bodenhaltung gehalten. Es folgt die Freilandhaltung mit 18 Prozent. Auf die ökologische Erzeugung entfallen immerhin 9 Prozent der Legehennen. Die nachfolgenden Ausführungen enthalten eine kurze Zusammenfassung der Haltungsanforderungen, die bereits unter Anforderungen an Haltungseinrichtungen für Legehennen ausführlich abgehandelt wurden, und die Aufzählung der Vor- und Nachteile jeder Haltungsform, die bei der Beurteilung gegeneinander abzuwägen sind. Die Volierenhaltung entspricht rechtlich weitgehend der Bodenhaltung. Aufgrund einiger Besonderheiten wird hier darauf gesondert eingegangen.

Kleingruppenhaltung
In der Regel werden die Legehennen in dieser Haltungsform etagenweise in vergleichsweise kleinen Gruppen von ca. 65 Tieren gehalten. Es muss permanent eine Fläche von mindestens 800 Quadratzentimetern pro Legehenne zur Verfügung stehen. Pro Quadratmeter dürfen 12 Tiere gehalten werden. Die Höhe der Haltungseinrichtung muss mindestens 50 cm, direkt über dem Futtertrog sogar 60 cm betragen. Es muss insofern eine strukturierte Umgebung geschaffen werden, dass ein Einstreubereich, ein Nest (pro zehn Tieren 900 Quadratzentimeter Gruppennest) und Sitzstangen zur Verfügung stehen. Die Sitzstangen müssen in zwei Höhen angebracht sein.

Nachteile
Obwohl im Vergleich zur konventionellen Käfighaltung vor allem in Bezug auf die Strukturierung der Umgebung eine Verbesserung eingetreten ist, besteht der größte Nachteil der Kleingruppenkäfighaltung noch immer in der starken Einschränkung des natürlichen Verhaltens und dem geringem Platz pro Tier. Bei einer duchschnittlichen Gruppengröße von 65 Tieren stehen insgesamt 5,2 qm zur Verfügung. Das ist für eine annähernd freie Entfaltung von natürlichen Verhaltensweisen zu wenig. Die Folge des Bewegunsgmangels sind gesundheitliche Schäden wie Fettleber, Fußballengeschwüre und Knochenschwäche. Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus sind in dieser Haltungsform ebenfalls besonders ausgeprägt.

Vorteile
Durch den recht hohen Hygienestandard, da der Kot an den meisten Stellen durch den Gitterboden fällt, ist der Infektionkreislauf über den Kot ausgeschlossen. Daher werden statistisch wenig Krankheits- sowie Todesfälle registriert. Der Einsatz von Arzneimitteln ist im Vergleich mit den anderen Haltungssystemen gering. Da angenommen wird, dass Hühner bis zu ca. 60 Artgenossen individuell erkennen können, führt die relativ geringe Gruppengröße zu einer stabilen Rangordnung und reduziert so die sozialen Belastungen des Einzeltieres. Außerdem ist die Staubbelastung durch die geringere Einstreu niedriger als in anderen Haltungsformen.
Darüber hinaus ist der Arbeits- und Personalaufwand durch die vollautomatisierten Abläufe klein.
Die Kleingruppenhaltung wird von vielen Experten derzeit als das umweltfreundlichste sowie preiswerteste Produktionsystem beurteilt. Es engt jedoch das Tier deutlich in seiner Entfaltung ein und lässt vor allem eine Reihe von Verhaltensweisen nicht zu. Besonders in Hinblick auf eine artgerechte Haltung weist die Kleingruppenhaltung viele Defizite auf.


Bodenhaltung
Die Bodenhaltung erfolgt im Stall. Eine zusätzliche Auslaufhaltung ist zwar theoretisch möglich, jedoch nicht vorgeschrieben. In Bodenhaltung können bis zu neun Hennen pro Quadratmeter gehalten werden, d.h., dass einer Henne 1100 cm2 Stallfläche zur Verfügung steht. Die Stallfläche hat mit Sitzstangen und Legenestern ausgestattet zu sein. Außerdem muss 1/3 der Fläche Eintreu wie Sand, Holzspäne oder Stroh aufweisen. Dieser Teil dient den Tieren als Scharraum. Die übrigen 2/3 der Stallfläche dienen der Aufnahme des Kotes. In der Regel ist auch eine Kotgrube vorhanden, über der Sitzstangen angebracht sind. Außerdem sind die Kotgruben gewöhnlich mit Latten- oder Gitterrost überdeckt, um zu verhindern, dass der Kot durch die Tiere aufgenommen werden kann. Bei der Bodenhaltung können alle Tiere miteinander in Kontakt treten. Es dürfen bis zu 6000 Hennen zusammen ohne räumlich Trennung gehalten werden.

