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Bienenschutz-Bienensterben

Die Zeit rennt!

Honigbienen sind für die Bestäubung von gut 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen unentbehrlich. Den Bienen, insbesondere den Wildbienen, geht es jedoch zunehmend schlechter. In Deutschland sind 31 Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Als Hauptgründe wurde der Verlust von Lebensraum durch intensivierte, monokulturlastige Landwirtschaft und die zunehmende Urbanisierung erkannt. Außerdem stehen Pestizide, insbesondere Neonicotinoide, im Verdacht, das Insektensterben voran zu treiben. Sie werden als Nervengift gegen Schädlinge auf die Äcker ausgebracht, locken jedoch auch Bienen und andere nützliche Insekten an und schädigen diese.

Rückblicke

Nützlinge anstelle von Pestiziden - Zukunftsdialog Agrar und Ernährung in Berlin
von Sophia Neukirchner >>>

Aktuelle Meldungen

09.09.2021: Neue Verordnung schränkt Einsatz von Pestiziden stark ein

Seit dem 08.09.2021 ist in Deutschland der Einsatz von Pestiziden deutlich eingeschränkt. Mit der neuen Verordnung wurde ein Teil des Aktionsprogramms Insektenschutz umgesetzt. Bis zum endgültigen Ausstieg im Jahr 2023 ist unter anderem die Anwendung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat stark eingeschränkt. Grundsätzlich verboten ist das Pestizid in einer Reihe naturschutzrechtlicher und wasserrechtlicher Schutzgebiete. In der Landwirtschaft, insbesondere im Ackerbau kommt es mit der Verordnung zudem bereits jetzt zu weiteren Anwendungseinschränkungen für Glyphosat unter anderem für die Vorsaat- und Stoppelbehandlung. „Der Glyphosatausstieg kommt. Darauf habe ich mit vielen Umweltschützern lange hingearbeitet. Glyphosat tötet alles, was grün ist, und entzieht Insekten damit die Lebensgrundlage. Darum ist dieser Ausstieg ein großer Erfolg. Ab heute ist die Anwendung
von Glyphosat in wichtigen Bereichen verboten. Aber auch andere Pflanzenschutzmittel können Insekten schaden. Darum ist es so wichtig für die Zukunft unserer Ökosysteme, dass künftig weniger Flächen gespritzt werden und mehr Rückzugsräume für Insekten bleiben. Dabei ist uns ein guter Mix gelungen aus Ordnungsrecht, Vertragsnaturschutz und freiwilligen Vereinbarungen wie sie in einigen Bundesländern zwischen Politik, Umweltverbänden und Landwirtschaft erarbeitet wurden. Die Landwirtschaft kann beim Umstieg auf die Unterstützung der Politik zählen. Wer heute Insekten schützt, sichert auch die Landwirtschaft von morgen", erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Mit den nun in Kraft tretenden Änderungen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung wird hier gezielt gegengesteuert, um Insekten zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.

07.09.2021: EU-Bestäuberwoche findet digital statt

Seit dem Jahr 2012 hat die Europäische Bienen-und Bestäuberwoche, auch als „Bienen-Woche“ bezeichnet, einmal im Jahr im Europäischen Parlament in Brüssel stattgefunden. In diesem Jahr wird die Veranstaltung als EU-Bestäuberwoche vom 27. bis 30. September 2021 ausschließlich online ausgetragen. Durch die Umbenennung erhoffen sich die Organisatoren eine stärkere Ausweitung auf weitere europäische Bestäuber. Die TeilnehmerInnen erwarten während der viertägigen Online-Veranstaltung Diskussionen und Vorträge zu dem übergreifenden Thema „Ein neuer EU-Deal für die Bestäuber“. Unter anderem werden sich Experten in Sitzungen mit den Themen Landwirtschaft und Bestäuber sowie Bienenzucht befassen. Mitarbeiter der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) werden über eine Reihe von Themen referieren, die für die
Gesundheit von Bienen und Bestäubern von Bedeutung sind, wie z. B. das MUST-B-Gutachten, die laufende Überarbeitung der Leitlinien zu Bienen und Pestiziden sowie die Pläne der EFSA, ihre Arbeit zur Umweltrisikobewertung für Bestäuber auszuweiten, um die im Europäischen Green Deal festgelegten Ziele zu unterstützen. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich. Tierärztinnen und Tierärzte haben die Möglichkeit, sich im Bereich Bienen online weiterzubilden. Myvetlearn.de bietet einen vierteiligen E-Learning-Kurs an, der die Grundlagenkenntnisse über Bienen vermittelt sowie umfassende spezielle Informationen zu Bienenkrankheiten, Bienenprodukten sowie den zu beachtenden Rechtsvorschriften gibt. Der Kurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

