Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist auch im Jahr 2025 weiter gesunken, wenn auch der Rückgang um nur 0,3 t (0,05 Prozent) sehr gering gegenüber dem Vorjahr ausfiel. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilt, wurden rund 562 Tonnen (t) Antibiotika an die Tierärzteschaft und weitere Empfänger:innen abgegeben. „Nach der deutlichen Reduktion von über zwei Dritteln der Antibiotika-Abgabemengen seit Beginn der Erfassung im Jahr 2011 stabilisieren sich die Mengen in den letzten Jahren auf einem niedrigen Niveau“, sagt die Präsidentin des BVL, Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Insbesondere der deutliche Rückgang der Abgabemenge des von der WHO als kritisch eingestuften Wirkstoffes Colistin im Jahr 2025 ist als Erfolg zu bewerten.“
Die abgegebene Menge des Polypeptidantibiotikums Colistin reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr von 31 auf 26 t und erreicht damit ihren bisher niedrigsten Wert seit dem Jahr 2011. Für Colistin sind Anfang des Jahres 2025 strengere gesetzliche Regelungen in Kraft getreten, die Anwendungsbeschränkungen und den verpflichtenden Einsatz von Antibiogrammen beinhalten.
Neben Colistin stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch die Wirkstoffgruppen der Cephalosporine der 3. und 4. Generation sowie Fluorchinolone als besonders bedeutend für die Therapie beim Menschen ein (Highest Priority Critically Important Antimicrobials for Human Medicine). Auch für diese Wirkstoffe sank die Abgabemenge im Vergleich zum Vorjahr und zwar um 13,4 Prozent (rund 0,1 t), im Gegensatz dazu wurde für die Fluorchinolone ein deutlicher Anstieg der Abgabemengen um 18 Prozent (rund 1 t) registriert.
Von den im Jahr 2025 abgegebenen 562 Tonnen Antibiotika entfallen wie in den Vorjahren die größten Mengen auf Penicilline (221 t) und Tetrazykline (111 t). Es folgen Sulfonamide (66 t), Makrolide (55 t) und Aminoglykoside (41 t). Der Rückgang der eingesetzten Antibiotikamenge im Vergleich zu 2011 beträgt 67 Prozent.
Informations- und Fortbildungskurse für Landwirt:innen zum Thema Antibiotikaminimierung im Stall finden sich unter Vetmab.de.