Nachteile
Die Nachteile der Bodenhaltung sind zum einen der große soziale Stress für die Tiere durch viel zu große Gruppen. Schätzungsweise kann ein Huhn etwa 60 Artgenossen auseinanderhalten und einordnen. Bei größeren Gruppen entstehen ständig neue Rangordnungskämpfe, die für das Tier sowohl Stress als auch das Risiko von Verletzungen bedeuten. Der soziale Stress wirkt sich negativ auf die Leistung der Henne aus. Federpicken, Pickverletzungen und Kannibalismus ist recht häufig zu beobachten. Die Zahl der Krankheits- und Todesfälle sowie der Arzneimittelverbrauch ist größer, als sie es in der nun verbotenen konventionellen Käfighaltung waren, da sich Krankheiten durch den Kontakt zu Artgenossen und zum Kot der Artgenossen schnell ausbreiten.
Besonders im Winter ergeben sich durch feuchte Bodeneinstreu und der davon abhängigen Stallluftqualität Nachteile für die Eiqualität, das Tier und den Tierpfleger. Der Verschmutzungsgrad der Eier und die Verlustrate ist ebenfalls größer als bei der konventionellen Käfighaltung.
Im Sommer hingegen kann sehr trockene Einstreu zu hohem Staubgehalt der Luft führen. Die Produktionskosten für ein Ei sind aufgrund der relativ gringen Besatzdichte höher als bei der Käfighaltung. Werden verlegte ältere Eier eingesammelt, besteht die Möglichkeit, dass weniger frische Eier auf den Markt kommen.

Vorteile
Die Bodenhaltung ermöglicht den Hennen ein größeres Repertoir an artgerechten Verhaltensweisen. Die Hennen können Staubbaden und Gefiederpflege betreiben. Außerdem können sie sich etwas besser bewegen, obwohl Standortwechsel stets mit Rangordnungskämpfen aufgrund der hohen Tierzahl verbunden sind.
Gegenüber der Freilandhaltung hat sie den Vorteil, dass keine Verluste durch Greifvögel oder andere Jäger auftreten können. Außerdem gibt es keinen Erregereintrag durch Wildvögel.

"Volierenhaltung"
Die Volierenhaltung entspricht der Bodenhaltung, allerdings auf mehreren Ebenen. Die Volieren sind mit max. vier übereinander angebrachten Ebenen ausgestattet, die als Lauf- und Ruheflächen mit Tränke- und Fütterungseinrichtungen dienen. Dadurch können mehr Tiere je Stallgrundfläche gehalten werden. Die Bestandsdichte beträgt hier bis zu 18 Hühner pro Quadratmeter. Das Voliereninnere muss über Sitzstangen, Nester und Scharrflächen verfügen. Idealerweise sind die Sitzstangen pyramidenförmig aufgebaut, sodass sich auch hier die natürliche Rangordnung einstellen kann. Bei diesem System leben kleine Gruppen, die sich untereinander kennen, auf jeder Etage. Maximal dürfen 18 Hühner pro Quadratmeter Stallfläche gehalten werden. Bei der Volierenhaltung bilden sich in der Regel auf jeder Etage eine Gruppen aus, in der sich die Hennen untereinander kennen.
Volieren sind meist hochmechanisierte Systeme, die mit breiten Transportbändern zur Kotbeseitigung unter den erhöhten Ebenen und einer automatisierten Fütterungsanlage ausgestattet sind.

Nachteile
In Bezug auf die Tiergesundheit gilt das Gleiche wie bei der Bodenhaltung. Die Ammoniakbelastung der Luft ist zudem oft recht hoch. In der Volierenhaltung sind verlegte Eier ebenso ein Problem wie in der Bodnhaltung. Das gleiche gilt für den Verschmutzungsgrad und den Keimgehalt der Eier.

