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Nanopartikel als Türöffner für Antibiotika

30.01.2026

Die Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) von Bakterien nimmt weltweit zu. Forschende des Institute of Scientific and Industrial Research im japanischen Osaka haben einen neuen Ansatz gegen resistente Bakterien gefunden. Sogenannte „zweigesichtige“ Janus-Nanopartikel (JNPs) können bei Antibiotikagabe unterstützend wirken, indem sie die Abwehr bei hochgradig resistenten gramnegativen Bakterien (MRGN) überwinden und die schützende äußere Membran zerstören. Auf diesem Weg können lebensrettende Medikamente das Innere der Zellen erreichen und verlieren ihre Wirkung nicht schon vorher.  

Die durch ein starkes „Schild“ geschützten bedrohlichen Mikroben erschweren die Entwicklung neuer Medikamente sehr, sodass den behandelnden Ärzt:innen in weiterer Folge oftmals nur wenige Behandlungsmöglichkeiten bleiben.

„Diese Nanopartikel sind die perfekten Partner für Antibiotika“, erklärt Dr. Martijn Zwama, Hauptautor der Studie. „Sie töten die Bakterien nicht direkt ab, sondern öffnen vielmehr die Tür, damit die Antibiotika ihre Wirkung entfalten können. Diese Synergie hat die Resistenz einiger der hartnäckigsten Bakterien überwunden.“ Der Ansatz, Antibiotika wiederzubeleben, biete einen vielversprechenden und nachhaltigen Weg zur Bewältigung der AMR-Krise.

Die besondere Struktur des JNPs -eine Seite ist wasserliebend, die andere wasserabweisend- erlaubt es den Partikeln, mit der äußeren Membran der Bakterien zu interagieren und diese zu destabilisieren. Die Partikel selbst sind für die Bakterien nicht tödlich, lassen aber Poren oder Störungen an der Oberfläche entstehen, die dann den Zugang der Moleküle herkömmlicher Antibiotika in die Zellen sichern.

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