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Bienenschutz-Bienensterben

Die Zeit rennt!

Honigbienen sind für die Bestäubung von gut 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen unentbehrlich. Den Bienen, insbesondere den Wildbienen, geht es jedoch zunehmend schlechter. In Deutschland sind 31 Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Als Hauptgründe wurde der Verlust von Lebensraum durch intensivierte, monokulturlastige Landwirtschaft und die zunehmende Urbanisierung erkannt. Außerdem stehen Pestizide, insbesondere Neonicotinoide, im Verdacht, das Insektensterben voran zu treiben. Sie werden als Nervengift gegen Schädlinge auf die Äcker ausgebracht, locken jedoch auch Bienen und andere nützliche Insekten an und schädigen diese.

Tiermedizin Inside

Nützlinge anstelle von Pestiziden - Zukunftsdialog Agrar und Ernährung in Berlin

von Sophia Neukirchner >>>

Aktuelle Meldungen

03.12.2019: Agrargipfel mit guten ersten Ergebnissen

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), zeigte sich zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen des Agrargipfels im Berliner Kanzleramt. „Es ist ein guter Auftakt für einen notwendigen Dialog, den wir jetzt intensivieren und fortsetzen müssen“, beschrieb Rukwied den Auftakt der Gespräche über die Zukunft der Landwirtschaft. Die Themen
Insektenschutz und kooperativer Naturschutz anstatt pauschaler Verbote sollen bei dem Dialogprozess zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft im Fokus stehen. Zudem hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein Aktionsprogramm Insektenschutz, ein nationales Dialogforum und eine Wertschätzungs-Kampagne für Landwirtschaft und Lebensmittel stark gemacht.

20.11.2019: Bestäubungsleistung jetzt online kalkulieren

Mit Hilfe des digitalen Bestäubungsrechners www.bestaeubung-neu-gedacht.de des Online-Netzwerks BEEsharing können Landwirte künftig die notwendige Bestäubungsleistung für ihre Anbauerzeugnisse einfach und schnell selbst kalkulieren. Im Nu kennt der Landwirt die Anzahl notwendiger Honigbienen, Mauerbienen und Hummeln. Gleichzeitig zeigt die Webseite des Hamburger Start-ups den zu erwartenden Mehrertrag an. „Eine professionelle Bestäubungsplanung ist damit für landwirtschaftliche Betriebe nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll", erklärt Otmar Trenk, Gründer und Geschäftsführer von BEEsharing. Während Mauerbienen und Hummeln im deutschsprachigen Raum künftig sowohl online
als auch über die zahlreichen BEEsharing-Vertriebspartner bezogen werden können, sind Honigbienen und deren Bestäubungsleistung weiterhin ausschließlich über das Online Netzwerk erhältlich. Künftig wird dort auch ein E-Learning für Landwirte zum Umgang mit Bestäubern und zur Eigenzucht von Mauerbienen sowie mit Tipps für sinnvolle Wildbienenmaßnahmen angeboten werden. Unter Myvetlearn.de finden Tierärztinnen und Tierärzte einen E-Learning Grundkurs Bienen, der Grundlagenkenntnisse über Bienenhaltung, Bienenkrankheiten und die tierärztliche Betreuung von Bienen vermittelt. Die Online-Fortbildung ist außerdem zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet.

12.11.2019: Backhaus würdigt Imkerei als besonderes Handwerk

Anlässlich der Jahrestagung des Landesimkerverbandes Mecklenburg-Vorpommern hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Imkerei als ein traditionelles, regionales und doch Grenzen überschreitendes Handwerk – das mit und von der Natur lebt, gewürdigt: „Imkerei macht uns die Bedeutung von Insekten und Nützlingen in der Natur begreiflich und lehrt uns einen wachsamen Umgang mit der Natur. Dieses Handwerk gilt es zu erhalten und an unsere kommenden Generationen weiterzugeben.“ Zudem freute er sich über die wachsende Anzahl von Imkern und Bienenvölkern im Land. Im Vergleich zum Vorjahr gäbe es in 2019 rund 2800 Imker, die etwa 27.000 Bienenvölker halten. Neben Vermarktungsproblemen sprach der Minister Bienenkrankheiten, wie zum Beispiel die Varroamilbe und der durch sie übertragenen Viren,
als Herausforderung an. „Zum Glück sind in diesem Jahr fast 85 Prozent der Bienenvölker gesund über den Winter und in die neue Saison gekommen. Damit ist die Verlustquote von 15 Prozent nur noch halb so hoch wie in den Vorjahren“, erklärte Backhaus. Die Bienenhaltung in Mecklenburg-Vorpommern wird vom Land umfassend unterstützt. Mit 176.000 Euro werden Projekte zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig gefördert (Honigrichtlinie). Das Bienenzuchtzentrum Bantin wird mit rund 200.000 Euro jährlich bezuschusst. Myvetlearn.de bietet noch bis zum Ende des Jahres einen eLearningkurs zum Thema Bienen, Bienenhaltung und den wichtigsten Erkrankungen sowie deren Bekämpfung an. Diese Online- Fortbildung ist zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet.

01.11.2019: Insektenrückgang in Deutschland gravierender als befürchtet

Der Insektenrückgang in Deutschland ist weitreichender als vermutet. In den vergangenen 10 Jahren hat sich ihre Zahl auf den Feldern um etwa 67% verringert, im Wald sind es etwa 40%. Das geht aus einer Studie der Technischen Universität München (TUM) hervor. „Dass solch ein Rückgang über nur ein Jahrzehnt festgestellt werden kann, haben wir nicht erwartet – das ist erschreckend, passt aber in das Bild, das immer mehr Studien zeichnen“, sagt Wolfgang Weisser, Professor für Terrestrische Ökologie an der TUM. Ein Forschungsteam erfasste dafür zwischen 2008 und 2017 eine Vielzahl von Insektengruppen in Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg. Sie sammelten währenddessen auf 300 Flächen über eine Million Insekten. Ihr Ergebnis: viele der knapp 2.700 untersuchten Arten sind rückläufig. Einige Arten wurden in den letzten Jahren in manchen der beobachteten Regionen gar nicht mehr gefunden. Betroffen sind alle untersuchten Wald- und Wiesenflächen: Schafweiden, Wiesen, die drei bis viermal jährlich gemäht und gedüngt
wurden, forstwirtschaftlich geprägte Nadelwälder und sogar ungenutzte Wälder in Schutzgebieten. Den größten Schwund stellten die Forscherinnen und Forscher auf den Grünlandflächen fest, die in besonderem Maße von Ackerland umgeben sind. Dort litten vor allem die Arten, die nicht in der Lage sind, große Distanzen zu überwinden. Im Wald hingegen schwanden vorwiegend jene Insektengruppen, die weitere Strecken zurücklegen. „Ob mobilere Arten aus dem Wald während ihrer Ausbreitung stärker mit der Landwirtschaft in Kontakt kommen oder ob die Ursachen doch auch mit den Lebensbedingungen in den Wäldern zusammenhängen, müssen wir noch herausfinden“, sagt der ehemalige TUM-Mitarbeiter Dr. Martin Gossner. Dr. Sebastian Seibold von der TUM kritisierte bei den aktuellen Initiativen gegen den Insektenrückgang, dass der Fokus der Bewirtschaftung lediglich auf einzelne Flächen gerichtet ist. Außerdem würden die Projekte nicht abgestimmt und koordiniert. Dies müsse sich ändern.

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