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Bienenschutz-Bienensterben

Die Zeit rennt!

Honigbienen sind für die Bestäubung von gut 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen unentbehrlich. Den Bienen, insbesondere den Wildbienen, geht es jedoch zunehmend schlechter. In Deutschland sind 31 Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Als Hauptgründe wurde der Verlust von Lebensraum durch intensivierte, monokulturlastige Landwirtschaft und die zunehmende Urbanisierung erkannt. Außerdem stehen Pestizide, insbesondere Neonicotinoide, im Verdacht, das Insektensterben voran zu treiben. Sie werden als Nervengift gegen Schädlinge auf die Äcker ausgebracht, locken jedoch auch Bienen und andere nützliche Insekten an und schädigen diese.

Rückblicke

Nützlinge anstelle von Pestiziden - Zukunftsdialog Agrar und Ernährung in Berlin
von Sophia Neukirchner >>>

Aktuelle Meldungen

16.11.2020: Amerikanische Faulbrut bei Bienen rund um Coburg

Im Bereich der Stadt Coburg ist am 03.11.2020 bei einem Bienenvolk die Amerikanische Faulbrut der Bienen amtlich festgestellt worden. Diese Erkrankung ist bei Bienen eine anzeigepflichtige Tierseuche. Charakteristisch dabei ist die durch den Zerfall der Streckmaden sich bildende kaffeebraune, fadenziehende Masse. Verdächtig sind einzelne stehengebliebene Zellen (Streichholzprobe) oder eingebrochene dunkel- bis schwarzbraune Schorfe in
den Zellen. Die Hauptinfektionsquellen sind verseuchtes Futter (z. B. nicht ausgespülte Honiggläser im Altglascontainer) und Wabenmaterial. Die Imker der Region werden gebeten, ihre Völker gründlich zu beobachten und auf einwandfreie Wabenhygiene zu achten. Tierärztinnen und Tierärzte können sich bei Myvetlearn.de zum Thema Bienen und Bienengesundheit in einem Grundkurs sowie in einem Aufbaukurs fortbilden.

30.10.2020: Studie belegt massiveren Insektenschwund als bislang angenommen

Laut einer aktuellen Studie der Forschungsstation Randecker Maar ist das Ausmaß des Insektensterbens in Deutschland dramatischer als bisher angenommen. Zählungen ergaben, dass die Populationen von sogenannten wandernden Insekten auf der Schwäbischen Alb um bis zu 97 Prozent rückläufig sind, wie Wulf Gatter, Leiter der Forschungsstation, weiß. Der Rückgang sei besonders bei Schwebfliegen, aber auch Waffenfliegen und Schlupfwespen zu beobachten, so Gatter. Erst vor drei Jahren hatten veröffentlichte Zahlen des Entomologischen Vereins Krefeld für Aufsehen gesorgt, denn diese legten einen Rückgang von
75 Prozent bei Fluginsekten offen. Die Gründe für das stetige Insektensterben liegen unter anderem in der industriellen Landwirtschaft, dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie der zunehmenden Überdüngung, wie Lars Krogmann berichtet. Der Entomologe vom Naturkundemuseum warnt zudem vor einer Unterschätzung des Problems: „Je mehr Arten verschwinden, desto mehr gerät das Ökosystem aus den Fugen.“ Als Reaktion auf die veröffentlichten Zahlen fordert der naturschutzpolitische Sprecher der Grünen- Fraktion, Markus Rösler, die dauerhafte Absicherung des Insektenmonitorings im Haushalt sowie eine Erhöhung des Naturschutzetats.

20.10.2020: FU Berlin entwickelt Frühwarnsystem zum Schutz von Bienen

Am 21.10.2020 wird das Forschungsprojekt "Umweltspäher" von Freier Universität (FU) Berlin und der Aurelia Stiftung vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein neues Messverfahren zur Früherkennung von Umweltschäden durch Pestizide. Mit diesem Frühwarnsystem sollen Bienenvölker vor Schädigungen durch die eingesetzten Insektizide geschützt werden. Insbesondere die in Deutschland am häufigsten eingesetzten Neonicotinoide haben einen negativen Einfluss auf die Bienen – sie
schädigen das Nervensystem und verursachen schwerwiegende Verhaltensstörungen. Der „Umweltspäher“ könnte dazu beitragen, Rückschlüsse auf den Einsatz von Pestiziden zu ziehen sowie neue Erkenntnisse über deren Auswirkung auf Bienen zu sammeln. Auf Myvetlearn.de können sich TierärztInnen in dem E-Learning-Aufbaukurs Bienen unter anderem zum Thema Bienenkrankheiten sowie zur Bienenseuchenprophylaxe und - bekämpfung fortbilden.

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