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Infektiöse Bronchitis

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Intervet Deutschland GmbH

Einleitung

Die Infektiöse Bronchitis (IB) wurde erstmals 1931 in North Dakota, USA, als neuartige Erkrankung der Atemwege bei wenige Tage alten Küken beschrieben (Schalk und Hawn 1931). Inzwischen ist es eine weltweit vor allem bei Hühnern aber auch Fasanen verbreitete hochansteckende Erkrankung, die durch zahlreiche verschiedene Serotypen des IB-Virus (IBV), einem Coronavirus, verursacht wird.
Die IB verursacht Hühnerhaltern aller Nutzungsrichtungen große Verluste durch:
  • Atemwegserkrankungen
  • Nierenschäden
  • Totalverlust
  • Reduzierte Mastleistung
  • Reduzierte Legeleistung
  • Schlechte Eierqualität
  • Erhöhte "Falsch Leger"-Rate
  • Verringerte Brut- und Schlupfergebnisse

Der wirksamste Schutz sind neben optimierten Haltungs- und Fütterungsbedingungen bewährte Impfprogramme, die sich nach der Nutzungsart der Tiere (Mast-, Lege- oder Aufzuchtbetrieb) richten. In der Regel handelt es sich bei diesen Impfprogrammen um den kombinierten Einsatz von Lebend- und Totimpfstoffen. Die Auswahl des geeigneten Impfstoffs richtet sich nach dem Antikörperstatus der Herde bzw. nach der Situation auf dem Betrieb, der immer vorher zu ermitteln ist. Dies ist wichtig, da es sehr viele verschiedene Serotypen des IB-Virus gibt, wobei einige der zur Verfügung stehenden Imfpstoffe einen Serotyp-übergreifenden Schutz durch betehende Kreuzimmunitäten induzieren.

Als besonders wirksam hat sich die kombinierte Verwendung der sogenannten Protektotypen (Serotypen Ma5 und 4/91) in Form von Lebend- und Totimpfstoffen erwiesen.

Mehr über die Infektiöse Bronchitis der Hühner, das Virus, seine Verbreitung und Möglichkeiten der Bekämpfung inkl. bewährter Impfprogramme lesen Sie in diesem Fokusthema.

IB-Virus

Infektiöses Bronchitis Virus (IBV)

Aufbau & Struktur
Das Virus der Infektiösen Bronchitis (IBV) des Huhns ist ein hochkontagiöses, einsträngiges RNA des Genus Coronavirus aus der Familie der Coronaviridae. Coronaviren sind stark wirts- und gewebsspezifisch. Beim Geflügel befallen sie bevorzugt die Epithelzellen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts sowie den Legedarm und die Nieren.

Das IBV ist von kugelförmiger bis pleomorpher Gestalt mit einem Durchmesser zwischen 60 - 120 nm. Damit sind sie die größten RNA-Viren. Ihre Vermehrung findet intrazellulär in der Wirtszelle im Zytoplasma statt. Die virushaltigen Bläschen (Vesikel) verschmelzen anschließend mit der Zellmembran der Wirtszelle und werden so frei gesetzt (Johne et al. 2006, Mayr und Kaaden 2007). Die Virus-RNA befindet sich innerhalb des Nukleokapsids, das umgeben ist von einer doppelschichtigen, verschiedene Fette enthaltenden (lipophilen) Virushülle. Aus der Virushülle ragen keulen- oder blattförmige Glykoproteine, sogenannte Peplomere oder Spikes hervor. Sie sind aus zwei Untereinheiten S1 und S2 aufgebaut (King und Cavanagh 1991) und essentiell für die Infektiosität des Virus und seine Vermehrung (Replikation). Weiterhin sind sie es, die bei einer Infektion das Immunsystem des Wirts zur Produktion von spezifischen Antikörpern anregen (spezifische Immunreaktion). Das bedeutet, dass die spezifische Antigenität der einzelnen Virusvarianten (Serotypen) von den Spikes bzw. ihrer Aminosäuresequenz abhängt (Cavanagh et al. 1988). Das erklärt auch den teilweise zu beobachtenden Serotyp- übergreifenden Schutz, den man sich bei der Optimierung der Impfprogramme zu Nutze machen kann (Details s. Kapitel Serotypen).