Vorteile
In der Volierenhaltung können die Hennen die meisten ihrer arteigenen Verhaltensweisen ausleben und sich bewegen. In der Regel kommt es bei dieser Haltungsform nicht zu Rangordnungskämpfen. Die Futterverwertung der Tiere ist gegenüber der Bodenhaltung besser und die Tiere zeigen eine größere Leistung. Wenn die Volieren mit Transportbändern zur Kotbeseitigung ausgestattet sind, ist die Hygiene gegenüber der Bodenhaltung deutlich verbessert, reicht aber nicht an den Standard in der Käfighaltung heran.

Freilandhaltung
Die Freilandhaltung ist dadurch gekennzeichnet, dass den Tieren tagsüber ein Auslauf von jeweils 4 m2 unter freiem Himmel mit Bewuchs zur Verfügung stehen muss. Der Auslauf muss überwiegend begrünt sein und den Tieren müssen zum Schutz vor natürlichen Feinden Bäume, Sträucher oder ein Unterstand zur Verfügung stehen.

Nachteile
Die Nachteile entsprechen auch hier denen der Bodenhaltung. Hinzu kommt, dass die Eierqualität sehr ungleichmäßig sein kann - besonders hinsichtlich der Dotterfarbe und der Schalenstabilität. Das Verlegen der Eier ist bei dieser Haltungsform ein großes Problem. Hinzu kommt, dass hier ständig die Gefahr eines Erregereintrags durch Wildvögel und andere Vektoren besteht, die Krankheits- und Seuchengeschehen begünstigen. Auch die Aufnahme von Kot sowie die Bodenbelastung durch die Exkremente ist ein ernstzunehmendes Problem. Experten empfehlen daher mobile Wechselausläufe und die Entkeimung des Bodens. Weiterhin werden überdachte Stallöffnungen empfohlen, um den Eintrag von Schmutz und Nässe insbesondere bei Regenwetter zu verringern.
Die Produktionskosten bei dieser Haltungsform sind im Vergleich zu den anderen am höchsten, bedingt durch hohe Tierverluste (Beute), geringere Leistung und einen sehr hohen Platz- und Arbeitszeitbedarf.

Vorteile
Die Hennen können bei dieser Form der Haltung alle artgerechten Verhaltensweisen ausleben. Durch die große Tierzahl kommt es zwar auch hier zu Rangordnungskämpfen, doch sind diese selten, da sich die Tiere aufgrund des Platzangebotes besser aus dem Weg gehen können. Beobachtungen zeigen jedoch, dass der Auslauf häufig nur von einem kleinen Teil der Hennen und nur in Stallnähe genutzt wird. Ausläufe ohne Bäume werden von noch weniger Tieren angenommen.
Bei den Hennen in Freilandhaltung konnte eine Stärkung der Abwehrkräfte beobachtet werden.

Ökologische Erzeugung
Auch bei der ökologischen Erzeugung müssen jeder Henne 4 qm Auslauf im Freien zur Verfügung stehen. Im Stall ist das Platzangebot mit 0,16 qm pro Tier jedoch leicht erhöht. Für einen Quadratmeter Stallfläche werden hier nur sechs Tiere veranschlagt. Weitere strenge Richtlinien betreffen zusätzlich die Herkunft des Futters, das möglichst aus eigener Erzeugung und dem ökologischen Landbau stammen muss. Die Obergrenze für die Belegung eines Stalles beträgt hier maximal 3000 Legehennen. Ein Drittel der Stallfläche muss aus eingestreut sein. In den Richtlinien ist vorgeschrieben, dass phytotherapeutische und homöopathische Medikamente zunächst den konventionellen wie Antibiotika vorzuziehen sind. Erst wenn diese alternativen Heilmethoden fehlschlagen, ist die Anwendung der konventionellen Mittel zulässig. Es gibt eine Höchstgrenze der Behandlungshäufigkeit mit konventionellen Medikamenten. Wird diese überschritten, dürfen die Erzeugnisse nicht mehr als ökologisch vermarktet werden.

Nachteile
Die Nachteile entsprechen denen der Freilandhaltung.

Vorteile
Zusätzlich zu den Vorteilen der Freilandhaltung ist das Platzangebot der Legehennen im Stall etwas erhöht. Aufgrund der Gabe von Futtermitteln aus eigenem ökologischem Anbau ist die Lebensmittelsicherheit erhöht, da das Risiko des Eintrags von unerwünschten Stoffen und Verunreinigungen in das Futter durch die gesicherte Herkunft erniedrigt ist. Aufgrund der Richtlinien bzgl. der Anwendung von Medikamenten ist davon auszugehen, dass eine vorbeugende und übermäßige Anwendung beispielsweise von Antibiotika nicht vorliegt.

