Ende November 2025 ist bei zwei Jagdhunden nach einer Drückjagd im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) die Aujeszky‘sche Krankheit (AK) nachgewiesen worden. Die betroffenen Tiere mussten eingeschläfert werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten sich die beiden Hunde durch den Kontakt mit Wildschweinen infiziert.
Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, verläuft bei Hunden fast immer tödlich und ist nicht heilbar. Infizierte Tiere zeigen Symptome wie starken Juckreiz und Speichelfluss sowie eine große Unruhe und Erregbarkeit. Neben Hunden können sich auch Katzen und in seltenen Fällen auch Wiederkäuer infizieren.
Der Fall hat nun eine erneute Diskussion um die Impfung von Hunden gegen die Krankheit entfacht, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf seiner Internetseite mitteilt.
Während die AK in den 1990er Jahren durch die konsequente Impfung mit einem Markerimpfstoff und die Keulung der mit dem Feldvirus-infizierten Bestände in der Hausschweinpopulation getilgt werden konnte, tritt die Krankheit nach wie vor bei Wildschweinen in Deutschland auf. Besonders für Jagdhunde besteht die Gefahr einer Infektion, wenn die Tiere Zugang zum Aufbruch oder rohem Fleisch erhalten oder nach oronasalem Kontakt mit Sekreten an Gebräch, Pinsel und Rauschknospe.
Das FLI warnt ausdrücklich davor, Hunde mit einem für Schweine zugelassenen Lebendimpfstoff gegen AK zu vakzinieren, da die Impfung bei Schweinen einen zuverlässigen Impfschutz bewirkt, beim Hund hingegen eine vollständige Ausprägung des Krankheitsbildes verursachen kann. Diese Gefahr besteht bei der Anwendung von Inaktivatimpfstoffen nicht, vermittelt aber auch keinen sicheren Impfschutz, wie Impfversuche in der Vergangenheit gezeigt haben.
Gemäß der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gibt es in Europa keinen für Hunde zugelassenen AK-Impfstoff. Grundsätzlich könne aber nach Artikel 112 der Europäischen Tierarzneimittelverordnung in Eigenverantwortung jeder beliebige, in der EU zugelassene AK-Inaktivatimpfstoff für den Hund umgewidmet werden.
Die Impfung von Hunden gegen AK mit einem der verfügbaren, inaktivierten Vollvirusimpfstoffe wird von der StIKo Vet jedoch nicht empfohlen, da diese allenfalls eine marginale Schutzwirkung entfaltet. So weist das Institut darauf hin, der einzige Schutz gegen eine Infektion von Jagdhunden ist, die Tiere nach Jagd oder Ausbildung vom Streckenplatz und von potentiell infektiösem Material (Aufbruch und Pirschzeichen) fernzuhalten.