Serotypen
Die Zahl der weltweit bekannten IBV-Serotypen ist groß und es entstehen ständig neue. Unter einem Serotyp wird eine Variante innerhalb einer Unterart von Bakterien oder Viren verstanden. Dabei besitzt jeder Serotyp eigene antigenetische Eigenschaften, die durch seine Oberflächenproteine definiert werden, die quasi den "Fingerabdruck" eines Erregers darstellen. Dieser Fingerabdruck ist maßgeblich für das Erkennen oder das Nichterkennen eines Erregers durch das Immunsystem verantwortlich.

Derzeit werden in europäischen Ländern mit Erkrankungen oder Leistungseinbußen vor allem folgende Serotypen nachgewiesen:

  • D207 (D274)
  • D212 (D1466)
  • 4/91 (UK 793B; CR88)
  • Italian-02
  • QX (D388)


Der große Nachteil bei Erregern, von denen viele Serotypen existieren und immer wieder neue entstehen, ist, dass in der Regel nur Impfstoffe wirksam sind, die speziell gegen die jeweiligen Serotypen entwickelt wurden (homologe Impfstoffe). Die durch sie induzierte Immunität richtet sich nur gegen den im Impfstoff enthaltenen Serotyp.

Da sich die Serotypen des IBV nun aber häufig nur gering in der Aminosäuresequenz der Untereinheit S1 der Spikes unterscheiden, während große Teile des Virusgenoms der Serotypen weiter übereinstimmen, erzeugen einige Serotypen auch Kreuzimmunitäten. Das bedeutet, sie bieten einen Serotyp-übergreifenden (heterologen) Schutz bei den Tieren.

Dies macht man sich bei der Erstellung der Impfprogramme zu Nutze (Details siehe Kapitel Impfprogramme), in dem Serotypen mit dominanten antigenetischen Eigenschaften bevorzugt verwendet werden. Solche Serotypen werden auch als Protektotypen bezeichnet (Terrigino et al. 2008). Zu ihnen zählen z.B. die Serotypen Ma5 und 4/91. Durch die kombinierte Verwendung mehrerer solcher Protektotypen innerhalb eines Impfprogrammes (Lebensvakzinen), wie sie von MSD Tiergesundheit mit den Protektotypen Ma5 und 4/91 angeboten wird, kann ein noch breiterer Schutz erzielt werden (Malo et al. 1998, Cook et al.1999, Terregino et al. 2008).

Klinik

Die Tenazität (Details siehe Kap.5.2.LINK) des Virus ist zwar gering, dafür ist es aber hochkontagiös. Die Infektion erfolgt als Tröpfcheninfektion durch den Kontakt mit Aerosolen, z.B. durch Niesen. Die Erregeraufnahme erfolgt über die Schleimhäute der oberen Atemwege. Es ist aber auch eine indirekte Infektion durch Kontakt zu infektiösem organischem Material, Geräten oder Trinkwasser möglich. Dagegen kommt der vertikalen Infektion von der Henne auf die Küken über das Ei keine Bedeutung zu. Jedoch ist die Kontamination der Eischale mit dem IBV eine Möglichkeit, wie sich das Virus in Brütereien oder Eier-Packstellen ausbreiten kann.