Bewertung von ausgestalteten Käfigen/Kleingruppenhaltung

Die Richtlinie 1999/74/EG schreibt das Verbot der konventionellen Käfighaltung für Legehennen der Konsumeierproduktion vor. Ab Anfang 2012 ist die Käfighaltung von Legehennen nur noch erlaubt, wenn die Käfige speziell ausgestaltet sind. In Deutschland besteht das Verbot der konventionellen Käfighaltung bereits seit dem 1. Januar 2010. Dies wird in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung geregelt.

Entsprechend der Richtlinie müssen die Käfige u.a. Nester, Einstreu und Sitzstangen mit einem Platzangebot von mindestens 15 cm je Henne enthalten. Außerdem müssen sie über Abriebflächen zum Kürzen der Krallen verfügen. Jedem Huhn muss ein uneingeschränkt nutzbarer Futtertrog von mindestens 10 cm Länge zur Verfügung stehen. Jeder Käfig muss mit einer geeigneten Tränkvorrichtung ausgestattet sein. Mehr zu den Anforderungen an Hennenhaltungssysteme in Deutschland können Sie dem Punkt "Anforderungen an Haltungssysteme von Legehennen" entnehmen.

Ziel der EU-Richtlinie ist es, dass Hennen ihr Verhaltensrepertoire besser ausüben können. Darüber hinaus gesteht die Richtlinie jeder Henne ein größeres Platzangebot von mindestens 750 cm2 je Tier zu, wovon 600 cm2 nutzbare Fläche sein müssen. In Deutschland werden Legehennen in dieser Haltungsform sogar 800 qm zugesprochen.

In Hinblick auf das Verbot der konventionellen Käfighaltung hatte die Bundesregierung die Untersuchung verschiedener Modelle entsprechend ausgestalteter Käfige in Auftrag gegeben. In dem "Modellvorhaben ausgestaltete Käfige" wurde u.a. vom Institut für Tierschutz und Tierhaltung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) untersucht, wie sich die Haltung in diesen Käfigen auf die Hennen auswirken und wo die Vor- bzw. Nachteile dieses Haltungssystems liegen.

Das Ergebnis der Untersuchung konnte zeigen, dass die Leistungen in den ausgestalteten Käfigen durchschnittlich als gut beurteilt werden konnten. Sie besaßen das Niveau der von den Züchtern angegebenen Referenzwerte. Durch die gelegentliche Fehlnutzung des Nestes kam es teilweise zu erhöhter Verschmutzung der Eier (Schmutzeier). Um das zu vermeiden, empfiehlt das Institut, vorrangig Nest, Einstreubereich und Sitzstangen vom Umfang her an die Tierzahl im Käfig anzupassen.

Ein tatsächliches Problem waren dagegen die häufig aufgetretenen Veränderungen an den Fußballen der Tiere. Das Institut wollte sich allerdings hier nicht festlegen, worauf diese zurückzuführen sind. Sollten sie auf eine Fehlnutzung der Sitzstangen zurückzuführen sein (Nutzung als Verkehrsweg und nicht nur zum Ruhen), dann wäre eine eindeutigere Trennung in Ruhebereich (Sitzstangen) und Laufbereich (Käfigboden) angeraten.

