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Budget-Kürzungen gefährden Ausbildung von Tierärzt:innen

23.10.2026

Nicht nachbesetzte Stellen und auslaufende Verträge schwächen die Ausbildung künftiger Tierärzt:innen und gefährden zentrale Leistungen für Tier und Gesellschaft, warnt der Universitätslehrer:innenverband (ULV) an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Es sei riskant, die Folgen der künftigen Universitätsfinanzierung allein an Forschungskennzahlen zu messen. Für die Öffentlichkeit unmittelbar spürbar sind auch jene Leistungen, die der wissenschaftliche Mittelbau täglich ermöglicht: die Ausbildung von Tierärztinnen und Tierärzten, (Nachwuchs-)Forscherinnen und Forschern, welche in verschiedenen Bereichen benötigt werden, die Versorgung von Tierpatienten sowie Beiträge zu Tierschutz, Tierwohl, Lebensmittelsicherheit und öffentlicher Gesundheit.

Der wissenschaftliche Mittelbau trage und stütze einen wesentlichen Teil des Lehrbetriebs. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbinden Lehre, Grundlagenforschung und angewandte Forschung mit klinischer Tätigkeit, Diagnostik und der Betreuung von Tierpatienten. Damit sicherten sie nicht nur den laufenden Betrieb, sondern vermitteln Studierenden jene praktischen und klinischen Fähigkeiten, die sie später in Tierarztpraxen, Kliniken, Behörden und in der Lebensmittelkontrolle brauchen.

Besonders kritisch seien Pensionierungen ohne Nachbesetzung und das Auslaufen befristeter Verträge. Langjährig erfahrene Mitarbeiter:innen übernehmen an der Vetmeduni teilweise umfangreiche Lehrverpflichtungen. Neue Mitarbeiter:innen könnten nach den geltenden Vorgaben höchstens mit vier Semesterwochenstunden (SWS) Lehre beauftragt werden. Geht eine Stelle mit hohem Lehranteil verloren, lässt sich die fehlende Lehrkapazität nicht eins zu eins ersetzen.

Die verbleibenden Beschäftigten müssten zusätzliche Lehrveranstaltungen übernehmen – neben ihren Aufgaben in Klinik, Diagnostik und Forschung. In spezialisierten paraklinischen und klinischen Bereichen können Aufgaben und Fachkenntnisse nicht kurzfristig oder beliebig umverteilt werden.

Die Konsequenzen sind absehbar: steigende Belastung für das verbleibende Personal, erschwerte Betreuung der Studierenden und zunehmender Druck auf den klinischen Betrieb. Was heute als Einsparung erscheint, kann morgen die Qualität der Ausbildung und die Leistungsfähigkeit der Universität beeinträchtigen.

Bereits seit längerem übernehmen die verbleibenden Mitarbeiter:innen zusätzliche Aufgaben durch nicht nachbesetzte Stellen, steigende Studierendenzahlen und den zunehmenden Druck zur Einwerbung von Drittmitteln – trotz fehlender beruflicher Perspektiven. Dadurch steigen die Arbeitsbelastung und die Anforderungen über die ursprünglich vorgesehenen Aufgaben hinaus.

Die Folgen dieser Praxis reichten weit über die Universität hinaus. Gut ausgebildete Tierärztinnen und Tierärzte seien unverzichtbar für die Versorgung von Heim- und Nutztieren, die Früherkennung von Tierseuchen und Zoonosen sowie die Sicherheit von Lebensmitteln. Eine Schwächung der veterinärmedizinischen Ausbildung trifft daher langfristig auch Tierhalter:innen, Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft und öffentliche Gesundheitsvorsorge.

Die angekündigte nominelle Fortschreibung des Universitätsbudgets für 2028 bis 2030 berücksichtigt aus Sicht des ULV die steigenden Personal- und Betriebskosten nicht ausreichend. Wenn die Kosten steigen, die verfügbaren Mittel real aber schrumpfen, wächst der finanzielle Druck auf Personal, Lehre, Forschung und klinische Versorgung.

Der ULV an der Vetmeduni fordert daher eine Finanzierung, die nicht nur nominelle Budgetwerte, sondern die tatsächliche Kostenentwicklung und die besonderen Aufgaben der Veterinärmedizin berücksichtigt. Denn wer seine personellen Grundlagen schwächt, gefährdet die Fähigkeit der Vetmeduni, ihren Auftrag für Tiere und Gesellschaft auch künftig zu erfüllen.

ULV