Da das Virus hoch ansteckend ist, breitet es sich binnen von 48 Stunden im Bestand und möglicherweise auf dem ganzen Betrieb aus. Eine einmal infizierte Herde ist als Virusreservoir und damit als Quelle für die Erregerausbreitung zu betrachten (Woernle und Hafez 1992; King und Cavanagh 1991). Nach einer natürlichen Infektion beträgt die Inkubationszeit 18-36 Stunden. Bei Küken, die maternale Antikörper gegen das Virus besitzen, kann es jedoch auch erst nach 6 Tagen zu Symptomen kommen.

Der Krankheitsverlauf der Infektiösen Bronchitis ist zum einen vom Alter und Immunstatus des Tieres abhängig, zum anderen von den Eigenschaften des beteiligten Serotyps (Virulenz, Pathogenität).

Vor allem Jungtiere jünger als 6 Wochen sind betroffen und zwar je jünger die Tiere, desto ausgeprägter sind die respiratorischen Störungen. Hier sind auch die meisten Todesfälle zu beklagen, insbesondere im Falle von nierenschädigenden Serotypen. Bei Masttieren ist häufig ein Anstieg der Mortalitätsrate in der 4.-6. Lebenswoche auf Grund bakterieller Sekundärinfektionen zu beobachten (Cavanagh und Naqi 2003). Hier sind besonders E. coli-Infektionen zu nennen.

Typische Symptome/Befunde sind:

Küken mit IBV

Küken
  • Mattigkeit und Apathie
  • Küken drücken sich unter den Wärmelampen zusammen und klagen
  • Atemnot, Schnappatmung, rasselnde Atemgeräusche, Husten, Niesen, Bindehautentzündung, Bronchitis und Nasenausfluss
  • Todesfälle infolge Erschöpfung, Unterernährung oder Ersticken
  • Durchfall
  • Schädigung der Nieren ("Nephritis" Nephrose "Syndrom" oder Tod durch Uratvergiftung)
  • Infektionen bei Küken < 18 Tagen irreversible Schädigung des Legeapparates ("falsche Leger")

Legehennen

''IBV-Eier''
  • Plötzlicher starker Rückgang der Legeleistung (bis zu 92%)
  • Entzündung des Legedarms mit pH-Wertverschiebung in den sauren Bereich, wodurch es zu qualitativ minderwertigen Eiern mit dünnschaligen, missgebildeten, entfärbten Eiern mit wässrigem Eiklar kommt
  • Reduzierte Brut- und Schlupfergebnisse
  • Leichte Symptome einer Atemwegserkrankung (selten)
  • Durchfall
  • Schädigung der Nieren (Nephritis-Nephrose Form)
  • Zyanose des Kamms und andere Stauungserscheinungen (Serotyp: 4/91 bzw. 793 B oder CR88121) (Frangipani 2002)
  • Schädigung der Muskulatur
(Quelle: Woernle und Hafez 1992; Cavanagh und Naqi 2003).

Wie schon erwähnt, variieren die Krankheitsbilder und die Mortalitätsrate auch je nach beteiligtem Serotyp deutlich (Cavanagh und Naqi 2003). Weiterhin wird der klinische Verlauf auch durch evtl. bakterielle Sekundärinfektionen mit E. coli und O. rhinotracheale beeinflusst. Diese können ihrerseits schlechtere Tageszunahmen verursachen, die zu einer Verlängerung der Mast, bzw. zum nicht erreichen des gewünschten Schlachtgewicht führen.

Diagnostik

Typischer Legedarm einer mit IBV infizierten Henne

Die Diagnose anhand der klinischen Symptome allein ist schwierig, da eine ganze Reihe anderer Krankheiten zu starken Leistungseinbrüchen und zur Minderung der Eiqualität führen können. Diese sind u.a.:
  • Egg Drop Syndrom (EDS)
  • Infektiöse Laryngotracheitis (ILT)
  • Rhinotracheitis (TRT)
  • Mycoplasma gallisepticum-Infektion (MG)
Die Diagnose wird daher mit Hilfe verschiedener Labortest gestellt, die das virale Genom, virale Proteine oder Antikörper gegen das Virus nachweisen.