Das in den ausgestalteten Käfigen gezeigte Verhalten der Tiere fassten die Wissenschaftler wie folgt zusammen:
Das Haltungsverfahren "ausgestaltete Käfige" war in Hinblick auf die weitgehend unbehinderte Bewegungsfreiheit und den ständigen Zugang zu einem mit Substrat versehenen Staubbad akzeptabel. Allerdings wiesen die Staubbäder je nach Käfigtyp Schwachstellen auf. Entweder befanden sie sich in einigen Käfigtypen im dunkelsten Teil des Käfigs, hatten einen zeitlich begrenzten Zugang, enthielten zu wenig oder gar kein Substrat oder waren schlicht zu klein. Da der Auslöser für das Sandbaden Licht und Substrat sind, wurde ein großer Teil der Sandbadeaktivitäten auf dem Boden vor dem Trog ausgeführt.
Eine unbehinderte Fortbewegung war nicht zu beobachten. Die auf Stangen sitzenden oder am Trog stehenden Hennen behinderten das Vorbeikommen sich fortbewegender Tiere. Dennoch wurden die Einrichtungen und der Platz des ausgestalteten Käfigs von den Hennen gut angenommen. Die Hennen hielten sich zu jedem Beobachtungszeitpunkt in oder auf diesen Einrichtungen auf. Die Hennen nutzen die Stangen während der Lichtphase für unterschiedliche mobilen und immobilen Aktivitäten. Während der Dunkelphase ruhte zwar die Mehrzahl der Hennen auf den Stangen, ein Teil der Tiere saß jedoch auf dem Boden. Die Ursache für dieses Verhalten vermochten die Wissenschaftler jedoch durch dieses Versuchsmodell, nicht zu benennen.
Das Nest wurde für die Eiablage sehr gut angenommen. Die Hennen legten ihre Eier nur woanders (Sandbad, Boden) ab, wenn das Nest voll besetzt war. Außerhalb der Legephase diente das Nest als Rückzugsmöglichkeit. Da es ständig zugänglich war, konnte es von den Hennen u.a. zum Ruhen genutzt werden.

Verhaltensweisen, die anzeigten, dass die Anpassungsfähigkeit der Tiere überfordert war, wurden nicht beobachtet, ebenso wenig wie Anzeichen von Nervosität oder hoher Erregbarkeit. Aggressives Verhalten war selten. Die Verlustrate war gering. Aussteige- oder Ausbruchsversuche aus dem Käfig wurden nicht registriert, genauso wenig wie Bewegungs- und Pickstereotypien.

Natürliches Verhalten und Verhaltensstörungen

Huhn in natürlicher Umgebung

Das Verhalten des Haushuhnes stimmt trotz der langen Zeit der Domestizierung noch weitgehend mit dem Verhalten des Bankivahuhn überein, von dem es abstammt. Das Bankivahuhn oder auch Rote Kammhuhn ist von Kaschmir bis Java verbreitet und wurde in seiner Heimat vor etwa 5000 Jahren domestiziert. Über China gelangte es auch in den Mittelmeerraum, wo es seit 700 v.Chr. weitergezüchtet wurde. Heute gibt es ungefähr 150 Haushuhnrassen, die vom Bankivahuhn abstammen.

Herden & Gruppen
Wildhühner leben vorzugsweise in lichtem bis dichtem Unterholz. Während Wildhühner außerhalb der Brutzeit in gemischtgeschlechtlichen Herden von ca. 50 Hühnern zusammenleben, bilden sich während der Fortpflanzungszeit Kleingruppen aus. Diese bestehen aus einem dominanten Hahn, zwei bis vier Hennen und ein bis zwei subdominanten Hähnen. Auch während der Brut- und Aufzuchtphase sondern sich die Hennen innerhalb des Gruppenreviers ab, der Hahn bleibt allein oder mit noch nicht brutbereiten Hennen zurück.

Rangordnung
Innerhalb der Herde bestehen zwei nach Geschlechtern getrennte, stabile Rangordnungen, die durch Rangordnungskämpfe festgelegt werden. Jeder Hahn dominiert allerdings in der Regel über alle Hennen. Als Erkennungsmerkmale dienen den Hühnern die Besonderheiten des Kopfes (Kammform und –größe, Kehllappen, Ohrscheiben und Augen), die Gefiederfärbung und –-struktur, die Körperform sowie die Haltung. Die Rangordnung wird durch Rangordnungskämpfe neu festgelegt. Kommen fremde Hühner in die Gruppe oder werden zeitweise aus der Gruppe entfernte Tiere nicht wiedererkannt, kommt es erneut zu Rangordnungskämpfen. In sehr großen Gruppen konnte auch eine Bildung von Untergruppen beobachtet werden.

Nahrungsaufnahme
Schon in den frühen Morgenstunden nach dem Einsetzen der Dämmerung beginnen Hühner mit der Futtersuche. Dafür legen sie mit kratzenden und scharrenden Bewegungen der Füße den Boden frei, treten zurück und picken Fressbares auf. Bei der Futterauswahl kommt dem Tastsinn des Schnabels herausragende Bedeutung zu. Als Auswahlkriterien spielen die Form, Größe, Höhe, Oberflächenbeschaffenheit, Härte und damit Feuchtigkeitsgehalt sowie Glanz und Farbe eine Rolle. Form und Beschaffenheit eines Weizenkornes kommen der bevorzugten Partikelgröße am nächsten. Während die Pickgenauigkeit weiterentwickelt wird, ist das Futterpicken eine dem Huhn angeborene Verhaltensweise.