01.09.2021: Bienen leiden zunehmend unter Klimawandel

Imkern liegt im Trend. Immer mehr Menschen halten Bienen und können dadurch die weltweiten Verluste einigermaßen ausgleichen. Viele Wildbienenarten sind jedoch vom Aussterben bedroht. Der Einsatz von Pestiziden, der Wegfall von immer mehr Nistplätzen sowie der Verlust der Biodiversität lassen den Bestand weltweit schrumpfen. Anders als die Honigbiene fliegen Wildbienen nur bestimmte Pflanzenarten an. Wenn es diese Pflanzen nicht mehr gibt, stirbt auch die Wildbiene aus, wie Prof. Kaspar Bienefeld von der Berliner Humboldt-Universität in einem Interview erklärt. Der Klimawandel stelle die Bienen vor weitere Herausforderungen. Besonders die indirekten Auswirkungen bringen neue Parasiten mit sich, wie beispielsweise die Asiatische Wespe, oder auch neue Infektionskrankheiten. Auch die Varroamilbe, die ganze Völker bedroht, wird durch den Klimawandel gefährlicher. Wildbienen sind hier weit mehr bedroht als Honigbienen, da ImkerInnen teilweise aktiv gegensteuern können. Als wichtigste Schutzmaßnahme sieht der Experte die Schaffung von artenreichen, vernetzten Lebensräumen in der Landwirtschaft. So würden Hecken, Alleen oder Blühstreifen mehr Futterquellen und Nistplätze für Bienen, aber auch andere Insekten bedeuten. Bienefeld appelliert zudem, die genetische Vielfalt der Honigbienenrassen weltweit zu erhalten. Ganz andere Sorgen haben momentan ImkerInnen in
Deutschland, die immer mehr Bienendiebstähle in Deutschland beklagen. Ganze Völker werden geklaut und die Täter selten überführt, da es meist keine Zeugen für die Entwendung gibt. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 338 Diebstähle in Deutschland gemeldet. Auch die Ausstattung mit Kameras oder GPS-Sendern in den Bienenkästen konnte nicht wirklich zur Aufklärung beitragen. Der Mobilfunkanbieter Vodafone entwickelt zurzeit eine neue technische Lösung, das sogenannte "GigaBeeProtect". Es wird im Innenraum der Bienenstöcke angebracht und warnt Imker, wenn sich der Stock bewegt. Dann beginne die Box, alle 30 Sekunden ihren Standort zu senden, so Britta Rudolphi, Leiterin der Technischen Innovationsabteilung Vodafone bei der Vorführung am Donnerstag in Düsseldorf. Jedoch wird es noch einige Zeit dauern, bis das Gerät in den Handel kommt. Bis dahin müssen die ImkerInnen in Deutschland weiter um ihre Bienenvölker bangen. Für die Weiterbildung von TierärztInnen im Bereich Bienen bietet Myvetlearn.de einen vierteiligen E-Learning-Kurs an, der die Grundlagenkenntnisse über Bienen vermittelt sowie umfassende spezielle Informationen zu Bienenkrankheiten, Bienenprodukten sowie den zu beachtenden Rechtsvorschriften gibt. Der Kurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen.

Diskussion über die Antibiotikaeinstufung

Wie denken Sie über die von einigen EU-Parlamentsabgeordneten angestoßene Diskussion über die Neueinstufung antimikrobieller Wirkstoffe?

Mehr Informationen zu dieser Problematik finden Sie HIER >>>