Folgende Testmethoden kommen in Frage:
  • Virus Isolation mittels RT-PCR und RFLP
  • Serologie zum Nachweis von Antikörpern
    - Agar Gel Präzipitationstest
    - Virus Neutralisationtest
    - Haemagglutination-Hemm-Test
    - Enzyme linked Immuno Sorbent Assay (ELISA)
Durchgeführt werden diese Untersuchungen mit Hilfe von Serumproben, die in einem Abstand von 2-3 Wochen genommen werden.
So sollte auch bei der Überwachung der Wirksamkeit von Impfungen vorgegangen werden.

Therapie

Eine spezifische Behandlung der Infektiösen Bronchitis ist nicht möglich, daher kann nach Krankheitsausbruch lediglich versucht werden, die Beschwerden zu lindern und Sekundärinfektionen, vor allem durch E. coli, zu vermeiden. Nach einem ca. drei Wochen dauernden Legerückgang ist mit ungefähr 10-20 % nicht wieder legenden Hühnern zu rechnen.

Zum Schutz vor Infektionen und Erkrankungen werden weltweit Impfprogramme durchgeführt.

Details siehe Kapitel Impfprogramme

Schutzmaßnahmen

Eintagsküken

Schwerpunkt der Bekämpfung der hochkontagiösen Infektiösen Bronchitis (IB) der Hühner liegt in der Durchführung bewährter Impfprogramme und zusätzlichen hygienischen Maßnahmen.

Allgemeines zu IB-Schutzimpfungen
Generell ist bei der Impfung von Geflügel folgendes zu beachten: 1. Bei der Ausarbeitung der Impfprogramme müssen der Antikörperstatus (maternale, postinfektionelle und postvakzinale Antikörper) sowie bereits absolvierte Impfungen berücksichtigt werden.
2. Die zu impfende Herde sollte eine epizootiologische Einheit bilden (gleiche Herkunft, gleiches Alter, ausgeglichener Entwicklungsstand).
3. Zum Impfzeitpunkt müssen die Tiere gesund sein und die Stressbelastung sollte minimiert werden.
4. Haltung und Fütterung sind zusätzlich zu optimieren, da Haltungs- und Fütterungshygiene, mitentscheidend für den Impferfolg sind (Details s. Kap. LINK).

Das Ziel jeder aktiven Impfung ist die Erzeugung einer belastbaren Immunität durch die Verabreichung der sogenannten Impfantigene. Ihre Aufgabe ist es, im Organismus eine hohe Antikörperproduktion (humoral und lokal) zu provozieren und die unspezifische Abwehr stark und anhaltend zu stimulieren. Dafür stehen gegen die IB verschiedene sowohl Lebendimpfstoffe (beinhalten vermehrungsfähige Viren) als auch Totimpfstoffe (Viren sind inaktiviert) zur Verfügung.

Lebendimpfstoffe
In Lebendimpfstoffen verwendete Impfstämme sind zwar vermehrungsfähig, aber entweder nur in einem sehr geringen Maß infektiös (avirulent) oder sie wurden so weit abgeschwächt, dass sie keine Erkrankung des Impflings mehr hervorrufen können.

Der Vorteil von Lebendimpfstoffen besteht zum einen aus seiner wenig aufwendigen, lokalen Verabreichung (oral, enteral, konjunktival, nasal, tracheal, kloakal) mittels Trinkwasser, Pipette, Spray, Aerosol, Spatel oder Pinsel. Zum anderen stimuliert die Vermehrung der Erreger im Organismus das Immunsystem im Vergleich zu Totimpfstoffen deutlich stärker, selbst bei kleinen Impfdosen (Redmann et al. 1992), nicht zuletzt, da zusätzlich eine lokale Immunität am Impfort provoziert wird. Weiterhin ist die Impfung verhältnismäßig kostengünstig.
Nachteile von Lebendvakzinen sind zum einen die teilweise schlechte Dosierbarkeit (z.B. über das Trinkwasser) und die mögliche, wenn auch meist nur kurzfristige Virusausscheidung mit dem Kot und die damit verbundene Virusstreuung (Redmann et al. 1992; Woernle und Hafez 1992; Wittig 1996). Geimpfte und nicht geimpfte Tiere sind daher voneinander zu trennen.

