Die chronische Nierenerkrankung (CNE) bei der Katze betrifft häufig ältere Tiere. Ab einem Alter von sieben Jahren erkrankt etwa jede 5. Katze an der CNE, ab 12 Jahren ist ca. jede 2. Katze von der Krankheit betroffen. Da sich die chronische Nierenerkrankung meist schleichend entwickelt, sind regelmäßige Gesundheitschecks gerade bei älteren Katzen besonders wichtig. So hätten die behandelnden Tierärzt:innen die Möglichkeit, Veränderungen der Nierenfunktion früh zu erkennen und entsprechend zu behandeln, erklärt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT).
Eine eventuell eingeschränkte Nierenfunktion kann beispielsweise von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) überdeckt werden. Zudem sollte der Blutdruck parallel im Blick behalten werden. Zu Beginn einer CNE-Erkrankung zeigt die Katze Symptome, die meist auf das Alter geschoben werden. Die Tiere wirken ruhiger, schlafen mehr oder sind weniger aktiv als gewohnt. Hinzu kommen im weiteren Verlauf ein vermehrter Urinabsatz und die Katzen trinken mehr. Übelkeit und Erbrechen können bei fortgeschrittener Erkrankung ebenfalls auftreten. Der BfT appelliert an die Halter:innen, spätestens jetzt eine:n Tierärzt:in zu konsultieren.
Da die CNE nicht heilbar ist, ist ein möglichst frühzeitiger Befund von Bedeutung, damit das Fortschreiten möglichst verlangsamt werden kann sowie Folgeerscheinungen begrenzt und Beschwerden gelindert werden können. Welche Maßnahmen notwendig sind, richtet sich nach dem Krankheitsstadium und den individuellen Befunden. Bei der Therapie geht es in erster Linie darum, dass die Phosphoraufnahme über die Nahrung reduziert und die Eiweißversorgung angepasst wird. Die behandelnde Tierärztin oder der Tierarzt kann zu der passenden Fütterung beraten und stimmt die erforderlichen Medikamente individuell auf das Tier ab. Der BfT weist zudem darauf hin, dass neben Blutdruck, Körpergewicht und Ernährungszustand auch Blut und Urin regelmäßig untersucht werden sollten.
Der Verlauf ist von Katze zu Katze unterschiedlich. Eine frühzeitige Diagnose, eine an das Krankheitsstadium angepasste Behandlung und regelmäßige Verlaufskontrollen können dazu beitragen, die Erkrankung möglichst lange zu stabilisieren und die Lebensqualität der Katze zu erhalten.
Tierärzt:innen können sich zum Thema Chronische Nierenerkrankungen im Kurs 4 der Reihe Consensus Statements für die Kleintiermedizin online fortbilden.




