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Wissenschaftler empfehlen 19% Mehrwertsteuer auf Fleischprodukte

21.01.2026

Schon länger und immer wieder mal wird in der Politik diskutiert, die Mehrwertsteuervergünstigungen auf Fleischprodukte aufzuheben. Der Grund ist, dass der Fleischkonsum am Fußabdruck der Ernährung einen beträchtlichen Anteil hat, zum Beispiel 28 Prozent bei den Treibhausgasen. Hinzu kommen weitere negative Auswirkungen, wie beispielsweise der Verbrauch von Wasser.

Würde beim Fleisch der normale Mehrwertsteuersatz veranschlagt, dann reduzieren sich die Umweltschäden durch Ernährung je nach Schadenskategorie um 3,48 bis 5,7 Prozent. Die durchschnittlichen Ernährungsausgaben je EU-Haushalt und Jahr liegen würden dadurch um 109 Euro steigen. Dagegen stehen Steuermehreinnahmen von 83 Euro je Haushalt – aus denen sich im Prinzip, etwa in Form einer Pro-Kopf-Zahlung, ein sozialer Ausgleich finanzieren ließe. Die Netto-Kosten würden dann also nur noch 26 Euro pro Haushalt und Jahr betragen. 

Das geht aus einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hervor, die in Nature Food den ökologischen „Fußabdruck“ der Ernährung aufzeigt. Das Forschungsteam stützt sich auf repräsentative Erhebungen zu den Ausgaben der privaten Haushalte in den 27 EU-Staaten und auf ein etabliertes Input-Output-Modell. Dieses bildet die Wertschöpfungsketten ab, in denen die von den Haushalten gekauften Produkte entstehen, und beziffert auch die damit einhergehenden Belastungen für Klima und Ökosysteme.

„Aus ökonomischer Perspektive sollte man je nach Produkt die Umweltkosten, die bei der Herstellung entstehen, auf den Preis aufschlagen“, erklärt Charlotte Plinke, PIK-Forscherin und Autorin der Studie. „Das hieße, es wird umso teurer, je mehr CO₂ ausgestoßen wird. Eine solche Staffelung für die ungeheure Vielzahl von Nahrungsmitteln umzusetzen, ist sehr komplex und daher zumindest kurzfristig nicht praktikabel. Deshalb haben wir zunächst eine einfache und aktuell politisch diskutierte Variante untersucht: die Steuervergünstigungen auf Fleischprodukte aufzuheben.“

PIK