Von MSD Tiergesundheit stehen zurzeit mehrere IBV-Lebendimpfstoffe zur Verfügung, die jeweils einen Impfserotyp (H120, Ma5, IB 4/91) enthalten. Sie können alleine oder innerhalb eines kombinierten Impfprogramms eingesetzt werden.

Totimpfstoffe
Die Totimpfstoffe enthalten abgetötete, nicht mehr vermehrungsfähige Erreger sowie Adjuvantien (Aluminiumhydroxid, Öle), um die Immunreaktion zu verstärken. Sie werden im Geflügelbereich häufig nach vorangegangener Impfung mit einem Lebendimpfstoff zur Festigung und Aufrechterhaltung des Impfschutzes (Boosterung) eingesetzt (Cavanagh 2003). Die höchsten Antikörperkonzentrationen können erzielt werden, wenn zwischen der letzten Lebendimpfung und der Totimpfung 4-6 Wochen liegen. Die geimpften Tiere scheiden das Impfvirus nicht aus und stellen somit keine Gefahr für nicht geimpfte Tiere dar (Redmann et al. 1992; Wittig 1996).

Weitere Vorteile sind eine gleichmäßige Immunitätsausbildung bei sicherer Dosierung, da Totimpfstoffe generell parenteral verabreicht werden müssen. Dafür ist die Impfung mittels Injektion ganzer Herden mit hohem Aufwand und großem Stress für die Tiere verbunden.

Hygienemaßnahmen
Die regelmäßige und vollständige Räumung des Stalles und gründliche Stalldesinfektion vor jeder Neueinstallung von Küken ("all in, all out") sollte selbstverständlich sein. Da das IBV als behülltes Virus nur eine geringe Widerstandsfähigkeit gegenüber der Umwelt (Tenazität) besitzt, wird es von fettlösliche Substanzen wie Äther, Chloroform, Formalin und Oxidationsmittel zuverlässig inaktiviert und verliert seine Infektiosität. Auch Säuren mit einem pH-Wert < 3 inaktivieren die meisten IBV-Stämme innerhalb weniger Stunden, ebenso wie starke Laugen mit einem pH-Wert > 12.

Zur Reinigung und Desinfektion eignen sich daher alle gängigen, fettlöslichen Desinfektionsmittel. Weiterhin wird das Virus binnen 15 Minuten bei 56°C und nach 90 Minuten bei 45°C zuverlässig abgetötet.

Legehennen sind aufgrund der langen Verweildauer im Bestand und des Risikos durch Personenverkehr (Eiersammeln) von einer Infektion besonders bedroht. Eine befriedigende Absicherung gelingt nur durch vorbeugende Impfung der Tiere.

Impfprogramme

Obwohl es aufgrund der unterschiedlichen betrieblichen und geographischen Bedingungen keine festgeschriebenen Impfschemata gibt, sondern individuelle Impfprogramme für jede Herde vom Tierarzt erstellt werden müssen, sollen hier kombinierte Impfprogramme vorgestellt werden, die sich in der Vergangenheit bewährt haben.

Wesentliche Fragen, deren Antworten beim Aufstellen von Impfprogrammen berücksichtigt werden sollten, sind:
  • In welchem Alter tritt die Erkrankung bei den Tieren am häufigsten auf bzw. wann sollten die Tiere über einen wirksamen Immunschutz verfügen?
  • Welches Feldvirus verursacht die Probleme und welcher Impfstoff bietet dagegen einen Schutz?
  • Mit welchen Beeinträchtigungen muss durch andere Impfungen (z.B. ND, Marek usw.) gerechnet werden?