Gefiederpflege
Zur Mittagszeit unterbrechen die Hühner ihre Nahrungsaufnahme und -suche, um sich ausgiebig zu putzen und zu ruhen. Neben Sonnenbädern werden auch etwa jeden zweiten Tag ausgiebige Sand- und Staubbäder zur Gefiederpflege durchgeführt. Auch Federputzen, Federschütteln, Kopfschütteln, Kopf- und Schnabelkratzen dienen der Reinigung und Pflege des Gefieders, wobei insbesondere der Schnabel genutzt wird.

Nachtruhe
Bei Dämmerung kehren die Hühner zu ihren Schlafplätzen zurück, die bevorzugt auf Ästen hoch über dem Boden liegen.

Verhaltensstörungen
Als Folge der starken Intensivierung von Landwirtschaft und Tierhaltung nach Ende des zweiten Weltkrieges, wurden die Bedürfnisse der Tiere immer mehr in den Hintergrund gedrängt und die Möglichkeit zum Ausüben artspezifischer Verhaltensweisen blieb nahezu unberücksichtigt. Das hat dazu geführt, dass vermehrt Verhaltensstörungen auftreten. Genauere Untersuchungen der Verhaltensstörungen konnten die Genese klären und die Störung einem bestimmten Funktionskreis zuordnen. Es wird zwischen folgenden Funktionskreisen unterschieden:
  • Nahrungsaufnahmeverhalten
  • Fortbewegungsverhalten
  • Ruheverhalten
  • Körperpflegeverhalten/Komfortverhalten
  • Soziale Interaktionen
  • Fortplanzungsverhalten
  • Nestverhalten

Beeinträchtigungen des Wohlbefindens der Tiere erfolgen hauptsächlich durch die Bodenbeschaffenheit des Käfigs, die eingeschränkte und nicht abgeteilte den Legehennen zur Verfügung stehende Fläche, die stark begrenzte Höhe des Käfigs und die unstrukturierte Umgebung ohne manipulierbares Material mit Ausnahme des Futters.

Beeinträchtigung des Wohlbefindens von Legehennen durch Käfighaltung (nach APPLEBY 1993)

Käfig-Eigenschaft Beeinträchtigung des Wohlbefindens durch:
Begrenzter Platz eingeschränkte Bewegungsfreiheit, dadurch Knochenschwund (Osteo-porose); Restriktion bestimmter Verhaltensmuster und daraus resultierende Frustration
Begrenzte Höhe Körperpflegeverhalten kann nur eingeschränkt ausgeführt werden
Abfallender Gitterrostboden Krallen- und Sohlenballenbeschädigung
Keine verhaltensgemäße Unterteilung Keine Möglichkeit, einem Aggressor oder Federpicker zu entkommen
Unstrukturierte Umgebung, kein manipulierbares Material Sandbade-, Nahrungsaufnahmeverhalten und nestorientiertes Verhalten können nicht artgemäß ausgeführt werden, dadurch Frustration; Beschädigung der Krallen; Federpicken


Federpicken
Die Verhaltensstörung Federpicken ist dem Funktionskreis der Nahrungssuche und -bearbeitung zuzuordnen und tritt bei Legehennen sowohl in der Aufzucht als auch in der Legephase auf. Es führt zu Schäden am Gefieder, in schlimmeren Fällen auch zu Verletzungen der Haut und zu Todesfällen (BVET 1997).

Das zur Prävention des Federpickens angewendete Kupieren des Schnabels ist aus tierschützerischer Sicht sehr umstritten, da der Eingriff markante und langandauernde Verhaltensänderungen zur Folge hat, die wahrscheinlich auf chronische Schmerzen zurückzuführen sind. (BVET)

Kannibalismus
Als Kannibalismus (von span. Caribales bzw. Canibales für den Stammesnamen der Kariben) wird das Verzehren von Artgenossen oder Teilen derselben bezeichnet. Genau wie die Verhaltensstörung Federpicken stellt der Kannibalismus ein erhebliches Problem in der Legehennenhaltung dar. Die Konsequenzen der Verhaltensstörungen reichen bis zum Tod eines erheblichen Anteils der Herde bei massiven Kannibalismusausbrüchen. Damit verbunden sind wirtschaftliche Einbußen durch geringere Eizahlen, höhere Ausfälle und höhere Futterkosten. Auslöser für solche Ausbrüche können blutige Durchfälle oder blutige Kloaken infolge zu großer Eier (Bestmann 2002) sein.