Impfserotypen
Bei der großen Variabilität der IB-Virusstämme im Feld ist es notwendig durch Virusisolierung und Serotypisierung zunächst festzustellen, gegen welche Stämme die Bestände immunisiert werden sollen. Wenn im Einzelfall keine klaren Kenntnisse über das Vorkommen von Variantstämmen vorliegen, sollte eine belastbare Kreuzimmunität durch wiederholte Impfungen mit Virusstämmen des Serotyps Massachusetts angestrebt und die Impfungen mit einem mittelgradig abgeschwächten IBV-Stamm über die Legeperiode fortgeführt werden, da Massachusetts-Serotypen eine breite Immunität gegen verschiedene Feldviren induzieren. Eine andere Möglichkeit ist die Kombination verschiedener Serotypen, wobei mit einem Massachusetts Serotyp begonnen werden sollte. Durch die kombinierte Verwendung von Lebend - und Totimpfstoffe mit unterschiedlichen Impfserotypen können nämlich Kreuzreaktionen zwischen den Serotypen hervorgerufen werden, die wiederum zu einer vermehrten Bildung von neutralisierenden Antikörpern führen und einen besonders breiten Schutz induzieren.

Impfung von Legehennen und Zuchttieren
Die IB-Impfung soll vor allem eine Schädigung des Legedarms und die Entwicklung von sogenannten "falschen Legern" sowie einen Rückgang der Legeleistung und die Produktion von Eiern minderer Qualität verhindern.

Grundsätzlich haben sich für die Erst- und Zweitimpfung die Verwendung von Lebendimpfstoffen sowie eine anschließende Boosterung mit einem inaktivierten Ölemulsionsimpfstoffe (Totimpfstoffe) 4-6 Wochen später bewährt (Cavanagh 2003). Der Abstand zwischen zwei Lebendimpfungen sollte auch hier wegen möglicher Beeinflussungen mindestens 2 Wochen betragen.

Impfbeispiel für Legehennen und Zuchttiere Lebendimpfstoff:

 

Lebendimpfstoff

Totimpfstoff

Zeitpunkt der Impfung

1. Tag

14. Tag

6.-10. Woche

16.-18. Woche

 

IB Ma5

 -

IB 4/91

Massachusetts

Kann auch als Kombinationsimpfstoff zusammen mit anderen Impfviren wie z.B. ND verwendet werden.

Impfung von Masthühnern
Ziel der IB-Impfung von Masttieren ist es, klinische Krankheitssymptome sowie wirtschaftliche Verluste durch reduzierte Gewichtszunahmen und eine verzögerte Entwicklung zu verhindern.

Impfungen mit Lebendimpfstoffen können in Abhängigkeit von der Situation vor Ort bereits ab dem 1. Lebenstag als Spray in der Brüterei oder später auch über das Trinkwasser durchgeführt werden.

Oftmals ist eine einzige Impfung ausreichend, doch bei persistierenden Problemen wird die Impfung teilweise auch wiederholt. Der Abstand zwischen zwei Lebendimpfungen sollte mindestens 2 Wochen betragen.

Impfbeispiel für Masthühner

 

Lebendimpfstoff

Zeitpunkt der Impfung

1. Tag

14. Tag

 

IB Ma5

 IB 4/91

Kann auch als Kombinationsimpfstoff zusammen mit anderen Impfviren wie z.B. ND verwendet werden.

Frequently Asked Questions

Welches sind typische klinische Symptome der Erkrankung?

Typische Symptome bei infizierten Hühnern sind • Atemwegserkrankungen
• Nierenschäden
• Totalverluste
• Reduzierte Mastleistung
• Reduzierte Legeleistung
• Schlechte Eiqualität (dünnschalig, missgebildet, Längs- und Querrillen in der Schale, entfärbt, wässrig)
• Erhöhte


Wie kann ich die Krankheit bekämpfen?

Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, ist eine Therapie der Krankheit nicht möglich. Umso mehr Bedeutung kommen daher den prophylaktischen Impfungen und dem Ergreifen von hygienischen Maßnahmen zu. Dazu gehören die regelmäßige und vollständige Räumung des Stalles und gründliche Reinigung sowie Desinfektion vor jeder Neueinstallung von Küken (


Welche Vorsorgemaßnahmen kann ich treffen?

Als vorbeugender Schutz hat sich die aktive Impfung der Tiere bewährt. Das Ziel jeder aktiven Impfung ist die Erzeugung einer belastbaren Immunität durch die Verabreichung der sogenannten Impfantigene. Ihre Aufgabe ist es, im Organismus eine hohe Antikörperproduktion (humoral und lokal) zu provozieren und die unspezifische Abwehr stark und anhaltend zu stimulieren. Dafür stehen gegen die IB verschiedene sowohl Lebendimpfstoffe (beinhalten vermehrungsfähige Viren) als auch Totimpfstoffe (Viren sind inaktiviert) zur Verfügung, die in bewährten Impfprogrammen zum Einsatz kommen.
So werden vor allem eine Schädigung des Legedarms und die Entwicklung von sogenannten


Welche Tiere können geimpft werden und wie oft?

Um die Folgen einer Infektion mit dem IB-Virus zu verhindern, sollten Legehennen, Zuchttiere und Masthähnchen geimpft werden. Legehennen und Zuchttiere müssen je nach verwendeten Impfstoffen 3 oder 4 Mal geimpft werden, Masttiere nur 1 oder bei persistierenden Problemen 2 Mal im Abstand von 14 Tagen. Die erste Impfung erfolgt bereits am Tag des Schlupfs in der Brüterei als Spray.


Warum sollten Legehennen erst mit einem Lebendimpfstoff und anschließend mit einem Totimpfstoff geimpft werden?

Lebendimpfstoffe sind unkompliziert zu verabreichen, kostengünstig und rufen eine starke lokale Immunität hervor. Nachteilig ist jedoch, dass die geimpften Tiere u.U. Viren über den Kot ausscheiden und streuen können.
Totimpfstoffe müssen dagegen unter Umgehung des Verdauungsapparates (parenteral) verabreicht werden. Sie haben den Vorteil einer guten Dosierbarkeit und werden zur Boosterung von Impfungen mit Lebendimpfstoffen verwendet, wodurch ein langanhaltender Schutz erzielt wird. Innerhalb eines solchen Impfprogramms, das aus Lebend- und Totimpfstoffen besteht, können verschiedene Impftypen verwendet werden, um den Schutz der Tiere zu verbreitern.

Medien

Poultry Diseases
von Pattison/ McMullin/ Bradbury/ Alexander (Eds.),
Elsevier Health Sciences, 2007

Inhalt & Bestellung


Diseases of Poultry
von Saif, Y.M./ Fadly, A.M./ Glisson, J.R./ McDougald, L.R./ Nolan, L.K./ Swayne, David E. [Eds.],
Iowa State University Press, 2008

Inhalt & Bestellung


Geflügelkrankheiten
von Woernle/ Jodas,
Ulmer, 2006

Inhalt & Bestellung


Kompendium der Geflügelkrankheiten
von Siegmann, Otfried,
Schlütersche Verlag, 2005

Inhalt & Bestellung

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28 Isolation, identification and pathogenecity of virus causing proventricular-type infectious bronchitis.

  Zhou J., Yu L. and Hong J. (1998).
  

Verstöße in der Nutztierhaltung

Immer wieder kommt es zu gravierenden Verstößen in der Nutztierhaltung.

Welche Maßnahmen könnten dies Ihrer Meinung nach verhindern?