Das Leben einer Legehenne

Hühner in Volierenhaltung

Ein Huhn hat eigentliche eine Lebenserwartung von 15-20 Jahren. Wird das Huhn allerdings als Legehenne für Konsumeier geboren, reduziert sich ihre Lebenserwartung auf maximal 80 Wochen, in der Regel weniger. In diesen maximal eineinhalb Jahren sieht die durchschnittliche Legehenne nicht ein einziges Mal Tageslicht oder hatte das Vergnügen zu fliegen. Auch andere natürliche Verhaltensweisen können die meisten der Legehennen je nach Haltungsform niemals ausleben, bevor sie bereits nach einer Legeperiode als Legehenne ausgedient hat. Nach etwa 15 Monaten Arbeit und einer Leistung von etwa 300 Eiern, kommt sie zum Schlachter und wird am Ende ein Suppenhuhn.

Das Küken wird im Brutschrank bebrütet, im Schlupfschrank kommt es terminiert gemeinsam mit unzähligen anderen Küken zur Welt.
Das weitere Schicksal eines Kükens einer modernen Hybridhenne entscheidet sich dann innerhalb von Sekunden. Männliche Küken werden zu so genannten Eintagsküken, die gleich nach dem so genannten Sexen mit Hilfe von Gas oder durch Zerschreddern getötet werden. Dieses Schicksal erwartet etwa 50 Mio. Küken jährlich (Stand 2015) allein in Deutschland. Masthähnchen besitzen besser geeignete genetische Veranlagungen zur Bildung von Muskelfleisch als männliche Legehennennachkommen, daher sind sie Ausschussware und dienen maximal als Tierfutter.
Die weiblichen Nachkommen kommen zusammen mit tausenden anderer Artgenossen in einen Stall, in dem sie 18 Wochen lang für ihr späteres Leben als Legehenne aufgezogen werden. Mit jedem Gramm, das die Tiere in dieser Zeit zunehmen, verringert sich das Platzangebot pro Huhn.

Mit der 18. Lebenswoche werden die Junghennen in andere Ställe "eingestallt", in denen sie schließlich ihrer Funktion als Legehennen nachkommen. Dort verbleiben sie für eine Legeperiode von durchschnittlich 15 Monaten. Anschließend werden sie geschlachtet und als Suppenhühner vermarktet. Als Futter bekommen sie während dieser Zeit energie- und eiweißreiches Legemehl.

Eier - Kennzeichnung und Qualitätssicherung

Hühnerei

In den Ländern der EU müssen alle Eier ab dem 1. Januar 2004 EU-einheitlichen gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung muss fortan Auskunft über die "Art der Legehennenhaltung" und die "Herkunft des Eies" geben.

Die erste Ziffer gibt Aufschluss über das Haltungssystem, aus dem das Ei stammt. Welche Ziffer dabei für welche Haltungsform steht, entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Tabelle:

Ziffer Haltungsform
0 ökologische Tierhaltung
1 Freilandhaltung
2 Boden- und Volierenhaltung
3 Käfighaltung

Das darauf folgende Länderkennzeichen informiert über das Herkunftsland des Eies. Steht dort z.B.ein DE, so handelt es sich um Eier aus Deutschland, bei NL stammen die Eier aus den Niederlanden, bei FR aus Frankreich. Es folgen zwei Ziffern, die für das Bundesland stehen, in dem sich der Legebetrieb befindet. (Den Bundesländern sind die Ziffern 01 bis 16 zugeordnet. 03 steht beispielsweise für Niedersachsen und 09 für Bayern.) Die dritte bis sechste Stelle der Kennziffer identifiziert den Betrieb, die siebte Stelle den jeweiligen Stall, in dem das Ei gelegt wurde. Die Angabe der Haltungsform und des Ursprungslandes dient der Information des Verbrauchers. Die Betriebsnummer hilft jedoch nur der zuständigen Kontrollbehörde, den Ursprungsbetrieb zurückzuverfolgen. In Deutschland schließt der Datenschutz die Veröffentlichung der Betriebsnummern für den Verbraucher aus. In Österreich dagegen ist es seit Mitte 2013 mit Hilfe der Internetseite der Österreichischen Eierdatenbank für jedermann möglich, auch den Betrieb genau zurückzuverfolgen, aus dem die gekauften Eier stammen. Möchte man jedoch in Deutschland herausfinden, welcher Betrieb für die Erzeuger der gekauften Eier verantwortlich ist, bleibt nur die Möglichkeit, das auf der Eierverpackung genannte Unternehmen direkt zu kontaktieren.

Kontrollen
Die Qualitätssicherung von Konsumeiern wird sowohl durch betriebliche Eigenkontrollen als auch durch amtliche Kontrollen stetig überprüft. Die Kontrollen beginnen in den Brütereien. Anschließend wird die Aufzucht kontrolliert. Als letztes in der Kette der Konsumeiproduktion wird die Legehennenhaltung überprüft. Dazu gehört die Kontrolle der Futterqualität sowie die Überwachung der Tiergesundheit und der Stallhygiene (s.u.).
Vor der Vermarktung wird das Ei nach Qualität (Güte) und Gewicht eingestuft und sortiert. Anschließend folgen Kontrollen der Lebensmittelaufsicht in den Lager- und Vertriebsstätten.
Um einen Eintrag von Salmonellen zu verhindern, unterziehen deutsche Eiererzeuger ihre Legehennenbestände einer freiwilligen Kontrolle auf Salmonellen, unabhängig von der Haltungsform.

Medien

Der große Geflügelstandard in Farbe
von Six, A.; Schwarz, W.,
Oertel & Spörer, 2000

Dieser Band unserer großen Standardwerke beinhaltet die erweiterten Rassebeschreibungen der Hühner, Truthühner und Perlhühner. In detailgetreuen, vierfarbigen Zeichnungen werden die Tiere dem Standard entsprechend dargestellt. Darüber hinaus bietet das Buch ausführliche Informationen zu Herkunft, Geschichte und typischen Merkmalen der einzelnen Rassen. Walter Schwarz, geboren 1948 bei Kiel, ist ausgebildeter Heilpraktiker und betreibt eine eigene Praxis mit dem Schwerpunkt Irisdiagnose. Mitglied im Gutachterausschuß des Innenministeriums, Ehrenvorsitzender des Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker. Seit 1996 unterrichtet er für den Uslarer Kreis, das älteste und größte Seminar für Irisdiagnose in Deutschland.

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Geflügelhaltung
von Damme, Klaus; Hildebrand, Ralf A;,
Ulmer, E, 2002

In dem Buch werden ausführlich die Grundlagen und Grundbedürfnisse der Geflügelhaltung beschrieben, inkl. vieler hilfreicher Tipps. Das Buch eignet sich sowohl für Einsteiger in die Geflügelhaltung als auch für Profis.

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Alternativen in der Geflügelhaltung
von Tüller, Raimund,
Ulmer, E, 1999

In den letzten Jahren ist die verhaltensgerechte Unterbringung von Geflügel immer mehr in den Vordergrund der Diskussion gerückt. Dieses Buch vermittelt das Verständnis für die grundsätzlichen Verhaltensmuster und die daraus resultierenden Anforderungen der Tiere an ihre Umgebung. Es erläutert alle derzeit bekannten Haltungsformen, weist aber auch auf die damit verbundenen Probleme und Schwierigkeiten hin. Dem Leser wird dadurch die eigene Beurteilung dieser modernen Haltungsformen ermöglicht. Wirtschaftliche Kostenanalysen und daraus ableitbare Rückschlüsse auf die zu erwartenden Marktpreise runden die praxisgerechten Informationen dieses Buches ab.

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Literatur

1 Cages modified with perches and nests for the im-provement of bird welfare.

  APPLEBY, M.C. und B.O. HUGHES
  World’s Poult. Sci. J. 46: 38 - 40
  Website


2 Kippen houden zonder verenpikken. De biologischelegpluimveehouderij als uitgangspunt.

  Bestman, M.
  Louis-Bolk-Institut
  Website


3 Untersuchungen wichtiger Einflussfaktoren auf das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus bei unkupierten Legehennen in Boden- und Volierenhaltungen mit Tageslicht unter besonderer Berücksichtigung der Aufzuchtphase

  Keppler, C., Fölsch, D., Troxler, J., Hörning, B.
  Universität Kassel
  Website

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